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Pflugscharen zu Schwertern?

13. September 2026 - 0:07

Dieser Beitrag erschien zuerst auf apolut. Transition News durfte ihn mit freundlicher Genehmigung des Autors übernehmen.

Die Akteure im politischen Raumschiff Berlin heben unverkennbar ab. Ihre kriegerische Sprache lässt uns den Atem gefrieren. Die auf Frieden und Deeskalation geeichte Verfassung scheint so eine Art Wendejacke zu sein. Wenn die Sonne scheint, tragen wir die durchlässige Seite. Wenn es stürmt und schneit, drehen wir die Jacke einfach um. Gestern in Friedenszeiten die tolerante Demokratie. Heute in Kriegszeiten tragen wir Faschismus und Intoleranz. Das war im Übrigen immer schon so. Zunächst führten die Eliten uns als stramme Nazis in den Krieg, den zumindest wir einfachen Leute auf der ganzen Linie verloren haben. Dieselben Eliten zogen dann zivile Anzüge an und führten uns durch den konsumistischen Frieden. Naja, und jetzt geht die Reise eben wieder anders herum.

Der weltweite Kriegswahn ist ein Krebsgeschwür, das die gesunden Organe des Zivillebens unter seinem unerbittlichen Wachstum zerdrückt. In den Medien ist folglich nur noch die Rede von neuen Waffensystemen, von Kalkulationen über Vernichtungspotential. Von realen Schlachten wird berichtet wie von einer Sportveranstaltung. Wer führt gerade? Israel und USA? Oder vielleicht Russland und der Iran? Im Moment hat der Iran das Spiel fest in der Hand.

Mal eben ein Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro – dort mal eben 60 Milliarden Euro für Familie Selensky. Währenddessen werden Mitarbeiter der Kitas gekündigt. Die Kinder bekommen keinen Sprudel mehr zu trinken. Zu teuer. Trinkwasser aus der Leitung tut es doch auch, oder?! Kein Scherz. Realität in Deutschland. Wir müssen ja schließlich sparen. Dieses Mantra wird Ihnen jeder Kreistagsabgeordnete sofort herunterbeten, wenn Sie ihn fragen. Nicht nur sparen und kürzen für das göttliche Wesen, das wir alle verehren, den Investor. Nein. Wir müssen uns zudem doch auch noch rüsten gegen den bösen Putin.

Und: Die neuen Aufrüstungsvorhaben bringen ja schließlich neue Arbeitsplätze. Das wird Ihnen doch jeder Gewerkschaftsführer bestätigen, der was werden will. Da ist zum Beispiel der neu geschaffene Defence Hub Nordhessen. Hessens Landesvater Boris Rhein prescht lachend zusammen mit Rheinmetall-Boss Armin Papperger durch das neue Drohnentestgelände in Kassel-Calden. Ja, der Defence Hub Nordhessen ist, so schwärmt Landesvater Rhein vor der Presse, ein wahrer «Booster für Investitionen, Innovationen und Wachstum in der Region» (1).

Sicher hat er sich von der letzten Booster-Impfung noch gar nicht richtig erholt. Darum wird Hessen, in Person der Steuerzahler jenes Landes, zu den 280 Millionen Euro Investitionssumme, die Rheinmetall einspritzt, noch einmal 25 Millionen Euro injizieren. Auch der Krauss-Maffei-Wegmann-Nachfolger KNDS wird schwere Ketten- und Radfahrzeuge für das maschinisierte Killen hier in Nordhessen fabrizieren. Europuls GmbH ist wiederum ein so genanntes Joint Venture von jenem KNDS zusammen mit der israelischen Rüstungsschmiede Elbit Systems. Airbus schließlich will hier Hubschrauber herstellen. Die Atmosphäre unter den Politikern und Managern ist fiebrig, wenn sie tönen: «Kassel Airport soll zur militärischen Drehscheibe werden» (2).

Alles dreht sich. Alles wiederholt sich. War da nicht im Jahre 1943 mal was in Kassel?! Kassel war von den Nazis zum gigantischen Defence Hub aufgeplustert worden. Das blieb den Alliierten Kriegern nicht verborgen. Am 22. Oktober 1943 erreichen die fliegenden Festungen der Amerikaner und Engländer unerbittlich Kassel (3). Wie üblich bei den alliierten Bomberattacken öffnen zunächst Sprengbomben alle Fenster und Kanaldeckel. Im zweiten Schub werden jetzt Phosphorbrennstäbe eingesetzt, die bei dem nun erleichterten Luftsog extreme Hitze produzieren. Ein Feuersturm rast durch die Stadt mit extrem hohen Temperaturen und saugt alles Wasser davon. 10.000 Bürger von Kassel ersticken sofort und schrumpfen zu entwässerten Puppen. Die Altstadt von Kassel, das kollektive Gedächtnis, war zu neunzig Prozent ausgelöscht. Die Zeche für den Rüstungswahnsinn zahlten mal wieder wie üblich die kleinen Leute, die damit nicht viel zu tun hatten.

In Osnabrück war früher der Standort für die schicken Cabriolets der Firma Karman Ghia. Einfache Sportwägelchen auf dem Chassis eines VW Käfer. Vor ein paar Jahren ging Karman Ghia pleite. VW übernahm die Fabrik. Alles ging weiter wie gehabt. Zuletzt mit der Cabriolet-Variante des VW T-Roc. Damit ist nun Schluss. Die Mitarbeiter ließ man erst mal Blut und Wasser schwitzen, wie es denn nun weitergeht. Um dann die frohe Kunde zu verbreiten: Halleluja, es geht weiter! Allerdings nunmehr als Rüstungsunternehmen. Investoren aus Israel zeigten Interesse.

Das Scheichtum Katar ist drittgrößter Mitinhaber von VW. Und die wollten die Israelis nicht (4). Also fand die schlaue niedersächsische Landesregierung eine andere Lösung: VW geht pro forma ganz raus. Eine Auffanggesellschaft kümmert sich um Grundstücke, Gebäude und Arbeiter. Eine weitere Gesellschaft kümmert sich um die Produktion. Und zwar das Land Niedersachsen zusammen mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael. Rafael ist bekannt für die Herstellung und Wartung des israelischen Luftabwehrsystems mit dem Namen Golden Dome.

Rafael wird seine Erfahrungen mit der Luftabwehr in Israel nun großzügig in den Aufbau einer europäischen Luftabwehr einbringen. Nun sind also mit Elbit Systems in Kassel und Rafael in Osnabrück in der privilegierten Position, die europäische Luftabwehr zu kontrollieren. Egal. Hauptsache die Arbeitsplätze der Arbeiter in Osnabrück sind gesichert! Das Geld kommt zu achtzig Prozent vom israelischen Investor Aurelius und zu zwanzig Prozent vom Land Niedersachsen, also von den Steuerzahlern (5). Die natürlich niemand um ihre Meinung gefragt hat.

Sparen und Kürzen, Kürzen und Sparen – Verrotten lassen

Das leuchtet doch uns allen ein, dass Arbeitsplätze mit späterer Brennwirkung im Stil von Kassel Vorrang haben vor dem Durst unserer kleinsten Kinder, oder? Unsere weisen Lenker der 32 NATO-Mitgliedsländer hatten sich im Juni 2025 darauf verständigt, dass nunmehr bis zum Jahre 2035 der Anteil der Rüstungsausgaben am Bruttosozialprodukt auf fünf Prozent angehoben werden soll (6). Schließlich bedroht uns der Russe ja so entsetzlich, dass wir ganz hilflos sind und uns wehren müssen. Da müssen eben im Angesicht dieser extremen Bedrohung viele andere, weniger wichtige Dinge wie Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur hinten anstehen!

So vieles liegt mittlerweile im Argen. Oder im Dreck. Eigentlich besteht dringender Handlungsbedarf. Über 13 Millionen Deutsche sind mittlerweile armutsgefährdet (7). Das macht schon annähernd 17 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das heißt: Diese Leute haben nichts mehr auf der Kante. Wenn Unerwartetes geschieht, können sie nicht mehr auf Erspartes zurückgreifen. Wenn das Auto seinen letzten Schnaufer tut, können diese Leute sich kein neues Auto kaufen: Sie können sich und ihrer Familie keine Urlaubsreise mehr gönnen. Kredite kriegen sie auch nicht mehr. Sie können nicht mal eben Essen gehen oder gar ein Konzert besuchen. Über eine Million Bundesbürger haben keine Wohnung mehr (8). 60.000 von ihnen vegetieren auf der Straße. Für sie hat die Steinzeit schon jetzt begonnen.

Die deutsche Infrastruktur rottet derweil leise weinend vor sich hin. Berühmtes Beispiel ist die Carolabrücke in Dresden, die mal eben so in die Elbe geplumpst ist. Insgesamt sind 16.000 Brücken allein in Bundesbesitz dringend sanierungsbedürftig. Um sie alle zu reparieren, bräuchten wir allerdings 100 Milliarden Euro (9). Die sind natürlich im Bundeswehr-Sondervermögen besser angelegt, oder?

16.000 Eisenbahnweichen und 10.000 Kilometer Gleisstrecken müssen dringend erneuert werden (10). Übrigens: Gesundheit? Wozu brauchen wir Gesundheit? Die Hälfte aller Krankenhäuser in Deutschland arbeitet mit Verlust (11). Im Grunde sollte es ja egal sein, ob Krankenhäuser mit Verlust arbeiten. Denn eigentlich gilt doch der grundgesetzliche Versorgungsauftrag auch für Krankenhäuser. Aber nein. Die marktradikale Logik erzwingt, dass Krankenhäuser als Profitunternehmen geführt werden. Also werden Krankenhäuser im Falle der Insolvenz abgewickelt. Was schon massenhaft geschieht. Es wäre eigentlich höchste Zeit, diesen marktradikalen Wahnsinn zu beenden und endlich mal richtig viel Geld in die Gesundheitsversorgung zu pumpen. Aber das geht doch nicht! Wir müssen ja schließlich «kriegstüchtig» werden.

Und die Bildung? Brauchen wir die noch? Wieso eigentlich? KI wird doch irgendwann die Panzer lenken. Gerade ist die neue PISA-Studie raus. Und so fragwürdig dieses alberne Nationen-Ranking im Grunde auch sein mag: Wir können zumindest erkennen, dass elementare kognitive Fähigkeiten wie Rechnen und Schreiben tatsächlich auf dem Rückzug sind (12). Mit anderen Worten: Was ist das für ein gemeingefährlicher Hirnrindenriss, die eigene Gesellschaft total verkommen zu lassen, und stattdessen alles in unsere Vernichtung zu stecken?

Sind hier Satanisten oder Apokalyptiker am Ruder? Eine einfache Rechnung zeigt, dass die NATO Russland im Militär in fast allen Bereichen um den Faktor vier bis fünf überlegen ist. Die NATO mit ihren 32 Mitgliedsländern verfügt über einen Wehretat von sage und schreibe 1,8 Billionen Dollar (13)! Russland muss mit mickrigen 177 Milliarden Dollar dagegen anstinken (14). Die NATO befehligt 3,4 Millionen aktive Soldaten (15). Russland hat nur 1,3 Millionen Soldaten im aktiven Dienst (16). Bei allen Waffengattungen ist die NATO Russland um etwa den Faktor fünf überlegen.

Dazu kommt die gewaltige Ausdehnung des Russischen Reiches. Das ist ein Problem. Der Westen hat jetzt annähernd fünf Jahre Russland sich abarbeiten lassen am Ukraine-Krieg. Ein Krieg, der schon lange nicht mehr von der Ukraine, sondern von NATO-Ländern wie Großbritannien oder Frankreich geführt wird. Falls es Russland an die Gurgel geht, bleibt für Russland nur die Notwehr mit der Atombombe. Dann erleben wir alle die Bombennacht von Kassel am 22. Oktober 1943. Aber diesmal ohne nochmaligen Wiederaufbau. Für jenen Zeitpunkt haben die Superreichen, die uns die Suppe eingebrockt haben, sich einen Platz im Luxusbunker Rothenstein bei Jena gebucht (17). Dort können sie hundert Meter unter der Erdoberfläche im Swimming Pool die Zeit überbrücken, bis die Luft oben wieder rein ist.

Nicht jammern! Handeln! Denn der Widerstand gegen diesen Wahnsinn nimmt gerade Fahrt auf. Noch funktioniert der Spaltpilz, den die Mächtigen in die Friedensbewegung gepflanzt haben. Corona-Gläubige und Corona-Skeptiker sind noch immer getrennt. Dabei ist dies unser aller Leben, das hier zur Disposition steht. Auch die Generationen sind noch nicht im Dialog. Da jammern die Alten, dass die Jugend nichts tut, während die Jugend die Schulen bestreikt und Camps an den Toren von Rheinmetall aufmacht. Doch die Unterschiede lassen sich überbrücken. Um unser aller Leben zu retten.

Am 25. September gehen unsere Schüler erneut in den Streik gegen Wehrpflicht und Aufrüstung. Sie haben schon eine Reihe Streiks erfolgreich absolviert und dabei viel dazugelernt. In Hamburg will die NATO die Kriegsführung üben, in Zusammenarbeit mit zivilen Strukturen. Gegen dieses Manöver mit dem Namen «Red Storm Charlie» wird es am 24. und 25. September zu umfangreichen Aktionen kommen (18).

Am 29. September veranstalten die Gewerkschaften Großdemos unter dem Motto «unkürzbar» (19). Sie protestieren dagegen, dass im Zivilleben ohne Ende gekürzt wird, um alles in den Krieg zu stecken. Es ist klar, dass die Gewerkschaftsführung das nicht freiwillig tut. Aber die Kollegen an der Basis der Gewerkschaft verstärken den Druck, damit die Bonzen mal den Arsch hoch kriegen.

Am 1. Oktober wird in Münster dagegen demonstriert, dass der «Westfälische Friedenspreis» ausgerechnet an die NATO geht. Schon am 3. Oktober folgen dann unter dem Motto «Nie wieder Krieg» in Berlin und Stuttgart Großdemos. Am 30. November gibt es einen weltweiten Protesttag der Hafenarbeiter gegen den Missbrauch der Hafenlogistik für Kriegstechnik (20). Zudem sind bislang weitere 390 Aktionen gegen den Krieg angekündigt.

Wir müssen uns jetzt mal diesen Aktionen anschließen. Aber es kann auch jeder Einzelne mit kreativen Aktionen den Überlebenskampf aufnehmen. Versucht es doch mal mit paradoxer Intervention!

Wir leben in Zeiten großer Veränderungen. Wenn wir diesen Kampf bestehen, kann eine wirklich lebenswerte neue Welt entstehen.

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-kassel-airport-als-militaerische-drehscheibe-rheinmetall-investiert-hunderte-millionen-100.html
(2) https://www.youtube.com/watch?v=mu867x3z4OE
(3) https://www.youtube.com/watch?v=Hx_0hMV_Jkw
(4) https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/zukunft-von-vw-werk-osnabrueck-steht-heute-fest-volkswagen,vwosnabrueck-100.html
(5) https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/volkswagen-osnabrueck-wird-ruestungsstandort-loesung-fuer-alle-vw-werke-20408274.html
(6) https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/nato-gipfel-den-haag-2025-2355974
(7) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_039_63.html?utm_source=chatgpt.com
(8) https://www.bagw.de/de/themen/zahl-der-wohnungslosen/uebersicht?utm_source=chatgpt.com
(9) https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/bund-unterschaetzt-offenbar-sanierungsstau-bei-maroden-bruecken%2CUiVR2BO?utm_source=chatgpt.com
(10) https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/DB-InfraGO-Zustandsnote-des-Schienennetzes-2025-konstant-geblieben-13865538?utm_source=chatgpt.com
(11) https://www.rwi-essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/pressemitteilungen/detail/krankenhaus-rating-report-2026-krankenhaeuser-krankenkassen-und-kommunalfinanzen-unter-druck?utm_source=chatgpt.com
(12) https://www.oecd.org/de/about/news/press-releases/2026/09/pisa-2025-students-reading-and-mathematics-performance-declined-sharply-across-the-oecd.html?utm_source=chatgpt.com
(13) https://www.turkiyetoday.com/world/nato-defense-spending-projected-to-top-18t-in-2026-3223488
(14) https://de.tradingeconomics.com/russia/military-expenditure
(15) https://www.morgenpost.de/politik/article405756545/nato-staerke-armee-soldaten-mitglieder.html
(16) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/379080/umfrage/vergleich-des-militaers-der-nato-und-russlands/
(17) https://www.youtube.com/watch?v=EL9YHcPF6O4
(18) https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/protest-gegen-nato-manover-banneraktion-am-bismarck-denkmal-in-hamburg-52564
(19) https://www.dgb.de/mitmachen/kampagnen/aktionstag-sozialstaat/
(20) https://netzwerk-verdi.de/2026/08/30/internationaler-aktionstag-gegen-krieg-und-militarisierung-am-30-oktober-2026/

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Hermann Ploppa ist Politologe und Publizist. Kürzlich erschien von Ploppa das Buch «Der Neue Feudalismus – Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus». Da Amazon das Buch noch nicht führt, kann es am besten beim Autor bestellt werden unter: liepsenverlag@gmail.com

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F-35: Die Schweiz lernt nichts aus dem Mirage-Skandal

13. September 2026 - 0:04

Warum ist es so schwierig, etwas aus der Geschichte zu lernen? Vor gut sechzig Jahren sorgte die Beschaffung der Mirage III für einen der größten politischen Skandale der Schweizer Nachkriegsgeschichte. 1961 bewilligte das Parlament Geld für 100 französische Kampfflugzeuge. Aus den ursprünglich vorgesehenen Kosten wurde ein finanzielles Desaster. Am Ende standen nur 57 Maschinen zur Verfügung – und eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK), die den Verantwortlichen eine geradezu vernichtende Beurteilung ausstellte. Die Botschaft des Bundesrates sei teilweise tendenziös, unsorgfältig und an einzelnen Stellen sogar irreführend gewesen, hielt die PUK fest. Verantwortliche der Verteidigungsminister, Bundesrat Paul Chaudet (FDP/Waadt) mussten gehen, das Militärdepartement wurde reorganisiert und die parlamentarische Kontrolle der Rüstungsgeschäfte verschärft. Man könnte meinen, die Schweiz hätte daraus gelernt.

Hat sie aber nicht. Beim F-35 drängt sich inzwischen eine unangenehme andere Antwort auf. 36 amerikanische F-35A sollten rund sechs Milliarden Franken kosten. Der Bevölkerung wurde im Abstimmungskampf ein Fixpreis präsentiert. Doch dieser Fixpreis war, wie die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates nun festhält, gar nie realistisch. Kein Anbieter hatte einen solchen pauschalen Fixpreis offeriert. Auch die USA hatten den F-35 zu den üblichen Bedingungen angeboten – ohne Garantie eines unveränderlichen Gesamtpreises. Trotzdem hielt sich die politische Botschaft vom fixen Preis jahrelang. Das ist nicht irgendein Detail eines komplizierten Rüstungsvertrags. Es ist der Kern einer milliardenschweren Beschaffung. Und damit wurde das Volk bei der Volksabstimmung getäuscht und das hauchdünne Ja kam zustande.

Besonders brisant ist, wie das VBS mit dem Vertrag umging. Die GPK stellte fest, dass nur wenige der beteiligten Personen den ausgehandelten Vertrag vollständig gelesen hatten. Gleichzeitig wurde der interne Rechtsdienst umgangen und stattdessen eine externe Anwaltskanzlei beigezogen. Diese wies ihrerseits darauf hin, dass für bestimmte Fragen zusätzliche amerikanische Rechtsexpertise notwendig sei.

Das wirft eine simple Frage auf: Wie kann ein Staat für Milliarden Franken Kriegsmaterial kaufen, wenn die Verantwortlichen den Vertrag nicht einmal vollständig kennen?

Noch schwerer wiegt der zeitliche Ablauf. Bereits 2021 war die Schweizer Seite aus den USA darüber informiert worden, dass ein pauschaler Fixpreis nicht möglich sei. Spätestens 2022 bestanden auch bei der Eidgenössischen Finanzkontrolle Zweifel. Dennoch wurde an der politischen Darstellung des Fixpreises festgehalten. Erst 2024 wurden mögliche Mehrkosten bei Armasuisse konkreter erkannt. Der Gesamtbundesrat wurde darüber erst im März 2025 informiert.

Das ist kein kleiner administrativer Fehler. Das ist ein Versagen der politischen und institutionellen Kontrolle. Und jetzt wird es teuer. Die zusätzlichen Kosten werden auf Milliarden geschätzt. Entweder muss die Schweiz erheblich mehr bezahlen – oder sie bekommt weniger von dem, was ursprünglich versprochen wurde. Beides bedeutet: Die Rechnung, über die die Bürgerinnen und Bürger abstimmten, war nicht die Rechnung, die ihnen heute präsentiert wird.

Damit sind wir wieder bei der Mirage. Auch damals begann das Problem mit einem politischen System, das eine große militärische Vision verwirklichen wollte und dabei die Kostenkontrolle verlor. Sonderwünsche, technische Anpassungen und zusätzliche Anforderungen trieben die Rechnung massiv in die Höhe. Die zuständigen Stellen hatten die tatsächlichen Kosten gekannt oder hätten sie kennen müssen – trotzdem wurde dem Parlament ein zu niedriger Kredit beantragt. Der Unterschied zu heute ist vor allem einer: Damals flog der Skandal früher auf.

Heute sind die Kontrollmechanismen zwar umfangreicher, die Rüstungsgeschäfte aber noch viel größer und technisch komplexer. Und die Abhängigkeit vom Lieferland ist enorm.

Der F-35 ist kein gewöhnliches Flugzeug, das man kauft und anschließend unabhängig betreibt. Seine Wartung, Ersatzteilversorgung, Software und technische Infrastruktur sind Teil eines amerikanisch dominierten Systems. Damit kauft die Schweiz nicht bloß 36 Flugzeuge. Sie kauft sich langfristig in ein ausländisches militärisches Ökosystem ein. Das ist strategisch relevant. Denn die Frage lautet nicht nur: Was kostet der F-35? Sie lautet auch: Wie unabhängig ist die Schweiz mit ihm?

Und genau hier wird die Debatte bisher erstaunlich oberflächlich geführt. Es geht um Milliarden, aber gleichzeitig um Vertragsdetails, die nur wenige Beteiligte vollständig kennen wollten oder konnten. Es geht um die Sicherheit des Landes, aber zentrale Fragen zur langfristigen Abhängigkeit bleiben schwer durchschaubar. Und es geht um einen Kauf, dessen finanzielle Grundlage sich inzwischen als weit weniger solide erweist als ursprünglich dargestellt.

Besonders irritierend ist dabei die Haltung, die sich inzwischen durch die politische Debatte zieht: Als sei die Kostenfrage zwar bedauerlich, der Entscheid für den F-35 aber ohnehin alternativlos gewesen. Doch genau das ist der Punkt. Nichts im Leben ist alternativlos. Auch wenn das der heutigen Verteidigungsminister, Bundesrat Martin Pfister (Mitte/Zug) so sieht. In den 60er Jahren sah das noch anders aus. Da leitete der bissige Kurt Furgler von der gleichen Partei die PUK. Und heute werden Kritiker wie der SP-Parlamentarier Fabien Fivez, der über den Skandal publizierte, als «Verschwörungstheoretiker» oder «Linke» diffamiert. Oder beides. Jüngst wurde das Buch eines anonymen Insiders publiziert. Dieser schildet die Beschaffung von A-Z. Was dort steht, lässt einen die Haare zu Berge stehen.

Demnach soll der F-35 in erheblichem Umfang von den USA abhängig bleiben: Für den Start sei regelmäßig eine Freigabe aus Fort Worth erforderlich; nach längerer Zeit ohne Verbindung könne das Flugzeug gesperrt werden. Auch die Ersatzteile würden demnach nicht in Schweizer Besitz übergehen, sondern in einem von der US-Regierung kontrollierten globalen Pool verbleiben. Zudem seien wichtige Softwarefunktionen – etwa für Radar, Kommunikation und Selbstschutz – an wiederkehrende Lizenzzahlungen gebunden. Selbst die Kontrolle der empfindlichen Stealth-Beschichtung solle ausschließlich durch US-Personal erfolgen.

Als mir ein Insider vor einigen Jahren die Information mit dem «kill switch» steckte, glaubte ich sie nicht und machte auch nicht davon Gebrauch. Aber leider ist es so: Das Flugzeug hebt nur ab, wenn die Freigabe der USA da ist. Als der damalige Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP/Zürich) den schwedischen Gripen besorgen wollte, wurde das leider knapp abgelehnt. Nun kommen wir vom Regen in die Traufe.

Jüngst hat auch die Eidgenössische Finanzkontrolle das Vorgehen hart kritisiert. Es wurde publik, dass kaum jemand den Vertrag richtig gelesen hatte. Die Finanzkontrolle wird regelmäßig als Armeegegnerin an den Pranger gestellt. Aber ist es nicht gerade ihre Aufgabe, den Einkäufern auf die Finger zu schauen?

Was tun? Wenn sich die Rahmenbedingungen einer Beschaffung nachträglich als wesentlich anders herausstellen, muss auch der ursprüngliche Entscheid hinterfragt werden. Die GPK hat ausdrücklich nicht untersucht, ob der F-35 tatsächlich das beste Flugzeug für die Schweiz ist. Sie hat sich auf das Fixpreis-Debakel konzentriert. Damit ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt weiterhin offen.

Denn ein günstiger Kauf ist nicht automatisch ein guter Kauf. Und ein technisch hervorragendes Flugzeug ist nicht automatisch die richtige Wahl für ein neutrales Land mit besonderen Anforderungen an Souveränität, Kostenkontrolle und langfristige Verfügbarkeit.

Die Mirage-Affäre führte einst dazu, dass die Schweiz ihre Rüstungsbeschaffung grundlegend neu organisierte. Beschaffung und militärische Führung wurden stärker getrennt, die parlamentarische Kontrolle wurde ausgebaut. Heute braucht es deshalb mehr als ein paar neue Richtlinien. Es braucht die Bereitschaft, die entscheidende Frage zu stellen: Warum hat die Schweiz ausgerechnet bei einem der größten Rüstungsgeschäfte ihrer Geschichte die Lehren vergessen, die sie aus der Mirage-Affäre gezogen hatte?

Meine Antwort: Weil die Schweizer Elite zwar bei jeder Gelegenheit die EU kritisiert, aber an Amerikahörigkeit kaum zu überbieten sind. Die Schweizer Diplomatie – Bern verfügt nach wie vor über sehr gute Diplomaten, wenn man diese politisch richtig brieft – sollte versuchen, die Beschaffung abzubrechen und das bereits bezahlte Geld in andere US-Rüstungsgüter zu stecken.

Und dann braucht es eine Strategie, die die Lehren aus dem Ukrainekrieg zieht und eine realistische Strategie für Rüstung und Armee definiert.

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Kopftuch-Debatte: Wenn selbst eine einfache Frage unbeantwortet bleibt

13. September 2026 - 0:03

Es gibt politische Debatten, die kompliziert sind. Und es gibt Fragen, die erstaunlich einfach sind. In der aktuellen Auseinandersetzung über ein Kopftuchverbot an Schweizer Schulen (hier, hier und hier) wurde eine solche Frage im Radio gestellt. Im «Tagesgespräch» von SRF diskutierte der Islamwissenschaftler Abduselam Halilovic über die Forderung mehrerer Kantone, das Kopftuch an Schulen zu verbieten.

Moderator David Karasek konfrontierte ihn mit einem Argument der Zürcher SVP-Kantonsrätin Sandra Bossert. Sie hatte sinngemäß darauf hingewiesen, dass das Kopftuch nicht einfach ein Stück Stoff sei, sondern ein sichtbares Zeichen einer geschlechtsspezifischen Bekleidungspflicht: Das Mädchen soll sich verhüllen, der Junge nicht.

Dann kam die entscheidende Frage: Warum muss sich das Mädchen verhüllen und der Bub nicht? Halilovic antwortete nicht direkt. Stattdessen folgten Ausführungen über gesellschaftliche Zusammenhänge, unterschiedliche Interpretationen und die Vielfalt muslimischer Lebensweisen. Doch die konkrete Frage blieb stehen. Karasek ließ sie deshalb nicht fallen. Er hakte nach. Mehrfach. Ist es nicht unfair, wenn sich das Mädchen verhüllen muss, der Junge aber nicht? Wieder keine klare Antwort.

Das ist der bemerkenswerte Teil dieses Interviews. Denn man muss weder für ein Kopftuchverbot sein noch gegen den Islam argumentieren, um diese Frage legitim zu finden. Sie betrifft einen elementaren Grundsatz moderner Gleichberechtigung: Warum gelten unterschiedliche Bekleidungsvorschriften für Mädchen und Jungen?

Wer ein Kopftuch als Ausdruck persönlicher Religiosität verteidigt, kann selbstverständlich argumentieren, dass Frauen und Mädchen es freiwillig tragen. Genau hier müsste eine seriöse Debatte ansetzen: Wann ist das Kopftuch tatsächlich Ausdruck einer freien Entscheidung? Wann entsteht sozialer oder familiärer Druck? Und welche Rolle soll der Staat insbesondere bei Minderjährigen spielen? Doch dazu braucht es Antworten – keine Ausweichmanöver.

Denn gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Frage nach Freiwilligkeit nicht nebensächlich. Ein Mädchen, das ein religiös begründetes Kleidungsstück trägt, steht möglicherweise unter familiärem oder sozialem Druck. Das muss nicht so sein. Aber es kann so sein. Und genau deshalb darf man darüber diskutieren.

Ebenso legitim ist die Frage, warum ausgerechnet der weibliche Körper stärker bedeckt werden soll als der männliche. Das ist keine «islamfeindliche» Frage. Es ist eine Frage nach Gleichheit zwischen den Geschlechtern.

Wer ein Kopftuchverbot ablehnt, sollte deshalb nicht einfach mit dem Etikett «Diskriminierung» reagieren. Er müsste erklären, weshalb ein staatliches Verbot problematischer sein soll als eine gesellschaftliche oder religiöse Norm, die Mädchen und Frauen eine bestimmte Bekleidung auferlegt.

Und wer das Kopftuch verteidigt, müsste umgekehrt erklären, weshalb die Gleichheitsfrage keine Rolle spielen soll. Genau diese Auseinandersetzung wäre die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Interviews: Argumente sichtbar machen, Widersprüche herausarbeiten, nachfragen, wenn ein Gast ausweicht. Karasek hat das getan.

Umso auffälliger ist, dass die zentrale Frage nach minutenlangem Nachhaken letztlich unbeantwortet blieb. Dabei ist Halilovic nicht einfach irgendein Studiogast. Er ist Islamwissenschaftler, hat an der Universität Zürich studiert und promoviert heute an der Universität Freiburg. Zudem ist er Präsident der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz.

Damit stellt sich eine weitergehende Frage. Die Schweiz finanziert ihre Universitäten mit erheblichen öffentlichen Mitteln. Sie finanziert damit Forschung, Lehre und wissenschaftliche Arbeit – auch in Bereichen, die für gesellschaftliche Debatten von großer Bedeutung sind.

Das ist richtig und wichtig. Aber öffentliche Wissenschaft muss sich auch unbequemen Fragen stellen lassen. Wenn ein Wissenschaftler öffentlich zu einem kontroversen gesellschaftlichen Thema auftritt, darf man deshalb erwarten, dass er zentrale Einwände nicht einfach umkreist, sondern beantwortet. Gerade dort, wo es um Geschlechtergleichheit, Religionsfreiheit und die Erziehung von Kindern geht.

Die Frage bleibt also stehen. Und sie ist vielleicht unbequemer, als es manchen lieb ist: Warum muss sich ein Mädchen verhüllen und ein Junge nicht? Und wenn selbst ein Islamwissenschaftler darauf keine überzeugende Antwort geben kann, müssen wir noch eine andere Frage stellen: Warum finanzieren wir solche Jobs an Universitäten mit unseren Steuergeldern?

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Das andere «Wort zum Sonntag» oder: Auf der Reise

12. September 2026 - 17:26

Auf der Reise − auf welcher Reise? Auf der zu den wirklich eigenen Fragen. Das gilt ja für fast alle Lebensbereiche; ob nun Erziehung, Einrichtung der Wohnung, die Art der Beziehungspflege, die Mode oder auch den Glauben: Man fängt an mit dem, was man kennengelernt hat und einem gesagt worden ist. Dann stellt sich heraus, was sich mehr oder weniger bewährt, und je nach Umständen, nach eigenem Mut oder nach Notwendigkeit gibt es dann zwei Wege:

Wir machen entweder trotzdem weiter, weil man's halt so kennt und es irgendwie zu anstrengend wäre, ein Ruder herumzureißen, oder wir nehmen die eigene Erfahrung samt der neuen Zweifel auf und bohren weiter. Insbesondere beim Glauben, hab ich festgestellt, gibt es noch eine dritte Möglichkeit: dass wir das Thema irgendwie probieren abzuhaken; Reise unterbrochen, Fortsetzung ungewiss.

Seit einigen Jahren bin ich mehrheitlich außerhalb der Kirchen unterwegs und mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen. So mache jetzt auch ich eine Zwischenpause und trage 'mal zusammen, was mir dabei so entgegenkommt.

Mitglieder in den großen Kirchen wie auch Freikirchen sind sehr dünn gesät in dem, was sich aufgeklärte Szene nennt oder jedenfalls Klärungen suchende. Eine spontane Umfrage hat eine Trefferquote von fast hundert Prozent an Außen-Stehenden, -Glaubenden, … − was auch immer ergeben. Entsprechend groß ist oft das Staunen, wenn ich mich auf einem Podium oder in einer Gruppe als Pfarrer zu erkennen gebe. Mit «so einem» rechnet man dort offenbar kaum mehr. Oder das andere: Was einem dermaßen weit weggerückt ist im Lauf der Jahre, ist jetzt fast schon wieder interessant.

Die Fragen sind den Menschen ja geblieben; sie sind oft nur nicht gleich erkennbar. Aber fangen wir mit dem an, was ich den Befund nennen möchte. Warum suchen gerade kritische Menschen einen Abstand zu dem, was sie als Kirche und / oder Glauben kennengelernt hatten? Summarisch dargestellt, geht es um Folgendes:

  • Auf wesentliche Fragen zur christlichen Lehre und zur Bibel hatte man keine Antworten bekommen.
  • Was in den Gottesdiensten, Artikeln und Stellungnahmen angeboten wird, hatte mit der eigenen Lebenswirklichkeit kaum etwas zu tun.
  • Der ganze Komplex von sexuellem wie auch Machtmissbrauch hat einem das letzte Zutrauen weggenommen.
  • «Wie konnten die in der C-Zeit nur Menschen von Gottesdiensten aussperren oder einsam sterben lassen?»
  • Alles, was mit Religion zu tun hat, ist einem zu wenig greifbar und schwindet zu einem Nebel an bloßen Meinungen und Vermutungen.

Das sind die wesentlichsten Gründe, die ich immer wieder höre. − Was machen wir damit? Was machen die Betreffenden selber damit?

Grundsätzlich treten sie in eine Phase des Abstands. Die Sache mit dem Glauben hatte sich eher weniger als mehr bewährt, und jetzt hält man sie sich erst einmal vom Leib. − Was bedeutet das für diesen Leib, für diese Seele, diesen Geist?

Je nach Stresspegel, der dem vorangegangen ist, bedeutet es zunächst eine Entlastung. Man braucht sich nicht mehr mit Dingen auseinandersetzen, die einen in der dargebotenen Form nie so recht berührt hatten. Entlastung ist Freiraum, Freiraum ist Offenheit, und Offenheit könnte Neugierde bedeuten. «Was wäre es denn dann? Wie ticke ich denn selber, nachdem ich festgestellt habe, dass der Takt der anderen nicht meiner ist?

Es ist tatsächlich so, wie der politische Autor Hermann Rauschning das in seiner eigenen «Bekenntnisschrift» von 1955, dem «Ruf über die Schwelle», auf den Punkt bringt:

«Es gibt kein äußeres Verstehen, das von sich aus durch Übernahme des von anderen Übermittelten zum wirklichen Glauben führt. Bloß verstandener Glaube ist immer nur Verstehen einer Lehre über den Glauben. Es ist nicht der Glaube selbst.» (Seite 94, Hervorhebungen im Original)

Dafür bräuchte es schon mehr, nämlich «den Absprung von der Reflexion in das Zutrauen» (Seite 100), und das beginnt eigentlich damit, dass ich mich überhaupt erst einmal (wieder) informiere. «Auf keinem anderen Gebiet», schreibt Rauschning, würden denkende Menschen «sich erdreisten, mit so geringer Sachkenntnis der Grundlagen mitzureden wie in Glaubenssachen» (Seite 72).

Der Schritt zu einer guten Neugierde sollte hingegen nicht schwerfallen − jetzt, wo man sich nach seinem Abschied von Bisherigem doch umso freier wissen darf. Zugegeben, die Phase der Verdauung oder auch Heilung geht verschieden lang, mitunter viele Jahre. Aber ich stelle auch fest, wenn man das Eigene zu lange unter dem Deckel hält, stirbt es ab, und die Narbe wird hart.

Bleiben wir doch nicht hinter unseren Möglichkeiten zurück, so wenig weit wie's geht. Bei Menschen, die den Weg ins Freie gesucht und auch gefunden haben, ist das fast immer in zwei Zwischenschritten abgelaufen:

  • Sie haben sich darüber Rechenschaft gegeben, was ihnen bislang gefehlt hatte, «eigentlich».
  • Sie haben weitergetastet und dort, wo es sich angeboten hatte, Fragen gestellt, ihre eigenen Fragen.

Dafür waren sie eine Weile mit dem unterwegs, was ich den Tarnkappen-Modus nenne; einfach vorsichtig, um nicht − wieder? − vereinnahmt und aufs neue verletzt zu werden. Gut so, macht das! Die Fenster an den Wänden des neuen Frei-Raums gehen mal auf, dann wieder zu, und der Mensch prüft die Witterung. Genau so geht das und ist das auch gedacht, dass die Menschen

«Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns» (Apostelgeschichte 17,27).

Insofern gibt es tatsächlich einen «Unglauben» mit Verheißung. Und was könnte nun dazu führen, seinen Weg, seinen eigenen Weg, − wieder? − aufzunehmen? Es sind immer Momente des Innehaltens: wenn ein Gebet erhört worden ist, und sei durch die Fürbitte anderer, wenn man eine überklare Bewahrung erlebt hat oder wenn ein Bibelwort (nach Georges Bernaños «das WORT») in Seele und Gemüt seine Kreise zieht.

Hermann Rauschning, der letzte freigewählte Senatspräsident von Danzig, war Anfang der 30er Jahre von dem aufkommenden Ungeist so erschüttert, dass er seinen bloßen «Kirchenglauben», wie er später schrieb, aufgeben musste. Er hätte nicht getragen angesichts jener Mächte. Er war ihm zu bloßer Religion geworden, die er dann so einschätzte:

«Religion versperrt den Weg zu Gott, weil sie das Suchen und Verkünden eines Weges zu ihm vom Menschen aus beginnt, statt dass im Glauben sich der Mensch dem Handeln und Kommen Gottes öffnet. Wir wollen Gott-offen werden. Darum geht es uns.»

Die Voraussetzungen der Nicht-mehr-so-recht-Gläubigen könnten also kaum besser sein, denn

«die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten» (Psalm 51,19).

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Das andere «Wort zum Sonntag» vom 6. September 2026: «Die Predigt des Ungläubigen»

Lothar Mack war als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tätig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die Selbständigkeit geführt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte über Artikel und Begegnungen und ruft in Gottesdiensten und an Kundgebungen zu eigenständigem gläubigem Denken auf. Sein Telegram-Kanal lautet StimmeundWort.

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Himmel über Europa – Bilder sagen mehr als tausend Worte (Teil 2)

12. September 2026 - 0:08

Letzte Woche habe ich den ersten Teil meiner Serie «Himmel über Europa – Bilder sagen mehr als tausend Worte» veröffentlicht. Ein Leser schrieb dazu in einem Kommentar: «So viel dummes Zeug habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Kaufen Sie sich ein Buch über Meteorologie, dann werden Sie besser verstehen, was Sie am Himmel sehen. Und ja, wenn ein Liter Kerosin verbrannt wird, entstehen 800 Gramm Wasserdampf (Chemieformel studieren). Bei – 54°C logisch, dass sich Eiskristalle bilden.» Auch wiesen Leser darauf hin, dass es schon immer ungewöhnliche Wolkenformationen an unserem Himmel gegeben hat.

Dadurch sind mir einige Dinge klar geworden: Diejenigen, die diese mysteriösen Operationen seit Jahren am europäischen Himmel beobachten, können die künstlich erzeugten Wolkengebilde problemlos von natürlichen unterscheiden. Das haben mir auch unsere Leserinnen und Leser bestätigt, die mir viele Fotos und Videos zuschickten – und mit denen ich mich in den letzten zwei Wochen angeregt ausgetauscht habe. Diejenigen, die ihr Auge diesbezüglich noch nicht geschult haben, erachten die Wolkengebilde zwar als extreme, aber natürliche Phänomene.

Deshalb werde ich in diesem Teil – und auch in den nächsten – nur Fotos von höchst unnatürlichen «Kondensstreifen» präsentieren. Zusätzlich möchte ich Ihnen einen kleinen Einführungskurs geben. In Spanien werden solche Wetter- und Klimamanipulationen zum Beispiel vom Militär ausgeführt, und ich gehe davon aus, dass das auch in anderen europäischen Ländern der Fall ist.

Die Operationen laufen in etwa so ab: Die Flugzeuge ziehen kilometerweite «Kondensstreifen» hinter sich her, gerne erzeugen sie Kreuze und geometrische Formen. Die Streifen lösen sich nicht auf, wie das in der Regel bei «normalen» Kondensstreifen der Fall ist. Stattdessen breiten sie sich aus, und wenn die Substanzen mit der Luft reagieren, fasern diese Streifen aus. In diesem Moment erinnern mich die Streifen immer an einen Kamm.

In der Folge verschmieren die sich ausbreitenden Streifen den ganzen Himmel und im Laufe der Zeit entwickeln sich seltsame Wolkengebilde. Auch die Sonne wird verschleiert. In der letzten Zeit werden auch immer häufiger elektromagnetische Wellen in den Wolkengebilden sichtbar, die manche Beobachter mit dem Einsatz von HAARP (High-Frequency Active Auroral Research Program) in Verbindung bringen.

Auf manchen Fotos, die Sie im Anhang sehen, vereinen sich etliche dieser Phänomene auf einem Bild. Mein Tipp: Zoomen Sie die Fotos heran, dann ist es leichter zu erkennen.

Schweiz


Region Lindhebene, Schweiz, 12. Dezember 2025


Region Lindhebene, Schweiz, 2. Oktober 2025


Region Lindhebene, Schweiz, 15. Februar 2024


Region Lindhebene, Schweiz, 15. Februar 2024


Region Lindhebene, Schweiz, 14. Juli 2023


Region Lindhebene, Schweiz, 28. September 2023


Region Lindhebene, Schweiz, 24. März 2026


Region Lindhebene, Schweiz, 14. Juli 2023


Flüeli-Ranft, Kanton Obwalden, Schweiz, 25. August 2025

Unser Leser Marco Zimmermann hat mir nach dem Erscheinen meines letzten Beitrags über seine eigenen Erfahrungen beim Thema Wettermanipulation und Geoengineering berichtet. Am 21. Mai 2026 hat er Albert Rösti, den Chef des Eidgenössischen Departments für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), mit Fragen zu den möglichen Ursachen der zunehmenden Luftverschmutzung im Zürcher Oberland konfrontiert. Wobei er unter anderem die These aufstellte, dass diese durch «das absichtliche Versprühen von Partikeln in der Atmosphäre (Chemtrails) ausgelöst werden».

In seinem Schreiben verwies Zimmermann auf die Aussagen von Röstis Vorgängerin Simonetta Sommaruga, die am 14. März 2019 am Rande der 4. Umweltversammlung der UN in Nairobi in einem Interview erklärte:

«Ja, die Schweiz hat versucht, dass das Thema Geoengineering – und vor allem das Versprühen von Partikeln in die Atmosphäre, die sogenannten Chemtrails – dass das mal auf den Tisch kommt, dass man darüber Informationen sammelt, dass man Chancen und Risiken anschaut (...) Das sind Versuche, die man macht, ohne überhaupt deren Auswirkungen zu kennen. Das Thema ist zu wichtig und allenfalls auch zu problematisch, als dass wir da einfach wegschauen können.»

Das sei vor sieben Jahren gewesen, betont Zimmermann. Heute seien Begrifflichkeiten wie Geoengineering und Wettermodifikation keine konspirativen Thesen mehr. Selbst in prominenten staatlichen und privaten Leitmedien seien sie salonfähig geworden. Sogar das Schweizer Fernsehen (SRF) habe sich am 1. Mai 2025 der Thematik des solaren Geoengineering – das Dimmen der Sonne mittels Chemtrails – gewidmet. Zitat:

«Die am besten erforschte Methode ist das Einbringen von Aerosolen in die Atmosphäre (Stratospheric Aerosol Injection/SAI). Aerosole sind mikroskopisch kleine Partikel, welche die Sonneneinstrahlung in den Weltraum zurückwerfen und so die Temperatur auf der Erdoberfläche senken können. Dazu setzen Flugzeuge Milliarden von Schwefeldioxidmolekülen in die Atmosphäre frei. Diese Partikel sorgen dann für die Bildung von Aerosolen, die eine dünne, reflektierende Schicht um die Erde formen.»

Umweltminister Rösti antwortete Zimmermann am 9. Juni 2026. Dieses Schreiben liegt unserer Redaktion vor – und darin erklärt er:

«Vielen Dank für Ihr engagiertes Schreiben. Ihre Bedenken punkto Luftverschmutzung durch die zivile Luftfahrt nehme ich als Umweit- und Verkehrsminister ernst. Die Schweiz verfolgt kein Geoengineering. Ich kann Ihnen versichern, dass keine Chemikalien am Himmel versprüht werden. Vielmehr handelt es sich bei den von Ihnen beschriebenen Mustern um Kondensstreifen aus Flugzeugtriebwerken.

Flugzeugtriebwerke erzeugen tatsächlich Feinstaub, insbesondere beim Start und bei der Landung. Im Vergleich zu anderen Quellen – zum Beispiel Strassenverkehr, Heizungen oder Industrie - ist ihr Anteil an der gesamten Feinstaubbelastung in der Schweiz jedoch relativ gering und räumlich vor allem auf die Umgebung von Flughäfen begrenzt. Die Luftqualität in unserem Land hat sich seit dem Jahr 2000 erfreulicherweise deutlich verbessert und ist insgesamt gut. Um die Belastung der Gesundheit der Bevölkerung weiter zu senken, werden auch in Zukunft Massnahmen für eine saubere Luft zu ergreifen sein.»

Marco Zimmermann teilte mir in seiner E-Mail noch eine amüsante Anekdote mit. Denn am 9. September hat er «ausnahmsweise der Märchenstunde von Radio SRF gelauscht». Dort wurden die Zuhörer in den Neun-Uhr-Nachrichten mit der zunehmend schlechteren Luftqualität in der Schweiz konfrontiert – infolge «sich häufender Waldbrände» und natürlich des «menschengemachten Klimawandels». Eine Information, die den Äußerungen von Umweltminister Rösti vom Juni, wie Zimmermann es ausdrückt, «diametral widerspricht».

Auffällig ist, dass die mysteriösen Aktivitäten am Schweizer Himmel, die Sie auf den Fotos oben sehen konnten, denen in anderen europäischen Ländern gleichen. Das legt die Vermutung nahe, dass es sich nicht um einzelne Operationen auf nationaler Ebene handelt, sondern um ein europaweites Programm, über das die Bürger nicht informiert werden.

Ungarn


Budapest, Ungarn, 28. Mai 2026


Budapest, Ungarn, 28. Mai 2026

Deutschland


Heidelberg, 27. Dezember 2025


Nordrheinwestfalen


Köln, 11. April 2024


Köln, 11. April 2024


Breitenbach, 26. Juli 2024


Breitenbach, 26. Juli 2024

Und zum Abschluss noch ein eindrucksvolles Video aus Osterfeld, südlich von Leipzig. Zum Abspielen des Videos auf das Bild klicken.

Das war es für heute, liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe, ich konnte zu Ihrem Erkenntnisgewinn beitragen. Und meine Fragen an alle Zweifler: Finden Sie, dass diese «Kondensstreifen» normal aussehen? Möchten Sie nicht wissen, was mit diesen Operationen bezweckt wird – und wer sie in Auftrag gibt? Würden Sie es nicht für angemessen halten, dass uns unsere Regierungen transparente Erklärungen zu diesen geheimen Aktivitäten am Himmel liefern?

Schreiben Sie mir, liebe Leserinnen und Leser – und schicken Sie mir gerne weiteres Foto- und Videomaterial. Und bitte haben Sie etwas Geduld, wenn Ihre Fotos nicht sofort erscheinen. Denn es gibt eine gute Nachricht: Mein Archiv wächst und wächst und wächst ...

Die Fotos sollten eine Auflösung von 72 dpi haben, bei einer maximalen Höhe und Breite von 40 cm. Wenn Sie mir die Fotos schon in der richtigen Größe schicken, helfen Sie mir. Denn momentan verbringe ich viele freie Stunden damit, das gesamte Material zu archivieren. Bitte senden Sie Ihre Bilder und Videos an meine Redaktionsadresse: ws@corona-transition.org. Sollte diese aus irgendeinem Grund nicht funktionieren, was leider schon einmal passiert ist, können Sie alternativ diese Redaktionsadresse benutzen: info@transition-news.org

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.

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Nordeuropa bereitet sich auf Unbekanntes vor: Bestattungsunternehmen kaufen Land, Behörden lagern Getreide, Zivilschutzübungen nehmen zu

12. September 2026 - 0:05

Schweden, Finnland und Norwegen bereiten sich schon seit geraumer Zeit sehr ernsthaft auf den Fall vor, dass plötzlich ein unvorhergesehenes Ereignis von großem Ausmaß eintritt. Wie das spanische Portal El Economista berichtet, haben die nordischen Länder einen Gedanken wieder aufgegriffen, den weite Teile Europas nach dem Ende des Kalten Krieges verworfen hatten: Eine hochentwickelte Gesellschaft muss darauf vorbereitet sein, auch dann zu funktionieren, wenn die Strukturen, die den Alltag tragen, vorübergehend ausfallen.

Es gehe dabei nicht zwangsläufig um Kriegsvorbereitungen oder Panikmache, sondern schlicht um Vorsorge, betont El Economista. Als mögliche Ereignisse führt das Portal großflächige Stromausfälle, Extremstürme, Cyberangriffe, Unterbrechungen der Wasserversorgung oder Logistikkrisen an.

Deshalb würden Finnland, Schweden und Norwegen ihre Widerstandsfähigkeit durch eine Strategie der «totalen Verteidigung» stärken, die Staat, Unternehmen und die Bürger selbst einbeziehe. Dazu gehören zum Beispiel Maßnahmen wie das Anlegen von Getreide- und Lebensmittelvorräten. So hat Norwegen kürzlich die öffentliche Getreidelagerung wieder eingeführt, die 2003 aufgegeben worden war. Und Schweden hat im Haushalt für 2026 Mittel in Höhe von 575 Millionen Kronen (etwa 51 Millionen Euro) für den Aufbau von Notreserven im Norden des Landes vorgesehen.

Der schwedische Minister für Zivilschutz, Carl-Oskar Bohlin, fasste das Vorhaben unter einem zentralen Aspekt zusammen: Jeder Haushalt sollte in der Lage sein, «auch in Krisenzeiten Essen auf den Tisch zu bringen». Durch die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen könnten nach Angaben der schwedischen Landwirtschaftsbehörde zwischen 90 und 95 % der Bevölkerung drei Monate lang – im Wesentlichen auf der Basis von Getreide – überleben, ohne Mangelerscheinungen zu erleiden.

Die größte Zivilschutzübung

Die zweite Säule der Krisenvorsorge besteht laut El Economista darin, zu lernen, wie man sich im Notfall verhält. Finnland hat deshalb in Kuopio eine Übung durchgeführt, die Euronews als «die größte Zivilschutzübung in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs» bezeichnete. Mehr als 2.000 Personen – darunter Freiwillige, Studierende und Militärangehörige – nahmen an einem äußerst komplexen Szenario teil. Dabei wurde eine Lage simuliert, in der Cyberangriffe kritische Infrastrukturen wie die Strom- und Wasserversorgung lahmgelegt hatten, während gleichzeitig die Bedrohung durch Raketenangriffe bestand.

Schweden bezieht in diese Planung noch ein anderes Szenarium ein: den Umgang mit einer Situation, in der Tausende von Menschen ums Leben kommen. Im Mai wurde deshalb das Manöver «Aurora 26» organisiert, bei dem Verfahren für den Umgang mit Todesopfern in einem groß angelegten Konflikt erprobt wurden. El Economista zufolge arbeiteten Mitarbeiter der lutherischen Kirche dabei mit Hunderten von Leichensäcken, sie registrierten Identitäten und übten die Abstimmung mit dem Standesamt, ausländischen Botschaften sowie – gegebenenfalls – dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz.

Obendrein wird in Schweden die Sicherung von Flächen speziell für Verstorbene vorangetrieben. Verbände der Bestattungsbranche setzen gemeinsam mit den schwedischen Behörden Empfehlungen um, die eine ausreichende Friedhofsfläche für eine außergewöhnliche Sterberate von 5 % der jeweiligen Gemeindebevölkerung vorsehen. In Göteborg wurden laut El Economista zusätzliche 40.000 Quadratmeter Land erworben, die Platz für rund 30.000 Bestattungen bieten sollen. Diese Fläche kommt zu den etwa 60.000 Quadratmetern hinzu, die für den normalen Bedarf benötigt werden. Gerechtfertigt wird diese Maßnahme mit dem Umstand, dass die Anlage neuer Friedhöfe aufgrund städtebaulicher und administrativer Erfordernisse viele Jahre in Anspruch nehmen kann.

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Filmfestival Venedig: 25 Minuten stehende Ovationen für Doku über Gaza

12. September 2026 - 0:04

In dem Dokumentarfilm «Naza» sprechen 24 Offiziere und Soldaten des israelischen Geheimdienstes über ihre Erfahrungen während des Gaza-Kriegs. Wie L'Espresso berichtet, haben die israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor drei Jahre gebraucht, um sie zum Reden zu bewegen. Der Film wurde zusammen mit den investigativen Journalisten des Guardian sowie den Recherchepartnern +972 Magazine und Local Call produziert.

Laut der Zeitschrift schaffte er es praktisch im letzten Moment in den Wettbewerb der Filmfestspiele in Venedig. Die offizielle Projektion sei mit 25 Minuten ununterbrochenem Applaus geehrt worden. Dabei handle es sich um die längste stehende Ovation, die jemals bei den Filmfestspielen verzeichnet worden sei – noch länger als die für «The Voice of Hind Rajab» im vergangenen Jahr.

Wie L'Espresso informiert, ist «Naza» das Kürzel, mit dem das israelische Militär die voraussichtlichen zivilen Opfer bezeichnet, noch bevor ein Angriff gestartet wird. Die interviewten Männer erzählen, wie diese keineswegs improvisierte Berechnung funktioniert: Von der ständigen Überwachung der palästinensischen Telefonanschlüsse über die Kartierung der Wohnhäuser, die schon lange vor dem 7. Oktober 2023 fertig war, bis hin zum Warten darauf, dass ein Ziel nach Hause zurückkehrt, weil es effizienter ist, das Gebäude mit seiner darin befindlichen Familie zu treffen, als ihn woanders zu verfolgen.

Sie berichten demnach von Bombardierungen, die beim kleinsten Lebenszeichen unter den Trümmern ausgelöst wurden, von unbestatteten Leichen und von Schüssen auf Menschen, die aus der Essensschlange traten. Sie täten dies in Tönen, die zwischen technisch und verstörend schwanken: Da sei jemand, der sich als bloßer Befehlsempfänger bezeichnet; jemand anderes, der zugibt, dass es ihm Spaß gemacht habe; und noch jemand, der sich die Frage aller Fragen gestellt habe: «Wenn die Nazis das absolute Böse repräsentieren, was sind dann wir?». Einer habe ohne Zögern mit Ja geantwortet, als der Regisseur ihn gefragt habe, ob das, was er gesehen hat, ein Völkermord sei.

Abraham erklärte am Lido von Venedig die Entscheidung, genau die Verantwortlichen dieses Systems sprechen zu lassen, so:

«Die Beweise sind bereits reichlich vorhanden, aber die Zeugenaussagen derer zu hören, die diese Systeme betrieben und entworfen haben, macht es schwerer, die Fakten zu leugnen. Wir als Israeliten befinden uns in einer privilegierten Position, die es uns ermöglicht, uns auf dieses System zu beziehen, dem wir uns widersetzen, weil wir es für ungerecht halten.»

Rachel Szor fügte hinzu, dass das Schweigen, das gebrochen werden müsse, nicht nur die israelische Gesellschaft betreffe, sondern auch Europa und die Vereinigten Staaten.

Auf die Frage nach einer möglichen historischen Parallele zitierte Abraham laut L'Espresso Primo Levi und das Konzept der Dehumanisierung, wiewohl er die Distanz zwischen den beiden Ereignissen präzisierte:

«Es gibt viele Unterschiede zwischen dem Holocaust und dem, was in Gaza passiert, aber die Muster der Dehumanisierung sind ähnlich.»

Die Zeitschrift weist darauf hin, dass der Film auch von Jonathan Glazer produziert wurde, dem Oscar-prämierten Regisseur von «The Zone of Interest» über die Schrecken von Auschwitz. Dank dieses Details hätten die Regisseure auch jeglichem Vorwurf des Antisemitismus zuvorkommen ihn zurückweisen können.

Auch der israelische Sänger Ghali sei im Publikum der Sala Grande gewesen. Er stelle sich seit Jahren offen auf die Seite der palästinensischen Sache. Er habe entschieden, keinen roten Teppichen oder anderen Events der Festspiele beizuwohnen, und mitgeteilt:

«Ich bin auf persönlicher Basis gekommen, um ‹Naza› zu sehen. Meiner Meinung nach sollten ihn alle sehen.»

Einige Stunden später habe er diese Botschaft über die sozialen Medien an seine Fans geschickt:

«Die Kunst ist immer noch in der Lage, jedes Schweigen und jede Zensur zu überwinden. Es ist wichtig, dass alle diesen Dokumentarfilm sehen, und ich halte es für notwendig, dass Lehrer und Professoren den Raum finden, das, was in Palästina geschieht, zu vertiefen. Zögert nicht, eure Lehrer Dinge zu fragen, besonders eure Geschichtslehrer.»

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Seuchenbehörde CDC lehnt neuen mRNA-Grippeimpfstoff von Moderna ab

12. September 2026 - 0:03

Herber Rückschlag für Moderna: Die US-amerikanische Seuchenbehörde CDC hat den mRNA-Grippeimpfstoff des Unternehmens nicht in die Liste der Optionen für die bevorstehende Grippesaison aufgenommen. Diese Nichtberücksichtigung erfolgt kaum einen Monat, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA mFLUSIVA für Erwachsene ab 50 Jahren zuließ, und Wochen nachdem die australische Investigativjournalistin Maryanne Demasi – ebenso wie diverse Wissenschaftler – erstmals auf ein statistisch signifikantes Sicherheitssignal in der entscheidenden Zulassungsstudie hingewiesen hatten.

Wie Demasi mitteilt, die sich wegen der Zulassung des neuen Moderna-mrNA-«Impfung» mehrfach an die Seuchenbehörde gewandt, aber keine Antwort erhalten hatte, greift die CDC nun auf die Richtlinien des Vorjahres zurück, anstatt neue Empfehlungen für Grippeimpfstoffe für die Saison 2026/27 herauszugeben. Mit dem Verweis darauf, dass es «rechtliche Unwägbarkeiten und Rückfragen» gegeben habe.

Demasi kritisiert allerdings, dass die CDC sich nicht grundsätzlich von der Grippeimpfung abgewandt habe. Sie empfehle auch weiterhin eine jährliche Grippeimpfung für alle Personen ab einem Alter von sechs Monaten, von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Für Personen unter 65 Jahren gibt es laut Behörde keine Präferenz zwischen den drei Impfstofftypen: inaktivierte, rekombinante oder Lebendimpfstoffe (attenuierte Viren). Für Personen ab 65 Jahren wird bevorzugt Fluzone High-Dose, Flublok Recombinant oder Fluad Adjuvanted empfohlen. Sollte keines dieser Präparate verfügbar sein, sollte ein anderer altersgerechter Grippeimpfstoff verabreicht werden.

Modernas «Impfstoff» mFLUSIVA fehlt jedoch. Allerdings zählt das Produkt gut Demasi auch weiterhin auf den Haftungsschutz gemäß dem «Vaccine Act» (Gesetz zur Entschädigung bei Impfschäden). Auf der im letzten Monat aktualisierten Regierungswebsite heiße es jedenfalls, dass das Entschädigungsprogramm für Impfschäden (Vaccine Injury Compensation Program) «alle saisonalen Grippeimpfstoffe» abdecke.

Trotzdem stuft Demasi diesen Rückschlag für Moderna als bedeutsam ein. Denn mFLUSIVA stelle die wichtigste Erweiterung der Technologieplattform des Unternehmens auf den Bereich der saisonalen Grippe dar. Nun komme der mRNA-«Impfstoff« ohne eine produktspezifische CDC-Empfehlung auf den Markt – und das inmitten einer zunehmenden politischen und behördlichen Überprüfung der mRNA-Technologie.

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Immer mehr Bürger misstrauen der EU

12. September 2026 - 0:03

Die Kritik an der EU hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Korruptionsskandale und Kriegstreiberei haben das Vertrauen in dieses politische System erschüttert. Hinzu kommt, dass Ursula von der Leyens EU-Kommission den Eindruck erweckt, eher im Sinne globalistischer Interessen zu regieren als für das Wohl des Volks.

Auch dem «European Council on Foreign Relations» (ECFR) scheint aufgefallen zu sein, dass der Ruf der EU angeschlagen ist. Wie das Portal Lost in Europe berichtet, wurden deshalb 6.000 Interviews in sechs EU-Ländern durchgeführt, und aufgrund der ernüchternden Ergebnisse spricht der Thinktank ECFR von einer «Nostalgie der Zukunft».

Die befragten EU-Bürger machen sich Sorgen um ihr Land und haben Mühe, sich eine (gute) Zukunft für die EU vorzustellen. Die von einer KI moderierten Interviews ergaben, dass fast drei Viertel der Menschen glauben, Europa gehe nicht gut mit der «Polykrise» um. 56 Prozent sind der Meinung, Europas Zukunft sei «in Gefahr». Eine Aufbruchstimmung spüren nur zwölf Prozent. Der ECFR schreibt:

«Das wichtigste Ergebnis der Untersuchung ist, dass viele Europäer eine ‹Vorstellungslücke› haben. Ein Großteil der Befragten – insbesondere innerhalb einer bedeutenden Gruppe, die wir als ‹Unentschlossene› bezeichnen – wünscht sich ein stärkeres, integrierteres und unabhängigeres Europa. Oft fällt es ihnen jedoch schwer, sich einen glaubwürdigen Weg von den heutigen Umbrüchen hin zu diesem Ziel vorzustellen. Die ergänzende Untersuchung zeigt, dass diese Lücke zu einer Zeit besteht, in der Europa und die EU in der öffentlichen Debatte an Bedeutung gewinnen und zunehmend politisiert werden.»

«Europa» tauche im politischen Diskurs immer öfter als Reizwort auf, genau wie «Brüssel», stellte der ECFR fest. Lost in Europe konstatiert diesbezüglich:

«Das ist nicht erstaunlich – denn die EU-Granden wissen selbst nicht, wie es weiter geht. Die ‹Finalität› – also das Ziel der europäischen Integration – ist offener denn je, nachdem die EU zur Militärunion umgebaut wurde. Früher ging es um Wohlstand und Frieden, heute um Wirtschaftskrise(n) und Krieg. Der Laden in Brüssel wird nur noch durch das Feindbild Russland zusammengehalten; sogar die geplante Erweiterung spaltet die ‹Union›. Wen wundert's angesichts der desolaten Lage? Eine Studie hätte es dafür nicht gebraucht.»

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Niederlande: Größte CO2-Abscheidungsanlage Europas eröffnet

12. September 2026 - 0:01

In den Niederlanden wurde die größte CO2-Abscheidungsanlage eröffnet. Entwickelt wurde diese vom norwegischen Düngemittelkonzern Yara International. Die Anlage zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in Sluiskil in der südlichen niederländischen Provinz Zeeland soll die Emissionen an einem der größten Düngemittelstandorte Europas senken und das abgeschiedene CO2 nach Norwegen transportieren.

Ab 2026 will Yara Sluiskil bis zu 800.000 Tonnen CO2 pro Jahr abscheiden und verflüssigen. Das CO2 wird vom Transport- und Speicherbetreiber Northern Lights transportiert und 2,6 km (1,6 Meilen) unter dem Meeresboden auf dem norwegischen Kontinentalschelf gespeichert.

Über 15 Jahre erwartet Yara, an dem Standort rund zwölf Millionen Tonnen CO2 zu entfernen. Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Stoere erklärte, das Projekt in Sluiskil biete eine Lösung, die sowohl wissenschaftlich fortschrittlich als auch wirtschaftlich tragfähig sei:

«Unsere Klimaherausforderung liegt in der Industrie, weil dort die Kombination aus Arbeit, Kapital und Technologie zu finden ist. Und natürlich spielt Energie dabei eine zentrale Rolle. Als moderne Energienationen – die Niederlande stehen dabei an erster Stelle – ist das der richtige Weg.»

Die EU will CO2-Abscheidungstechnologie einsetzen, um ihr Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen, insbesondere bei Industrieprozessen wie der Chemieproduktion, für die kohlenstoffarme Alternativen bislang nicht verfügbar sind.

Die Technologie tue sich in Europa jedoch seit Jahrzehnten schwer – wegen Zweifeln an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und wegen Widerstands von Umweltaktivisten sowie einiger Regierungen, teilt das Portal Europe Says mit. Kritiker würden argumentieren, CCS könne es Unternehmen ermöglichen, weiterhin Öl und Gas zu fördern, während sie versprechen, Emissionen künftig abzufangen.

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Justizversagen mit Ansage: Wo ist der gesunde Menschenverstand geblieben?

12. September 2026 - 0:00

Eine 14-Jährige erfindet Missbrauchsvorwürfe. Sie beschuldigt ihre Mutter und ihren Stiefvater, sie sexuell missbraucht und geschlagen zu haben. Jahre später gesteht sie aus eigenem Antrieb: Alles war gelogen. Die beiden Erwachsenen saßen da längst im Gefängnis. Ein Totalversagen der Zürcher Justiz. Das Zürcher Obergericht hob die Schuldsprüche inzwischen auf. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Denn die Hinweise auf die Unzuverlässigkeit der Jugendlichen lagen offenbar offen auf dem Tisch. Lehrer beschrieben sie als häufige Lügnerin. Bereits im Alter von 13 Jahren hatte sie ähnliche Vorwürfe erhoben, war in einem Mädchenhaus untergebracht worden und hatte danach eingeräumt, gelogen zu haben. Sie berichtete von Stimmen in ihrem Kopf und bedrohlichen Gestalten. Bei Selbstverletzungen hatte sie das Ausmaß ihrer Verletzungen offenbar ebenfalls übertrieben dargestellt. Das waren keine belanglosen Nebensächlichkeiten. Das waren Warnsignale.

Doch ein 220-seitiges Gutachten, erstellt von einem vierköpfigen Team und mit 39.000 Franken bezahlt, stufte ihre Aussagen als glaubhaft ein. Die Widersprüche wurden nicht zum Anlass genommen, die Lügenhypothese ernsthaft zu prüfen. Stattdessen wurden sie offenbar passend gemacht: Die Geistergestalten seien kulturell erklärbar, die Lügen in der Schule zu unspezifisch, die Übertreibungen bei den Verletzungen Ausdruck innerer Not. Nur bei den Vorwürfen gegen Mutter und Stiefvater sollte plötzlich alles stimmen. Wo ist hier der gesunde Menschenverstand geblieben? Und das alte Bonmot: «Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht»?

Ein Gutachten ist kein Orakel. Es kann keine Wahrheit aussprechen, sondern lediglich Wahrscheinlichkeiten bewerten. Genau darauf weist auch der im Bericht von 20 Minuten zitierte Rechtspsychologe Kenan Alkan-Mewes hin: Gutachter formulieren Wahrscheinlichkeiten – keine Tatsachen –, wenn man sein Fachchinesisch richtig versteht. Gerade deshalb müssen alternative Erklärungen sorgfältig geprüft werden. Dazu gehört zwingend auch die Möglichkeit, dass eine Aussage erfunden wurde.

Doch was geschah im konkreten Fall? Die Warnzeichen wurden nicht konsequent untersucht, sondern relativiert. Die Gerichte übernahmen die Einschätzung der Gutachter. Das Bezirksgericht verurteilte den Stiefvater zu 36 Monaten und die Mutter zu 22 Monaten Gefängnis. Das Obergericht verschärfte die Strafen sogar noch: 50 Monate für den Stiefvater, 47 Monate für die Mutter.

Die Richter erklärten die beteiligten Gutachter zu «ausgewiesenen Experten». Aber Expertise schützt nicht vor Irrtum. Und ein Gericht darf sich nicht hinter Experten verstecken, wenn die Faktenlage Zweifel aufdrängt. Es hätte die Aufgabe der Justiz sein müssen, die Aussagen kritisch zu prüfen. Nicht, sie um jeden Preis zu bestätigen.

Besonders erschütternd ist, dass die Jugendliche schon früher eingeräumt hatte, gelogen zu haben. Sie erklärte später, sie habe ursprünglich nur mehr Freiheiten gewollt und sich dann aus Angst vor den Konsequenzen immer tiefer in ihre Geschichte verstrickt. Währenddessen wurden ihre Mutter und ihr Stiefvater in Untersuchungshaft genommen. Die jüngeren Kinder der Mutter kamen in Fremdplatzierung. Eine einzige erfundene Geschichte setzte eine ganze Maschinerie in Gang. Und diese Maschinerie ließ sich offenbar nicht mehr stoppen.

Das ist der Kern dieses Justizskandals: Nicht nur ein Mädchen hat gelogen. Auch ein System hat versagt – ein System, das seine eigenen Zweifel offenbar nicht ernst genug nahm. Vielleicht aus falsch verstandener politischer Korrektheit des türkischen Migrationshintergrundes wegen?

Die Justiz muss Opfer schützen. Aber sie muss ebenso verhindern, dass Unschuldige durch falsche Anschuldigungen vernichtet werden. Wer nur die Möglichkeit eines Missbrauchs sieht, aber die Möglichkeit einer Falschbeschuldigung ausblendet, handelt nicht neutral. Er handelt einseitig.

Der Fall zeigt, wie gefährlich es wird, wenn Gutachter nach Bestätigungen suchen, statt Hypothesen ergebnisoffen zu prüfen. Und er zeigt, wie fatal es ist, wenn Richter eine Expertise als Ersatz für eigenes Denken verwenden.

Für die verlorenen Jahre ist eine Genugtuung von rund 240.000 Franken im Gespräch. Doch kein Geld kann die Haft, die zerstörte Familie und das verlorene Vertrauen in den Rechtsstaat ungeschehen machen.

Die Jugendliche selbst blieb wegen der Verjährung ohne strafrechtliche Folgen. Auch das wirft Fragen auf. Während zwei Menschen für erfundene Vorwürfe jahrelang ihre Freiheit verloren, endet das Verfahren gegen die Urheberin der infamen Lüge ohne Konsequenzen.

Am Ende bleibt deshalb mehr als ein tragischer Einzelfall. Es bleibt die Frage nach der Verantwortung von Gutachtern, Staatsanwälten und Richtern. Warum wurden die Warnsignale ignoriert? Warum wurde der Lügenhypothese nicht das gleiche Gewicht gegeben wie der Missbrauchsbehauptung? Und warum musste erst ein Geständnis nach Jahren kommen, damit die Justiz das Offensichtliche erkannte? Wo ist der gesunde Menschenverstand geblieben?

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Selenskyjs Stabschef der Korruption verdächtigt

11. September 2026 - 17:07

Wolodymyr Selenskyjs Stabschef Kyrylo Budanow wird von westlich unterstützten Anti-Korruptions-Ermittlern wegen möglicher Straftaten untersucht, die er während seiner Amtszeit als Chef des ukrainischen Militärnachrichtendienstes (HUR) begangen haben soll. Dies teilte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle RT mit.

Selenskyj wählte Budanow als Nachfolger von Andrij Jermak, der inmitten einer sich ausweitenden Reihe von Korruptionsskandalen im Zentrum der ukrainischen Führung zurückgetreten war.

Das Nationale Anti-Korruptions-Büro der Ukraine (NABU) hat der Quelle zufolge neue Ermittlungen gegen Budanow wegen möglicher Verfehlungen während seiner Dienstzeit beim Nachrichtendienst HUR eingeleitet, den er von 2020 bis 2026 leitete.

Laut RT brachten ukrainische Medien im vergangenen Monat Budanow mit einem Geldwäsche-Skandal in Verbindung, an dem seine mittlerweile entlassene Stellvertreterin im Präsidialamt, Iryna Mudra, beteiligt war. Das NABU habe sie beschuldigt, ein System organisiert zu haben, bei dem Bargeldtaschen genutzt wurden, um die Kaution für den ehemaligen Energieminister Herman Haluschtschenko zu bezahlen. Dieser gelte als Verdächtiger in einem separaten Korruptionsfall aus dem engen Umfeld Selenskyjs.

Laut Quellen, die von der Ukrajinska Prawda zitiert werden, wies Budanow Mudra an, Haluschtschenko dabei zu helfen, seine Entlassung aus der Untersuchungshaft zu erwirken – wahrscheinlich auf Anweisung Selenskyjs.

In vom NABU veröffentlichten Überwachungsmitschnitten habe Mudra mitgeteilt, sie handle im Auftrag ihrer Vorgesetzten, ohne jedoch Namen zu nennen. Das Medium habe aufgrund des Gesprächskontexts angedeutet, dass sie sich wahrscheinlich auf Budanow bezog, als sie einen Amtsträger mit den Worten zitierte, dass «Korruption systematisiert und kontrolliert» und nicht bekämpft werden müsse.

Vom Portal Hromadske auf diesen Vorwurf angesprochen, habe Budanow gesagt: «Lassen Sie das Gericht klären, welche Namen wo genannt werden.»

Gemäß RT geriet der HUR Anfang dieses Monats ins Visier der Medien, nachdem sich seine Einsatzkräfte in Kiew Gefechte mit Truppen des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) geliefert hatten. Der Zusammenstoß habe sich an einem Streit um das Sorgerecht beziehungsweise den Gewahrsam für ein Mitglied einer von Neonazis geführten Miliz entzündet, die der Militärnachrichtendienst unter Budanows Führung eingegliedert hatte.

Vergangene Woche habe der von Selenskyj ernannte Ruslan Krawtschenko seinen Rücktritt als Generalstaatsanwalt eingeleitet, nachdem das NABU seinem Chef-Ermittler für Cyberkriminalität vorgeworfen hatte, im Namen seines Vorgesetzten Geld von Abzock-Callcentern erpresst zu haben.

Selenskyj habe zuvor versucht, die von Westen unterstützte Behörde unter die Kontrolle der Generalstaatsanwaltschaft zu stellen, scheiterte jedoch damit.

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Firmenpleiten in Deutschland auf sehr hohem Niveau

11. September 2026 - 15:56

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat in den ersten sechs Monaten 2026 den höchsten Stand seit 13 Jahren erreicht. Die Amtsgerichte registrierten über 12.000 Fälle. Das entspricht einem Anstieg um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Eine höhere Zahl hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2013 gegeben.

Besonders deutlich fiel der Anstieg im Juni aus. Am stärksten betroffen war die Verkehrs- und Lagerbranche. Auch im Gast- und Baugewerbe gingen die Zahlen rasant nach oben. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet auch für das Gesamtjahr mit einer weiteren Zuspitzung.

Als Grund für die Insolvenzen geben viele Unternehmen Faktoren wie ausufernde Bürokratie, hohe Steuern und steigende Energiepreise an. Letztere sind vor allem seit dem Ukraine-Krieg nach oben gegangen.

Geschuldet ist dies der Politik der derzeitigen und der vorherigen Bundesregierung. Gaslieferungen aus Russland sind weitestgehend minimiert worden. Gleichzeitig bezieht Deutschland immer mehr teures Flüssigerdgas (LNG) aus den USA. Der Import beläuft sich mittlerweile auf 96 Prozent.

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Deutscher Finanzminister will neue Bezahlregeln

11. September 2026 - 15:56

Die deutsche Bundesregierung drängt das Bargeld weiter zurück. Wie Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) ankündigte, sollen künftig Geschäfte, Restaurants und Dienstleister auch mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit anbieten müssen. Diesbezüglich hat er Eckpunkte vorgelegt, die derzeit mit anderen Ministerien abgestimmt werden. Die Umsetzung der neuen Regeln ist für das kommende Jahr geplant.

Sie treffen vor allem Unternehmen, die ausschließlich Bargeld akzeptieren. Wie manche Dienstleister befürchten auch Privatpersonen, dass durch derlei Maßnahmen Bargeldzahlungen eingedämmt werden. Diese gehen schon seit Jahren zurück.

Das stößt vor allem bei Bürgerrechtlern und Dissidenten auf Kritik. Sorgen bereiten ihnen der mögliche Missbrauch durch Regierungen und die Aufhebung von Anonymität. Digitale Zahlungen hinterlassen Datenspuren, die Regierungen nutzen können, um gegen politische Gegner vorzugehen. Das ebnet den Weg für mehr staatliche Kontrolle und Überwachung.

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Versuche von KI-Nutzung zur Biowaffen-Forschung unterbunden

11. September 2026 - 15:56

Die US-amerikanische KI-Firma Anthropic hat nach eigenen Angaben mehrere Versuche unterbunden, ihre Software Claude für die Entwicklung von biologischen Waffen zu nutzen. Begründet wurde dies mit mehrmaligen Versuchen von Nutzern aus blockierten Regionen. Diese hätten verdächtige Anfragen gestellt, hieß es.

Dabei soll es unter anderem um die Erforschung einer Vogelgrippe-Variante gegangen sein, die sich auf Säugetiere übertragen ließe. In einem anderen Fall wurde Unterstützung bei der Entwicklung neuer Gifte angefordert. Anthropic war zuletzt häufig in die Kritik geraten. Erst vor wenigen Tagen kündigte der KI-Entwickler Jacob Coxon bei dem Unternehmen und warnte vor den Konsequenzen der Geschäftspraxis.

Nach seinen Aussagen stellen Anthropic und andere KI-Firmen immer mächtigere Modelle her. Einige könnten schon 2040 das Potenzial haben, die Menschheit zu töten. Zu den Szenarien, die Coxon aufzählte, gehört auch die Möglichkeit, tödliche Viren zu entwickeln.

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Ein Klecks im Reinheft: Berner Psychiaterin darf aufatmen

11. September 2026 - 11:29

Die Coronazeit liegt mehr als vier Jahre zurück. Doch die juristische Aufarbeitung jener Zeit beschäftigt die Gerichte weiterhin. Am Berner Regionalgericht musste sich eine 69-jährige Psychiaterin verantworten, die während der Maskenpflicht zahlreiche Schülerinnen und Schüler von der Maskentragung befreit hatte. Der Vorwurf: Sie habe 80 falsche ärztliche Zeugnisse ausgestellt, ohne die betroffenen Personen persönlich untersucht zu haben.

Wenn man von der üblichen Voreingenommenheit absieht, die im Artikel von Tamedia durchschimmert, auf den sich dieser Beitrag stützt, dann handelt es sich um gute Nachrichten. Das Gericht kommt nun zu einem weitgehend entlastenden Urteil und liefert eine wohlüberlegte, differenzierte Begründung. In 79 Fällen wird die Ärztin vollständig freigesprochen. Lediglich für eine Dispens, die sie einem Journalisten ausgestellt hatte, wird sie wegen Ausstellens eines falschen ärztlichen Zeugnisses schuldig gesprochen. Sie erhält eine bedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 110 Franken. Bleibt sie während der zweijährigen Probezeit straffrei, muss sie die Strafe nicht bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es ist also höchstens ein Klecks im Reinheft der Ärztin.

Die Psychiaterin, die heute noch in einem kleinen Pensum praktiziert und dem Ärztenetzwerk Aletheia angehört, hatte während der Coronazeit zahlreiche Anfragen nach Maskendispensen beantwortet. Die Kontakte fanden telefonisch oder per E-Mail statt. Nach Darstellung der Anklage soll sie dabei weder persönliche Untersuchungen durchgeführt noch vorgängig medizinische Akten eingesehen haben.

Dass die Ärztin damit eine ungewöhnliche Praxis verfolgte, steht außer Frage. Doch die entscheidende Frage des Verfahrens war, ob sich daraus auch strafrechtlich falsche Zeugnisse ableiten ließen. Genau hier setzt das Urteil des Regionalgerichts an.

Der Richter hält fest, dass eine Konsultation auch telefonisch erfolgen könne. Die Telemedizin habe gerade während der «Pandemie» an Bedeutung gewonnen. Eine persönliche Untersuchung sei deshalb nicht in jedem Fall zwingende Voraussetzung für eine ärztliche Beurteilung.

Auch die einzelnen Diagnosen ließen sich nicht ohne Weiteres als unwahr qualifizieren. Bei gewissen Patientinnen und Patienten erschienen die angegebenen gesundheitlichen Gründe durchaus plausibel. Genannt wurden unter anderem Lungeninsuffizienz und Neurodermitis. Bei anderen Fällen war die medizinische Grundlage weniger eindeutig. Die Betroffenen hatten Symptome wie Übelkeit, Konzentrationsschwäche oder Atemnot beschrieben und diese mit dem Maskentragen in Verbindung gebracht.

Anders beurteilt das Gericht die Dispens für den Journalisten, der die Praxis der Ärztin im Rahmen einer Recherche der SonntagsZeitung überprüfte und an den Pranger stellen wollte. Er hatte lediglich unspezifische Angstzustände geschildert. Die Ärztin stellte ihm daraufhin gegen die Angabe des Geburtsdatums und eine Zahlung von 20 Franken eine Dispens aus.

Für den Richter waren diese Angaben nicht ausreichend. Die Ärztin hätte nachfragen müssen, bevor sie ein ärztliches Zeugnis ausstellte. In diesem Punkt sieht das Gericht den Straftatbestand als erfüllt an.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten gefordert. Die Verteidigung verlangte einen vollständigen Freispruch. Das Gericht entschied sich für eine Lösung, die der Beschuldigten in nahezu allen Anklagepunkten Recht gibt.

Besonders wichtig ist die Begründung, mit der das Gericht die übrigen 79 Fälle beurteilt. Die Anklageschrift sei zu allgemein gehalten gewesen. Sie habe nicht für jeden einzelnen Fall nachvollziehbar dargelegt, weshalb das jeweilige ärztliche Zeugnis unwahr gewesen sein soll. Eine solche pauschale Begründung reiche für einen Schuldspruch nicht aus.

Damit stellt das Urteil klar, dass die strafrechtliche Verantwortung einer Ärztin nicht allein aus einer umstrittenen Behandlungspraxis abgeleitet werden kann. Entscheidend bleibt, was in den einzelnen Fällen konkret nachgewiesen werden kann.

Der Richter verweist dabei auf ein Urteil des Bundesgerichts vom Oktober 2025. Auch dort war ein Arzt im Zusammenhang mit Maskendispensen freigesprochen worden. Das Bundesgericht hatte die Bedeutung telemedizinischer Konsultationen und die unzureichende Beweislage hervorgehoben.

Für die Berner Psychiaterin bedeutet der Entscheid deshalb eine weitgehende Rehabilitierung ihrer damaligen Tätigkeit. Das Gericht hat ihre Vorgehensweise nicht in allen Punkten bestätigt, aber es hat den weitaus größten Teil der strafrechtlichen Vorwürfe zurückgewiesen. Die «Pandemie» hat viele Menschen vor schwierige medizinische und persönliche Entscheidungen gestellt. Dieses Urteil erinnert daran, dass auch die juristische Beurteilung solcher Entscheidungen differenziert erfolgen muss.

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Die Erzählung vom «9/11-Drahtzieher» Chalid Scheich Mohammed legt die Irregeleitetheit des Regierungsnarrativs bloß

11. September 2026 - 9:21

Heute ist der 25. Jahrestag der sogenannten «Anschläge» vom 11. September 2001. Durch diese sogenannten «Anschläge» – «sogenannt», weil beim Terminus «Anschläge» der Gedanke an einen Akt durch Terroristen mitschwingt, es aber einen Beleg für eine Täterschaft von Terroristen nach wie vor nicht gibt – kamen rund 3.000 Menschen unmittelbar ums Leben. Und inzwischen leidet nach einer Analyse der Washington Post jeder zweite der etwa 54.000 registrierten 9/11-Überlebenden an einer Krebserkrankung oder wurde wegen Krebs behandelt.

Dabei beherrscht weiterhin ein weitgehend unhinterfragtes Narrativ die öffentliche Debatte. Während Gedenkveranstaltungen, politische Reden und mediale Rückblicke das Mainstreamnarrativ zu den Ereignissen zementieren – islamistische Terroristen unter der Führung von Osama bin Laden und al-Qaida hätten mit gekaperten Flugzeugen die Zwillingstürme des World Trade Centers und das Pentagon getroffen –, befindet sich die kritische Auseinandersetzung nach wie vor im Abseit. Dabei hat sie an Berechtigung in keiner Weise eingebüßt.

Chalid Scheich Mohammed: Geständnisse unter schwerster Folter, keine handfesten Beweise für seine Schuld

Besonders eindrücklich zeigt sich die Irregeleitetheit der Mainstreamberichterstattung am Fall des zum «9/11-Drahtzieher» verklärten Chalid Scheich Mohammed. Dass kürzlich ein Prozesstermin für den 5. Juni 2028 angesetzt wurde, wird allen Ernstes als eine Art Erfolg und längst überfälliger Schritt zur Gerechtigkeit gefeiert. Doch in Wahrheit ist es ein Skandal. Denn dieser Prozess ist die reine Farce – und dass es seit seiner Verhaftung und Inhaftierung im März 2003 einen weltweiten Daueraufschrei hätte geben müssen, wird vom Mainstream geflissentlich unter den Teppich gekehrt. Dieser steht offenkundig im Bann des herrschenden Narrativs, das «in Wahrheit die Verschwörungstheorie par excellence» ist, wie es Paul Craig Roberts, Ex-Teammitglied der Regierung Ronald Reagan und einst Mitherausgeber des Wall Street Journal, 2017 in einem Interview mit mir formulierte.

Ein Militärgericht auf der US-Basis Guantánamo Bay hat den Prozesstermin nun festgesetzt – kurz vor dem heutigen 25. Jahrestag des 9/11-Wahnsinns. Wie die New York Post unter dem Titel «Der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, Chalid Scheich Mohammed, wird endlich vor Gericht stehen, so der Richter» berichtete. Der zuständige Militärrichter Lt. Col. Michael Schrama lehnte den Wunsch der Regierung nach einem früheren Beginn im Januar 2027 ab und setzte den 5. Juni 2028 an.

Begründet wurde dies mit einer Reihe noch ausstehender Vorentscheidungen, unter anderem zur Zulässigkeit von Beweisen. Chalid Scheich Mohammed und die drei Mitangeklagten Walid bin Attash, Mustafa al-Hawsawi und Ammar al-Baluchi sitzen seit 2006 in Guantánamo. Das Verfahren ist seit Jahrzehnten von Verzögerungen, Richterwechseln – Schrama ist bereits der fünfte Richter – und juristischen Scharmützeln geprägt, insbesondere um die Frage, ob unter Folter erpresste Geständnisse überhaupt verwertbar sind. Bild fasste die Entwicklung wie folgt zusammen: Der Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Drahtzieher und weitere Angeklagte ist für 2028 geplant, kann sich aber noch verschieben, weil ihm noch einige Verfahrensentscheidungen vorausgehen.

Anberaumung des Prozesses für 2028 wird als Fortschritt verkauft, ist aber letztlich eine Farce

Opferangehörige reagierten mit einer Mischung aus Erleichterung und tiefer Frustration. Der pensionierte NYPD-Beamte Jim Smith, dessen Frau Moira Smith bei den Anschlägen ums Leben kam, sagte:

«Wir fordern seit 20 Jahren einen Prozesstermin. Hoffentlich ist es diesmal ernst.»

Der pensionierte Lieutenant John Ryan zum Beispiel, der die Rettungs- und Bergungsarbeiten der Port Authority leitete, gab wiederum zu bedenken:

«Ich bin froh, dass sie endlich einen Termin festgesetzt haben, aber zwei Jahre können für einige der älteren Angehörigen der Opfer ein ganzes Leben sein. Sie möchten Gerechtigkeit noch zu ihren Lebzeiten sehen.»

Doch so verständlich das Klagen dieser Menschen, die offenbar fest an das Regierungsnarrativ glauben, auch ist: dass dieser Termin überhaupt als Fortschritt verkauft wird, entlarvt die Schieflage der Berichterstattung. In Wahrheit nämlich beruht die Inhaftierung und Belastung von Chalid Scheich Mohammed maßgeblich auf seinen eigenen Aussagen und nachrichtendienstlichen Bewertungen, die aber durch Folter und fehlende gerichtsfeste Überprüfung letztlich ohne Wert sind. Eine faire und rechtsstaatlich geführte Beweiswürdigung hat bislang nicht stattgefunden. Zu nennen wäre in diesem Zusammenhang vor allem:

1. Geständnisse unter Folter sind unverwertbar: Chalid Scheich Mohammed wurde 2003 gefasst und in CIA-Black-Sites, also in geheimen Gefängnissen, die vom US-Geheimdienst im Ausland betrieben wurden und deren Existenz offiziell geleugnet wurde, unter anderem 183 Mal dem Waterboarding unterzogen. Dabei wird die Person auf einem geneigten Brett festgeschnallt, meist mit dem Kopf nach unten. Mund und Nase werden mit einem Tuch oder einer Stoffmaske bedeckt. Kontinuierlich oder intermittierend wird Wasser über das Tuch gegossen, um den Atemwiderstand extrem zu erhöhen. Durch den einsetzenden Würgereflex und die Atemnot entsteht beim Opfer sofort die Panik des unmittelbaren Erstickens und Ertrinkens.

Chalid Scheich Mohammed war weiteren schweren Zwangsmaßnahmen ausgesetzt, darunter extremem Schlafentzug. Die daraus gewonnenen Geständnisse (einschließlich der 2007 vor dem FBI abgelegten) sind unzuverlässig und wurden 2026 vom Militär-Richter als unfreiwillig und damit unverwertbar ausgeschlossen – wegen fortgesetzter psychologischer Konditionierung durch die Folter. Damit fällt das zentrale Beweismittel für die «Drahtzieher»-These weg.

2. Keine gerichtsfeste Beweiswürdigung: Es gibt bis heute kein Urteil. Der Prozess ist, wie erwähnt, erst für Juni 2028 angesetzt. Im 9/11-Commission-Report, der allein schon deswegen als unbrauchbar zu gelten hat, weil in ihm das World-Trade-Center-Gebäude 7 gar keine Erwähnung findet, und viele nachrichtendienstliche Bewertungen sich stark auf die gefolterten Aussagen stützen. Unabhängige, in einem offenen Verfahren überprüfbare Beweise, die Chalid Scheich Mohammed zweifelsfrei als Architekten der gesamten Operation ausweisen, liegen in rechtsstaatlichem Sinne nicht vor.

3. Indefinite Haft ohne Prozess: Seit 2003 sitzt Chalid Scheich Mohammed ohne rechtskräftiges Urteil – also seit 23 Jahren, 20 davon in Guantánamo. Das verstößt auf eklatante Weise gegen elementare Rechtsstaatsprinzipien (faires, zügiges Verfahren, Unschuldsvermutung). Militärkommissionen mit eingeschränkten Verteidigungsrechten und Geheimbeweisen verstärken die Kritik.

4. Weitere Probleme: Unter Folter legte er auch Geständnisse zu anderen Taten ab, die später relativiert wurden. Ein Plea-Deal 2024 wurde politisch blockiert. Die Bezeichnung «Drahtzieher» (oder auch «vermeintlicher Drahtzieher») ist eine nachrichtendienstlich-mediale Zuschreibung, keine gerichtliche Feststellung.

Apropos Guantánamo. Dieser Ort ist eine rechtsstaatliche Schande ersten Ranges. Barack Obama hatte als Präsident versprochen, das Lager innerhalb eines Jahres zu schließen. Schon an seinem zweiten vollen Amtstag, dem 22. Januar 2009, unterzeichnete er die formelle Executive Order 13492, die den vollständigen Abbau des Lagers bis spätestens Januar 2010 anordnete. Doch Pustekuchen. Das Lager existiert bis heute fort, und Menschenrechtsorganisationen fordern seit Jahren seine Schließung.

Einsturz von WTC 7 im freien Fall – im Grunde nur mit Sprengung zu erklären

Während der Mainstream diesen Prozesstermin als zumindest späte Gerechtigkeit feiert und die Rolle Chalid Scheich Mohammeds als Chefplaner unhinterfragt übernimmt, mehren sich Stimmen, die das gesamte offizielle 9/11-Narrativ fundamental in Frage stellen. Tucker Carlson kündigte seine Dokumentation «The 9/11 Files» an und stellte unmissverständlich klar:

«Die offizielle Darstellung der Ereignisse vom 11. September ist eine glatte Lüge. Der Bericht zum 11. September ist ein Witz. Die 9/11-Kommission ist eine Vertuschungsaktion.»

Der Historiker und Friedensforscher Graeme MacQueen, ehemaliger Direktor des Centre for Peace Studies an der McMaster University, brachte es folgendermaßen auf den Punkt:

«Nur eines mag an der offiziellen Version zu 9/11 stimmen: Dass 3.000 Menschen starben – alles andere ist falsch.»

Diese Kritik verweist auf zahlreiche ungeklärte Aspekte, die im herrschenden Narrativ systematisch ausgeblendet werden:

  • Der Einsturz von WTC 7 im freien Fall, ohne dass das Gebäude von einem Flugzeug oder sonst etwas Größerem getroffen worden wäre, ist im Grunde nur mit einer Sprengung zu erklären
  • Hinweise auf Vorwissen und auffällige Börsengeschäfte mit Put-Optionen kurz vor den Anschlägen
  • Die systematische Vermeidung des Begriffs «Explosionen» in der offiziellen Berichterstattung trotz zahlreicher Augenzeugenberichte.

Der geplante Prozess gegen Chalid Scheich Mohammed ändert an all dem nichts. Er zementiert vielmehr ein System, in dem Foltergeständnisse, Geheimgefängnisse, jahrzehntelange Verzögerungen und ein Militärtribunal ohne volle rechtsstaatliche Standards als Gerechtigkeit beziehungsweise nicht als «No-Go» für einen Rechtsstaat verkauft werden, während grundlegende Fragen zum 11. September 2001 weiterhin tabu bleiben.

Gerade am 25. Jahrestag sollte dies im Zentrum der Debatte stehen – nicht die Inszenierung eines Verfahrens, dessen Fundament ohne faktische Festigkeit ist und dessen zentrale Figur unter Bedingungen inhaftiert wurde, die jeden Anspruch auf Rechtsstaatlichkeit ad absurdum führen.

Mehr zum Thema 9/11: 9/11: 25 Jahre Lügen

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Fischer wegen falschem Impfzertifikat für vier Jahre gesperrt

11. September 2026 - 9:19

Im April brachte der Schweizer Zwangsgebühren-Sender SRF den ehemaligen Nationalcoach der Schweizer Eishockeymannschaft Patrick Fischer auf dubiose Weise dazu, publik zu machen, dass er 2022 ein gefälschtes COVID-Zertifikat verwendet hat, um an den Olympischen Spielen in Peking teilzunehmen (wir berichteten). Er wollte die Injektionen nämlich vermeiden.

Fischer hatte während der Mittagspause der Dreharbeiten für eine Dokumentation über ihn mit dem SRF-Moderator Pascal Schmitz über das COVID-Zertifikat gesprochen. SRF hatte daraufhin einen entsprechenden Strafbefehl wegen Urkundenfälschung aus dem Jahre 2023 ermittelt und diesen bei der Staatsanwaltschaft Luzern eingefordert. Nachdem der Sender den Coach damit konfrontiert hatte, ging Fischer an die Öffentlichkeit. SRF stellt das Ganze verkürzt so dar: «Zuvor war er von SRF mit den Vorwürfen konfrontiert worden.» Fischer durfte daraufhin die Schweizer Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft in der Schweiz nicht betreuen.

Wie SRF berichtet, wird Fischer nun nach einer Untersuchung vom Eishockey-Weltverband IIHF für vier Jahre gesperrt. Das gelte aber einzig für Nationalmannschaften. Offen sei somit noch, ob Fischer einen Klub in der Schweiz coachen könnte. Das hänge davon ab, ob sich Swiss Sport Integrity (SSI) der IIHF-Sperre anschließt. Gegenüber dem Sender erklärte SSI, dass eine entsprechende Prüfung stattfinde.

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9/11: 25 Jahre Lügen

11. September 2026 - 0:15

Ich war gerade dabei, mit einem Keyboard Musik zu kreieren, als ich es erfuhr. Ein Freund kam nach der Arbeit zu Besuch und teilte uns aufgeregt mit, was geschehen war. So wie ich wissen die meisten Menschen, die damals ein gewisses Alter hatten, was sie wo gerade taten, als sie von den folgenschweren Anschlägen in den USA am 11. September 2001 erfuhren. An dem Tag kamen dadurch laut ofizielllen Angaben etwa 3.000 Menschen ums Leben.

Wir hatten damals in unserer Bauernhaus-WG in der Schweiz keinen Fernseher und ans Internet waren wir noch nicht angeschlossen. Somit dauerte es ein paar Tage, bis mir die ganze Tragweite dieser prägenden Ereignisse bewusst wurde. Erste Fragen kamen schließlich beim Betrachten der Filmaufnahmen auf, doch erst allmählich konnte ich ihnen nachgehen. Im Laufe der Jahre habe ich dann unter anderem etwa ein Dutzend Bücher gelesen, die diese Attentate kritisch beleuchten. Literaturhinweise finden Sie am Ende des Artikels.

Kontrollierte Sprengungen

Man braucht allerdings weder so tief in die Literatur einzutauchen noch Physiker zu sein, um zu erkennen, dass die offizielle Version dieser Ereignisse nicht stimmen kann. Gesunder Menschenverstand reicht vollkommen. Beispielsweise geht allein aus den Videos klar hervor, dass die beiden Türme und das Gebäude 7 (WTC 7) gesprengt wurden.

Letzteres bleibt in den Mainstream-Medien weiterhin größtenteils außen vor. Der Grund dafür ist klar: Das 186 Meter hohe Gebäude mit der Grundfläche von mehr als einem halben Fußballplatz wurde von keinem Flugzeug getroffen. Dennoch ist es wie die Twin Towers fast im freien Fall in sich zusammengestürzt – etwa sieben Stunden nach dem Kollaps des zweiten Turms. Und dieses Wissen könnte bei manchen Menschen eine generelle Skepsis gegenüber der offiziellen Version der Ereignisse an diesem Tag auslösen.


New York City, 2004; Foto: Sophia-Maria Antonulas

Den Fokus auf WTC 7 in seiner Kritik an der offiziellen 9/11-Darstellung hat der Schweizer Historiker Daniele Ganser gelegt. Seine Skepsis trug entscheidend dazu bei, dass er seine Lehraufträge an den Universitäten Basel und St. Gallen verlor und im Mainstream seither als «Verschwörungstheoretiker» gilt. Legendär wurde die unsägliche «Arena»-Sendung im Schweizer Zwangsgebühren-Fernsehen SRF im Jahre 2017 zum Thema «Trumps Krieg gegen die Medien», in der aber auch das Thema 9/11 aufkam.

Der Radio- und Fernsehmacher Roger Schawinski warf Ganser darin mehrmals vor, ein Verschwörungstheoretiker zu sein, und der Moderator Jonas Projer drohte dem Historiker unter anderem sogar, die Sendung abzubrechen. Sehr perfide war außerdem, dass der Sender eine E-Mail Gansers einblendete, ohne dessen Einwilligung eingeholt zu haben. Nach der Sendung gingen beim Ombudsmann so viele Beschwerden wie noch nie ein, nämlich fast 500. Dieser urteilte, dass das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt wurde.

Bemerkenswert ist bezüglich WTC 7 auch der inzwischen berüchtigte BBC-Bericht, in der die Sprecherin erklärte, das Gebäude sei eingestürzt, während man im Hintergrund das noch intakte Hochhaus sieht. WTC 7, auch «Salomon Brothers Building» genannt, stürzte etwa 20 Minuten nach dieser «Nachricht» ein.

Mit den technischen Aspekten der Anschläge auf das World Trade Center haben sich insbesondere entsprechende Experten befasst, die sich in der Organisation Architects & Engineers for 9/11 Truth zusammengeschlossen haben. Sie sind klar der Ansicht, dass die drei Gebäude gesprengt wurden.

Sehr intensiv hat sich auch Dr. Judy Wood, eine ehemalige Professorin für Maschinenbau, mit den Einstürzen auseinandergesetzt. Sie vertritt die These, dass die beiden Türme nicht durch Feuer, Schwerkraft oder konventionelle Sprengstoffe, sondern durch gerichtete Energiewaffen zerstört wurden. In ihrem Buch «Where Did the Towers Go?» und dem gleichnamigen Vortrag argumentiert sie, dass die Gebäude einen Prozess durchliefen, den sie als «Verstaubung» bezeichnet.

Dabei habe hochfrequente Energie molekulare Bindungen aufgebrochen und Stahl und Beton in der Luft in feinen Staub verwandelt. Woods führt niedrige seismische Messwerte während des Einsturzes, fehlende Trümmer am Ground Zero, unverbranntes Papier neben verkohlten Fahrzeugen und die Nähe des Hurrikans Erin als Beweise für die Anwendung von Energiewaffen an.

Viele Fragen wirft außerdem die Tatsache auf, dass die beiden Passagierflugzeuge, die im Wesentlichen aus Aluminium bestehen, auf den Filmaufnahmen in die Twin Towers aus Stahl eindringen, als seien diese aus Butter.


New York City, 2004; Foto: Sophia-Maria Antonulas

Pioniere der Aufklärung im deutschsprachigen Raum

Für viele Menschen war 9/11 eine Zäsur: Das Ereignis, das sie «aufgeweckt» hat, sie dazu gebracht hat, allmählich auch anderes grundsätzlich in Frage zu stellen. Es war der Startschuss für eine Reise in den «Kaninchenbau». Entscheidend für die Verbreitung alternativer Informationen war natürlich das zu der Zeit aufkommende Internet.

In den Mainstream-Medien wird indes weiterhin unerschütterlich das offizielle Märchen propagiert und jeglicher Zweifel daran als Verschwörungs-Blabla abgetan. Dabei hat sich der Rahmen des Erlaubten sogar verengt. So konnten zum Beispiel der Buch- und Filmautor Gerhard Wisnewski und der Filmemacher Willy Brunner 2003 im WDR ihren Dokumentarfilm «Aktenzeichen 11. 9. ungelöst» ausstrahlen, wenn auch mit Folgen.

Der Film stellt offizielle 9/11-Darstellungen infrage. Die Autoren äußern darin die Ansicht, dass die US-Regierung keine schlüssigen Beweise vorgelegt hat, die Osama bin Laden als Drahtzieher überführen.

Ein zentraler Kritikpunkt sind die gravierenden Unstimmigkeiten am angeblichen Absturzort von Flug 93 in Shanksville sowie am Pentagon. Ersthelfer, Zeugen und Journalisten berichteten, dass erkennbare Flugzeugwrackteile oder sichtbare Trümmer großer Passagiermaschinen weitgehend fehlten. Stattdessen sahen sie primär Einschlagslöcher im Boden beziehungsweise am Gebäude. Die behördliche Behauptung, die Maschinen seien beim Aufprall nahezu vollständig pulverisiert worden, stößt auf Skepsis. Verdächtig wirkt außerdem, dass das FBI Videoaufnahmen rund um das Pentagon unter Verschluss hielt.

Im Film wird unter anderem auch die offizielle Identifizierung der angeblichen 19 Flugzeugentführer hinterfragt. Zum einen fehlten nämlich ihre Namen auf den offiziellen Passagierlisten, zum anderen gab es Berichte, wonach einzelne der Beschuldigten nach den Anschlägen noch lebten. Zudem bezweifeln Kritiker und Piloten im Film, dass die als unerfahren geltenden Flugschüler in der Lage waren, derart komplexe, präzise Flugmanöver durchzuführen.

Abschließend beleuchtet die Dokumentation die politischen Motive und Konsequenzen der Anschläge. Als historischer Vergleich dient das «Operation Northwoods»-Dokument von 1962. Dieses belegt, dass höchste US-Militärkreise und die CIA bereits damals Terroranschläge unter falscher Flagge zur Rechtfertigung von Kriegen erwogen hatten, in dem Fall gegen Kuba.

Die Filmemacher weisen darauf hin, dass im Nachgang von 9/11 Gesetzgebungen wie der Patriot Act in den USA zu einer massiven Einschränkung der Bürgerrechte führten, dass die Rüstungsausgaben gesteigert wurden und es zu einer Neuausrichtung der US-Geopolitik unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit gekommen ist – einer «neuen Weltordnung». Es war denn auch der Beginn des «Kriegs gegen den Terror», der unter anderem die Angriffe auf Afghanistan und den Irak mit sich brachte.

Der Film bedeutete jedenfalls das Ende der Zusammenarbeit von Wisnewski und Brunner mit dem WDR. Nachdem der Spiegel den Autoren vorgeworfen hatte, eine Aussage des Interviewpartners Ernie Stull sinnentstellend zusammengeschnitten zu haben, kündigte der Sender die Kooperation.

Nach der Dokumentation veröffentlichte Wisnewski im Jahr 2003 auch das Buch «Operation 9/11». Bereits ein Jahr zuvor brachte Mathias Bröckers sein Buch «Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.» heraus.

LIHOP oder MIHOP?

Grundsätzlich lassen sich die alternativen Hypothesen über die Geschehnisse in zwei Gruppen aufteilen: «Let It Happen On Purpose» (LIHOP) und «Made It Happen On Purpose» (MIHOP). Gemeint ist damit bei ersterem, dass Regierungskreise von den Plänen für die Anschläge wussten, doch diese haben geschehen lassen. MIHOP bedeutet hingegen, dass sie aktiv daran beteiligt waren.

Klar ist indes: Wenn die Gebäude gesprengt wurden, muss es sich mit ziemlicher Sicherheit um MIHOP gehandelt haben. Denn kontrollierte Sprengungen vorzubereiten, wäre nur Insidern möglich gewesen.


New York City, 2004; Foto: Sophia-Maria Antonulas

Prominente «Verschwörungstheoretiker»

Insbesondere in den USA gibt es regelmäßig prominente Stimmen, die das offizielle 9/11-Narrativ in Frage stellen oder Untersuchungen fordern. So konstatierte Jill Stein, mehrmalige Präsidentschaftskandidatin der US-Grünen, am 11. September 2024:

«Wir brauchen Transparenz in Sachen 9/11.»

Letztes Jahr dann stellte der ehemalige US-Kongressabgeordnete und langjährige Kritiker der offiziellen Darstellung zu 9/11, Curt Weldon, gegenüber dem US-Starmoderator Tucker Carlson fest:

«Selbst Trump sagte [am 11. September 2001 in einem Telefoninterview], es wurde kontrolliert gesprengt.»

Weldon fordert eine neue 9/11-Untersuchung und hat sich zu diesem Zweck mit Architects & Engineers for 9/11 Truth zusammengeschlossen. Ihm zufolge diente die ursprüngliche 9/11-Kommission der Vertuschung (wir berichteten). Er glaubt, dass die USA Kenntnis über Osama bin Ladens Aufenthaltsort im pakistanischen Baluchistan hatten, als sie in Afghanistan einmarschierten. Sie hätten bin Laden sogar dabei geholfen, sich in dieser Region zu verstecken.

Schon 2017 stellte derweil Paul Craig Roberts, von 1981 bis 1982 Abteilungsleiter für Wirtschaftspolitik im Finanzministerium der Regierung Reagan und ehemaliger Mitherausgeber des Wall Street Journal, in einem Interview mit dem Transition News-Autor Torsten Engelbrecht für Rubikon klar:

«Kein Mensch mit Hirn glaubt der offiziellen Darstellung zu 9/11.»

Und 2023 sagte Graeme MacQueen, ehemaliger Direktor des Centre for Peace Studies an der McMaster University im kanadischen Ontario, in der Dokumentation «Peace, War and 9/11» (wir berichteten):

«Nur eines mag an der offiziellen Version zu 9/11 stimmen: Dass 3.000 Menschen starben – alles andere ist falsch.»

Schließlich hat sich auch Tucker Carlson selbst intensiv mit dem verhängnisvollen Tag befasst und sogar eine fünfteilige Dokumentation dazu mit dem Titel «The 9/11 Files» veröffentlicht. Im Trailer heißt es unmissverständlich:

«Die offizielle Darstellung der Ereignisse vom 11. September ist eine glatte Lüge. Der Bericht zum 11. September ist ein Witz. Die 9/11-Kommission ist eine Vertuschungsaktion.»

Eine skeptische Stimme aus Hollywood kommt zum Beispiel vom US-Schauspieler Charlie Sheen. 2006 und 2009 forderte er in öffentlichen Appellen an Präsident Barack Obama eine neue Untersuchung. Er bezweifelte die physikalische Erklärung für den Einsturz der Twin Towers und die offizielle Darstellung der Ereignisse am Pentagon.

Auffällige «Wetten» vor den Anschlägen

Offenbar gab es Leute, die über die Anschläge im Voraus Bescheid wussten und dieses Wissen nutzten, um den großen Reibach zu machen. Wie auch Engelbrecht feststellte, hatten Händler in Chicago in den Wochen vor dem 11. September 2001 ungewöhnliche Aktivitäten im Optionshandel auf Aktien von Fluggesellschaften wie UAL Corp., dem Mutterkonzern von United Airlines, und AMR Corp., dem Mutterkonzern von American Airlines beobachtet. Zudem ist von starkem Interesse an Short-Positionen bei Aktien des Rückversicherers Munich Re in Frankfurt die Rede, was auf Wetten auf fallende Kurse hindeutet.

Selbst der Infosperber verwies in diesem Zusammenhang auf eine wissenschaftliche Studie mit dem Titel «Detecting abnormal trading activities in option markets». Autoren sind der Finanzprofessor Marc Chesney von der Universität Zürich, der Assistenzprofessor Loriano Mancini vom «Swiss Finance Institute» der ETH Lausanne und Remo Crameri, UBS-Analyst. Sie sind den Auffälligkeiten mit Put-Options nachgegangen und haben rund 9,6 Millionen von 1996 bis 2009 gehandelte Optionen analysiert. Aufgefallen ist ihnen die explosionsartige Zunahme von Verkaufsoptionen unmittelbar vor dem 11. September 2001. Infosperber stellte fest:

«Das Ausüben der Put-Optionen wenige Tage oder Wochen nach 9/11 brachte den vermuteten Insidern Gewinne von insgesamt rund 30 Millionen Dollar. ‹Die statistische Studie deckt eindeutig äußerst dubiose Geschäfte auf, die möglicherweise von Insidern getätigt wurden›, erklärt Chesney. Für einen endgültigen Beweis müssten die Behörden von der Börse die Namen der Optionen-Käufer verlangen und deren Netzwerke offenlegen. Es lägen mehr als genügend Verdachtsmomente vor, um eine neue unabhängige Untersuchung über allfällige kriminelle Machenschaften zu rechtfertigen.»

Wo sind die 2,3 Billionen Dollar des Pentagons geblieben?

Unbeantwortet bleibt auch die Frage, die ich vor drei Jahren in einem Newsletter gestellt hatte: Wo sind die 2,3 Billionen Dollar des Pentagons geblieben, die der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am 10. September 2001 als vermisst erklärt hatte? Zufälligerweise wurde das Problem einen Tag später gelöst: Die Rechnungsprüfungsämter, die diese Unstimmigkeiten untersuchten, befanden sich in dem Teil des Pentagons, der am folgenden Morgen angegriffen wurde. Dabei kamen zahlreiche Mitarbeiter ums Leben, und viele Unterlagen wurden zerstört.

Die Untersuchung wurde nicht wieder aufgenommen. 2018 verabschiedete dann das US-Gremium für Rechnungslegungsstandards (FASAB) das Statement 56. Dies ermöglicht es Regierungsbehörden, öffentliche Finanzberichte anzupassen, um die Offenlegung geheimer Aktivitäten zu verhindern.

Kein Licht ins Dunkle

Abschließend stellt sich ein Vierteljahrhundert nach den einschneidenden Ereignissen des 11. Septembers 2001 die Frage, ob diese jemals gründlich aufgeklärt werden. Ich bezweifle das, zumindest was die nahe Zukunft betrifft. Die Geschichte scheint «settled» zu sein, um einen Ausdruck des Klimapapstes Al Gore zu verwenden, den er bezüglich der Klimawissenschaft geäußert hat. Das Weltbild vieler Menschen würde in den Augen des Establishments zu sehr erschüttert werden, sollte offenbart werden, dass Regierungs- und Geheimdienstkreise hinter den Anschlägen stecken.

Der andere 11. September

So prägend die Anschläge in den USA auch waren, darf ein anderer wichtiger 11. September nicht in Vergessenheit geraten. Heute jährt sich nämlich auch der von den USA orchestrierte und finanzierte Putsch in Chile im Jahre 1973, bei dem der chilenische Präsident Salvador Allende ermordet wurde.

Was folgte, war die brutale Diktatur von Augusto Pinochet. Wie Herrmann Ploppa in einem ausführlichen Beitrag über den Putsch feststellte, wurden gemäß Amnesty International bis zu 30.000 Menschen in Chile von den Faschisten des Generals ermordet – im Namen des sogenannten «Neoliberalismus».

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Literaturhinweise:

• Andreas von Bülow: «Die CIA und der 11. September», 2011
• Mathias Bröckers: «Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.», 2002
• Gerhad Wisnewski: «Operation 9/11», 2003
• Webster Griffin Tarpley: «9/11 Synthetic Terror: Made in USA», 2005
• Thierry Meyssan: «9/11 The Big Lie», 2002
• Ian Henshall: «9.11: The New Evidence: Fully Updated and Revised», 2021
• David Ray Griffin: «The New Pearl Harbor: Disturbing Questions About the Bush Administration and 9-11», 2004
• David Ray Griffin: «The 9/11 Commission Report: Omissions and Distortions», 2004
• David Ray Griffin: «9/11 Ten Years Later», 2011
• Nafeez Mosaddeq Ahmed: «The War on Freedom: How and Why America was Attacked, September 11, 2001», 2002

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Mortalitätsdaten aus Kanada und den USA: «Schreiende Sicherheitssignale» nach der Einführung der COVID-«Impfstoffe»

11. September 2026 - 0:12

Gestern berichteten wir über den Beginn einer viertägigen Untersuchung der kanadischen Regierung zu Schäden der COVID-Injektionen. Dabei werden neben Experten rund 50 Kanadier angehört, die durch die Spritzen gegen «COVID-19» geschädigt wurden. Am ersten Tag äußerte sich auch der Physiker Dr. Denis Rancourt vor den Abgeordneten. Er hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Übersterblichkeit befasst.

Wie The Defender berichtet, stellte Rancourt fest, dass offizielle Mortalitätsstatistiken aus Kanada und den USA «schreiende Sicherheitssignale» nach der Einführung der COVID-«Impfstoffe» zeigen – darunter Anstiege der Todesfälle bei Säuglingen und Kindern sowie eine Zunahme von sogenannten Turbo-Krebserkrankungen. Er berief sich auf offizielle Daten.

In seiner Aussage vor der sogenannten Allison Inquiry argumentierte Rancourt zudem, dass Corona-Maßnahmen wie Lockdowns, die Isolierung älterer Menschen, Betriebsschließungen und der Rückzug staatlicher Unterstützungsprogramme die Übersterblichkeit während der «Pandemie» ebenfalls angetrieben und breiteren gesellschaftlichen Schaden angerichtet haben.

4.000 zusätzliche Säuglingstodesfälle allein in den USA

Die Säuglingssterblichkeit war in den USA vor der Pandemie rückläufig gewesen. Dieser Trend kehrte sich laut Rancourts Daten während der Corona-Zeit um – allerdings erst im Jahr 2022, neun Monate, nachdem die COVID-Spritzen für Schwangere empfohlen wurden. Rancourt zufolge führte das zu etwa 4.000 zusätzlichen Säuglingstodesfällen in den USA im Zeitraum von 2022 bis 2024.

Ein ähnliches Bild präsentierte er für Kanada, wenngleich die absoluten Zahlen aufgrund der kleineren Bevölkerung deutlich niedriger lagen. Er schätzte, dass es in dieser Zeit in Kanada zu 200 zusätzlichen Säuglingstodesfällen und 10 zusätzlichen schwangerschaftsbedingten Todesfällen kam.

Über 2.000 zusätzliche Todesfälle bei Ein- bis Vierjährigen in den USA

Rancourt identifizierte zwischen 2021 und 2024 mehr als 2.000 zusätzliche Todesfälle bei Kindern im Alter von einem bis vier Jahren in den USA. Einen ersten Anstieg im Jahr 2021 führte er teilweise auf den abrupten Rückzug bundesstaatlicher Finanzhilfen in einigen US-Bundesstaaten zurück.

Der größte Anstieg fiel laut Rancourt jedoch mit der Zulassung von COVID-Injektionen für Kleinkinder im Juni 2022 zusammen. Die Übersterblichkeit erreichte demnach genau mit dem Beginn der Impfkampagne ihren Höhepunkt.

Die kanadischen Sterblichkeitsdaten zeigten ein ähnliches altersspezifisches Muster. Rancourt präsentierte Sterblichkeitstrends für kanadische Kinder in den Altersgruppen 1–4, 5–9 und 10–14 Jahre. Dabei zeigte sich, dass jede Gruppe in dem Jahr einen ausgeprägten Anstieg erlebte, in dem COVID-19-Impfstoffe für die jeweilige Altersgruppe verfügbar wurden.

Die Ausschläge bei der Übersterblichkeit seien «sehr plötzlich» aufgetreten, betonte er. Die Anstiege seien in den ersten zwei Jahren der Pandemie nicht zu beobachten gewesen. Rancourt erklärte:

«Sobald man diese Altersgruppen geimpft hat – und nicht davor, nicht als COVID da war, nicht in den ersten zwei Jahren der Pandemie –, sondern als man anfing, sie zu impfen: Das ist die Signatur, die man in den [Mortalitäts-]Daten sieht. Es ist absolut umwerfend.»

Der Forscher schätzte die Zahl der zusätzlichen Todesfälle bei kanadischen Kindern im Alter von 1 bis 14 Jahren auf 410.

«Turbo-Krebs» und zusätzliche Krebstodesfälle

Laut Rancourt sind rasch fortschreitende Krebserkrankungen, auch als «Turbo-Krebs» bezeichnet, kein neues Phänomen. Die wissenschaftliche Literatur zu «hyperprogressiver Erkrankung» (Hyperprogressive Disease, HPD) berichte seit 2015 – dem Jahr, in dem neue Immuntherapien verfügbar wurden – über solche Krebserkrankungen bei einigen Patienten.

Daten zur Übersterblichkeit zeigten nun jedoch Signale für einen ungewöhnlich aggressiven Anstieg der Krebssterblichkeit nach den Impfkampagnen, so Rancourt. Er identifizierte im Untersuchungszeitraum mehr als 4.000 zusätzliche Krebstodesfälle unter US-Amerikanern im Alter von 5 bis 44 Jahren. Geschätzte 960 davon entfielen auf junge Menschen im Alter von 5 bis 24 Jahren. Er hob einen steilen Anstieg der Todesfälle durch Krebs der Röhrenknochen und Gliedmaßen hervor. Rancourt bezeichnete diesen Anstieg als «definitiv ein Sicherheitssignal».

Zudem schätzte er, dass bei 240 zusätzlichen Todesfällen unter Amerikanern im Alter von 25 bis 44 Jahren multiple Primärtumoren vorlagen – also voneinander unabhängige Primärtumoren in verschiedenen Organen und nicht ein einzelner Krebs, der in andere Körperregionen metastasiert war.

Ungefähr 1.500 zusätzliche Todesfälle aufgrund dieser Krebserkrankungen traten demnach bei Personen ab 75 Jahren auf. Rancourt ergänzte, dass seine Forschungsgruppe ähnliche Signale in Kanada beobachtet habe, die Forscher diese Daten jedoch derzeit noch analysieren.

Auch Corona-Maßnahmen mit der Übersterblichkeit verknüpft

Die zweite Hälfte von Rancourts Präsentation konzentrierte sich auf ein Argument, das seine Forschungsgruppe über mehrere Jahre der Übersterblichkeitsanalyse aufgebaut hat: dass selbst die Corona-Maßnahmen der Regierungen eine Übersterblichkeit verursacht haben. Sein Forschungsteam ermittelte, dass die Übersterblichkeit stark mit dem BIP pro Kopf korrelierte. «Je mehr Wohlstand in der Provinz generiert wird, desto mehr zusätzliche Todesfälle gibt es», sagte er. Rancourt vermutet, dass der Schock der Wirtschaftsschließungen in Provinzen mit dynamischer Wirtschaft verheerende Auswirkungen auf die Arbeitnehmer und ihre Familien hatte.

Rancourt stellte auch fest, dass Zunahmen der Maßnahmen zum Schutz älterer Menschen wie Isolierung und Lockdowns mit großen Sterblichkeitsspitzen korrespondierten. Auf diese Spitzen seien dann Perioden ungewöhnlich niedriger Sterblichkeit gefolgt. Er erläuterte:

«Das liegt daran, dass in dieser ersten Spitze so viele Menschen gestorben sind, dass in den darauffolgenden Wochen weniger Menschen dieses Alters versterben konnten. Das nennt man den Dry-Tinder-Effekt [Trockenes-Holz-Effekt].»

Dieses Muster belegt laut Rancourt, dass Maßnahmen, die eigentlich dem Schutz älterer Kanadier dienen sollten, stattdessen zu deren Tod beitrugen. Auf die Frage im Anschluss an seinen Vortrag, ob das bedeute, dass ältere Menschen nicht hätten isoliert und eingesperrt werden dürfen, antwortete Rancourt: «Absolut.» Soziale Isolation und schwerer Stress könnten gravierende physiologische Auswirkungen haben, insbesondere bei geschwächten Bevölkerungsgruppen. Er stellte klar:

«Hätte man nicht versucht, die Älteren zu retten, indem man sie isoliert und einsperrt», wäre die Sterblichkeitsbilanz anders ausgefallen. Man muss wissen: Isolation tötet. Das ist unzweideutig.»

Kürzung finanzieller Hilfen korrelierte ebenfalls mit Todesfällen

Gemäß Rancourt korrelierte auch der Wegfall der Finanzhilfen aus der Corona-Zeit mit einer erhöhten Sterblichkeit in Kanada und den USA. Während die anfängliche groß angelegte Hilfe die Armut in den Jahren 2020–2021 vorübergehend verringerte, hätten die darauf folgenden Kürzungen der Unterstützung zu höheren Sterberaten geführt. Seiner Ansicht nach war dieses Ergebnis schlimmer, als wenn die Unterstützung nie geleistet worden wäre.

Keine Belege für eine virale Pandemie

Rancourt erklärte, dass die Untersuchungen seines Teams zur allgemeinen Sterblichkeit in Nordamerika und Europa nicht das Muster gezeigt hätten, das zu erwarten gewesen wäre, wenn ein sich ausbreitendes Atemwegsvirus die Hauptursache der Übersterblichkeit gewesen wäre. Er erklärte

«Was wir herausgefunden haben, ist, dass es keine virale Ausbreitung gab, die den Tod verursachte.»

Der Forscher beschrieb die Verteilung der Sterblichkeit als «geostatisch» und nicht als «geotemporal» – was bedeutet, dass die Sterblichkeit an einem geografischen Ort Spitzenwerte erreichte, ohne auf benachbarte Regionen überzugreifen. Als Beispiel führte er die dramatischen Unterschiede zwischen der Region um Mailand in Norditalien an, die früh massive Sterblichkeitsspitzen erlebte, und Rom, wo es zu keinem vergleichbaren Ereignis kam.

Beide Städte wiesen laut Rancourt eine ähnliche Demografie und ähnliche Expositionsbedingungen auf – etwa durch internationale Flughäfen und andere Verkehrsnetze –, jedoch völlig unterschiedliche Verläufe. Wenn eine virale Erkrankung vorgelegen hätte, hätte man eine ähnliche Ausbreitung und ähnliche Sterblichkeitsraten sehen müssen.

«Angriffe» trieben die Übersterblichkeit an, «nicht ein Virus»

Rancourt schloss seinen Vortrag vor den Mitgliedern der Untersuchungskommission mit der Schlussfolgerung, dass staatliche Maßnahmen und toxische Impfstoffe für die exzessiven Todesfälle in der COVID-Periode verantwortlich seien. Er sagte:

«Die Geschichte wird festhalten, dass die COVID-Zeit in Wirklichkeit ein massiver, unnötiger und vielschichtiger Angriff auf die Menschen war, der Angst ausnutzte und Schaden, Verletzungen sowie den Tod verursachte – insbesondere bei den Schwächsten. Alle Regierungen unter US-Hegemonie und Medieneinfluss haben kooperiert oder nachgeahmt. Kanada war keine Ausnahme.

Die Impfstoffe sind toxisch und haben vor den Augen robuster nationaler Statistiken viele Todesfälle und Verletzungen verursacht.»

Rancourt hob die Injektionen als den verheerendsten Faktor hervor. Im Gegensatz zu anderen Pandemie-Maßnahmen habe sie darin bestanden, eine große Anzahl gesunder wie auch gefährdeter Menschen – darunter ältere Menschen, Schwangere und Kinder – direkt mit einem pharmazeutischen Produkt zu behandeln.

Er räumte ein, dass Daten zur Übersterblichkeit für sich genommen nicht zweifelsfrei beweisen können, was einzelne Todesfälle verursacht hat. Er argumentierte jedoch, dass Unsicherheit über die Kausalität kein Grund sein dürfe, ungewöhnliche Signale auf Bevölkerungsebene zu ignorieren.

«Die Wissenschaft kann Kausalität niemals beweisen», so Rancourt. Aber institutionelle Vereinnahmung könne «schreiende Sicherheitssignale und persönliches Leid jederzeit herunterspielen und für ungültig erklären».

Laut Rancourt hätten die von ihm präsentierten Muster unverzüglich Untersuchungen und Änderungen in der Regierungspolitik auslösen müssen. Das sei aber nicht geschehen.

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