Börse ja, Arbeit nein – Werktäglich referiert die Tagesschau über Aktienkurse.

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Börse ja, Arbeit nein – Werktäglich referiert die Tagesschau über Aktienkurse.
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Börse ja, Arbeit nein:

Werktäglich referiert die Tagesschau über Aktienkurse.

Die Arbeitswelt ist nur alle paar Wochen manipulative Berichte wert

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

fake_news_fakenews_faktenfinder_deutungshoheit_leitmedien_tagesschau_tagesthemen_massenmedien_medienhuren_kritisches_netzwerk_meinungsmonopol_meinungsmanipulation_meinungsmacher.png Die Interessen der Geldelite und der Konzerne bedient ARD-aktuell beinahe werktäglich: mit ausführlichen Nachrichten im Programm „Börse vor acht“ sowie mit Wort- und Filmbeiträgen von der Frankfurter Börse in den Tagesthemen. Gleich häufige Informationen aus der Arbeitswelt gibt es hingegen nicht, obwohl Werktätige und Rentner die absolute Mehrheit der Zuschauer stellen.

Diese qualitätsjournalistische Schlagseite hat System. Und die Ignoranz, mit der sie von allen hingenommen wird – von der Öffentlichkeit generell und von den Gewerkschaften speziell – hat Tradition, ist anerzogen: Monat für Monat erfährt sie Intensivpflege mittels manipulativer Nachrichten über den „Arbeitsmarkt“.

Den Lehrsatz „halbe Wahrheit ist ganze Lüge“ bestätigte die Tagesschau Ende August einmal mehr:

Die Zahl der Arbeitslosen ist im August leicht gestiegen. Grund ist nach Angaben der Nürnberger Arbeitsagentur die Sommerpause mit Werksferien in vielen Unternehmen. Zudem hätten sich Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen im Sommer zunächst arbeitslos gemeldet. Insgesamt waren 2,35 Millionen Erwerbslose gemeldet.
Das waren 26.000 mehr als im Juli, aber 194.000 weniger als im Vorjahr. Die Quote stieg auf 5,2 Prozent.
“ [1]

Bevor sie auch nur eine konkrete Arbeitsmarktzahl nennt, serviert die Tagesschau erst mal zwei Sätze mit Entlastungsgründen für die miese Lage. Erst dann: 2,35 Millionen Erwerbslose. Dass mehr als eine Million ebenfalls arbeitslose Menschen in dieser frisierten Mengenangabe nicht erfasst sind und von einem sauberen Bericht über das soziale Elend keine Rede sein kann, erfährt der Zuschauer dieser 20 Uhr-Tagesschau nicht. Dabei sind vollständige und präzise Angaben verfügbar. Sie zu nennen hätte nur drei Sätze mehr gekostet:

3,23 Millionen „Unterbeschäftigte“

Die Unterbeschäftigung – darunter sind alle weiteren Hartz-IV-Bezieher zu verstehen, vom Ein-Euro-Jobber über den „Aufstocker“ bis zum arbeitslosen Teilnehmer an einer sogenannten Fortbildungsmaßnahme – betraf im August 3.23 Millionen Menschen. Die Unterbeschäftigung lag damit noch um 885 000 über den statistisch als solche anerkannten Arbeitslosen. [2]

Wer derart vollständige Angaben von ARD-aktuell erhofft, muss sich schon ins Internet bewegen und dort suchen, wo der Durchschnitts-Arbeitnehmer garantiert nicht hinschaut, nämlich auf die Wirtschaftsseite der tagesschau.de. [3] Auch dort bekommt er aber noch keine Sachinformation über die Unterbeschäftigung. Dazu muss er weiterklicken – zum „Faktenfinder“. [4]

Hier erst erfährt er endlich, „was die Arbeitslosenzahl verbirgt“:

[. . ] Unterbeschäftigung 3,44 Millionen. Doch es kommen sogar noch mehr hinzu, nämlich diejenigen, die die Bundesagentur für Arbeit gar nicht kennt, zum Beispiel Mütter, die wieder einsteigen wollen [. . ] So niedrig, wie die Arbeitslosigkeit angegeben wird, ist sie eigentlich also nicht.

Der ARD-Faktenfinder weist also der ARD-Tagesschau mit noch einmal abweichenden Zahlenangaben (3.44 Mio. statt 3,23 Mio) nach, dass sie „eigentlich“ Rosstäuscherei betreibt: Nämlich, indem sie unterschlägt, dass die Gesamtzahl der von Hartz-IV Abhängigen mehr als doppelt so hoch ist, wie in der Fernsehnachricht um 20 Uhr vorerzählt.

Die Idiotie – oder Infamie? – dieser sich selbst widersprechenden Nachrichtengestaltung unter dem Dach ARD-aktuell bemerkt kaum einer. Die Tagesschau hat mehr als zehn Millionen Fernsehzuschauer; vom Internet-Angebot tagesschau.de machen dagegen weniger als eine Million Menschen Gebrauch. Die Zahl derer, die beide Informationsangebote über den „Arbeitsmarkt“ gleichzeitig nutzen, dürfte marginal sein.

Der Etikettenschwindel der Tagesschau dient dem Interesse der Bundesregierung. Denn selbstverständlich wünscht dieses parteienoligarchische Regime keine aufklärerische Berichterstattung über Deutschlands soziales Elend. Die Schattenseite unsres Alltags soll weggeschwiegen werden. ARD-aktuell wahrt fügsam (Staats-)Funkstille.

Nicht minder manipulativ und realitätsfern sind die geschönten Berichte aus der Wirtschaft und über Großunternehmen wie den online-Händler AMAZON. Chefredakteur Dr. Kai Gniffkes Qualitätsjournalisten berichten nicht über deren asoziale Seite. Zum Beispiel nicht über die Schändlichkeit, dass AMAZON weder von Berlin noch von Brüssel dazu hat gebracht werden können, seine Milliardenumsätze angemessen zu versteuern. Nichts wird gemeldet über die Steuer-Vermeidungsstrategien dieses Konzerns und vergleichbarer Unternehmenskolosse von Apple bis Starbucks. [5]

Nichts darüber, dass AMAZON auch seine Kunden häufig dazu bringt, unabsichtlich selbst Steuerbetrug zu begehen, wenn sie Waren per Internet kaufen, die im Ausland hergestellt wurden; im Angebot von dort wird die bei uns fällige Mehrwertsteuer oft nicht ausgewiesen und ergo von niemandem bezahlt und abgerechnet. „Steuern umgehen mit AMAZON“? [6] Kein Wort darüber, dass der Bundesrechnungshof die Schweinereien immer wieder reklamierte. Für ARD-aktuell waren und sind das keine Nachrichtenthemen.

In unzähligen Beiträgen über AMAZON liefern Dr. Gniffkes Qualitätsjournalisten lieber Blattgold-Nippes aus der Devotionalien-Vitrine. Triumphmeldungen aus der Werbeabteilung des Konzerns werden als unentgeltliche Unternehmensreklame an das Fernsehpublikum weitergereicht. „Rangliste der Milliardäre: Bezos reicher als Gates“, „AMAZON: Der Gigant wächst immer schneller“. „Onlinehändler AMAZON: Gewinn verdoppelt“. „AMAZON überrascht mit Milliarden-Gewinn.

Über das abstoßende Geschäftsgebaren des mit Abstand größten Internet-Konzerns gab es allenfalls vage und nur ansatzweise kritische Berichterstattung, und selbst das nur, wenn andere Mainstream-Medien zuerst damit hervorgetreten waren oder Politiker sich zu einem der vielen Skandale geäußert hatten. Tagesschau-Regel: Immer schön im Windschatten bleiben…

Die unerträgliche Situation der AMAZON-Beschäftigten fand in den Nachrichtensendungen der ARD-aktuell kaum Erwähnung. Sie war auch dann nicht überzeugend, als unübersehbare Hinweise vorlagen, dass die Konzernführung übelste Ausbeutungspraktiken auf die Beschäftigten anwendet.

Die Gewerkschaft ver.di beklagte, dass AMAZON zwar an einem einzigen Tag Kursgewinne von 12 Milliarden Euro erzielt habe, die Beschäftigten jedoch seit Jahren und bisher vergeblich mit Streiks für einen bescheidenen Anteil am Erfolg kämpften: für armutsfeste, tarifvertraglich geregelte Löhne, Urlaubsgeld, angemessenes Weihnachtsgeld. Stattdessen gebe es Pressionen am Arbeitsplatz. Die Beschäftigten unterlägen strikter Überwachung per Handscanner und müssten beispielsweise ertragen, dass ein Toilettengang nach der Pause als Fehlverhalten angekreidet und der „Übeltäter“ im Wiederholungsfall abgemahnt werde. Methoden, die an die Blütezeit frühkapitalistischer Ausbeutung erinnern. [7]

Schwere Vorwürfe, denen ARD-aktuell allerdings nicht selbst nachging, sondern die sie nur in Gänsefüßchen-Rhetorik referierte:

Die Gewerkschaft wirft AMAZON darüber hinaus vor, ‚wenig Rücksicht’ auf die Gesundheit der Beschäftigten zu nehmen. Der Arbeitsalltag sei ‚von hohem Druck, Hetze und Kontrollen’ geprägt, was überdurchschnittlich hohe Krankenraten zur Folge habe.“ [8]

Die Zitatform im Konjunktiv I lässt offen, ob die Schilderung der Auswüchse nicht möglicherweise doch nur eine parteiische und realitätsferne Übertreibung ist. Die Absicht dahinter wird erkennbar, wenn man betrachtet, wie ARD-aktuell ihre Berichterstattung ganz im Sinne des Konzerns beflissen abrundet:

AMAZON wies die Vorwürfe zurück. ‚Für AMAZON haben die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter oberste Priorität’, so eine Sprecherin“.

Wurde der Zuschauer mit solcher Nachrichtengestaltung in die Lage versetzt, sich selbst ein sachgerechtes Urteil zu bilden? Ist mit dermaßen primitiver Beschränkung auf ein Pro und ein Contra der gesetzliche Auftrag der ARD-aktuell erfüllt, „umfassend und der Wahrheit verpflichtet“ zu unterrichten? Sah die Tagesschau sich denn gar nicht bemüßigt, die Angaben beider Seiten selbständig zu überprüfen?

A sagt, es regnet. B sagt, die Sonne scheint.“ Das soll Nachrichtenjournalismus sein? Wie wäre es denn, mal das Fenster aufzumachen und selbst nachzugucken, wie das Wetter ist? Von ARD-aktuell ist das anscheinend aber zu viel verlangt.

amazon_nein_danke_monopolstellung_alexa_sklavenarbeit_ausbeutung_kritisches_netzwerk_eco_app_rotraut_susanne_berner_packer_picker_jeffrey_jeff_preston_bezos_menschenverachtung_boykott.gifStreik bei AMAZON? Ja, und? Was ist daraus geworden, wie steht es damit? Obwohl ARD-aktuell zur Überprüfung und Aktualisierung seiner Online-Beiträge verpflichtet ist, fehlt es auch bei dem hier betrachteten AMAZON-Thema an einer kontinuierlichen journalistischen Begleitung. Die Zuschauer erfahren nichts über den weiteren Verlauf des Konfliktes. Zum Beispiel nichts darüber, dass bei AMAZON Ende August erneut gestreikt wurde.

Sozial relevante Nachrichten, die einen Großteil der Tagesschau-Nutzer betreffen, fallen schlichtweg unter den Tisch oder werden garniert mit einseitigen Kommentaren von Lobbyisten und opportunen Experten. Soll kein Zuschauer sich fragen, wem in Deutschland die mehr als sechs Billionen Euro gehören, die als reines, unproduktives Geldvermögen gebunkert sind.

6 000 000 000 000 Euro!

Soll keiner fragen, inwiefern dieser Geldberg die Armutsfalle braucht, in der jedes fünfte Kind in Deutschland dauerhaft gefangen ist. [9] Unter uns leben 6,5 Millionen Arme, Tendenz: steigend. Kehrseite dieser Medaille: 1,4 Millionen Millionäre und Milliardäre, Tendenz: steigend. [10]

Grandios das Versagen der auf sozialen Ausgleich verpflichteten Politik. Seit der Steinmeier/Schröder-„Agenda 2010“ wird unter Mitwirkung der ARD-aktuell als „Reform“ beschönigt, was den Reichen und ihrer politischen Elite dient; der Qualitätsjournalismus fragt nicht danach, wie es sich auf der Schattenseite lebt, in der die Arbeitslosen und die Niedriglöhner ausgepowert werden.

Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
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Friedhelm Klinkhammer, Jahrgang 1944, Jurist. 1975 bis 2008 Mitarbeiter des NDR, zeitweise Vorsitzender des NDR-Gesamtpersonalrats und des ver.di-Betriebsverbandes sowie Referent einer Funkhausdirektorin.

Volker Bräutigam, Jahrgang 1941, Redakteur. 1975 bis 1996 im NDR, zunächst in der Tagesschau, von 1985 an in der Kulturredaktion für N3. Danach Lehr- und Forschungsauftrag an der Fu-Jen-Uni in Taipeh.

Anmerkung der Autoren: Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden zumeist auf der Seite publikumskonferenz.de dokumentiert >> Artikel.

► Quellen:

[1] Sendung: tagesschau 30.08.2018 20:00 Uhr.

[2] Arbeitsgentur.de: "Umfassende Arbeitsmarktstatistik: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung", August 2018 >> weiter (PDF).

[3] Tagesschau.de: "Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosenzahl leicht gestiegen", Stand: 30.08.2018 10:12 Uhr.

[4] Tagesschau.de >> Faktenfinder: #kurzerklärt - "Was die Arbeitslosenzahl verbirgt", Stand: 30.05.2018 11:33 Uhr.

[5] WeLT: "Warum die EU AMAZON & Co. nicht zu fassen bekommt", 09.10.2017, von Jan Dams, Thomas Heuzeroth >> weiter.

[6] WDR.de: "Steuern umgehen mit AMAZON", 07.06.2018, von Jörg Schieb >> weiter.

[7] verdi: "Bundesweite Streiks: Kein Tarifvertrag trotz Milliardengewinnen. Bei AMAZON ist der Toilettengang nach der Pause "Fehlverhalten"", 03.05.2018, Pressemitteilung >> weiter.

[8] Tagesschau.de: "Streit um Tarifvertrag AMAZON-Mitarbeiter streiken an vier Standorten", Stand: 18.07.2018 21:19 Uhr.

[9] ZEIT ONLINE: "Ungleichheit: Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt dauerhaft in Armut. Nur für das Notwendigste ist Geld da: 20 Prozent aller Kinder in Deutschland wachsen laut einer Studie in sehr armen Verhältnissen auf.", 23. Oktober 2017 >> weiter.

[10] TELEPOLIS: "Obszöner Reichtum: Die oberen 1000 haben jetzt über eine Billion Euro", 02. September 2018, von Wolfgang Pomrehn >> weiter.

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pin_green.gifDie Wahrheit über Amazon (Dauer: 11:44 Min.)

pin_green.gifDOKU HD: Die Macht von Amazon - Günstig aber gnadenlos (Dauer: 28:04 Min.)


Die Bilder im Artikel sind nicht Bestandteil des Originalartikels und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. andere Lizenzen, s.u..

► Bild- und Grafikquellen:

1. FAKE NEWS. Grafik: GDJ - Gordon Johnson, USA. Quelle: Pixabay. Alle bereitgestellten Bilder und Videos auf Pixabay sind gemeinfrei (Public Domain) entsprechend der Verzichtserklärung Creative Commons CC0. Das Bild unterliegt damit keinem Kopierrecht und kann - verändert oder unverändert - kostenlos für kommerzielle und nicht kommerzielle Anwendungen in digitaler oder gedruckter Form ohne Bildnachweis oder Quellenangabe verwendet werden. >> Grafik.

2. DAS ERSTE ist DAS LETZTE. Grafikbearbeitung: Wilfried Kahrs (WiKa). 

3. Amazon betreibt Steuervemeidung trotz Milliarden Umsätze und Gewinne, während sein Boss Jeff Bezos in Millarden USD Privatvermögen schwimmt und Amazon-Mitarbeiter auf perfide Weise geknechtet und ausgebeutet werden. Karikatur: Gwydion M. Williams. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

4. Jeffrey „Jeff“ Preston Bezos (* 12. Januar 1964 in Albuquerque, New Mexico als Jeffrey Preston Jorgensen) ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Investor. Er ist Gründer des US-amerikanischen Unternehmens Amazon.com und fungiert als dessen President, Chairman und CEO. Er gilt mit einem geschätzten Vermögen von rund 150 Mrd. US-Dollar als reichster Mensch der Welt. Foto: National Museum of American History. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Nicht kommerziell 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0).

5. Amazon? nein, danke! Illustrationen von Rotraut Susanne Berner, Grafikerin, Illustratorin und Kinderbuchautorin. > Berners blog.

"Was viele nicht wissen: der deutsche Buchhandel hat den besten Liefer- und Bestellservice der Welt. Jede Buchhandlung kann (fast immer) von einem auf den anderen Tag bestellte Bücher oder CDs liefern. Und das ganz ohne Monopolstellung, schlecht bezahltes Personal oder Stress für Paketboten und Nachbarn. Und ist es nicht sowieso viel schöner, mal wieder in die Buchhandlung um die Ecke reinzuschaun, zu stöbern und in echten Büchern zu blättern, als immer nur vor dem Bildschirm zu sitzen?

Wir hätten ja alle als Verbraucher ungeheure Möglichkeiten gegen die Monopolisten und gegen die oben genannten Entwicklungen. Schade, dass die Bequemlichkeit größer ist als unser gesunder Menschenverstand. Der homo sapiens ist dumm". (Rotraut Susanne Berner).

6. Buchcover: Ulrich Teusch, „Lückenpresse. Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten“, Westend Verlag, Frankfurt/Main, Sep. 2016, 224 Seiten, ISBN 978-3-86489-145-8.

Ist die Kritik an den etablierten Medien berechtigt oder Paranoia à la „Lügenpresse“?

Die etablierten Medien stecken in einer massiven Glaubwürdigkeitskrise. Teile des Publikums proben den Aufstand, öffentliche und veröffentlichte Meinung driften auseinander. Nicht nur hierzulande, auch in vielen anderen Ländern geraten die angeblichen Leitmedien unter Beschuss. Stein des Anstoßes sind die Inhalte – Stichwort „Lügenpresse“. Doch sind Lügen wirklich das Problem?

Ulrich Teusch stellt zwei andere, weit gravierendere Faktoren ins Zentrum seiner Analyse: die Unterdrückung wesentlicher Informationen und das Messen mit zweierlei Maß. Beide Defizite sind in unserem Mediensystem strukturell verankert. Wenn sich daran nichts ändert, wird sich das Siechtum der Mainstreammedien fortsetzen. Und der Journalismus, wie wir ihn kannten, wird bald der Vergangenheit angehören. (Klappentext)

7. Buchcover: "Die Macht um Acht. Der Faktor Tagesschau" von Uli Gellermann, Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam; PapyRossa Verlag, Köln; ISBN 978-3-89438-633-7. >> zur ausführlichen Buchvorstellung.

ulrich_uli_gellermann_friedhelm_klinkhammer_volker_braeutigam_die_macht_um_acht_der_faktor_tagesschau_kritisches_netzwerk_ard_staatsfunk_nachrichtenmanipulation_volksverarschung.jpg► Inhaltsverzeichnis:

I. Vorwort

Fünfzehn Minuten Staatsfunk . . . . . . . . . . 7

II. Von der Gründung bis zur Mündung

Ein Tauchgang in die Geschichte der TAGESSCHAU . . . . . . . . . . 12

III. Die Macht um acht

Die TAGESSCHAU macht Quote . . . . . . . . . . 31

IV. Die Agentur der Agenturen . . . . . . . . . . 34

V. Wer sich beschwert, macht nichts verkehrt

Programmbeschwerden sind das gute Recht der Zuschauer . . . . . . . . . . 53

1. Wie man Spione zu Beobachtern macht . . . . . . . . . . 55

2. Nazis wegmoderiert . . . . . . . . . . 57

3. Sechzig Prominente unterschlagen . . . . . . . . . . 58

4. Das Schweigen über eine Anti-Nazi-Resolution der UNO . . . . . . . . . . 61

5. Gemäßigter Terror in Syrien . . . . . . . . . . 63

6. Schweigen ist Geld . . . . . . . . . . 64

7. Hinten in der Türkei blickt keiner durch . . . . . . . . . . 65

8. Wer aus trüben Quellen trinkt, dem ist der Sinn getrübt . . . . . . . . . . 67

9. Die halbe Wahrheit ist die ganze Lüge . . . . . . . . . . 69

10. Wenn der Vatikan nicht gut genug ist . . . . . . . . . . 71

11. Wie man kein Interview führt . . . . . . . . . . 73

12. Die Türkei kämpft an allen Fronten, die ARD kämpft mit . . . . . . . . . . 75

13. Tote Zivilsten? Sind nur Jemeniten . . . . . . . . . . 78

14. Eine Erklärung, die nichts erklärt . . . . . . . . . . 79

15. Ein Datenleck wird gestopft . . . . . . . . . . 81

ulrich_uli_gellermann_friedhelm_klinkhammer_volker_braeutigam_die_macht_um_acht_der_faktor_tagesschau_kritisches_netzwerk_ard_staatsfunk_nachrichtenmanipulation_volksverarschung.jpg16. Nazis? In der Ukraine? Niemals! . . . . . . . . . . 83

17. Eine gepflegte Berichterstattung . . . . . . . . . . 85

18. Hillary, go for it! . . . . . . . . . . 88

19. Selbstjustiz ist irgendwie unschön . . . . . . . . . . 91

20. Krieg und Flucht kennen keine Verantwortlichen . . . . . . . . . . 93

21. Reden ist einfach nur Silber, Schweigen ist Blech . . . . . . . . . . 96

22. Kanzlerin? Welche Kanzlerin? . . . . . . . . . . 99

23. Ein Dementi als Ende der Recherche . . . . . . . . . . 100

24. Weit hinter der Scham-Grenze . . . . . . . . . . 103

25. Abbruch journalistischer Regeln . . . . . . . . . . 107

26. Die Rente ist sicher – fragt sich nur: Wessen Rente? . . . . . . . . . . 109

27. Putin gewinnt deutsche Wahlen . . . . . . . . . . 111

VI. Die Ab-Blogger

Von der Halbwahrheit zur Unwahrheit . . . . . . . . . . 115

VII. Keine Antwort unter dieser Nummer

Wie ARD-aktuell antwortet, wenn der Zuschauer antwortet . . . . . . . . . . 122

Grundsätzliche Anmerkungen zur Ukraine-Berichterstattung . . . . . . . . . . 141

Grundsätze der Syrien-Berichterstattung . . . . . . . . . . 147

Betrachtung nach der Befreiung Ost-Aleppos . . . . . . . . . . 162

VIII. Wer fragt, ist selbst schuld

Das Chaosprinzip als Sender-Schema . . . . . . . . . . 165

IX. Mitgucken & Mitreden

Technisch möglich: Der Rück-Kanal . . . . . . . . . . 169

8. Buchcover: "Lügen die Medien? Propaganda, Rudeljournalismus und der Kampf um die öffentliche Meinung". Das Medienkritik-Kompendium - 357 Seiten, ISBN 978-3-86489-188-5, 18,00 Euro. Erschien am 1. September 2017. Auch als eBook (EPUB) unter ISBN 978-3-86489-686-6 für 13,99 Euro erhältlich.

jens_wernicke_luegen_die_medien_propaganda_rudeljournalismus_oeffentliche_meinung_kritisches_netzwerk_luegenpresse_medienkritik_medienmainstream_massenmedien_medienhuren.jpg► Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Einleitung

Kapitel 1: Die Macher

Walter van Rossum: Ja, lügen die Medien denn nun oder nicht?

David Goeßmann: Wenn Regierungen lügen und Medien mitmachen

Ulrich Teusch: Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten

Volker Bräutigam: Öffentlich-rechtlicher Gesinnungsjournalismus

Ulrich Tilgner: Viele Wahrheiten sind zu unangenehm

Stephan Hebel: Politische Propaganda und wie wir sie durchschauen

Werner Rügemer: "Wir dürfen uns den Begriff »Lügenpresse« nicht von den Rechten aus der Hand schlagen lassen"

Eckart Spoo: Keine Demokratie ohne Demokratisierung der Medien!

Kapitel 2: Die Denker

Noam Chomsky: Der Mythos der freien Presse

Uwe Krüger: Warum den Medien nicht zu trauen ist

Rainer Mausfeld: Massenmediale Ideologieproduktion

Forschungsgruppe zu Propaganda in Schweizer Medien: Wie globale Nachrichtenagenturen und westliche Medien Propaganda verbreiten

Jörg Becker: Wie die Public Relations-Industrie mitregiert

jens_wernicke_luegen_die_medien_propaganda_rudeljournalismus_oeffentliche_meinung_kritisches_netzwerk_luegenpresse_medienkritik_medienmainstream_massenmedien_medienhuren.jpgMichael Walter: Die symbolische Dekonstruktion des Sozialstaates als elitäres PR-Projekt

Erich Schmidt-Eenboom: Wie der BND die deutschen Medien steuerte

Klaus-Jürgen Bruder: Krieg um die Köpfe

Kurt Gritsch: Es begann mit einer Lüge

Daniele Ganser: Vorsicht, Verschwörungstheorie!

Kapitel 3: Die Zivilgesellschaft

Maren Müller: Die alltägliche Manipulation

Hektor Haarkötter: Die regulär vernachlässigten Themen

Sabine Schiffer: Mit Fakten lügen

Gert Hautsch: Die Freiheit, die sie meinen

Rainer Butenschön: Von innerer Pressefreiheit kann keine Rede sein

Markus Fiedler: Eine Zensur findet statt

Daniela Dahn: Zur Pressefreiheit gehört auch die Freiheit zur Kritik an der Presse

Resümee

Nachwort

Buchtitel: "Lügen die Medien? Propaganda, Rudeljournalismus und der Kampf um die öffentliche Meinung". ISBN 978-3-86489-188-5, Westend-Verlag.