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Aktualisiert: vor 1 Stunde 39 Minuten

AfD und BSW beschließen Corona-Untersuchungsausschuss in Sachsen-Anhalt

29. September 2026 - 10:12

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt triumphierte die Alternative für Deutschland (AfD) mit 44 Prozent der Stimmen und das Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW) schaffte mit über 5 Prozent den Einzug in den Landtag. Nun haben die beiden Parteien beschlossen, einen Untersuchungsausschuss einsetzen zu lassen, der die Corona-Politik beleuchten soll.

Compact stellt fest, dass es sich um ein Novum handelt. Es sei das erste Mal, dass sich mit den beiden Parteien eine Landtags-Mehrheit findet, um einen Corona-Untersuchungsausschuss einzuberufen. Bislang hätten das vor allem Oppositionsfraktionen getan.

Laut AUF1 fordert das BSW eine «umfassende und transparente Aufarbeitung». Fraktionschef Thomas Schulze teilte mit:

«Nur wenn die Ereignisse um Corona restlos aufgeklärt werden, können wir dadurch entstandene Gräben zuschütten.»

Das BSW fordere zudem ein Amnestie- und Rehabilitationsgesetz für Menschen, die während der «Pandemie» zu Unrecht belastet oder benachteiligt worden seien.

Compact erachtet den Beschluss als wichtiges Zeichen, denn die bisherige Regierung habe kürzlich «noch einmal die Jagd auf Kritiker der Corona-Maßnahmen eröffnet». Im Gegensatz zu den meisten Bundesländern, in denen die juristische Aufarbeitung der Corona-Politik weitgehend abgeschlossen sei, hätte die Landesregierung in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr «einen neuen Großangriff auf missliebige Bürger» gestartet.

Konkret geht es um sogenannte «Bereichsbetretungsverbote», die Demonstranten im Zuge der Massenproteste gegen die Corona-Zwangsmaßnahmen und die geplante Impfpflicht im Winter 2021/2022 erhalten hatten. Im Oktober 2025 wurden dann Dutzende von ihnen von der Polizeidirektion Magdeburg aufgefordert, eine «Bearbeitungsgebühr» über jeweils 123,50 Euro für das damals erlassene Platzverbot zu zahlen.

Zudem soll laut Compact jeder Bescheid eine eigene Bearbeitungsgebühr mit sich ziehen. Da die Demonstrationen jeden Montag stattfanden, hätten manche Aktivisten mit der Zeit dutzende Betretungsverbote erhalten, womit nun Tausende Euro gefordert würden. Die meisten hätten allerdings gegen die Forderung Klage eingereicht.

Dem Magazin zufolge könnte und sollte eine neue AfD-Landesregierung «die rechtswidrig anmutenden Bescheide rückwirkend aufheben». Ein Untersuchungsausschuss müsse jedoch auch aufklären, «weshalb im Herbst 2025 noch einmal gegen die mutigen Bürger von damals, die sich getraut haben, ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wahrzunehmen, nachgetreten wurde». Auch müssten entsprechende personelle Konsequenzen bei den zuständigen Behörden gezogen werden.

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«Ich möchte das einfach in die Welt tragen»: Mutter von Opfer der COVID-«Impfung» erzählt

29. September 2026 - 0:12

Im MWGFD-Gespräch mit Johannes Clasen und Dr. Andreas Sönnichsen erzählt Veronika Waltl vom Tod ihres Sohnes Markus. Der «Sportler wie aus dem Bilderbuch» starb im Juni 2022 plötzlich und unerwartet. Im vorangegangenen Dezember hatte er sich zweimal mit Pfizer/BioNTech gegen COVID «impfen» lassen, ohne davon überzeugt zu sein. Die Mutter sieht die Klärung eines möglichen Zusammenhangs als ihre Aufgabe.

Markus sei Skilehrer, Windsurfer und Mountainbiker und «eigentlich gesund» gewesen. Er habe sich auf äußeren Druck «impfen» lassen, weil er seiner ehemaligen Skischule über die Weihnachtstage aushelfen wollte. Im Abstand von nur drei Wochen habe er zwei Dosen gespritzt bekommen. Es habe «pressiert», sagt die Österreicherin.

Nach der zweiten Injektion sei der 48-Jährige drei Wochen «einfach kampfunfähig» gewesen, so die Mutter. Hohes Fieber sowie körperlich und seelisch ohne Kraft. Auch später sei Markus' Leistungsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt gewesen, weswegen er den Wunsch geäußert habe, «da etwas zu klären». Diese Beschwerden sind laut Sönnichsen typisch für einen Postvakzin-Schaden (Post-Vac-Syndrom) und können beispielsweise auch auf eine Myokarditis hinweisen.

Die Todesursache habe für Waltl intuitiv sofort festgestanden. Deshalb habe sie unmittelbar Sönnichsen kontaktiert und man habe beschlossen, dass zusätzlich zu einer Obduktion in der lokalen Klinik auch Gewebeproben an den – inzwischen verstorbenen – Pathologen Prof. Arne Burkhardt nach Reutlingen gesendet werden sollten. Um diese Proben habe sie allerdings länger mit dem Hospital ringen müssen.

Die Diagnose der lokalen Klinik habe «chronischer Herzinfarkt» gelautet. Ein Befund, den es de facto nicht gebe, denn ein Herzinfarkt sei immer akut, betont Sönnichsen. Ähnliches sei jedoch zu erwarten gewesen, da die Standard-Pathologien in diesem Kontext generell gezielt weggeschaut hätten.

Professor Burkhardt habe eine Herzmuskelentzündung sowie das impfinduzierte Spike-Protein an den inneren Gefäßwänden gefunden. Die Schlussfolgerung des Spezialisten sei eindeutig gewesen:

«Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist die Impfung kausal für den plötzlichen Herztod verantwortlich.»

Sowohl Waltl als auch Sönnichsen haben ihre Erfahrungen mit dem Corona-Regime gemacht. Beide bezeichnen sich als Menschen mit eher vermeintlich «linken» oder «grünen» Ansichten, und trotzdem sehen sie sich aufgrund ihrer Kritik an den Maßnahmen in die «rechtsradikale Ecke» gedrängt. Der Mediziner bemerkt dazu:

«Das ist schon spannend. Hauptsache man kann irgendwie auf die Leute, die dem Narrativ im Wege stehen, draufhacken.»

Bei der Frage, ob sie inzwischen einen Erkenntniseffekt oder Interesse an Aufklärung in ihrem Umfeld wahrnehmen, legen sich beide nicht fest. Einerseits würden die kritischen Stimmen mehr werden, andererseits wollten viele Menschen das Thema lieber einfach begraben. Waltl habe oft erlebt, dass sich die Leute «an dem Narrativ festklammern», die Gen-Injektionen hätten uns gerettet.

Dass Waltl den Mut gefunden habe, ihre Geschichte zu erzählen, sei daher umso wichtiger, resümiert Clasen. Sie habe damit einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, dass die Gesellschaft wieder lernen könne, über das Geschehene zu sprechen. Und Markus' Mutter erklärt, warum sie all das auf sich nimmt:

«Ich möchte das einfach in die Welt tragen. (...) Das ist meine Aufgabe.»

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Sieben Millionen Kampfwillige? Wie Bundeswehr und «Bild» Kriegs-PR betreiben

29. September 2026 - 0:10

Eine neue Bundeswehr-Studie untersucht die Wehrbereitschaft der Deutschen. Doch wer Pressemitteilung und Berichterstattung mit den eigentlichen Zahlen vergleicht, stößt auf arg verzerrende Verschiebungen: Aus differenzierten Antwortkategorien wird eine große Zahl, aus einem Rückgang wird kein Thema – und aus einer hypothetischen Umfrageantwort werden bei der Bild kurzerhand «sieben Millionen Deutsche», die angeblich für ihr Land kämpfen würden.

Die Nachricht klingt ohne Frage zunächst spektakulär: «Sieben Millionen Deutsche würden für ihr Land kämpfen», so die Schlagzeile der Bild in ihrem Bericht über die neue Bevölkerungsbefragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw).

Und die Dachzeile über der Headline setzt noch eins drauf: «Diese Studie sollte Putin lesen.» Der Artikel beginnt mit der Behauptung, Deutschland sei lange als «zu wenig bereit» zur Verteidigung des eigenen Landes wahrgenommen worden. Nun aber zeige die Studie des ZMSBw ein anderes Bild:

«Die Deutschen sind deutlich wehrbereiter, als viele glauben!»

Die Quelle für diese Darstellung ist tatsächlich eine Studie des ZMSBw. Sie basiert auf 2.232 persönlich befragten Menschen ab 16 Jahren und wurde zwischen dem 20. April und dem 24. Mai 2026 durchgeführt.

Doch das ZMSBw weist darin selbst darauf hin, dass gesellschaftliche Wehrbereitschaft aus verschiedenen Ebenen besteht – von der Wahrnehmung einer Bedrohung über Einstellungen zur Verteidigungspolitik bis hin zur persönlichen Bereitschaft, sich im Verteidigungsfall einzubringen. Es warnt damit gewissermaßen selbst davor, diese verschiedenen Ebenen einfach gleichzusetzen. Gerade deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die zentralen Zahlen. In seiner Pressemitteilung schreibt das ZMSBw:

«Millionen würden Deutschland verteidigen – mit und ohne Waffe.»

Weiter heißt es, 53 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen seien grundsätzlich bereit, Deutschland im Falle eines militärischen Angriffs mit der Waffe zu verteidigen. Für die Gruppe der 20- bis 40-Jährigen werden daraus fünf Millionen Männer und etwas weniger als zwei Millionen Frauen hochgerechnet. Die Pressemitteilung spricht damit von einer erheblichen Zahl potenziell Wehrbereiter.

Das klingt nach einer sehr konkreten Aussage. Doch ihr fehlt das Fundament. Befragt wurden Menschen zu einem hypothetischen Szenario. Es handelt sich weder um eine tatsächliche Meldung zum Wehrdienst noch um eine Verpflichtungserklärung und schon gar nicht um Menschen, die sich bereits zum bewaffneten Einsatz bereit erklärt hätten.

Noch wichtiger ist eine Differenzierung, die in der öffentlichen Kommunikation weitgehend verschwindet.

So werden im Forschungsbericht 140 für die unter 50-Jährigen neun Prozent mit «Ja» und weitere 26 Prozent mit «eher Ja» ausgewiesen. Zusammen ergibt das 35 Prozent. Genau diese beiden Kategorien sind aber keineswegs dasselbe. Wer auf die Frage, ob er Deutschland im Angriffsfall mit der Waffe verteidigen würde, «Ja» sagt, äußert eine andere Stärke der Zustimmung als jemand, der lediglich «eher Ja» antwortet.

In der öffentlichen Kommunikation werden diese Antworten dagegen zur «grundsätzlichen Bereitschaft» zusammengezogen. Die Pressemitteilung macht daraus die eingängige Geschichte von Millionen Menschen, die Deutschland verteidigen würden. Die Bild übernimmt diese Darstellung und schreibt:

«Bei den unter 50-Jährigen sagen 35 Prozent klar: Ja, ich würde Deutschland mit der Waffe verteidigen.»

Das Wort «klar» ist hier entscheidend – und stark realitätsverzerrend. Denn 35 Prozent sind nach der vom Autor der Studie verwendeten Antwortstruktur eben gerade nicht 35 Prozent «klar Ja». Denn die 35 Prozent setzen sich eben aus neun Prozent «Ja»- und 26 Prozent «Eher-ja»-Antworten zusammen.

Auch der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt die Verzerrung in der Darstellung von Bundeswehr und der Bild. So lagen 2025 die entsprechenden Werte bei elf Prozent «Ja» und 26 Prozent «eher Ja», also zusammen bei 37 Prozent. 2026 sind es aber insgesamt nur 35 Prozent. Die Gesamtbereitschaft ist damit gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte gesunken; die klare Zustimmung («Ja») ist ebenfalls um zwei Prozentpunkte zurückgegangen, während der Anteil «eher Ja» unverändert blieb.

Das ist kein dramatischer Einbruch. Aber es ist eine relevante Entwicklung, wenn die Studie ausdrücklich die Wehrbereitschaft untersucht und wenn gleichzeitig eine öffentliche Kommunikation mit der Botschaft betrieben wird, die Deutschen seien besonders wehrbereit. Und in der öffentlichen Kommunikation bleibt diese Entwicklung unerwähnt.

Es hat also kein Fundament und kommt regelrecht Kriegs-PR gleich, wenn die Bild am Ende ihres Artikels behauptet:

«Millionen Deutsche wären bereit, sich für ihr Land einzusetzen. Die Botschaft der Forscher lautet deshalb: Niemand sollte die Wehrbereitschaft der Deutschen unterschätzen. Erst recht nicht Kriegstreiber Wladimir Putin.»

Eine solche Formulierung gibt die Studie schlicht nicht her. Tatsächlich werden in der Studie auch verschiedene Formen des Engagements im Verteidigungsfall beschrieben. 49 Prozent können sich demnach einen Einsatz im Zivilschutz vorstellen, 44 Prozent einen Beitrag im Rettungsdienst oder medizinischen Bereich und 28 Prozent einen freiwilligen Wechsel an einen verteidigungsrelevanten Arbeitsplatz. Bei den Streitkräften liegen die entsprechenden Werte je nach Fragestellung deutlich niedriger. Das ZMSBw selbst schreibt ausdrücklich, dass «nicht alle drei Ebenen der gesellschaftlichen Wehrbereitschaft gleich stark ausgeprägt sind», und dass nur ein vergleichsweise kleiner Teil tatsächlich in den Streitkräften dienen und einen bewaffneten Verteidigungsbeitrag leisten werde.

Das ist ein entscheidender Hinweis. Denn «sich im Verteidigungsfall irgendwie einbringen» ist nicht dasselbe wie «mit der Waffe kämpfen» – und «eher Ja» natürlich auch nicht dasselbe wie «Ja».

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch eine Entwicklung, die in der öffentlichen Darstellung kaum eine Rolle spielt: Parallel zum Aufbau des neuen Wehrdienstes sind die Anträge auf Kriegsdienstverweigerung erheblich gestiegen. So gingen im zweiten Quartal 2026 insgesamt 5.984 entsprechende Anträge ein – ein Rekordwert (wir berichteten).

Ich habe auch die Pressestelle des ZMSBw um Klärung der Sachverhalte gebeten und dabei zwei Fragen gestellt:

1. Im Forschungsbericht 140 werden für die unter 50-Jährigen neun Prozent «Ja» und 26 Prozent «eher Ja», zusammen 35 Prozent, ausgewiesen. In der öffentlichen Kommunikation wird diese Unterscheidung nicht genannt, stattdessen wird die Hochrechnung auf rund sieben Millionen Menschen hervorgehoben. Warum werden die Anteile der klaren «Ja»-und der «Eher-Ja»-Antworten nicht separat nach außen kommuniziert, obwohl sie ja die Stärke der erklärten Wehrbereitschaft erheblich besser einordnen lassen?

2. 2025 lagen die entsprechenden Werte bei elf Prozent «Ja» und 26 Prozent «eher Ja», also insgesamt 37 Prozent. 2026 sind es neun Prozent und 26 Prozent, also 35 Prozent. Warum wird der Rückgang der Gesamtbereitschaft beziehungsweise der klaren «Ja»-Antworten gegenüber 2025 in der öffentlichen Kommunikation nicht hervorgehoben?

Die erste Antwort der Pressestelle des ZMSBw lautete lediglich:

«Auf beide Fragen trifft die Antwort zu, dass die Forschungsergebnisse der Bevölkerungsbefragung 2026 in entsprechender Weise dargestellt und kommuniziert werden.»

Das war allerdings keine adäquate Antwort auf meine Fragen. Ich hakte also nochmal nach, woraufhin die Pressestelle des ZMSBw kurz und knapp schrieb:

«Schauen Sie gern auf unsere Website und/oder das Presseportal.»

Doch auch das war keine adäquate Antwort auf meine Fragen. Ich verwies dann erneut darauf, dass die Pressemitteilung des ZMSBw zur Studie die entscheidenden Informationen nicht enthält, und fragte:

«Warum kommunizieren Sie weder die 9 Prozent ‹Ja› im Jahr 2026 separat noch den Rückgang von 37 auf 35 Prozent gegenüber 2025, während Sie die Hochrechnung auf sieben Millionen prominent herausstellen?»

Eine Antwort bekam ich darauf bis dato nicht.

Fakt ist also: Wer die Studie korrekt liest, findet darin keine sieben Millionen Menschen, die sich zum Kampf melden würden. Er findet 2.232 Befragte, hypothetische Szenarien, unterschiedliche Abstufungen der Zustimmung und eine Gesellschaft, deren Bereitschaft zur militärischen Verteidigung keineswegs mit jeder anderen Form von sicherheitspolitischer Zustimmung gleichgesetzt werden kann.

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Russland baut geheimes Kommandozentrum für atomaren Gegenschlag aus

29. September 2026 - 0:07

Laut einer gemeinsamen Recherche der dänischen Rechercheplattform Danwatch, der britischen Sunday Times und des russischen Exilmediums Dossier Center hat Russland in den vergangenen Jahren einen geheimen Kommandobunker tief im Ural massiv ausgebaut. Wie die Berliner Zeitung berichtet, geht es um den als «Objekt 1335» bezeichneten Bunker im Berg Koswinski Kamen nahe der Ortschaft Kytlym in der Region Swerdlowsk.

Die Rechercheteams kommen anhand von rund 2,5 Millionen russischen Ausschreibungs- und Beschaffungsdokumenten seit 2011 sowie Satellitenbildern zu dem Schluss, dass das russische Militär die Arbeiten dort ab 2018 deutlich intensiviert hat.

Laut Danwatch wurden schwere Bohr- und Aushubgeräte, Belüftungstechnik für Bergwerke, Filteranlagen gegen chemische, biologische und radioaktive Verunreinigungen sowie erdbebensichere Klimatechnik beschafft. Die Bestellungen hätten insgesamt rund 20.000 Tonnen Stahl umfasst, was etwa dem Gewicht von drei Eiffeltürmen entspräche. Demnach gibt es mindestens 24 unterirdische Kammern. Rund 2,5 Kilometer würden in gerader Linie zwischen Haupt- und Notausgang liegen. Dem dänischen Bauingenieur Per Goltermann von der Technischen Universität Dänemark zufolge reicht die eingesetzte Betonmenge für ein Bauwerk mit rund 150.000 Quadratmetern Fläche. Die intensivsten Bauarbeiten hätten zwischen 2020 und 2021 stattgefunden.

Gemäß den Rechercheteams gehört die Anlage zum sowjetischen Führungssystem «Perimetr», das im Westen unter dem Namen «Tote Hand» bekannt ist. Sollte die politische und militärische Führung Russlands durch einen Erstschlag ausgeschaltet werden, ist das Ziel des Systems, dem Land dennoch einen atomaren Gegenschlag zu ermöglichen. Der Startbefehl an überlebende Raketensilos soll von eigenen Kommandoraketen weitergegeben werden.

Dem US-Rüstungsforscher Jeffrey Lewis von der Middlebury-Universität zufolge spricht viel dafür, dass Moskau das System wieder in vollen Betrieb nehme. Der norwegische Sicherheitsforscher Tom Røseth vom Norwegian Staff College erklärte gegenüber Danwatch, dass die Anlage insbesondere gegen bunkerbrechende US-Waffen gehärtet wird. Ihr Zweck bleibe ein Gegenschlag und nicht ein Erstschlag.

Laut dem russischen Nuklearwaffenexperten Pawel Podwig, Leiter des Projekts «Russian Nuclear Forces» und leitender Wissenschaftler am UN-Institut für Abrüstungsforschung UNIDIR, handelt es sich allerdings nicht um eine Reaktivierung. Gegenüber dem Exilmedium The Insider bestätigte er zwar den Ausbau, stellte jedoch klar, dass das System nie abgeschaltet gewesen sei.

Der pensionierte russische Generalmajor Wiktor Chalin stimmte dem im Fachjournal Weteran-raketschik zu. Nach eigenen Angaben leitete er von 2005 bis 2010 die Modernisierungsarbeiten von «Perimetr». Dieses sei seit 1986 aktiv und werde seither laufend modernisiert. Ihm zufolge hat 2023 auf Objekt 1335 eine neue Generation der Führungstechnik den Betrieb aufgenommen. Dadurch sei Moskau in der Lage, einen Vergeltungsschlag sowohl teil- als auch vollautomatisch auszulösen.

Wie Uncut-News mit Bezug auf The Times feststellt, erklärte der nach eigenen Angaben an dem System beteiligte ehemalige sowjetische Offizier Valery Yarynich jedoch, dass es sich bei «Perimetr» nicht um ein vollständig autonomes System handelt. So sollte eine menschliche Entscheidung selbst unter extremsten Bedingungen Bestandteil des Ablaufs bleiben.

Ähnlich sieht es der angesehene Atomwaffenexperte Pavel Podvig: «Perimetr» diene primär als Ausfall- und Kommunikationsnetzwerk, um die Befehlskette selbst nach der Zerstörung der Hauptkommandozentralen aufrechtzuerhalten. In welchem Maße die Entscheidungen im Notfall tatsächlich automatisiert ablaufen, bleibt bis heute ungeklärt.

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Kritik aus den USA an Befürwortern eines AfD-Verbots

29. September 2026 - 0:03

Die US-amerikanische Kongressabgeordnete Anna Paulina Luna hat Befürwortern eines AfD-Verbots ein Einreiseverbot angedroht. In einem Schreiben an den Thüringer Landtag warf sie ihnen Demokratiefeindlichkeit vor. Ein freier Rechtsstaat dürfe eine erfolgreiche Opposition nicht mit einer Bedrohung der Demokratie gleichsetzen, heißt es darin.

In Thüringen tagt am kommenden Mittwoch der Justizausschuss. Dieser will nach einem entsprechenden Antrag der Linkspartei über ein Verbot der AfD beraten. Dabei sollen auch externe Prominente und Sachverständige sprechen, unter anderem der Komiker Hape Kerkeling sowie der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

Im Vorfeld hatte die AfD-Fraktion das Auswärtige Amt gebeten, auch Einladungen an den russischen Außenminister Sergej Lawrow sowie an dessen US-amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio zu versenden. Diesem Ersuchen wurde nicht stattgegeben.

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«Bin ich eine Patientin oder bin ich eine Gefangene?»

28. September 2026 - 15:36

Der republikanische Senator Ron Johnson sitzt dem ständigen Unterausschuss für Untersuchungen des US-Senats vor. Anfang September sprach er im Rahmen einer viertägigen Untersuchung zu Schäden der COVID-Injektionen vor kanadischen Abgeordneten (wir berichteten).

Heute, am 28. September, lädt er Patienten, Angehörige, Ärzte und Pflegekräfte zu einer Gesprächsrunde ein, um über das zu diskutieren, was er als «etwas sehr Düsteres» bezeichnete, das sich während der «Pandemie» in Krankenhäusern ereignet habe.

«Die Berichte sind erschreckend, und das geschah nicht nur in einem oder zwei Krankenhäusern. Das geschah in Krankenhäusern im ganzen Land», erklärte Johnson letzte Woche in einem Interview mit Mary Holland, der Geschäftsführerin von Children's Health Defense (CHD), in der Sendung «Good Morning CHD».

Die Diskussionsrunde mit dem Titel «COVID-19 Hospital Protocols: Real Stories from Real People» (COVID-19-Krankenhausprotokolle: Echte Geschichten von echten Menschen) wird ab 19 Uhr europäischer Zeit auf CHD.TV live übertragen.

Dies wird laut The Defender die erste von Johnsons COVID-19-Anhörungen und Diskussionsrunden sein, die sich ausschließlich mit den Krankenhausprotokollen für «COVID-Patienten» befassen. Johnson erhoffe sich, dadurch «einfach nur die nackte Wahrheit» zu erfahren, teilte er mit.

Die Veranstaltung geht auf fast 600 Erfahrungsberichte zurück, die Johnson nach eigenen Angaben über mehrere Jahre hinweg von medizinischem Personal, Patienten und Angehörigen über deren Erfahrungen in Krankenhäusern während der Pandemie gesammelt hat.

The Defender zufolge enthalten die Berichte Vorwürfe, dass Krankenhäuser keine angemessene Versorgung gewährleistet, zu unwirksamen Behandlungen angeregt, Patienten gefesselt und sie von ihren Angehörigen getrennt hätten. Johnson:

«Wie oft erzählen die Menschen davon, wie gefühllos sie behandelt wurden. Das war kein Einzelfall. Das passiert immer und immer wieder.»

Der Senator erklärte, er habe sich für eine Diskussionsrunde anstelle einer formellen Anhörung im Kongress entschieden, damit die Menschen ihre Erfahrungen schildern können, ohne dass Senator Richard Blumenthal und «die Demokraten diese Personen herabwürdigen», weil sie das gängige COVID-Narrativ in Frage stellen. Es sei «höchste Zeit, dass sie ihre Geschichte erzählen können», so Johnson.

Zu den Zeugen, die voraussichtlich aussagen werden, gehört eine Frau, die während der «Pandemie» ins Krankenhaus eingeliefert wurde und entlassen werden wollte. Johnson berichtete, dass sich der Ehemann der Frau stundenlang mit dem Krankenhauspersonal gestritten habe, bevor die Frau schließlich fragte:

«Bin ich eine Patientin oder bin ich eine Gefangene?»

Das waren Johnson zufolge «die magischen Worte, die sie tatsächlich befreiten». Leider seien «sie in viel zu vielen Fällen Gefangene» gewesen.

Er berichtete auch von Aussagen von Patienten, die angaben, gefesselt worden zu sein, denen die Einwilligung nach Aufklärung zu medizinischen Behandlungen verweigert wurde, deren Handys weggenommen wurden und die nicht mit Familienangehörigen oder anderen Personen kommunizieren konnten, die sich für sie hätten einsetzen können. Johnson fügte hinzu:

«Insbesondere, wenn sie oder ihre Angehörigen ungeimpft waren.»

Gemäß dem Senator stammen einige der schmerzlichsten Aussagen von Patienten und Familienangehörigen, die nicht bei ihren Angehörigen sein konnten, als diese starben. Er habe von Fällen gehört, in denen Ärzte zu Angehörigen sagten:

«Oh, Ihr Vater ist ungeimpft? Dann wird er sterben. Ihr Vater wird sterben. Was haben Sie denn erwartet?»

Johnson betonte «die Grausamkeit, die Herzlosigkeit, die oft gegenüber Menschen an den Tag gelegt wurde, die diese experimentelle Gentherapie ablehnten.» Er sei «zutiefst enttäuscht» von dem, was er erlebt habe.

Der Senator sagte, er sei zu Beginn der «Pandemie» mit großem Respekt gegenüber den Fachkräften im Gesundheitswesen an die Sache herangegangen. Er erzählte, dass seine heute 42-jährige Tochter mit einem schweren angeborenen Herzfehler zur Welt gekommen sei und dass Ärzte und Pflegekräfte ihr das Leben gerettet hätten. Doch die Geschichten, die er darüber hörte, wie das System COVID-19-Patienten behandelte, änderten seine Sichtweise.

Johnson betonte, seine Kritik richte sich nicht gegen das medizinische Personal, das gute Versorgung geleistet habe, sondern gegen diejenigen, die zuließen, dass ihre Vorurteile ihre Pflicht gegenüber den Patienten beeinträchtigten.

Er erinnerte an die Aussage einer Professorin für Krankenpflege, die berichtete, dass sie im Jahr 2021 miterlebt habe, wie andere Professoren der Krankenpflege sich weigerten, Studenten, die sich nicht gegen COVID «impfen» lassen wollten, Sonderregelungen zu gewähren. Der Aussage zufolge seien die Studenten einfach aus dem Studiengang ausgeschlossen worden. Eine Professorin soll gesagt haben: «Sollen sie doch versuchen, einen anderen (…) Beruf zu finden», woraufhin die Gruppe lachte. Johnson erläuterte:

«Stell dir das mal vor. Sie haben darüber gelacht, dass die Träume und Ambitionen dieser jungen Menschen zunichte gemacht werden könnten. Sie haben gelacht, weil sie diese experimentelle Gentherapie-Injektion nicht bekommen würden.»

Johnson rechnet nicht mit einer umfassenden Berichterstattung der Mainstream-Medien über die Veranstaltung am 28. September. Er stellte fest:

«Sie können mich nicht widerlegen. Sie können nicht beweisen, dass all das, was ich gesagt habe, falsch war. Es war alles wahr. All diese Verschwörungstheorien haben sich als wahr herausgestellt. Also (…) ignorieren sie es einfach.»

Er zeigte sich überzeugt, dass sich die Wahrheit verbreiten wird, wenn Zeugen ihre Erfahrungen mit Familie und Freunden teilen. Er ergänzte:

«Wir machen alle Fortschritte. Es geht langsam voran, weil die Medien daran mitschuldig sind. Irgendwann wird die Wahrheit die Lüge besiegen, und die Medien werden gezwungen sein, darüber zu berichten.»

Johnson forderte die Menschen auf, nicht davon auszugehen, dass ihre Familie und Freunde bereits wissen, was während der Corona-Zeit passiert ist. Stattdessen ermutigte er sie, sich die Diskussionsrunde anzusehen und sie mit anderen zu teilen:

«Schaltet ein. Wir brauchen Mundpropaganda, denn die traditionellen Medien berichten nicht darüber. Sie haben sich mitschuldig gemacht. (…) Wenn euch also die Augen geöffnet wurden, tut alles, was ihr könnt, um auch anderen die Augen zu öffnen.»

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EU-Kommission will russische und weißrussische Sportler sanktionieren

28. September 2026 - 14:36

Die EU-Kommission erwägt Sanktionen gegen russische und weißrussische Sportler. Wie die Weltwoche berichtet, prüft Brüssel unter anderem Einreisesperren und finanzielle Druckmittel gegen die Teilnehmer aus beiden Ländern. Zudem beabsichtigt die EU, Fördergelder für Organisationen zu kürzen, die den Sportlern Auftritte unter ihrer Nationalflagge ermöglichen.

Im Rahmen der Sanktionen soll nach Möglichkeit auch auf Drittstaaten Druck ausgeübt werden. Hintergrund ist die Entscheidung des olympischen Komitees, die Suspendierung der Sportler beider Länder vorläufig aufzuheben. Damit besteht die Möglichkeit, dass diese an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles teilnehmen.

Bei den Spielen in Paris 2024 hatten sie nur unter Auflagen auftreten dürfen. Dazu gehörte der Verzicht auf Nationalflagge, Hymne und andere nationale Kennzeichen.

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Serbiens Präsident Vučić zurückgetreten

28. September 2026 - 14:35

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić ist zurückgetreten. Er verkündete die Entscheidung bei einer Versammlung seiner Anhänger vor dem Präsidentenpalast und erklärte in diesem Zuge, dass die Parlamentspräsidentin Ana Brnabić die Amtsgeschäfte bis zur vorgezogenen Neuwahl am 25. Oktober kommissarisch übernehmen werde.

Gleichzeitig kündigte Vučić an, dass er für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren wolle. Die Wahlen waren ursprünglich für Dezember 2027 vorgesehen. Auf Druck der Opposition löste Vučić jedoch Anfang September das Parlament auf. Hintergrund sind regelmäßige Proteste wegen des Einsturzes eines Bahnhofsdaches in der Stadt Novi Sad im November 2024. Sechzehn Menschen kamen dabei ums Leben.

Die Proteste richten sich gegen die Regierung, der Korruption vorgeworfen wird. Vor seinem Rücktritt hatte Vučić 49 Menschen begnadigt oder deren Strafverfolgung einstellen lassen. Darunter waren 23 Personen, die im Zuge der Proteste aufgefallen waren.

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Osnabrück: «Keine Waffenfabrik!»

28. September 2026 - 0:08

Transition News: Osnabrück erlitt im Zweiten Weltkrieg aufgrund der Rüstungsbetriebe zahlreiche Bombenangriffe. Die Stadt wurde zu 65 Prozent zerstört, die Altstadt sogar zu 95 Prozent. Wie fühlt es sich an, wenn das Land und die Stadt 80 Jahre später dasselbe Risiko eingehen und erneut auf Rüstungsproduktion umstellen?

Marie Dominique Guyard: Das ist geschichtsvergessen. Die Stadt und die Politiker, also diejenigen, die die Stadt verwalten, haben absolut kein Geschichtsbewusstsein. Für sie erscheint das ein gutes Geschäft zu sein. Und das ist absolut ignorant.

Das Volkswagenwerk Osnabrück soll an das Land Niedersachsen und die israelische Investmentfirma Aurelius Capital für einen symbolischen Euro verkauft werden – bisher gibt es nur eine Absichtserklärung. Laut dem Vorhaben soll das Werk in eine Rüstungsfabrik umgewandelt werden und für Israels staatliches Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems arbeiten. Auch Katar ist am Volkswagen-Konzern beteiligt. Hatten die kein Wörtchen mitzureden?

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Verkauf noch nicht über die Bühne gegangen ist. Der Konzernchef von Volkswagen Oliver Blume, Niedersachens Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD), der Geschäftsführer von Aurelius Capital, Tomer Jacob, und die VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo haben erst eine Absichtserklärung abgegeben. Das Ganze muss noch durch die Gremien und bewilligt werden. Was Katar zu diesem Plan sagt, ist noch nicht klar.

Wir können inzwischen seit mindestens einem Jahr Folgendes beobachten: Es wurden Absichtserklärungen groß durch die Presse verkündet, aber am Ende passierte gar nichts.

Zuerst hieß es, Rheinmetall will das Werk hier übernehmen, danach der Rüstungskonzern KNDS – die sind auch wieder abgesprungen. Dann war das israelische Rüstungsunternehmen Rafael im Gespräch und jetzt eben Aurelius Capital.

Gegen den direkten Kauf durch Rafael hatte Katar, als drittgrößter Aktionär von VW, Bedenken eingebracht. Mit der jetzigen Idee – mit Aurelius Capital als Mehrheitseigentümer und Niedersachsen als Minderheitsbeteiligten – sollen Katars Einwände wohl umgangen werden, da die israelische Rüstungsfirma nur als Auftraggeber einsteigt, nicht als Käufer.

Wer steckt hinter Aurelius Capital?

Aurelius Capital ist ein israelischer Finanzinvestor und wurde 2025 gegründet. Mit von der Partie sind ehemalige Führungskräfte von Armeen und von Geheimdiensten – der ehemalige Direktor der US-amerikanischen NSA, Michael S. Roger, der ehemalige Kommandeur der israelischen Luftwaffe, Amir Eshel, und der ehemalige Vize-Direktor des Mossad, Ehud Lavi.

Offensichtlich ist Aurelius Capital extra gegründet worden, um die Rüstungsproduktion für Rafael im VW-Werk Osnabrück möglich zu machen. Es gibt noch keine anderen Projekte.

Laut einem Artikel auf German Foreign Policy will die israelische Waffenindustrie erstens von der Verschuldung Deutschlands profitieren und zweitens die Waffenproduktion aus ihrem Land auslagern. Durch die Auslagerung der Waffenproduktion kann Israels Regierung besser Angriffskriege führen.

Das Risiko wird also gestreut und Osnabrück zum Ziel?

Das ist möglich. Was aber ganz klar ist, dass wir die Kriege Israels unterstützen, wenn wir die israelische Waffenproduktion in Deutschland ansiedeln.

Die Osnabrücker Friedensinitiative, kurz Ofri, gibt es seit 1981, also seit 45 Jahren. Sie ist in der Stadt und der Region gut eingebunden. Was sagen denn die Bürger zu dieser geplanten Umrüstung des ehemaligen VW-Werks?

Einige sagen, die Arbeitsplätze müssten erhalten werden – koste es, was es wolle – und wir bräuchten Waffen zur Verteidigung. Das entspricht genau dem, was Medien und Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) propagieren. Er kommt übrigens aus Osnabrück und war ein beliebter Bürgermeister.

Als Osnabrücker Friedensinitiative sehen wir das natürlich anders: Es braucht Diplomatie und Verhandlungen, um Kriege zu verhindern. Wir treten dafür ein, dass in der Ukraine endlich verhandelt wird, damit dieses entsetzliche Morden endlich aufhört. Und wir sind dagegen, dass weitere Waffen gebaut und an die Ukraine geliefert werden. Denn das verlängert nur das Morden und diesen entsetzlichen Krieg, der bereits seit mehr als vier Jahren andauert.

Sie haben vor dem VW-Werkstor für den Erhalt der zivilen Produktion demonstriert. Erstens, was sagen denn diese 1.800 Mitarbeiter dazu?

Nichts. Die haben offensichtlich die Empfehlung bekommen, sich nicht zu äußern.

Aber welche anderen Perspektiven gäbe es denn für dieses VW-Werk?

Mehrere Friedensgruppen in der Stadt haben sich mit dem Verein Robin Hood zur «Zukunftswerk Osnabrück» zusammengeschlossen, und Robin Hood untersuchte gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, welche zivilen Produkte in der Fabrik hergestellt werden können.

2008 wurde zum Beispiel das Moia-Projekt gestartet, um Minibusse für den Nahverkehr im ländlichen Raum zu produzieren. Die Minibusse sollten von den Gemeinden gekauft werden und dann auf Abruf verfügbar sein. Doch dieses Projekt ist von VW nicht weitergeführt worden, da keine Nachfrage bestand, weil die Gemeinden kein Geld haben. Aber plötzlich hat das Land Niedersachsen 200 Millionen Euro zur Verfügung, um in die Rüstungsproduktion einzusteigen?

Anstatt 200 Millionen für Aufrüstung auszugeben, für Produkte, die bekanntlich nicht nachhaltig sind, sollte das Geld in die Förderung des Nahverkehrs und die entsprechenden Fahrzeuge gesteckt werden und nicht in umwelt- und menschenvernichtende Waffensysteme.

In der Fabrik werden seit dem Jahr 1874 Fahrzeuge hergestellt, das kann so bleiben, wenn die Eigentümer das wollen, aber derzeit gibt es eben öffentliche Gelder für die Rüstungsproduktion. Als Ofri fordern wir ein Ende der Subventionen für diese Militarisierung.

Die Landesregierung unterstützt diesen Umbau von der zivilen Produktion zur Kriegswirtschaft mit 200 Millionen Euro. Ist der Bevölkerung bewusst, dass sie mit ihren Steuern Rüstungsgeschäfte finanzieren?

Ja, das wird in der Presse kommuniziert, aber es wird nicht erklärt, dass diese 200 Millionen Euro an anderer Stelle – für Soziales, wie zum Beispiel Bildung und Gesundheitsversorgung, und für zivile Infrastrukturprojekte – fehlen. Und ich fürchte, die Bürger haben noch nicht ganz realisiert, dass die aktuell forcierte Aufrüstung zulasten sozialer Aufgaben geht. Es ist bereits zu merken, dass bei der Rente und der Gesundheitsversorgung gespart wird.

Aber generell spüren das die Menschen erst, wenn die Politik bereits etabliert ist. Es ist ganz schwierig, diesen Umbau der Gesellschaft im Vorfeld zu verhindern, weil es den Menschen über die Medien schleichend beigebracht wird.

Hat Ihre Initiative Kontakt zu VW-Mitarbeitern? Was sagen die dazu, dass das VW-Werk in Osnabrück Kriegsmaterial produzieren soll?

Bei der Ofri sind auch zwei ehemalige VW-Mitarbeiter, ein früherer Betriebsratsvorsitzender und ein ehemaliger Sprecher der Vertrauensleute. Beide sind entsetzt und versuchen als Mitglieder der IG Metall den geplanten Verkauf zu verhindern, aber bisher scheint die Gewerkschaft voll auf Kriegswirtschaft zu setzen.

Kann die Belegschaft das Werk nicht als Genossenschaft übernehmen und weiterführen?

Das war einer der Vorschläge aus dem Zusammenschluss der Friedensgruppen. Diese Möglichkeit wird leider nicht verfolgt, da sich die IG Metall weigert, das Thema genossenschaftliche Lösungen zu erörtern. Und ohne die Belegschaft, ohne die Gewerkschaft ist das nicht umzusetzen.

Das Projekt der Militarisierung der Fabrik wird von den Eigentümern, der IG Metall und der Stadt als «alternativlos» dargestellt. Obwohl, wie gesagt, weiterhin eine alternative zivile Produktion möglich ist. Wenn in Niedersachsen der politische Wille vorhanden wäre, könnte auch über andere Eigentumsverhältnisse geredet werden.

Die Stadt Osnabrück bezeichnet sich als Friedensstadt, in Erinnerung an den Westfälischen Frieden, der im Jahr 1648 den verheerenden Dreißigjährigen Krieg beendete. Haben Sie Rat und Verwaltung darauf angesprochen, dass sie die Friedenstradition zerstören, wenn sie den Umbau des größten Betriebs in einer Waffenfabrik zulassen?

Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Osnabrück die Stadt des Friedens sei. Die VW-Fabrik ist der wichtigste Betrieb der Stadt, und der wichtigste Betrieb soll zur Waffenfabrik umgewandelt werden? Wir haben vor den Kommunalwahlen vor einigen Wochen alle Parteien schriftlich gefragt, was sie von dieser Entwicklung halten. Die einzige Partei, die unsere Fragen beantwortet hat, war die Partei Die Linke. Die UWG – die Unabhängigen – schrieben, dass sie uns nicht antworten können, weil sie sich nicht einig sind. Alle anderen Parteien haben sich gar nicht gemeldet.

Die Linkspartei befürwortet eine Weiterführung der zivilen Produktion auf genossenschaftlicher Basis. Das ist die einzige Partei im Rat, die sich gegen diese Entwicklung stellt und hat auch entsprechende Anträge gestellt. Alle anderen Parteien, also CDU, SPD, Grüne, FDP und Volt, befürworten dass das Werk für Rafael arbeitet.

Im Deutschen Bundestag allerdings hat die Partei Die Linke dem riesigen Verschuldungsprogramm für Aufrüstung zugestimmt – mit dem Hinweis, dass ja auch in Infrastruktur investiert würde.

Die 200 Millionen Euro, die das Land Niedersachsen in die Umrüstung der Fabrik stecken will, kommen aus diesem Verschuldungsprogramm. Wir fordern, dass diese 200 Millionen für Nahverkehr-Infrastruktur verwendet werden, dann käme diese Verschuldung wenigstens den Bürgern zugute.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, direkt zu den verbliebenen VW-Mitarbeitern zu sprechen: Was würden Sie ansprechen?

Dass ich verstehe, dass sie als Angestellte oder als Arbeiter um ihre Existenz bangen, weil sie Angst haben, ihren Job zu verlieren. Die derzeit angedachte Lösung ist jedoch eine sehr kurzfristige Lösung. In der Pressemitteilung stand, dass Aurelius Capital 1.200 Arbeitsplätze für drei Jahre sichern würde, länger nicht.

Im März 2024 gab es laut VW noch 2.300 Beschäftigte in Osnabrück, derzeit sollen es 1.800 sein, also 500 sind bereits weg. 1.200 Arbeitsplätze bedeutet eine Halbierung der Belegschaft. Was passiert mit denjenigen, die nicht übernommen werden? Und was passiert nach 2029? Das heißt, die Mitarbeiter müssen weiterhin um ihre Arbeitsplätze bangen.

Mit der Absichtserklärung, der die IG Metall zugestimmt hat, steuert die Belegschaft in doppelter Hinsicht auf eine unsichere Zukunft zu, weil sie dann auch noch Rüstungsgüter herstellt.

Aber die Mitarbeiter können Druck auf die Gewerkschaft ausüben. Nur mit der Gewerkschaft ist es möglich, für alternative Konzepte zu kämpfen. Die IG Metall kann sich mit ihrem Einfluss im Aufsichtsrat von VW sehr wohl für andere Konzepte einsetzen.

Der einzelne Arbeiter kann sich einen neuen Job suchen. Aber die Mitarbeiter können sich kollektiv dagegen wehren und die IG Metall dazu zwingen, sich auch gegen diese Kriegswirtschaft zu stellen, indem sie Druck auf die Delegierten ausüben. Wenn der Druck von unten stärker wird, kann sich der jetzige Kurs der IG Metall ändern, die auf eine unsichere Zukunft zusteuert.

Aber die Belegschaft kann sich selber organisieren und das macht sie bestimmt auch. Die Ofri ist eine zivilgesellschaftliche Instanz, und wenn in der Stadt der Unmut gegen die Umstellung auf Kriegsmittelproduktion deutlich wird, dann erhöht das auch die Chancen der Belegschaft, erfolgreich dagegen vorzugehen. «Osnabrück bleibt Friedensstadt – keine Waffenfabrik!» ist jedenfalls das Motto der Friedensbewegten in der Stadt.

Das Interview führte Sophia-Maria Antonulas.

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Ukraine: Die finanzielle und wirtschaftliche Mobilisierung des Landes

28. September 2026 - 0:04

HD Clausewitz ist das Pseudonym eines Schweizer Militärfachmanns, der aus beruflichen Gründen nicht unter seinem Namen publizieren kann. In seiner jüngsten Analyse richtet er den Blick auf eine Dimension des Ukraine-Kriegs, die in der öffentlichen Debatte häufig weniger Beachtung findet. Bei Transition News haben wir uns schon öfters auf seine Analysen gestützt.

HD Clausewitz stellt seiner Analyse eine grundsätzliche Überlegung voran: Kriege werden nicht allein mit Soldaten und Waffen geführt, sondern mit den wirtschaftlichen Ressourcen eines Landes. Entscheidend ist deshalb, wie weit ein Staat seine zivilen Mittel in den militärischen Bereich verlagern kann, ohne seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Substanz zu überfordern.

Clausewitz unterscheidet zunächst grundlegend zwischen Russland und der Ukraine. Seiner Darstellung zufolge ist der Krieg in den russischen makroökonomischen Kennzahlen bislang nur begrenzt als klassische «Kriegswirtschaft» erkennbar. Russland habe weiterhin eine niedrige Staatsverschuldung, eine hohe Sparquote und steigende reale verfügbare Einkommen. Die russische Wirtschaft könne den Krieg demnach bislang aus eigener wirtschaftlicher Kraft tragen.

Die westlichen Sanktionen hätten zwar zu einer erheblichen Veränderung der Handelsströme geführt. Russland habe seine wirtschaftlichen Beziehungen zunehmend nach Asien verlagert. Gleichzeitig führe der traditionelle russische Exportüberschuss zu erheblichen Kapitalzuflüssen. Die russische Zentralbank versuche, die daraus entstehende Überhitzungsgefahr mit einer sehr restriktiven Geldpolitik zu begrenzen.

Clausewitz' entscheidende These lautet deshalb: Russland führe zwar einen kostspieligen Krieg, habe seine Wirtschaft aber bislang nicht in einem Ausmaß umgestellt, das den Staat ökonomisch überfordere.

Ganz anders beschreibt Clausewitz die Ukraine. Seiner Analyse zufolge befindet sich das Land inzwischen in einem Zustand der fast vollständigen militärischen Mobilisierung. Die verfügbaren Kräfte würden konsequent aus dem zivilen in den militärischen Bereich verlagert.

Das betrifft nicht nur Geld und Produktionskapazitäten, sondern insbesondere die Arbeitskräfte. Clausewitz beschreibt die ukrainische Mobilisierung als außerordentlich umfassend. Er zieht dabei einen historischen Vergleich und schreibt, die Ukraine arbeite mit Rekrutierungsquoten, wie sie Europa zuletzt im Zweiten Weltkrieg in wenigen Staaten – insbesondere im Deutschen Reich, in der Sowjetunion und in Finnland – gesehen habe. Auch die Sicherung der Grenzen ist nach seiner Darstellung Teil dieser Mobilisierung: Die Ukraine versuche zu verhindern, dass wehrfähige Männer das Land verlassen.

Damit beschreibt Clausewitz nicht lediglich einen Staat, der sich «im Krieg» befindet. Seine These ist wesentlich weitergehend: Die Ukraine ordne ihre verfügbaren personellen und wirtschaftlichen Ressourcen systematisch der Kriegsführung unter.

Der entscheidende Unterschied: Die Ukraine finanziert den zivilen Staat von außen. Gerade hier sieht Clausewitz den entscheidenden Unterschied zu einem klassischen kriegsführenden Staat.
Normalerweise muss ein Land, das einen großen Teil seiner Arbeitskräfte und seiner Produktion für das Militär verwendet, die verbleibenden zivilen Bereiche trotzdem selbst finanzieren.

Das kann zu erheblichen Wohlstandsverlusten und Versorgungsproblemen führen. Clausewitz verweist als historisches Beispiel auf Deutschland im Ersten Weltkrieg und den «Steckrübenwinter» 1916/17. Die Ukraine könne diese Belastung nach seiner Darstellung deshalb in einem außergewöhnlichen Umfang aufrechterhalten, weil ausländische Hilfsgelder die zivilen Funktionen des Staates mitfinanzieren. Der Mechanismus ist aus Clausewitz' Sicht entscheidend.

Die Ukraine zieht ihre eigenen Ressourcen in großem Umfang aus dem zivilen Bereich ab und verwendet sie für die Kriegsführung. Gleichzeitig ersetzen ausländische Finanzmittel einen erheblichen Teil der Ressourcen, die normalerweise für den zivilen Staat benötigt würden.

Dadurch entstehe ein erheblicher militärischer Vorteil. Die Ukraine muss ihre eigene Wirtschaftsleistung nicht gleichzeitig vollständig für Militär und Zivilstaat aufbringen. Ausländische Geldmittel ermöglichen es, die verbleibenden zivilen Strukturen aufrechtzuerhalten, während ein außergewöhnlich großer Anteil der eigenen Ressourcen für die militärische Auseinandersetzung eingesetzt wird.

Clausewitz betrachtet die westliche Unterstützung deshalb nicht lediglich als humanitäre oder wirtschaftliche Hilfe. Sie ist in seiner Argumentation ein integraler Bestandteil der ukrainischen Kriegsführung. Je stärker die Ukraine ihre eigenen Kräfte militärisch mobilisiert, desto wichtiger wird die Finanzierung der verbleibenden zivilen Wirtschaft durch das Ausland.

Nach Clausewitz benötigt die Ukraine inzwischen direkt und indirekt etwa 10 Milliarden Euro pro Monat an ausländischen Mitteln. Diese Zahl umfasst nach seiner Darstellung nicht lediglich klassische Budgethilfe, sondern die verschiedenen direkten und indirekten Finanzierungsströme, von denen die ukrainische Wirtschaft abhängig sei.

Gleichzeitig seien die verfügbaren Mittel inzwischen geringer als dieser Bedarf. Damit entsteht ein strukturelles Problem: Die Ukraine kann ihre gegenwärtige Form der militärischen Mobilisierung und Kriegsführung nur aufrechterhalten, wenn der Zustrom ausländischer finanzieller Ressourcen anhält.

Clausewitz sieht deshalb eine zunehmende Verlagerung der finanziellen Last auf Europa. Die USA hätten nach dem Ende der Biden-Regierung ihre finanzielle Unterstützung deutlich reduziert. Die großen Hilfsprogramme der Biden-Administration hätten die Ukraine zunächst noch über weite Teile des Jahres 2025 finanziell abgesichert.

Nun sei Europa zunehmend gefordert. Für die europäischen Staaten entsteht nach Clausewitz damit ein doppeltes Problem. Einerseits benötigt die Ukraine immer größere Summen, weil der Krieg andauert und die zivile Wirtschaftsleistung zunehmend belastet wird.

Andererseits befinden sich die europäischen Staaten selbst in einer Phase angespannter öffentlicher Haushalte. Clausewitz sieht deshalb nicht nur ein ukrainisches, sondern zunehmend ein europäisches Finanzierungsproblem.

Besonders deutlich werde dies beim Blick auf 2027. Der ukrainische Präsident Selenskyj habe einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf von mindestens 32 Milliarden Euro genannt – und zwar unter Berücksichtigung bereits zugesagter Mittel und erheblicher Sparmaßnahmen.

Für Clausewitz zeigt diese Zahl, wie groß die strukturelle Finanzierungslücke inzwischen geworden ist. Ein einzelnes zusätzliches europäisches Hilfspaket könne angesichts eines monatlichen Finanzierungsbedarfs von rund zehn Milliarden Euro nur begrenzte Wirkung haben.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht mehr nur, ob Europa einzelne weitere Hilfspakete finanzieren kann. Die Frage lautet, ob Europa bereit und in der Lage ist, die dauerhafte Finanzierung einer hochmobilisierten ukrainischen Kriegswirtschaft zu übernehmen.

Clausewitz geht noch einen Schritt weiter. Selbst wenn der Krieg unmittelbar beendet würde, wäre das Finanzierungsproblem der Ukraine nach seiner Einschätzung nicht gelöst. Die Wirtschaft müsste von einer Kriegs- auf eine Friedensstruktur umgestellt werden. Eine solche Umstellung verursache erhebliche Anpassungskosten. Hinzu kämen langfristige Verpflichtungen gegenüber denjenigen, die durch den Krieg verwundet oder dauerhaft geschädigt wurden, gegenüber Veteranen und gegenüber den Hinterbliebenen gefallener Soldaten.

Auch der Wiederaufbau würde enorme finanzielle Mittel erfordern. Clausewitz argumentiert deshalb, dass die ausländische Unterstützung nicht einfach mit dem Ende der Kampfhandlungen verschwinden könne. Die Ukraine werde auch danach über Jahre auf erhebliche ausländische Finanzierung angewiesen sein.

Die Analyse lässt sich damit auf einen zentralen Zusammenhang verdichten: Die Ukraine führt den Krieg durch eine außergewöhnlich weitgehende Mobilisierung ihrer eigenen personellen und wirtschaftlichen Ressourcen. Gleichzeitig wird ein erheblicher Teil der zivilen Funktionen des Staates durch ausländische Finanzierung aufrechterhalten. Gerade diese Kombination ermöglicht nach Clausewitz die hohe militärische Konzentration der ukrainischen Ressourcen.

Die finanzielle Unterstützung des Westens ist damit in seiner Argumentation nicht bloß eine Hilfe neben dem Krieg. Sie ist eine der Voraussetzungen dafür, dass die Ukraine ihre derzeitige Form der militärischen Mobilisierung überhaupt aufrechterhalten kann.

Daraus ergibt sich die zweite Front des Krieges: Neben der militärischen Auseinandersetzung steht die Frage, wie lange die europäischen Staaten die Finanzierung dieser Mobilisierung tragen können und wollen. Je länger der Krieg andauert, desto größer wird nach Clausewitz die Bedeutung dieser finanziellen Front – sowohl für die Ukraine als auch für ihre europäischen Unterstützer.

Clausewitz gegen den medial hofierten Militärökonomen

Bemerkenswert ist schließlich der Kontrast zwischen HD Clausewitz und dem in Schweizer Medien regelmäßig zitierten Militärökonomen Marcus Keupp. Clausewitz publiziert anonym. Keupp tritt dagegen als Dozent der Militärakademie der ETH Zürich öffentlich auf und wird von etablierten Medien immer wieder als Experte für militärische und wirtschaftliche Fragen des Krieges herangezogen.

Gerade deshalb lohnt sich ein Blick auf die nachprüfbaren Aussagen. Keupp hatte unter anderem prognostiziert, Russland werde den Krieg im Oktober 2023 verloren haben. Noch im April 2024 hielt er an der Einschätzung fest, Russland habe den Krieg bereits im Herbst 2023 «strategisch verloren».

Bereits im März 2022 hatte Keupp zudem den unmittelbar bevorstehenden Kollaps des russischen Finanzsystems angekündigt. Die von ihm genannten Zeitpunkte verstrichen, ohne dass die entsprechenden Ereignisse eintraten. Das zeigt, dass die öffentliche Reputation eines Experten und die Belastbarkeit seiner Prognosen zwei verschiedene Dinge sind.

Gerade hier liegt der interessante Punkt bei HD Clausewitz. Seine Analyse der ukrainischen Kriegsfinanzierung stützt sich nicht auf spektakuläre Vorhersagen über den unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch einer Kriegspartei. Er versucht vielmehr, die ökonomischen Mechanismen des Krieges offenzulegen: die Verschiebung von Ressourcen vom zivilen in den militärischen Bereich, die nahezu vollständige militärische Mobilisierung der Ukraine, die Finanzierung des zivilen Staates durch ausländische Mittel und daraus folgend den enormen monatlichen Finanzierungsbedarf.

Dass Clausewitz anonym schreibt, macht seine Aussagen nicht automatisch richtig. Umgekehrt macht die öffentliche Funktion eines Experten seine Aussagen nicht automatisch belastbarer. Entscheidend ist, ob sich seine Argumentation an den beschriebenen wirtschaftlichen und militärischen Entwicklungen nachvollziehen lässt und ob seine früheren Aussagen einer Überprüfung standhalten.

Vor diesem Hintergrund erscheint die unterschiedliche Behandlung durch die Öffentlichkeit bemerkenswert: Der anonyme Clausewitz liefert eine nüchterne, in sich geschlossene Analyse der finanziellen Voraussetzungen des ukrainischen Krieges, während ein öffentlich bis heute auftretender Militärökonom wie Keupp trotz mehrerer dokumentierter Fehlprognosen weiterhin prominent als Experte präsentiert wird.

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Feindstaatenklausel: Alte Bestimmung, neue Debatte

28. September 2026 - 0:02

Die sogenannte Feindstaatenklausel geht auf die Gründung der Vereinten Nationen im Jahr 1945 zurück. In den Artikeln 53, 77 und 107 der UN-Charta finden sich Bestimmungen, die sich auf die damaligen Feindstaaten der Alliierten – insbesondere Deutschland und Japan – beziehen. Hintergrund war die Nachkriegsordnung und die Sorge vor einer erneuten Aggression der ehemaligen Achsenmächte.

Die Bestimmungen sind bis heute nicht aus dem Wortlaut der UN-Charta gestrichen worden. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die damaligen Regelungen heute ohne Weiteres militärische Aktionen gegen Deutschland oder Japan erlauben. Die Bundesregierung und das Auswärtige Amt vertreten seit Jahrzehnten die Auffassung, dass die Feindstaatenklauseln spätestens mit der Entwicklung der Nachkriegsordnung und der deutschen Wiedervereinigung gegenstandslos geworden sind. Das Auswärtige Amt verweist dabei unter anderem auf Deutschlands gleichberechtigte Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen und den Zwei-plus-Vier-Vertrag.

Auch die UN-Generalversammlung erklärte die entsprechenden Bestimmungen 1995 im Zusammenhang mit dem wiedervereinigten Deutschland als überholt. Eine formelle Änderung des Wortlauts der UN-Charta erfolgte allerdings nicht. Genau an diesem Punkt setzt eine aktuelle Debatte an.

Der frühere UN-Diplomat und heutige EU-Abgeordnete Michael von der Schulenburg hat die Frage in einer Analyse diesen Monat erneut aufgegriffen. Er argumentiert, die Klauseln seien zwar politisch weitgehend vergessen, aber nicht aus der Charta entfernt worden. Deshalb sei die Frage ihrer heutigen rechtlichen Bedeutung aus seiner Sicht nicht vollständig geklärt.

Von der Schulenburg verweist insbesondere darauf, dass die Generalversammlung eine Klausel nicht einfach aus der Charta streichen könne. Dafür wäre ein formelles Verfahren zur Änderung der UN-Charta notwendig. Auch der Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 ändere den Wortlaut der UN-Charta nicht. Aus dieser formalen Perspektive hält er es für problematisch, die Bestimmungen allein deshalb als endgültig erledigt zu betrachten, weil sie seit Jahrzehnten nicht mehr angewendet wurden.

Dem steht die etablierte Auffassung der Bundesregierung gegenüber. Danach haben sich die politischen und rechtlichen Voraussetzungen der Feindstaatenklauseln grundlegend verändert. Deutschland ist seit 1973 Mitglied der Vereinten Nationen und nimmt dort als gleichberechtigter Staat an den internationalen Institutionen teil. Das Auswärtige Amt bezeichnet die Klauseln deshalb als gegenstandslos.

Entscheidend ist zudem der allgemeine völkerrechtliche Rahmen: Die UN-Charta enthält grundsätzlich ein umfassendes Gewaltverbot. Ausnahmen bestehen insbesondere bei Maßnahmen des Sicherheitsrats sowie beim Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung nach Artikel 51. In einer Antwort aus dem Mai 2026 verwies auch die Bundesregierung auf diese Grundstruktur des Gewaltverbots.

Die Diskussion um die Feindstaatenklausel ist damit vor allem eine Frage der rechtlichen Einordnung einer historischen Bestimmung. Dass die Artikel weiterhin im Vertragstext stehen, ist eine Tatsache. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass ein Staat heute ohne Weiteres militärische Gewalt gegen Deutschland einsetzen könnte. Genau diese Unterscheidung ist für eine sachliche Bewertung entscheidend.

Von der Schulenburg sieht angesichts der wachsenden Spannungen zwischen Russland und Deutschland dennoch Anlass, die alte Regelung nicht einfach als erledigt abzutun. Seine Analyse stellt damit eine Gegenposition zur langjährigen Einschätzung der Bundesregierung dar. Ob daraus tatsächlich eine heute praktisch nutzbare Rechtsgrundlage für militärische Maßnahmen abgeleitet werden könnte, ist eine deutlich weitergehende und völkerrechtlich umstrittene Frage.

Die Feindstaatenklausel bleibt somit ein Beispiel dafür, dass historische Bestimmungen in internationalen Verträgen lange fortbestehen können, obwohl sich die politische Realität grundlegend verändert hat. Ihre Existenz im Wortlaut der UN-Charta ist unbestritten. Ihre heutige praktische und rechtliche Wirkung ist dagegen Gegenstand unterschiedlicher Interpretationen.

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Fast drei Milliarden Dollar für Ebola-Ausbruch mobilisiert

28. September 2026 - 0:00

Die Ebola-Angstmache der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) hat ihr Zeil erreicht: Die Pandemie-Maschinerie wurde mit fast drei Milliarden Dollar gefüttert. Wie Health Policy Watch berichtet, hat Jean Kaseya, Generaldirektor der «Africa Centres for Disease Control and Prevention» (Africa CDC), bei einem Pressebriefing mitgeteilt, dass die G20+-Staaten letzte Woche weitere 700 Millionen Dollar zugesagt haben, um den angeblichen Ebola-Ausbruch in der DR Kongo zu bekämpfen.

Die neuen Zusagen erfolgten im Rahmen eines von den USA einberufenen Treffens der G20+-Außenminister, das am vergangenen Mittwoch am Rande der UN-Generalversammlung in New York stattfand. Kaseya bezeichnete die neuen Mittel als «enorm» und dankte der US-Regierung, die – gefolgt von der Europäischen Union – der größte Geldgeber für die Bekämpfungsmaßnahmen ist.

Durch diese zusätzlichen Mittel beläuft sich die Gesamtsumme der für den vermeintlichen Ausbruch mobilisierten Gelder auf mehr als 2,9 Milliarden Dollar. WHO und Health Policy Watch behaupten, die Ausbreitungsgeschwindigkeit dieses Ausbruchs sei fünfmal höher als bei der bisher schwersten Ebola-Epidemie.

Und obwohl die USA eigentlich aus der WHO ausgetreten sind, hat die Regierung von Donald Trump bereits 887 Millionen Dollar für die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs bereitgestellt; auf dem Treffen am letzten Mittwoch sagte sie weitere 267 Millionen Dollar zu.

Die neuen Mittel sollen laut US-Außenministerium in «neue Ebola-Behandlungszentren, zusätzliche Teams für sichere und würdige Bestattungen, die Massenbeschaffung von persönlicher Schutzausrüstung, eine ausgeweitete Überwachung, wichtige medizinische Güter sowie die Kontaktverfolgung durch vertrauenswürdige Umsetzungspartner» fließen.

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Abschied von der alten Schweiz – und die Frage, wie es jetzt weitergeht

27. September 2026 - 19:17

Die Neutralitätsinitiative ist klar gescheitert. Für Christoph Pfluger fühlt sich das an wie der Verlust der Seele der Schweiz – der neutralen und souveränen Schweiz der Guten Dienste. Ein solcher Verlust lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Man muss ihn betrauern.

Christoph Pfluger weiss: Wer Trauer verdrängt und sofort zum nächsten Kampf übergeht, trägt den Verlust unbewusst mit. Deshalb trägt er drei Monate lang einen Trauerknopf – als Zeichen des Abschieds.

Die Analyse ist unbequem: Warum konnte die Initiative trotz grosser grundsätzlicher Zustimmung zur Neutralität nicht überzeugen? Welche Fehler machte die Kampagne selbst?

Und vor allem: Wie weiter? Pfluger plädiert für unabhängige Medien mit grosser Reichweite, neue Allianzen ausserhalb der etablierten Machtstrukturen und mehr Zusammenarbeit zwischen den vielen kleinen Kräften.

Vielleicht ist das Ende der alten Schweiz nicht nur ein Verlust. Vielleicht regt sie uns an, die Gestaltung einer nächsten Schweiz an die Hand zu nehmen.

TTV kann diese Debatte nur führen, solange seine Zuschauerinnen und Zuschauer das unabhängige Fernsehen auch finanziell am Leben erhalten.

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Rafael Lutz: Das NATO-Netzwerk in der Schweiz – Wer die Neutralität globalen Machtinteressen opfert. edition Zeitpunkt, 2. rev. Aufl. 2026. 132 S. Fr. 18/€ 20.–

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Die Neutralitätsinitiative ist abgelehnt – die Debatte geht weiter

27. September 2026 - 16:45

Die Ablehnung der Neutralitätsinitiative bei der heutigen Volksabstimmung in der Schweiz hatte sich abgezeichnet. Auch das überdeutliche Resultat war am Schluss keine Überraschung mehr. Das Bemerkenswerteste im Abstimmungskampf war wohl die Tatsache, dass die Medien die Volksinitiative mantramäßig als chancenlos bezeichnet hatten, aber auf die Initianten, Befürworter und das Volksbegehren als solches in einer Art eindroschen, wie wenn es nach dem Abstimmungssonntag keinen Morgen geben würde.

Argumente blieben auf der Strecke, der Abstimmungskampf wurde auf der Gegnerseite dominiert von Schlagwörtern («Pro-Putin-Initiative») und Unterstellungen. Die Initiative wurde als fast exklusives Projekt des Übervaters der Schweizerischen Volkspartei (SVP), der größten Partei der Schweiz, dargestellt. Und wenn etwas von Blocher befürwortet wird, dann beginnen die Pawlowschen Hunde in den Leitmedien sofort zu sabbern.

Dabei gibt es heute eine breite Front von Organisationen bis weit ins linke Lager, die die Initiative befürworten und nach bestem Wissen und Gewissen unterstützt haben. Als Vorstandsmitglied der Bewegung für Neutralität (bene.swiss) weiß ich, wovon ich rede.

Heute wird die Neutralität in der Bundesverfassung «en passant» erwähnt und nicht explizit konkretisiert. Es galt und gilt also für den Bundesrat bei der Handhabung dieser altbewährten außenpolitischen Maxime einerseits das Völkerrecht, andererseits das Staatsvertragsreferendum in der Verfassung, das für den Beitritt zu einem Militärbündnis hohe Hürden aufstellt. Zustimmen müssten eine Mehrheit der Kantone und der Bevölkerung.

Dass eine solche Volksabstimmung über einen NATO-Beitritt absolut chancenlos ist, weiß der Bundesrat, die Schweizer Landesregierung. Offiziell bekennt er sich deshalb nach wie vor zur Neutralität, will sie aber «flexibel» handhaben. Wenn wir aber Sanktionen gegen Russland der EU und der USA nachvollziehen, hingegen bei Konflikten wie in Gaza leisetreten, dann werden wir nicht mehr als neutral wahrgenommen, obwohl wir es rechtlich noch sind.

Im Zentrum der Initiative stand die Forderung, die Neutralität verbindlicher in der Bundesverfassung zu verankern. Vorgesehen waren unter anderem eine immerwährende und bewaffnete Neutralität, Einschränkungen bei militärischen Bündnissen und deren Kooperation sowie ein grundsätzliches Verbot, sich an Sanktionen gegen kriegführende Staaten zu beteiligen – mit den in der Initiative vorgesehenen Ausnahmen. Die heutige Politik des Bundesrates lässt demgegenüber einen größeren Handlungsspielraum zu.

Mit dem Abstimmungsergebnis ist diese politische Auseinandersetzung nicht vorbei. Die Schweiz wird weiterhin entscheiden müssen, wie sie ihre Neutralität in einer zunehmend konfliktreichen internationalen Lage konkret auslegt und welche Konsequenzen daraus für ihre Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik entstehen.

In den letzten Jahren hat sich die Schweiz trotz formeller Neutralität durch politische, militärische, wirtschaftliche und mediale Verflechtungen zunehmend an EU und NATO angenähert. Der Investigativ-Journalist und ehemalige Transition-News-Redakteur Rafael Lutz zeichnet das in seinem neuen Buch nach. Er sieht darin eine schleichende Aushöhlung der Neutralität und liefert anhand zahlreicher Namen, Institutionen und Quellen eine kritische «Landkarte» dieser Entwicklung.

Dank den Initianten des Volksbegehrens und allen Befürwortern der Neutralität wird nun über die künftige Ausrichtung der Schweizer Außenpolitik debattiert, gestritten und diskutiert. Dass das Buch in den höchsten Kreisen der Schweizer Politik gelesen wurde, das zeigen die heftigen Reaktionen darauf. Der Bundesrat weiß nun, dass man ihm auf die Finger schaut.

Es darf dem Bundesrat nicht gelingen, auf diesem Kurs weiterzufahren. Die Frage, wie unabhängig die Schweiz gegenüber internationalen Machtblöcken auftreten will, wie sie ihre Rolle als Vermittlerin wahrnimmt und wie sie mit internationalen Konflikten und Sanktionen umgeht, wird auch nach dieser Abstimmung auf der politischen Tagesordnung bleiben.

Man kann auch nach dem heutigen Tag sehr viel tun, um die Schweizer Neutralität wieder glaubwürdiger zu gestalten. Man kann sich zum Beispiel gegen die Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes einsetzen, über das die Schweiz in einer Referendumsabstimmung im November befindet. Der Vorschlag verletzt potenziell Neutralitätsbestimmungen des Völkerrechts und rückt die Schweizer wieder einen Schritt näher an die NATO.

Heute ist es zum Beispiel immer noch so, dass Waffenexporte in die Ukraine verboten sind und dass kriegführende Staaten Flugzeuge im Kriegseinsatz um die Schweiz herumführen müssen. Das ist nicht theoretisch: US-Kampfflugzeuge, die in Deutschland Richtung Gaza oder Iran starten, müssen um die Schweiz und das ebenfalls neutrale Österreich herum einen Umweg fliegen. Auch das muss so bleiben!

Es gibt mittlerweile einen bunten Strauß von Organisationen, die sich für die Neutralität einsetzen und die Schweizer Außenpolitik beobachten. Bei jedem Schritt des Bundesrates in die falsche Richtung werden sie reagieren. Deshalb war die Initiative nicht einfach überflüssig. Der Kampf und der Einsatz haben sich gelohnt, weil das Thema nun endlich in der Öffentlichkeit angekommen ist. Der Bundesrat weiß, dass es diese Organisationen gibt. Anderes ist die heftige Reaktion auf das Buch von Lutz nicht zu erklären.

Auf die Finger schauen wird man vor allem dem Verteidigungsminister, Bundesrat Martin Pfister (Mitte/Zug) und dem Außenminister, Bundesrat Ignazio Cassis (FDP/Tessin). Ob es eine Möglichkeit gibt, diese beiden Politiker bei einem nächsten Revirement im Bundesrat durch neutralitätsfreundlichere Politiker zu ersetzen, muss sich weisen.

Der Abstimmungssonntag ist damit nicht das Ende der Debatte. Er markiert vielmehr den Beginn einer neuen politischen Phase, in der sich zeigen wird, wie die bestehenden Regeln der Schweizer Neutralität unter den internationalen Bedingungen der kommenden Jahre angewendet werden. Fortsetzung folgt.

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Neues «Protestnoten»-Album – Musikalische Unterstützung für sanktionierte Journalisten

27. September 2026 - 13:26

Gute Nachricht für Freunde der widerständigen Musik: Die «Protestnoten»-Reihe findet in diesem Jahr eine Fortsetzung. Das mittlerweile vierte Album steht kurz vor der Veröffentlichung. Zur Erinnerung: Vor vier Jahren, mitten in den Nachwirren der Corona-Krise, stellte Jens Fischer Rodrian in Kooperation mit dem Stuttgarter Label A-MAZE-ING einen Sampler zusammen, der den Protest gegen gesellschaftspolitische Entwicklungen in Liedform ausdrückte.

Widmete sich die erste Ausgabe noch der damaligen Maßnahmenpolitik und den Auswirkungen auf die Kulturbranche, setzte sich das zweite «Protestnoten»-Album mit dem Schicksal des damals noch inhaftierten WikiLeaks-Gründers Julian Assange auseinander. Hier setzt der vierte Sampler an, nachdem der Vorgänger sich mit den Gräueln gegen die Bevölkerung in Gaza beschäftigt hat.

Warum die Macher den Blick erneut auf Journalismus und die freie Rede richten, beantworten sie so: «Die rechtswidrigen Sanktionen an Personen, darunter Hussein Doğru, Jaque Baud, Thomas Röper und Alina Lipp, sind Anlass genug, diesem ungeheuren Vorgang auch mit einem kulturellen Beitrag etwas entgegenzusetzen», heißt es in einer gemeinsamen Ankündigung.

Tatsächlich hat sich seit der Freilassung Julian Assanges wenig geändert. Regierungskritische Journalisten leben noch immer gefährlich. Während ihre angepassten Kollegen weiterhin offizielle Narrative verbreiten oder stützen, werden sie rabiat bekämpft, teilweise mit sehr subtilen Mitteln.

2.500 Journalisten und Autoren hat der EU-Rat in den letzten Jahren sanktioniert, Personen, die aufgrund einer anderen Sicht auf die Welt ihren Beruf nicht mehr ausüben können oder wegen Kontokündigungen sogar existentiell bedroht sind. Sie wurden verurteilt und bestraft, ohne dass sie die Möglichkeit eines fairen Gerichtsverfahrens bekommen hatten.

Tröstende Worte aus der Sparte Hip-Hop

Um dieser Ungerechtigkeit auf kultureller Ebene etwas entgegenzusetzen, haben sich 26 Künstler bereit erklärt, auf dem vierten «Protestnoten»-Album musikalisch ihre Stimme zu erheben. Der Titel ist bereits Programm: «AMARGI». Dabei handelt es sich um eines der ältesten Wörter für Freiheit, sogar in der Keilschrift.


Cover des «Protestnoten»-Albums «Amargi»

Der Sampler enthält 19 Titel, darunter bereits veröffentlichte Stücke wie «Es geht vorbei» von Rapbellions, einem Rapsong, der an die Hörer tröstende und hoffnungsvolle Worte richtet. In der Sparte Sprechgesang leistet B-Lash weitere Unterstützung, mit einem Track namens «Rot-Blau», der zum einpeitschenden Beat den Appell sendet, nie aufzugeben.

Auch Sid der Liedermacher, der in seine Songs gerne Rap-Passagen einstreut, richtet die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche: «Willst du wirklich warten, bis der Krieg beginnt», heißt es in seinem gleichnamigen Stück, «bis der Staat dir noch die letzten Rechte nimmt.» Aufrüttelnde und kritische Zeilen, die sich durch das ganze Album ziehen und auch in «Light in the Dark» von Mea Liebe & Renessance laut werden. «Immer wieder diese Ego-Spiele», heißt es dort, «immer wieder Weiß gegen Schwarz».

«Wargames» nennt B-Lash diese Art der Auseinandersetzung in einem weiteren Track, der O-Töne von Rudi Dutschke enthält. Die Worte Horst Seehofers zu den wahren Entscheidungsprozessen in der Politik lassen hingegen den Song von DJ Tom Select beginnen, einen zum Tanzen anregenden Beitrag mit leichten Reggae-Einflüssen.

Internationaler Gast aus Kolumbien

Spritzig-karibisch mutet auch der Album-Auftakter «Frieden mit dem Frieden schließen» an, ein gemeinsames Stück von Jens Fischer Rodrian, Alexa Rodrian und der Kolumbianerin Alais Clay. Im Text changieren die drei Künstler zwischen Englisch, Spanisch und Deutsch und senden eine wichtige Botschaft, ohne darauf zu verzichten, gute Laune zu verbreiten.

Rodrian hatte die kolumbianische Musikerin bei dem internationalen Kulturfestival «The Peoples Reset» in Mexiko kennengelernt. Bei so vielen politischen Gemeinsamkeiten dauerte es nicht lange, bis sie zu kooperieren begannen. Rodrian selbst ist mit dem Solo-Stück «Bist du Dogru» vertreten, einer Hommage an die sanktionierten Journalisten, für die das Album einsteht.

«Wir wollen uns lieben» lautet hingegen die Botschaft Alexa Rodrians in ihrem eigenen Lied, das sie anders als bisher in deutscher Sprache geschrieben hat. Mit dabei ist auch der Songpoet Tino Eisbrenner mit dem sanften Stück «Wolfsnächte» sowie der Liedermacher Yann Song King mit dem Hit «Absage».

Der Titel kann als übergeordnete Message verstanden werden. Alle Künstler auf dem Album erteilen dem Krieg genauso eine Absage wie dem Imperativ, mit dem Strom zu schwimmen. Sie alle leisten Widerstand, in ihrem jeweils eigenen Stil, mal satirisch, mal unverblümt, bisweilen trotzig und dann wieder einfühlsam, ob mit Gitarre oder in Begleitung flauschiger Klaviertöne.

Auch das vierte Album kommt als buntes Potpourri daher, in dem für jeden Geschmack etwas dabei ist. Das Besondere: Alle Beteiligten verzichten auf ihre Anteile der Tantiemen. Das Geld aus dem CD-Verkauf fließt in einen Topf, aus dem Projekte zur Verteidigung der freien Rede finanziert werden.

Die Veröffentlichung des Albums feiern die Künstler am 30. September im Rahmen der Ausstellung «BREAKING the SILENCE», die der Verein IAFF drei Tage lang in der Berliner Musikbrauerei durchführt. Neben Live-Auftritten der vertretenen Künstler erwartet die Gäste eine Podiumsdiskussion und die Berlin-Premiere des Dokumentarfilms «Warum Krieg statt Frieden» von Wolfgang Sendlhofer.

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Eugen Zentner ist Kulturjournalist und Autor. Zuletzt sind von ihm das Sachbuch «Kunst und Kultur gegen den Strom», der Kurzgeschichtenband «Corona-Schicksale» und der Gedichtband «Die Welt steht Kopf» erschienen.

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Das andere «Wort zum Sonntag» oder: Gefühle ordnen, sprechen, handeln

27. September 2026 - 3:49

Eigentlich hätte es wieder ein schöner Spätsommerabend werden können im Garten eines älteren Freundes. Wegen der aufziehenden Dämmerung hatten wir bereits die kleine Stehlampe aus der Stube geholt und mit dem Akku verkabelt. Auf diese Weise war schon das eine und andere «Wort zum Sonntag» entstanden. Man ist dort einfach weniger abgelenkt als am eigenen Schreibtisch. Aber diesmal sollte es nicht so sein.

Auch in seinem Dorf war inzwischen «die große weite Welt» eingezogen und machte sich bemerkbar. Schon den halben Nachmittag waren arabische Klänge gleich Nebelschwaden durch die Siedlung gezogen. Das war ungewohnt auf diesem ruhigen Fleckchen Erde. Kein Mensch war vor den Häusern zu sehen, dafür oben am Hang ein inzwischen hell erleuchtetes großes Fenster mit freiem Schall auf uns herunter.

Lag es nur daran, dass es immer dunkler wurde und man darum die Klänge intensiver vernahm, oder drehte hier tatsächlich jemand auf, die Toleranzschwelle seiner Umgebung testend? An ein konzentriertes Schreiben war jedenfalls nicht mehr zu denken. Stattdessen ging mir nun vieles andere durch den Sinn:

  • Ist die provozierte neue Zeit nun also bis in diesen Winkel vorgedrungen?
  • Warum sieht man heute niemand in seinem Garten oder auf den Wegen zwischen den Häusern?
  • Üben sich die Menschen in bewusstem Nichthörenwollen?
  • Falls ja, warum? Befremden dürfte es sie ja nicht weniger als mich.
  • Was heißt in diesem Fall «tolerant sein»?
  • Befürchten die Leute, ihr möglicher Protest würde als «rassistisch» gewertet werden?

Aber das hieße doch Rückzug aus Angst und dem Aufdringlicheren Stil und Sitte übergeben. Also ganz nach dem Motto «Jetzt sind sie halt da», die neuen Gepflogenheiten, und man habe sich damit zu arrangieren?

An sich ist das ja nicht ganz falsch. Veränderungen hat es, wie man so schön sagt, schon immer gegeben, und nicht jeder war erst eine Volksabstimmung vorangegangen. Aber allem Tür und Tor öffnen und dann auch offen lassen, das kann es dann auch nicht sein.

Ja, inzwischen war ich recht weit von meinem angedachten Beitrag entfernt. Das − Achtung, jetzt kommt's: − Gedudel war einfach nervtötend. Kulturelle, zeitgeistige und weltpolitische Aspekte rückten mir jetzt in den Hintergrund. So ging es einfach nicht. Da muss man doch hingehen und etwas sagen!

Hätte ich auch fast. Aber in dem Moment, als ich mich auf den Weg machen wollte, herrschte mit einem Mal Ruhe. Also zurück an meine Notizen, das «Zwischenspiel» abhaken oder wenigstens ausblenden und mich in die alte Vertrautheit dieses Gartens zurücknehmen? Das ging nicht, und ich finde das auch im nachhinein nicht erstrebenswert. Schon richtig; wir müssen uns nicht immer der jeweiligen Situation aktiv stellen, aber dann und wann ist es doch dran, dem Phänomen an sich in die Augen zu schauen.

Das ich hier so umschreiben möchte: Wie reagiert man kultursensibel − sensibel auch für die eigene Kultur − auf Umstände und Verhaltensweisen, die eben dieses gewachsene Gewohnte infragestellen?

Eine erste Antwort ist mir die Selbsterlaubnis, eigene Gefühle zuzulassen und sich seine Reaktionen nicht gewaltsam zu zensieren. Empfundenes herrschaftliches Gebaren ist zunächst einmal empfundenes herrschaftliches Gebaren. Das muss nicht heißen, dass der andere es auch so gemeint hatte. Aber das erfahre ich nicht bei selbsterzwungener Duldsamkeit, sondern indem ich es herausfinden gehe. Meine Begrüßung an der Haustür von den irgendwie Feiernden wäre kein Vorwurf gewesen, sondern eine Frage zum Stand der Dinge und ein Hinweis auf ihre Wirkung. Für diese Art von Filtern bewährt sich das Gebet, das spontane und alles andere als unerhörliche.

In größeren Zusammenhängen gilt dasselbe. Wo Gewohntes gestört und bedroht ist, gilt es das anzusprechen; direkt oder bei Zuständigen und Verantwortlichen. Niemand muss sich hier seine Empfindungen vom Radiergummi falscher Korrektheit wegrubbeln lassen.

Als eines der wenigen Medien berichtete Nius von der großen Trauerversammlung auf dem Frankfurter Römerberg am vorletzten Samstag, 19. September. Die Angehörigen von Opfern islamistischer Anschläge haben gemeinsam Präsenz gezeigt und ihre Stimme erhoben. «Die Messerstechereien sind ein Importprodukt, das wissen alle», schrieb Gunnar Schupelius, und auch wenn den Opfern immer noch «wenig Beachtung geschenkt» werde, so gäben sie sich doch «nicht mit der Trauer ab», sondern «verlangen von der Bundesregierung und von den Landesregierungen, dass sie Gewalttäter aus dem Ausland ergreift und abschiebt, dass sie den radikalen Islam viel konsequenter bekämpft». − «Sie wollen Taten sehen, damit andere nicht dasselbe tödliche Schicksal erleiden.»

«Jetzt sind sie halt da», die neuen Gepflogenheiten, und man habe sich mit ihnen zu arrangieren? Nein, nicht um jeden Preis! Aber eine Zivilcourage des einzelnen Bürgers, wie sie allzu «betroffene» Politiker regelmäßig fordern, darf nie und nimmer als Ersatz herhalten für instutionalisierte Feigheit von oben. Ein delegiertes Gewaltmonopol ist ein Versprechen, das es einzulösen gilt.

Und bevor nun jemand meinen gestörten Samstagabend im trauten Garten mit der Trauer von Hinterbliebenen gleichzusetzen beginnt und mir unterstellt, ich würde aus gewährten importierten Tönen unbesehen auf Messergewalt schließen, sage ich noch einmal klar und deutlich: Gemeinsam ist beiden Erfahrungen, dass eine zu recht empfundene Störung des Miteinander − auf welcher Ebene auch immer − ihre berechtigte Sprache und ihre jeweils angemessene Reaktion finden müssen. Den Gegenbeweis, die Folgen abgenötigter Permissivität, erfahren wir aus den Nachrichten.

Und das alles jetzt als ein Wort zum Sonntag? Ja, und zwar als ein diesmal wortwörtlich «anderes». Wenn wir als Christen solche Notstände nicht ansprechen, diese Beklommenheiten vor Ort und die Verachtung von Gewaltopfern und ihrer Angehöriger, dann schaukelt sich alles weiter auf: psychisch bei diesen Opfern, polizeilich bei den Verbrechen und atmosphärisch in einer zerfallenden Gesellschaft von zwangsweise eingeübter Permissivität.

«Ohne Maßstäbe geht es nicht», schreibt Jordan Peterson in seinem Bestseller «12 Rules for Life» (Seite 158), und der biblische Maßstab fürs gute Zusammenleben ist Gerechtigkeit und Frieden. Der Weg dazu ist klare Denke und freimütige Rede, und beides eben auch stellvertretend: für das Miteinander vor Ort wie für dessen große Gefährdungen. Man lasse sich dafür ein wenig mitnehmen von Geist und Duktus nur schon dieser wenigen Schriftworte:

«Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll man dann salzen? Es taugt zu nichts mehr, man wirft es weg und die Leute zertreten es.» Matthäus 5,13

«Ich sage euch: Wenn diese [meine Jünger] schweigen werden, so werden die Steine schreien.» Jesus nach Lukas 19,40

«Seid weise im Umgang mit den Außenstehenden, nutzt die Zeit!
Euer Wort sei immer freundlich, doch mit Salz gewürzt,
denn ihr müsst jedem in der rechten Weise antworten können.» Kolosser 4,5-6

«Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage? Jene Leute eifern um euch nicht in guter Absicht; sie wollen euch abtrünnig machen, damit ihr um sie eifert.» Galater 4,16-17

Und nicht zuletzt:

«Weist die Nachlässigen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig mit jedermann.» 1.Thessalonicher 5,14

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Das andere «Wort zum Sonntag» vom 20. September 2026: «Wie der Frieden siegen kann»

Lothar Mack war als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tätig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die Selbständigkeit geführt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte über Artikel und Begegnungen und ruft in Gottesdiensten und an Kundgebungen zu eigenständigem gläubigem Denken auf. Sein Telegram-Kanal lautet StimmeundWort.

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Weg von Big Tech: Empfohlene Tools bei «Reclaim The Net»

27. September 2026 - 0:08

Das Bestehen auf Privatsphäre ist keine Geheimniskrämerei und man tut nichts Verbotenes. Es bedeutet einfach, selber bestimmen zu wollen, mit wem man welche Informationen teilt, anstatt sich zwangsweise zu entblößen. Ebenso wichtig ist dabei der Aspekt der freien Entfaltung der Persönlichkeit, unbehelligt von äußeren Einflüssen. Die Schweiz, Deutschland und die EU haben immerhin ein Grundrecht auf Privatsphäre in ihren elementarsten Gesetzeswerken verankert, wie die meisten sogenannten Demokratien.

Vielen Menschen ist vielleicht gar nicht bewusst, wie transparent wir heutzutage sind, insbesondere über elektronische Kanäle. Oder es mag einigen egal sein und sie sagen, sie hätten ja nichts zu verbergen. Laut Edward Snowden – der persönlich alles riskierte, um die Welt vor der US-Massenüberwachung zu warnen – könnte man dann auch auf Meinungsfreiheit verzichten, weil man nichts zu sagen habe. Transparenz ist zu allererst von staatlichen Akteuren zu fordern.

Wem Privatsphäre und Datenschutz wichtig sind, der muss sich jedenfalls aktiv darum bemühen. Als Hilfestellung, um mehr Kontrolle über die digitalen Werkzeuge zu bekommen, haben wir im Juli die Website «Exit Chat Control» vorgestellt. Diese war als Reaktion auf die vom EU-Parlament restaurierte Chatkontrolle und die nur schlecht kaschierten Ambitionen zur Totalüberwachung entstanden.

Auch Reclaim The Net bietet umfangreiche und gut strukturierte Informationen zu diesem Thema. Zum einen finden wir dort den Bereich der empfohlenen Tools, mit denen man sich frei, unmanipuliert und ungescannt im Internet bewegen kann. Zum anderen gibt es seit kurzem eine weitere Sichtweise darauf: Welche Alternativen haben wir zu konkreten Produkten der Big Tech-Konzerne, die sonst alles bestimmen?

Die Werkzeuge sind gruppiert, zum Beispiel nach Browsern, Messengern, E-Mail-Diensten, Social Media, Video-Plattformen, Karten, Cloud-Speichern, KI, Betriebssystemen und Hosting. Auch der ganz wichtige, aber oft übersehene Bereich des DNS (Auflösung der Domain-Namen) wird behandelt. Zu kurz kommen dagegen echte dezentrale Lösungen, zum Beispiel auf der Basis des Nostr-Protokolls.

Der Aufstieg vom Datenlieferanten für Google, Apple, Microsoft und Meta zum selbstbestimmten Internet-Teilnehmer könnte manchem anhand der zweiten Zusammenstellung plausibler erscheinen. Hier sieht man sehr gut, welche Produkte das unter anderem betrifft. WhatsApp, Facebook und Instagram können genauso ersetzt werden wie die Google-Suche, Gmail, Google oder iCloud Drive, Google oder Apple Maps, YouTube, Android, Chrome, Safari, Edge oder Microsoft Office.

Die Möglichkeiten sind vorhanden. Oft genug sind die Alternativen sehr ähnlich in Funktionsumfang und Bedienung, sodass der Umstieg nicht einmal kompliziert ist. Letztlich ist es eine Frage des Willens, den «digitalen Schweinehund» zu überwinden. Was aber unschwer vorhersehbar ist: Von offizieller Seite wird unsere digitale Umgebung nicht freier werden.

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Die Repräsentative Demokratie hat fertig

27. September 2026 - 0:05

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Apolut. Transition News durfte ihn mit freundlicher Genehmigung des Autors übernehmen.

Wahrlich ein Erdrutsch. Die politische Landschaft in Deutschland ist massiv durcheinander geschüttelt. Da hat nun ein breites Bündnis «gegen Rechts» seit fünfzehn Jahren wacker gegen die AfD gekämpft. Massen waren unterwegs. Hunderttausende sind hinter dem Bürgermeister hinterhergetrottet. Und nach jeder Massen-Manifestation sind die bösen AfD-Recken immer stärker geworden.

Die Demonstranten gegen Rechts avancierten zu verlässlichen Multiplikatoren und Cheerleadern der blauen Gefahr. Unterschiede innerhalb der Parteien des alten liberalen Establishments wurden eingeebnet. Wem die Mainstreampolitik nicht mehr gefiel, der sah sich jetzt genötigt, als einzig verbliebene Alternative die AfD zu wählen.

Ja, seit nunmehr achtzig Jahren wird ein nettes Wechselspiel aufgeführt. Da regiert erstmal eine Partei. Dann wird sie abgewählt. Dann regiert eine andere Partei, die alles anders oder besser machen wollte. Es bleibt aber im Wesentlichen immer dieselbe Politik. Die Richtlinien der Politik bestimmt nie der Kanzler, sondern eine starke Gemeinschaft im Hintergrund. Gekocht haben das Politik-Menü immer die diskreten Denkfabriken und Lobbygruppen hinter den Kulissen (1). Die Politiker waren immer nur die Kellner, die dem Volk das Menü servierten und schmackhaft zu machen hatten. Solange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte, hat sich niemand daran gestört.

Doch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt jetzt schon seit einigen Jahren nicht mehr. Das mühsam zusammengetragene Volksvermögen wird in beispielloser Brutalität von Privatisierern abgeräumt. Die geplante Massenverarmung lässt keine andere Schlussfolgerung mehr zu: Der Traum ist aus!

Also was soll man tun? Wenn diese Volksausplünderer und Kriegstreiber jetzt höhnisch lachend ihre Gutmenschenmaske vom Gesicht ziehen, dann wählt man halt jene Partei, die vom korrumpierten liberalen Establishment so vehement verteufelt wird. Auf diese Weise gelangt die AfD im Schlafwagenmodus fast ohne eigenes Handeln zu schwindelerregenden Wahlerfolgen. Keiner fragt so genau, was die AfD eigentlich machen will, wenn sie erst einmal an der Regierung ist. Egal. Alles ist besser als der jetzige Zustand?

Wen irritiert das schon, dass Elon Musk in der Wahlnacht in Sachsen-Anhalt dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund auf Deutsch über seine Plattform X mit den Worten gratuliert: «Gut gemacht!». Und Ulrich Siegmund antwortet, sichtlich geschmeichelt über diese Beachtung durch den nach Marktkapitalisierung reichsten Mann der Erde, auf Englisch: Er, Ulrich Siegmund und seine AfD, werden dafür sorgen, dass Deutschland wieder ein würdiger Platz für die Investitionen von Musk und seinen Oligarchen-Freunden wird (2). Schon Monate zuvor erschien Musk als Messias auf Großleinwand bei einer Wahlveranstaltung der AfD und wurde von seinen Fans begeistert begrüßt (3).

In Mecklenburg-Vorpommern schwante der noch amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu Recht ähnliches Ungemach. Frau Schwesig vertraute auf ihre in zehn Jahren erworbene Popularität. Sie setzte alles auf eine Karte. Ihr Motto hieß: «Frau gegen Blau». Also: Die tapfere Frau gegen eine patriarchale AfD (4). Sie alleine wollte den heroischen Endkampf des liberalen Parteien-Establishments schultern. Inhalte störten nur. Unterschiede wurden eingeebnet. Und Frau Schwesig verlor diesen Endkampf krachend gegen die AfD.

Der CDU hatte die tapfere Frau gegen Blau so viele Stimmen abgesogen, dass die Konservativen komplett von der Bildfläche verschwanden. Dadurch, dass CDU und das BSW nicht in das Parlament kamen, verteilen sich deren Sitze auf SPD, Grüne und Linke. Die Machtübergabe an die AfD konnte noch einmal um fünf Jahre hinausgezögert werden. Wenn das so weiter geht, wird die AfD in fünf Jahren auch in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur die absolute Mehrheit der Sitze, sondern auch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen gewinnen. Wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes geschieht.

In Berlin ticken die Uhren noch etwas anders

Der allgemeine Trend nach rechts hat sich in Berlin noch nicht so richtig durchgesetzt. Zwar konnte die AfD auch in der Hauptstadt ihren Stimmenanteil erheblich ausbauen. Doch das Rennen hat die schon öfter totgesagte sogenannte Linkspartei gemacht. Diese Nachfolgeorganisation der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) hat als stärkste Partei den Regierungsauftrag erhalten. Da tanzen die zumeist jungen Linken im orientalischen Ringelrein durch die Halle, um ihren Sieg zu feiern (5).

Und sofort ist die Aufregung groß. Plötzlich ist vom Kampf gegen Rechts nichts mehr zu spüren. Zumindest in Berlin scheinen die politischen Koordinaten wieder auf medialen Sturm gegen Links gepolt zu sein. Wie in den guten alten Zeiten. Denn die Linkspartei hat als potentestes Wahlargument angekündigt, privatisierte Wohnungen in öffentliche Hand zurückzuholen. Die Deutsche Wohnen SE hat sich allein in Berlin über 100.000 Wohnungen zusammengekauft (6). Seit dem Jahr 2021 gehört Deutsche Wohnen zu dem Immobilienriesen Vonovia. Deutsche Wohnen ist mittlerweile in die Bundesliga der börsennotierten DAX-Unternehmen aufgestiegen.

Der Daseinszweck von Deutsche Wohnen besteht allein darin, seinen Aktionären maximale Dividende zu bescheren. Seit der Wende von 1989 sind preiswerte kommunale Sozialwohnungen in Berlin massenhaft in den Bestand von Miethaien übergegangen. Die unmittelbare Folge: Arbeiter, Angestellte und Rentner, die zu DDR-Zeiten in Berlin-Mitte preiswert gelebt hatten, wurden aus ihren vertrauten Wohnungen im Kiez verjagt und in Plattenbausiedlungen in Marzahn und anderenorts verpflanzt. Im Zuge einer Gentrifizierung folgten auf westdeutsche Hausbesetzer und Künstler irgendwann gut verdienende Mittelständler und Staatsbedienstete. Die Neubürger und sozialen Aufsteiger wählen in ihrer Mehrheit Grün. Statt Bockwurstbuden gibt es jetzt in der Danziger Straße veganen Imbiss.

Das Trauma dieser westdeutschen Kolonisierung wirkt bis heute nach. Die in den Vorstädten zusammengepferchten ehemaligen DDR-Bürger wählen in ihrer Verzweiflung jetzt mehrheitlich AfD. Der Treppenwitz an der Geschichte ist, dass die Vorläuferpartei der heutigen Linkspartei selber ganz erheblich an der kolonialen Ausplünderung des Volksvermögens an kommunalen Wohnungen mitgewirkt hat.

Denn im Jahre 2004 hatte die damalige Koalitionsregierung aus SPD und PDS unter dem Ersten Bürgermeister Klaus Wowereit und dem Finanzsenator Thilo Sarrazin allein 65.000 Wohnungen der landeseigenen Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) an ein Investoren-Konsortium unter Leitung von Goldman Sachs und Cerberus verscherbelt (7). Angeblich, um Schulden der Stadt begleichen zu können. Der Kaufpreis betrug 405 Millionen Euro. Der Stimmenanteil der PDS halbierte sich nach diesem Hans-Im-Glück-Deal (8). Das juckte aber die PDS nicht, die dann nach einer Fusion mit der Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) als Linkspartei wieder wie Phönix aus der Asche aufstieg.

Seitdem haben die Miethaie die Preise in den ehemaligen Sozialwohnungen hemmungslos angehoben. Der politische Wille, sie daran zu hindern, hielt sich bei den ständig wechselnden Senatsregierungen in Berlin in engen Grenzen.

Die Folgen für die Berliner sind gravierend. Im Jahr 2024 schlug der Paritätische Wohlfahrtsverband Alarm: 919.000 der insgesamt vier Millionen Berliner seien wegen der hohen Mieten «armutsbetroffen» (9). Während nämlich die Löhne nur mäßig gestiegen sind in den letzten drei Jahrzehnten, sind die Mieten exorbitant gestiegen. Deswegen muss knapp die Hälfte aller Berliner Haushalte ein Drittel seiner Einkünfte für Miete ausgeben.

Ein weiteres Viertel der Berliner Haushalte muss 40 % seiner Einkünfte für Miete ausgeben. Und 165.000 Haushalte müssen sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Miete ausgeben. Die Lebensqualität der Berliner sinkt kontinuierlich. Ehemalige DDR-Bürger erinnern sich, dass sie zu Zeiten des Sozialismus gerade einmal 3 % für Miete ausgeben mussten. Und auch westdeutsche Bundesbürger mussten zur Zeit der Wende gerade einmal 20 % ihres Einkommens für Miete ausgeben (10).

Wohnraum wird knapp. Im Dunkeln bleibt auch die Anzahl jener Wohnungen, die heute über die Plattform AirBnB als Feriendomizile genutzt werden und als Wohnraum für «normale» Berliner nicht mehr zur Verfügung stehen. Viele Menschen in Berlin können sich gar keine Wohnung mehr leisten. Im Jahr 2012 lebten etwa 6.200 Menschen in Notunterkünften, die die Stadt eingerichtet hat. Heute hat sich die Anzahl der in Notunterkünften hausenden Berliner verzehnfacht auf etwa 57.000 (11). Und etwa 6.000 bis 7.000 Berliner vegetieren obdachlos auf der Straße ihrem Tod entgegen.

Wenn diese gigantische humanitäre Katastrophe nicht weiter explodieren soll, muss dringend etwas getan werden. Der Berliner Senat hatte deswegen im Jahr 2020 einen Mietpreisdeckel als Gesetz eingebracht. Doch das Karlsruher Verfassungsgericht hatte einer Klage von CDU und FDP stattgegeben. Das Mietpreisdeckelgesetz sei verfassungswidrig, weil nur die Bundesregierung über den Mietpreisdeckel entscheiden dürfe (12). Daraufhin setzte die «Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen» eine Volksabstimmung durch. Bei einer Wahlbeteiligung von 75 Prozent befürworteten fast 60 % der Berliner eine Enteignung der Miethaie (13).

Und das ist die Ursache für den großen Erfolg der Linkspartei bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus. Die Linkspartei will dieses Votum der Berliner Bevölkerung jetzt in ein Gesetz gießen. Legale Grundlage dafür ist der Grundgesetzartikel 15. Der sieht die legale Vergesellschaftung von Besitz vor. Es gab bislang noch keinen Fall, wo dieser Grundgesetzartikel 15 in die Praxis umgesetzt wurde (14). Die Deutsche Wohnen soll also durch einen Geldbetrag entschädigt werden. Das Geld soll aus den Mieteinnahmen der rekommunalisierten Wohnungen generiert werden. Das Niveau der Mieten soll auf ein zumutbares Maß zurückgefahren werden.

Das Geschrei über diese Rekommunalisierung ist groß. Der ehemalige Siemens-Chef Joe Kaeser sieht schon einen Massenexodus deutscher Unternehmer in seiner Glaskugel (15). Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, dem Berliner Vorstoß zur Rekommunalisierung mit einem entsprechenden Verbot auf Bundesebene einen Riegel vorzuschieben. Merz war von 2016 bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock Deutschland. Blackrock besitzt einen nicht unerheblichen Minderheitsanteil an Deutsche Wohnen. Merz hat einzig und allein die Interessen seiner Klientel im Sinn wenn er laut Tagesschau sinngemäß gesagt hat:

«Deutschland müsse internationalen Investoren deutlich machen, dass privates Eigentum nicht enteignet werde. Erste Entwürfe würden bereits zwischen Justiz- und Innenministerium abgestimmt, so der CDU-Vorsitzende bei einer Pressekonferenz in Berlin.» (16)

Das Ende der Repräsentativen Demokratie

Das Berliner Beispiel zeigt sehr gut, dass der Wille der Bevölkerung in der Politik der Repräsentativen Demokratie keine Rolle spielt. Direkte Abstimmungen wie jene zur Rekommunalisierung werden einfach großräumig ignoriert. Und wenn jetzt die Linkspartei in die Regierungsverantwortung kommt, wird gewiss nicht viel von dem Versprechen des bezahlbaren Wohnraums durch Rekommunalisierung übrig bleiben.

Denn die Linkspartei braucht ja Koalitionspartner. Und es ist auch schon geregelt, wer hier nur in Frage kommt: nämlich die Grünen und die geschrumpfte SPD. Die Sozialdemokraten haben schon unmissverständlich klar gemacht, dass sie einer erneuten Vergesellschaftung von Wohnungen nicht zustimmen werden. Ja, die SPD in der Bundesregierung wird unmissverständlich dem Verhinderungsgesetz von Friedrich Merz ihre Unterstützung zusichern.

Die Linkspartei kann also beruhigt sein. Sie muss nicht mit dem Kopf durch die Wand. Es bleibt also alles beim Alten. Und so wird jene volksfeindliche Politik einfach weitergeführt. Die AfD hat schon deutlich gemacht, dass auch unter einem blauen Senat alles beim Alten bleiben wird (17). Die Verelendung der Berliner wird also munter weiter voranschreiten. Bis sich die untragbaren Zustände in Gewaltexzessen entladen werden.

Die Schere zwischen Regierung und Regierten geht unweigerlich immer weiter auseinander. Man könnte ja lösungsorientiert eine einschneidende Verfassungsreform auf den Weg bringen. Die Befreiung von der Parteienherrschaft wäre möglich, wenn die Bevölkerung wie in der Schweiz über Sachfragen direkt abstimmen könnte, ohne den Weg der Parteien. Zudem könnte man mit der Einführung des Imperativen Mandats jeden Politiker, der nicht konsequent das umsetzt wofür er gewählt wurde, zu jeder Zeit abwählen.

Die sogenannte Repräsentative Demokratie hat fertig. Gehen wir endlich neue Wege.

Quellen und Anmerkungen:

(1) Hermann Ploppa: Die Macher hinter den Kulissen – Wie transatlantische Netzwerke die Demokratie unterwandern. Frankfurt/Main 2014
(2) https://x.com/UlrichSiegmund/status/2096733298965848336
(3) https://www.spiegel.de/politik/deutschland/elon-musk-bei-afd-wahlkampfauftakt-in-halle-saale-zugeschaltet-a-b21db243-26ca-468e-8715-927c26a73178
(4) https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/kommentare/kommentar-zur-mv-wahl-die-riskante-taktik-der-frau-gegen-blau,kommentar-464.html
(5) https://www.youtube.com/shorts/KcPPOdoC3q8
(6) https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wohnen
(7) https://de.wikipedia.org/wiki/GSW_Immobilien
(8) https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zum_Abgeordnetenhaus_von_Berlin
(9) https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/12/paritaetischer-wohlfahrtsverband-armut-mieten-wohnarmut.html
(10) https://www.diw.de/de/diw_01.c.799572.de/publikationen/wochenberichte/2020_39_4/der_ostdeutsche_wohnungsmarkt_nach_der_wiedervereinigung__auswahl_hat_ihren_preis.html
(11) https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/08/zahl-obdachlosen-berlin-fast-verzehnfacht.html
(12) https://www.livinginberlin.de/blog/berliner-mietendeckel-geschichte-oder-zukunft
(13) https://www.wahlen-berlin.de/abstimmungen/ve2021/AFSPRAES/ergebnisse.html
(14) https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wohnungen-vergesellschaftung-berlin-100.html
(15) https://web.de/magazine/politik/politische-talkshows/joe-kaeser-warnt-maischberger-folgen-berlin-wahl-wirtschaft-42751920
(16) https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/enteignung-vergesellschaftung-wohnungen-berlin-100.html
(17) https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/03/berlin-agh-gesetz-vergesellschaftungen-immobilienkonzerne.html

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Hermann Ploppa ist Politologe und Publizist. Kürzlich erschien von Ploppa das Buch «Der Neue Feudalismus – Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus». Da Amazon das Buch noch nicht führt, kann es am besten beim Autor bestellt werden unter: liepsenverlag@gmail.com

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Corona-Profiteure Şahin und Türeci präsentieren neues Start-up

27. September 2026 - 0:03

Die Gründer von BioNTech, Uğur Şahin und Özlem Türeci, die mit ihren experimentellen mRNA-«Impfstoffen» während der «Pandemie» viel Geld verdienten – und ebenso viel Leid über die Menschen brachten –, haben nun Details über ihr neues Unternehmen preisgegeben. Wie Medien berichten, will sich ihr neues Start-up mit Hauptsitz in Mainz der «Erforschung und Entwicklung sowie Herstellung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten» widmen (hier und hier).

Nach Angaben der Medien soll das neue Unternehmen ebenso wie BioNTech als SE firmieren, also als europäische Aktiengesellschaft. Şahin und Türeci haben auch einen passenden Namen für ihr neues Flaggschiff gefunden: Arife. Dabei handelt es sich um einen weiblichen Vornamen türkischer Herkunft, der «Die Wissende» bedeutet.

Die Zahl der Beschäftigten bei Arife soll im niedrigen dreistelligen Bereich liegen, berichteten die Medien unter Berufung auf Beteiligte. Firmengründer Şahin wolle auch Vertraute von BioNTech in die neue Firma holen.

Im März hatten Şahin und Türeci angekündigt, BioNTech spätestens Ende 2026 verlassen und ein neues Unternehmen gründen zu wollen, das sich mit der Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis beschäftigen wollte. Allerdings teilten sie mit, dass sie Anteilseigner von BioNTech bleiben würden.

Kurz darauf wurde bekannt, dass das Unternehmen der «Pandemie»-Profiteure, die von der deutschen Regierung für ihre Verdienste bei der Entwicklung ihres COVID-«Impfstoffs» mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurden, in den USA die klinischen Studien zu ihrem neuen COVID-«Impfstoff» einstellen mussten. Warum? Weil sie die verschärften Sicherheitsanforderungen der Regulierungsbehörde FDA nicht erfüllen konnten.

Zeitgleich kursierte die Nachricht, BioNTech werde seine mRNA-Produktionsanlage in Singapur schließen. Eigentlich sollte das Werk, das 2022 übernommen wurde, zur größten Zentrale für den asiatisch-pazifischen Raum werden und mehrere hundert Millionen Dosen mRNA-«Impfstoff» pro Jahr produzieren (wir berichteten).

Im August musste BioNTech dann seine Umsatzprognose um 20 Prozent senken – aufgrund der geringeren Nachfrage nach dem COVID-«Impfstoff». Zudem kündigte das Unternehmen an, es werde etwa 22 Prozent der Belegschaft entlassen, die Produktion des COVID-«Impfstoffs» faktisch stoppen und die Impfstoffproduktion an seinen Partner Pfizer abgeben (wir berichteten).

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Keine OSZE-Wahlbeobachter bei US-Zwischenwahlen

27. September 2026 - 0:02

Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November wird die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erstmals seit Beginn ihrer Wahlbeobachtung in den USA ohne eigene Beobachter vor Ort sein. Eine Einladung aus Washington liegt bislang nicht vor.

Seit 2002 hatte die OSZE insgesamt zwölf US-Bundeswahlen begleitet, darunter sechs Zwischenwahlen. Die Organisation bezeichnet den Ausschluss als bedauerlich und verweist auf die langjährige Zusammenarbeit mit den USA. Eine Wahlbeobachtung hätte aus Sicht der OSZE eine unabhängige Einschätzung der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ermöglicht.

Der Präsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Pere Joan Pons, bezeichnete die Entscheidung als deutliche Abkehr von einer etablierten demokratischen Praxis. Auch in der Schweiz wird die fehlende Einladung bedauert.

Eine offizielle Begründung aus Washington gibt es bislang nicht. Weder die US-Regierung noch die amerikanische Vertretung bei der OSZE in Wien haben den Verzicht auf die Wahlbeobachter erklärt. Gleichzeitig bekennen sich die USA weiterhin offiziell zur Organisation. Nach längeren Verzögerungen ist zudem wieder ein US-Botschafter bei der OSZE akkreditiert.

Das Verhältnis zwischen Washington und der OSZE ist allerdings seit längerem angespannt. Die USA haben die Organisation unter anderem finanziell unter Druck gesetzt. Die Zusammenarbeit war jedoch auch während der Amtszeit von Donald Trump grundsätzlich fortgesetzt worden.

Im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl 2020 hatte die OSZE keine Hinweise auf einen Wahlbetrug festgestellt und den Ablauf der Abstimmung grundsätzlich positiv beurteilt. Donald Trump hält dagegen bis heute an der Behauptung fest, Joe Biden habe die Wahl nicht rechtmäßig gewonnen.

Die fehlende Einladung zur diesjährigen Wahlbeobachtung könnte deshalb auch politisch relevant sein. Eine unabhängige Beobachtung durch die OSZE würde eine zusätzliche Einschätzung des Wahlablaufs liefern und könnte nach der Wahl als Referenz dienen. Konkrete Hinweise darauf, dass die US-Regierung eine Manipulation der Zwischenwahlen plant, liegen jedoch nicht vor.

Dass die OSZE nicht eingeladen wird, ist international ungewöhnlich. In der Vergangenheit verweigerten vor allem autoritär regierte Staaten der Organisation den Zugang zu Wahlen. Russland hat OSZE-Beobachter wiederholt ausgeschlossen. Belarus lud die Organisation zuletzt so spät ein, dass eine umfassende Vorbereitung und insbesondere die Beobachtung des Wahlkampfs nicht mehr möglich waren.

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