Meinungsfreiheit ist nicht nur das Recht, zu Allem seinen Senf dazu zu geben wie an einer Würstelbude. Es ist das Recht, Behauptungen der Mächtigen in Frage zu stellen, Erklärungen und Fakten einzuklagen und Alternativen einzufordern. Das mag unbequem sein, lästig, nerven, bremsen. Aber es ist der Motor des Fortschritts. Ohne Nörgler, Zweifler und Besserwisser kein Fortschritt. Zweifel ist eine gesellschaftliche Produktivkraft. Seine Diffamierung durch angeblich alternativlose Politik ist Rückschritt in vormoderne Zeiten. Deutschland braucht wieder einen Grundkurs in Debatte und Wiederbelebung der Streitkultur.» (- Roland Tichy, Journalist und Publizist)
Sammlung von Newsfeeds
Iran Has Published a Naive Letter to the American People, by Paul Craig Roberts
Russia Is Not Collapsing: A Reply to Con Coughlin, by Larry C. Johnson
The Mamdani Era: Trump, Netanyahu, Door Dash and Opera, by Danny Goldberg
"Trump’s War with the 'liberal' Press.", by Patrick Lawrence
In the USA the Criminal Justice System (Sic) Commits More Crimes Than Criminals, by Paul Craig Roberts
Did an Israeli Plumber Really Pull an Emirati Plane Out of a Suicide Nosedive?, by Kevin Barrett
35 Black-On-White Homicides; Sept. 2026, by Kenn Gividen
Is the GOP Becoming the White People’s Party?, by Jared Taylor
Planning for a UK Civil War?, by Ganainm
Brasiliens Präsident Lula verbietet Online-Wetten
Mexiko: Neuer Ayotzinapa-Bericht enttäuscht Familien
Von Argentinien bis Mexiko: Proteste für Recht auf Abtreibung
Greetings to President of China Xi Jinping
Vladimir Putin sent a message of greetings to President of the People’s Republic of China Xi Jinping on the 77th anniversary of the founding of the PRC.
Zur Erinnerung (14)
Wissen Sie noch, was uns öffentlich-rechtliche Medien am 23. März 2020 praktisch befahlen?
Das eine, was wache Zeitgenossen erschrecken ließ, war die Selbstverständlichkeit, mit der die Regierenden „ihrem Volk“ eine Demokratiepause verordneten. Dieses Schleifen von Grund- und Menschenrechten wurde so natürlich nicht benannt. Den Leuten wurde stattdessen etwas von „Regeln“ erzählt. Von „Regeln“, deren Missachtung strafbewehrt wäre, die also penibel eingehalten werden müssten. Wissenschaftlich, vor allem gesundheitspolitisch, also epidemiologisch war übrigens bereits damals, im März 2020, jedem halbwegs Bewanderten klar, dass diese „Regeln“ schlicht und einfach völliger Nonsens waren.
Doch ebenso verstörend wirkte das koordinierte, dienernde Wirken der Massenmedien, die sich allesamt als im Grundsatz kritiklose Regierungssprecher strapazierten. Die Medien als vierte Gewalt zu bezeichnen, war bereits zuvor, gelinde ausgedrückt, eine gewagte Behauptung. Mit „Corona“ wurde es absurd:
„In einer gemeinsamen Schaltkonferenz haben gestern (22. März) Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder neue Regeln beschlossen. Damit soll die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verlangsamt werden. Zu den Regeln zählt zum Beispiel: nur noch zu zweit rausgehen oder zum Beispiel als Familie. Andreas Schmitt aus unserer Nachrichtenredaktion erklärt die neuen Regeln und warum es bei der Schalte Streit gab. Außerdem ist Bundeskanzlerin Angela Merkel in Quarantäne.“ (1)
Besonders „lustig“ fiel die Meldung von Angela Merkels Quarantäne auf. So funktioniert eine psychologische Operation. Auch mit solchen Informationen, dass die Regierungen nicht nur von „ihrem Volk“ fordern, sondern vorangehen beim „Einhalten der Regeln“, wurden die Menschen getäuscht und zum Mitmachen animiert. Ein weiterer Trick war der des Hinhaltens. Wenn alle brav mitmachten, könnten die „Regeln“ vielleicht bald „gelockert“ werden:
„Die neuen Regeln gelten erst einmal für die nächsten zwei Wochen. Für einige Bundesländer bringen die neuen Regeln ziemlich große Veränderungen, in anderen Regionen und Städten ändert sich nicht so viel.“ (1i)
Wissen Sie noch, von welchen absurden, nutzlosen, gängelnden, perfiden, antisozialen „Regeln“ die Rede war, liebe Leser?
- „Insgesamt sollen wir — so gut es geht — unsere sozialen Kontakte reduzieren.
- Draußen dürfen wir nur noch alleine unterwegs sein oder mit maximal einer weiteren Person. Familien sowie Angehörige des eigenen Haushalts dürfen weiterhin zusammen rausgehen.
- Große Ansammlungen — auch zu Hause — sind ab sofort nicht mehr erlaubt.
- Im öffentlichen Raum gilt ein Mindestabstand von mindestens 1,50 Metern.
- Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung oder Teilnahme an erforderlichen Terminen bleiben weiter möglich.“ (1ii)
Der Mitarbeiter aus der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks, Andreas Schmitt, belehrte den Konsumenten über dessen nun zu lebendes antisoziale Verhalten: „Wir sollen weiter versuchen, unsere sozialen Kontakte so gut es geht runterzufahren“. Und tatsächlich verdingte sich auch der Deutschlandfunk als Du-du-schön-brav-sein-Komplize eines paternalistischen Obrigkeitsstaates:
„Wenn ihr diese Regeln beachtet, dann dürft ihr auch weiterhin draußen Sport machen, spazieren gehen oder mit dem Hund raus.“ (1iii)
Wer den Blödsinn verweigerte oder auch schlicht und einfach ignorierte, musste mit Strafe rechnen. Die Androhung und Durchsetzung von Strafen war von Beginn an das Mittel der Wahl, die PLandemie in Fahrt zu bringen. Diese Angst war auch oft wirksamer als die Angst vor dem fiktiven Virus (a1):
„Es geht nicht um Empfehlungen, sondern um Regeln. Für ihre Einhaltung sollen Polizei und Ordnungsämter sorgen, die auch Strafen aussprechen dürfen. Zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz sind bis zu 25.000 Euro Bußgeld möglich. In besonders harten Fällen droht sogar Gefängnis.“ (1iv)
Unermüdlich wie unreflektiert, kritiklos und bar jeden anständigen Journalismus wurde das lügende Narrativ der Regierenden, der Betrügenden, unter anderem vom Deutschlandfunk weiterverbreitet:
„Je weniger Kontakt wir zu anderen Menschen haben, desto schwieriger wird es für das Virus, sich zu verbreiten.“ (1v)
Da war kein Nachfragen, keine Spur von gesunder Skepsis. Auch nicht darüber, wie mittels Telefonkonferenzen zwischen Bund und Ländern nach Belieben Grundrechte ausgesetzt, „Regeln“ verhängt und dann wieder „gelockert“ und später erneut „angezogen“ wurden. Der Gipfel des Irrsinns in der hier nochmal in den Blickpunkt geholten Nachricht war dann der:
„Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel muss ihre sozialen Kontakte ins Digitale verlegen. Sie ist seit Sonntagabend in Quarantäne. Sie wurde am Freitag von einem Arzt geimpft, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Deshalb hat Angela Merkel beschlossen, sicherheitshalber in Quarantäne zu gehen und zunächst von zu Hause aus zu arbeiten.“ (1vi)
Das kann man sich nicht ausdenken. Bereits damals hätte eine halbwegs aufgeklärte und nicht für Hysterie empfängliche Bevölkerung erkennen können, dass der Kaiser nackt ist. Und die PLandemie wäre verendet, bevor sie erst richtig begonnen hatte.
Das ist auch der Grund für das Weiterführen dieser Artikelreihe. Das Verhalten der Gesellschaft damals, im Jahre 2020, hat den Machtbewussten unmissverständlich aufgezeigt, dass man so etwas gern wieder probieren kann. Eine Krise, mit der sich das, so fadenscheinig es auch daherkommen mag, begründen lässt, werden sie finden.
Bitte bleiben Sie achtsam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er — einschließlich der prominenten Angabe der Primärquelle — gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(a1) So der Nachweis über einen Sachverhalt nicht erbracht wurde, ist es grundsätzlich gerechtfertigt, diesen als fiktiv zu klassifizieren.
(1 bis 1vi) 23.03.2020; Deutschlandfunk Nova; Kontaktsperre: Die neuen Regeln; https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/kontaktsperre-gegen-covid-19-neue-regeln-von-bund-und-l%C3%A4ndern
(Titelbild) Grundgesetz, Grundrechte, Corona, Impfung, Zwangsimpfung; Autor: Gerd Altmann (Pixabay); 19.01.2022; https://pixabay.com/de/illustrations/gesetz-coronavirus-6944202/; Lizenz: Pixabay License
Being Forcefully Pro-Palestine Weeds The Terrible People Out Of Your Life
Being forcefully pro-Palestine is the most efficient way to weed all the worst people out of your life.
It takes care of them all. Zionists. Islamophobes. Apathetic narcissists. Unthinking herd-minded right wing ideologues. Abuser-enabling “both sides” moral cowards. Emotionally stunted man-babies who turn every challenging conversation into an “allow me to play devil’s advocate” mental exercise to avoid feeling normal human feelings. Leaned-back, too-cool-for-the-current-thing victims of western meta-irony brain rot. It’s like spraying yourself with asshole repellant.
Supporting Palestine doesn’t automatically make you a good person; opposing genocide and apartheid is just the basic bare-minimum position we’re all morally obligated to take. But supporting Israel against the Palestinians absolutely does automatically make you a bad person.
Palestine is an interesting issue in that someone’s position on it doesn’t merely tell you about their politics, it tells you who they are as a person. If they can listen to you talk about all the horrific things Israel has done in Gaza and still have an objection to your position on the matter, then they’re not the sort of person you want in your life. If they can look at all those videos of shrapnel-shredded children and the satellite images showing entire neighborhoods pulverized to powder and then still think you’re the problem for opposing those things, then they’re showing you that there is something profoundly wrong with them as human beings.
I haven’t lost a single relationship I care about in these last three years. I’ve alienated a few obnoxious old acquaintances whom I’ve never liked, but all the people I actually value and want to keep in my life are fully on my side when it comes to hating Israel and supporting the Palestinians. Turns out I had done a pretty good job of surrounding myself with decent human beings in the years prior to the Gaza holocaust, but if I hadn’t I would have driven away the genocide supporters without a moment’s hesitation, and I would have been glad that circumstances forced them to expose their true nature to me.
You don’t even need to be that dramatic about it, though. Simply holding your position and refusing to be bullied out of it is generally all it takes to get such individuals to step away from you. If they know you think their whole worldview is wrong and that their values system is depraved, and they know they can’t talk you out of that perspective, then they’re probably not going to want to hang out with you.
In a world that has gone mad, it’s important to find little signposts of clarity to help you morally orient yourself so you don’t get swept up in the insanity with the herd. Palestine is one such signpost, because it’s such a blatantly obvious moral position to hold on to. But in a world that has gone mad, insisting on sanity will often turn the insane against you.
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Reporting of the RAF Fairford Arrests Blows the Idea of a ‘Free Press’ Out of the Water
Why Didn’t Netanyahu’s Cabinet Preempt October 7 (if it Knew About it in Advance)?
The Usefulness of a Massacre
Männer demonstrieren in Amed gegen Feminizide
In der nordkurdischen Metropole Amed (tr. Diyarbakır) haben Hunderte Männer am Mittwochabend gegen Feminizide und patriarchale Gewalt demonstriert. Zu dem ersten Männerprotest dieser Art in der Region hatten männliche Abgeordnete und kommunale Ko-Vorsitzende der DEM-Partei aufgerufen. Die Demonstration führte vom Parteibüro im Bezirk Rezan (Bağlar) zum Karanfil-Park.
„Wir schämen uns für die Männlichkeit, die Frauen tötet“, „Die Veränderung beginnt bei uns selbst“, „Brich das Schweigen“ und „Wir stellen uns der patriarchalen Männlichkeit“ stand auf Transparenten und Schildern. Unter Applaus und Pfiffen protestierten die Teilnehmer gegen die anhaltenden Feminizide. Am Karanfil-Park angekommen, riefen sie „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit) und „Bijî Berxwedana Jinan“ (Es lebe der Widerstand der Frauen).
„Morde sind keine individuellen Verbrechen“
Der Ko-Bürgermeister der Großstadtkommune Amed, Emin Ay, erklärte bei der Abschlusskundgebung, die Männer seien zusammengekommen, um sich einer gesellschaftlichen Realität zu stellen. Er verwies darauf, dass es sich um die erste Demonstration von Männern gegen Feminizide und Gewalt an Frauen in Nordkurdistan und der Türkei handele. „Diese Gewalt und diese Morde sind keine individuellen Verbrechen. Sie sind das Ergebnis des patriarchalen Systems und der Unterdrückung von Frauen“, sagte Ay. Allein innerhalb eines Monats seien in Amed vier Frauen getötet worden. Der jüngste Feminizid sei besonders brutal gewesen.
Ay betonte, der Protest dürfe nicht als eine Form männlicher „Hilfe“ für Frauen verstanden werden. Frauen leisteten jeden Tag Widerstand und hätten ihren Kampf nie aufgegeben. „Wir grüßen den Widerstand und den Kampf der Frauen. Mit unserem heutigen Marsch wollen wir vielmehr alle Männer aufrufen, sich mit der patriarchalen Mentalität in uns selbst auseinanderzusetzen und sie zu überwinden.“
„Wir geben unser Wort“
Die Freiheit einer Gesellschaft sei untrennbar mit der Freiheit der Frauen verbunden, erklärte Ay weiter. Wo Frauen nicht frei seien, könne es weder gesellschaftliche Freiheit noch Frieden geben. Männer müssten deshalb selbst Verantwortung für die Überwindung patriarchaler Denk- und Verhaltensweisen übernehmen. „Wir geben unser Wort: Wir werden dafür kämpfen, dass Frauen frei und gleichberechtigt in allen Bereichen des Lebens ihren Platz einnehmen und Verantwortung übernehmen können“, sagte Ay. Der Demonstration müssten nun konkrete Veränderungen folgen. „Damit dieser Marsch Bedeutung bekommt, muss jeder seine Rolle wahrnehmen. Wir akzeptieren weder Gewalt gegen Frauen noch Feminizide. Welche Verantwortung auch immer uns zufällt, um diese Morde zu verhindern, diese Mentalität zu überwinden und die Freiheit der Frauen voranzubringen – wir werden sie übernehmen.“
„Als Erste müssen sich Männer dagegenstellen“
Mehmet Kamaç, Ko-Sprecher der Initiative für Demokratische Einheit, bezog sich auf den vorausgegangenen Aufruf von Frauen, sich gegen Gewalt und Feminizide zu stellen. „Wir antworten heute auf diesen Aufruf: Wir sind hier, wir stehen an eurer Seite, wir stehen gemeinsam.“ Kamaç verwies auf das Ausmaß der Gewalt. 2025 seien in der Türkei 294 Frauen getötet worden, in den ersten acht Monaten dieses Jahres 189. „Das sind keine Zahlen, das sind Menschenleben.“ Die Gewalt gegen Frauen stehe auch in Zusammenhang mit der staatlichen Politik der Straflosigkeit, erklärte Kamaç. Fälle wie das Verschwinden von Gülistan Doku, der Tod von Rojin Kabaiş und der Feminizid an Rojwelat Kızmaz vermittelten Tätern den Eindruck, keine Konsequenzen fürchten zu müssen. „Wenn Frauen ermordet werden, ist das zuallererst die Schande der Männer, die in diesem Land leben“, sagte Kamaç. „Wenn eine Frau getötet wird, müssen Männer die Ersten sein, die sich dagegenstellen.“
Frauen sind Subjekte des gesellschaftlichen Lebens
Feminizide seien zugleich Ausdruck eines gesellschaftlichen Bewusstseinsproblems, so Kamaç. Frauen würden noch immer nicht als eigenständige Subjekte und als Hälfte der Gesellschaft wahrgenommen. In Politik, Wirtschaft und sozialem Leben würden sie behandelt, als seien sie lediglich ein Randbereich des gesellschaftlichen Lebens. „Frauen sind Subjekte des Lebens. Sie waren und sind in dieser Gesellschaft präsent – in der Politik, in der Wirtschaft, im Handel und in der Kunst“, sagte Kamaç und rief zu einem gemeinsamen Kampf gegen Feminizide auf. Kein Täter dürfe straflos bleiben, und die Politik, die Gewalt gegen Frauen begünstige, müsse beendet werden. Den zwei Tage zuvor in Amed veröffentlichten Aufruf von Frauen bezeichnete Kamaç als historisch. „Heute geben wir darauf eine historische Antwort: Frauen und Männer werden sich gemeinsam diesen Morden entgegenstellen und sie stoppen.“
https://deutsch.anf-news.com/frauen/frauen-in-amed-rufen-zum-gemeinsamen-kampf-gegen-feminizide-auf-52898 https://deutsch.anf-news.com/frauen/-52885 https://deutsch.anf-news.com/frauen/-52892 https://deutsch.anf-news.com/frauen/-51930
Die Schweiz am Tisch der «Ramstein-Gruppe»
Der ehemalige Schweizer Botschafter Jean-Pierre Vettovaglia kritisiere in seinem aktuellen Buch «Neutralité suisse et ordre mondial au bord du basculement» (Schweizer Neutralität und Weltordnung am Rande des Umbruchs) die gegenwärtige Außen- und Sicherheitspolitik der Schweiz scharf, stellt der Unternehmer Pierre Moret auf seinem Substack und auf Inside Paradeplatz fest. Der Diplomat analysiere insbesondere «die schleichende Annäherung an die NATO, die der Bundesrat und das Verteidigungsdepartement (VBS) seit Jahren mehr oder weniger unter dem Radar vorantreiben».
Auf Seite 149 ist Moret auf einen besonders brisanten Abschnitt gestoßen. Dort liest man Folgendes (Übersetzung aus dem Französischen von Moret):
«Das Militärdepartement hatte nie darüber informiert, dass die Schweiz seit April 2023 als Beobachterin beim UDCG (Ukraine Defence Contact Group) in Brüssel vertreten war. Diese Gruppe vereint die NATO- und EU-Staaten, aber auch Japan, Südkorea und Taiwan. Die Schweiz hat insbesondere die letzte Sitzung vom 4. Juni 2025 unter deutscher und britischer Präsidentschaft verfolgt. Die Entscheidung war im April 2023 auf amerikanischen Vorschlag hin bei Generalstabsgesprächen in Bern getroffen worden.
Viola Amherd trägt die Verantwortung für diese Entscheidung – sie, die sich stets als glühende Verfechterin einer Annäherung an die NATO hervorgetan hat. Die Schweizer Teilnahme am UDCG treibt die Neutralität immer tiefer ins Grab. Das Schweigen des VBS erklärt sich daraus, dass dieses ‹nicht über alle internationalen Kontakte auf technischer Ebene kommuniziert, an denen die Schweiz als Beobachterin teilnimmt›. Der Rauchvorhang war dicht, ist aber soeben zerrissen.
Selbst das EDA schien nicht im Bilde gewesen zu sein, […]»
Beim EDA handelt es um das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten, das Schweizer Außenministerium.
Wie Moret erklärt, ist die Ukraine Defence Contact Group (UDCG) – auch als «Ramstein-Gruppe» bekannt – ein multinationales Koordinationsforum, also keine formelle Organisation, das am 26. April 2022 in Ramstein in Deutschland ins Leben gerufen wurde. Es bringe Länder und die EU zusammen, um sowohl letale wie auch nicht-letale militärische Hilfe für die Ukraine zu koordinieren. Die Sitzungen fänden etwa einmal im Monat statt, und zwar in Ramstein, im NATO-Hauptsitz in Brüssel oder virtuell.
Geleitet worden sei das Forum ursprünglich von den USA, doch seit Anfang 2025 seien Großbritannien und Deutschland gemeinsam dafür verantwortlich. Gemäß den jüngsten Angaben umfasse die Gruppe 57 Länder (alle 32 NATO-Mitglieder plus 25 Nicht-NATO-Länder) sowie die Europäische Union. Es gebe jedoch «keine einheitliche, offizielle, öffentliche Mitgliederliste: Die Teilnahme definiert sich durch die Vertretung an mindestens einer Sitzung». Nach der Aufnahme eines Landes gelte dieses üblicherweise als Teilnehmer.
«Und die Schweiz soll gemäss Vettovaglia dabei sein, auch wenn nur als ‹Beobachterin›?», fragt Moret und stellt mit Erstaunen fest, dass für diese Aussagen keine einzige Quelle genannt wird, obwohl das Vettovaglia in seinem Buch sonst immer tue. Moret konnte auch keine öffentliche Quelle zu diesem Thema finden. Und selbst Rafael Lutz erwähne die UDCG in seinem hervorragenden Buch «Das Nato-Netzwerk in der Schweiz» nicht. Somit wandte sich Moret mit folgenden Fragen an das VBS:
« (…) Ich bitte Sie daher, mir alle Unterlagen zu übermitteln, die sich im Besitz Ihres Departements befinden (einschliesslich E-Mails, Notizen, Protokolle, Korrespondenz, Beschlüsse, Berichte sowie interner und externer Schriftverkehr) und die sich auf Folgendes beziehen:
- Jede Beteiligung, Vertretung oder Anwesenheit der Schweiz (als Beobachter, technischer Teilnehmer oder in jeglicher anderer Form) an den Arbeiten, Sitzungen oder Kontakten der UDCG seit 2022;
- Die diesbezüglich getroffenen Entscheide, insbesondere – aber nicht ausschliesslich – den in den öffentlichen Informationen erwähnten Entscheid vom April 2023;
- Die Modalitäten, die Vertretungsebene und den Inhalt allfälliger Kontakte oder Teilnahmen;
- Allfällige Gründe, warum bisher keine Informationen öffentlich bekannt gegeben wurden.»
Das VBS antwortete:
«[…] Der Vorschlag, als Beobachter an der Kontaktgruppe zur Ukraine teilzunehmen, wurde im Rahmen der Stabskonsultationen mit den Vereinigten Staaten im Frühjahr 2023 unterbreitet. Die damalige Vorsteherin des VBS, Bundesrätin Amherd, stimmte dieser Teilnahme zu. Das VBS nahm daraufhin im April 2023 erstmals auf technischer Ebene daran teil. Seit dem 11. April 2025 findet das Treffen in Brüssel unter deutsch-britischem Vorsitz statt. Die Schweiz ist als Beobachterin nicht auf der Teilnehmerliste aufgeführt. Sie spielt in diesem Rahmen keine aktive Rolle.
Die Kontaktgruppe zur Ukraine ist kein NATO-Gremium. Da das Treffen in Brüssel stattfindet, hat aus praktischen Gründen die Schweizer Militärvertretung bei der NATO und der EU daran teilgenommen. Wir veröffentlichen nicht alle internationalen Kontakte auf technischer und Beobachterebene.
Die Schweiz erhält jeweils zusammen mit der Einladung eine Traktandenliste. Wir können Ihnen diese als Anhang zukommen lassen. Aus Gründen der Vertraulichkeit werden den Teilnehmenden keine Dokumente ausgehändigt, sodass keine weiteren Unterlagen vorliegen.»
Als Anhang sandte das VBS die «Tagesordnung der 36. Sitzung der Ukraine-Verteidigungskontaktgruppe (UDCG)»
Somit konstatiert Moret, dass die Aussagen von Vettovaglia vom VBS «quasi Wort für Wort bestätigt» wurden:
- Die Schweiz ist seit April 2023 bei der UDCG dabei, offiziell als Beobachterin.
- Die damalige VBS-Chefin und Nato-Aficionada Viola Amherd hatte die «Einladung» der USA angenommen.
- Für das VBS ist das nicht einmal erwähnenswert.
Die Agenda der Sitzung vom 11. August 2026 ist laut Moret zwar nichts Außergewöhnliches, sie zeige jedoch, dass die Schweiz über die Kriegsführung direkt informiert wird, wenn auch offiziell nur als Beobachterin. Als «witziges Detail» erachtet Moret die Aussage in der Antwort des VBS, wonach den Teilnehmern «aus Gründen der Vertraulichkeit» keine Dokumente ausgehändigt werden, «sodass keine weiteren Unterlagen vorliegen». Moret resümiert:
«Das VBS bestätigt die Teilnahme – und erklärt gleichzeitig, es gebe keine weiteren Unterlagen, weil den Teilnehmern aus Vertraulichkeitsgründen keine Dokumente ausgehändigt würden.
Eine Kontaktgruppe, die Artillerie, Panzer, Flugzeuge und Luftabwehr koordiniert, ohne Papier?
Wenn das wirklich stimmt, kann man auf diese Weise vermeiden, Anfragen wie meine im Detail beantworten zu müssen. Nach dem Motto: Es gibt nichts, wir haben nichts zu verbergen. Alles gut.
Nach der Ablehnung der Neutralitätsinitiative stellt sich umso mehr die Frage, welche Rolle die Schweiz künftig in der UDCG einnehmen will. Bleibt es beim Beobachterstatus, oder steigen wir um auf offizielle Kriegspartei?»