Das Paradox, ein 'guter' Mensch zu sein
George Orwells Warnung an die Welt

Warum verlieren "gute" Menschen in einer Welt voller Täuschung, Machtspiele und Anpassung?
Inspiriert von den Gedanken des englischen Schriftstellers, Essayisten und Journalisten George Orwells (* 25. Juni 1903 in Motihari, Bihar, Britisch-Indien als Eric Arthur Blair; † 21. Januar 1950 in London) wird in diesem Video der Frage nachgegangen, warum moralisches Handeln oft nicht belohnt wird – und was du tun kannst, um nicht unterzugehen. Ein philosophischer Blick auf Wahrheit, Gesellschaft und innere Stärke.
Alle Aussagen des Videos wurden von Helmut Schnug nachfolgend transkribiert inkl. notwendiger Nachkorrekturen und einigen Zeitmarken. Sieh und hör dir das Video (unter diesem Artikel!) bitte nach dem Lesen dieses Transkripts nochmal von Beginn bis zum Ende an. Teile gerne mittels Verlinkung diesen Artikel im Netz – neue Leser sind immer willkommen.
♦ ♦ ♦ ♦
»In unserer Gesellschaft wird kaum etwas so hoch geschätzt, wie das Bild des "guten" Menschen. Freundlich, hilfsbereit, moralisch einwandfrei, angepasst. Das sind die Eigenschaften, die wir oft mit "Gutsein" verbinden. Schon von klein auf lernen wir, dass "Gutsein" bedeutet, Erwartungen zu erfüllen, höflich zu bleiben, keine Konflikte zu verursachen und möglichst niemanden zu stören.
Doch was bedeutet es wirklich, ein "guter" Mensch zu sein? Und welche Gefahren können sich hinter diesem scheinbar harmlosen Ideal verbergen?
Oberflächlich betrachtet scheint es erstrebenswert, "gut" zu sein. Wer möchte nicht als moralisch integer, empathisch und hilfsbereit gelten? Doch in dem gesellschaftlich geprägten Bild des "guten" Menschen steckt oft eine stille Forderung nach Gehorsam.
• Wer immer nett ist, der widerspricht nicht.
• Wer immer freundlich bleibt, der stellt keine unbequemen Fragen.
• Wer sich stets selbst zurücknimmt, um niemanden zu verletzen, der verliert oft den Kontakt zu seinen eigenen Bedürfnissen und damit zu seiner inneren Wahrheit.
George Orwell war ein scharfsinniger Beobachter solcher gesellschaftlicher Dynamiken. In seinen Werken zeigt er immer wieder, wie gefährlich es sein kann, wenn Menschen sich einem Ideal unterwerfen, das äußerlich moralisch wirkt, aber innerlich die Freiheit raubt.
In "1984" etwa sind die Bürger dazu erzogen worden, "gut" zu erscheinen. Angepasst, loyal, kontrolliert. Aber diese Form von "Gutsein" basiert auf Angst und Unterwerfung, nicht auf echtem Mitgefühl oder Gerechtigkeitssinn. Die große Gefahr liegt darin, dass "Gutsein" mit Funktionieren verwechselt wird. Wer sich in das Bild des idealen moralischen Menschen fügt, kann in Wirklichkeit einfach nur passiv sein – oder noch schlimmer – unbewusst zum Mitläufer werden. Denn wenn Güte bedeutet, nicht anzuecken, keine Meinung zu haben und alles hinzunehmen, was als richtig dargestellt wird, dann wird sie zu einem Werkzeug der Unterdrückung.

Hinzukommt, dass das Streben nach moralischer Perfektion oft mit Selbstverleugnung einhergeht. Man opfert eigene Werte, Wünsche oder sogar die eigene Stimme, um anderen zu gefallen, aus Angst, sonst als egoistisch, schwierig oder schlecht zu gelten. Doch wahre Integrität bedeutet nicht immer lieb und nett zu sein. Sie bedeutet aufrichtig zu sein, auch wenn es unbequem wird. Und manchmal bedeutet das, NEIN zu sagen, Grenzen zu setzen oder sich gegen den Strom zu stellen.
»Wenn man gegen den Strom schwimmt, merkt man
wieviel Dreck und Idioten einem entgegenkommen.«
Das gesellschaftliche Ideal des "guten" Menschen fördert Konformität. Doch echte Menschlichkeit braucht Mut,
• den Mut ehrlich zu sein, auch wenn das aneckt,
• der Mut für etwas einzustehen, auch wenn es unbequem ist
• und den Mut sich selbst treu zu bleiben, auch wenn andere das als nicht nett empfinden.
In diesem Spannungsfeld beginnt die eigentliche Auseinandersetzung mit dem "Gutsein", denn vielleicht liegt wahre Güte nicht in Anpassung, sondern im aufrichtigen Widerstand. [4:00 Min.]

► Orwells Menschenbild, warum der 'gute' Mensch gefährlich sein kann.
George Orwell war kein Zyniker, aber er war ein Realist mit einem tiefen Misstrauen gegenüber gesellschaftlicher Moral, die nicht auf persönlicher Verantwortung, sondern auf Kontrolle basiert. In seinen Schriften zeigt er, dass das Ideal des "guten" Menschen oft nicht das ist, was es zu sein vorgibt. Statt eine bessere Gesellschaft zu schaffen, kann es zur Grundlage autoritärer Systeme werden, gerade weil es auf den ersten Blick so harmlos erscheint.
Ein zentrales Motiv in Orwells Werk ist der Missbrauch von Sprache und Moral zur Machtsicherung. In "Animal Farm" beobachten wir, wie anfängliche Ideale wie Gleichheit und Gerechtigkeit durch Propaganda verdreht werden. Die Schweine, die anfangs für Freiheit kämpfen, verwandeln sich in diktatorische Herrscher und rechtfertigen ihre Macht durch scheinbare moralische Überlegenheit. Sie nennen ihre Entscheidungen zum Wohl aller, doch in Wahrheit dienen sie nur sich selbst.
Das eigentlich beunruhigende, die Tiere auf der Farm folgen weiter, – nicht aus Bosheit, sondern weil sie glauben, dass sie das Richtige tun. Orwell zeigt hier, wie gefährlich es ist, wenn Menschen ihr Urteilsvermögen an eine äußere Instanz abgeben – sei es eine Partei, eine moralische Norm oder die Vorstellung vom "guten" Verhalten. Wer blind an das glaubt, was als moralisch korrekt dargestellt wird, kann ungewollt zum Werkzeug der Unterdrückung werden. [5:50]
Auch in "1984" wird deutlich, wie tiefgreifend sich Menschen selbst zensieren können, wenn sie Angst haben, als unmoralisch oder illoyal zu gelten. Der Protagonist Winston lebt in ständiger Anspannung, nicht nur wegen der äußeren Überwachung, sondern wegen des inneren Drucks, richtig zu denken, zu fühlen und zu handeln.
In dieser Welt ist "Gutsein" gleichbedeutend mit völliger Anpassung. Eigenständiges Denken wird als Gefahr betrachtet, nicht als Tugend. Orwell kritisiert also nicht den moralischen Menschen an sich, sondern die Umstände, unter denen Moral zur Maske wird. Wenn ein Mensch nur dann als "gut" gilt, wenn er sich widerspruchslos einfügt, dann wird Güte zu einem politisch verwertbaren Konstrukt. Es entsteht ein Klima, in dem Abweichung automatisch mit Schuld und Unmenschlichkeit assoziiert wird.
In dieser Logik liegt die eigentliche Gefahr. Der "gute" Mensch wird zum Richter über andere und über sich selbst. Er hat nicht nur Angst, schlecht zu sein, sondern auch davor, andere zu kritisieren, die das moralische Etikett tragen. Dadurch entsteht eine Kultur des Schweigens, in der Unrecht geduldet wird, solange es im Namen des "Guten" geschieht. [7:25]
Orwell mahnt uns wachsam zu bleiben. Nicht jeder, der als "gut" erscheint, handelt gerecht. Und nicht jeder, der sich dem scheinbar "Guten" widersetzt, ist böse. Nur wer selbst denkt und fühlt, bleibt wahrhaft menschlich und entkommt der Falle moralischer Manipulation, die Diktatur des Moralischen, wenn Tugend zur Waffe wird.
Moral wird dann gefährlich, wenn sie nicht mehr als innerer Kompass dient, sondern als Messlatte, die über andere gestülbt wird. Was ursprünglich Orientierung geben sollte, wird zu einem Kontrollinstrument. Wer den moralischen Ansprüchen nicht genügt, wird ausgeschlossen, stigmatisiert oder zum Schweigen gebracht. Nicht durch Gewalt im klassischen Sinne, sondern durch soziale Ächtung, Schuldgefühle und öffentliche Bloßstellung.
In einer solchen Atmosphäre entsteht ein Klima, in dem nicht mehr das "Wahre" zählt, sondern das "Richtige" im Sinne dessen, was gerade gesellschaftlich akzeptiert ist. Es geht nicht mehr um authentisches Verhalten oder differenziertes Denken, sondern um die Einhaltung eines moralischen Codes, der zunehmend rigide wird. Dieser Code wird selten offen diskutiert, sondern still vorausgesetzt. Wer ihn in Frage stellt, riskiert als unethisch, unsensibel oder gar gefährlich zu gelten. [8:58]
Besonders problematisch ist, dass dieser moralische Standard nicht neutral ist. Er ist oft Ausdruck bestimmter Machtverhältnisse, kultureller Dominanz oder ideologischer Strömungen. Das was als "moralisch" gilt ist nicht immer universal oder objektiv. Es ist häufig das Ergebnis von Deutungen, Interessen und historischen Entwicklungen. Trotzdem wird er wie ein Naturgesetz behandelt, alternativlos, unangreifbar und für alle verbindlich. [9:32]
Die Folge: Menschen beginnen sich selbst zu überwachen. Sie zensieren ihre Sprache, unterdrücken bestimmte Gedanken und vermeiden kontroverse Themen nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst. Aus freiem Zusammenleben wird ein System wechselseitiger Kontrolle. Jeder wird zum stillen Wächter des anderen. So entsteht eine subtile Form von Autoritarismus, nicht durch äußeren Zwang, sondern durch verinnerlichte Moralnormen.

Diese Entwicklung ist nicht nur gesellschaftlich gefährlich, sondern auch psychologisch belastend. Denn der Anspruch, stets das "Richtige" zu denken, zu fühlen und zu tun, ist unmenschlich. Fehler, Zweifel oder Ambivalenzen haben in dieser Welt keinen Platz. Dabei sind gerade diese inneren Spannungen ein wesentlicher Teil menschlicher Reife. Ohne sie verlieren wir nicht nur unsere Authentizität, sondern auch unsere Fähigkeit zur echten Beziehung, zu uns selbst und zu anderen. [10:42]
In der Diktatur des moralischen zählen keine Beweggründe mehr, keine Umstände, kein inneres Ringen. Es zählt nur noch das Urteil, "gut" oder "schlecht", "richtig" oder "falsch". Wer sich einmal verfehlt, wird schnell aussortiert, ohne Möglichkeit zur Wiedergutmachung oder Entwicklung. Vergebung und Verständnis werden ersetzt durch Canceln, Blockieren und moralische Empörung. In einer solchen Kultur wird Tugend zur Waffe, nicht mehr zum Schutz des Lebens oder der Freiheit, sondern zur Durchsetzung von Macht, Meinung und Kontrolle. [11:23]
Die Schäflein scharen sich mit archaischer Schafschwarmintelligenz um die
Schafverwerter, die ja immer nur „ihr Bestes“ wollen und es auf diese Weise
auch bekommen: konditionierte, obrigkeitshörige, dem Selbstdenken entwöhnte
gengespritzte Mitläufer, brave Steuerzahler und Wähler der Kartellparteien.(H.S.)

George Orwell hätte genau davor gewarnt, wenn Moral nicht mehr vom Menschen ausgeht, sondern gegen ihn gerichtet wird, verwandelt sie sich in das Gegenteil dessen, was sie vorgibt zu sein. Wahre Menschlichkeit, der Mut zur eigenen Unvollkommenheit. Der Mensch ist ein widersprüchliches Wesen. Er trägt Licht und Schatten in sich, Sehnsucht nach Zugehörigkeit und das Bedürfnis nach Abgrenzung, Mitgefühl und Wut, Liebe und Angst. Doch in einer Welt, die moralische Klarheit verlangt, ist für diese innere Komplexität kaum noch Platz. Das Ideal des Markellosen, durch und durch moralischen Menschen verdrängt, was uns eigentlich menschlich macht. Unsere Fehler, unsere Zweifel, unsere Brüche. [12:16]
George Orwell hat nie behauptet, dass der Mensch perfekt sei. Im Gegenteil, seine Helden sind oft schwach, verwundet, innerlich zerrissen. Doch gerade darin liegt ihre Größe. Sie sind fähig zur Reflexion, zum Mitfühlen und – vielleicht am Wichtigsten – zum Widerstand gegen das, was ihnen innerlich nicht entspricht. Menschlichkeit, so scheint Orwell zu sagen, zeigt sich nicht in markelloser Moral, sondern im ehrlichen Umgang mit der eigenen Unvollkommenheit.

In einer Gesellschaft, die ständig bewertet über soziale Medien, politische Diskurse oder alltägliche Gespräche, wächst der Druck, ein konsistentes "gutes" Selbstbild aufrecht zuerhalten. Wer aus der Rolle fällt, wer Schwäche zeigt oder sich widersprüchlich verhält, läuft Gefahr als unglaubwürdig oder unzureichend abgestempelt zu werden. Doch genau diese Brüche sind essentiell. Ohne sie gäbe es kein echtes Wachstum, keine Entwicklung, keine Selbsterkenntnis.
Wahre Menschlichkeit bedeutet nicht, immer auf der richtigen Seite zu stehen. Sie bedeutet ehrlich zu erkennen, dass man manchmal Teil des Problems ist und den Mut aufzubringen, daran zu arbeiten. Sie heißt, sich selbst Fragen zu stellen, anstatt sofort über andere zu urteilen. Wer sich selbst als fehlbar akzeptiert, öffnet auch anderen den Raum, nicht perfekt sein zu müssen. Orwell erinnert uns daran, dass menschliche Würde nicht im moralischen Sieg liegt, sondern im Aufrechtbleiben, trotz Niederlagen. [14:05]

In "1984" etwa wird Winston Smith gebrochen. Doch in den Momenten vor seinem Fall zeigt er mehr Menschlichkeit als das gesamte System, das ihn umgibt. Er liebt, er hofft, er zweifelt und genau darin liegt seine Würde, – nicht im Erfolg, sondern im Versuch. Unvollkommenheit ist keine Schwäche, sondern eine Einladung zur Verbindung. Wer sich nicht hinter einer Fassade aus moralischer Korrektheit versteckt, kann echt sein und damit auch berührbar. Echte Begegnung ist nur möglich, wenn wir uns nicht als moralische Instanzen, sondern als mitfühlende Wesen gegenüberstehen.
In einer Zeit, in der viele Lieber ihre Position verteidigen, als ihr Herz zu zeigen, ist der Mut zur eigenen Unvollkommenheit ein radikaler Akt. Er schützt uns davor, uns selbst zu verlieren im Streben nach äußerer Anerkennung. Und er erinnert uns daran, dass der Weg zu echter Güte nicht über Perfektion führt, sondern über Ehrlichkeit, Demut und Menschlichkeit. [15:20]
► Orwells Vermächtnis, wie wir heute frei und menschlich bleiben können.
George Orwell schrieb seine bekanntesten Werke als warnende Visionen, nicht aus Pessimismus, sondern aus Verantwortung. Seine Botschaft war klar: Wenn wir die Freiheit des Denkens, Sprechens und Fühlens nicht verteidigen, wird sie uns schleichend genommen. Oft nicht durch offene Gewalt, sondern durch subtile Mechanismen moralischer Kontrolle.
Heute – Jahrzehnte nach seinem Tod – sind seine Warnungen aktueller denn je. Wir leben in einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und doch scheint Orientierung schwerer denn je. Algorithmen bestimmen, was wir sehen. Debatten werden in Echtzeit kommentiert, verurteilt oder gefeiert. Der gesellschaftliche Diskurs ist oft weniger eine Suche nach Wahrheit als ein Kampf um Deutungshoheit. [16:23]
Wer nicht mit der dominanten Meinung geht, wird rasch isoliert. Wer differenziert, riskiert Missverständnisse und wer schweigt, aus Angst vor Konsequenzen, trägt zur Erstarrung bei. In diesem Spannungsfeld fordert uns Orwells Vermächtnis zu einer Haltung auf, die unbequem, aber notwendig ist.

Geistige Selbstständigkeit: Das bedeutet, sich nicht einfach treiben zu lassen von Trends, Parolen oder Gruppendruck, sondern inne zu halten, zu hinterfragen, zu prüfen.
• Was denke ich wirklich?
• Warum glaube ich, was ich glaube?
• Und ist es meine Überzeugung oder die Angst nicht dazu zu gehören?
Diese Selbstreflektion ist der erste Schritt zur Freiheit. Denn wer sich seiner inneren Beweggründe bewusst ist, kann auch bewusst handeln, statt nur zu reagieren.
Orwell zeigt, dass innerer Widerstand bereits ein Akt der Menschlichkeit ist. Nicht jeder Aufstand ist laut. Manchmal genügt es nicht mitzulachen, wenn andere verurteilt werden oder eine unbequeme Frage zu stellen, wo andere zustimmen oder sich selbst einzugestehen, dass man falsch lag. Darüber hinaus erinnert uns Orwell an den Wert von Sprache. Worte formen unsere Wirklichkeit. Wer Begriffe verdreht, verändert unsere Wahrnehmung. Deshalb ist es heute wichtiger, denn je, achtsam mit Sprache umzugehen. Nicht nur politisch korrekt, sondern präzise, klar, mutig. [18:11]
»Wenn das Denken die Sprache korrumpiert,
korrumpiert die Sprache auch das Denken«.
(-Eric Arthur Blair bekannt unter dem Pseudonym George Orwell)
Es geht nicht darum, immer recht zu haben, sondern ehrlich zu kommunizieren. Auch das ist ein Akt der Freiheit. Orwells Werke fordern uns auf, empathisch zu bleiben, gerade gegenüber jenen, die anders denken. Denn wahre Freiheit ist nicht nur die Freiheit der Gleichgesinnten, sondern auch die derer, mit denen wir nicht übereinstimmen. Sie zu hören, ihnen mit Respekt zu begegnen, ohne uns selbst zu verleugnen – das ist gelebte Demokratie. Am Ende bleibt die Erkenntnis: ein "guter" Mensch zu sein bedeutet nicht alles richtig zu machen. Es bedeutet wach zu bleiben, Zweifel zuzulassen, andere nicht zu verurteilen, weil sie anders fühlen oder denken.
Orwell wollte uns keine Angst machen. Er wollte uns wachrütteln, damit wir uns nicht blind der Moral unterwerfen, sondern bewusst Mensch bleiben. Frei, fehlbar, wahrhaftig.« [19:14]
Das Paradox, ein guter Mensch zu sein: George Orwells Warnung an die Welt
1984 - Der Roman - hier lesen. 
1984 - Orwell | Klassiker | komplettes Hörbuch (Dauer 10:27:34 Std.)
♦ ♦ ♦
»Mit Brigitte Bardot verschied eine starke und unabhängige Frau,
die es nicht nötig hatte, sich dem Zeitgeist unterzuordnen oder sich gar
– wie leider viele deutsche Prominente – zur Systemnutte machen zu lassen,
und die solches auch in der Not nicht getan hätte.
Die einfach zu sich stand und standhaft war. Ein schönes Zitat von ihr als Abschluss:
‹Früher habe ich mit meinem Hintern schockiert, jetzt schockiere ich mit meinen
Büchern (Meinungen). Das ist das Gleiche!›« (Nachruf auf https://publikum.net/)
♦ ♦ ♦
»Der Totalitarismus stützt sich auf die deutliche Mehrheit williger Mitläufer & Jasager.
Der Totalitarismus funktioniert wie eine Sekte.
Er wabert heran, kriecht langsam empor, Lüge um Lüge, Anpassung um Anpassung,
Rechtfertigung um Rechtfertigung bis am Ende ein irrer kleiner narzisstischer Nihilist
ganz oben steht und sich aufmacht, die Welt neu zu gestalten.« (C. J. Hopkins)
♦ ♦ ♦
»Die im Grundgesetz Art. 5 (1) garantierte Meinungsfreiheit auf dem Scheiterhaufen:
Früher wurden Ketzer für den "wahren Glauben" verbrannt,
heute werden Nonkonformisten gesellschaftlich wie sozial angeprangert, ausgegrenzt
& vernichtet sowie durch eine Erfüllungsjustiz regimetreuer, weisungsgebundener
Staatsanwälte kriminalisiert & und einer Gesinnungsrechtsprechung abgeurteilt.
Was für ein leuchtendes Vorbild für die Welt vom besten Deutschland,
das es jemals gegeben hat.« (Helmut Schnug)
♦ ♦ ♦
»Bevor du bei dir selbst Depressionen oder Minderwertigkeitskomplexe diagnostizierst,
stelle sicher, dass du nicht einfach nur komplett von Arschlöchern umgeben bist.
Bedenke: Arschlöcher sind immer strategisch so platziert,
dass dir jeden Tag gleich mehrere über den Weg laufen.
Man braucht nur ein einziges Arschloch im Leben. Das eigene.
All die anderen sollte man schleunigst loswerden.« (Helmut Schnug)
♦ ♦ ♦
»Angstnarrativ und Einschüchterung: Jeder Faschismus hat seine Mitläufer.
Volkssouveränität statt Staatsterror!
Es geht ja nicht um Gefahrenabwehr. Es geht um Unterwerfung.
Denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.
Nur ein Volk ohne Angst ist ein freies Volk.« (Helmut Schnug)
♦ ♦ ♦
»Sind Sie bereit, für unser aller Freiheit einzutreten?
Sind Sie bereit, dafür auch Opfer zu bringen?
Dann starten Sie Ihren Anteil an der Verteidigung jetzt.
Es ist nicht mehr viel Zeit.« (Egon W. Kreutzer)
♦ ♦ ♦
»Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter,
als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden
und laut zu sagen: NEIN!« (Kurt Tucholsky)
► Bild- und Grafikquellen:
1. George Orwell (* 25. Juni 1903 in Motihari, Bihar, Britisch-Indien als Eric Arthur Blair; † 21. Januar 1950 in London) war ein englischer Schriftsteller, Essayist und Journalist. Er schrieb Romane, wie Eine Pfarrerstochter (1935) und Auftauchen, um Luft zu holen (1939), Sozialreportagen, wie 'Erledigt in Paris und London' (1933) und 'Der Weg nach Wigan Pier' (1937), und Essays. Durch seine Dystopien 'Farm der Tiere' (1945), eine satirische Fabel über den Sowjetkommunismus, und '1984' (1949) [>ganzes Buch], eine Zukunftsvision von einem totalitären Staat, wurde Orwell weltberühmt. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Schriftsteller der englischen Literatur. Foto: Cassowary Colorizations. Quelle: Flickr. Die Datei ist mit der CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0) lizenziert.
2. George Orwells weltberühmter Roman 1984 mit zwei Mund-Nasen-Masken: (Originaltitel: Nineteen Eighty-Four, deutscher Alternativtitel: Neunzehnhundertvierundachtzig), geschrieben von 1946 bis 1948 und erschienen im Juni 1949, ist ein dystopischer Roman von George Orwell (eigentlich Eric Arthur Blair), in dem ein totalitärer Überwachungsstaat im Jahr 1984 dargestellt wird.
Orwell-Zitat: »Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit." - "Who controls the past controls the future. Who controls the present controls the past.« (-George Orwell, dystopian social science fiction novel, 1984). Foto OHNE Textinlet: Ivan Radic, Wien. Quelle: Flickr. Die Datei ist mit der CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0) lizenziert. Der Text wurde von Helmut Schnug in das Bild eingearbeitet.
3. OHNE MICH! Der Einzelne in der Masse: Bewusstsein braucht Wandel. Ziviler Ungehorsam ist das Gebot der Stunde. Andersdenkende und Gleichgesinnte sollten sich vermehrt zusammentun statt sich diskreditieren und spalten zu lassen. Solidarität ist gefragt! Illustration: CDD20, Shanghai/China (user_id:1193381). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Illustration.
4. Farm der Tiere (Originaltitel: Animal Farm) ist eine dystopische Fabel von George Orwell, erschienen im Jahr 1945. Inhalt ist die Erhebung der Tiere einer englischen Farm gegen die Herrschaft ihres menschlichen Besitzers, der sie vernachlässigt und ausbeutet. Nach anfänglichen Erfolgen und beginnendem Wohlstand übernehmen die Schweine immer mehr die Führung und errichten schließlich eine Gewaltherrschaft, die schlimmer ist als diejenige, welche die Tiere abschütteln wollten. Foto: Ben Templesmith, New York - http://www.templesmith.com/. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).
5. George Orwell (* 25. Juni 1903 in Motihari, Bihar, Britisch-Indien als Eric Arthur Blair; † 21. Januar 1950 in London) war ein englischer Schriftsteller, Essayist und Journalist. Er schrieb Romane, wie Eine Pfarrerstochter (1935) und Auftauchen, um Luft zu holen (1939), Sozialreportagen, wie 'Erledigt in Paris und London' (1933) und 'Der Weg nach Wigan Pier' (1937), und Essays. Durch seine Dystopien 'Farm der Tiere' (1945), eine satirische Fabel über den Sowjetkommunismus, und '1984' (1949) [>ganzes Buch], eine Zukunftsvision von einem totalitären Staat, wurde Orwell weltberühmt. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Schriftsteller der englischen Literatur.
Orwell: Schon vergessen? Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa), Tirschenreuth (* 5. November 1960; † 3. Sept. 2024). R.I.P. Wika, Du bleibst unvergessen!
6. Der Stiefeltritt der Unterdrücker: Orwell-Zitat: »Wenn Sie sich ein Bild von der Zukunft ausmalen wollen, dann stellen Sie sich einen Stiefel vor, der in ein Menschenantlitz tritt – immer und immer wieder.« (George Orwell in seinem dystopischer Roman 1984, geschrieben von 1946 bis 1948 und erschienen im Juni 1949). Illustration OHNE Textinlet: Petri Damstén, Kuopio/Finnland >> https://petridamsten.com/. Quelle: Flickr. Diese Datei ist mit der CC-Lizenz (CC BY-NC-ND 2.0) lizenziert. Textinlet eingearbeitet von Helmut Schnug.
Ein weiteres Zitat aus diesem Buch: »Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit." - "Who controls the past controls the future. Who controls the present controls the past.«
7. Schafe (Schlafschafe, Steuerzahler, Stimmvieh, Wahlschafe und somit nützliche Idioten): Die Schäflein scharen sich mit archaischer Schafschwarmintelligenz um die Schafverwerter, die ja immer nur „ihr Bestes“ wollen und es auf diese Weise auch bekommen: konditionierte, obrigkeitshörige, dem Selbstdenken entwöhnte gengespritzte Mitläufer, brave Steuerzahler und Wähler der Kartellparteien.
Hütehunde sind ursprünglich von Hirten zum Hüten von Nutztieren eingesetzte Hunde. Ihre Aufgabe besteht darin, die Herde zusammenzuhalten und die Bewegungen der Herde zu lenken. Aus dieser Zweckbestimmung heraus wurden Hunde auch gezielt gezüchtet, und so entstanden Rassen, die unter dem Begriff Hütehunde zusammengefasst werden. Foto: Counselling / Ulrike Mai - Cape Town/South Africa (user_id:440107). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.
8. Symbolbild: Selbstbetrachtung, Selbsterkenntnis, Selbstwahrnehmung, Eigenwahrnehmung: Alter Mann mit Glatze in Schockstarre vor zersplittertem Spiegel. Woher kommt jetzt dieser Fatalismus, der einer Selbstaufgabe gleichkommt?
»Der Gutmensch bekämpft den Hass mit Hass. Seine Ablehnung ist seine einzige Form von Selbstbestätigung. Er blockiert, diffamiert, denunziert – nicht aus Kraft, sondern aus Angst. Denn der Schatten, der in ihm wohnt, ist längst zu groß geworden, um noch unbemerkt zu bleiben. Und so wirft er ihn auf andere. Er braucht den Gegner, wie der Satte das Gift braucht, um wieder etwas zu spüren.
Der Gutmensch ist eine Figur dieser zivilisatorischen Spätphase – ein Abkömmling der faustischen Seele [1], der sich vom Willen zur Tiefe losgesagt hat. Er lebt in Symbolen, nicht in Wirklichkeit. Er denkt in Etiketten, nicht in Ideen. Alles, was noch lebt, wird durch ihn zum Schematischen degradiert. Er kennt keine Tragik, nur Rhetorik. Er hat keinen Zweifel, nur Parolen. Der Pathos, mit dem er das „Gute“ verkündet, ist nicht getragen von einem Ernst, der aus dem Inneren kommt, sondern von einem Willen zur Selbsterhöhung, der in jeder Kulturphase die Maske der Ethik trägt, wenn das Schöpferische erloschen ist.
Der letzte Diktator: Diese Figur, deren Seele nicht mehr in Blut, Boden oder Gemeinschaft verankert ist, wird zur Trägerin einer „Ethik ohne Erde“. Ihre Bindung an das Ganze ist eine Bindung an abstrakte Konstrukte – Menschheit, Gerechtigkeit, Klima – und nicht an gewachsene, erlebte, geschichtstragende Ordnung. Der Gutmensch ist nicht Bürger, sondern Gesinnung. Nicht tragende Gestalt, sondern Zuschauer des eigenen Verfalls.« (- André Knips, Gutmensch-Artikel).
George Orwell hat nie behauptet, dass der Mensch perfekt sei. Im Gegenteil, seine Helden sind oft schwach, verwundet, innerlich zerrissen. Doch gerade darin liegt ihre Größe. Sie sind fähig zur Reflexion, zum Mitfühlen und – vielleicht am Wichtigsten – zum Widerstand gegen das, was ihnen innerlich nicht entspricht. Menschlichkeit, so scheint Orwell zu sagen, zeigt sich nicht in markelloser Moral, sondern im ehrlichen Umgang mit der eigenen Unvollkommenheit.
In einer Gesellschaft, die ständig bewertet über soziale Medien, politische Diskurse oder alltägliche Gespräche, wächst der Druck, ein konsistentes "gutes" Selbstbild aufrecht zuerhalten. Wer aus der Rolle fällt, wer Schwäche zeigt oder sich widersprüchlich verhält, läuft Gefahr als unglaubwürdig oder unzureichend abgestempelt zu werden. Doch genau diese Brüche sind essentiell. Ohne sie gäbe es kein echtes Wachstum, keine Entwicklung, keine Selbsterkenntnis.
Foto: freepik (detaillierter Urhebername nicht benannt!). Quelle: freepik >> https://de.freepik.com/ . Freepik-Lizenz: Die Lizenz erlaubt es Ihnen, die als kostenlos markierten Inhalte für persönliche Projekte und auch den kommerziellen Gebrauch in digitalen oder gedruckten Medien zu nutzen. Erlaubt ist eine unbegrenzte Zahl von Nutzungen, unbefristet von überall auf der Welt. Modifizierungen und abgeleitete Werke sind erlaubt. Eine Namensnennung des Urhebers (Freepik) und der Quelle (Freepik.com) ist erforderlich. >> Foto.
9. »Ich bin NICHT auf der Welt, um zu sein, wie andere mich gerne hätten!« Weitere Stichworte dazu: Unangepasstheit, Nonkonformismus, nonkonformistische Haltung, Selbstdenker, Selbstbestimmtheit, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl. Foto: anaterate / Wolfgang Eckert, Lkr. Forchheim/Bayern (user_id:2348028). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.
10. Pferdelachen: Dunkle Zeiten für die Meinungsfreiheit: Schreiben in Zeiten der Zensur. "Ein Mann, der die Wahrheit spricht, braucht ein schnelles Pferd." (armenisches Sprichwort). Die Aussage "Ein Mensch, der die Wahrheit [..]" ist eine Abwandlung dieses Sorichwortes. Foto OHNE Inlet: Alexas_Fotos. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto. Das Textinlet eingearbeitet von Helmut Schnug. Das Foto wurde zuvor seitengespiegelt.