Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland so groß wie vor 100 Jahren

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Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland so groß wie vor 100 Jahren
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Kluft zw. Arm und Reich in Deutschland so groß wie vor 100 Jahren

von Fred Schmid / isw München e.V.

Die Einkommensungleichheit ist in Deutschland so groß wie vor gut 100 Jahren. Das ist das Ergebnis des ersten „Weltreports über Ungleichheit“ (World Inequality Report) – Kurzfassung: Bericht zur weltweiten Ungleichheit), einer Studie des französischen Ökonomen Thomas Piketty, Autor des Bestsellers „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, zusammen mit mehr als hundert WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt.

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Der Bericht zeigt, dass die Einkommensungleichheit in den letzten Jahrzehnten in fast allen Weltregionen zugenommen hat, jedoch in unterschiedlicher Geschwindigkeit“ (Kurzfassung, S.5). „Seit 1980 ist die Einkommensungleichheit in Nordamerika, China, Indien und Russland rasant gestiegen“. Im Vergleich dazu verlief der Anstieg in Europa eher moderat. Der Anteil der obersten 10% am Gesamteinkommen betrug 2016 in Europa 37%, in China 41%, in Russland 46%, in USA/Kanada 47%, in Subsahara/Afrika 54%, in Brasilien 55% und im Nahen Osten 61% (S. 5f).

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► Krasse Einkommensungleichheit in Deutschland

Die Schere zwischen Einkommens-Reichen und Menschen mit wenig Einkommen hat sich auch in Deutschland vor allem in den letzten Jahren weit geöffnet. Charlotte Bartels vom "Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung" (DIW), die die deutschen Daten auswertete, erklärt: „Die unteren 50 Prozent der Gesellschaft haben in den letzten Jahren massiv an Anteil am Gesamteinkommen verloren. In den 60er Jahren verfügten sie noch über etwa ein Drittel, heute sind es noch 17 Prozent“. Die oberen zehn Prozent dagegen steigerten ihren Wert von einem Drittel auf 40 Prozent. Das entspricht den Einkommensverhältnissen von 1913, dem letzten Jahr vor dem Ersten Weltkrieg.

world_inequality_report_2018_bericht_zur_weltweiten_ungleichheit_kritisches_netzwerk_thomas_piketty_ungleichverteilung_einkommensungleichheit_verteilungsungleichheit_armut_reichtum.jpgDamals, zur Kaiserzeit, waren die Gewerkschaften schwach, es gab keine umfassenden Sozialversicherungssysteme, insbesondere keine Arbeitslosenversicherung und fast keine staatliche Umverteilung: der Spitzensteuersatz betrug fünf Prozent, was sich jedoch bei der Sekundärverteilung gravierend auswirkte. Dagegen profitierten die Bezieher von gewinnabhängigen Einkommen von der beschleunigten Industrialisierung und Kriegsvorbereitung in diesen Jahren.

Nach einer Phase mehr egalitärer Politik in den 60er Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, drehte sich ab den 70er Jahren und insbesondere ab den Neunzigern die Richtung wieder, nahm die Verteilungsungleichheit wieder rasch zu; insbesondere mit fortschreitender Globalisierung und der neoliberalen Angebotspolitik der Regierungen, verbunden mit der abnehmenden Kampfkraft der Gewerkschaften. Dies zeigte sich in Sozialabbau, wachsenden Niedriglohnsektor, dem Ausbau prekärer Beschäftigung, höheren Arbeitslosenquoten und auf der anderen Seite in Globalisierungs- und Exportprofiteueren, zusätzlich belohnt mit zahlreichen Steuersenkungen und -geschenken für Reiche, Bezieher von Kapitaleinkommen und Konzerne.

Die Löhne nach Inflationsabzug, also die realen Nettolöhne, seien heute niedriger als vor 20 Jahren, hatte DIW-Chef Prof. Marcel Fratzscher jüngst kritisiert. Hinzu kommt die unsoziale Wohnungspolitik, der sich verstärkende Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der sich bei den unteren Einkommensschichten besonders gravierend auswirkt; sie müssen einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für Miete ausgeben.

Umgekehrt schaffte die exzessive Privatisierung staatlicher Unternehmen und öffentlichen Eigentums für das Kapital und die Reichen neue Verwertungsbereiche.

► Privatisierung verstärkte die Ungleichverteilung von Vermögen u. Kapital

Hauptursache der ökonomischen Ungleichheit ist die ungleiche Verteilung von Kapital“, schreiben Piketty und sein Forscherteam in ihrer Studie (S. 10). In den USA ist die Vermögensungleichheit besonders stark gewachsen: „Zwischen 1980 und 2014 stieg der Anteil des reichsten Prozents am Gesamtvermögen von 22% auf 39%. Diese Zunahme der Ungleichheit ist vor allem auf Vermögenszuwächse der reichsten 0,1% zurückzuführen“ (S. 13).

In Deutschland betrug im Jahr 2015 der Anteil des Top 1% entsprechend einer Untersuchung des DIW 32%; die reichsten 0,1% nannten 16% des gesamten Vermögens ihr eigen (siehe isw-wirtschaftsinfo 51, S. 30). „Starke Zuwächse bei den Anteilen der Reichen am Gesamtvermögen gab es auch in China und Russland im Zuge des Übergangs vom Sozialismus zum Kapitalismus“. In Russland wie in China hat sich zwischen 1995 und 2015 der Vermögensanteil des reichsten 1% verdoppelt, in Russland von 22% auf 43%, in China von 15% auf 30%.

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In allen Regionen der Welt hat neben den gestiegenen Spitzeneinkommen auch der Privatisierungsschub der vergangenen drei bis vier Jahrzehnte die Vermögensungleichheit erheblich verschärft. „Wir zeigen, dass seit 1980 in fast allen Ländern – reiche Industrieländer genauso wie Schwellenländer – riesige Mengen an öffentlichen Vermögen in private Hände transferiert wurden“. (S. 10). Die privaten Netto-Vermögen hatten sich in den Industriestaaten auf 400 bis 700 Prozent verdoppelt; zudem hat der Staat nach Abzug der Schulden kaum noch Vermögen.

In den vergangenen Jahrzehnten sind die Länder reicher geworden, aber die Regierungen sind verarmt. Dadurch haben die Regierungen weniger Spielraum zur Regulierung der Wirtschaft, zur Umverteilung der Einkommen und zur Bekämpfung der wachsenden Ungleichheit“. In den USA und Großbritannien war das öffentliche Nettovermögen zuletzt bereits negativ, in Japan, Deutschland und Frankreich nur noch leicht positiv. „In China und Russland sank das öffentliche Vermögen (netto – F.S) von 60 bis 70 Prozent des Nationalvermögens auf 20 bis 30 Prozent“ (S. 11). In China bleibt es seit 2005 konstant bei diesen 30 Prozent.

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Die Wissenschaftler warnen davor, dass sich der globale Trend der letzten Jahrzehnte fortsetzt und prophezeien für diesen Fall, dass „der Anteil der weltweit reichsten 0,1% am Weltvermögen [. .] im Jahr 2050 genauso hoch sein (wird) wie der Vermögensanteil der globalen Mittelschicht“ (S. 15); die Superreichen würden dann über 26% des Weltvermögens verfügen, die globale Mittelschicht mit einem Anteil von 40% an der Weltbevölkerung über 26%.

► „Es kommt auf die Politik an“

Was aber tun gegen diesen Trend? Die Autoren des Weltreports unterbreiten eine Reihe von Vorschlägen, wie sich die Ungleichheit bremsen lässt, bevor sie noch mehr gesellschaftliche und wirtschaftliche Verwüstungen anrichtet. Das Forscherteam schlägt eine höhere Besteuerung der Einkommen und der Erbschaften von Spitzenverdienern und Reichen vor.

Die US-Regierung hat mit der Trumpschen Steuerreform gerade die Gegenrichtung ein und entlastet Konzerne, Reiche und Gutverdiener. Auch von einer neuen Bundesregierung, gleich welcher Farbe, ist keine Kehrtwende zu einer verstärkten progressiven Einkommen-Besteuerung und/oder Wiedereinführung einer Vermögensteuer, die diesen Namen verdient und eines stärkeren Zugreifens des Staates bei Multimillionen und Milliarden-Erbschaften zu erwarten.

Wichtig ist den Autoren des Reports auch ein globales Finanzregister, in dem die Eigentümer von Vermögenswerten erfasst sind, Steuerflucht und Geldwäsche damit eingedämmt werden kann. Großen Wert legen sie auf einen gleichen Zugang zur Bildung für alle Schichten, mehr betriebliche Mitbestimmung und angemessene Mindestlöhne. Dazu verstärkte Investitionen in Bildung, Gesundheit und Umweltschutz. „Es kommt auf die Politik an“, sagt Thomas Piketty (Foto unten), Mitinitiator dieses ersten globalen Ungleichheits-Reports.

Fred Schmid

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► Quelle: Erstveröffentlicht am 30. Dezember 2017 bei isw-München >> Artikel. Die Bilder und Grafiken sind nicht Bestandteil des Originalartikels und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. andere Lizenzen, s.u..

Mehr Informationen und Fragen zur isw:

isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V.

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Thomas_Piketty_Das_Kapital_im_21._Jahrhundert_Akkumulation_Distribution_Oekonomie_Ungleichheit_Armut_Reichtum_Wohlstand_Wachstum_Gewinne_Kapital_Wachstumsraten_Umfairteilung.jpg1. Thomas Piketty (* 7. Mai 1971 in Clichy-la-Garenne) breit angelegte Studie über das "Kapital im 21. Jahrhundert" wird gefeiert wie kein anderes Sachbuch in den vergangenen Jahren. Die Medien reißen sich um den 46-jährigen Wissenschaftler, der an der Paris School of Economics lehrt. Ausgebuchte Vorträge, Talkshows und Livestreams, Rezensionen in allen bedeutenden Zeitungen und Zeitschriften dieser Welt, von Science bis zur New York Times, vom Stern bis zur FAZ - das Interesse der Öffentlichkeit ist enorm. Die Financial Times nannte ihn den "Rockstar" unter den Ökonomen, das Wirtschaftsmagazin Business Week sprach von "Pikettymania“.

Pikettys Thema ist die Ungleichheit, über die er seit zwei Jahrzehnten forscht. Mit 22 Jahren schrieb der 1971 im Pariser Vorort Clichy geborene Piketty seine Doktorarbeit zur Verteilung des Wohlstands in Frankreich, die zur besten des Jahres 1993 in Frankreich gekürt wurde. Zwischen 1993 und 1995 lehrte er in den USA am prestigereichen Massachussetts Institute of Technology (MIT). Seit 2000 unterrichtet Piketty in der "École des Hautes Études en Sciences Sociales" in Paris und gehörte 2006 zu den Gründern der "Pariser School of Economics", an der er bis heute lehrt und forscht.

Foto aufgenommen im "Auditório Araújo Vianna", Porto Alegre - RS, 90035-191, Brasilien - 28. September 2017. Urheber / Photo Credit / Crédito das imagens: Fronteiras do Pensamento / Luiz Munhoz. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0).

2. Einkommensungleichheit der obersten 10% weltweit, 1980-2016: Wachsende Ungleichheit fast überall, aber mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Quelle: WID.world (2017). Der World Inequality Report wie die deutschsprachige Kurzfassung, der die Abbildungen dieses Beitrags entnommen sind, stehen unter einer Creative Commons licence (4.0 – CC by-n C-sa 4.0).

3. WORLD INEQUALITY REPORT 2018 - Bericht zur weltweiten Ungleichheit 2018. In Paris wurde im Dezember 2017 der erste „World Inequality Report“ veröffentlicht, Ergebnis eines international einzigartigen Projekts zur Erfassung der Ungleichheit von Einkommen und Vermögen weltweit. Es ist ein gemeinschaftliches Großprojekt, das die Ungleichheitsforscher Thomas Piketty, Emmanuel Saez, Facundo Alvaredo, Gabriel Zucman und andere mit der World Wealth and Income Database (WID) ins Leben gerufen haben. Über 100 Ungleichheitsforscherinnen und –forscher weltweit bauen die Datenbank kontinuierlich aus und entwickeln sie weiter. Mittlerweile finden sich Daten zu Einkommen und Vermögen aus über 70 Ländern in der Datenbank – ein Meilenstein der ökonomischen Ungleichheitsforschung.

4. Anteil des reichsten 1% am Privatvermögen weltweit, 1913-2015: Abnahme und Zunahme der Ungleichheit beim Privatvermögen. Quelle: WID.world (2017). Der World Inequality Report wie die deutschsprachige Kurzfassung, der die Abbildungen dieses Beitrags entnommen sind, stehen unter einer Creative Commons licence (4.0 – CC by-n C-sa 4.0).  

5. Zunahme des privaten Kapitals und Rückgang des öffentlichen Kapitals in reichen Länder, 1970-2016. Quelle: WID.world (2017). Der World Inequality Report wie die deutschsprachige Kurzfassung, der die Abbildungen dieses Beitrags entnommen sind, stehen unter einer Creative Commons licence (4.0 – CC by-n C-sa 4.0).

6. Thomas Piketty. Foto aufgen. im "Teatro Santander", Sao Paulo, BR - 27. September 2017. Urheber / Photo Credit / Crédito das imagens: Fronteiras do Pensamento /  Greg Salibian. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0).

7. Buchcover: "Das Kapital im 21. Jahrhundert" von Thomas Piketty, Verlag C.H. Beck, 8. Auflage 2016. 816 S.: mit 97 Grafiken und 18 Tabellen. Gebunden, ISBN 978-3-406-67131-9, auch als E-Book lieferbar.

Wie funktioniert die Akkumulation und Distribution von Kapital? Welche dynamischen Faktoren sind dafür entscheidend? Jede politische Ökonomie umkreist die Fragen nach der langfristigen Evolution von Ungleichheit, der Konzentration von Wohlstand und den Chancen für ökonomisches Wachstum. Aber befriedigende Antworten gab es bislang kaum, weil geeignete Daten und eine klare Theorie fehlten. In "Das Kapital im 21. Jahrhundert" untersucht Thomas Piketty Daten aus 20 Ländern, mit Rückgriffen bis ins 18. Jahrhundert, um die entscheidenden ökonomischen und sozialen Muster freizulegen. Seine Ergebnisse werden die Debatte verändern und setzen die Agenda für eine neue Diskussion über Wohlstand und Ungleichheit in der nächsten Generation.

Piketty zeigt, dass das moderne ökonomische Wachstum und die Verbreitung des Wissens es uns ermöglicht haben, Ungleichheit in dem apokalyptischen Ausmaß abzuwenden, das Karl Marx prophezeit hatte. Aber wir haben die Strukturen von Kapital und Ungleichheit nicht in dem Umfang verändert, den uns die optimistischen Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg suggeriert haben. Der Haupttreiber der Ungleichheit – dass Gewinne aus Kapital höher sind als die Wachstumsraten – droht heute vielmehr extreme Formen von Ungleichheit hervorzubringen, die den sozialen Frieden gefährden und die Werte der Demokratie unterminieren. Doch ökonomische Trends sind keine Handlungen Gottes. Politisches Handeln hat ökonomische Ungleichheiten in der Vergangenheit korrigiert, sagt Piketty, und kann das auch wieder tun.

"Das Kapital im 21. Jahrhundert" ist ein Werk von außergewöhnlichem Ehrgeiz, von großer Originalität und von beeindruckendem Rigorismus. Es lenkt unser ganzes Verständnis von Ökonomie in neue Bahnen und konfrontiert uns mit ernüchternden Lektionen für unsere Gegenwart. (Quelle: Klappentext des Verlages).

► Inhalt

Danksagung
Einleitung

ERSTER TEIL
EINKOMMEN UND KAPITAL

Kapitel 1. Einkommen und Produktion
Kapitel 2. Das Wachstum: Illusionen und Realität

ZWEITER TEIL
DIE DYNAMIK DES KAPITAL-EINKOMMENS-VERHÄLTNISSES

Kapitel 3. Die Metamorphosen des Kapitals
Kapitel 4. Vom Alten Europa zur Neuen Welt
Kapitel 5. Das langfristige Kapital-Einkommens- Verhältnis
Kapitel 6. Das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit im 21. Jahrhundert

DRITTER TEIL
DIE STRUKTUR DER UNGLEICHHEIT

Kapitel 7. Ungleichheit und Konzentration: Erste Anhaltspunkte
Kapitel 8. Zwei Welten
Kapitel 9. Ungleichheit der Arbeitseinkommen
Kapitel 10. Ungleichheit des Kapitaleigentums
Kapitel 11. Verdienst und Erbschaft auf lange Sicht
Kapitel 12. Globale Vermögensungleichheit im 21. Jahrhundert

VIERTER TEIL
DIE REGULIERUNG DES KAPITALS IM 21. JAHRHUNDERT

Kapitel 13. Ein Sozialstaat für das 21. Jahrhundert
Kapitel 14. Die progressive Einkommensteuer überdenken
Kapitel 15. Eine globale Kapitalsteuer
Kapitel 16. Die Frage der Staatsschuld

Schlussbetrachtung
Inhaltsübersicht
Auflistung der Grafiken und Tabellen
Personenregister

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Imago
Offline
Beigetreten: 11.12.2017 - 07:51
Bericht zur weltweiten Ungleichheit 2018


Bericht zur weltweiten Ungleichheit 2018

Obgleich ein großer Teil der Bevölkerung unseres Landes (wie auch der Welt) jetzt schon sehr massiv unter der ungleichen Vermögensverteilung leidet (allein aufgrund der vielen durch sie hervorgerufenen Kriege kostet sie weltweit längst schon viele Todesopfer), ist in dem Artikel oben zu lesen (Zitat): „Die Autoren des Weltreports unterbreiten eine Reihe von Vorschlägen, wie sich die Ungleichheit bremsen lässt, bevor sie noch mehr gesellschaftliche und wirtschaftliche Verwüstungen anrichtet.“ - In meiner Übersetzung heißt das, daß jene Herrschaften nun den „verwegenen“ Rat erteilen, "die Daumenschrauben - von nun an - etwas weniger stark anzuziehen". - Mit Verlaub, aber ich habe da nun ein paar Fragen zu diesem „Weltreport“ bzw. zu dem oben so rein sachlich abgefaßten Artikel darüber, und zwar:

Will man damit nun etwa die Aufmerksamkeit des Lesers testen, bzw. - ist man bei diesem Test bereits schon durchgefallen, wenn man – so wie ich hier - tatsächlich die Bereitschaft zeigt, auf diesen völlig unzureichenden Nonsensratschlag überhaupt einzugehen?

Soll der Satz, den ich oben zitiert habe, womöglich in versteckter Form darauf hinweisen, wessen Geistes Kind der Shooting Star Piketty und seine Kollegen in Wirklichkeit sind, bzw. - zu welch' verwässerten Aussagen es kommen kann, wenn ein ganzes Gremium von Experten - „ganz beiläufig“ offenbar auch auf der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner - über die Weltlage und damit Millionen, ja Milliarden von immer noch elenden Menschenschicksalen zu befinden hat?

Oder ist der von mir zitierte Satz als Versuchsballon zu betrachten, mit dessen Hilfe man nun ausloten will, wie wenig an Entgegenkommen von Seiten der Mächtigen nötig ist, um die vielen kritischen Geister dieser Welt nun erst einmal wieder zu beschwichtigen und damit auch schon - zum Einlenken zu bewegen?

Imago, geb. 1954: Ergründet als Bildhauer & Autor interdisziplinär Achtgeben & Achtsamkeit/unsere Wahrnehmung & unser Handeln & die vielfachen daraus entstehenden Konsequenzen.

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