Das Jahr 1989 hat nie stattgefunden!
Die große Amnesie: Wie die DDR zum Paradies für das Volk wurde
ACHTUNG: Dies ist kein Ossi-Bashing!!
Von Bernd Volkmer

Es ist amtlich: Das Jahr 1989 hat nie stattgefunden. Jene Hunderttausende, die damals auf den Straßen Leipzigs, Dresdens und anderen Städten „Wir sind das Volk“ riefen, litten vermutlich unter einer kollektiven Sonnenallergie und wollten einfach nur an die frische Luft. Denn glaubt man der aktuellen Nostalgie-Welle einiger Ostdeutscher, war die Deutsche Demokratische Republik ein einziges, von der Ostsee bis zum Erzgebirge reichendes Wellness-Resort.
Bevor der Aufschrei groß ist: Dies ist kein Ossi-Bashing. Schließlich bin ich selbst in der „geilen“ DDR aufgewachsen und durfte sie 34 Jahre erleben. Ich weiß also sehr genau, wovon ich rede. Und allen, die heute schulterzuckend abwinken, sei gesagt: Es ist nicht egal, wo man geboren wurde, ob in Ostdeutschland oder in Westdeutschland. Frage heute einfach mal einen Nordkoreaner und einen Südkoreaner. Da werden die Unterschiede in der Biografie-Lotterie schnell ziemlich real.
► Ein paar Erinnerungen für das Poesiealbum
Also Zeit für einen freundlichen, staatlich nicht geprüften Rückblick:
→ → → Externe Expertise:
Um das Ganze historisch korrekt einzuordnen: Die DDR war ein treuer Vasall Moskaus. Eigenständigkeit stand im Drehbuch des Ostblocks nun mal nicht auf den vorderen Plätzen. Stattdessen galt flächendeckend und unumstößlich das ewig junge Motto: „Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen“. Und gelernt wurde fleißig – vor allem, wie man Mangel verwaltet und die Bevölkerung bei Laune bzw. unter Kontrolle hält.
→ → → Luxus pur:
Die Entschleunigung des Konsums. Warum beschweren wir uns heute über Lieferkettenprobleme? Im Arbeiter-und-Bauern-Staat war das Nachhaltigkeit auf Endstufe. Alles kam aus der Region und nur das, was gerade verfügbar war und wenn es im Plan stand.
→ → → Das „Ham-wa-nich“-Erlebnis:
Geschäfte waren minimalistisch eingerichtet – im Grunde das, was man heute in hippen Großstadt-Bezirken als „Wiedergeburt der Einfachheit“ und „Concept Store“ feiert. Wer brauchte schon eine Auswahl aus zwanzig verschiedenen Schlager-Süßtafeln, Waschpulvern, Zahnpasten, Kassettenrekordern, Fußbodenbelägen oder Autos? Das lenkt nur vom sozialistischen Aufbau ab.
Hamwanich mit Dieter Hildebrandt: (Dauer 2:35 Min.)
→ → → Die 12-jährige Wartezeit:
Ein neues Auto bestellte man am besten direkt zur eigenen Volljährigkeit, damit es zum 30. Geburtstag pünktlich vor der Tür stand. Das ist wahre Vorfreude!
→ → → Gourmet-Oasen:
Eine Dose Mandarinen und eine Flasche Rosenthaler Kadarka waren kein schnödes Abendessen, das war der pure, funkelnde Luxus des Ostens. Wer noch mehr wollte, ging in den „Delikat“ oder „Exquisit“ und zahlte für eine Tafel Westschokolade mit ganzen Haselnüssen dreizehn Mark der DDR. Schnäppchenjäger von heute würden bei diesem Preis einen Herzinfarkt erleiden.
→ → → Die D-Mark – ein lustiges Tausch-Spielzeug:
Wer braucht schon den Euro, wenn man das genialste Zwei-Klassen-Währungssystem aller Zeiten haben konnte? Die D-Mark war die eigentliche Geheimwaffe im Alltag. Ohne „Blaue Fliesen“, so hießen die echten West-Hunderter im DDR-Jargon, bewegte sich kein Handwerker aus seiner Hütte. Der Intershop, in jeder mittleren Kleinstadt, war die magische Parallelwelt, die nach Kaffee und weichgespülter Freiheit duftete – betreten durfte man sie, kaufen nur, wer die „richtigen“ Scheine hatte. Nein, keine D-Mark-Scheine, es waren „Forum-Schecks“, in die man das Westgeld vorher umtauschen musste.
→ → → Der top Wohnstandard:
Die Platte war der Wunschtraum des Bürgers, Silos mit Wohnklo. Das Kollektiv hieß hier Hausgemeinschaft. So war die Überwachung ganz konzentriert möglich. Jeder kannte jeden und wusste nur Gutes zu berichten, wenn er bei der „Firma“ (Stasi) war. Schlimmer traf es noch die Bewohner häßlicher Altbauwohnungen, mit Klo auf der Zwischenetage und Hinterhof. Hier hatte es die Stasi schwerer, DAS LEBEN DER ANDEREN zu begleiten.

► Abenteuerurlaub im eigenen Land und in den Bruderstaaten
Die Reisefreiheit wird völlig überbewertet. Die SED-Führung war ihrer Zeit einfach voraus und erfand den „Urlaub auf Balkonien“ oder im eigenen Kleingarten. Warum in die Ferne schweifen, wenn der FDGB-Ferienplatz an der Ostsee ruft? – auch wenn es fast ein Fünfer im Lotto war, diesen zu bekommen. Als Aktivist und verdienter Werktätiger wuchsen aber die Chancen.
Und wer doch mal in die sozialistischen Bruderstaaten reisen durfte, kam in den Genuss des ultimativen Finanz-Abenteuersports: dem penibel im Personalausweis vermerkten Geldumtausch. Dreißig Mark der DDR konnten pro Reisetag, bei einer maximalen Anzahl von 20 Tagen im Jahr, z.B. für die Tschechoslowakei (CSSR) umgetauscht werden. Davon mussten Unterkunft und Verpflegung bezahlt werden. Das schützte vor gierigem Konsum!
Um dennoch auskömmlich Urlaub, in einer einfachen Ferienwohnung, in der Hohen Tatra machen zu können, wurde der Trabi mit allerlei Konserven beladen, meist selbst eingekocht. Die Rennpappe, so der Trabant im Volksmund, wurde zum Schwerlaster und kroch in der Tatra die Berge in beeindruckender Schrittgeschwindigkeit hoch. Die Ameisen waren meist schneller und überholten ohne zu blinken. Aber so entfielen immerhin die Restaurantbesuche. Wandern war ja quasi kostenlos. Man konnte Laufen, bis das Blut aus dem Schuh lief.

► Wellness für Körper und Geist – verordnet vom Staat
Politisch und gesellschaftlich war für reichlich Unterhaltung gesorgt:
→ → → Meinungsmonopol deluxe:
Heimliche Diskussionen am Abendbrottisch. Für die Öffentlichkeit hatte die Partei ja immer recht, die 'Aktuelle Kamera' lieferte die tägliche Dosis Märchenstunde, und sozialistische Losungen wie „Vorwärts zum X. Parteitag“. Nur zu Hause durfte man noch Fragen stellen, die man dann aber besser für sich behielt.

→ → → Wehrdienst für das Vaterland:
18 Monate Wehrdienst mit Wochen in der Kaserne ohne Ausgang schweißten zusammen. Alkohol war in der Liegenschaft zwar streng verboten, floss aber dennoch reichlich. Anders ließen sich die anderthalb Jahre kaum ertragen.
→ → → Freizeit mit Wehrerziehung:
Wer zu viel Energie hatte, durfte sich in der „Gesellschaft für Sport und Technik“ (GST) oder beim Wehrkundeunterricht in der Schule schon mal mental auf den imperialistischen Klassenfeind vorbereiten.
→ → → Rundum-Betreuung:
Die Staatssicherheit war im Grunde der Vorläufer moderner Social-Media-Algorithmen – sie wusste einfach immer, was du denkst, wo du bist und mit wem du sprichst. Nur eben ganz ohne lästige Cookies und Werbebanner. Die DDR-Band Jessica machte daraus einen Hit: Ich beobachte Dich.

► Das Beste kommt zum Schluss
Natürlich gab es Ausnahmen vom grauen, maroden Kopfsteinpflaster-Alltag mit seinen abbruchreifen Häusern und kaputten Straßen. Oasen, wie Berlin und die Waldsiedlung Wandlitz waren die Prototypen moderner Sonderversorgungszonen. Während das Fußvolk nach Gardinenwaschmittel und Amiga-Schallplatten mit Westmusik fahndete, opferte sich die Führungselite auf und testete die West-Waren höchstselbst auf Herz und Nieren. Einer musste es ja tun.
Wenn Sie also das nächste Mal sehnsüchtig an der Spreewälder Gurke lutschen, werfen Sie einen Blick in die Tageszeitung der SED von 1989 und rufen Sie sich kurz ins Gedächtnis: Die DDR war kein Paradies, kein Freizeitpark aus dem Hochglanzkatalog. Es war ein System aus Mangel, Mauern, Schießbefehl und Überwachung.

Die Puzzleteile des Scheiterns lagen überall auf den kaputten Straßen. Und genau deshalb haben wir, Eure Mütter und Väter, 1989 die Kerzen angezündet und nicht die Nostalgie-Maschine.
► Habe ich was vergessen?
Ach ja – falls Euch das heute wieder bekannt vorkommt – könnte es sein, dass die Straße Euch noch einmal braucht!
Bernd Volkmer
Lesetipps ergänzt von Helmut Schnug:
Leipziger Elitendatenbank: Kaum Ostdeutsche in den oberen Führungsetagen, ein gesamtdeutsches Problem. Die Leipziger Elitendatenbank sammelt öffentlich frei zugängliche Informationen über die Inhaberinnen und Inhaber von Elitepositionen in Deutschland. In dem Vorgängerprojekt „Soziale Integration ohne Eliten“ wurden in den Jahren 2018/2019 bereits über 3000 Elitepositionen erhoben. Die aktuelle Erhebung nimmt das aktualisierte Sample aus dieser Erhebung als Grundlage.
Der Elitenmonitor der Uni Leipzig zeigt, dass bei etwa 20% Bevölkerungsanteil schaffen es beispielsweise nur . .
8,2% im Bereich Wissenschaft,
8,1 % in Topjobs bei den Medien,
8,0 im Bereich Kultur,
4,3% an die Spitze von großen Unternehmen (Wirtschaft und Arbeitgeberverbände),
2,1% in Top-Positionen der Justiz
und 0,0 % beim Militär.
Quelle: Universität Leipzig, Universität Jena und Hochschule Zittau/Görlitz >> Elitenmonitor >> Leipziger Elitendatenbank.
»DRESDEN: 1902 wurde das Kaufhaus Günther eröffnet. Am 22.12.2007 war der letzte Verkaufstag, 2016 abgerissen. Dresdner Nostalgie. Deutschland wird auch gerade abgerissen.« Von Rocco Burggraf, Ansage.org, im KN am 22. Dezember 2023 >> weiter.
»Eine Nachbetrachtung zur sogenannten Deutschen Einheit. Wahn und Wirklichkeit. Wiedervereinigt? Was gibt es zu feiern am Tag der deutschen Einheit? Nicht viel, wie es aussieht. Das Brandenburger Tor war beispielsweise nicht sonderlich geschmückt. Dafür gab es jede Menge Demonstranten, die den Rücktritt der Regierung forderten. In München und etlichen anderen Städten sah es nicht anders aus. Welche deutsche Einheit überhaupt?« Von Max Erdinger, Ansage.org, im KN am 10. Oktober 2023 >> weiter.
»Wiedervereinigt mit diesen „undemokratischen“ Ostdeutschen? Die Annexion wurde als Vereinigung verkauft. Die zweite deutsche Teilung. Wiedervereinigt? Sieht nicht danach aus; dafür muss man nur einen Blick in die Zeitung werfen. Im Gegenteil. Die Bewohner des 1990 erworbenen Teils sind entweder der „Feind im Inneren“ oder „irgendwie zurückgeblieben“. Wie kam es dazu?« Von Dagmar Henn, RT DE, im KN am 1. August 2023 >> weiter.
»Inquisition statt Einfallsreichtum. Befragt die Brüder und Schwestern im Osten!« by Gerhard Mersmann | NEUE DEBATTE, im KN am 2. August 2022 >> weiter.
»Treuhand-Forschung: Chaos hinter den Kulissen. Massenarbeitslosigkeit, leer stehende Fabriken und soziale Armut.« von Mandy Tröger | Gastautorin für isw München e.V., im KN am 13. Juni 2022 >> weiter.
»Die DDR und ihre Opfer. Eine Infragestellung der Opferrolle gelernter DDR-Bürger.« von Peter Frey, im KN am 11. November 2019 >> weiter.
»30. Jahrestag Mauerfall: Mein ganz persönlicher Mauerfall.« von Bernd Volkmer, im KN am 9. November 2019 >> weiter.
Marcus Klöckner (NDS) im Interview mit der Buchautorin Mandy Tröger: »Das Ende des DDR-Pressefrühlings. Wie dem Osten die Stimmen genommen wurden«, im KN am 2. Oktober 2019 >> weiter.
»Zur wirtschaftlichen Entwicklung Ostdeutschlands seit dem Herbst 1989«, von Axel Troost und Klaus Steinitz / RLS Analyse Nr. 48, im KN am 30. März 2019 >> weiter.
»Anti-Jubel zum Fall der Mauer vor 25 Jahren: Die große Toröffnung«, von Harry Popow, im KN am 12. November 2014 >> weiter.

Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter,
als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden
und laut zu sagen: NEIN!
-Kurt Tucholsky
► Quelle: Dieser Artikel wurde am 31. Mai 2026 erstveröffentlicht auf QPRESS.de >> Artikel.
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► Bild- und Grafikquellen:
1. Wappen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Foto: rauter25. Quelle: Flickr. Namensnennung-Nicht kommerziell 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0).
2. Geteilte Straße. Die Grundstücke der Harzer Straße gehörten links zum Ost-Berliner Stadtbezirk Treptow, rechts zum West-Berliner Bezirk Neukölln, 1989. Foto: Dipl.-Inf. (FH) Florian Schäffer. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ (CC BY-SA 3.0) lizenziert.
3. Wandgemälde Trabi, Mauer, Stracheldraht. Der Trabant war eine von 1958 bis zum 30. April 1991 in der DDR bzw. zuletzt in der Bundesrepublik Deutschland von Sachsenring produzierte Kleinwagen-Modellreihe. Zu den technischen Besonderheiten zählen der Zweitaktmotor und die Karosserieverkleidung aus Duroplast. Zur Zeit seiner Einführung galt er mit Frontantrieb und neben dem Getriebe quer eingebautem Motor als moderner Kleinwagen und ermöglichte neben dem Wartburg die Massenmotorisierung in der DDR. 1976 waren 47 % aller in der DDR genutzten Pkw Trabants. Viele Fahrzeuge wurden in die ČSSR, nach Polen und Ungarn exportiert. Relativ große Stückzahlen erreichte insbesondere der Trabant 601, der 1989/1990 zu einem Symbol der politischen Wende wurde. (> Wikipedia-Artikel).
Foto: User 652234 (user_id:652234). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.
4. Berlin: Demonstration. Hunderttausende BürgerInnen beteiligten sich an einer Demonstration, zu der Berliner Kunst- und Kulturschaffende ins Zentrum der Hauptstadt eingeladen hatten. Der Zug wurde von einer Fülle von Transparenten, Schildern und Spruchbändern beherrscht.(ADN-ZB/Settnik/4.11.89). Foto/Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-1989-1104-437 / Settnik, Bernd / CC-BY-SA 3.0. Momentaner Standort: Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst - Zentralbild (Bild 183). Quelle: Wikimedia Commons.
5. Das globale Massenüberwachungssystem: ein geheimes, demokratisch kaum kontrollierbares Hightech-Präventionsinstrument zur Sicherheitsvorsorge, zur Vormacht- und Herrschaftssicherung. Es gedeiht im Schatten des demokratischen Rechtsstaats, bedroht politisch-soziale Bewegungen, Millionen von Menschen und deren Bürger- und Freiheitsrechte. Foto: Copyright ©️ Dennis Skley Photography. Quelle: Flickr. Die Datei ist mit der CC-Lizenz Namensnennung-Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0) lizenziert.
6. Spreewälder Gurken im Glas. Spreewälder Gurken ist eine geschützte geographische Angabe (g.g.A.) für eingelegte Gurken aus Brandenburg. Bereits im 7./8. Jahrhundert wurden im Gebiet des Spreewalds Gurken angebaut. Von Niederländern, die im 16. Jahrhundert in die Gegend um Lübbenau einwanderten, wurde der Gurkenanbau intensiviert, sodass der Anbau von Gurken bis zum Ende des 17. Jahrhunderts der wichtigste Wirtschaftszweig der Region wurde.
In den 1870er Jahren beschrieb auch Theodor Fontane die Gurke als Spitze der landwirtschaftlichen Produkte im Brandenburger Spreewald:
„Die Spreewaldprodukte haben nämlich in Lübbenau ihren vorzüglichsten Stapelplatz und gehen erst von hier aus in die Welt. Unter diesen Produkten stehen die Gurken obenan. In einem der Vorjahre wurden seitens eines einzigen Händlers 800 Schock pro Woche verkauft. Das würde nichts sagen in Hamburg oder Liverpool, wo man gewohnt ist, nach Lasten und Tonnen zu rechnen, aber »jede Stelle hat ihre Elle«, was erwogen für diese 800 Schock eine gute Reputation ergibt.“ (– Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg)
Durch Fortschritte am Ende des 19. und im 20. Jahrhundert wurden Techniken entwickelt, um die eingelegten Gurken länger Haltbar zu machen. So war auch ein überregionaler Export möglich. Die feuchten humusreichen Böden und das Klima im Spreewald unterstützen das Wachstum der Gurken. Der spezielle Geschmack der Spreewaldgurken resultiert aus ihren Verarbeitungsformen und den beigefügten Gewürzen. Die Verarbeitung muss im Wirtschaftsraum Spreewald erfolgen und die verwendeten Gurken müssen zu 70 % dort erzeugt worden sein.
Während der Gärungsprozess in großen Fässern früher mehrere Wochen in Anspruch nahm, kommen die Gurken heute bereits nach eintägiger Verarbeitung in den Handel – sei es als Senf-, Gewürz- oder Salzgurken. Bei der Verarbeitung in den ca. zwanzig Einlegereien werden die Gurken auf siebzig Grad Celsius unter Zugabe von Natronlauge erhitzt. Zugaben wie Basilikum, Zitronenmelisse, Wein-, Kirsch- oder Nussblätter geben der Spreewaldgurke ihren Geschmack.
Während der Zeit der DDR wurde die Spreewaldgurke vom VEB Spreewaldkonserve Golßen angeboten. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 war die Spreewaldgurke eines der wenigen DDR-Produkte, die ohne Unterbrechung weiter erhältlich waren. Die Gurke ist unter ihrem Markennamen Spreewälder Gurken erhältlich, der im März 1999 EU-weit geschützt wurde. (-Text: Wikipedia-Artikel).
Foto: Leonhard Lenz, Berlin. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei wird unter der Creative-Commons-Lizenz CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright zur Verfügung gestellt. Die Person, die das Werk mit diesem Dokument verbunden hat, übergibt dieses weltweit der Gemeinfreiheit, indem sie alle Urheberrechte und damit verbundenen weiteren Rechte – im Rahmen der jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen – aufgibt. Das Werk kann – selbst für kommerzielle Zwecke – kopiert, modifiziert und weiterverteilt werden, ohne hierfür um Erlaubnis bitten zu müssen.
7. Widerstand durch Massenprotest: Was machen diejenigen, die keine Stimme mehr haben? Die sehen, dass vieles in eine Richtung läuft, die sie nicht als eine sehen, die ihren Interessen entspräche? Wir müssen uns engagieren und wehren. Und wir tun es nicht ausschließlich aus Eigeninteresse, sondern weil uns dieses Land am Herzen liegt, auch wenn wir zu ihm ein ambivalentes Verhältnis haben - nicht erst seit Corona, aber erst recht seit Corona. Ziviler Ungehorsam und Widerstand werden Pflicht.
Foto: Sarah_Loetscher / Sarah Lötscher, Bern/Schweiz (user_id:4248505). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.