Lehren der Kriegsgeschichte sind heute vergessen

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Kai Ehlers
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Beigetreten: 18.07.2014 - 21:31
Lehren der Kriegsgeschichte sind heute vergessen
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Lehren der Kriegsgeschichte sind heute vergessen

Fortsetzung des ‚kalten Krieges‘ mit anderen Mitteln

Im Krieg, der gegenwärtig in der Ukraine stellvertretend zwischen dem „Westen“ und Russland geführt wird, sprechen deutsche Politiker davon, jetzt eine Sicherheitsarchitektur für Europa entwickeln zu wollen. Gut. Aber warum nur für Europa? Warum erst jetzt? Und warum nicht für den ganzen eurasischen Raum mit Wirkung auf die globale Stabilität?

Warum musste Russland nach der Auflösung der Sowjetunion in zügellosem Triumphalismus erst als „Regionalmacht“ gedemütigt werden, ohne zu bedenken, welche Gegenkräfte damit auf den Plan gerufen würden?

Warum musste die Ukraine erst durch das Chaos des Maidan, erst durch acht Jahre eines blutigen Bürgerkrieges zwischen Kiew und den abgespaltenen Provinzen Lugansk und Donezk gezogen, warum schließlich erst in das für die Ukraine desaströse Martyrium der Ausweitung dieses Bürgerkrieges zum Krieg mit Russland getrieben werden, ohne den militanten Nationalismus zu bedenken, der damit provoziert würde?

   

Warum mussten Europa, Eurasien, die Welt erst wieder an den Rand eines globalen Krieges gebracht werden, statt das Ende des „Kalten Krieges“ dafür zu nutzen, eine neue Ordnung im friedlichen Zusammenwirken eurasischer Staaten zu sichern, die auch das globale Zusammenleben stabilisiert?

► Lehren der Kriegsgeschichte …

Ein Blick in die klassischen Kriegstheorien von Carl von Clausewitz (* 1. Juli 1780 in Burg; † 16. November 1831 in Breslau) im 19. Jahrhundert bis zurück zu denen des Chinesen Sunzi („wörtlich Meister Sun“; veraltend Sun Tsu; * um 544 v. Chr. in Qi; † um 496 v. Chr. in Wu) aus dem fünften Jahrhundert vor Christi Geburt, hätte schon ausreichen können zu erkennen, dass ein unterlegener und geschwächter Gegner, wie es Russland als Kern der Sowjetunion nach dem Ende des „Kalten Krieges“ war, nicht noch weiter geschwächt und gedemütigt werden dürfe, ohne dass damit Kräfte der Revanche herausgefordert würden.

Je kleiner das Opfer ist, welches wir von unserem Gegner fordern“, schrieb Clausewitz unter dem vom „Zweck des Krieges“ in seinem Buch „Vom Kriege“, geringer dürfen wir erwarten, dass seine Anstrengungen sein werden, es uns zu versagen. Je geringer aber diese sind, um so kleiner dürfen auch die unsrigen bleiben.

Und wie er den Krieg als Fortführung der Politik mit anderen Mitteln definierte, so sah Clausewitz die Politik nach einem Sieg als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Daher sei es wichtig so bald wie möglich vom Kriegszustand in den Frieden überzugehen.

Ähnlich sah es Sun Tsu in seinen Traktaten „Die Kunst des Krieges“ [1]: „In der wahrhaftigen Kunst des Krieges ist es von jeher die beste Lösung, das Land des Feindes heil und unversehrt zu erobern; nicht gut ist es, es zu zerschmettern und zu zerstören.“ (>> Hörbuch, Dauer 1:17:49 Std.)

Pointiert zusammengefasst lauten diese klassischen Lehren zum Kriege: Ziel des Krieges ist der Frieden, nicht der Krieg.

Sun_Tsu_Sunzi_China_Die_Kunst_des_Krieges_Kriegfuehrung_Kriegsfuehrung_Kriegsstrategie_Kriegshandwerk_Kriegstaktik_Militaerstratege_military_strategy_Kritisches-Netzwerk

► ... sind heute vergessen

Aber diese Lehren einer mehrtausend Jahre umfassenden Kriegsgeschichte scheinen heute nicht mehr zu gelten. Das lässt die jüngere Geschichte deutlich erkennen: Eine Fortsetzung des Ersten Weltkrieges durch den daraus hervorgehenden zweiten hätte es ohne die Erniedrigung Deutschlands durch die Versailler Nachkriegsregelungen nicht zwangsläufig geben müssen.

zbigniew_kazimierz_brzezinski_soviet_union_russia_sowjetunion_the_grand_chessboard_die_einzige_weltmacht_americas_global_leadership_domination_ukraine_strategic_vision_russophobia.png Nach dem Zweiten Weltkrieg widerstanden die Westalliierten ihrem Impuls, „ihren“ Teil Deutschlands in ein Ackerland zu verwandeln, wie er sich im Morgenthau-Plan (>> hier Volltext) niederschlug, nur deshalb, weil Deutschland für die Sieger als Bollwerk zum Zurückdrängen der Sowjetunion gebraucht und dementsprechend aufgebaut wurde. Die Sowjets demontierten anfänglich in großem Umfang Industrieanlagen, verzichteten aber im Interesse einer starken DDR ab 1953 auf weitere Reparationsforderungen.

Heute nehmen die Sieger des „Kalten Krieges“, allen voran die USA, selbst solche eigennützigen Rücksicht nicht mehr. Der auf Russland reduzierte sowjetische Gegner wurde und wird für sie als Bündnispartner gegen niemanden gebraucht.

Im Gegenteil: Russland ist den Vereinigten Staaten von Amerika, die nach Selbstdefinition aus der Auflösung des Warschauer Paktes als „die einzige Weltmacht“ hervorgingen, beim Aufmarsch gegen China im Weg und aus ihrer Sicht bestenfalls als ausbeutbare Rohstoffbasis interessant.

Zugleich zahlt sich die Schonung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und seine Einbeziehung in den herrschenden atlantischen Block bei dem Versuch, Russland auf die Rolle einer Kolonie zu reduzieren, heute politisch mit Zins und Zinseszinsen als Nibelungentreue Deutschlands gegenüber den USA in ihrem Kreuzzug gegen Russland aus.  

► Fortsetzung des ‚kalten Krieges‘ mit anderen Mitteln

Dieser Kreuzzug, einer ‚feindlichen Übernahme‘ eines Monopols durch ein anderes vergleichbar, setzte schon gegen Michail Gorbatschow ein, dessen naiver Entspannungswille missbraucht wurde, um die Sowjetunion aus Deutschland und Osteuropa hinauszudrängen, erschlichen durch die Zusage, die NATO nach der Auflösung des Warschauer Paktes nicht über die Grenzen der DDR hinaus nach Osten auszudehnen. [2]

Entwicklung der NATO: konsequente, provokative Osterweiterung in Richtung Russland

NATO-30-Osterweiterung-Feindbild-Kriegstreiber-Aggressionspolitik-OTAN-Kritisches-Netzwerk-Russland-Sicherheitskonferenz-Nordatlantikvertrag-Geostrategie-Russenhass

Es war die NATO selbst, die sich immer mehr an die russischen Grenzen herangearbeitet, indem sie immer mehr direkte Nachbarn Russlands in das Bündnis aufgenommen hatte. Damit hat sie die Gefahr der direkten Konfrontation mit Russland selbst geschaffen. Nur stellt sich zunehmend deutlicher die Frage, was man erreichen will mit diesem wachsenden Aufgebot an NATO-Staaten entlang der russischen Grenze.

♦ ♦ ♦

Es folgte die Unterstützung Boris Jelzins gegen Gorbatschows Versuche, den Sozialismus zu reformieren. Mit Jelzin, der die Sieger direkt zur Privatisierung des Landes einlud, war die Einvernahme Russlands leichter zu haben als mit Gorbatschow. Das Ganze war eine Fortsetzung des Kalten Krieges mit anderen Mitteln. Erst Wladimir Putin trat ihr entgegen, als er die Kommandobrücke in Moskau mit der Ansage betrat, Russland wieder stark machen, das hieß, das Land innenpolitisch stabilisieren und außenpolitisch wieder zum Integrationsknoten Eurasiens machen zu wollen.

Konsequent bestand Putins erste Amtshandlung darin, Russland aus der Schuldenfalle des Siegers zu lösen, indem er weitere Kreditierungen durch den IWF kündigte. Ergänzend dazu veranlasste er die Begleichung der sowjetischen Altschulden an die Weltbank – gegen deren erklärten Willen. Damit setzte Putin der Kolonisierung Russlands, wie sie unter Jelzin begonnen hatte, ein klares ‚So nicht weiter‘ entgegen. ‚Russland auf dem Weg zu sich selbst‘, lautete das Leitmotiv, unter dem Putin die Bevölkerung sammeln konnte.

Parallel zu diesen innenpolitischen Maßnahmen trat Putin im Deutschen Bundestag auf, wo er den Vorschlag vorbrachte, die mit dem Ende der Sowjetunion aufgebrochene Sicherheitsarchitektur, die in gegenseitiger Bedrohung durch NATO und Warschauer Pakt bestanden hatte, durch eine kooperative, das ganze Eurasien umfassende neue Sicherheitsvereinbarungen zu ersetzen.

► Dämonisierung statt Kooperation

Der Vorschlag Putins wurde von den Abgeordneten des Bundestages, zwar woran man nicht oft genug erinnern kann, in stehenden Ovationen beklatscht – aber nicht umgesetzt. [Wortprotokoll der Rede Wladimir Putins im Deutschen Bundestag am 25.09.2001; H.S.]

Putins Angebot passte nicht zu den Interessen der „einzigen Weltmacht“, wie sie am klarsten in den Schriften von Politikberater Zbigniew Brzeziński formuliert wurde. Er konnte sich zwar ein dreifach geteiltes Russland gut als ein östliches, westliches und mittleres Gebiet vorstellen – aber ohne Putin, das heißt, Russland als ein politisch amputiertes, willenloses Objekt kolonialer Ausbeutung. Ein Putin, der sich dagegen stemmt, noch dazu in möglichem Bündnis mit den Deutschen, war in dieser Vision nicht vorgesehen.

Zu erinnern ist hier auch an die Ausführungen von George Friedman [pathologisch-russophober Gründer des Think-Tanks 'Strategic Forecasting', kurz Stratfor, danach 'Geopolitical Futures' (GPF); H.S.] und Co, die sich nicht scheuten öffentlich zu erklären, dass die USA nichts so sehr fürchten wie ein Zusammenwachsen von Deutschland und Russland, Know how und Ressourcen. In der Tat, muss man dazu sagen: ein Zusammenrücken von Moskau und Berlin könnte eine eurasische Ellipse entstehen lassen, welche die Hegemonie der USA in Frage stellt. Dies zu verhindern hat für die USA existenzielle Dimensionen.

Auf der Linie dieser Strategie wurde das neue, nachsowjetische Russland, wie oft in letzter Zeit beschrieben, Schritt für Schritt durch NATO- und EU-Erweiterung sowie durch bunte Revolutionen eingekreist und eine massive ideologische Aufrüstung gegen Putin als neuer Stalin, wahlweise Hitler in Gang gesetzt, der das russische Imperium mit Gewalt restaurieren wolle.

Jahr für Jahr wiederholte Angebote, ja Mahnungen von Seiten Russlands zur Einrichtung einer neuen Friedensordnung prallten an dieser Strategie ab. Im Ergebnis sah sich Russland in wachsendem Maße bis dicht vor seine Grenzen vom Westen eingeschnürt.

!!Der jetzige Krieg ist Ergebnis dieser Entwicklung!! 

Schaut man so in die Geschichte, insbesondere in die Jahre nach dem Ende der Sowjetunion zurück, dann wird deutlich, dass der jetzt in der Ukraine geführte Stellvertreterkrieg die Zuspitzung einer Politik ist, die kein Ende des Krieges nach dem Sieg mehr kennt. Jetzt ist nicht mehr nur von Sieg die Rede, jetzt ist die „Zerstörung“ Russlands das erklärte Ziel der sich herausbildenden westlichen Allianz unter amerikanischer Führung.

Der Krieg ist nicht mehr die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, Politik nicht mehr die Fortsetzung des Krieges durch diplomatische Mittel, sondern Krieg und Frieden sind dabei in eine Dauerverbindung miteinander überzugehen, deren Ergebnis, wenn nicht ein Wunder geschieht, nicht eine neue Friedens-, sondern eine dauerhafte Kriegsordnung ist, in der sich Informations-, Sanktions- und wuchernde Stellvertreterkriege miteinander verbinden.  

► Und doch wäre ein Waffenstillstand möglich

Neutralität, neutraler Status, Neutralitätsanspruch, Neutralitätsaufgabe, Bündnisfreiheit, Bündnisneutralität,Noch jetzt wäre ein Waffenstillstand sofort möglich, in dem beide Kriegsparteien ihr Gesicht wahren könnten, wenn die Ukraine sich entsprechend ihrer geschichtlichen und geographischen Natur als Durchgangsland zwischen Ost und West, Norden und Süden zum neutralen Raum zwischen Russland und Europa erklärte.

Möglich wären Vereinbarungen über eine lokale und mit diesem Schritt einhergehende eurasische Friedensordnung, wenn die USA und die europäische „Elite“ sie wollten, wenn die europäischen „Eliten“ sich von den USA unabhängig machen würden, wenn nicht das Trugbild einer Ukraine aufrechterhalten würde, die für „unsere“ Demokratie kämpfe und hinter deren Grenzen sich die „Barbarei“ öffne.

► Was folgt aus all dem für Deutschland?

Einfach gesagt, Deutschland wäre auf Grund seiner eigenen Geschichte, sich zweimal als Kriegsverlierer regenerieren zu müssen, sowie seiner aktuellen Stellung in der Europäischen Union die Kraft Europas, welche die Forderung nach sofortigem Waffenstillstand und nach einem Übergang in eine neue Friedensordnung jetzt und hier am glaubhaftesten vorbringen könnte.

Dies gilt umso mehr, nachdem die Schweiz die Rolle des neutralen Vermittlers ohne Not abgegeben hat; es gilt aber auch nur dann, wenn Deutschlands politische Vertreter sich aus dem blinden Vasallentum gegenüber den amerikanischen Interessen lösen. Nur „Zögern“ allerdings aber zugleich Waffen an die Ukraine liefern reicht dafür nicht. Es bedarf des klaren Auftretens für eine politische Deeskalation, statt der weiteren Befeuerung und tendenziellen Ausweitung des Krieges über die Grenzen der Ukraine hinaus.  

Gebraucht wird Deutschland als Vermittler, der den sofortigen Waffenstillstand und die Aufnahme von Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien aktiv fördert, statt Waffen in die Ukraine zu schicken, wenn verhindert werden soll, dass die Menschen in der Ukraine, Ukrainer wie auch Russen, weiterhin als Kanonenfutter für den Stellvertreterkrieg, den die „einzige Weltmacht“ in der Ukraine gegen Russland führen lässt, benutzt und verbraucht werden und wenn Deutschland seine eigene Zukunft mit Russland retten will.

H.S.: Doch stattdessen beweist die deutliche Mehrheit der MdBs ihre russophobe, kriegstreibende Geisteshaltung:

Bundestag_Ukraine_Waffenlieferungen_Screenshot_Kriegstreiber_Konfrontationspolitik_Aggressionspolitik_Bellizismus_Namentliche_Abstimmungen_Kritisches-Netzwerk

Denn – um es in einem Bild zu sagen – Deutschland ohne Russland, das ist wie ein Ei ohne Schale, so wie umgekehrt Russland ohne Deutschland eine Schale ohne Ei ist. Zusammen, aktiv verbunden durch eine neutrale Ukraine, können sie eine Kraft bilden, die in die Zukunft weist, getrennt durch einen Dauerkrieg um die Ukraine sind sie nicht lebensfähig – nicht Deutschland, nicht Russland und auch nicht die Ukraine.

!!Erst recht entsteht so keine neue globale Sicherheitsarchitektur!!

Kai Ehlers, Hamburg >> www.kai-ehlers.de .

[1] "SUNZI - DIE KUNST DES KRIEGES". Sunzi schrieb dieses außergewöhnliche Buch vor zweieinhalbtausend Jahren in China. Es beginnt mit den Worten: Die Kunst des Krieges ist für den Staat von entscheidender Bedeutung. Sie ist eine Angelegenheit von Leben und Tod, eine Straße, die zur Sicherheit oder in den Untergang führt. Deshalb darf sie unter keinen Umständen vernachlässigt werden. >> Volltext. (64 Seiten).

► Sun Tsu: Die Kunst des Krieges (Dauer 1:17:49 Std.)

[2] Ergänzung von Helmut Schnug: Die NATO besteht heute aus 30 Mitgliedern, von denen neun der früheren Sowjetunion angehörten. Zu den Erstmitgliedern der am 4. April 1949 gegründeten NATO zählen die zehn europäischen Staaten Vereinigtes Königreich, Frankreich, Niederlande, Belgien, Italien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Island und Portugal sowie die USA und Kanada. 1952 traten die Türkei und Griechenland bei. Die Bundesrepublik Deutschland folgte am 6. Mai 1955 im Rahmen der Pariser Verträge. Spanien folgte am 30. Mai 1982.

Polen, Tschechien und Ungarn traten am 12. März 1999 als erste Mitglieder des ehemaligen Warschauer Pakts der NATO bei. Seit dem 29. März 2004 gehören Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowenien zur NATO. Am 1. April 2009 folgten Albanien und Kroatien. Am 5. Juni 2017 ist Montenegro der NATO beigetreten und am 27. März 2020 wurde die Republik Nordmazedonien das 30. NATO-Mitglied.

NATO-Angriffsbuendnis-war-crimes-criminals-nordatlantikpakt-north-atlantic-terror-treaty-organization-Kritisches-Netzwerk-Kriegsverbrecher-Kriegsverbrechen-Russophobia-russophobieIn jüngster Zeit wird im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise auch ein möglicher Beitritt Schwedens und Finnlands diskutiert. Beide Länder arbeiten mit der NATO seit Jahren im sogenannten Programm „Partnerschaft für den Frieden” [sic!] zusammen. Zusammen mit sechs weiteren Ländern fungieren Finnland und Schweden als „enge“ NATO-Partnerländer und tragen auch zu Operationen bei. Somit bestehen Möglichkeiten, in bestimmten Bereichen mit der NATO zusammenzuarbeiten, ohne Mitglied des transatlantischen Bündnisses zu sein.

Finnland und Schweden erhalten aufgrund der russischen Invasion der Ukraine nun verstärkten Zugang zu NATO-Informationen und können an der strategischen Kommunikation der NATO teilnehmen. Bislang hatten Finnland und Schweden auf einen neutralen Status Wert gelegt. Nachdem Russland die beiden Länder jedoch im Zuge der Zuspitzung des Konflikts um die Ukraine mehrmals gewarnt hatte, keinen NATO-Beitritt zu erwägen, beginnt sich das Blatt zu wenden. Zudem soll der Kreml in einem Schreiben an Finnland und Schweden jüngst Sicherheitsgarantien von beiden Ländern eingefordert haben. Beide Länder hatten die Forderung als inakzeptabel zurückgewiesen und erklärt, solche Entscheidungen selbst zu treffen.

Seit 2002 gibt es ferner den Individuellen Partnerschaftsaktionsplan („Individual Partneship Action Plan"; IPAP). Er gibt der NATO die Möglichkeit, „interessierten Partnerländern, die signalisieren, anstelle einer festen Palette von Aktivitäten eine auf die jeweiligen Erfordernisse und Gegebenheiten zugeschnittene Unterstützung anbieten zu können", so die NATO in ihrer Veröffentlichung „Sicherheit durch Partnerschaft". Teilnehmende Länder sind seit den 2000er Jahren Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan, Moldawien sowie Bosnien und Herzegowina. 2015 kamen Serbien und jüngst 2021 die Ukraine hinzu. Bosnien und Herzegowina ist schon einen Schritt weiter. Das Land wurde im Jahr 2018 dem „Aktionsplan für Beitrittskandidaten" zugeführt.

Man muß schon intellektuell deutlich zu früh abgebogen oder zumindest idelogisch verbrämt sein um nicht erkennen zu können, wer hier eigentlich wen bedoht. Zur Klarstellung: Das aggressive Vorgehen der EU, der NATO und der ultranationalistischen Schergen der Ukraine - hier insb. gegen die russischstämmige und -verwurzelte Bevölkerung - rechtfertigt natürlich NICHT die durch den Angriff Russlands verletzte und getötete ukrainische Zivilbevölkerung, die Vernichtung von Menschenleben und die schweren Verwüstungen. Ergänzt H. Schnug.


ACHTUNG: Die Bilder und Grafiken sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt, ebenso das Video. Für sie gelten ggf. folgende Kriterien oder Lizenzen, s.u.. Die Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt - ebenso die Unterstreichungen zur besseren Wahrnehmung einzelner Aussagen.

Bild- und Grafikquellen:

1. US officials urge Ukraine Government to cooperate with the oppositions, after opposition leaders have demanded constitutional change that would seriously curtail presidential powers. Cartoon: Mohammad Kargar, Iran. Quelle: Nasim News Agency website >> https://nasimonline.ir/. All Content by Nasim News Agency is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License.

2. Der Staat Ukraine steht am Rande des Zusammenbruchs. Sein bis ins Mark korrupte Regime, vom 7. Juni 2014 bis zum 20. Mai 2019 kaputtregiert durch den Oligarchen Poroschenko und seitdem durch den Präsidentendarsteller Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj hält sich nur mithilfe der USA, der EU und besonders Deutschlands sowie per Kollaboration mit faschistoidem Gesindel mühsam im Amt. Wie lange noch? Cartoon: Mohammad Kargar, Iran. Quelle: Nasim News Agency website >> https://nasimonline.ir/. All Content by Nasim News Agency is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License.

3. Sunzi (wörtlich Meister Sun“, veraltend Sun Tsu;  * um 544 v. Chr. in Qi; † um 496 v. Chr. in Wu) war ein chinesischer General, Militärstratege und Philosoph. Das Foto entstand im Beijing Military Museum. Foto: Matthew Stinson, American who's been living abroad in Tianjin, China, since early 2004 as a photographer. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Nicht kommerziell 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0).

4. Screenshot of the video "Zbigniew Brzezinski: Lessons from a Life in Strategy - Leading Teams". Quelle: CSIS - Center for Strategic & International Studies >> weiter. (Dort gibt es auch zahlreiche weitere Infos und Videos über diesen pathologischen Russlandhasser und jahrzehntelangem Kriegstreiber Brzezinski. Gut das er am 26. Mai 2017 endlich verstorben ist. Möge er in der Hölle brennen. Helmut Schnug.)

"The key point to bear in mind is that Russia cannot be in Europe without Ukraine also being in Europe, whereas Ukraine can be in Europe without Russia being in Europe."
-The Grand Chessboard (1997), Chapter 4, The Black Hole, p. 122.

"Fortunately for America, Eurasia is too big to be politically one. Eurasia is thus the chessboard on which the struggle for global primacy continues to be played."
-The Grand Chessboard (1997), Chapter 2, The Eurasian Chessboard, p. 31.

Das Textinlet sind 2 Zitate von Dr. Brzeziński. Diese wurde nach einer Konzeptidee von KN-ADMIN Helmut Schnug durch Wilfried Kahrs (WiKa) technisch eingearbeitet. Bei Weiterveröffentlichung der Grafik ist neben dem Link zur Quelle CSIS auch Kritisches-Netzwerk.de zu benennen!

5. Entwicklung der NATO - konsequente Osterweiterung in Richtung Russland. Karte erstellt: User: Patrick Neil, basierend auf der Ausgangsversion >> Image:EU1976-1995.svg by glentamara. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0) lizenziert. Die ursrüngliche Karte wurde aktualisiert: Montenegro wurde als 29. NATO-Mitgliedsstaat am 6. Juni 2017 in den christlich-offensiven Angriffspakt aufgenommen wurde. Seit dem 27. März 2020 ist Nordmazedonien ebenfalls NATO-Mitglied und damit der 30. Staat.

6. Buchcover "Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft" von Zbigniew Brzeziński. Kopp Verlag – Unveränderte Neuauflage November 2015; ISBN: 978-3-86445-249-9; Preis 9,95 €.

7. Neutralitäts-Piktogramm. Blockneutralität, Bündnisfreiheit, Bündnisneutralität, neutraler Status, Neutralität, Neutralitätsanspruch, Neutralitätsaufgabe, Neutralitätsorientierung, Neutralitätspolitik). Quelle: Wikimedia Commons. Dieses Werk wurde von seinem Urheber norro als gemeinfrei veröffentlicht. Dies gilt weltweit. Die Grafik besteht nur aus einfachen geometrischen Formen. Sie erreichen keine Schöpfungshöhe, die für urheberrechtlichen Schutz nötig ist, und sind daher gemeinfrei.

8. Screenshot Abstimmungsergebnis der Abgeordneten des Deutschen Bundestages (namentliche Abstimmung) zum Antrag der so genannten "Umfassenden Unterstützung für die Ukraine" [sic!]. Quelle: © bundestag.de > zur Seite. Der Screenshot der Bundestagsseite und die Veröffentlichung im Kritischen-Netzwerk erfolgt aus nicht-kommerziellem, aber journalistisch-redaktionellem Zweck. Der Betreiber des KN zieht daraus keinen finanziellen Nutzen! Die Rechte verbleiben selbstverständlich beim Deutschen Bundestag!!

9. NATO (NORTH ATLANTIC TERROR ORGANISATION): WE ONLY BOMB FOR PEACE. Die NATO ist ein christlich, offensives und menschenrechtsverachtendes Militär- und Angriffsbündnis. Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Destabilisierung, Diffamierung, Osterweiterung u.v.m. gehören zum Repertoire. Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa).