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Aktualisiert: vor 29 Minuten 23 Sekunden

Sicht aus Russland: Wie der Iran-Krieg die internationale Ordnung zertrümmert

12. März 2026 - 0:12

Aus dem Russischen übersetzt von Éva Péli.

Die Ursachen des Krieges

Mit dem Iran-Krieg tritt die Auflösung jener Ordnung im Nahen Osten in ihre letzte Phase ein, die im 20. Jahrhundert aus den Trümmern der Kolonialreiche entstand. Die heutige Entwicklung nahm ihren Lauf mit der Operation «Desert Storm» vor 35 Jahren – jenem ersten Angriff der USA auf den Irak, um das vom damaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein besetzte Kuwait zu befreien. Diese Ereignisse fielen zusammen mit einem globalen Wendepunkt: dem Ende des Kalten Krieges, der Selbstauflösung der Sowjetunion und dem Anbruch des «unipolaren Moments», der weltweiten Vorherrschaft der Vereinigten Staaten.

Alles, was folgte – die mutmaßlich islamistischen Anschläge auf New York und Washington im September 2001, der weltweite «Krieg gegen den Terror», der Rachefeldzug in Afghanistan, die Invasion im Irak 2003, der «Arabische Frühling», die Intervention in Libyen sowie der geschürte Bürgerkrieg in Syrien –, glich einem Sog, in dem die Kontrolle über das Geschehen rasch verloren ging.

Die US-Politik und jene ihrer Verbündeten erschöpfte, sich darin, nur noch auf die rasanten Umbrüche zu reagieren. Dabei geriet Washington in eine Sackgasse: Die USA wollten sich aus der selbst gestellten Falle befreien, konnten dies aber nicht tun, ohne den eigenen Einfluss weit über den Nahen Osten hinaus aufs Spiel zu setzen.

Blickt man zurück, so zeigt sich, dass praktisch alle Entscheidungen des Weißen Hauses im Nahen Osten der letzten Jahrzehnte bloße Ad-hoc-Reaktionen waren. Mögliche Folgen wurden kaum zwei oder drei Schritte im Voraus durchdacht, obwohl jeder einzelne Akt als strategisch und ideologisch fundiertes Meisterwerk verkauft wurde.

Wie die US-Politik in dieser Zeit genau entstand, ist ein Thema für sich. Hier genügt die Feststellung, dass Donald Trump in beiden Amtszeiten die «America First»-Fahne hisste. Er betonte stets, den riskanten Abenteuern fernab der Heimat ein Ende setzen zu wollen, ganz besonders im Nahen Osten.

Doch der Iran ist das schwerste Kaliber unter allen Ländern, mit denen die Vereinigten Staaten seit dem Zweiten Weltkrieg in einen direkten Konflikt geraten sind. Das liegt weniger an der reinen Waffengewalt als vielmehr am gesamten Potenzial, der Größe und der historischen Tiefe des Landes. Der Versuch, nach Bagdad und Damaskus nun auch noch diese regionale Säule einzureißen, wird gewaltige Wellen schlagen – völlig egal, wie die aktuelle Angriffsphase ausgeht.

Die Rolle Israels

Einer in Washington weit verbreiteten Meinung zufolge haben Benjamin Netanjahu und Donald Trump den Beginn eines großen Krieges gegen den Iran kurz vor dem Jahreswechsel in der US-Hauptstadt vereinbart, wobei die Position des israelischen Premierministers den Ausschlag gab. Damit rückte der US-Präsident von seinen Prinzipien der Nichteinmischung ab. Offenbar unterlag das Weiße Haus einer Fehleinschätzung über die politische Stabilität des Iran und rechnete mit einem sofortigen Zusammenbruch des Systems.

Das Kalkül basierte wohl auf einer Wiederholung des Szenarios vom vergangenen Juni: ein chirurgisch präziser, überfallartiger Schlag, gefolgt von einer schnellen Siegesverkündung. Als dies jedoch ausblieb und stattdessen die gesamte Region destabilisiert wurde, fand sich die US-Administration in genau jener Lage wieder, die sie eigentlich so sehr gefürchtet hatte. Washington kann nun nicht mehr aus dem Spiel aussteigen, ohne Gefahr zu laufen, als Verlierer dazustehen.

Politisch war Trump dabei weniger auf die Unterstützung der klassischen Israel-Lobby angewiesen als vielmehr auf die einflussreiche und finanzstarke Gemeinde der US-Evangelikalen, für die Israel als Schauplatz der prophezeiten Wiederkunft Christi von zentraler Bedeutung ist. Auf der persönlichen Ebene spielte zudem der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, eine entscheidende Rolle, der eng mit israelischen Interessen und ganz konkret mit dem Zirkel um Premier Netanjahu verflochten ist.

Was der Krieg am Ende hinterlässt

Geht es nach dem Plan, soll Westasien künftig auf zwei Pfeilern ruhen: der militärischen Übermacht Israels über die gesamte Region und einer wirtschaftlichen Allianz zwischen Israel und den Golfmonarchien, bei der ein erheblicher Teil der Dividenden an die USA fließen wird. Als eigenständiger Akteur bleibt lediglich die Türkei übrig; doch erstens verfügt Washington über entsprechende Hebel, da Ankara NATO-Mitglied ist, und zweitens werden in Israel bereits Stimmen laut, wonach in einer nächsten Phase «die Verhältnisse mit der Türkei geklärt» werden müssten.

Israel ist, wie es scheint, an einem radikalen Szenario interessiert, das bis zur völligen Demontage des Iran in seiner heutigen Form reicht – und zwar nicht nur politisch, sondern auch territorial. Doch bereits die bloße Zerschlagung des militärisch-politischen Einflusses der Religionsführer und der Revolutionsgarden gilt als ein durchaus akzeptables Ergebnis.

Selbst wenn der Iran militärisch in kurzer Zeit niedergerungen würde, bleibt völlig offen, was danach kommt. Das Beispiel Irak 2003 zeigt, dass das wahre Unheil oft erst nach der offiziellen Siegesverkündung beginnt.

In Washington liebäugelt die Führung mit einem «syrischen Modell», wie es nach dem Sturz der Assad-Dynastie zu beobachten war: Die dortigen Islamisten an der Macht erwiesen sich als erstaunlich pragmatisch und verlässlich. Doch das war wohl eher ein Glückstreffer, zudem ist dieser Prozess noch lange nicht am Ende – und der Iran stellt eine ganz andere Herausforderung dar.

Globale Schockwellen: Das Ende der Diplomatie

Die Missachtung internationaler Regeln hat eine neue Stufe erreicht. Im Vorfeld der Invasion im Irak bemühte sich die US-Regierung zumindest noch um einen Schein von Legitimität im UN-Sicherheitsrat. Die Trump-Administration verzichtet darauf inzwischen völlig.

Dass Gewalt unter Umgehung geltender Normen und gegen einen zweifellos schwächeren Gegner eingesetzt wird, ist nicht neu. Doch Washington und Tel Aviv zelebrieren derzeit einen regelrechten Kult der nackten Gewalt, deren Rechtfertigung allein aus der Tatsache ihrer Existenz erwächst.

Die Drohungen gegen andere Staaten wirken wie ein Rückfall in Zeiten vor zweihundert Jahren, als diplomatische Rituale als überflüssig galten. Da die USA in der Weltpolitik noch immer den Takt vorgeben, steht zu befürchten, dass Nachahmer diesem Beispiel folgen werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der – von den USA öffentlich gebilligte – «Enthauptungsschlag» Israels, bei dem der Oberste Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei samt seiner gesamten Familie und ein Großteil der Militärführung getötet wurden. Diese Methode, die Israel seit langem gegen Anführer militanter Gruppierungen und Terrororganisationen einsetzt, wurde hier erstmals gegen ein international anerkanntes Staatsoberhaupt angewandt.

Welche Lehren andere Staatsführer daraus ziehen, die im Clinch mit Washington oder Tel Aviv liegen, bleibt abzuwarten. Doch für die Führungen jener Atommächte, die nicht zum Lager der USA gehören, liegt der Schluss nahe: Es kommt nicht mehr allein auf den Besitz eines Arsenals an, sondern auf die unmissverständliche Bereitschaft, es im Ernstfall auch tatsächlich einzusetzen.

Trumps Strategie der bilateralen Erpressung

Donald Trumps Ansatz – nicht nur in diesem Krieg, sondern ganz grundsätzlich – negiert jegliche Institutionen, außer jenen, die er für den Eigenbedarf schafft. Ein Beispiel ist der Friedensrat, von dem angesichts der aktuellen Eskalation bezeichnenderweise kein Lebenszeichen ausgeht. Er beabsichtigt, mit jedem Land einzeln zu verhandeln, in der nicht unbegründeten Annahme, dass die USA im Format «eins gegen eins» praktisch jedem Gegner überlegen sind – mit Ausnahme von China und in gewissem Maße Russland.

Jegliche Versuche anderer Staaten, ihre Potenziale zu bündeln, um die eigene Position gegenüber Washington zu stärken, lösen bei Trump fast schon Wut aus. Da kein Akteur riskieren möchte, diesen Zornesausbrüchen sowie neuen Zöllen oder anderen Strafmaßnahmen ausgesetzt zu sein, ziehen es alle vor, zu manövrieren und auszuweichen. Dies gilt selbst für die Volksrepublik China, die den direkten Konflikt meidet und stattdessen auf bilaterale Einzelvereinbarungen setzt.

Wer dazu in der Lage ist, wählt nun den Weg der maximalen Aufrüstung. Doch der Zerfall der internationalen Ordnung, den die derzeit entschlossensten Akteure vorantreiben, wird am Ende allen Beteiligten immer größere Probleme bereiten. Diese Herausforderungen ließen sich weit besser bewältigen, wenn die Kräfte im Sinne der eigenen Interessen und Sicherheit gebündelt würden – schon allein deshalb, um die destruktivsten Akteure auf der Weltbühne in ihre Schranken zu weisen.

Über den Autor:
Fjodor Lukjanow ist Chefredakteur der Zeitschrift „Russland in der globalen Politik“, Forschungsdirektor des Waldai-Klubs und Professor an der Higher School of Economics (HSE) in Moskau.

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Mike Bär fährt Bank an die Wand – was müssen Schweizer Bankkunden wissen?

12. März 2026 - 0:10

Das zweiteilige Fernsehdrama Private Banking, unter der Regie von Bettina Oberli aus dem Jahr 2017, erzählt die Geschichte einer Zürcher Privatbank, deren Chef nach einem Herzinfarkt ausfällt. Seine bislang kaum bekannte Tochter Caroline Pfister erbt überraschend seine Bankanteile und versucht, gegen Widerstände aber mit Hilfe der Compliance-Frau die Führung zu übernehmen und das Institut mit nachhaltigen Anlagen sowie ohne Schwarzgeld neu auszurichten. Dabei stößt sie auf massive Altlasten aus der Zeit ihres Vaters und gerät in einen Konflikt zwischen Reformwillen, wirtschaftlichen Interessen und den realen Machtstrukturen im Private Banking.

Wenn man die Geschichte der Zürcher MBaer Merchant Bank verfolgt, fühlt man sich unwillkürlich an diesen Fernsehfilm erinnert. Die Bank, die nicht zu verwechseln ist mit der Bank Julius Bär, wurde vor sieben Jahren gegründet. Der in Ungnade gefallene ehemalige Private-Banking-Chef der Bank Julius Bär, Mike Bär, wollte mit seinem Partner Pal von Mérey ein kleines, aber feines Merchant-Banking-Institut aufbauen: klassische Vermögensverwaltung gepaart mit Firmenkundengeschäften. Doch die Praxis war ein Tanz auf der Rasierklinge.

Unter der Leitung von Bär und von Mérey landeten fast ausschließlich Hochrisikokunden im Kundenbuch: Oligarchen, Politically Exposed Persons (PEPs), Klienten mit russischen und iranischen oder auch venezolanischen Verbindungen. Warnungen der Compliance-Abteilung wurden ignoriert, die Hintergründe der Geschäfte nie ordentlich geprüft. Frank Grundler, Compliance-Chef der Bank, dokumentierte regelmäßig Risiken – doch er wurde von Mike Bär und von Mérey überstimmt.

Ende 2024 schritt die Finanzmarktaufsicht (Finma) ein: Sie erkannte, dass die kleine Bank «unverhältnismäßig hohen Risiken» ausgesetzt war. Statt die Warnungen ernst zu nehmen, reagierte das Management defensiv, trieb das Onboarding riskanter Kunden weiter voran und setzte auf Gewinnmaximierung. Erst als die US-Behörden intervenierten – mit der Drohung, die MBaer vom US-Finanzsystem auszuschließen – brach der Widerstand zusammen. Gerade das Dollar-Clearing ist für Banken mit international orientierten Kunden essenziell.

Die Rolle der Compliance-Abteilung war entscheidend. Compliance, sprich: gute Geschäftsführung, entstand in der zweiten Hälfte der 90er Jahre. In der Schweiz war der Anstoß die Kontroverse um die nachrichtenlosen jüdischen Guthaben aus der Nazizeit. Seither wachen Compliance-Abteilungen darüber, ob die Regeln eingehalten werden. Sie schützt die Bank vor rechtlichen und finanziellen Risiken, sorgt für Vertrauen bei Kunden und Behörden und unterstützt die Bank bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben. Sie schaut also darauf, dass die Bank alle gesetzlichen, regulatorischen und internen Vorschriften einhält.

Die Compliance-Abteilung einer Schweizer Bank sorgt also dafür, dass gesetzliche Vorschriften wie das Anti-Geldwäsche-Gesetz, das Bankengesetz und das Datenschutzgesetz eingehalten werden, identifiziert und überwacht Risiken wie illegale Transaktionen oder Interessenkonflikte, kontrolliert verdächtige Kundenaktivitäten, berät Geschäftsbereiche und schult Mitarbeitende, erstellt interne Richtlinien, führt Audits durch und berichtet an Geschäftsleitung sowie Aufsichtsbehörden. So weit, so gut. So weit, so theoretisch.

Bei MBaer übernahm dann die bekannte Juristin Bignia Vieli im Auftrag des Verwaltungsrates die Compliance und dokumentierte das ganze Ausmaß der Versäumnisse. Ihre Erkenntnisse waren alarmierend: Unvollständige Kundenunterlagen, unzureichende Prüfungen der Geldherkunft, verspätete Meldungen nach dem Geldwäschereigesetz (GwG).

Doch die MBaer-Führung ignorierte den Bericht. Vieli trat zurück – ein unüberhörbares Alarmsignal. Die Bank blieb ein Magnet für Kunden, die anderswo verschlossene Türen fanden. Dieses Compliance-Versagen zeigt ein Grundproblem der Schweizer Finanzlandschaft: Nicht nur kriminelle Akteure geraten ins Visier, nicht nur Versäumnisse wie fehlende Unterlagen, zu wenig tief gehende Prüfungen der Herkunft der Mittel oder fehlende Geldwäscherei-Meldungen, auch Kunden mit politisch exponiertem Hintergrund, deren Vermögen eigentlich legal ist, können plötzlich «Problemkunden» sein. Es kann sich dabei um russische Staatsbürger handeln oder auch um Iraner oder Venezolaner.

Wobei: Es ist bei einem solchen Kundensegment häufig gar nicht ohne weiteres möglich, seriös zu prüfen, ob solche finanziellen Mittel einen kriminellen Hintergrund haben oder nicht. Banken, die sich auf internationale Kunden spezialisieren, haben deshalb entsprechende Desks geschaffen, die sich ausschließlich um bestimmte Kundengruppen und Länder kümmern. Bestückt sind diese Desks meist mit Spezialisten, die die entsprechende Sprache sprechen und Kenntnisse von der Wirtschaft und der Kultur des entsprechenden Landes haben.

Die Schweiz als Finanzplatz ist stark eingebunden in die westliche Finanzinfrastruktur. Die Compliance der hiesigen Banken versucht deshalb, diesen Regeln kumulativ zu genügen, da sie sonst unter Druck geraten könnte. Wie sich dieser Druck auswirken kann, ist aus der Zeit der Diskussionen um jüdische Guthaben aus dem Zweiten Weltkrieg und um das Bankgeheimnis für internationale Kunden am Beispiel des Niedergangs der inhabergeführten Bank Wegelin noch in übler Erinnerung – wobei im zweiten Fall der Druck auch aus Deutschland kam.

Aus geopolitischen Gründen und wegen der extrem starken internationalen Ausrichtung der Schweizer Wirtschaft, ist unser Land viel empfindlicher auf Druck als Jurisdiktionen wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die ebenfalls als Adresse für international mobile Vermögen gelten, aber bisher nie ins Visier von Uncle Sam gerieten.

Schweizer Banken implementieren deshalb immer öfter Vorgaben aus Washington, London oder Brüssel, auch wenn dies von Bern theoretisch gar nicht verlangt wird. Wer diesen Regeln nicht genügt, kann aus dem System ausgeschlossen werden – egal, ob er das Gesetz bricht oder nicht, wie der Fall Jacques Baud zeigt, über den wir hier berichteten (weitere Links im Beitrag).

Gibt es deshalb noch Gründe für internationale Kunden, eine Bankbeziehung in der Schweiz zu unterhalten? Durchaus. Das Land ist nach wie vor sicherer, stabiler und berechenbarer als EU-Jurisdiktionen. In Bezug auf Offshore-Jurisdiktionen, die lockerere Compliance-Regeln kennen, ist immer zu beachten, dass die Rechtssicherheit und die Stabilität allenfalls weniger gegeben sind.

Für Schweizer Bürger, Doppelbürger oder Ausländer mit einer Niederlassung in der Schweiz ist die Situation zumindest größtenteils steuerbar, da sie grundsätzlich als Inländer behandelt werden. Außerdem gehört es zum Grundversorgungsauftrag der PostFinance, jedem in der Schweiz Niedergelassenen eine Bankverbindung anzubieten – auch PEPs dürfen dort nicht abgewiesen werden wenn alles legal ist. Wer aber keinen Wohnsitz in der Schweiz hat, kann abgewiesen werden. Das tun die Banken oft mit Kundengruppen, deren Prüfung aufwändig ist. Viele Banken nehmen keine US-amerikanischen Kunden mehr. Oder auch schon nur aus Reputationsgründen. Das kann russische oder iranische Staatsbürger ohne Niederlassung in der Schweiz treffen und es hat lange für Venezolaner gegolten – wobei interessant zu beobachten sein wird, ob sich das unter dem jetzigen amerikanischen Einfluss ändert.

Die Folgen für MBaer sind dramatisch: Vor einigen Tagen ist Bern in Zürich einmarschiert und hat dem Institut den Stecker gezogen – es wird abgewickelt unter der Aufsicht von zwei Finma-Spezialisten und der bisherigen CEO Annett Viehweg, einer Bankerin mit DDR-Hintergrund. Am Schluss hatten noch die USA gedroht, die Bank vom Dollar-Clearing auszunehmen. Vier Spitzenmanager haben ein Verfahren der Finanzmarktaufsicht Finma zu gewärtigen, darunter Mike Bär und Marcel Aellen, Ex-Finma-Kadermann und langjähriger Präsident des Verwaltungsrats. 60 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, 700 Kunden müssen ihre insgesamt fünf Milliarden Franken neu platzieren, Aktionäre tragen den finanziellen Schaden – und der Schweizer Finanzplatz erhält ein klares Signal: Wer das Spiel mit den risikoreichen Kunden zu offensiv betreibt, zahlt einen hohen Preis.

Die MBaer-Pleite zeigt, dass die Schweiz keine isolierte Insel ist, sondern Teil eines globalen Finanznetzes, in dem US-Sanktionen, internationale Compliance-Standards und geopolitische Spannungen direkte Auswirkungen auf heimische Banken und Kunden haben. Selbst Gesetzestreue kommen nicht darum herum, das zu beachten.

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Die Lügen über Mammografie-Screenings

12. März 2026 - 0:05

Der dänische Facharzt für Innere Medizin und Medizinforscher Peter C. Gøtzsche, Mitbegründer der Cochrane Collaboration, ist der Ansicht, dass häufig verwendete Begründungen zur Förderung der Mammographie-Vorsorgeuntersuchung falsch sind. So wird in Einladungen zu solchen Untersuchungen unter anderem oft behauptet, dass die Früherkennung von Krebs Leben rette und zu weniger invasiven Behandlungen führe.

Anhand von Analysen randomisierter Studien stellt Gøtzsche auf Brownstone.org fest: Bei Frauen, die sich einer Mammographie-Vorsorgeuntersuchung unterzogen, fand im Vergleich zu denen, die dies nicht taten, keine Verringerung der Gesamtsterblichkeit statt. Dem Medizinforscher zufolge sind die berichteten Rückgänge der Brustkrebssterblichkeit nicht vertrauenswürdig. Die Gründe dafür: Die Todesursache sei manchmal ohne Verblindung beurteilt worden und nur eine Minderheit der Fälle sei durch eine Autopsie bestätigt worden. Das könne zu Verzerrungen führen. Der Forscher macht klar:

«Wir können daher mit großer Sicherheit sagen, dass Mammografie-Screenings keine Leben retten.»

Laut Gøtzsche führen Vorsorgeuntersuchungen zudem zu Überdiagnosen, das heißt es werden Krebserkrankungen und Krebsvorstufen entdeckt, die im Laufe des Lebens einer Frau niemals Probleme verursacht hätten. Da Ärzte harmlose Tumore nicht zuverlässig von gefährlichen unterscheiden könnten, würden diese Befunde oft zu Operationen, Bestrahlungen oder Chemotherapien führen, die sonst nicht durchgeführt worden wären.

Außerdem erachtet der Arzt das Konzept der «Früherkennung» als irreführend. Basierend auf Schätzungen zum Tumorwachstum könne ein Tumor viele Jahre lang existieren, bevor er auf einer Mammographie sichtbar werde. Das bedeute, dass Vorsorgeuntersuchungen den Zeitpunkt der Diagnose um weniger als ein Jahr vorverlegen. Gøtzsche erklärt:

«Dennoch wiederholen alle Behörden dieses Mantra. Da es unmöglich ist, dass alle, die mit Krebs arbeiten, die Grundlagen der Tumorbiologie nicht kennen, können wir daraus schließen, dass die Öffentlichkeit weltweit falsch informiert wird. Dies ist Betrug, weil es absichtlich geschieht und weil Frauen glauben, dass ‹Früherkennung› ihr Leben retten wird.»

Gøtzsche stellt weiter fest, dass Vorsorgeuntersuchungen den Bedarf an aggressiven Behandlungen nicht verringern. So hätten Analysen randomisierter Studien ergeben, dass in den Vorsorgegruppen mehr Mastektomien durchgeführt wurden als in den Kontrollgruppen.

Ein weiteres Problem seien die häufigen falsch-positiven Ergebnisse: Zwischen einem Viertel und der Hälfte der Frauen, die regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, würden mindestens ein Ergebnis erhalten, das fälschlichreweise auf Krebs hindeutet. Das sei über mehrere Jahre hinweg belastend und stelle daher einen weiteren «enormen Schaden» dar. Der Medizinforscher Kommentiert:

«Auch wenn ich weiß, dass niemand jemals verurteilt werden wird, halte ich es für ein Verbrechen, dass Frauen systematisch dazu verleitet wurden, zu glauben, dass Vorsorgeuntersuchungen gut für sie sind. Gemäß den Grundsätzen der informierten Einwilligung müssen Menschen umfassend über die wichtigsten Vorteile und Nachteile der ihnen angebotenen Maßnahmen informiert werden, aber diese ethische Anforderung wurde brutal ignoriert. In vielen Ländern erhalten Frauen eine ‹Einladung› zur Mammographie-Vorsorgeuntersuchung mit einem vorab festgelegten Termin für eine Mammographie, nach der sie nie gefragt haben.»

Gøtzsche rät «Frauen in allen Ländern», nicht zur Mammographie-Untersuchung zu gehen und nichts zu unternehmen, wenn sie dazu «eingeladen» werden. So habe sich auch seine Ehefrau verhalten. Er schließt:

«Es bleibt nur noch eine Frage offen: Welches Land wird als erstes ein wenig Vernunft und Respekt für die Wissenschaft zeigen und die Reihenuntersuchungen aufgeben?»

Unter anderen Texten zu diesem Thema hat der Arzt das Buch «Mammography screening: truth, lies and controversy» (Mammographie-Screening: Wahrheit, Lügen und Kontroversen) geschrieben.

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Klimawissenschaft: Forscher pumpten 65.000 Liter Chemikalien in den Ozean

12. März 2026 - 0:04

Im August des vergangenen Jahres wurden etwa 65.000 Liter Chemikalien in den Golf von Maine in den USA eingeleitet. Wie die Daily Mail berichtet, handelt es sich dabei allerdings nicht um ein industrielles Desaster, sondern um ein Geoengineering-Experiment. Ziel ist die Verlangsamung der globalen Erwärmung.

Die Chemikalien bestanden aus Natriumhydroxid, gemischt mit einem roten Farbstoff, damit die Forscher ihre Ausbreitung im Wasser verfolgen konnten. Das Experiment ist Teil einer Technik, die als Ocean Alkalinity Enhancement (OAE) bekannt ist und darauf abzielt, die Alkalinität der Ozeane zu erhöhen, damit diese mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen können. Die Ozeane speichern bereits große Mengen an Kohlendioxid in gelöster Form, und durch die Erhöhung des pH-Werts des Meerwassers soll dieser natürliche Prozess beschleunigt werden. Es handelt sich um das erste Projekt dieser Art. Genannt wird es «LOC-NESS» (Locking Ocean Carbon in the Northeast Shelf and Slope).

Der Versuch wurde über vier Tage hinweg etwa 80 Kilometer vor der Küste von Massachusetts von Forschern der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) mit Genehmigung der US-Behörden und in Absprache mit lokalen Fischergemeinden durchgeführt. Die Wissenschaftler überwachten dann das Experiment mit Sensoren, autonomen Unterwasserfahrzeugen und anderen Geräten, um die Ausbreitung der Chemikalien zu verfolgen. Ende Februar veröffentlichte die WHOI die vorläufigen Ergebnisse.

Messungen während des Experiments zeigten, dass der pH-Wert des Wassers von etwa 7,95 auf etwa 8,3 anstieg, was dem vorindustriellen Niveau entspricht. Laut den Forschern gelangten während des Tests etwa zehn Tonnen Kohlenstoff ins Wasser, also rund 37 Tonnen CO₂. Sie schätzen, dass diese Verteilung über ein Jahr hinweg im besten Fall etwa 50 Tonnen aufnehmen könnte – etwa so viel wie die jährlichen CO₂-Emissionen von fünf Briten.

Gemäß der Daily Mail warnen Kritiker vor den ökologischen Auswirkungen solcher Geoengineering-Ansätze. So erklärte Gareth Cunningham, Direktor für Naturschutz und Politik bei der britischen Marine Conservation Society, gegenüber der Zeitung:

«Diese Ansätze sind ressourcenintensiv und ihre ökologischen Auswirkungen sind noch weitgehend unverstanden.»

Sarah Schumann, eine Berufsfischerin, die sich dem Forschungsteam als Beobachterin auf See angeschlossen hat, sagt laut dem Guardian, einige lokalen Fischer würden befürchten, dass das Experiment zu einem «Trojanischen Pferd» werden könnte, das es kommerziellen Akteuren ermöglicht, die Erhöhung der Alkalität der Ozeane (OAE) zu fördern, um sich für Emissionszertifikate zu qualifizieren.

Benjamin Day, leitender Aktivist für Klima- und Energiegerechtigkeit bei Friends of the Earth US, erklärte, dass viele Unternehmen bereits schnell in diesem Bereich voranschreiten, ermutigt durch Technologieunternehmen, die ihre Emissionen ausgleichen wollen. Gleichzeitig würde die Skalierung von OAE zu einer bedeutenden Klimatechnologie wahrscheinlich sowohl öffentliche als auch private Investitionen erfordern. Day sei «zutiefst besorgt» über die Umweltauswirkungen einer großflächigen OAE, einschließlich des Risikos «katastrophaler unvorhergesehener Folgen».

Die US-amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA schätzt, dass mit dieser Methode jährlich zwischen einer und 15 Milliarden Tonnen CO₂ zu Kosten von bis zu 160 Dollar pro Tonne entfernt werden könnten. Dem Klimawissenschaftler Phil Renforth zufolge gibt es nur wenige Orte auf der Erde, an denen Kohlenstoff gespeichert werden kann. Potenzielle Optionen sollten nicht ausgeschlossen werden, bis über den gesamten Bereich hinweg praktikable Lösungen gefunden sind, meint er.

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GrapheneOS bald auch auf Nicht-Google-Smartphones

12. März 2026 - 0:02

GrapheneOS gilt allgemein als die sicherste der Google-freien Android-Varianten. Ironischerweise muss man jedoch ausgerechnet auf ein Gerät des omnipotenten Tech-Giganten aus dem Silicon Valley zurückgreifen, wenn man dieses mobile Betriebssystem nutzen möchte.

Wer also Google-Software, -Kontrolle und -Spionage auf seinem Android-Smartphone bestmöglichst vermeiden möchte, muss Google-Hardware verwenden. Kein anderer Hersteller erfüllt scheinbar die strengen Anforderungen des auf Sicherheit und Privatsphäre fokussierten GrapheneOS ähnlich gut. Daher lässt sich das auf dem Android Open Source Project basierende System nur auf Geräten der «Pixel»-Serie installieren.

Zumindest bisher war das so. Allerdings schränkte Google letztes Jahr seine Unterstützung für alternative Android-Versionen (sogenannte Custom-ROMs) ein. Daraufhin kündigten die Entwickler von GrapheneOS zunächst die Suche nach und später die Zusammenarbeit mit einem anderen großen Gerätehersteller an – damals noch, ohne Namen zu nennen.

Auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona wurde letzte Woche eine langfristige Partnerschaft mit Motorola bekanntgegeben, um an zukünftigen Geräten mit GrapheneOS-Kompatibilität zu arbeiten. Das Unternehmen läute damit «eine neue Ära der Smartphone-Sicherheit» ein, hieß es.

In welchem Umfang die Integration umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Ob dies auch eine Vorinstallation von GrapheneOS auf Motorola-Handys beinhaltet und wann das erste Modell auf den Markt kommen wird, ist noch nicht bekannt. Dies könnte aber 2027 passieren.

Beobachter der Szene zeigten sich zum Teil überrascht von der Wahl Motorolas als Partner. Einerseits bekundeten die GrapheneOS-Entwickler noch im Februar dieses Jahres, dass aktuelle Motorola-Geräte ihre Hardware-Anforderungen nicht erfüllten. Andererseits werden Sicherheitsbedenken geäußert, weil Motorola zum chinesischen Lenovo-Konzern gehört.

In jedem Fall dürfte der Mainstream-Deal den Markt etwas aufrütteln und GrapheneOS mehr Reichweite bescheren. Nicht alle Menschen sind mit ihren Standard-Android-Geräten oder iPhones zufrieden, und sicherheitsbewusste Kunden begrüßen vielleicht die Alternative zu Pixel-Geräten. Insofern könnte der Fokus auf Offenheit und Benutzerkontrolle für Motorola Marktanteile bedeuten. Aber auch andere Google-befreite Android-Varianten wie LineageOS, iodéOS, /e/OS oder Volla OS dürften von der Entwicklung profitieren.

Damit wäre dann auch endlich dem Wunsch entsprochen, den der Experte für IT-Sicherheit Mike Kuketz vor einiger Zeit in seinem Blog äußerte. Im Fazit seiner GrapheneOS-Analyse schrieb er im Dezember 2023:

«Es besteht kein Zweifel, dass GrapheneOS derzeit das sicherste und datenschutzfreundlichste Custom-ROM bzw. Android-System ist. Das Sahnehäubchen wäre es, wenn der Zwang, ein Google-Gerät zu verwenden, aufgehoben würde.»

Auf die Möglichkeit, Geräte von Apple ohne Software von Apple zu betreiben, wird man derweil noch lange warten müssen. Der Hersteller ist diesbezüglich sehr restriktiv. Das mag seine Vorteile haben, die Fans der Marke sicherlich benennen können. Unter dem Aspekt der Privatsphäre ist es jedoch ein Alptraum.

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Feuer, Geld und ein tödliches Netzwerk: Das rätselhafte Geschäftsmodell der Morettis

11. März 2026 - 15:07

Warum brannte es immer wieder in den Lokalen der Morettis? Diese Frage beschäftigt inzwischen nicht nur die Ermittler im Wallis, sondern auch die Bundesbehörden in Bern. Die Schweizer Bundespolizei sieht bei Jacques und Jessica Moretti, dem Betreiberpaar der berüchtigten Crans-Montana-Bar Le Constellation, Hinweise auf ein mutmasslich kriminelles Finanzkonstrukt (wir haben zum Beispiel hier, hier und hier über die Brandkatastrophe von Crans-Montana berichtet).

Auslöser der Ermittlungen waren Geldwäscherei-Meldungen zweier Banken. Sowohl die Walliser Kantonalbank als auch die UBS hatten den Morettis über Jahre beträchtliche Kredite gewährt. Erst nach der Katastrophe in der Silvesternacht – mit 41 Toten und 115 Verletzten – meldeten die Institute ihre Zweifel an den Geldflüssen den Behörden.

Im Fokus des Fedpol steht ein mögliches Schneeballsystem. Neue Einnahmen sollen laufend in undurchsichtige Kanäle abgeflossen sein. Besonders Jessica Moretti habe laut Ermittlern wiederholt Geld aus den Betriebsgesellschaften verschiedener Bars abgezogen. Teilweise seien Zahlungen zurück an sie geflossen, ohne dass sich ein entsprechendes Darlehen in den Unterlagen nachweisen lasse.

Parallel dazu häufen sich Fragen zu einer Reihe von Bränden. Bereits im Dezember 2023 hatte es im Vieux Chalet in Lens gebrannt, einem weiteren Lokal des Paares unterhalb von Crans-Montana.

Wenige Monate später folgte ein Feuer im Le Constellation – lange vor der späteren Katastrophe. Medienberichte sprechen inzwischen offen von einem möglichen Versicherungsbetrug. Nach den Bränden sollen hohe Entschädigungen geflossen sein, doch nicht für Renovationen oder Wiederaufbau. Stattdessen wurden offenbar Steuern, Krankenkassenprämien und Leasingraten für Luxusautos wie Maserati und Bentley bezahlt.

Bei der Analyse der Geldströme stießen Ermittler zudem auf ein Geflecht aus Immobiliengeschäften. Über der Bar an der Rue Centrale hatten die Morettis bereits 2022 eine Wohnung erworben, gleichzeitig mit der Übernahme des Lokals. Später kaufte eine Firma aus Sitten drei weitere Wohnungen im selben Gebäude – mit derselben Geschäftsadresse wie jenes Unternehmen, das den Morettis zuvor eine andere Bar in Crans-Montana verkauft hatte.

Dieses Lokal, Le Senso, gehörte einem wohlhabenden Unternehmer, der einen Teil seines Vermögens von der Luxusuhrenmarke Audemars Piguet geerbt hat. Laut Berichten soll er den Morettis privat und über seine Firma mehr als 200.000 Franken geliehen haben. Der Milliardär und Jacques Moretti trafen sich sogar zu gemeinsamen Rallyefahrten auf Korsika.

Besonders brisant: Zwischen Juni und Dezember 2025 wurden drei Wohnungen im Gebäude der Constellation-Bar gekauft – die letzte Transaktion nur neun Tage vor dem verheerenden Brand. Kurz nach der Katastrophe griff die Justiz durch. Jacques Moretti wurde rund eine Woche nach dem Feuer in Untersuchungshaft genommen. Um freizukommen, mussten er und seine Frau eine Kaution von insgesamt 400.000 Franken hinterlegen. Das Geld soll von einem Geschäftsmann aus Genf stammen, der Vermögen in Dubai hält. Deutsche Medien spekulierten sogar über Verbindungen zu einer der reichsten Familien der Schweiz.

Für die Ermittler verdichtet sich damit der Verdacht: Hinter den Bränden und den Geldflüssen könnte weit mehr stehen als bloß ein tragischer Unfall – möglicherweise ein Netzwerk aus Schulden, Investoren und riskanten Geschäften, das am Ende in einer Katastrophe endete.

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Gates und Bourla zum Prozess in den Niederlanden persönlich vorgeladen

11. März 2026 - 0:45

Das Amsterdamer Berufungsgericht war am 9. März 2026 Schauplatz einer ganztägigen Verhandlung im Zivilprozess gegen den vermeintlichen «Philanthropen» Bill Gates, den Pfizer-CEO Albert Bourla, den aktuellen NATO-Generalsekretär Mark Rutte sowie niederländische Staatsbeamte und staatlich kontrollierte Medien.

Die Klage wurde ursprünglich im Juli 2023 von den niederländischen Anwälten Peter Stassen und Arno van Kessel im Namen von sieben niederländischen Staatsbürgern eingereicht, die durch mRNA-COVID-19-«Impfungen» geschädigt wurden. Einer der Kläger ist inzwischen verstorben.

Das zentrale Argument der Kläger lautet, dass COVID-19 keine natürlich entstandene «Pandemie», sondern ein koordiniertes Projekt war. Dies wird in den Schriftsätzen speziell als «COVID-19: The Great Reset» bezeichnet. Zudem wird angeprangert, dass die Beklagten die Öffentlichkeit getäuscht hätten, indem sie sie dazu brachten, sich Injektionen verabreichen zu lassen, «die nach ehrlichem rechtlichem oder wissenschaftlichem Standard keine Impfstoffe sind».

Wie Interest of Justice berichtet, sind für diesen Fall fünf hochkarätige Sachverständige nominiert worden: Das sind die Pharma-Expertin Sasha Latypova, Dr. Michael Yeadon, ehemaliger Vizepräsident und Chefwissenschaftler der Forschungsabteilung für Allergien und Atemwegserkrankungen beim Arzneimittelhersteller Pfizer, Katherine Watt, Rechtsassistentin und Schriftstellerin, Catherine Austin Fitts, ehemalige Investmentbankerin und stellvertretende US-Ministerin für Wohnungsbau und Stadtentwicklung, sowie der Psychologe Dr. Joseph Sansone.

Ein sechster Sachverständiger war Dr. Francis Boyle, der den US-amerikanischen Biowaffen- und Antiterrorgesetzentwurf von 1989 verfasste und sich zur Aussage bereit erklärt hatte, dass die mRNA-Injektionen gemäß seinem eigenen Gesetzentwurf die rechtliche Definition von Biowaffen erfüllen. Boyle verstarb jedoch Anfang 2025.

«Sein Beitrag zu diesem Kampf ist unvergessen – auch er hatte sich bereit erklärt, in unseren Fällen auszusagen, und sein Tod ist ein großer Verlust», schreibt Interest of Justice.

Das Urteil des Gerichts über die Zulassung der Sachverständigen wird am 9. April 2026 verkündet. Sollte das Amsterdamer Berufungsgericht dem Antrag stattgeben, werden Latypova, Yeadon, Watt, Austin Fitts und Sansone im Rahmen einer Beweisaufnahme vor dem Hauptverfahren, das derzeit für Mai bis Oktober 2026 angesetzt ist, formell aussagen.

Gates und Bourla haben laut Interest of Justice bereits eine persönliche Vorladung erhalten. Laut dem Portal nahm Anwalt Stassen bei der Gerichtsverhandlung kein Blatt vor den Mund. So erklärte er, dass Gates in den Epstein-Akten als «Satanist» bezeichnet und «von schwarzen Mänteln geschützt» werde. Zudem forderte er, Gates als Kriminellen anzuklagen.

Stassen argumentierte mit der globalen Bedeutung des Falls und machte deutlich, dass er alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen werde, bis die Sachverständigenaussagen formell protokolliert seien. Abschließend sagte er zu den Richtern:

«Sie, Eure Ehren, müssen entscheiden, wer in diesem Saal die Kinder Gottes und wer die Kinder des Teufels sind.»

Hintergrundinformationen: Bill Gates hatte zunächst argumentiert, das niederländische Gericht sei nicht zuständig. Das Gericht wies dies zurück und ordnete seine Vorladung an. Im Juni 2025, einen Tag nachdem Anwalt Arno van Kessel wichtige Prozessdokumente eingereicht hatte, wurde er von einem paramilitärischen Einsatzteam in seinem Haus verhaftet, mit verbundenen Augen abgeführt und in das Hochsicherheitsgefängnis der Niederlande gebracht – seine Frau und seine Tochter wurden während der Razzia kurzzeitig mit vorgehaltener Waffe festgehalten.

Die niederländische Anwaltskammer entzog ihm die Zulassung, noch bevor er formell angeklagt wurde. Die Staatsanwaltschaft räumte später ein, die Behauptungen über eine unmittelbare Bedrohung nicht belegen zu können. Anwalt Peter Stassen führte den Fall allein weiter. Im Juli 2025 erschien er zu einer Anhörung, in der er acht Verteidigern gegenüberstand, die Gates, Bourla, Rutte und die niederländischen Staatsmedien vertraten – und laut Interest of Justice war er all diesen Anwälten überlegen.

Nach dieser Anhörung hatte das Gericht in erster Instanz den Antrag auf Zulassung von Sachverständigen abgelehnt. Stassen legte Berufung ein. Aufgrund von Interessenkonflikten mit der Verteidigung wurde die Berufung nach Amsterdam verlegt. Im Januar 2026 gab das Amsterdamer Berufungsgericht dem Antrag statt – Zeugen wurden neben den Anwälten zugelassen, öffentliche und unabhängige Medienvertreter durften im Gerichtssaal anwesend sein, und eine Live-Übertragung wurde angeordnet. Diese Aufhebung sei von Bedeutung, urteilt Interest of Justice.

Ein vollständiges englisches Protokoll der Verhandlung wird erwartet. Hier können Sie eine Pressekonferenz der Stiftung «Recht Oprecht» mit Peter Stassen vom Dezember 2025 hören (mit englischen Untertiteln).

Über den Prozess und die Argumente der Sachverständigen hatten wir bereits hier und hier berichtet.

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Studie: KI kann Pseudonyme entlarven – weshalb die Klarnamenpflicht-Debatte umgedreht gehört

11. März 2026 - 0:40

Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim politischen Aschermittwoch der rheinland-pfälzischen CDU in Trier am 18. Februar 2026 eine Klarnamenpflicht im Internet gefordert:

«Ich möchte Klarnamen im Internet sehen. Ich möchte wissen, wer da sich zu Wort meldet (sic).»

Er begründet das mit dem Kampf gegen Hass, Hetze, Desinformation und anonyme Manipulationen, die die freiheitliche Gesellschaft zerstörten. Kritiker werfen ihm jedoch vor, dass diese Forderung autoritär wirkt, vulnerable Gruppen trifft und die Meinungsfreiheit massiv einschränkt – statt Täter zu stoppen, würden vor allem Kritiker und Dissidenten mundtot gemacht. Kritische Stimmen sehen darin ein «fatales Signal für die Meinungsfreiheit»: Anonymität schützt essenziell Whistleblower, Regimekritiker, LGBTQ-Personen, Journalisten und marginalisierte Gruppen vor Repressalien (TN berichtete; siehe auch den TN-Artikel «Krake des Überwachungsstaats immer dreister»).

Eine Zwangsoffenlegung der Identität würde einen massiven Chilling Effect erzeugen – viele würden schweigen, aus Angst vor realen Konsequenzen. Merz' Forderung wird derweil auch als Heuchelei kritisiert: Politiker fordern Transparenz von Bürgern, während sie selbst Kritik oft mit Strafanzeigen überziehen.

Genau in diese Debatte platzt eine Studie, die die gesamte Diskussion radikal infrage stellt: Die ETH-Studie «Large-scale online deanonymization with LLMs» (groß angelegte Online-Deanonymisierung mit LLMs). Darin zeigen Forscher der ETH Zürich auf, dass Large Language Models (LLMs) pseudonyme Profile automatisiert und präzise auf reale Personen zurückführen können – ohne gesetzliche Klarnamenpflicht. Ein LLM ist ein auf künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Modell, das darauf trainiert ist, menschliche Sprache zu verstehen, zu verarbeiten und zu generieren.

In der Arbeit wurden reale Datensätze genau wie ein ESRC-Framework genutzt, also eine vierstufige Methode, um pseudonyme Nutzer mit KI zu enttarnen. Ergebnis:

  • LLMs extrahieren aus Schreibstil, Interessen, Mikro-Offenbarungen (Orte, Hobbys, Demografie) identitätsrelevante Signale.
  • Die KI-Methode findet bis zu 68 Prozent aller wirklich passenden Personenprofile wieder – und von den gefundenen Übereinstimmungen sind 90 Prozent tatsächlich richtig.
  • Bei Nutzern mit mehr geteilten Inhalten (etwa 10 oder mehr Interessen) steigt die Trefferquote massiv.
  • Agentische LLMs – also gewissermaßen autonome KI-Agenten – mit Internetzugriff skalieren das auf Millionen Profile. Die Kosten sinken von Stunden manueller Arbeit auf Minuten.

Die Autoren konstatieren:

«Die praktische Anonymität, die pseudonyme Nutzer lange Zeit geschützt hat, besteht nicht mehr.»

Droht die Klarnamenpflicht damit irrelevant zu werden – oder erst recht gefährlich? Wenn KI Pseudonyme schon jetzt zuverlässig knacken kann (und das wird mit besseren Modellen nur schlimmer), dann bringt eine gesetzliche Klarnamenpflicht keinen echten Sicherheitsgewinn mehr.

Die Debatte ist damit nicht obsolet, sondern muss im Grunde umgedreht werden: Statt Zwangsklarnamen braucht es Gegenmaßnahmen gegen LLM-Deanonymisierung wie Text-Obfuscation (Text-Verschleierung, Text-Verwirrung), Rate-Limits (Zugriffsbeschränkungen, Abfrage-Limits), bessere Datenschutzregeln und eine echte Diskussion: Welche Privatsphäre-Erwartungen haben wir noch in einer Welt, in der KI unsere digitalen Fußspuren liest wie ein offenes Buch?

Merz' Forderung wirkt in diesem Licht naiv oder zynisch: Die Technik erledigt das Deanonymisieren bereits – eine Pflicht würde nur den letzten Schutzwall für Kritiker niederreißen, ohne die Probleme zu lösen. Wer freie Meinungsäußerung ernst nimmt, muss jetzt für digitale Anonymitäts-Tools kämpfen – bevor KI und Politik zusammen die Privatsphäre im Netz vollständig auslöschen.

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Medizinische Fachzeitschrift räumt ein: Seit 25 Jahren veröffentlichte «Fallberichte» sind frei erfunden

11. März 2026 - 0:32

Wissenschaftliche Fallberichte ohne Patienten? Es klingt unglaublich, ist jedoch tatsächlich geschehen, sogar mit «Kinder». So berichtet Retraction Watch, dass Paediatrics & Child Health, die kanadische Fachzeitschrift der Canadian Paediatric Society, Korrekturen zu 138 «Fallberichten» veröffentlicht hat, die sie in den letzten 25 Jahren publiziert hat: Es wurde ein Haftungsausschluss hinzugefügt, in dem erklärt wird, dass die beschriebenen Fälle fiktiv sind. Die Zeitschrift wird von Oxford University Press herausgegeben. Wie der Name sagt, befasst sich Retraction Watch mit zurückgezogenen Studien.

Das Portal erklärt, dass Paediatrics & Child Health die Fälle seit 2000 in Artikeln für eine Reihe ihres Canadian Paediatric Surveillance Program (CPSP) veröffentlicht hat. Die Beiträge beginnen in der Regel mit einer Fallbeschreibung, gefolgt von «Lernpunkten», die Statistiken, klinische Beobachtungen und Daten aus dem CPSP enthalten.

In den begutachteten Artikeln wird an keiner Stelle darauf hingewiesen, dass die beschriebenen Fälle fiktiv sind. Die Zeitschrift übermittelt auch den vollständigen Text ihrer Artikel an die medizinische Referenzdatenbank PubMed Central, einschließlich der Fallberichte. Auch die Versionen der Berichte auf PubMed enthalten laut Retraction Watch keinen Hinweis darauf, dass es sich um fiktive Fallberichte handelt.

Die Korrekturen folgen auf einen Artikel in der Zeitschrift The New Yorker im Januar, in dem einer der Berichte erwähnt wurde. Dabei handelt es sich um den 2010 veröffentlichten «Fall» von «Baby Boy Blue», in dem ein Säugling beschrieben wird, der Anzeichen einer Opioidbelastung über die Muttermilch zeigte, während seine Mutter Paracetamol mit Codein einnahm. Der Artikel im New Yorker machte eine Aussage eines der Autoren öffentlich, dass der Fall erfunden war.

Es gab also keinen echten Patienten. Der positive Urintest auf Opiate, die Blutmorphinkonzentration und die Paracetamol-Codein-Einnahme der Mutter wurden erfunden, ebenso die dramatische Erholung nach der Verabreichung von Naloxon. Komplett erfunden waren auch die Geschwister des angeblichen Babys – eine fünfjährige Schwester, geboren in Sri Lanka, und ein dreijähriger Bruder, geboren in Kanada per Kaiserschnitt. Joan Robinson, Chefredakteurin von Paediatrics & Child Health, erklärte gegenüber Retraction Watch:

«Aufgrund des Artikels im New Yorker haben wir beschlossen, allen 138 Publikationen, die auf Studien und Umfragen des CPSP aufmerksam machen, einen Korrekturvermerk hinzuzufügen, um klarzustellen, dass die Fälle fiktiv sind. Von nun an wird im Hauptteil des Fallberichts ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um einen fiktiven Fall handelt.»

Laut Retraction Watch kam diese Entscheidung für David Juurlink, Professor für Medizin und Pädiatrie an der Universität Toronto, überraschend. Er hatte sich über mehr als zehn Jahre mit der Behauptung befasst, gestillte Säuglinge könnten über die Muttermilch eine gefährliche oder tödliche Dosis Opioide aufnehmen, wenn ihre Mütter Paracetamol mit Codein einnehmen. Ausgangspunkt war ein 2006 im Lancet veröffentlichter Fall des Pharmakologen Gideon Koren, der im Mittelpunkt des Artikels im New Yorker stand und als Beleg für dieses Risiko diente.

Spätere Untersuchungen von Juurlink und anderen ergaben jedoch, dass die in diesem Bericht – sowie in zwei inzwischen zurückgezogenen Artikeln desselben Falls in anderen Zeitschriften – angegebenen Dosen pharmakologisch kaum plausibel sind. Eine Überprüfung der Autopsiedaten und weiterer Hinweise deutet vielmehr darauf hin, dass dem Baby das Schmerzmittel direkt verabreicht wurde und nicht über die Muttermilch.

Gemäß Juurlink ist der Fall «Baby Boy Blue» die einzige Fallstudie dieser Art, abgesehen vom Bericht im Lancet und den beiden zurückgezogenen Artikeln. Der Medizinprofessor ergänzte:

«Es ist die überzeugendste veröffentlichte Beschreibung einer neonatalen Opioidtoxizität durch Stillen. Und sie ist falsch.»

Laut Juurlink ist eine Korrektur in diesem speziellen Fall nicht ausreichend. «Der Artikel sollte natürlich zurückgezogen werden», machte er gegenüber Retraction Watch klar. Es handle sich um «einen fiktiven Fall, der als real dargestellt wird und dessen wissenschaftliche Grundlagen zusammengebrochen sind. Dennoch werden sie weiter aufrechterhalten».

Retraction Watch weist darauf hin, dass in den Autorenrichtlinien für Paediatrics & Child Health zwar gelegentlich darauf hingewiesen wurde, dass die Fallberichte fiktiv sind, doch sei dieser Hinweis nie in den Zeitschriftenartikeln selbst veröffentlicht worden. Der ehemalige JAMA-Redakteur George Lundberg erklärte:

«Leser von primären, von Fachkollegen begutachteten medizinischen Fachzeitschriften haben das uneingeschränkte Recht, zu glauben, dass der Artikel, den sie lesen, so genau wie möglich, original und sachlich ist, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist. ‹Alternative Fakten› (…) haben in einer medizinischen oder wissenschaftlichen Fachzeitschrift nichts zu suchen.»

Die am 23. Februar veröffentlichten Korrekturen listen alle relevanten Artikel auf und enthalten nun einen Hinweis, der besagt:

«Jede klinische Fallbeschreibung, die in der Zeitschrift [im Abschnitt CPSP Highlights oder Surveillance Highlights] vorgestellt wird, beschreibt einen fiktiven Fall, der als Lehrmittel erstellt wurde und sich auf eine Studie oder Umfrage des Canadian Paediatric Surveillance Program bezieht.»

Und im Haupttext der Autorenrichtlinien der Zeitschrift heißt es nun: «Jedes Highlight ist ein Lehrmittel, das eine kurze klinische Vignette präsentiert, die einen fiktiven Fall im Zusammenhang mit einer CPSP-Studie oder -Umfrage beschreibt.» In einer archivierten Version vom September fehlte ein Hinweis, dass es sich um Fiktion handelt. Es stellte sich allerdings heraus, dass einer der «Fallberichte» tatsächlich real ist.

Elizabeth Moreau, Sprecherin der Canadian Paediatric Society, findet Ausreden. So schrieb sie Retraction Watch in einer E-Mail, die Überwachungsergebnisse würden «sich an pädiatrische Gesundheitsdienstleister oder Ärzte in der Ausbildung» richten und «Lernpunkte, die Wissen über die Krankheit oder das Leiden kurz zusammenfassen und verbreiten» enthalten.

Und die Chefredakteurin Robinson erklärte, die Zeitschrift habe bei der ersten Veröffentlichung dieser Art von Artikeln beschlossen, «dass die Fälle fiktiv sein sollten, um die Vertraulichkeit der Patienten zu schützen. Abgesehen von dem Fall, der zu dem kürzlich erschienenen Artikel im New Yorker geführt hat, handle es sich «bei allen oder fast allen Fällen um sehr bekannte Erkrankungen (wie angeborene Syphilis, fötales Alkoholsyndrom, schwere Traumata durch Geländefahrzeuge, Hepatitis-C-Infektion), bei denen ein einzelner Fallbericht kein Interesse wecken oder jemals zitiert werden würde».

Der Fall dürfte das Vertrauen in wissenschaftliche Fachpublikationen jedenfalls weiter untergraben.

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Buchtipp: «Corona Next Level» – Über die Vorbereitung der nächsten «Pandemie»

11. März 2026 - 0:10

Eine neue «Pandemie» steht bereits in den Startlöchern. Die politische verursachte «Corona-Pandemie» hat dafür den Nährboden geschaffen. Was auf dieser Grundlage droht und wie es vorbereitet wird, das beschreibt Felix Feistel in dem Buch «Corona – Next Level».

Die neue «Gefahr» komme aus der Landwirtschaft, so der Autor. Durch die inszenierte «Corona-Pandemie» sei der politische und mediale Fokus auf die vermeintliche Gefahr durch Zoonosen gelenkt worden – das Überspringen eines Krankheitserregers vom Tier auf den Menschen oder umgekehrt.

«Corona wurde als Zoonose kommuniziert und das Entstehen auf einem Tiermarkt in Wuhan vermutet, wobei ignoriert wurde, dass sich in Wuhan ein Biosicherheitslabor der Stufe 4 befindet, welches international genutzt wird. Mit der Zoonose-Erklärung wurde eine neue Gefahr ausgemacht.»

Feistel zeigt detailliert mit zahlreichen Quellenangaben, wie das ablief und abläuft. Dabei gelingt es ihm, die Vorgänge der politisch verursachten «Corona-Krise» und die Vorbereitungen für die nächste «Pandemie» kompakt und übersichtlich darzustellen. Das Buch in einer handlichen Größe hat 120 Seiten.


Autor Felix Feistel bei der Buchvorstellung im Februar 2026 in Berlin (Foto: Tilo Gräser)

Er beschreibt, welche Akteure auf welche Weise mit der durch die Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufenen «COVID-19-Pandemie» ab März 2020 die Welt verändert haben:

«In nahezu allen Ländern war diese Pandemie den herrschenden Regierungen Anlass, Maßnahmen über ihre Bürger zu verhängen, die in dieser Schärfe und Verfassungsfeindlichkeit beispiellos waren. Der weltweite Gleichklang aus Maskenpflicht, Abstandhalten, Testzwang und Lockdowns, der schließlich in eine Diskriminierung und sogar Verfolgung von jenen mündete, die sich diesen Maßnahmen widersetzten, kulminierte darin, dass die Menschen zu einer sogenannten Impfung mit einer neuartigen und bisher nie auf Wirksamkeit und Sicherheit getesteten Biotechnologie gedrängt wurden.»

Das ist sicher inzwischen hinlänglich beschrieben, aber Feistel erinnert zu Recht daran. Dies ist notwendig angesichts der Vertuschungs- und Verdrängungsversuche in den verschiedenen Kommissionen, die eigentlich aufklären und aufdecken sollen. Dafür sorgen vor allem die für das Corona-Verbrechen Verantwortlichen, die noch nicht zur Verantwortung gezogen wurden.

Feistels Buch fasst nicht nur zusammen, wie das Verbrechen in aller Öffentlichkeit vonstatten ging. Er beschreibt ebenso kompakt, wie das nächste vorbereitet wird, wieder im Interesse des Profits weniger und auf Kosten vieler.

Zu denen, zu deren Lasten die nächste «Pandemie» gehen wird, gehören demnach die Landwirte, die von den Agrarkonzernen mit Hilfe der vermeintlichen Tierseuchenbekämpfung verdrängt werden. Die Zerschlagung der kleinräumigen Landwirtschaft sei «eine Grundvoraussetzung für das Ausschöpfen von Wachstumspotenzialen im Bereich Agrarchemie und industrieller Landwirtschaft», macht der Autor klar.

Dem diene der inzwischen von den meisten Mitgliedsländern der Weltgesundheitsorganisation WHO verabschiedete «Pandemievertrag». Dieser gebe dem WHO-Generalsekretär weitgehende Rechte, Pandemien zu verkünden und den Staaten Maßnahmen zu «empfehlen».

Feistel warnt davor, dass damit erneut «weitreichende Einschränkungen der Grundrechte» vorprogrammiert seien. Diese könnten «jederzeit mit der vereinfachten Verkündung einer angeblichen Pandemie oder nur des Risikos einer Pandemie umgesetzt werden». Er schreibt:

«Eine neue Pandemie steht bereits in den Startlöchern. Durch die inszenierte Corona-Pandemie wurde der politische und mediale Fokus auf die vermeintliche Gefahr durch Zoonosen gelenkt.»

Eine solche Zoonose wurde lange Zeit als Ursache der von der WHO definierten Krankheit COVID-19 dargestellt. Doch inzwischen gibt es massive Hinweise, dass im chinesischen Wuhan nicht ein Tiermarkt Ausgangspunkt des angeblich neuartigen Virus SARS-CoV-2 war, sondern die Gain-of-Function-Forschung, finanziert aus den USA.

Der Autor nennt «Ross und Reiter», also diejenigen, die von solchen Entwicklungen profitieren, indem sie eine «Gefahr» schaffen, für die sie dann das vermeintliche Gegenmittel in Form einer «Impfung» anbieten. Dazu gehören der Pharma- und Impf-Komplex ebenso wie reiche «Philanthropen», die wie Bill Gates ihren Reichtum in «Impf-Kampagnen» stecken – um ihn dadurch zu mehren, weil sie in die beteiligten Firmen investieren.

Feistel zählt dazu mit Blick auf die nächste «Pandemie» nicht minder staatliche Institute wie das Robert-Koch-Institut (RKI) oder das Fritz-Loeffler-Institut und internationale Organisationen und Kampagnen wie die Weltorganisation für Tiergesundheit WOAH und die «One Health»-Kampagne. Bei Letzterer gehe es um «Gleichschaltung im Gewand der Fürsorge», stellt der Autor fest und macht deutlich:

«In all dem steckt die Rechtfertigung für flächendeckende Überwachung nicht nur von Krankheitsausbrüchen und -verläufen, sondern auch der sogenannten Treibhausgasemissionen als vorgeblicher Treiber eines menschengemachten Klimawandels, der Zoonosen und Pandemien befördere. One Health bietet also den Schirm, der ein globales Kontrollsystem aufspannt und eine neue, diktatorische Governance-Struktur aufbaut, die nicht mehr an nationalstaatliche Parlamente und Regierungen gekoppelt ist und die Menschen vollkommen beherrschen will.»

Was der Autor kompakt darstellt, ist im Detail in den Beiträgen auf Transition News nachzuvollziehen. Wer das entsprechend verfolgt, findet in dem Buch aus dem Berliner Hintergrund-Verlag einen guten Überblick über die Entwicklungen, Prozesse und Tendenzen, die in Richtung der nächsten «Pandemie» weisen.

Feistel macht die Agenda derjenigen deutlich, die davon profitieren und mit Hilfe ihrer politischen Handlanger die Gesellschaft erneut in Geiselhaft für ihre Interessen nehmen wollen. «In der Pandemie-Industrie kann viel Geld verdient und können viele staatliche Fördergelder eingestrichen werden», stellt er fest.

Das habe «ein Anreizsystem geschaffen, das sich selbst aufrechterhält, zumal die wichtigsten Akteure internationale Organisationen wie die UN, die WHO oder die WOAH langst infiltriert haben und sie im Sinne ihrer Interessen steuern». Die «globale Gleichschaltung der Wissenschaft und Institutionen» werde orchestriert vorangetrieben – von den immergleichen Akteuren. Diese würden zugleich über den Hebel der Finanzen alternative Ansätze und Erklärungsmodelle aus dem Diskurs drängen.

Die Gesundheit stehe dem Profit im Wege und werde deshalb bei Mensch und Tier zerstört, so der Autor. Menschen würden in die Angst vor vermeintlichen Erregern getrieben «und damit in die Arme der Pharma-Industrie und des Überwachungs- und Biosicherheitskomplexes». Dazu bedürfe es eigentlich keiner neuen Pandemie – die aber als Beschleuniger hilfreich sei.

Aus Feistels Sicht ist es möglich, der dahinterstehenden Agenda entgegenzutreten, «wenn sich die Menschen mehrheitlich nicht in Angst versetzen lassen, nicht jeder Erzählung von vermeintlichen Bedrohungen Glauben schenken und sich den angeordneten Maßnahmen nicht blind unterwerfen».

«Für Angst gibt es dabei keinen Grund», stellt er am Schluss des Buches klar und erinnert: «Der Mensch entstammt der Natur und hat Hunderttausende von Jahren in und mit ihr gelebt.» Die Natur zeichne sich durch Vielfalt und Interaktion aus – «nicht durch Abschirmung und Einfalt».

«Der Mensch gedeiht also im Austausch mit anderen Organismen, nicht in der Isolation. Infektionskrankheiten werden nur bei mangelhafter Ernährung und Hygiene zum Problem – ganz so, wie es auch der Mikrobiologe Antoine Bechamp in seinem Werk feststellte – und wie es fälschlich oft Louis Pasteur zugeschrieben wird: ‹Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.›»

Felix Feistel: «Corona - Next Level – Wie die nächste Pandemie vorbereitet wird»
Verlag Hintergrund Berlin 2026. 120 Seiten; ISBN 978-3-910568-27-3; 14,80 €

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Zweiklassenjustiz bei Masken: Spahn straffrei – Ärzte und Patienten weiter verfolgt

10. März 2026 - 21:58

Die Einstellung der Ermittlungen gegen Jens Spahn durch die Generalstaatsanwaltschaft Berlin wirkt wie ein weiteres Kapitel in einem Muster, das viele Bürger längst kennen: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. So teilte die Behörde gestern mit, dass nach Prüfung von mehr als 170 Strafanzeigen – vor allem wegen Vorwürfen der Untreue und Vorteilsannahme – «keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat» vorlägen. Das Verfahren wurde daher ohne Aufnahme echter Ermittlungen eingestellt, wie etwa Legal Tribune Online berichtet.

Der gesunde Menschen- und Rechtsverstand schüttelt hier nur mit dem Kopf, wurden doch unter Spahn als Bundesgesundheitsminister 5,8 Milliarden Schutzmasken für rund 5,9 Milliarden Euro beschafft. Ein erheblicher Teil der Masken erwies sich später als unbrauchbar oder musste vernichtet werden und über zwei Drittel wurden nie verwendet – mehr als die Hälfte davon bereits vernichtet oder dafür vorgesehen. Zusätzliche Folgekosten für Lagerung, Logistik, Qualitätsprüfungen und Beratung beliefen sich bis Ende 2023 auf 460 Millionen Euro, mit Prognosen bis zu weiteren 534 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Bundesrechnungshof kritisierte massiv:

«Es fehlte jegliche Mengensteuerung. Der Nutzen für die Pandemiebekämpfung war entsprechend gering.»

Ein bei Tichys Einblick heute erschienener Beitrag fasst die Absurdität treffend zusammen: Trotz massiver Kritik und bestätigter Verschwendung von Steuergeldern in Milliardenhöhe bleibt alles straffrei. Leserkommentare spitzen es zu – einer spricht von einem «fatalen Signal, das jeglicher Verantwortung spottet», ein anderer rechnet vor, dass Spahn «umgerechnet jedem Bürger sozusagen 47,62 € aus dem Portemonnaie gestohlen hat», ohne dass je ein strafrechtliches Verfahren daraus erwächst.

Ein Artikel von Haintz.media, ebenfalls heute publiziert, vertieft einige Aspekte. So wird darin das Open-House-Verfahren erwähnt, das unbegrenzt Lieferungen zu festen Preisen ermöglichte und zu einer «wirtschaftlich unsinnigen» Überflutung der Lager führte (bis zu 1,4 Milliarden Euro Selbstverpflichtung des Staates). Der Marktpreis für FFP2-Masken hatte bei circa 2,83 € (netto) gelegen, doch Spahn fixierte 4,50 € – was allein über eine halbe Milliarde Euro Mehrkosten verursachte.

Besonders kritisch: Das Netzwerk kritischer Richter und Staatsanwälte (KRiSta) betont, öffentliche Aufträge müssten grundsätzlich wettbewerblich vergeben werden – doch «das BMG hat sich hieran nicht gehalten». Speziell umstritten war ein Geschäft mit der Schweizer Firma Emix-Trading. Spahn genehmigte persönlich einen Auftrag über 100 Millionen Masken zum Stückpreis von 5,40 Euro. Mit 9,90 Euro für eine FFP2-Maske zahlte NRW sogar einen Spitzenpreis über diese Firma. Zuvor waren Verhandlungen über günstigere Angebote zu 4,50 Euro abgebrochen worden.

Die Vermittlung dieses Deals wiederum erfolgte über Andrea Tandler, Tochter des verstorbenen CSU-Politikers Gerold Tandler, die wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung im Jahr 2023 verurteilt wurde. Parallel dazu traf Spahn eine weitere Entscheidung, die bis heute für Kopfschütteln sorgt. Der Logistikauftrag für die Lagerung und Verteilung der Masken ging an das Unternehmen Fiege aus dem Münsterland, Spahns Heimatregion. Eine öffentliche Ausschreibung fand nicht statt. Der damalige Minister habe diese Entscheidung erstaunlich offen mit persönlichen Kontakten zum Firmenchef erklärt, so Haintz.media, nämlich wie folgt:

«Ja klar habe ich in der Notlage zuerst mit Leuten geredet, die ich kannte, um zu fragen, wer helfen kann. Und ja, wir haben alles ohne Ausschreibung gemacht. Wie hätte das gehen sollen mit einem Ausschreibungsverfahren, das drei oder sechs Monate dauert? Fiege hatte damals ein fertiges Konzept für den Umgang mit der Pandemie.»

Dabei waren aus anderen Behörden andere Logistikunternehmen vorgeschlagen worden. «Das Ergebnis dieser Personalentscheidung war ein organisatorisches Chaos bei der Lagerung und Verteilung der Maskenbestände», stellt Haintz.media fest und ergänzt: «Die politische Aufarbeitung dieser Affäre bleibt jedoch lückenhaft. Der Bericht der Sonderermittlerin Sudhof liegt vor, doch er soll nicht vollständig veröffentlicht werden.» Der Text schließt ernüchternd: Solche «politischen Fehlentscheidungen in historischer Größenordnung» bleiben straffrei, was das Vertrauen in den Rechtsstaat nachhaltig erschüttert.

Noch krasser wirkt das alles, wenn man die Härte betrachtet, mit der gegen Ärzte und Patienten vorgegangen wurde (und auch noch wird), die Maskenatteste ausstellten oder nutzten. Während Spahn trotz dokumentierter Milliardenverschwendung unbehelligt bleibt, wurden zahlreiche niedergelassene Ärzte wie Walter Weber und Betroffene in den vergangenen Jahren zu Geld- und sogar Bewährungsstrafen verurteilt – oft mit vergleichsweise dünner beziehungsweise nicht existierender Beweislage (fehlende solide staatsanwaltschaftliche Ermittlungen!) und ohne dass die Gerichte den wissenschaftlichen Nutzen der Maskenpflicht je wirklich hinterfragt hätten oder hätten wissenschaftlich solide darlegen können (siehe zum Beispiel den TN-Artikel «UNrechtssprechung der Gerichte in Sachen Masken(atteste) setzt sich fort!»).

Vor diesem Hintergrund erscheint die Einstellung der Ermittlungen gegen Spahn vielen als Schlag ins Gesicht genau jener Menschen, die unter dem damaligen Regime diszipliniert wurden. Es entsteht der Eindruck eines Zweiklassenrechtssystems: Für politisch Verantwortliche mit Milliardenentscheidungen gilt offenbar ein anderer Maßstab als für normale Bürger oder Ärzte, die in Gewissenskonflikten handelten.

Dass dieser Eindruck nicht nur subjektiv ist, wird auch dadurch deutlich, dass das US-Gesundheitsministerium (Department of Health and Human Services, kurz HHS) unter Leitung von Robert F. Kennedy Jr. offenbar eine Art Clearingstelle oder Anlaufstelle für deutsche Ärzte und Patienten eingerichtet hat, die wegen Ausstellung von Maskenattesten oder Impfbescheinigungen strafrechtlich verfolgt wurden oder noch werden. Das jedenfalls berichtete die NZZ am 23. Februar in einem Artikel, den Elke Bodderas verfasste, die lange bei der Welt investigativ unterwegs war und sich dabei durchaus auch Corona-kritisch äußerte.

So äußerte sie Ende 2024 Zweifel an der Unabhängigkeit des Ethikrats und meinte, er sei «eher Sprachrohr der Regierung». Nicht weniger bemerkenswert ihr Artikel, der kurz danach erschien und die Headline hatte: «Für keine der Maßnahmen ergeben sich belastbare Effekte»

Was die Clearingstelle angeht, so sollen sich bei dieser Betroffene melden können, um juristische Unterstützung erhalten zu können – ein Vorgang, der international Aufsehen erregt und das Vertrauen in die deutsche Justiz weiter untergräbt. Kontakt-Email soll sein: OCRMail@hhs.gov (TN berichtete).

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