Gemeinschaftsgefühl: unerschütterliche Logik menschlichen Zusammenlebens

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Gemeinschaftsgefühl: unerschütterliche Logik menschlichen Zusammenlebens
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Gemeinschaftsgefühl

– unerschütterliche Logik menschlichen Zusammenlebens

Wird es möglich sein, der Gewalt Herr zu werden?

By Dr. Rudolf Hänsel, Diplom-Psychologe | GlobalReasearch

Die Ereignisse der letzten Monate und Jahre – das Verhängnis staatlicher Willkürmaßnahmen, Massenterror, Diktatur und Krieg – haben uns erneut einen gründlichen Anschauungsunterricht über die geschichtliche Bedeutung der Gewalttätigkeit vermittelt. Obwohl Fortschritte in der zivilisatorischen Entwicklung unbestreitbar sind, scheinen wir uns hinsichtlich der Bändigung der Gewalt noch gänzlich an den Anfängen der Humanisierung zu befinden. Wir führen Krieg, aber keiner – keine Mutter, kein Vater, kein Professor – sagt der Jugend, dass sie nicht in den Krieg ziehen soll: „Geht‘s nicht!

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Was für die Menschheit seit jeher gilt, behält auch in den gegenwärtigen „Umbruch-Zeiten“ seine Gültigkeit: Das menschliche Gemeinschaftsgefühl und der Geist der Verantwortlichkeit werden diese unbeschreibliche Gewalttätigkeit beenden. Hätten unsere Vorfahren den Gemeinsinn und das Gefühl des Miteinanders nicht zum Leitmotiv ihres Handelns gemacht, gäbe es die Menschheit nicht mehr.

Diese Idee muss auch an die Jugend durchdringen.

► Wird es möglich sein, der Gewalt Herr zu werden?

Maßlose und gemäßigte Brutalität, historische Faktoren ersten Ranges, prägen auch unserer heutigen Zeit ihren Stempel auf. Machtstreben in Wirtschaft und Politik treibt uns immer wieder in Katastrophen hinein, in denen der Reichtum unserer Kultur verschleudert und die Ernten unserer Zivilisation zerstört werden.

Die Machtgier derer, die innerhalb der Völker als Obrigkeit fungieren und durch ihre soziale Stellung vom Geist der Gewalt durchdrungen sind, führt zu schrecklichen kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen die Völker zugunsten ihrer Herren und Ausbeuter verbluten. Diese verhängnisvollen Auswirkungen berühren zwar unseren Lebensnerv, aber wir sind lethargisch genug, um uns durch sie nicht aufrütteln zu lassen.

Deshalb drängen sich diese Fragen auf:

Wird es möglich sein, der Gewalt Herr zu werden, sie auszuschalten aus den Beziehungen der Einzelnen und der Gemeinschaften?

Oder sind wir dazu verurteilt, der periodischen Invasion der Barbarei machtlos zuzusehen?

Philosophen, Psychologen, Soziologen und Geisteswissenschaftler, die hier nichts beizutragen haben, richten sich selbst: die Not der Menschen rührt nicht an ihr Herz. Und damit wird all ihre Weisheit und Wissenschaft degradiert zu einem selbstgefälligen Spiel des Verstandes, das keine Verbindlichkeit kennt.

Wenn wir in einer Welt leben, in der Krieg und Verbrechen an der Tagesordnung sind, sind wir doch auch Mörder und Verbrecher, denn die Welt ist so, wie wir sie eingerichtet oder – in Bezug auf bereits bestehende Verhältnisse – geduldet haben. Keiner kann sich der Verantwortung entziehen. Wir sind immer mitschuldig, selbst dann, wenn wir Opfer sind.

Tausendfaches Unrecht geschieht auch in unserer nächsten Nähe, aber wir empören uns nicht, wir verteidigen nicht die Schwachen und helfen nicht dem Hilflosen. Und indem wir nicht gegen sie kämpfen, billigen wir die Gewalttätigkeit. Doch die Krankheit, die wir am anderen nicht versucht haben zu heilen, rafft uns eines Tages selbst hinweg.

► Das Prinzip der „gegenseitigen Hilfe“

Peter Kropotkin, Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt, Die Forschung hat inzwischen erwiesen, dass im Tierreich nicht nur der „struggle for life“, sondern auch das Prinzip der „gegenseitigen Hilfe“ (Peter Kropotkin) wirksam ist. Die höher organisierten Lebewesen leben in Verbänden, Gruppen und Herden; in ihnen hat sich ein Herdeninstinkt herausgebildet, der mitunter die Arterhaltung über die Selbsterhaltung stellt.

In der Menschenwelt spielen soziale Gefühle und gemeinschaftliche Verbundenheit sicherlich eine ebenso große Rolle wie der Wille zur Macht und der Eigennutz. Die Ideologie der Macht ist ein fürchterlicher Irrtum des Menschengeschlechts, der scheinbar unaufhaltsam die Atmosphäre unserer Kultur vergiftet. Doch es ist falsch, den Menschen als Raubtier zu definieren; denn der Mensch ist der Hingabe und der Selbstaufopferung fähig. Die Theorie des „Homo homini lupus“ ist irreführend und gefährlich. Sie zieht vor allem die Autokraten und das autoritäre Gemüt an, das in ihr die Rechtfertigung für sein Machtstreben erblickt.

► Das Gemeinschaftsgefühl – ein Geschenk der Evolution

Die Kulturentwicklung besteht im Wesentlichen darin, dass sich die Stimme des Menschheitsgewissens mehr und mehr Gehör verschafft und dass der Geist der Verantwortlichkeit an die Stelle der Gewalttätigkeit tritt. Was wir als ethische Errungenschaften bezeichnen, als Aufschwung von Sitte und Recht, ist das Anwachsen des menschlichen Gemeinschaftsgefühls, das Wissen um die Zusammengehörigkeit aller, die Menschenantlitz tragen. Aus der Einsicht in diesen Zusammenhang erwuchsen die Lehren der sittlichen Führer der Menschheit, die Weisheit des Laotse, das Gebot der Nächstenliebe und die unzähligen Formen des gesellschaftlichen Lebens und Verhaltens, in denen sich der Gemeinsinn bekundet.

Die Menschheit steht unter dem Gesetz, dass wir zusammenhalten müssen und genötigt sind, einander die Hände zu reichen. Überall kommt es auf den Gemeinsinn an, auf das Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Miteinanderseins. Der Abbau der Machtgier und des Gewaltstrebens ist nicht ein Postulat erbaulicher Moralpredigten: er ist die einfache Notwendigkeit des gemeinschaftlichen Lebens. Man kann die Mahnrufe des menschlichen Gemeinschaftsgefühls wohl unterdrücken; gänzlich ausmerzen kann man sie nie, denn das Geschenk der Evolution besteht im sittlichen Bewusstsein des Einzelnen, in der Einsicht in die Verantwortung aller gegenüber allen.

Unsere Aufgabe für die nahe und ferne Zukunft ist speziell unter dem Eindruck der gegenwärtigen „Umbrüche“ die Pflege und Verstärkung des Gemeinschaftsgefühls. „Gemeinschaftsgefühl“, „Sozialgefühl“ und „Verbundenheitsgefühl“ sind die Grundlage der Individualpsychologie von Alfred Adler (* 7. Februar 1870 in Rudolfsheim; † 28. Mai 1937 in Aberdeen). Kein Mittel darf uns zu gering sein, keine Anstrengung zu mühsam, um den Menschen besser in das soziale Gefüge einzuordnen, ihn zu lehren, dass Gewalt und Machtgier ihn nur ins Verhängnis führen können.

Alfed Adler Alfred_Adler_Ereignisse_Gemeinschaftsgefuehl_Gemeinsinn_Vollkommenheitsstreben_Sozialgefuehl_Verbundenheitsgefuehl_zivilisatorische_Entwicklung_Kritisches-Netzwerk

► Aufklärung und Erziehung

Da die Politik in den Köpfen und Herzen der Menschen vorbereitet wird und die Menschen morgen so handeln, wie sie heute denken, deshalb ist die Aufklärung ein weiteres Anliegen, dessen Wichtigkeit nicht überschätzt werden kann. Der Sinn der aufklärerischen Bemühungen ist die Reinigung des menschlichen Bewusstseins von individuellen und kollektiven Vorurteilen, die von den Massenmedien unaufhörlich geschürt werden. Der Verstand kann durch Furcht, Hoffnung und Interessen aller Art irregeführt werden und so zu Lebensfremdheit und Selbsttäuschung führen.

Die Zerstörung von Vorurteilen bedeutet deshalb mehr als ein bloß intellektuelles Unterfangen: der aufgeklärte Verstand ist fähig, gesunde Lebensziele ins Auge zu fassen. Die Zukunft unserer Kultur wird wesentlich davon abhängen, ob es genug „Aufklärer“ geben wird, die imstande sein werden, den breiten Volksmassen jene Vorurteile zu nehmen, die der ideologische Hintergrund der vergangenen und gegenwärtigen Menschheitskatastrophen sind.

Romain-Rolland-Pazifist-Clerambault-Geschichte-eines-freien-Gewissens-im-Krieg-Kritisches-Netzwerk-Einzelseele-Abgrund-Massenseele-Selbstdenken-Unangepasstheit In einer Zeit, in der die Bedrohung durch die Atombombe die Selbstvernichtung der Menschheit als möglich erscheinen lässt, bedürfen wir mehr denn je der freien Geister, die uns lehren, was Wahrheit und was Lüge ist. Somit hat der Intellektuelle eine viel größere Verantwortung als man gemeinhin wahrhaben möchte, denn seine Pflicht wäre es, für die anderen Menschen zu denken (Romain Rolland, * 29. Januar 1866 in Clamecy, Département Nièvre; † 30. Dezember 1944 in Vézelay, Burgund) und mit der Freiheit des Denkens die Freiheit überhaupt zu proklamieren.

Wichtiger noch als Aufklärung ist das Problem der Erziehung. Die tiefenpsychologische Einsicht hat uns die Erziehung in ihrer ungeheuren Tragweite deutlich gemacht. Das autoritäre Prinzip, jahrhundertelang als fraglos-gültige Grundlage des erzieherischen Verhaltens angesehen, drosselte bereits in den Kindheitsjahren das Gemeinschaftsgefühl der Menschen. Wir wissen heute, dass der Mensch in einem derartigen Maße das Produkt seiner Erziehung ist, dass wir die Hoffnung haben, durch psychologische Erziehungsmethoden Menschen heranbilden zu können, die gegen die Verstrickungen des Machtwahns gefeit sein werden.

Indem die Pädagogik in Elternhaus und Schule auf übertriebene Autorität und Gewaltanwendung verzichtet und sich mit wahrem Verständnis dem kindlichen Seelenleben widmet, wird sie einen Menschentypus hervorbringen, der keine „Untertanen-Mentalität“ besitzt und darum für die Machthaber in unserer Welt kein gefügiges Werkzeug mehr sein wird.

► Beispiel selbstloser Hilfe während drückender Sanktionen

Die Regierung in Belgrad lehnt als einzige europäische Regierung Sanktionen gegen das befreundete Russland trotz erheblichem Druck aus Washington, Brüssel und Berlin ab. Die serbische Bevölkerung unterstützt diese Entscheidung voll. Ein wesentlicher Grund sind die leidvollen eigenen Erfahrungen mit Sanktionen während der 90er Jahre.

Nach Auskunft meiner Ehefrau waren zu jener Zeit alle Serben auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen und boten sich gegenseitig Essen, Kleidung und Dinge an, die sie selbst nicht dringend benötigten. Da Hausfrauen am Telefon auch Rezepte austauschten, wurde die Geschichte des „Embargo-Kuchens“ zum Hit.

Ein weiteres Beispiel ist die Geschichte des 83-jährigen Großvaters, der mit der Familie befreundet war und in seinem Bauernhaus auf dem Land zwei Kühe hielt. Drei Jahre lang stand er zu jeder Jahreszeit morgens um vier Uhr auf, molk die Kühe und schickte zwei Liter frische Milch mit dem einzigen 5-Uhr-Bus zu den drei kleinen Enkelkindern seines Freundes in die nahegelegene Stadt, damit diese die schikanösen Sanktionen gesund überleben.

Dr. Rudolf Hänsel (bitte unten weiterlesen!)
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Dr. Rudolf Hänsel, Jahrgang 1944, ist Rektor i.R., promovierter Erziehungswissenschaftler, ehemaliger Lehrer und Schulberater sowie Diplom-Psychologe mit den Schwerpunkten Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie und Medienpsychologie. Er ist Buchautor sowie Autor von Fachartikeln zu den Themen Jugendgewalt (beispielsw. über Gewaltprävention in der Schule als Beitrag zur Friedenserziehung), Mediengewalt (z.B. „Unterhaltungsgewalt“ in Fernsehen, Video- und Computerspielen) und bewusste ethisch-moralische Werteerziehung. Er schreibt regelmäßig Beiträge für Global Research.

 

  Menschlichkeit  >

braucht / ermöglicht                braucht / ermöglicht

          Freiheit                              Verbundenheit

 braucht / ermöglicht                                                           braucht / ermöglicht

Aufklärung                                     Frieden        

   braucht / ermöglicht                                                           braucht / ermöglicht

    Mündigkeit                            Gerechtigkeit

 braucht / ermöglicht                        braucht / ermöglicht

<  Demokratie  <

In diesem Kreis von einigen Grund-Werten sind die wesentlichen, zusammengehörenden Aufgaben für eine humanistische Orientierung und Verbesserung der Menschlichkeit enthalten, ihre Verbindung miteinander beugt einem Sichverlieren in untergeordneten Aufgabenbereichen vor und führt stets wieder zur Menschlichkeit hin. (-Rudolf Kuhr; ergänzt von Helmut Schnug)

»Wachstum an Menschlichkeit: Humanismus als Grundlage. Ein Handbuch mit kurzen Texten und Zitaten.« von Rudolf Kuhr >> weiter

Rudolf KuhrAnlass für diese Arbeit ist ein zunehmender Bedarf in der Gesellschaft an verbindlicher, ethischer Orientierung. Der Grund dafür liegt in überholten Traditionen, einer zu großen Betonung materieller Werte und einem Verlust an innerer Sicherheit und Menschlichkeit. Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen von angenehmen, aber kindhaften Vorstellungen von jenseitiger Hilfe, um dafür erwachsen zu werden und selbst die Verantwortung für das Tun im Hier und Jetzt zu übernehmen. Mit einer Sammlung von über 500 weltanschaulichen Zitaten aus mehreren Jahrhunderten.

Erweiterte Neuauflage 2011, Angelika Lenz Verlag, 423 Seiten, kart., ISBN-978-3-933037-81-7, Preis 19,90 €. Dieses zeitlose, überaus lesenswerte Buch ist auch weiterhin beim Verlag (portofrei mit Rechnung) erhältlich. >> bei Interesse bitte direkt über den Verlag bestellen.

Lesetipps:

»Gemeinschaftsgefühl – unerschütterliche Logik menschlichen Zusammenlebens. Die Ereignisse der letzten Monate und Jahre – das Verhängnis staatlicher Willkürmaßnahmen, Massenterror, Diktatur und Krieg – haben uns erneut einen gründlichen Anschauungsunterricht über die geschichtliche Bedeutung der Gewalttätigkeit vermittelt.

Obwohl Fortschritte in der zivilisatorischen Entwicklung unbestreitbar sind, scheinen wir uns hinsichtlich der Bändigung der Gewalt noch gänzlich an den Anfängen der Humanisierung zu befinden. Wir führen Krieg, aber keiner – keine Mutter, kein Vater, kein Professor – sagt der Jugend, dass sie nicht in den Krieg ziehen soll: „Geht‘s nicht!“« von Dr. Rudolf Hänsel, Diplom-Psychologe | GlobalReasearch, im KN am 19. August 2022 >> weiter.

»Mitmenschen aufklären, stärken, irrationale Ängste auflösen. Das Versinken der Einzelseele im Abgrund der Massenseele. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wandte sich der französische Literatur-Nobelpreisträger Romain Rolland(Link ist extern) (* 29. Januar 1866 in Clamecy, Département Nièvre; † 30. Dezember 1944 in Vézelay, Burgund) in leidenschaftlichen Aufrufen, Artikeln und Briefen gegen die Kriegshysterie und den Chauvinismus der Deutschen und Franzosen.

Der Hass auf den Krieg, der die Völker voneinander entfernt und die Liebe zerstört, war ein Leitmotiv im Werk Rollands. Für ihn stand fest, wie auch immer man den Ursprung des Krieges begründet, mit welchen Thesen und Gründen man ihn erklärt: „Keine irdische Rechtfertigung entschuldigt das Kapitulieren der Vernunft vor der öffentlichen Meinung.« von Dr. Rudolf Hänsel, im KN am 15. März 2022 >> weiter.

»Das Wagnis des Wissens: Sapere aude! – Wage es, weise zu sein! Gesunder Menschenverstand statt Autoritätshörigkeit und magische Weltanschauung. Um den psychologisch geschickten Manipulationsmethoden etwas entgegenzusetzen, müssen wir über den Tag hinausdenken.

„Wie soll ich denn das wissen? Ich bin ja kein Politiker/Virologe.“ Solche Bemerkungen hört man von „normalen“ Zeitgenossen im Zusammenhang mit der Coronakrise oft. Sie klingen bescheiden, dienen aber mitunter nur als Vorwand, um sich mit übermächtigen Gegnern nicht anlegen zu müssen. Wer sich klein macht, wird von den vermeintlich Großen leicht übersehen. Dadurch kommt es aber oft so weit, dass die Falschen in einer Auseinandersetzung siegen.

Wer überzeugt davon ist, das menschlichere Konzept zur Bewältigung einer Krise in Händen zu halten, sollte den Mut haben, alle seine Karten auf den Tisch zu legen. Er sollte sich furchtlos auf die Suche nach der Wahrheit machen und die schon bekannten Methoden, Menschen vom Richtigen zu überzeugen, konsequent anwenden. Vor allem ist eines wichtig: vorschausschauend zu handeln, denn bisher scheint es, als wären uns unsere Gegner stets einen Schritt voraus gewesen.« von Dr. Rudolf Hänsel, im KN am 8. November 2021 >> weiter.

»Pazifismus oder Widerstand? Der Einzug des Irrationalen in das Leben unserer Gesellschaft. Habe ich ein Buch mit dem Titel "Romain Rolland – Der Erste Weltkrieg aus Sicht eines Pazifisten" in die Hand genommen, das mir Angelika Gutsche, die als Herausgeberin fungiert, ein paar Tage zuvor druckfrisch zugeschickt hatte. Darin sind die Tagebuchaufzeichnungen des französischen Literaten Romain Rolland aus der Zeit des Ersten Weltkriegs aufgezeichnet. Seine Empörung über die Greuel des Krieges und die Dummheit und Verlogenheit der Kriegshetzer und Kriegsgewinnler lassen ihn, trotz seiner erkennbaren Aversion gegen die Deutschen und Österreicher, als Pazifisten erkennen.

Nicht unbedingt der lupenreine Pazifist, der die Gewissensprüfung des Kriegsdienstverweigerers, wie sie bis 1983 in Deutschland gebräuchlich war, mit Bravour bestanden hätte, aber jedenfalls einer, der den Krieg als eine Methode, Verstimmungen zwischen Staaten gewaltsam zu einem Ende zu bringen, ablehnt.« von Egon W. Kreutzer, im KN am 22. Oktober 2021 >> weiter.

»Das Ende der Utopie: Habe Mut, dich deiner Sehnsucht nach Lust und Liebe zu besinnen! Kritik, die heutzutage an Politik und Politikern vorgebracht wird, fokussiert im Kern nahezu immer die materiell bestimmten Lebensbedingungen der Menschen sowie ihre ungleichen Möglichkeiten, durch „Leistung“ zu Wohlstand gelangen zu können. So wird häufig beklagt, dass Arbeitnehmer/innen ein „fairer“ Anteil an den erreichten Produktivitätsfortschritten versagt wird, Frauen am Arbeitsmarkt in Bezug auf Entlohnung, Postenvergabe und Aufstiegsmöglichkeiten benachteiligt werden, sowie die Zugangs- und Erfolgschancen deprivierter Bevölkerungsgruppen im Bildungsbereich schlechter und damit ihre Möglichkeiten, gut dotierte Positionen zu erreichen, geringer seien.« von Erich Ribolits, im KN am 1. Januar 2020 >> weiter.


► Quelle: Dieser Artikel wurde am 28. Juni 2022 auf der Webseite von Global Research veröffentlicht. >> Artikel. - The original source of this article is Global Research. Copyright © Dr. Rudolf Hänsel, Global Research, 2022. >> article. (englisch version)

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► Bild- und Grafikquellen:

1. Illustration zu dem Buch von Friedrich Eduard Bilz: Der Zukunftsstaat. Staatseinrichtung im Jahre 2000. Verlag F.E. Bilz, Leipzig 1904. Urheber: Friedrich Eduard Bilz (* 12. Juni 1842 in Arnsdorf b. Penig; † 30. Januar 1922 in Radebeul). Quelle1: Scan aus aus dem Buch: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band I: 1900 bis 1949. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2009 ISBN 978-3-89331-949-7. Quelle2: Wikimedia Commons.  Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

2. Textgrafik: "Vernunft und Logik haben uns von jeher allen möglichen Abgründen näher gebracht: Neid, Gier, Konkurrenz, Intoleranz und Krieg, alles stets auch versucht in irgendeiner Weise zu begründen. Jetzt ist es Zeit die Abgrunde zu überwinden: mit Inspiration, Zuneigung, Toleranz, Bescheidenheit, Hingabe und Mitmenschlichkeit, ohne auch nur einen vernünftigen Grund dafür zu benötigen."

Grafikbearbeitung: Wilfried Kahrs / QPress. Die Textgrafik besteht nur aus einfachen geometrischen Formen und Text. Sie erreichen keine Schöpfungshöhe, die für urheberrechtlichen Schutz nötig ist, und sind daher gemeinfrei.

Dieses Bild einer einfachen Geometrie ist nicht urheberrechtsfähig und daher gemeinfrei, da es ausschließlich aus Informationen besteht, die Allgemeingut sind und keine originäre Urheberschaft enthalten. > This image of simple geometry is ineligible for copyright and therefore in the public domain, because it consists entirely of information that is common property and contains no original authorship.

3. Fürst Pjotr Alexejewitsch Kropotkin (oft Peter Kropotkin; * 27. Novemberjul. / 9. Dezember 1842greg. in Moskau; † 8. Februar 1921 in Dmitrow) war ein russischer Anarchist, Geograph und Schriftsteller. Er hinterließ viele Schriften, darunter die revolutionäre Schrift 'Die Eroberung des Brotes' und sein wissenschaftliches Werk 'Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt'. Kropotkin kämpfte für eine gewalt- und herrschaftsfreie Gesellschaft und gilt als einer der einflussreichsten Theoretiker des kommunistischen Anarchismus. Aufgrund seiner adeligen Herkunft und seiner Bekanntheit als Anarchist des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde Kropotkin auch der anarchistische Fürst genannt. 

Sein wohl bekanntestes naturwissenschaftliches Werk Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt erschien 1902 erstmals auf Englisch als Mutual Aid: A Factor of Evolution. Das Buch stellte Kropotkins Antwort auf die Thesen des Sozialdarwinismus dar und basierte auf einer Artikelserie für das Magazin Nineteenth Century von 1890 bis 1896. Darin versuchte er anhand zahlreicher Beispiele aus Natur und menschlicher Geschichte nachzuweisen, dass die erfolgreichste Strategie in der Evolution auf gegenseitiger Hilfe und Unterstützung und eben nicht auf dem Überleben des Stärksten beruhte.

Urheber: F. Nadar (* 6. April 1820 in Paris; † 21. März 1910 ebenda; eigentlich Gaspard-Félix Tournachon) war ein französischer Fotograf, Schriftsteller, Zeichner und Luftschiffer. Das Werk ist gemeinfrei weil der Urheber über 70 Jahre tot ist. Sein Atelier wurde nach seinem Tod im Jahr 1911 von seinem Sohn Paul Nadar (* 1856 in Paris, † 1939 in Paris) weitergeführt. Nadars Negative werden heute in der Caisse nationale des monuments historiques in Paris aufbewahrt. Seine Abzüge und sein Archiv befinden sich in der Französischen Nationalbibliothek. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Mediendatei ist gemeinfrei.

4. Alfred Adler (* 7. Februar 1870 in Rudolfsheim; † 28. Mai 1937 in Aberdeen) war ein österreichischer Arzt und Psychotherapeut. Er entstammte einer jüdischen Familie und konvertierte im Jahr 1904 zum Protestantismus. Adler ist der Begründer der Individualpsychologie.

Zur Stärkung und zum besseren Verständnis der Erziehungsprophylaxe publizierte Adler 1929 die Individualpsychologie in der Schule und 1930 Die Seele des schwererziehbaren Schulkindes. 1933 legte Adler in seinem Spätwerk Der Sinn des Lebens seine philosophische Grundposition dar. Der Sinn des Lebens sei ein entwickeltes Gemeinschaftsgefühl zur Lösung der Lebensfragen, ein Vollkommenheitsstreben zu einer idealen Gesellschaft.

Zitat von Alfred Adler: »Vertraue nur der Bewegung. Das Leben spielt sich auf der Ebene von Ereignissen ab, nicht von Worten. Vertraue der Bewegung.« (engl.): »Trust only movement. Life happens at the level of events, not of words. Trust movement.« Grafik: Michael Nuccitelli, Psy.D., ein in New York City zugelassener Psychologe und Forscher auf dem Gebiet der Cyberkriminalität. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz CC0 1.0 Universell (CC0 1.0) Public Domain Dedication - Kein Urheberrechtsschutz.

5. Zitat von Alfred Adler: »Empathie ist das Sehen mit den Augen des anderen, das Hören mit den Ohren des anderen und das Fühlen mit dem Herzen des anderen.« Erläuterung: Empathie ist nichts anderes als das vollständige Verstehen der Ansichten anderer und das Fühlen aus der Sicht des anderen. (engl.): »Empathy is seeing with the eyes of another, listening with the ears of another, and feeling with the heart of the another.» (Quote by Alfred Adler). Empathy is nothing but completely understanding others views and feeling from their point of view of the others. Textgrafik: Prabakaran Thirumalai, Thoothukudi, India - Blogger and Writer on Life Skills. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

Die Lehre von Alfred Adler hatte große, eigenständige Wirkung auf die Entwicklung der Psychologie und Psychotherapie im 20. Jahrhundert. Sie beeinflusste die psychotherapeutischen Schulen von Rollo May, Viktor Frankl, Abraham Maslow und Albert Ellis. Seine Schriften nahmen viele Einsichten der Neopsychoanalyse vorweg, die sich in Einklang mit der Individualpsychologie in den Werken von Karen Horney, Harry Stack Sullivan und Erich Fromm wiederfinden. Anhänger dieser Richtung werden Adlerianer genannt.

6. Romain Rolland (* 29. Januar 1866 in Clamecy, Département Nièvre; † 30. Dezember 1944 in Vézelay, Burgund) war ein französischer Schriftsteller, Musikkritiker und Pazifist. Wegen seiner Kritik an der Kriegspolitik beider Lager, denen er mit zunehmender Dauer des Krieges vorwarf, sich selbst im Falle eines Sieges zu zerstören, wurde Rolland zu einer Symbolfigur der transnationalen Antikriegs- und der internationalen Arbeiterbewegung während des Ersten Weltkrieges.

In seinem Antikriegsroman „Clérambault. Geschichte eines freien Gewissens im Krieg“, den er bereits im August 1915 in der Schweiz konzipierte, richtete er zunächst einige Worte an den Leser. Wache Zeitgenossen werden sie sicher nachempfinden können. Er bringt darin seine Gefühlslage in der schwierigen Zeit des bereits wütenden Krieges zum Ausdruck. Die Einleitung zu seinem Buch schrieb Rolland im März 1917:

»Gegenstand des Buches ist nicht der Krieg, obzwar er es überschattet. Sein wirkliches Thema ist das Versinken der Einzelseele im Abgrund der Massenseele. Ein für die Zukunft der Menschheit viel entscheidenderes Phänomen als die vorübergehende Oberherrschaft einer oder der anderen Nation.

Freie Seelen, stark Charaktere — das tut heute der Welt am meisten not! Auf den verschiedensten Wegen — […] — kehren wir zur Form des Herdenlebens zurück. Nur langsam hat sich der Mensch dem heißen Lehm der Erde entrungen. Nun scheint es, als ob seine tausendjährige Anstrengung erschöpft sei, und er lässt sich wieder in das Weiche zurücksinken. Die Massenseele schluckt ihn auf, der entnervende Atem der Tiefe reißt ihn mit sich … Auf darum! Rafft euch zusammen, ihr, die ihr glaubt, dass der Kreislauf noch nicht erfüllt sei! Wagt es, euch von der Herde abzusondern, die euch fortzieht.

Jeder Mensch muss, so er ein wahrer Mensch ist, lernen, allein innerhalb aller zu stehen, allein für alle zu denken — wenn es not tut, sogar auch gegen alle! Aufrichtig denken heißt für alle denken, selbst wenn man gegen alle denkt. Die Menschheit bedarf derer, die ihr aus Liebe Schach bieten und sich gegen sie auflehnen, wenn es not tut! Nicht indem ihr der Menschheit zuliebe euer Gewissen und eure Gedanken fälscht, dient ihr der Menschheit, sondern indem ihr ihre Unantastbarkeit gegen gesellschaftlichen Missbrauch verteidigt.«

Romain Rolland war auch ein bekennender Tierschützer. So nannte er Rohheit gegen Tiere und Ungerührtheit durch ihre Qualen „eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts“ und sah sie als „die Grundlage menschlicher Verderbtheit“ an.

Das Originalfoto entstand 1914. Foto/Urheber: Agence de presse Meurisse. Die Agentur Meurisse war bis 1937 eine französische Presseagentur, die 1909 von dem Fotografen Louis Meurisse gegründet wurde und über eine Sammlung von 205.000 Fotos verfügt. Quelle: Wikimedia Commons. Bei diesem Bild der Französischen Nationalbibliothek (BNF) handelt es sich um einen Scan (Reproduktion) eines gemeinfreien Werkes ({{PD-scan}}). Deshalb ist auch dieses Werk gemeinfrei.