«Und während Sie über Ungarn mal dies hören und mal das, sollten Sie besser schleunigst nach Brüssel sehen, wo von der Leyen das Projekt der Zweckentfremdung der EU, der Vergewaltigung der europäischen Verträge und der finalen Entmachtung der Nationalstaaten vorantreibt, als gäb’s kein Morgen. Ein Projekt, das nie etwas anderes als Ihre eigene Entmachtung, werter Bürger, war, die unter dieser Kommissionspräsidentin natürlich verlässlich aufs Hässlichste verschleiert ist.» (– Martin Sonneborn)
Transition News
Britische Militärbasen auf Zypern: Relikte eines Empire – und Ausgangspunkt neuer Konflikte
Die jüngsten Äußerungen des britischen Außenministers David Lammy sorgen für neue Diskussionen über die Rolle der britischen Militärbasen auf Zypern. Großbritannien könne unter bestimmten Umständen auch iranische Raketenstellungen angreifen, erklärte Lammy im Interview – und verwies dabei indirekt auf die strategische Bedeutung der britischen Luftwaffenbasis Akrotiri im östlichen Mittelmeer.
Tatsächlich wurden von Zypern aus bereits Einsätze geflogen, um Drohnen aus dem Iran über Jordanien abzufangen. Kampfflugzeuge des Typs F-35 starteten dafür von der britischen Basis Akrotiri. Lammy bezeichnete die Stützpunkte auf der Insel offen als «essenziell» für britische Militärinteressen in der Region. Doch die Existenz dieser Basen ist historisch eng mit kolonialer Machtpolitik verbunden – und wird auf der Insel selbst seit Jahrzehnten kritisch gesehen.
Bis ins 19. Jahrhundert gehörte Zypern, das übrwiegend von Griechischzyprioten besiedelt ist, zum Osmanischen Reich. Die Türkischzyprioten machten vor der türkischen Invasion 1974 etwa 18% aus. Als das ottomanische Reich im 19. Jahrhundert zunehmend an Macht verlor und in Europa als «kranker Mann vom Bosporus» verspottet wurde, nutzten die europäischen Großmächte die Gelegenheit, ihren Einfluss im östlichen Mittelmeer auszubauen. Besonders Großbritannien verfolgte dabei klare strategische Interessen: Der 1869 eröffnete Suezkanal hatte den Seeweg nach Indien drastisch verkürzt – und musste aus Sicht Londons militärisch abgesichert werden.
Vor diesem Hintergrund brachte Großbritannien Zypern 1878 faktisch unter seine Kontrolle und machte die Insel später zur Kolonie. Sie wurde zu einem strategischen Vorposten zur Sicherung imperialer Handels- und Militärrouten – wie ein gigantischer, fest verankerter Flugzeugträger im östlichen Mittelmeer.
Als Zypern 1960 schließlich unabhängig wurde, blieb ein entscheidendes Element der kolonialen Infrastruktur bestehen: zwei britische Militärbasen – Akrotiri im Süden und Dekelia im Osten der Insel. Beide Gebiete stehen bis heute vollständig unter britischer Souveränität.
Die sogenannten «Sovereign Base Areas» umfassen rund 254 Quadratkilometer – etwa drei Prozent der Landfläche Zyperns. In den Gebieten leben mehrere tausend britische Militärangehörige und zivile Angestellte sowie auch zypriotische Einwohner. Politisch unterstehen die Gebiete jedoch weiterhin London.
Militärisch spielen die Basen seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle für Operationen im Nahen Osten. Von hier aus wurden Einsätze während zahlreicher Konflikte unterstützt, von der Suezkrise über Kriege im Nahen Osten bis zu heutigen Überwachungs- und Luftoperationen. Auch Einrichtungen zur elektronischen Aufklärung und Radarüberwachung befinden sich dort.
Dass von einem EU-Mitgliedstaat aus militärische Operationen gegen Ziele im Nahen Osten vorbereitet werden können – ohne dass die zypriotische Regierung darüber entscheidet – sorgt immer wieder für politische Spannungen. Kritiker sprechen von einem geopolitischen Vorposten, der weniger der Sicherheit Zyperns als vielmehr britischen und westlichen Militärinteressen dient.
Lammys jüngste Aussagen haben diese Debatte nun erneut angeheizt. Wenn London offen über mögliche Angriffe auf Iran spricht und gleichzeitig betont, wie unverzichtbar die Basen auf Zypern seien, erinnert das viele Beobachter an eine Realität, die längst überwunden schien: dass ein Teil der Insel bis heute als militärisches Instrument ehemaliger Kolonialmächte genutzt wird.
Nach der Unabhängigkeit versuchte der damalige zypriotische Präsident, Erzbischof Makarios, sich dem zu entziehen. Er verhandelte mit den Türkischzyprioten, um eine Befriedung des Landes zu erzielen und er verfolgte eine klare Linie der Neutralität und der Nichtausrichtung in außenpolitischen und militärischen Fragen. Sein Ziel war es, Zypern als unabhängigen, neutralen Staat zwischen den Interessenssphären Griechenlands, der Türkei, Großbritanniens und später der NATO zu positionieren. Die Quittung erhielt das Land 1974. Als griechischzypriotische Extremisten und die Athener Junta einen Putsch gegen Makarios lostraten, gab der damalige US-Außenminister Kissinger dem NATO-Land Türkei das grüne Licht für die Invasion. Es wurde nicht der Status quo ante bellum hergestellt, sondern die Türkei besetzte gleich 36% des Inselterritoriums – bis heute.
Das andere «Wort zum Sonntag» oder: Gegen den Strom
Da waren sie also ratlos herumgestanden, die fünf Damen vor dem Weinregal in Spanien. Welcher Rosé war es denn noch einmal, der so angenehm herb war? Die Geschmacksnote stand auf den Flaschen ja nicht verzeichnet, und ohnehin sprach anscheinend keine meiner lieben Landsleutinnen viel Spanisch.
Eine hatte dann die wohl rettende Idee. «Ich frag mein ChatGPT.» Schon war das Telefönchen gezückt und auf ein paar Etiketten draufgehalten. Nicht, dass mich ein guter Rosé nicht auch interessiert hätte. Aber hier stach mir doch dieser Reflex in Auge und Geist. «Ja, gell: die Wahrheit aus dem Off. Wenn die's sagt, muss es ja stimmen. Da sagt man dann nichts mehr dagegen.» − «Ich will auch gar nichts dagegen sagen», erwiderte spontan eine andere Frau; «ich brauch es ja».
Das Totschlagargument. Man braucht es ja. Und worauf man angewiesen ist, das kritisiert man nicht. Mit dem arrangiert man sich, und das nicht ungern. Denn es ist praktisch, und wer wollte sich das Leben schon schwerer machen als nötig?
Mein Mitfahrer aus dem aargauischen Brugg damals wollte das auch nicht. Meine Fahrt in Richtung Würzburg hatte ich im Netz ausgeschrieben, und so holte ich ihn in der Stadt ab. Seine Verwunderung ließ nicht lange auf sich warten: Warum ich nicht auf die Autobahn fahre, sondern direkt nördlich, auf die Grenze zu? Er selber fahre immer über Schaffhausen.
Oh Mann! Fährt er also 20 Minuten länger und 30 Kilometer mehr als nötig − nur weil sein Navi offenbar auf Autobahnen programmiert ist. Ich versuchte, ihm die Geografie zu erklären, aber keine Chance. Das Gerät hatte ihm schon längst die Orientierung geraubt.
Solche Beispiele könnte ich verlängern. Sie würden alle das Gleiche aufzeigen: dass es modern ist, sein eigenes Denken und Empfinden zu delegieren. Mit den Taschenrechnern haben wir das Kopfrechnen verlernt, mit dem Navi die räumliche Orientierung drangegeben, und die «Künstliche Intelligenz» wird akzeptiert als das Überhirn, das bei immer mehr Menschen die letzten Reste von kritischem Mitdenken beseitigt.
Zur Lebensphilosophie weitergezogen, würde das in einem klassischen Kulturpessimismus enden, ich weiß. Jeder -mus wird seinerseits zu einem Selbst- und Irrläufer des Geistes. Aber wir wollen nicht irrlaufen, sondern wir suchen Klarheit. Zumindest setze ich das bei meinen Lesern und denen von Transition-News insgesamt voraus.
Die Überlegung ist recht einfach: Um mitzuschwimmen, muss man sich nur der Strömung hingeben. Beim Baden in einem Fluss ist das ja angenehm − bzw. das Gegenteil ohnehin aussichtslos −; das Baden im Zeitgeist hingegen führt zu den angedeuteten Ergebnissen. Wollen wir das? Mein Automechaniker empfahl mir kürzlich, meine neue Autobahn-Vignette, die seit Jahren übliche Schweizer Jahresplakette, doch digital zu kaufen. Das gehe keine fünf Minuten und sei praktisch. − «Ja, am Anfang ist es bequem, und am Schluss ist es fatal.»
Wo ist mein Standpunkt außerhalb des Geschehens, von dem aus ich verfängliche Tendenzen einordne und mich ihnen bei Bedarf ihnen entziehe? Sicher ist das auch der gesunde Menschenverstand und ein gehöriges Maß an Aufgeklärtheit über diese und jene Zusammenhänge. Dazu tragen gute alternative Nachrichtenseiten und -kanäle das Ihre bei. Sortieren und einordnen muss ich dann aber immer noch selber. Und dann auch den Mut finden, es umzusetzen und einzubringen.
Der Aufruf wäre schlicht und klar:
«Laßt es, euch dieser Weltzeit anzugleichen. Sondern laßt euch umgestalten kraft der Neuerung des Denkens, so daß ihr zu prüfen vermögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.» Römer 12,2 nach Fridolin Stier
Je nach persönlicher Prägung löst das aber bereits den nächsten Reflex aus: wie wenn man nur von der einen Falle in die nächste und größere tappen und die Beklommenheit durch den Zeitgeist mit religiöser Enge ersetzen würde.
Aber wir suchen den Glauben nicht, schreibt Hermann Rauschning, «um zu etwas zurückzukehren, das uns vordem schon zu eng geworden ist, sonderen um etwas zu finden, das uns gerade aus der Enge befreit, das weit und großräumig ist, um uns in unserer Ratlosigkeit mit aufzunehmen». (Ruf über die Schwelle, 1955, Seite 80)
Es kann so einfach sein:
«Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden.» Jeremia 29,13f
Spätestens aus diesem Stand heraus lebt es sich dann frei.
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Das andere «Wort zum Sonntag» vom 1. März 2026: Heilige Krieger?
Lothar Mack war als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tätig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die Selbständigkeit geführt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte über Artikel und Begegnungen und ruft in Gottesdiensten und an Kundgebungen zu eigenständigem gläubigem Denken auf. Sein Telegram-Kanal lautet StimmeundWort.
Report 24: Renommiertes Fachjournal gibt zu: 25 Jahre lang wurden Patienten-Fallstudien einfach erfunden!
Konferenz in Brüssel: Die Gefahren der digitalen Identität
Am 4. März hatte die EU-Abgeordnete Christine Anderson (ESN-Fraktion) zu einer Veranstaltung im Parlament in Brüssel eingeladen, auf der über die digitale Identität (Digital ID) und ihre Auswirkungen auf unser Leben gesprochen wurde – sowohl aktuell als auch zukünftig. Beim MEHA-Event (Make Europe Healthy Again) waren als Redner mit dabei:
- Prof. Dr. Richard Werner: Zentralbankwährung CBDC und wirtschaftliche Aspekte
- Prof. Dr. Martin Haditsch: Digitale Patientenakten, digitale Impfpässe, Medizinethik
- Reggie Littlejohn: Sozialkreditsystem, Smart Cities
- Tom Lausen: Einblicke aus der Datenanalyse und wie Sie Ihre Daten schützen
- Meike Terhorst: Wie die EU ihre Kompetenzen im Bereich der digitalen Identität überschreitet, Verbindungen zu Big Tech und Rechtsberatung
- Montgomery Toms: Auswirkungen auf junge Menschen, wie man Bürgerinnen und Bürger motivieren kann, für ihre Rechte einzutreten
Schon am Morgen des 4. März überraschte der Datenanalyst Tom Lausen mit einem kurzen Einstimmungsvideo aus Brüssel und einem Foto von einem Motto der EU, das mit übergroßen Lettern am Parlamentsgebäude prangt: «Democracy in Action». Bräuchte es solche Propaganda-Sprüche, wenn die Demokratie dort wirklich funktionieren würde?
Lausen erzählte, dass er auf dem Weg zum Parlament einen Taxifahrer aus Ruanda zum Thema Impfkampagne befragt habe. Dieser meinte, man hätte die Menschen in dieser Zeit mit Polizei und Militär ziemlich drangsaliert – und wenn er jetzt das Wort Demokratie höre, kriege er Angst.
Am gleichen Abend warnte die niederländische Anwältin Meike Terhorst auf der MEHA-Konferenz, dass die digitale ID und das dazugehörige Raster ein System sind, um einen digitalen Zwilling jeder Person zu erstellen. Zudem teilte sie mit, dass die EU nicht die rechtlichen Befugnisse habe, um dieses ID-System durchzusetzen, denn die EU sei kein Staat oder Land.
Die EU könne nicht auf dem Stuhl der Mitgliedstaaten sitzen, betonte Terhorst. Deshalb könnten die Mitgliedsländer die Einführung der ID verweigern und sie hoffe, dass dies auch passieren werde. Für EU-Bürger hatte sie mehrere Ratschläge parat: Wer schon eine ID habe, solle sie einfach wegschmeißen. Denn diese werde nicht von der EU oder Regierungen ausgestellt, sondern von einem Bankenkartell und großen Technologie-Unternehmen.
Das bedeute, wer sich die digitale ID herunterlade, tue dies auf eigenes Risiko. Die ID stehe über dem Rechts- und dem politischen System, so Terhorst. Und sie werde durch Zensur und Medienpropaganda durchgedrückt. Wir sollten weder die Zensur noch die einseitige Propaganda akzeptieren, findet die Anwältin, dann wäre es für das Kartell schwieriger, dieses System durchzudrücken.
Der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Richard Werner, der früher mit dem Programm «Global Leader for Tomorrow» des Weltwirtschaftsforums zusammengearbeitet hat, sich aber Inzwischen von der Organisation distanziert und den «Great Reset» kritisiert, stellte klar, dass wir den Zentralbanken nicht vertrauen und ihnen auf keinen Fall mehr Macht einräumen sollten.
Denn die hohe Inflation, die 2021 begann, sei eindeutig von den Zentralbanken ausgelöst worden. Ganz gleich, was man uns über Kriege erzähle. Zudem hätten die Zentralbanken die Fake-Pandemie veranlasst. Mittlerweile wüssten wir, dass Personen wie Jeffrey Epstein schon 2017 damit beschäftigt waren, diese «Pandemie» einzufädeln, damit Investoren ein Vermögen machen konnten.
Auch habe man Geld damit verdient, den Menschen etwas zu injizieren, um damit ganz nebenbei ein Problem zu lösen, das Epstein und Gates schon diskutiert hätten: nämlich wie man die armen Menschen loswerden könnte. Und natürlich hätten die Akteure die Hysterie genutzt, um die digitale ID zu pushen.
Was bedeutet die Digitalisierung für die Medizin?Martin Haditsch, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, sprach zum Thema digitale ID und Medizin. Er warnte zum Beispiel vor Datendiebstahl. Spreche man mit Experten, laute die gängige Aussage: «Wo immer Datensätze existieren, werden sie auch missbraucht, zumindest solange sie attraktiv genug sind.»
Befürworter der uneingeschränkten Digitalisierung würdenbehaupten, dass diese im Kontext mit digitalen Patientenakten und digitalen Impfbescheinigungen zu unserem Vorteil wäre, doch das sei irreführend und trügerisch. In diesem Zusammenhang wies Haditsch auf die «Corona-Pandemie» hin, die genau zu diesem Zweck instrumentalisiert und missbraucht worden sei. Strategen wüssten ganz genau, dass Gesundheit – gepaart mit Angst – ein «Killerargument» sei. Und genau das sei während der Pandemie eindrücklich demonstriert worden.
«Ich wage zu behaupten, dass erst der, wie wir heute wissen, völlig faktenfreie Katalog pseudopräventiver medizinischer Maßnahmen es Politikern ermöglicht hat zu testen, inwieweit ein schrittweises Konzept unter dem Deckmantel der medizinischen Versorgung letztlich zur vollständigen Entrechtung der Bürger genutzt werden bzw. führen ann», konstatierte Haditsch.
Und in diesem Experiment, das mit erheblichen, vorhersehbaren und unmenschlichen Kollateralschäden einherging, habe sich die Verflechtung von Medizin und Digitalisierung als äußerst wirkungsvolle Kombination erwiesen, die es den sogenannten «Eliten» – bestehend aus dem militärisch-industriell-medizinisch-medial-pseudorechtlich-politischen Komplex – ermöglicht habe, die ganze Welt zu kontrollieren und so einen datengesteuerten Würgegriff auszuüben.
Die Tatsache, dass dies zu massiven Verstößen nicht nur gegen Menschenrechte, sondern auch gegen den Datenschutz geführt habe – ohne den zu erwartenden vehementen Widerstand der Bevölkerung oder zumindest der Ärzteschaft –, habe Politiker und Vertreter internationaler Organisationen in ihrem Vorhaben bestärkt, eine digitale Agenda zu verfolgen, die letztlich auf die vollständige Versklavung der Menschheit abziele.
Über die anderen Vorträge bei der MEHA-Veranstaltung ist derzeit noch nichts bekannt, aber wir werden Sie informieren, sobald wir mehr erfahren.
Apollo News: „Damit wir in einer demokratischen Welt weiterleben können“: Merkel schießt gegen AfD-Wähler
Blackout News: 345 Millionen Schadenersatz – Greenpeace droht nach US-Urteil die Pleite
Berliner Zeitung: Nato-Doppelmoral: „Warum dürfen USA und Israel Präventivkriege führen, Russland aber nicht?“
Weltwoche: Kniefall vor Trump: Aussenminister Cassis will Neutralitätsrecht mit Blick auf Iran-Krieg nicht anwenden
Die Verlockung des Geldes: Für jeden intubierten Corona-Patienten erhielten deutsche Kliniken bis zu 30.000 Euro
In einem interessanten Artikel hat der Nordkurier kürzlich skandalöse Vorgänge aufgedeckt, die während der vermeintlichen «Corona-Pandemie» in deutschen Krankenhäusern vor sich gingen. So berichtete die Tageszeitung über Dr. Thomas Voshaar, einen langjährigen Chefarzt aus Moers, der beim 65. Politikgespräch der Reihe «Malchower Format» in der Uckermark darüber informierte, wie das von der WHO forcierte Behandlungsprotokoll bei Corona-Erkrankungen in deutschen Kliniken durchgedrückt wurde.
Die WHO hatte damals, entgegen den bisherigen Standards bei Infektionen, die Anweisung erteilt, strategisch früh mit dem Intubieren zu beginnen. Diese Vorgehensweise war von kritischen Ärzten und Wissenschaftlern umgehend als kontraproduktiv und gefährlich eingestuft worden, doch verantwortliche Politiker und deren handverlesene Wissenschaftler hatten diese Behandlungsmethoden weiterhin forciert. Ganz nebenbei wurde alles getan, um Kritiker unter Druck zu setzen und mundtot zu machen.
Auch der mittlerweile pensionierte Voshaar erklärte diesbezüglich, dass er beruflich «kurz vor der Lynchjustiz» gestanden und so manches Mal auf dem Heimweg gebetet habe, dass seine Patienten nicht sterben mögen. Denn seine Abteilung hatte sich der WHO-Weisung verweigert. Auch stellte er klar, warum seine Kollegen in anderen Krankenhäusern sich willig dem WHO-Behandlungsprotokoll unterwarfen. Der Mediziner erklärte:
«Während wir, die den ‹Moerser Weg› des So-spät-wie-möglich-Intubierens gingen, 3000 bis 4000 Euro pro Person bekamen, rechneten andere Kliniken bis zu 30.000 Euro pro Patient ab. Es gab Fehlanreize. Diese Kritik muss sich das Gesundheitssystem gefallen lassen. Die Verlockung des Geldes war ein starker Triggerfaktor, das ist bis heute so.»
Voshaar erwähnte in diesem Zusammenhang auch, dass in anderen Kliniken die Sterblichkeit bei den intubierten Corona-Patienten damals schlagartig gestiegen sei: «in New York auf 90 Prozent, in Großbritannien lag sie bei 80 Prozent, in Deutschland bei 70 Prozent». Trotzdem hätten die Kliniken weltweit fast kritiklos weitergemacht.
«Man hätte Lehren ziehen müssen», betonte der Mediziner in dem Gespräch. Doch er erkenne leider keine große Bereitschaft in der Politik und innerhalb der Ärzteschaft, das damalige Geschehen und vor allem die Behandlungsmethoden kritisch zu beleuchten.
Was Voshaar Ende Februar über die WHO-Behandlungsprotokolle preisgab, ist keine Neuigkeit. Stattdessen bestätigen seine Aussagen ein System, das Maßnahmen-Kritiker schon zu Beginn der «Pandemie» aufgedeckt haben. So hatte zum Beispiel die Wissenschaftlerin Judy Mikovits im Jahr 2020 darüber berichtet, dass Ärzte und Krankenhäuser in den USA mit großzügigen Zahlungen bedacht wurden, wenn sie sich an die WHO-Vorgaben hielten.
Im YouTube-Video «The Hidden Agenda» hatte sie berichtet, dass Mediziner und Gesundheitseinrichtungen für jeden Toten, der mittels eines betrügerischen Tests auf der Covid-19-Liste gelandet war, 13.000 Dollar erhielten; für jeden Patienten, der an die Beatmungsmaschine angeschlossen wurde, flossen 31.000 Dollar.
Zudem hatte Mikovits angeprangert, dass viele Patienten aufgrund der Behandlung mit verkehrten Medikamenten, die per Covid-Protokoll vorgeschrieben wurden, gestorben seien. Mit dieser Meinung stand Mikovits damals nicht allein, viele andere kritische Ärzte und Wissenschaftler auf der Welt hatten ebenfalls auf diese Gefahr hingewiesen.
Finanzielle Anreize spielten während der «Pandemie» jedenfalls eine entscheidende Rolle, um im Gesundheitswesen für Gehorsam zu sorgen. Im August 2025 kam zum Beispiel ans Licht, dass US-Krankenhäuser Bonuszahlungen für hohe Covid-Impfquoten ihres Personals erhielten.
Diese von der Biden-Regierung erlassene Bestimmung wurde damals vom neuen US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. aufgehoben. Und die Illinois Review hatte in diesem Zusammenhang in einem Meinungsartikel getitelt: «Sie wurden dafür bezahlt, uns zu töten – Krankenhäuser, Covid und die schmutzigen Geldgeschäfte in Illinois».
Epstein behauptete, Karriere eines Forschers der kalten Fusion beendet zu haben
Aus den Epstein-Files geht hervor, dass der Sexualstraftäter nach eigenen Angaben persönlich dafür verantwortlich war, dass Stanley Pons' Forschung zur Kalten Fusion beendet wurde. Er beschreibt den konkreten politischen Mechanismus, den er dafür eingesetzt hat. Darüber berichtet Sayer Ji, der Gründer des Portals für alternative Medizin GreenMedInfo, auf seinem Substack.
1989 hatte Stanley Pons zusammen mit Martin Fleischmann bekanntgegeben, dass sie die Kernfusion bei Raumtemperatur erreicht hätten – die Kalte Fusion. Die Behauptung erregte weltweite Aufmerksamkeit und weckte Erwartungen an eine potenziell unbegrenzte Quelle sauberer Energie.
Die E-Mails, auf die Ji verweist, wurden zwischen Epstein und dem Wahrnehmungswissenschaftler Al Seckel zwischen dem 1. und 14. Oktober 2009 ausgetauscht, etwa ein Jahr nach Epsteins Schuldbekenntnis in Florida im Jahr 2008. In einer Nachricht schrieb Epstein:
«Was die kalte Fusion betrifft: Ich habe Pons vor Jahren erledigt.» («i killed pons years ago»)
Seckel fragte, was er damit meine, und bat um weitere Details zu Epsteins Beziehung zu dem Wissenschaftler und der Kontroverse um die Kalte Fusion. Epstein antwortete, dass die ursprüngliche Finanzierung der Forschung zur Kalten Fusion durch den Senat vom Kongress gekommen sei, und dass er sich dagegen ausgesprochen habe. Er habe an Diskussionen mit Senator Wayne Owens aus Utah teilgenommen und sich im Zusammenhang mit diesem Thema mit dem Oberhaupt der Mormonenkirche getroffen. Epstein behauptet also, er habe durch politische Kanäle und nicht durch wissenschaftliche Debatten dazu beigetragen, Pons' Forschung zu beenden.
Ji zufolge belegen die Dokumente nicht, dass Epsteins Behauptung wahr ist. Möglicherweise habe er seine Rolle übertrieben dargestellt. Die Behauptung werde durch die Unterlagen der Bundesbehörden nicht bestätigt und müsse anhand der Kongressunterlagen unabhängig überprüft werden.
Interessant ist auch, dass in Epsteins Korrespondenznetzwerk 2009 Argumente kursierten, dass demokratisierte Gesundheitsinformationen und unabhängige Verlage gefährlich seien, und dass institutionelle Filter den öffentlichen Diskurs kontrollieren sollten. Ji weist darauf hin, dass ähnliche Ideen später während der «Covid-Pandemie» auftauchten, wie zum Beispiel in Initiativen des Institute for Strategic Dialogue und des Center for Countering Digital Hate.
So bezeichnete ein Bericht des Institute for Strategic Dialogue aus dem Jahr 2020, der von der Bill & Melinda Gates Foundation und den Open Society Foundations finanziert wurde, bestimmte Diskussionen über die finanziellen Interessen von Philanthropen während der Pandemie als «rechtsextrem». Ji kommentiert:
«Dies ist kein Beweis dafür, dass Seckel mit seinen E-Mails aus dem Jahr 2009 diese späteren Operationen verursacht oder angeordnet hat. Es ist ein Beweis dafür, dass das Argument – dass demokratisierte Gesundheitsinformationen gefährlich sind, dass unabhängige Verlage eine Bedrohung darstellen und dass institutionelle Filter wieder eingeführt werden müssen, um den öffentlichen Diskurs zu kontrollieren – in Epsteins Netzwerk nach seiner Verurteilung unter Personen mit direktem Zugang zur Führung von CNN und zu den Investitionsentscheidungen der mächtigsten Unternehmen des Silicon Valley kursierte, Jahre bevor es auf institutioneller Ebene eingesetzt wurde.»
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Schweiz rückt sicherheitspolitisch näher an die EU – Kritik wegen Neutralitätsrisiken
Mit zwei neuen Vereinbarungen zur Außen- und Sicherheitspolitik intensivieren die Schweiz und die Europäische Union ihre Zusammenarbeit. Außenminister Ignazio Cassis und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas unterzeichneten die Abkommen am Donnerstagabend in Zürich. Während die Regierung von einem Ausbau der Partnerschaft spricht, kann man darin auch einen weiteren Schritt in Richtung politischer Abhängigkeit von Brüssel sehen.
Kernstück der Vereinbarungen ist ein ständiger politischer Dialog auf hoher Ebene. Künftig soll sich der Schweizer Außen- und Verteidigungsminister regelmäßig mit der EU-Außenbeauftragten austauschen, um strategische Fragen der internationalen Politik zu besprechen. Während theoretisch dagegen nichts einzuwenden ist, besteht die Gefahr, dass ein solcher institutionalisierter Austausch den politischen Handlungsspielraum der Schweiz langfristig einschränken könnte.
Zudem wurde ein technisches Abkommen unterzeichnet, das eine Beteiligung der Schweiz an zivilen und militärischen Friedensmissionen der EU erleichtern soll, etwa auf dem Balkan. Zwar betont Bundesrat Cassis, dass Bern weiterhin in jedem Einzelfall über eine Teilnahme entscheiden werde. Dennoch könnte es sich um eine schleichende Annäherung an sicherheitspolitische Strukturen der EU handeln.
Besonders sensibel ist dabei die Frage der Neutralität. EU-Chefdiplomatin Kallas erklärte, diese stelle für die neuen Abkommen kein Hindernis dar. Dass dieser Punkt ausgerechnet von der EU-Seite betont wurde, sorgt jedoch für Irritationen: Kritiker fragen sich, ob die Schweiz ihre traditionelle außenpolitische Zurückhaltung zunehmend aufweicht.
Die Vereinbarungen folgen kurz nach der Unterzeichnung der sogenannten Bilateralen III durch Bundespräsident Guy Parmelin in Brüssel. Damit rücken Bern und die EU nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch enger zusammen. Man kann darin auch eine Entwicklung sehen, die die Schweiz stärker in europäische Strukturen einbindet – ohne formelle Mitgliedschaft, aber mit wachsender Abhängigkeit.
Auch eine intensivere Zusammenarbeit im Rüstungsbereich steht im Raum. Diskutiert wird eine engere Kooperation mit der EU bei Forschung, Entwicklung und Beschaffung von militärischem Material. Eine solche Vernetzung könnte die sicherheitspolitische Eigenständigkeit der Schweiz weiter unter Druck setzen.
Ex-US-Offizier Daniel Davis: «Die USA können den Krieg gegen den Iran nicht gewinnen»
Der neue Krieg der USA gemeinsam mit Israel gegen den Iran beruhe auf einer «erheblichen Fehleinschätzung», die schon vorher offensichtlich gewesen sei. Das erklärte der ehemalige US-Oberstleutnant Daniel Davis in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Gespräch mit dem norwegischen Politikwissenschaftler Glenn Diesen.
Er habe angesichts des militärischen Aufmarsches der USA in der Region in den letzten Wochen mit dem Überfall auf den Iran trotz der laufenden Verhandlungen gerechnet. Auch das weitreichende Entgegenkommen des Irans kurz vor dem Angriff habe nichts genutzt. Als der dann am 28. Februar erfolgte, «wurde damit sehr deutlich, dass es nie um Verhandlungen ging», so Davis gegenüber Diesen.
Für den Ex-Militär ist klar, «dass dies ein Krieg ist, den man nicht gewinnen kann. Man setzt sich unerreichbare militärische Ziele.» Die iranische Führung habe zuvor berechnet, «dass ein Krieg mit den USA weniger riskant sei als sich den USA zu unterwerfen». Das habe selbst die US-Zeitung New York Times berichtet.
Die iranische Führung habe das Land auf den Krieg vorbereitet und könne in der Lage sein, diesen «über einen längeren Zeitraum hinweg zu überstehen». Wenn Teheran nicht kapituliere, stünden die USA und Israel «in echten Schwierigkeiten».
Davis schätzte ein, dass der ermordete Oberste Führer Irans, Ali Khameini, sich bereitwillig geopfert habe, «um als Märtyrer zu dienen». Durch den gezielten Mord an ihm sei die Unterstützung für den Iran im Land selbst und in der gesamten schiitischen Welt gestärkt worden, was die sich ausweitenden Proteste in muslimischen Ländern bestätigten.
Die Entscheidung zum Angriff auf den Iran und die Ermordung seiner Führungspersonen sei ein «schwerwiegender Fehler» und eine große Fehleinschätzung, weil vorher bekannt gewesen sei, welche Folgen das haben würde. Der Ex-Offizier sieht als Problem, dass US-Präsident Trump sein eigenes Denken auf sein Gegenüber projiziert:
«Ja, wenn ich hereinkäme und jemand aus einer stärkeren Position hereinkäme, würde er einfach anfangen, mich zu bombardieren und einige Leute zu töten, und ich würde aufgeben.»
Trump habe nach dem Vorgehen gegen Venezuela eine entsprechende Reaktion der iranischen Führung erwartet, «ohne die radikalen und tiefgreifenden Unterschiede zwischen Venezuela und dem schiitischen Iran zu erkennen». Davis gestand ein, davon überrascht zu sein, dass der Iran sich von Beginn an massiv verteidigt und, wie vorher angekündigt, zurückschlägt, auch auf Nachbarländer mit US-Basen. Die Botschaft aus Teheran sei:
«Hey Leute, wir leiden unter den USA. Seit 2010 leiden wir unter Israel und seit 2019 unter den Morden durch die USA. Wir wurden gnadenlos angegriffen und ihr schützt sie. Ihr errichtet dort diese Stützpunkte und sie nutzen das gegen uns. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch ihr etwas Schmerz spürt.»
Für den Iran handele es sich um eine existenzielle Krise, die er aber für durchstehbar halte, um am Ende bei Verhandlungen die eigenen Bedingungen durchsetzen zu können. Davis sieht die USA nicht in der Lage, einen langanhaltenden Zermürbungskrieg durchzustehen. Die US-Führung habe einen Fehler gemacht, als sie verkündete, sie werde in wenigen Wochen siegen.
Er rechnet damit, dass mit anhaltender Kriegsdauer und der steigenden Opferzahl auf der eigenen Seite die Menschen in den USA und Israel die eigenen Führungen kritisieren. Dann werde es «einen unglaublichen politischen Druck auf Jerusalem und Washington geben, nach einer Lösung zu suchen». Das sei das Ziel Teherans, schätzte der Ex-Offizier ein.
Die «Kriegslüsternen und Kriegstreiber», die Trump zum Angriff gedrängt hätten, würden diesen dann dafür verantwortlich machen, dass der erhoffte Sieg ausblieb. Der Angriff habe nicht zum erhofften Sturz der politischen Führung des Irans geführt, sondern das Land eher wieder zusammengeführt. Selbst die Kritiker der Mullahs seien wütend auf Israel und wollten nicht den Schah-Sohn Reza Pahlavi als neuen Führer des Landes.
Diejenigen Politiker in den USA wie Lindsey Graham, die einen entsprechenden Regimewechsel anstrebten, würden «völlig falsch» liegen. Die Menschen im Iran würden sich jetzt nicht gegen ihr eigenes Land wenden «und sich nicht dem anschließen, was sie seit 47 Jahren als den kleinen Satan oder in unserem Fall als den großen Satan bezeichnen», so der Ex-US-Offizier. Den Iranern sei die Verlogenheit der US-Versprechen klar:
«Wir wissen also, dass es hier nicht um uns geht. Und dann werdet ihr nichts für uns tun, sobald ihr bekommen habt, was ihr wollt, nämlich den Sturz dieses Regimes.»
Zu den inzwischen gemeldeten toten und verwundeten US-Soldaten in diesem Krieg sagte Davis, dass die bisher niedrigen Zahlen nach seinen Informationen nicht stimmen und zu niedrig seien. Aus seiner Sicht entscheiden neben der Willenskraft auf beiden Seiten die Quantität über den Krieg.
Das gilt demnach nicht nur für die Zahl der Raketen, sondern auch für die der Opfer, was bei den USA der entscheidende Druckpunkt sei. Deshalb greife der Iran US-amerikanische Ziele an, die hohe Opferzahlen hervorbringen. Bei den Schlägen gegen Israel gehe es vor allem gegen dessen militärisches und Geheimdienst-Potenzial, um die Zahl der iranischen Opfer zu vermindern. Der Ex-Oberstleutnant befürchtet, dass die Eskalation noch zunehmen wird.
Ein Tor zur Hölle
In der westlichen Welt finden sich heute erschreckend viele Politiker und Medien, die den militärischen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf die Islamische Republik Iran rechtfertigen oder sogar begrüßen. Getragen von jener uns so vertrauten Selbstgerechtigkeit glauben viele, die USA stünden hier erneut für das Gute im Kampf gegen das Böse.
Gerade deshalb wäre es dringend notwendig, innezuhalten und nachzudenken. Denn mit diesem Krieg begehen die USA und Israel ein Verbrechen von gewaltigem Ausmaß – nicht nur am Iran, sondern letztlich auch an sich selbst und an uns allen. Dieser Krieg könnte ein Tor zur Hölle aufgestoßen haben, an dessen Ende der Westen als Verlierer dasteht.
Dieser Krieg dürfte lange und blutig werdenVieles mahnt an den Beginn des Irakkriegs 2003. Auch damals war ein amerikanischer Präsident geradezu besessen von der Idee, den Irak von seinem Diktator zu «befreien». Auch damals behauptete George W. Bush, das Regime verfüge über Massenvernichtungswaffen, vor denen die Welt geschützt werden müsse. Und ein sich andienender britischer Premierminister Tony Blair erklärte sogar, Saddam Hussein könne London innerhalb von 15 Minuten angreifen. Nichts davon stimmte.
Der Krieg sollte rasch beendet sein; bereits einen Monat später verkündete Bush: «mission accomplished». Doch auch das erwies sich als Illusion. Der Irak versank in einem brutalen Bürgerkrieg und auf den Trümmern des Landes entstand eine der gefährlichsten Terrororganisationen unserer Zeit: der sogenannte Islamische Staat.
Viele der Iraker, die angeblich «befreit» werden sollten, zahlten mit ihrem Leben und mit der Zerstörung ihres Landes. Schätzungen sprechen von bis zu einer Million Toten, manche sogar von zwei oder drei Millionen. Die Folgen dieses Krieges lasten noch heute, 23 Jahre später, schwer auf dem Irak.
An all das sollten wir uns erinnern, denn vieles scheint sich nun zu wiederholen. Die USA und Israel führen heute Krieg gegen den Iran und begründen dies mit angeblichen Atomwaffen – wohlwissend, dass der Iran keine Atombomben besitzt und auch keine baut. Wieder heißt es, die Iraner müssten «befreit» werden, wieder soll alles schnell gehen.
Doch im Iran könnten die Folgen der Invasion noch verheerender werden als im Irak. Die Bevölkerung ist doppelt so groß, hoch gebildet, und trotz interner Spannungen ist das Land organisatorisch stabiler. Es verfügt über ein stärkeres Militär, und sein politisches System bricht nicht durch die Eliminierung einzelner Führungspersonen zusammen.
Zudem ist Iran heute Mitglied der BRICS und wird – wenn auch nicht offen – von Russland und China unterstützt. Während die Bush-Regierung zumindest den Anspruch erhob, den Irak politisch und wirtschaftlich wiederaufzubauen, zielen die Maßnahmen der USA und Israels heute ausschließlich auf Zerstörung aus der Luft. Das wird die Lage mit Sicherheit nicht verbessern.
Könnten die USA und Israel auch diesen Krieg verlieren?Entgegen den Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump dürfte dieser Konflikt kaum rasch beendet sein. Vielmehr spricht vieles dafür, dass uns ein langer, äußerst blutiger und verlustreicher Krieg bevorsteht – ein Krieg, den die USA und Israel sowohl militärisch als auch politisch-moralisch verlieren könnten. Die Folgen wären für den gesamten Westen äußerst gefährlich.
Der Ausgang dieses Krieges könnte weniger auf dem Schlachtfeld als durch die internen politischen Entwicklungen jeweils im Iran, in den USA, in Israel und in den arabischen Nachbarstaaten entschieden werden. In dieser Hinsicht scheinen die USA und Israel im Nachteil zu sein.
Ihre Strategie – sofern man überhaupt von einer klaren Strategie sprechen kann – setzt auf einen «Enthauptungsschlag». Die Hoffnung war, dass die rasche Ausschaltung der iranischen Führung zu massiven Aufständen im Iran führen und Teile der Streitkräfte auf die Seite der Aufständischen wechseln würden, so dass die Islamische Republik kollabiert.
Zwar scheint der Enthauptungsschlag gelungen zu sein, doch weder ein Aufstand noch ein militärischer Putsch haben sich bislang ereignet – trotz wiederholter Appelle Trumps. Wir befinden uns bereits am vierten Kriegstag, und die iranische Führung hat diesen Schlag erstaunlich gut absorbiert. Von Spannungen zwischen den zahlreichen Machtzentren im Iran ist nichts bekannt.
Mit jedem weiteren Tag sinkt die Wahrscheinlichkeit eines inneren Umsturzes. Damit wäre die US-Israeli Strategie gescheitert. In den USA ist der Krieg äußerst unpopulär – insbesondere unter Trump-Wählern, die seinem Versprechen vertraut hatten, keine neuen Kriege zu beginnen.
Mit jeder neuen Meldung über Zerstörungen, über zivile Opfer – darunter die 160 getöteten Schulmädchen – und über gefallene US- Soldaten wird der innenpolitische Widerstand wachsen. Hinzu kommt die Gefahr eines politischen Bruchs zwischen den USA und Israel, deren Interessen in diesem Konflikt weit auseinandergehen.
Schon jetzt verliert Israel in den USA an Rückhalt, selbst unter evangelikalen Gruppen im «Bible Belt». Der drastische Anstieg der Energiepreise infolge der Sperrung der Straße von Hormuz belastet die Stimmung zusätzlich.
Trump steht vor den Zwischenwahlen im November. Gelingt es ihm nicht, den Krieg rasch mit einem Sieg zu beenden, könnten die Wahlen für ihn verheerend ausgehen. Ihm läuft die Zeit davon – während sie für den Iran arbeitet.
Es überrascht daher nicht, dass Trump inzwischen mehrfach die Möglichkeit neuer Verhandlungen mit Teheran ins Spiel gebracht hat. Doch Teheran dürfte darauf kaum eingehen.
Auch in den arabischen Golfstaaten, die dicht mit US-Militärbasen übersät sind, könnte ein Umdenken einsetzen. Der Iran greift nicht nur die dortigen US-Basen an, sondern zunehmend auch Ziele in den Golfstaaten selbst.
Mit einfachen, kostengünstigen Drohnen zwingt er die USA und ihre Partner, teure und schwer ersetzbare Abwehrraketen einzusetzen. Viele Golfstaaten dürften sich deshalb fragen, wie belastbar die amerikanischen Sicherheitsgarantien tatsächlich sind – zumal die USA den iranischen Angriffen bislang wenig entgegensetzen konnten.
Für Israel stellt sich die Frage, wie lange es einem noch intensiveren iranischen Raketenbeschuss standhalten kann. Bereits jetzt durchbrechen iranische Raketen die Systeme «Iron Dome», «David's Sling» sowie Arrow 2 und 3. Die Lage könnte sich weiter zuspitzen. Israel hat sich mit diesem Krieg einem enormen Risiko ausgesetzt.
Keinen seiner jüngeren Konflikte – weder in Gaza, der Westbank, in Syrien noch gegen die Hisbollah im Libanon oder die Huthi im Jemen – konnte es klar für sich entscheiden. Eine Niederlage im Krieg gegen den Iran könnte den israelischen Staat daher vor bislang ungekannte existenzielle Herausforderungen stellen.
Der Krieg gegen den Iran fügt dem Westen schweren Schaden zuDer Krieg gegen den Iran begann am 28. Februar mit einer Skrupellosigkeit, die kaum zu überbieten ist. Noch während vielversprechender Verhandlungen und entgegen allen internationalen Normen hat Israel durch einen massiven Raketenangriff einen Großteil der iranischen Führung getötet – darunter den religiösen und staatlichen Führer sowie Mitglieder seiner Familie in deren Residenz.
Die auf Al Jazeera gezeigten Bilder lassen nur pulverisierte Mauerreste erkennen; man wollte offenbar sicherstellen, dass niemanden überlebt. Den Angriff als «Enthauptungsschlag» zu bezeichnen, zeugt bereits für sich von einem tiefen moralischen Verfall. Dass auch die europäischen Regierungen zu diesem Vorgehen schweigen, wird den gesamten Westen auf lange Zeit schwer belasten.
Dabei hatten die iranischen Unterhändler am 26. Februar in Genf bedeutende Zugeständnisse gemacht. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte dem Magazin Axios, dass erhebliche Fortschritte erzielt worden seien. Auch der omanische Außenminister, der als Vermittler fungierte, sprach von einem Durchbruch.
Noch am 27. Februar erklärte Präsident Trump, er ziehe eine diplomatische Lösung einem Krieg vor. Allerdings musste zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung zum Angriff am folgenden Tag bereits gefallen sein.
War es also – wie viele Beobachter vermuteten – so, dass die USA und Israel die Verhandlungen nur zum Schein führten, um die iranische Regierung in Sicherheit zu wiegen? Ein solcher Vorgang wäre ein in der modernen Welt beispielloser Vertrauensbruch.
Dieser Krieg hat nicht nur das Vertrauen in die Aufrichtigkeit des Westens zerstört. Mit ihm wurde auch das auf der UN-Charta beruhende Völkerrecht endgültig zerstört – jenes Recht, das der Westen einst selbst geschaffen hat.
Das Verhältnis zur UN-Charta war schon immer angespannt, insbesondere in Israel und den USA. Doch der Bruch im Zusammenhang mit dem Angriff auf den Iran ist beispiellos. Hatte Präsident George W. Bush 2003 noch – wenn auch vergeblich – versucht, ein Mandat des Sicherheitsrats für den Irakkrieg zu erhalten, so hat Präsident Trump niemanden mehr gefragt, nicht einmal den eigenen Kongress.
Damit hat er das Tor zu einer Weltordnung weit aufgestoßen, die sich ausschließlich auf das Recht des Stärkeren gründet. Dass all dies geschieht, ohne dass es in der westlichen Welt einen Aufschrei gibt, sagt viel über den geistigen und moralischen Zustand unserer Gesellschaften aus.
Der Krieg wird zudem alle Bemühungen untergraben, die Ausbreitung von Atomwaffen einzudämmen. Obwohl die USA und Israel behaupten, mit diesem Krieg die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen verhindern zu wollen, werden sie wohl das Gegenteil erreichen. Ihr Handeln wird in vielen Ländern die Überzeugung stärken, dass nur der Besitz von Atomwaffen vor solchen Angriffen schützt.
Die USA und Israel – beide Nuklearmächte – konnten den Iran nur angreifen, weil er eben keine Atomwaffen besitzt und auch nicht unmittelbar davorstand, welche zu entwickeln. Hätte der Iran Atomwaffen, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit nie zu diesem Krieg gekommen.
Und was bedeutet all dies für uns Europäer? Wieder einmal finden wir nicht die richtigen Worte und nicht die richtige Haltung. Wie schon im verlorenen Ukrainekrieg übernehmen wir – ohne eigenen Einfluss – dieselbe kriegerische Rhetorik und dieselben hohlen Drohgebärden.
Doch lange nachdem sich die US-Amerikaner über den Atlantik in Sicherheit gebracht haben, werden wir auf den Trümmern und den enormen Kosten eines verlorenen Iran-Krieges sitzen bleiben. Europa könnte so nicht nur für einen verlorenen Ukraine-Krieg, sondern bald auch für einen verlorenen Iran-Krieg die Rechnung bezahlen.
Einst hatten viele US-amerikanische Politiker bedauert, je in den Irak-Krieg gezogen zu sein. Den jetzigen Iran-Krieg werden wir alle schon bald als einen Kardinalfehler beklagen. Nur dann ist es zu spät. Das Unheil ist bereits angerichtet.
Michael von der Schulenburg arbeitete 34 Jahre für die Vereinten Nationen und danach kurzzeitig für die OSZE in vielen Krisen- und Kriegsgebieten der Welt, zuletzt im Rang eines UN Assistant Secretary-Generals. Seit 2024 ist Schulenburg für das BSW Mitglied des Europäischen Parlaments und beschäftigt sich hauptsächlich mit außen- und sicherheitspolitischen Fragen.
Irans Video seines unterirdischen Waffenarsenals «Missile City»: Propaganda oder echte Bedrohung?
Kürzlich veröffentlichte der Iran ein Video, in dem das Land sein unterirdisches Arsenal an Drohnen und Raketen zur Schau stellt. «Missile City» wird der unterirdische Waffenkomplex genannt. Laut Natural News handelt es sich dabei nicht nur um Säbelrasseln, sondern um die Enthüllung einer bewussten, kalkulierten Strategie.
Dem Portal zufolge wendet der Iran die Strategie der wirtschaftlichen Zermürbung an: Durch den Einsatz kostengünstiger Drohnen und Raketen sollen Gegner wie Israel und die Vereinigten Staaten dazu gezwungen werden, wesentlich teurere Abfangraketen einzusetzen. Drohnen wie das Modell Shahed würden etwa 20.000 US-Dollar kosten, während der Preis für Verteidigungsraketen wie Patriot- oder THAAD-Abfangraketen jeweils mehrere Millionen Dollar betragen würde.
Dieses Ungleichgewicht könne zu einem Mangel an Verteidigungsmunition führen, wodurch die Systeme der USA und ihrer Verbündeten während eines längeren Konflikts potenziell verwundbar würden. Selbst bei hohen Abfangraten könnten einige Drohnen dennoch durchkommen und wiederholte Wellen kostengünstiger Angriffe könnten die militärischen Vorräte und Budgets von Irans Gegnern belasten. Das Filmmaterial aus «Missile City» soll zeigen, dass der Iran auf diese Weise in der Lage ist, einen anhaltenden asymmetrischen Krieg zu führen. Natural News schließt:
«Durch die Erschöpfung der finanziellen und materiellen Ressourcen seiner Gegner versucht der Iran, deren Wachsamkeit zu verringern und die strategischen Kalküle in der Region zu verändern. Die Botschaft lautet, dass sie die US-amerikanischen und israelischen Streitkräfte über Jahre hinweg terrorisieren können, indem sie sie zu einer kostspieligen Verteidigungshaltung zwingen und so möglicherweise politische Zugeständnisse erzwingen.
Dies ist eine legitime Bedrohung, die auf industrieller und wirtschaftlicher Kapazität beruht und nicht nur Propaganda ist. Sie signalisiert eine neue Phase der asymmetrischen Kriegsführung, in der das Kräfteverhältnis an Produktionslinien und Geschäftsbüchern gemessen wird und sich zeigt, dass die gefährlichste Waffe möglicherweise die ist, die den Feind dazu zwingt, sich selbst in die Niederlage zu treiben.»