«Mit Brigitte Bardot verschied eine starke und unabhängige Frau, die es nicht nötig hatte, sich dem Zeitgeist unterzuordnen oder sich gar – wie leider viele deutsche Prominente – zur Systemnutte machen zu lassen, und die solches auch in der Not nicht getan hätte. Die einfach zu sich stand und standhaft war. Ein schönes Zitat von ihr als Abschluss: ‹Früher habe ich mit meinem Hintern schockiert, jetzt schockiere ich mit meinen Büchern (Meinungen). Das ist das Gleiche!›» (– Nachruf der Seite https://publikum.net/).
Transition News
Enquete-Talk in Hamburg mit Tom Lausen
Am 19. November fand in Hamburg der erste Enquete-Talk statt. Mit dabei war der Datenanalytiker Tom Lausen, der Mitglied der Corona-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags ist. Direkt vor der Veranstaltung sprach How to HOCHKULTUR mit Lausen über fünf Jahre Druck, politische Zwangsmaßnahmen, eine gespaltene Gesellschaft und den Beginn der echten Aufarbeitung.
Lausen beschreibt, wie
- Millionen Menschen gegen ihren Willen gedrängt, genötigt oder erpresst wurden
- Vertrauen in Politik, Medien und Institutionen irreparabel beschädigt wurde
- die politische Festung aus Experten, Kammern, Behörden und Medien nun Risse bekommt
- die Kommission erstmals diejenigen zur Rede stellen muss, die die Maßnahmen verantwortet haben
- die Bevölkerung langsam, aber spürbar erkennt, «dass sie verschaukelt worden ist»
Er spricht über die kommenden Befragungen von Drosten & Co., die Machtverschiebung innerhalb der politischen Gremien und seine persönliche Motivation: Fragen zu stellen – unaufhörlich.
Dieses kurze Interview gibt einen direkten Einblick in den Stand der Corona-Aufarbeitung – und in die Dynamik hinter den Kulissen der Enquete-Kommission.
Demokrat Chuck Schumer zu Epstein-Akten: «Von Donald Trump darf es keine Tricksereien geben»
Endlich ist es so weit, könnte man zumindest meinen: «Trump unterzeichnet Gesetz zur Freigabe der Epstein-Akten», wie etwa der Deutschlandfunk vermeldete. Dies habe der Präsident bekanntgegeben. Zuvor hätten bereits der Kongress und Senat der Freigabe zugestimmt.
Diese Entscheidung hat durchaus seine Brisanz, werfen Kritiker schon seit geraumer Zeit ein: Die Weigerung der Trump-Regierung, die Epstein-Akten und -Videos freizugeben, diene der herrschenden Klasse inklusive Trumps.
Die «Epstein-Überlebende» Chauntae Davies ist sogar überzeugt, es gebe Regierungsakten, die die Wahrheit über den verurteilten Sexualstraftäter Epstein enthalten – Akten, aus denen hervorgehe, wen er kannte, wer ihm etwas schuldig war, wer ihn beschützte, und warum er so lange ohne Konsequenzen agieren durfte. Davies sagt:
«Warum wurde nur [Epsteins rechte Hand Ghislaine] Maxwell zur Rechenschaft gezogen, obwohl so viele andere eine Rolle spielten? Warum hält die Regierung diese Informationen vor der Öffentlichkeit geheim? Die Geheimhaltung ist kein Schutz, sondern Mittäterschaft. Und solange die Wahrheit verschwiegen wird, bleibt Gerechtigkeit unerreichbar.»
Epstein-Opfer taten sich sogar zusammen und meinten trotzig:
«Wir werden unsere eigene Epstein-Liste erstellen und Gerechtigkeit suchen.»
Doch – wie könnte es auch anders sein: «Das Epstein-Akten-Gesetz enthält Ausnahmen, die Einfluss darauf haben könnten, was und wann veröffentlicht wird», so ABC News. Oder wie es die Bild ausdrückt: «Trumps Epstein-Wende hat einen Haken». Das Boulevardblatt:
«Der Countdown läuft! Nachdem US-Präsident Donald Trump alle Akten zur Epstein-Affäre freigegeben hat, muss das Justizministerium die Unterlagen innerhalb der nächsten 30 Tage veröffentlichen.
Rund 100.000 Dokumente sollen noch unter Verschluss sein – darunter potenzielle ‹Bomben›: Flugbücher, geheime Einvernahmen, vielleicht sogar mögliche neue Namen von Beteiligten an Epsteins systematischem Sexhandel mit minderjährigen Opfern. Bis heute hält sich der Verdacht, dass Epstein eine ‹Klientenliste› aus Reichen und Mächtigen besaß.»
Die Kernfrage ist jedoch, ob Trump tiefer in der Affäre steckt als vermutet. «Ob sie nach der Veröffentlichung der Akten beantwortet werden kann, ist völlig unklar», so die Bild. Denn: Nicht alle Informationen seien für die Öffentlichkeit zugänglich.
Zwar dürften Akten zu Jeffrey Epstein, einschließlich Ermittlungen, Strafverfolgungen und Haft herausgegeben werden. Das Gleiche gelte für Informationen zu Personen, Organisationen und Regierungsbeamten im Umfeld Epsteins, für Vereinbarungen über Schuldeingeständnisse («Plea Deals») oder Nichtverfolgungsabkommen sowie Unterlagen zu Epsteins Inhaftierung und Tod im Jahr 2019 im Gefängnis (inklusive Autopsieberichte und Befragungen). Doch Folgendes könne zurückgehalten werden:
- Persönlich identifizierbare Informationen von Opfern und Zeugen.
- Material über sexuellen Kindesmissbrauch, dessen Veröffentlichung verboten ist.
- Akten, die laufende Bundesermittlungen gefährden würden.
«Genau in diesem letzten Punkt vermuten Trump-Kritiker den Haken», so die Bild. Denn der US-Präsident habe Justizministerin Pam Bondi kürzlich angewiesen, Ermittlungen gegen prominente Demokraten mit früheren Epstein-Verbindungen aufzunehmen – darunter Ex-Präsident Bill Clinton, der bis zu 26-mal als Passagier in Epsteins «Lolita Express» mitflog (siehe dazu hier).
Demokraten-Senator Chuck Schumer warnte Trump schon vorsorglich vor «unlauteren Machenschaften», während Epsteins Gesetzesentwurf an das Weiße Haus geht. «Sobald der Präsident das Gesetz unterzeichnet hat, muss er es gewissenhaft anwenden und ausführen», so der demokratische Mehrheitsführer im Senat. «Von Donald Trump darf es keine Tricksereien geben.»
Schumer nannte es auch «eine Schande», dass die republikanischen Führer «monatelang versucht haben, die Wahrheit zu verbergen». Das Gesetz schreibe vollständige Transparenz vor und erlaube dem Präsidenten nicht, Informationen selektiv offenzulegen, so der 74-Jährige. Und weiter:
«Dies ist keine Einladung an Donald Trump, sich seine Version der Wahrheit auszusuchen. Dieses Gesetz ist ein Befehl an den Präsidenten, vollkommen transparent zu sein, reinen Tisch zu machen und dem amerikanischen Volk gegenüber volle Ehrlichkeit zu wahren, selbst wenn er es nicht will.»
Russland verschärft den Ton - im Gespräch mit Oberstleutnant im Generalstab aD Ralph Bosshard
«Es ist Krieg. Deshalb muss auf Sanktionen mit Militärschlägen reagiert werden», sagt Karaganow in einem Interview mit dem online-Magazin Multipolar.
Er sagt, seine harte Linie werde von 95 Prozent der russischen Elite geteilt.
Trifft das auch auf die russische Führung und auf das Militär? Über diese und weitere Fragen sprechen wir mit Oberstlt i Gst aD Ralph Bosshard. Der Militärpublizist wurde im Auftrag der Schweiz in England und an der Generalsstabsakademie in Moskau ausgebildet. Als Historiker und Slawist und als ehemaliger Chief Planniung Officer der OSZE in der Ukraine kennt er beide Seiten des Konflikts aus nächster Nähe.
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Propaganda für mRNA-Grippespritze angelaufen
Pfizer macht Werbung für seinen neuen mRNA-Grippeimpfstoff. Dieser sei wirksamer als die herkömmliche Grippeimpfung, er habe mehr Fälle verhindern können, behauptet das Unternehmen. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden am Mittwoch im Fachjournal The New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Zeitgleich wurde in den USA und in Europa die Propagandamaschinerie angeworfen. Darin wird die mRNA-Technologie als «bahnbrechend» und «erfolgreich» dargestellt, ihre Vorteile hätten sich schon während der «Corona-Pandemie» gezeigt.
Kelly Lindert, Vizepräsidentin für klinische Forschung und Entwicklung bei Pfizer und leitende Autorin der neuen Studie, durfte im US-Portal CIDRAP erklären, der experimentelle mRNA-«Impfstoff» habe «60 bis 67 Prozent» der Grippeinfektionen verhindert, der herkömmliche Impfstoff dagegen nur 44 bis 54 Prozent.
Das Deutsche RedaktionsNetzwerk (RND) wartete dagegen mit anderen Zahlen auf: Dort wurde die Erfolgsquote der neuen mRNA-Spritze im Vergleich zum herkömmlichen Stoff nur mit 34,5 Prozent beziffert. Allerdings wird gelobt, dass die Gentherapie auch bei der Bildung von Antikörpern überzeuge.
Die Differenz bei der Effizienz der mRNA-Injektion gegen die Grippe erinnert an das Verwirrspiel, das auch während der sogenannten «Corona-Pandemie» in Szene gesetzt wurde. Damals hatten Hersteller, Politiker und deren handverlesene Wissenschaftler mithilfe der Leitmedien anfänglich eine Wirksamkeit von sagenhaften 95 Prozent bei der Verhinderung einer Infektion orakelt. Diese wurde im Laufe der Zeit immer weiter nach unten gestuft, bis es am Ende lapidar hieß, der Stoff sei gar nicht auf die Wirksamkeit bei der Übertragung untersucht worden, aber er verhindere auf jeden Fall schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte.
Die Autoren der von Pfizer finanzierten Studie testeten den experimentellen mRNA-Impfstoff übrigens schon während der Grippesaison 2022-2023. Die Versuche wurden an mehr als 18.000 Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren in den USA, Südafrika und auf den Philippinen durchgeführt.
Zwar wird neuerdings auch darauf hingewiesen, dass die mRNA-Spritze gegen Grippe mehr «leichte bis moderate» Nebenwirkungen habe als der herkömmliche Grippeimpfstoff, aber insgesamt werden die Vorteile der Gentherapie hervorgehoben, vor allem im Hinblick auf sogenannte «Pandemien».
Das Deutsche Ärzteblatt teilte mit, dass «die Technologie der mRNA-Impfstoffe, die erstmals gegen COVID-19 erfolgreich eingesetzt wurde», nun auch zur Entwicklung neuer Grippeimpfstoffe genutzt werden könne. Nachdem Moderna im Juli positive Ergebnisse einer Phase-3-Studie vorgestellt habe, publiziere jetzt der Konkurrent Pfizer seine Ergebnisse. Beide Vakzine seien «konventionellen Impfstoffen überlegen».
N-tv erinnerte daran, dass der US-Pharmakonzern Pfizer die mRNA-Technologie während der «Pandemie» in Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen BioNTech auf den Markt gebracht hat. Nun könne sie auch «bei der Immunisierung gegen Grippe für Fortschritte sorgen. Das Portal lässt wissen:
«Neuer mRNA-Grippeimpfstoff lässt sich schneller anpassen. Mit mRNA-Impfstoffen könnte die Bekämpfung der Grippe effizienter werden. Erste Untersuchungen zeigen eine stärkere Wirkung, aber auch mehr Nebenwirkungen. Die schnelle Anpassung an Virusvarianten verspricht Vorteile - besonders bei Pandemien.»
Die Apothekenumschau wirbt im Sinne der Pharmaunternehmen wie folgt:
«Wie die bereits zugelassenen Corona-mRNA-Impfstoffe sorgte auch der neue Grippe-Impfstoff für vermehrte Impfreaktionen. Diese fielen allerdings meist mild bis moderat aus, typische Merkmale sind etwa Schmerz an der Einstichstelle, Kopfschmerz oder Schlappheit. Schwere Nebenwirkungen traten hingegen nicht häufiger auf als bei herkömmlichen Impfstoffen.»
Und Alexander Dalpke, ärztlicher Direktor am Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikum Heidelberg darf hinsichtlich der Nebenwirkungen kundtun: «Die erhöhten Impfreaktionen entsprechen denen, die von den Covid-19-Impfstoffen bekannt sind.» Dies spreche nicht gegen eine Zulassung.
Im US-Portal CIDRAP wird derweil Angst vor den «jüngsten Mutationen der zirkulierenden Influenzaviren» geschürt. Diese könnten die Wirksamkeit von Grippeimpfungen in diesem Jahr beeinträchtigen und zu einer besonders heftigen Grippesaison führen.
Das Problem sei nicht neu. Grippeviren seien dafür bekannt, dass sie sich schnell und ohne Vorwarnung weiterentwickelten, was zu einer Diskrepanz zwischen den bereits auf dem Markt befindlichen Impfstoffen und den von Mensch zu Mensch übertragenen Virusstämmen führe.
In den letzten 15 Jahren habe die Wirksamkeit saisonaler Grippeimpfstoffe laut der Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zwischen 19 und 60 Prozent gelegen, heißt es. Eine der vielversprechendsten Impfstofftechnologien nutze nun modifizierte mRNA, eine Plattform, die es den Herstellern ermöglicht habe, während der «Corona-Pandemie» schnell Hunderte Millionen COVID-19-Impfstoffe zu produzieren.
Bill Hanage, Professor für Epidemiologie an der Harvard T.H. Chan School of Public Health, darf in dem Artikel propagieren, dass «ein sicherer und wirksamer Grippeimpfstoff auf mRNA-Basis eine bahnbrechende Neuerung darstellen könnte, da er es den Herstellern ermöglichen würde, schnell auf genetische Mutationen der zirkulierenden Viren zu reagieren».
Bringt «politisches Erdbeben» Frieden für die Ukraine?
«Der» neue US-Friedensplan, der in Zusammenarbeit mit Moskau entstanden sein soll, sollte unterstützt werden. Das erklärte der britische Politikwissenschaftler Anatol Lieven am Donnerstag in einem aktuellen Beitrag. Lieven ist Direktor des Eurasia-Programms am Quincy Institute for Responsible Statecraft.
In dem Text geht der Politikwissenschaftler auf die bis Donnerstag bekanntgewordenen wenigen Details des neuen US-Planes ein, der 28 Punkte umfassen soll. Aus seiner Sicht kann damit ein «politisches Erdbeben» ausgelöst werden.
Es handele sich um einen «notwendigen Schritt zur Beendigung des Krieges» in der Ukraine: «Denn endlich befasst sich dieses Dokument mit den konkreten, detaillierten Fragen, die gelöst werden müssen, wenn Frieden erreicht werden soll.» Leider würden «die üblichen Verdächtigen ihn bereits rundweg» ablehnen, stellt Lieven fest.
Der Plan wurde den Berichten zufolge offenbar zwischen dem US-Gesandten Steve Witkoff und dem russischen Gesandten Kyrill Dmitriew sowie weiteren Beteiligten ausgearbeitet. Vieles daran sei aber noch unklar, meint der Politologe.
Er weist darauf hin, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump zwar glaube, dass eine Einigung unmittelbar bevorstehe. Aber zugleich habe die russische Regierung betont, dass noch keine Einigung erzielt worden sei.
«Wir wissen nicht, ob Moskau versuchen wird, weitere Zugeständnisse zu erzwingen; die Details zu mehreren wichtigen Punkten wurden nicht bekannt gegeben; und vor allem könnte es unmöglich sein, die ukrainische Regierung dazu zu bringen, wesentlichen Elementen zuzustimmen, es sei denn, die Trump-Regierung ist bereit, sowohl auf die Ukraine als auch auf die europäischen Verbündeten Amerikas extrem starken Druck auszuüben.»
Es sei bereits berichtet worden, dass der Kiewer Präsident Wolodymyr Selenskyj den Plan abgelehnt habe und gemeinsam mit europäischen Regierungen an einem Alternativvorschlag arbeite. «Allerdings hat bisher keiner der Vorschläge der Europäer auch nur die geringste Chance, von Moskau akzeptiert zu werden», stellt Lieven klar.
Zu den schwierigsten Punkten für die Ukraine in dem gemeldeten Plan gehöre, dass die Ukraine sich aus den etwa 14 Prozent des Donbass, die sie noch hält, zurückziehen solle. Da die wichtige ukrainische Stadt Pokrowsk (russisch: Krasnoarmeisk) jedoch offenbar kurz vor der Eroberung stehe, gehe die Trump-Regierung offenbar davon aus, dass auch der Rest des Donbass früher oder später fallen wird. In Washington werde es als sinnlos angesehen, weitere ukrainische Leben in einem vergeblichen Versuch zu opfern, den Donbass zu halten, und damit auch den Zusammenbruch des ukrainischen Militärs und den Verlust weiterer Gebiete außerhalb des Donbass zu riskieren.
Der Vertragsentwurf mildere die Auswirkungen für die Ukraine, indem er festlege, dass das übergebene Gebiet entmilitarisiert und von neutralen Friedenstruppen kontrolliert werden soll. In den beiden anderen von Russland beanspruchten, aber nur teilweise besetzten Provinzen Saporischschja und Cherson solle die Waffenstillstandslinie entlang der bestehenden Front verlaufen und Russland seine Forderung nach dem gesamten Provinzterritorium aufgeben.
«In einem großen Zugeständnis an Russland» sei die Trump-Regierung bereit, «die rechtliche Souveränität Russlands über den Donbass und die Krim anzuerkennen (was auch die Aufhebung vieler US-Sanktionen gegen Russland bedeuten würde), obwohl sie dies nicht von der Ukraine erwartet». Der Vertragsentwurf schließe außerdem Langstreckenraketen für die Ukraine aus und würde Beschränkungen für die Größe der ukrainischen Streitkräfte vorsehen.
Es sei bisher nicht bekannt, wie weitreichend diese militärischen Beschränkungen sein werden. Die ukrainische Regierung stimmte bei den Gesprächen in Istanbul im März 2022 dem Grundsatz der Rüstungsbeschränkungen zu, erinnert Lieven. Kiew habe diese Idee seitdem jedoch kategorisch abgelehnt.
Zu dem Plan würden Berichten zufolge auch nicht näher bezeichnete Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine gehören. Zudem würde Russland das Recht der Ukraine auf Beitritt zur Europäischen Union (EU) anerkennen – als Gegenleistung für den Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine. Das hätten aber der russische Präsident Wladimir Putin und Außenmister Sergej Lawrow bereits mehrfach erklärt.
Lieven schreibt, es sei bisher nicht bekannt, ob für die Neutralität die ukrainische Verfassung geändert werden müsse, um die entsprechende frühere Verpflichtung darin wiederherzustellen. Das dürfte aus seiner Sicht im gegenwärtigen ukrainischen Parlament nur schwer durchzusetzen sein.
«Dies gilt auch für ein weiteres Schlüsselelement des gemeldeten Plans – die Einführung des Russischen als zweite Amtssprache in der Ukraine. Dies ist ein neuralgischer Punkt für ukrainische ethnische Nationalisten, aber sie sollten anerkennen und mit Dankbarkeit darauf reagieren, dass angesichts der russischen Invasion die große Mehrheit der Russen und Russischsprachigen der Ukraine treu geblieben ist.»
Die Informationen zu dem Plan hätten erwartungsgemäß sofortige Kritik sowohl aus Kiew als auch aus westlichen Hauptstädten hervorgerufen. Der Politikwissenschaftler bezeichnet die dabei verwendete Formulierung von einer «Kapitulation» der Ukraine als «falsch».
Das Quincy Institute hatte schon im Mai dieses Jahres erklärt, dass ein Abkommen, das drei Viertel der Ukraine unabhängig lässt und ihr den Weg zur EU-Mitgliedschaft ebnet, ein «bedingter Sieg» für die Ukraine sei. Lieven begründet das mit dem angeblichen Ziel Moskaus zu Beginn des Krieges, «die gesamte Ukraine in einen Vasallenstaat zu verwandeln oder alternativ den gesamten Osten und Süden der Ukraine zu erobern».
Schon die Zahl von etwas über 100.000 russischen Soldaten beim Einmarsch am 24. Februar 2022 gegenüber mehr als 400.000 ukrainischen Soldaten spricht dagegen. Hinzu kommt die russische Bereitschaft zu Verhandlungen mit Kiew im Frühjahr 2022, einschließlich eines Truppenrückzuges. Diese hätten verhindern können, dass es zu dem jetzt seit mehr als dreieinhalb Jahre dauernden Krieg kommt – was aber von den westlichen Regierungen torpediert wurde.
Lieven meint, das nun vorgeschlagene Abkommen «wäre auch ein Sieg für die Ukraine im Hinblick auf die 500-jährige Geschichte der russischen, polnischen und türkischen Herrschaft über die Ukraine». Das werde durch die lautstarken Proteste belegt, «die ein Abkommen dieser Art bei den russischen Hardlinern hervorrufen würde, die immer noch davon träumen, die maximalistischen Ziele Russlands zu erreichen». Europäische Kommentare, wonach dieser Vertragsentwurf den «maximalistischen Forderungen» Russlands nachgibt, seien «Unsinn».
Der Politologe schreibt zu den im Plan erwähnten westlichen Sicherheitsgarantien für die Ukraine, «dass es in internationalen Angelegenheiten und in der Geschichte keine absoluten Garantien gibt, geschweige denn dauerhafte». Es könne aber eine Reihe von Verpflichtungen aufgenommen werden, um einen erneuten russischen Angriff auf die Ukraine zu verhindern.
Dazu sollte das Abkommen vom UN-Sicherheitsrat ratifiziert und von den BRICS-Staaten gebilligt werden. Außerdem sollten die westlichen Wirtschaftssanktionen «nicht aufgehoben, sondern ausgesetzt werden, mit einer Snap-Back-Klausel, die besagt, dass sie automatisch wieder in Kraft treten, wenn Russland seine Aggression wieder aufnimmt».
Das schlägt Lieven auch für ausgesetzte Waffenlieferungen wie die von bestimmten Langstreckenraketen an Kiew vor. Für diese solle es eine rechtsverbindlichen Garantie geben, dass sie der Ukraine zur Verfügung gestellt werden, wenn Russland den Krieg wieder aufnimmt.
Zudem solle die Ukraine «das uneingeschränkte und garantierte Recht behalten, die Verteidigungswaffen zu erhalten und zu entwickeln, die während dieses Krieges eine Schlüsselrolle dabei gespielt haben, den Vormarsch Russlands zu verlangsamen und der russischen Armee immense Verluste zuzufügen». Das sieht er als «bei weitem größte Abschreckung für Russland, einen neuen Krieg zu beginnen». Russlands Streitkräfte hätten in diesem Krieg «gelitten und versagt», woraus Lieven schlussfolgert:
«Wenn Russland seine erklärten grundlegenden Ziele in der Ukraine erreicht hat, würde dann eine zukünftige russische Regierung wirklich noch einmal so etwas durchmachen wollen?»
Der Politologe, der während des Krieges die Ukraine wie auch Russland besucht hat, erinnert daran, dass westliche Beamte, Politiker und Kommentatoren glauben und offen erklärt haben, dass die Fortsetzung des Ukraine-Krieges «gut angelegtes Geld» sei, weil er Russland schwächt, ohne dass dabei US-amerikanische Leben geopfert werden müssen. Er warnt:
«Abgesehen von der zutiefst unmoralischen Opferung ukrainischer Leben für dieses Ziel besteht jedoch umso mehr Gefahr, je länger der Krieg andauert, dass die Ukraine eine weitaus größere Niederlage erleidet, Russland einen weitaus größeren Sieg davonträgt und die USA eine weitaus größere Demütigung erfahren.»
Sein Fazit:
«Angesichts der zunehmenden Anzeichen für die militärische Schwäche der Ukraine und die Fähigkeit Russlands, seine Offensive voranzutreiben, gebietet es die einfache Vorsicht, nach einem baldigen Frieden zu vernünftigen Bedingungen zu suchen. Das verspricht der vorliegende Plan, und jeder, dem die Interessen der Ukraine und Europas wirklich am Herzen liegen, sollte ihn unterstützen.»
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Neuer US-Anlauf für Frieden in der Ukraine
EU statt Russland der «wahre Feind» – Finanzanalytiker Martin Armstrong über Ukraine-Krieg
tkp: Sind 5G-Sendemasten vor Wohnhäusern gesundheitlich unbedenklich und zulässig?
Lucas Amman: „600 Millionen Euro verschwendet“: Regierung entsorgte 27 Millionen Covid-Impfdosen
Focus: Top-General schockiert in Russland-Rede: „Bereit sein, unsere Kinder zu verlieren“
Berliner Zeitung: Panik in Berlin: Hat Merz die Ukraine-Verhandlungen verpennt?
Lost in Europe: Ukraine: Es gibt doch einen EU-Plan – er zeugt von Realitätsverlust
NachDenkSeiten: Der ukrainische Korruptionsskandal als Inszenierung – Selenskyj soll stürzen
Overton: Verfassungsgericht rügt Oberlandesgericht wegen Kriminalisierung von Journalismus
Apollo News: Brasilianer sind empört über abfällige Äußerung: Merz erntet in den sozialen Medien tausendfachen Unmut
Swissinfo: Armeeangehörige sollen Munition wieder mit nach Hause nehmen können
Studie: Übersterblichkeit in Deutschland stieg 2022 stark an
Bis heute wird kontrovers diskutiert, wie schädlich die Corona-«Impfungen» tatsächlich sind. Politik und Leitmedien behaupten nach wie vor, Impfschäden seien äußerst selten, doch stimmt das wirklich?
Der Psychologe Prof. Dr. Christof Kuhbandner und der Versicherungsmathematiker Prof. Dr. Matthias Reitzner, beide Mitglieder der Gesellschaft der Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie (MWGFD), haben in der renommierten Zeitschrift Royal Society Open Science eine besorgniserregende Studie publiziert, in der sie sich mit der Übersterblichkeit in Deutschland während der «Corona-Pandemie» beschäftigten.
Die Studie trägt den Titel «Regional patterns of excess mortality in Germany during the COVID-19 pandemic: a state-level analysis» (Regionale Muster der Übersterblichkeit in Deutschland während der COVID-19-Pandemie: eine Analyse auf Bundesländer-Ebene) und untersuchte die Übersterblichkeit in den Jahren 2020 bis 2022 im Zusammenhang mit mehreren Faktoren. Die Autoren fanden heraus, dass die Übersterblichkeit sowohl 2020 als auch 2021 auf einem durchschnittlichen Niveau lag, während sie 2022 plötzlich stark anstieg.
Screenshot: Grafik aus der Studie
Dieser Anstieg kann nach Ansicht von Kuhbandner und Reitzner nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit auf «Covid» zurückgeführt werden – er korreliere jedoch stark mit der Impfquote. Die Autoren betonen:
«Diese eindeutige Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit einer dringenden Untersuchung möglicher unbeabsichtigter Auswirkungen von Impfungen oder anderer bisher vernachlässigter Mortalitätsfaktoren.»
Drosten-Vorgänger an der Charité redet Klartext in Enquete-Kommission
Der ehemalige Chef-Virologe der Berliner Charité, Prof. Detlef Krüger, sagte kürzlich in der Enquete-Kommission «Lehren aus der Coronapandemie» des Brandenburger Landtags aus. Als Sachverständiger ist er auf Wunsch der CDU-Fraktion Mitglied dieses Gremiums. Sein Vortrag bei der öffentlichen Sitzung galt dem Thema «Grundlagen der Virusepidemiologie und Seuchenbekämpfung».
Der Wirtschaftsinformatiker und Datenanalyst Marcel Barz, der selber in der Thüringer Corona-Enquete-Kommission als stellvertretender Sachverständiger für Tom Lausen agiert, war als Beobachter dabei. Barz hat darauf hingewiesen, dass Prof. Krüger der Vorgänger von Christian Drosten bei der Charité war und beide nun «komplett gegensätzliche Darstellungen» in Sachen «Pandemie» vertreten.
Barz folgert daraus, dass «mindestens einer von beiden lügt». Eine Aufarbeitung sei so nicht möglich, da es keine fachliche Debatte mehr gebe. Alles verkomme zu einer reinen Glaubensfrage – je nachdem, welchem Experten man glaube.
Über die Aussagen von Drosten (in Sachsen) hat die Journalistin Aya Velázquez kürzlich berichtet. Die Ausführungen Krügers hat der «Erbsenzähler» Barz in einem Video-Ausschnitt aus der Kommissionssitzung online gestellt:
Krügers drei Kernaussagen, die den Positionen Drostens in der Tat diametral gegenüberstehen, sind:
- Die unklare Datenlage ist Folge der fragwürdigen COVID-19-Falldefinition.
- Ein epidemisches Geschehen endet erst durch «Herdenimmunität» nach natürlicher Infektion. Demnach kann eine absolute Infektionsverhütung kein strategisches Ziel sein.
- Die Bekämpfung darf nicht schädlicher sein als das Problem selbst.
Der frühere Direktor des Instituts für Virologie stellte in seinem ruhigen Vortrag von Anfang an klar, er wolle nicht im Nachhinein als Besserwisser auftreten, sondern «eigentlich Lehrbuchwissen referieren, was ich meinen Studenten jahrzehntelang beigebracht habe, und wovon man sonderbarerweise in der Corona-Zeit wenig respektiert hat». Es sei de facto mehr Angst und Hysterie geschürt als Information verbreitet worden.
Wo sind die Daten?Das Grundproblem der mangelnden aussagekräftigen Daten resultiere aus der fehlerhaften Falldefinition. Diese habe nicht auf Krankheitsdaten beruht, sondern auf der positiven Testung, und diese Fokussierung auf die Infektion statt auf die Krankheit habe sehr viel Schaden angerichtet. Krüger wörtlich:
«Das ewige Verwechseln von COVID-19 (also der Erkrankung) und den sogenannten Fällen (also den PCR-positiv getesteten Personen) egal, ob sie krank sind oder nicht, hat zu einem riesigen Datengemisch geführt. (...) COVID-Statistiken sind eigentlich nur PCR-Statistiken.»
Der alte epidemiologische Begriff der «Inzidenz» als Anzahl Erkrankter pro Einwohner habe plötzlich nicht mehr existiert. Stattdessen habe eine «Infektions-Inzidenz» gegolten, im Sinne von SARS-CoV-2-Testpositiven. Die Folge sei: «Je nachdem, wie viel und wen man misst, kann man diese Werte total verändern». Das sei entsprechend kein vernünftiges Kriterium, um die Schwere einer Pandemie zu erkennen, sagte er den Abgeordneten, denn wichtig wäre die Krankheitslast.
Als nützliche Leitlinie für den Umgang mit einem mutmaßlich neuen, krankmachenden Erreger hätte 2020 der nationale Pandemieplan des Robert Koch-Instituts (RKI) von 2017 dienen können, bei dem es hauptsächlich um Influenza ging, so Krüger. COVID und Influenza seien sehr ähnlich. Aber dieser Vergleich sei damals von Politik und Medien als «Bagatellisierung der Corona-Situation» zurückgewiesen worden, während beispielsweise für Kinder COVID kaum gefährlich sei, die Grippe dagegen schon. Krüger ergänzte:
«Das mangelnde Wissen von Leuten, die in irgendwelchen Stäben saßen, hat mich sehr erschüttert.»
Der Virologe erinnerte daran, dass alle Maßnahmen immer auch soziale, ökonomische und kulturelle Kollateralschäden verursachen. Eine Epidemie sei zu Ende, wenn ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität aufgebaut habe. Lockdowns, Versammlungsverbote und dergleichen würden jedoch Infektionen verhindern und somit die Bevölkerungsimmunität nur hinauszögern.
Fremdschutz durch Impfen?Die «Freunde des Impfens» hätten so gerne gewollt, dass durch die Injektion das Corona-Problem gelöst würde, weil dann Fremdschutz existieren würde, erklärte der Professor und fügte hinzu: «Das kann durch diese Art der Impfung nicht passieren. (...) Auch das war alles bekannt.» Zu zwei Aspekten bezog er sich wiederum explizit auf das Lehrbuchwissen:
- Ein Vollvirus (natürliche Infektion) erzeuge komplexere und wirksamere Immunität als ein einzelnes Protein (mRNA-Spikes). Gegen Letztere richteten sich in der natürlichen Infektion außerdem immunpathologische Prozesse [Autoimmunreaktion], «und genau dieses Protein nehmen wir dann auch noch zur Immunisierung».
- Die Art der Applikation des «Impfstoffs» sei noch entscheidender: Intramuskulös könne sie bestenfalls Eigenschutz generieren, aber keinen Fremdschutz.
Als Fazit der «Impflösung» sieht Krüger folgendes:
- Es gibt einen gewissen Eigenschutz.
- Der Fremdschutz ist gering bis gar nicht vorhanden.
- Nebenwirkungen sind real.
Insbesondere der geringe beziehungsweise fehlende Fremdschutz bringt den erfahrenen Virologen dazu, real existierende Maßnahmen wie Impfpflicht oder Impfdruck in Frage zu stellen. Besonders belaste ihn der Impfdruck gegenüber Kindern, denn die seien bei Corona keine Risikogruppe. Eine Nutzen-/Risiko-Abschätzung für einen nur vorläufig zugelassenen Impfstoff dürfe sicher keine Menschen umfassen, die gar nicht erkranken. Krüger resümiert diesbezüglich:
«Diese Idee, dass die Kinder nun Oma und Opa infizieren, wenn sie nicht geimpft sind, die war natürlich – mit Verlaub gesagt – Blödsinn.»
Abschließend listet Krüger eine Serie von Bußgeldkatalogen auf, die das Land Brandenburg «auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen bestimmter wissenschaftlicher Berater der Bundesregierung» erlassen hat. In diese Kategorie würde natürlich auch ein gewisser Christian Drosten fallen.
Marcel Barz fragt sich, ob die Widersprüche zwischen den beiden Wissenschaftlern vielleicht gar nicht belegbar sein sollen. Wenn bei einigen Zeugen Wortprotokolle geheim und Aufzeichnungen verboten seien, wären Widersprüche faktisch nicht belegbar. Die Frage sei: «Wer schützt hier eigentlich wen?»
Bargeld im Visier: Wie Weihnachtsmärkte zur Kampfzone um unsere Freiheit werden
Zürich hat es erlebt: Ein Weihnachtsmarkt will das Bargeld verbannen – und kassiert dafür einen landesweiten Shitstorm. Der Druck wurde so stark, dass die Betreiber zurückruderten und das gesetzliche Zahlungsmittel wieder zuließen (wir berichteten). Ein Erfolg für jene, die finden: Bargeld gehört zum öffentlichen Raum wie Licht zur Adventszeit.
Doch kaum ist der Sturm am Limmatquai abgeflaut, braut sich bereits der nächste zusammen. Der Berner Sternenmarkt setzt unbeirrt auf das bargeldlose Bezahlen. Elektronisch oder gar nicht. Bargeld? Nur in «Ausnahmefällen», wie der Betreiber betont – und Bußen, wie sie in Zürich vorgesehen waren, gebe es nicht, falls ein Standbetreiber Noten und Münzen akzeptiere. Doch wer darüber entscheidet, was eine Ausnahme ist, bleibt unklar – und genau das bringt Politik und Zivilgesellschaft auf die Barrikaden.
Seit 2021 läuft der Sternenmarkt bargeldlos. Man beruft sich auf Effizienz, Vereinfachung und moderne Abläufe. Doch hinter der vermeintlichen Modernität stehen Fragen, die eine Gesellschaft nicht einfach durchwinken kann:
- Darf eine Veranstaltung auf öffentlichem Grund ein gesetzliches Zahlungsmittel praktisch ausschließen?
- Wer trägt die Kosten der Digitalisierung – Konsumenten oder kleine Händler?
Und was bedeutet es für jene, die kein Smartphone besitzen, keine Kreditkarte haben oder schlicht anonym bezahlen möchten? Dass Standbetreiber «keine Bußen» für Barzahlungen befürchten müssten, beruhigt wenig. Die Botschaft bleibt dieselbe: Bargeld ist unerwünscht – und wer es nutzt, verursacht Aufwand.
SVP-Stadtrat Alexander Feuz zieht nun die Reißleine. Seine Forderung: Anlässe auf öffentlichem Grund sollen verpflichtet werden, Bargeld zu akzeptieren. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Rechts- und Freiheitsgründen. Bargeld ist gesetzliches Zahlungsmittel und es besteht Annahmepflicht. Im Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel (WZG) heißt es im Artikel 3:
- Jede Person ist gehalten, bis zu 100 schweizerische Umlaufmünzen an Zahlung zu nehmen. Umlauf-, Gedenk- und Anlagemünzen werden von der Schweizerischen Nationalbank und den öffentlichen Kassen des Bundes unbeschränkt zum Nennwert angenommen.
- Schweizerische Banknoten müssen von jeder Person unbeschränkt an Zahlung genommen werden.
Und anders als die digitale Spur, die jeder Karten- oder Handy-Bezahlung folgt, lässt das Bargeld den Bürgerinnen und Bürgern ihre Privatsphäre.
Feuz weist zudem auf ein Problem hin, über das kaum jemand spricht: Für suchtgefährdete Menschen – etwa beim Alkoholkonsum – ist die Hürde beim digitalen Bezahlen tiefer. Eine Karte limitiert nicht. Ein Zwanziger im Portemonnaie schon.
Während der Sternenmarkt bargeldlose Zahlungen predigt, zeigt ein kurzer Blick auf andere Berner Weihnachtsmärkte, wie pragmatisch es eigentlich ginge. Auf dem Waisenhaus- und Münsterplatz bevorzugen viele Händler Bargeld sogar ausdrücklich – denn jede digitale Zahlung kostet Gebühren. «Mit Cashless füttert man vor allem die Banken», sagt ein Marktvertreter offen. Der Verein Schweiz-Macher, der bereits in Zürich erfolgreich intervenierte, hat nun auch in Bern eine Beschwerde eingereicht. Der Vorwurf:
- Verletzung verfassungsrechtlicher Grundsätze wie Diskriminierungsverbot und Wirtschaftsfreiheit.
- Missachtung des Währungsgesetzes.
- Unverhältnismäßige Einschränkung der Konsumentinnen und Konsumenten.
Der öffentliche Raum gehört allen – und alle müssen ihn nutzen können, unabhängig von Smartphone, Bankkonto oder digitaler Spur. Wer heute glaubt, Bargeld sei ein nostalgisches Reststück des analogen Zeitalters, hat den Kern der Debatte nicht verstanden. Bargeld bedeutet:
- Datenschutz ohne Hintertür,
- Unabhängigkeit von Strom, Netz und Zahlungsdienstleistern,
- Inklusion für ältere Menschen, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, finanziell Schwache,
- Krisensicherheit, wenn digitale Systeme ausfallen.
Kurz: Bargeld ist gelebte Freiheit. Was in Zürich und Bern passiert, ist kein Nebenkriegsschauplatz. Es ist ein Testfeld dafür, wie weit man die Bevölkerung digitalisieren – oder ausschließen – kann. Heute sind es Weihnachtsmärkte. Morgen vielleicht Sportveranstaltungen, Festivals oder ganze Innenstädte. Der Widerstand zeigt: Die Schweiz ist nicht bereit, das Bargeld aufzugeben.
Weihnachtsmärkte sind Orte der Begegnung, nicht der Selektion. Wer dort Glühwein verkauft, kann auch eine Münze entgegennehmen. Und wer öffentlichen Raum nutzt, muss öffentlich zugänglich bleiben – auch finanziell.
Es bleibt abzuwarten, wie die Debatte in Bern ausgeht. Empfehlenswert ist, den Sternenmarkt zu besuchen und auf Bargeldzahlung zu beharren. Das hat bei mir in den letzten Jahren immer ausgezeichnet funktioniert.
«Grüner Pakt» der EU hat Lebensmittel in fünf Jahren um 40 Prozent verteuert
Der sogenannte «Green Deal», der von Ursula von der Leyens Europäischer Volkspartei und den europäischen Sozialisten und Sozialdemokraten (SPE) voll unterstützt wird, hat den Preis des Warenkorbs in fünf Jahren in die Höhe getrieben. Die spanische EU-Parlamentarierin Mireia Borrás (VOX) beziffert diesen in ihrem Land auf 40 Prozent, vor allem grundlegende Produkte wie Eier, Milcherzeugnisse, Fleisch und Gemüse seien betroffen.
«Dass das Omelett deiner Mutter ein Luxus ist, wussten wir schon. Aber dass du es dir bald nicht mehr wirst leisten können, das ist wirklich neu», erklärte die Politikerin in einem Video, das in den sozialen Netzwerken geteilt wurde.
Für Borrás ist der «Grüne Pakt» hauptverantwortlich für die Kostensteigerungen in der gesamten Lebensmittelkette. Die Politikerin stellt klar:
«Die ideologischen Forderungen des radikalen Ökologismus haben dazu geführt, dass die Lebensmittelproduktion (…) immer teurer wird und Bauern sowie Viehzüchter an den Rand des Zusammenbruchs gedrängt werden.»
Außerdem kritisiert Borrás, dass die neuen Handelsabkommen der Europäischen Union – etwa mit Marokko oder Mercosur – die massenhafte Einfuhr ausländischer Produkte erlauben, die nicht denselben gesundheitlichen und ökologischen Anforderungen unterliegen wie in den EU-Ländern.
Dies sprenge den Markt, drücke die Erzeugerpreise und verteuere gleichzeitig das, was Familien im Supermarkt zahlten. Den Kühlschrank zu füllen werde jeden Tag teurer, Brüssel schaue weg, und EVP und SPE würden weiterhin ihr eigenes Desaster bejubeln, resümiert Borrás.