Warum gewinnen oft die Lautesten – und nicht die Besten?

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Helmut S. - ADMIN
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Warum gewinnen oft die Lautesten – und nicht die Besten?
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Warum gewinnen oft die Lautesten – und nicht die Besten?

Dominanz wird unabhängig von Kompetenz organisiert! 

»Es kommt nicht darauf an, tugendhaft zu sein, sondern tugendhaft zu erscheinen. 
Der erfolgreiche Herrscher muss nicht wirklich kompetent sein – er muss nur kompetent wirken.

Diese Unterscheidung zwischen Sein und Schein ist der Schlüssel zum Verständnis  
moderner Führungskulturen. Überall triumphiert die Inszenierung über die Substanz
.

Das Problem entsteht, wenn die Form den Inhalt vollständig verdrängt, 
wenn die Fähigkeit zur Inszenierung wichtiger wird als die Fähigkeit zur Problemlösung.

[..] Nicht die Weisesten regieren, sondern die Überzeugendsten. 
Nicht die Kompetentesten führen, sondern die Selbstsichersten.«

Diese Episode zeigt, wie Algorithmen, Social Media und Populismus eine Dynamik erzeugen, in der Provokation mehr zählt als Substanz. Lautstärke ersetzt Qualität, während echte Expertise zunehmend untergeht. 

Wir beleuchten, warum diese Entwicklung kein Zufall ist, welche Folgen sie für Gesellschaft, Medien und Denken hat – und was wir dem entgegensetzen können.

WAHRE_WORTE_Nachdenken_Besinnung_Weisheiten_Gesellschaftskritik_Massenamnesie_Dummheit_Schopenhauer_Bonhoeffer_Bukowski_Camus_Cipolla_Diogenes_Nietzsche_Orwell_Kritisches-Netzwerk

___________________

Transkript: 

»Es gibt eine Szene, die sich in Konferenzräumen weltweit täglich wiederholt: Jemand betritt den Raum mit fester Stimme, klaren Ansagen und einer Ausstrahlung absoluter Gewissheit. Die Präsentation ist markellos. Die Argumente klingen überzeugend. Die Körpersprache signalisiert Kontrolle. Am Ende nicken die Anwesenden zustimmend. Niemand stellt unbequeme Fragen. Niemand zweifelt.

Niccolo_di_Bernardo_dei_Machiavelli_machiavellistische_Logik_Machiavellismus_Der_Fuerst_Discorsi_Staatsphilosoph_politischer_Philosoph_Kritisches-Netzwerk​​Erst Monate später, wenn das Projekt gescheitert ist, wenn die Strategie sich als Fehlschlag erweist, wenn die Zahlen die Wahrheit offenbaren, wird klar: es war alles nur Fassade. Hinter der Selbstsicherheit steckte keine Substanz, hinter der Überzeugung kein echtes Wissen. Doch dann ist es zu spät. Der Schaden ist angerichtet und der selbstsichere Akteur ist längst weitergezogen zur nächsten Position, zur nächsten Inszenierung.

– Willkommen in der Welt der Illusion der Kompetenz, einer Welt, in der Erscheinung wichtiger ist als Sein, in der die Fähigkeit zur Selbstdarstellung die tatsächliche Fähigkeit überstrahlt. [1:30]

Diese Welt ist nicht neu. Niccolò Machiavelli [* 3. Mai 1469 in Florenz, Republik Florenz; † 21. Juni 1527 ebenda] beschrieb ihre Mechanismen bereits im frühen 16. Jahrhundert in seinem berühmten Werk: DER FÜRST.

Doch während Machiavelli seine Beobachtungen in einer Zeit machte, in der Macht noch weitgehend durch Geburtsrecht und militärische Stärke gesichert wurde, leben wir heute in einer Epoche, in der Macht durch Wahrnehmung entsteht. Und genau deshalb sind seine Einsichten aktueller denn je. 

Machiavellis zentrale Erkenntnis war radikal und verstörend zugleich. Es kommt nicht darauf an, tugendhaft zu sein, sondern tugendhaft zu erscheinen. Der erfolgreiche Herrscher muss nicht wirklich kompetent sein – er muss nur kompetent wirken. Diese Unterscheidung zwischen Sein und Schein ist der Schlüssel zum Verständnis moderner Führungskulturen. Denn was Machiavelli für die Politik beschrieb, gilt heute für nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens: Wirtschaft, Medien, Wissenschaft, sogar Bildung. Überall triumphiert die Inszenierung über die Substanz. [2:45]

Der Grund dafür liegt in der Natur menschlicher Wahrnehmung. Menschen haben nicht die Zeit, die Ressourcen oder oft auch nicht die Fähigkeit, die tatsächliche Kompetenz anderer zu bewerten. Wir müssen uns auf Signale verlassen, auf Hinweise, auf Indikatoren. Und einer der stärksten Indikatoren, den wir instinktiv nutzen, ist Selbstsicherheit. Wer selbstsicher auftritt, wer ohne Zögern spricht, wer keine Zweifel zeigt, den halten wir automatisch für kompetent.

Diese kognitive Abkürzung macht evolutionär Sinn. In einer einfachen Welt, in der Erfahrung direkt mit Können korreliert, ist Selbstsicherheit tatsächlich ein verlässlicher Indikator. Doch in einer komplexen, hochspezialisierten modernen Gesellschaft versagt diese Heuristik. Selbstsicherheit wird zur Maske, hinter der sich Inkompetenz verstecken kann. [3:50]

Karl-Lauterbach-Doppel-Null-Status-mit-der-Lizenz-zum-Toeten-eines-ganzen-Gesundheitssystems-Klinikpleiten-Klinikpleiten-Klinikschliessungen-Kliniksterben-Kritisches-Netzwerk

 Dominanz wird unabhängig von Kompetenz organisiert

 – Selbstsicherheit wird zur Maske, hinter der sich Inkompetenz verstecken kann.

Moderne Führungskulturen haben diese Dynamik perfektioniert. In Unternehmen, in der Politik, in Organisationen. Jeder Art wird systematisch auf Selbstdarstellung trainiert. Führungskräfte lernen in Seminaren, wie sie überzeugend auftreten, wie sie Räume beherrschen, wie sie auch bei Unsicherheit Autorität ausstrahlen. Diese Fähigkeiten sind nicht per se problematisch. Das Problem entsteht, wenn die Form den Inhalt vollständig verdrängt, wenn die Fähigkeit zur Inszenierung wichtiger wird als die Fähigkeit zur Problemlösung. Und genau das ist in vielen Bereichen Realität geworden. [4:31]

Niccolò Machiavelli würde in dieser Entwicklung nichts Überraschendes sehen. Für ihn war Politik immer ein Spiel der Wahrnehmungen, nicht der Wahrheiten. 'DER FÜRST' beschreibt nicht, wie ein guter Herrscher sein sollte, sondern wie ein erfolgreicher Herrscher sein muss. Und die Antwort ist klar: Er muß die Massen überzeugen können. Er muss Loyalität erzeugen können. Er muss Stärke projizieren können. Ob er tatsächlich stark ist, spielt eine untergeordnete Rolle. Was zählt, ist die Wirkung

David_Rolfe_Graeber_Bullshit_Jobs_Vom_wahren_Sinn_der_Arbeit_Kritisches_Netzwerk_meaningful_work_Kapitalismus_capitalism_Downshifting_Buerohengste_Schattenarbeit_SinnfrageDiese nüchterne fast zynische Analyse schockierte Generationen von Lesern – doch ihre Schockwirkung entspringt ihrer Wahrheit. In modernen Organisationen manifestiert sich diese machiavellistische Logik in verschiedenen Formen. Eine davon ist das Phänomen des Bullshit-Jobs, wie der Anthropologe David Rolfe Graeber es nannte. Viele Positionen in großen Organisationen existieren nicht, weil sie einen realen Wert schaffen, sondern weil sie Status signalisieren, weil sie Komplexität suggerieren, weil sie die Illusion von Wichtigkeit erzeugen. [5:50] 

Die Menschen, die diese Positionen inne haben, sind oft selbst nicht überzeugt von der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit, aber sie haben gelernt, die Illusion aufrecht zu erhalten. Sie produzieren Berichte, die niemand liest. Sie organisieren Meetings, die nichts entscheiden. Sie entwickeln Strategien, die nie umgesetzt werden. Doch sie tun all das mit einer Selbstsicherheit, die suggeriert: Dies ist wichtig, dies ist notwendig, dies ist wertvoll. [6:22]

Diese Kultur der Selbstdarstellung wird durch moderne Kommunikationstechnologien noch verstärkt. Social Media hat die Möglichkeiten der Selbstinszenierung demokratisiert und gleichzeitig potenziert. Jeder kann heute eine Marke sein, ein Experte, eine Autorität. Die Plattformen belohnen nicht Substanz, sondern Reichweite – nicht Tiefe, sondern Frequenz. Wer regelmäßig postet, wer viele Follower hat, wer viral geht, der wird als Experte wahrgenommen, – unabhängig von seiner tatsächlichen Kompetenz. Es entsteht eine Klasse von Pseudoexperten, die ihre Autorität ausschließlich auf Sichtbarkeit gründen. [7:07]

Niccolò Machiavelli hätte diesen Mechanismus sofort verstanden. Er beschrieb, wie wichtig es für den Fürsten ist, sich öffentlich zu zeigen, Rituale zu inszenieren, Macht zu performen. Der moderne Influencer ist nichts anderes als eine demokratisierte Version des machiavellistischen Fürsten. Er herrscht nicht über ein Territorium, sondern über Aufmerksamkeit und er sichert seine Herrschaft nicht durch militärische Macht, sondern durch konstante Selbstinszenierung. [7:40]

Doch genau wie der Fürst muss auch der Influencer die Illusion der Kompetenz aufrechhalten. Und diese Illusion basiert auf Selbstsicherheit. In der Wirtschaft zeigt sich die Illusion der Kompetenz besonders deutlich in Führungsetagen. Studien haben wiederholt gezeigt, dass es eine überraschend schwache Korrelation gibt zwischen den Eigenschaften, die jemanden in eine Führungsposition bringen und den Eigenschaften, die jemanden zu einer guten Führungskraft machen.

Was Menschen nach oben bringt, ist oft nicht Kompetenz, sondern Selbstvermarktung, die Fähigkeit in Interviews zu überzeugen, in Meetings zu dominieren und sich mit den richtigen Leuten zu vernetzen. Diese Fähigkeiten sind nicht wertlos, aber sie sind nicht identisch mit der Fähigkeit, ein Team zu führen, strategisch zu denken oder Probleme zu lösen. [8:41]

Affen_Schimpansen_in_Anzuegen_Affenmenschen_Menschenaffen_Hominidae_Homo_sapiens_Bueroaffen_Anthropomorph_Vermenschlichung_Chimpanzees_Schimpansenkrieg_von_Gombe_Kritisches-Netzwerk

Das Problem wird durch einen weiteren Mechanismus verstärkt, den Halo-Effekt. [Heiligenschein-Effekt]. Wenn jemand in einem Bereich erfolgreich oder überzeugend wirkt, übertragen wir diese Kompetenzannahme automatisch auf andere Bereiche. Ein charismatischer Redner wird für intelligent gehalten. Ein selbstsicherer Auftreter wird für erfahren gehalten. Ein gut gekleideter Mensch wird für professionell gehalten. Diese kognitiven Verzerrungen sind tief in unserer Psychologie verankert und werden von denen, die Illusion der Kompetenz meistern, systematisch ausgenutzt. [9:21]

Dumm_Dummheit_Inkompetenz_Unfaehigkeit_Unvermoegen_Stuemper_Stuemperer_Nichtskönner_Dilettant_Politikdarsteller_unterbelichtet_Kritisches_NetzwerkMachiavelli war erstaunlich explizit in seiner Analyse dieser Mechanismen. Er schrieb, dass die Masse nach Äußerlichkeiten urteilt, nach dem Schein der Dinge. Wenige schauen tiefer und diese Wenigen werden von der Masse überstimmt. Diese Einsicht ist in einer Demokratie besonders relevant. Wenn Führungspositionen durch Wahlen oder öffentliche Meinung legitimiert werden, dann haben diejenigen einen Vorteil, die die Kunst der Täuschung beherrschen. Nicht die Weisesten regieren, sondern die Überzeugendsten. Nicht die Kompetentesten führen, sondern die Selbstsichersten. [10:05]

Ein besonders perfides Element dieser Dynamik ist, dass echte Kompetenz oft mit Unsicherheit einhergeht. Wie wir aus dem Dunning-Kruger- Effekt [HIER + HIER] wissen, neigen wirklich kompetente Menschen dazu, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen, weil sie die Komplexität eines Themas verstehen. Sie sehen die Grauzonen, die offenen Fragen, die Bereiche, in denen ihr Wissen unvollständig ist. Diese intellektuelle Redlichkeit führt dazu, dass sie vorsichtiger formulieren, mehr relativieren, häufiger Zweifel äußern. 

In einer Welt, die Selbstsicherheit mit Kompetenz gleichsetzt, werden sie damit systematisch benachteiligt. Die Inkompetenten hingegen haben dieses Problem nicht. Sie verstehen die Komplexität nicht, also können sie auch nicht von ihr verunsichert werden. Sie sehen nur die Oberfläche und halten diese für die ganze Wahrheit. Diese Unwissenheit verleiht ihnen eine Selbstsicherheit, die auf die meisten Menschen überzeugend wirkt. Es entsteht ein perverser Selektionsmechanismus, in dem gerade die Falschen nach oben gelangen, weil sie die Illusion der Kompetenz am überzeugendsten verkörpern. [11:27]

Klugheit_sich_dumm_stellen_Dummheit_geistige_Kompetenz_Intellektuelle_intellektuell_ueberlegen_Intelligenz_Ueberlegenheit_Kurt_geistreich_Tucholsky_Kritisches-Netzwerk

Machiavelli würde hinzufügen, dass dieser Mechanismus nicht nur zufällig funktioniert, sondern auch bewusst eingesetzt werden kann. Der kluge Machtmensch, der seine eigenen Grenzen durchaus kennt, kann die Kunst der Selbstinszenierung strategisch nutzen. Er weiß, dass es nicht darum geht, recht zu haben, sondern überzeugend zu wirken. Er weiß, dass Substanz optional ist, solange die Form stimmt. Diese kalkulierte Täuschung ist vielleicht noch problematischer als die naive Selbstüberschätzung des Inkompetenten, denn hier wird die Illusion der Kompetenz zum bewussten Werkzeug der Machterlangung und Machtsicherung. [12:15]

Dies waren nur 12:15 Min. Transkript. Bitte unbedingt den vollständigen Videovortrag hören! (Gesamtdauer 21:16 Min.)

 Warum die Lauten gewinnen – und die Klugen verlieren (Machiavelli)

HINWEIS: Der per Video vorgetragene Text wurde von Helmut Schnug bis Minute 12:15 transkribiert inkl. notwendiger Nachkorrekturen und einigen Zeitmarken (Timestamps, Sprungmarken)! Teile bitte gerne mittels Verlinkung diesen Artikel im Netz – neue Leser auf Kritisches-Netzwerk.de sind immer willkommen. H.S.

Willkommen auf dem Youtube-Kanal „Wahre Worte“! 

Auf dem Youtube-Kanal „WAHRE WORTE“ findest du nicht nur die Weisheiten großer Persönlichkeiten der letzten Jahrhunderte, sondern auch zeitlose Geschichten, die zum Nachdenken anregen und dich inspirieren können. Mit viel Liebe und Hingabe wählen wir Worte und Erzählungen aus, die dir helfen, neue Perspektiven zu entdecken, Motivation zu schöpfen und vielleicht sogar ein Stück Gelassenheit in dein Leben zu bringen.

Unser Ziel ist es, „WAHRE WORTE“ zu einem Ort der Besinnung und Inspiration zu machen – eine kleine Pause vom Alltag, zu der du jederzeit zurückkehren kannst. „Wer spricht wiederholt nur das, was er bereits weiß. Wer aber zuhört, lernt vielleicht etwas Neues.“ (-Dalai Lama)

Bitte durchsucht mal das ganze Repertoire dieses Kanals. Taucht bei Gefallen unbedingt tiefer ein und verbreitet den Hinweis auf den Kanal „WAHRE WORTE“ gerne im Netz. Klickt einfach auf den Banner, um zur Übersicht aller bisher veröffentlichten Videos zu gelangen. Ein echte Fundgrube! 

Wünsche allen Lesern / Zuhörern erkenntnisreiche Stunden. (Helmut Schnug).

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Hinweis: Logo des Youtube-Kanals WAHRE WORTE: Copyright ©️ WAHRE WORTE. Die Veröffentlichung des Logos auf dieser Seite erfolgt aus redaktionellem Grund, nämlich der Hinweis auf diesen Youtube-Kanal und Verlinkung zu einigen ausgesuchten Videobeiträgen. Die alleinigen Rechte verbleiben selbstverständlich beim Betreiber des Youtube-Kanals "WAHRE WORTE" >> https://www.youtube.com/@WahreWorte_Official/videos


Anforderungsprofil_Qualifikation_Arbeit_nix_Denkt_nix_Weiss_nix_Kann_nix_Taugt_nix_Erklaert_nix_Bringt_nix_Macht_nix_Leistungsgedanke_Wissen_Koennen_Vollpfosten_jpegArbeit nix, denkt nix, weiss nix, kann nix, taugt nix, erklärt nix, bringt nix, macht nix: 

Ein Anforderungsprofil beschreibt, kurz gesprochen, das Wissen und Können, welches vorhanden sein muss (sein sollte!), um eine bestimmte Aufgabe wahrnehmen zu können. Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Denkfabriken und externe Berater, die sich die Mühe machen, diese Anforderungen genau zu beschreiben und darauf achten, dass bei einer Einstellung oder Besetzung eine weitgehende Deckungsgleichheit zwischen Anforderung und Befähigung besteht, stehen in der Regel von ihren Ergebnissen gut da.

In der Politik war und ist das ganz offensichtlich NICHT der Fall. Es reichen bereits intellektuelle Minderleistungen und erhebliche Wahrnehmungsdefizite aus, um ein hohes politisches Amt zu begleiten oder als hochbezahlter Berater zum "Experten" hochgejubelt zu werden. Berufserfahrung, Sach- und Fachkenntnisse sind oft nicht mal annähernd vorhanden. Grundlegende Kenntnisse der eigenen Muttersprache Deutsch und halbwegs vorzeigbares Englisch sind auch nicht mehr zwingend erforderlich, wie man am Beispiel der ehemaligen Außenministerin AB sah und und leider allzu oft hörte.   

 Funktionalität als Kernelement staatlicher Macht im Denken des Florentiners Niccolò Machiavelli. Eine historische Einordnung von Christoph Kammertöns >> weiter.

♦ ♦ ♦

»Wer nichts weiß und weiß nicht, daß er nichts weiß, ist ein Tor – meide ihn.
Wer nichts weiß und weiß, daß er nichts weiß, ist bescheiden – belehre ihn.
Wer etwas weiß und weiß nicht, daß er etwas weiß, ist im Schlafe – wecke ihn.
Wer etwas weiß und weiß, daß er etwas weiß, ist weise – folge ihm.
«
(-Sokrates, * 469 v. Chr. in Alopeke, Athen; † 399 v. Chr. in Athen)

♦ ♦ ♦

»Quidquid agis, prudenter agas et respice finem.«
»Was auch immer du tust, tu es klug und bedenke die Folgen.«

(-Exempelsammlung Gesta Romanorum)

♦ ♦ ♦

»Der Vorteil der Klugheit besteht daran, 
dass man sich dumm stellen kann. 
Das Gegenteil ist schon schwieriger.
« 

(-Kurt Tucholsky, * 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg; Schriftsteller u. Journalist)

♦ ♦ ♦

»Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.« 
(-Marcus Aurelius, * 26. April 121 in Rom als Marcus Annius Catilius Severus; † 17. März 180)

♦ ♦ ♦

»Ich, der ich weiß, mir einzubilden, dass ich weiß, 
nichts zu wissen, weiß, dass ich nichts weiß.
« 

(-Sokrates, * 469 v. Chr. in Alopeke, Athen; † 399 v. Chr. in Athen)

♦ ♦ ♦

»Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. 
Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.
« 

(-Siddhartha Gautama, * 563 v. Chr. in Lumbini, gestorben 483 v. Chr. in Kushinagar; indischer Weisheitslehrer)

♦ ♦ ♦

»Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, daß er ein Narr ist.«
(-William Shakespeare, Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter)

♦ ♦ ♦
»Was die Herde am meisten hasst, ist der, der anders denkt; 
Es ist nicht so sehr die Meinung selbst, sondern die Kühnheit, 
selbst denken zu wollen, etwas, von dem sie nicht wissen, 
wie sie es tun sollen.
«

(-Arthur Schopenhauer, * 22. Feb. 1788 in Danzig; † 21. Sept. 1860 in Frankfurt/Main)

♦ ♦ ♦

»Man sollte eigentlich im Leben niemals die gleiche Dummheit 
zweimal machen, denn die Auswahl ist so groß.
« 

(-Bertrand Russell, * 18. Mai 1872 in Wales; † 2. Februar 1970 in Wales; Philosoph, Logiker, Religionskritiker)

♦ ♦ ♦

»Die größte Offenbarung ist die Stille.«
(-LaoTse, soll im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben, chinesischer Philosoph, Begründer des Daoismus / Taoismus)

♦ ♦ ♦

»Es ist besser, für den gehasst zu werden der man ist, 
als für die Person geliebt zu werden, die man nicht ist.
« 

(-Kurt Cobain, * 20. Feb. 1967 in Aberdeen, Washington; † (vermutlich) 5. April 1994 in Seattle, Washington
Rockmusiker, Sänger und Gitarrist der Band Nirvana, für die er fast alle Lieder schrieb.) 

♦ ♦ ♦

»Viele Menschen sind der lebende Beweis dafür,
dass ein Komplettversagen ihrer Gehirne nicht
zwangsläufig zum Tod führen muss.
« 

(Helmut Schnug)


ACHTUNG: Die Bilder, Grafiken, Illustrationen und Karikaturen sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten folgende Kriterien oder Lizenzen, siehe weiter unten. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt, ebenso die Komposition der Haupt- und Unterüberschrift(en) geändert.

► Bild- und Grafikquellen:

1. Portrait von Niccolò Machiavelli - ein Gemälde des italienischen Malers Antonio Maria Crespi Castoldi (1580–1630). Öl auf Leinwand. Größe: Höhe: 60 cm; Breite: 51 cm. Sammlung: Biblioteca Ambrosiana, berühmte Mailänder Bibliothek. Ausstellungsort: Pinacoteca. Quelle: Wikimedia Commons

Dies ist eine originalgetreue fotografische Reproduktion eines zweidimensionalen Kunstwerks. Das Kunstwerk an sich ist aus dem folgenden Grund gemeinfrei (Public Domain): Der Urheber dieses Werks ist 1630 gestorben; es ist daher gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für das Herkunftsland des Werks und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 oder weniger Jahren nach dem Tod des Urhebers. 

2. Dominanz unabhängig von Kompetenz! Dr. Karl Wilhelm Lauterbach (* 21. Februar 1963 in Birkesdorf, jetzt Düren) ist ein deutscher Gesundheitsökonom und Politiker (SPD). Der Mediziner ist seit Beginn der 16. Legislaturperiode im Jahr 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages und war vom 8. Dezember 2021 bis zum 6. Mai 2025 Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Seit 21. Mai 2025 ist er Vorsitzender des neuen Bundestags-Forschungsausschusses. (Unterlauterbach).

»Ich gehöre zur Elite der SPD und habe einen Doppel-Null-Status mit der Lizenz zum Töten eines ganzen Gesundheitssystems.« (-in den Mund gelegt von Helmut Schnug). Foto / Urheber OHNE Textinet: Sandro Halank. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“ (CC BY-SA 4.0 Deed). Das Textinet wurde von Helmut Schnug nachträglich in das Foto eingearbeitet - hier nochmal das Original.

3. Buchcover:Bullshit Jobs. Vom wahren Sinn der Arbeit.“ von Prof. David Graeber. Aus dem Englischen von Sebastian Vogel. (Orig.: Bullshit Jobs, a Theory). Klett-Cotta, Stuttgart 2018, 4. Druckaufl. 2019, 464 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 26,00 Euro, ISBN: 978-3-608-98108-7. (vergriffen!). Das Buch ist als Taschenbuchversion für 12,00 Euro [D] erhältlich, ISBN: 978-3-608-98245-9, dritte Auflage 2020. E-Book basiert auf der 1. Auflage 2018 der Print-Ausgabe, 9,99 EUR, ISBN-epub: 978-3-608-11506-2. .

Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht.

Seien Sie ehrlich: Wenn es Ihren Job nicht gäbe, würde ihn jemand vermissen? Hast du dich jemals gefragt, warum nicht? Bis zu 40% von uns glauben heimlich, dass unsere Jobs wahrscheinlich nicht notwendig sind. Mit anderen Worten: Es sind beschissene Jobs. Dieses Buch zeigt, warum und was wir dagegen tun können.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts prophezeiten die Menschen, dass die Technologie uns alle fünfzehn Stunden lang arbeiten und fliegende Autos fahren lassen würde. Stattdessen geschah etwas Seltsames. Nicht nur die fliegenden Autos sind ausgeblieben, auch die durchschnittliche Arbeitszeit ist gestiegen und nicht gesunken. Und heute, in den Industrieländern, sind drei Viertel aller Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, im Finanzbereich oder in der Verwaltung angesiedelt: Arbeitsplätze, die keinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten scheinen.

In Bullshit Jobs untersucht David Graeber, wie dieses Phänomen - eines, das mehr mit der Sowjetunion in Verbindung gebracht wird, das der Kapitalismus aber beseitigen sollte - passiert ist. Dabei betrachtet er, wie die Arbeit, anstatt etwas zu produzieren, zum Selbstzweck geworden ist; wie diese Arbeit das derzeit kaputte System des Finanzkapitals aufrechterhält; und schließlich, wie wir aus ihr herauskommen können.

Dieses Buch ist für jeden, dessen Herz beim Anblick einer Tafel versunken ist, der glaubt, dass "Workshops" nur dazu dienen sollten, Dinge zu machen, oder der nur vermutet, dass es einen besseren Weg geben könnte, unsere Welt zu führen.

Der Autor behauptet, dass mehr als die Hälfte der gesellschaftlichen Arbeit sinnlos ist, sowohl große Teile einiger Arbeitsplätze als auch, wie er beschreibt, fünf Arten von völlig sinnlosen Arbeitsplätzen:

Lakaien, die dazu dienen, dass sich ihre Vorgesetzten wichtig fühlen, z.B. Empfangsdamen, Verwaltungsassistenten, Türsteher, etc.

Schläger, die im Namen ihrer Arbeitgeber aggressiv handeln, z.B. Lobbyisten, Wirtschaftsanwälte, Telemarketer, PR-Spezialisten, etc.

Klebebänder, die vermeidbare Probleme beheben, z.B. Programmierer, die schlechten Code reparieren, Airline-Desk-Mitarbeiter, die Passagiere beruhigen, deren Taschen nicht ankommen.

Häkchensetzer, die Formulare oder Grafiken als Handlungsvollmacht verwenden, z.B. Performance-Manager, betriebseigene Firmenmagazin-Journalisten, Freizeitkoordinatoren, etc.

Verantwortliche, die zusätzliche Arbeit für diejenigen erledigen oder schaffen, die sie nicht benötigen, z.B. mittleres Management, Führungspersonal.

4. Schimpansen im Anzug. In der Wirtschaft zeigt sich die Illusion der Kompetenz besonders deutlich in Führungsetagen. Studien haben wiederholt gezeigt, dass es eine überraschend schwache Korrelation gibt zwischen den Eigenschaften, die jemanden in eine Führungsposition bringen und den Eigenschaften, die jemanden zu einer guten Führungskraft machen.

Was Menschen nach oben bringt, ist oft nicht Kompetenz, sondern Selbstvermarktung, die Fähigkeit in Interviews zu überzeugen, in Meetings zu dominieren und sich mit den richtigen Leuten zu vernetzen. Diese Fähigkeiten sind nicht wertlos, aber sie sind nicht identisch mit der Fähigkeit, ein Team zu führen, strategisch zu denken oder Probleme zu lösen.

Wenn jemand in einem Bereich erfolgreich oder überzeugend wirkt, übertragen wir diese Kompetenzannahme automatisch auf andere Bereiche. Ein charismatischer Redner wird für intelligent gehalten. Ein selbstsicherer Auftreter wird für erfahren gehalten. Ein gut gekleideter Mensch wird für professionell gehalten. Diese kognitiven Verzerrungen sind tief in unserer Psychologie verankert und werden von denen, die Illusion der Kompetenz meistern, systematisch ausgenutzt.

Illustration: DavidClode / David Clode, MANUNDA, Cairns, Australia/Australia (user_id:43394210). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Illustration.

Anthropomorphismus (altgriechisch ἄνθρωπος ánthropos „Mensch“ und μορφή morphē „Form, Gestalt“) bedeutet das Zuschreiben menschlicher Eigenschaften gegenüber Tieren, Göttern, Naturgewalten und Ähnlichem (Vermenschlichung). Die menschlichen Eigenschaften werden dabei sowohl in der Gestalt als auch im Verhalten erkannt oder angenommen. Das Adjektiv anthropomorph (menschengestaltig) überschneidet sich mit den Adjektiven menschenähnlich und humanoid, wobei letzteres vor allem in der Robotik und Science-Fiction verwendet wird.  

Anthropozoomorphe Mischwesen sind eine bildliche Kombinationen von Mensch und Tier vor. Diese Darstellungsform hält bis in die ägyptische Hochkultur an, in der die Götter als Humanoide mit Tierköpfen dargestellt wurden. 

5. "Zu nix zu gebrauchen, aber zu allem fähig." Die Textgrafik besteht nur aus einfachen geometrischen Formen und Text. Sie erreichen keine Schöpfungshöhe, die für urheberrechtlichen Schutz nötig ist, und sind daher gemeinfrei. Dieses Bild einer einfachen Geometrie ist nicht urheberrechtsfähig und daher gemeinfrei, da es ausschließlich aus Informationen besteht, die Allgemeingut sind und keine originäre Urheberschaft enthalten. > This image of simple geometry is ineligible for copyright and therefore in the public domain, because it consists entirely of information that is common property and contains no original authorship.

Anforderungsprofil_Qualifikation_Arbeit_nix_Denkt_nix_Weiss_nix_Kann_nix_Taugt_nix_Erklaert_nix_Bringt_nix_Macht_nix_Leistungsgedanke_Wissen_Koennen_Vollpfosten_jpeg6. Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. (-Kurt Tucholsky). Foto OHNE Textinlet: RyanMcGuire / Ryan McGuire, Ithaca/NY (user_id:123690). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto. Der Text wurde von Helmut Schnug in das Foto eingearbeitet, außerdem wurde die Hintergrundfarbe geändert.

7. Arbeit nix, denkt nix, weiss nix, kann nix, taugt nix, erklärt nix, bringt nix, macht nix: 

Ein Anforderungsprofil beschreibt, kurz gesprochen, das Wissen und Können, welches vorhanden sein muss (sein sollte!), um eine bestimmte Aufgabe wahrnehmen zu können. Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Denkfabriken und externe Berater, die sich die Mühe machen, diese Anforderungen genau zu beschreiben und darauf achten, dass bei einer Einstellung oder Besetzung eine weitgehende Deckungsgleichheit zwischen Anforderung und Befähigung besteht, stehen in der Regel von ihren Ergebnissen gut da.

In der Politik war und ist das ganz offensichtlich NICHT der Fall. Es reichen bereits intellektuelle Minderleistungen und erhebliche Wahrnehmungsdefizite aus, um ein hohes politisches Amt zu begleiten oder als hochbezahlter Berater zum "Experten" hochgejubelt zu werden. Berufserfahrung, Sach- und Fachkenntnisse sind oft nicht mal annähernd vorhanden. Grundlegende Kenntnisse der eigenen Muttersprache Deutsch und halbwegs vorzeigbares Englisch sind auch nicht mehr zwingend erforderlich, wie man am Beispiel der ehemaligen Außenministerin AB sah und leider allzu oft hörte.   

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