Meinungsfreiheit ist nicht nur das Recht, zu Allem seinen Senf dazu zu geben wie an einer Würstelbude. Es ist das Recht, Behauptungen der Mächtigen in Frage zu stellen, Erklärungen und Fakten einzuklagen und Alternativen einzufordern. Das mag unbequem sein, lästig, nerven, bremsen. Aber es ist der Motor des Fortschritts. Ohne Nörgler, Zweifler und Besserwisser kein Fortschritt. Zweifel ist eine gesellschaftliche Produktivkraft. Seine Diffamierung durch angeblich alternativlose Politik ist Rückschritt in vormoderne Zeiten. Deutschland braucht wieder einen Grundkurs in Debatte und Wiederbelebung der Streitkultur.» (- Roland Tichy, Journalist und Publizist)
Externe Ticker
CIA Veteran Gloria Steinem Has Died
CIA veteran Gloria Steinem has died.
She helped Langley win the Cold War
while women remain blacksited and broken
raining teeth from bloody mouths
like the reds in Pinochet’s torture camps.
In this CIA civilization
women
slap name tags over baby vomit stains
smiling ear to ear for chortling customers
who shovel cheesecarbs into their faces
while she juggles dishpans and breast pumps
and goes home to collapse in bed
and dream about work,
women
take selfies in IDF uniforms
and do TikTok dances
on the ruins of Gaza
and pilot Girl Power drones
and drop Girl Power bombs
onto mothers clawing at the rubble,
women
stand with sedated eyes
stranded in suburban deserts
spooning cereal into restless children
until hubby comes home
to rape everyone in the house,
women
hate their bodies so much
they remove the fat from their cheeks
so they look like skeletons
and then freeze their faces
trying to look twenty
and it freezes their minds at twenty
and their hearts stay stuck at twenty
and they don’t grow
and they don’t heal
and they don’t know any better
than to call their daughters fat
and stick porcupine quills in their flesh,
women
spend their lives staring
at the side of a man’s head
yearning to be loved
and feeling their light fade
while he stares at a screen
and makes loud noises
to drown out the echoes
of his father’s fists cracking
on the bones of his face,
women
tear strips off each other’s flesh
to win the approval of wolf-mouthed men
who gobble up the carnage
and then choose a favorite slave.
Gloria Steinem was not a girl’s girl.
Gloria Steinem was a pick-me girl.
Pick me, CIA.
Pick me, empire.
I’ll be a good little supplicant for the banker boys.
I will starve feminism of its boobs and belly,
shave it back to into the image of a child,
put a tie on it and call it equal.
I will say to the ladies:
“Get out of the kitchen
and into the Amazon warehouse!
Take off that apron
and put on this efficiency tracker!
It monitors your calories, too!
10,000 steps a day for the empire.
Congratulations, you do two jobs now.”
And I will return my magical baby portal
back to sender
unused in my box.
I promise I won’t even peek
at my own life-creating god potential.
I will poo-poo it even, if anyone asks.
Who cares if we can make life?
We can make money!
That’s much more important.
I will civilize us hairy juicy vag goddesses,
sir.
You can count on me.
Gloria Steinem was a pick-me girl,
and boy was she ever picked.
But now she is dead,
and the empire is dying,
and the drumbeats of the wild
are unnerving the boys at Langley.
Something is stirring within us.
Something ancient.
Something forgotten.
Something moves within our wombs
which they tried to paralyze long ago.
The drums are getting louder,
and we are growing increasingly feral.
The time is coming,
and coming up fast,
where we will stand before them,
blood-bladed and hairy-bushed,
the wreckage of Langley beneath our feet,
saying,
I am not civilized,
motherfucker.
I am not fucking civilized.
___________________
The best way to make sure you see everything I publish is to get on my free mailing list. My work is entirely reader-supported, so if you enjoyed this piece here are some options where you can toss some money into my tip jar if you want to. Click here for links for my social media, books, merch, and audio/video versions of each article. All my work is free to bootleg and use in any way, shape or form; republish it, translate it, use it on merchandise; whatever you want. All works co-authored with my husband Tim Foley.
Bitcoin donations: 1Ac7PCQXoQoLA9Sh8fhAgiU3PHA2EX5Zm2
By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America — Gloria Steinem, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51529123
Das illegitime Triumvirat tritt ein Fünftel der Ölreserven Venezuelas an die USA ab
Gabriel Boric aus Chile diskutiert in Berlin über offene Gesellschaften
Chile setzt im Fall Cerimedo eine Kommission ein
Global Empire as Domestic Policy
Twilight’s Last Gleaming
Trump’s Saudi Nuclear Agreement May Prolong the Iran War
Hollywood-Schauspieler und Sport-Profis fordern Aussetzung der COVID-«Impfstoffe» in Großbritannien
Hollywood-Schauspieler, die einen kritischen Geist und gleichzeitig den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen, sind selten. Einer davon ist Woody Harrelson. Nun fordert er zusammen mit zahlreichen Ärzten und Forschern sowie weiteren Personen des öffentlichen Lebens den neuen britischen Premierminister Andy Burnham in einem offenen Brief dazu auf, die COVID-19-«Impfungen» im Vereinigten Königreich auszusetzen, bis die Sicherheit und Wirksamkeit der Präparate unabhängig überprüft wurden.
Aus Hollywood oder der Filmbranche gesellen sich zu Harrelson der Schauspieler und Filmemacher Rob Schneider und die britische Regisseurin Gurinder Chadha. Unterzeichnet haben zum Beispiel auch der ehemalige US-Tennisspieler und heutige Tennistrainer Pat Cash und der Brite Peter Fleming, früher ebenfalls Tennisspieler und heute Sportkommentator.
In dem von dem britischen Kardiologen Dr. Aseem Malhotra koordinierten Schreiben, über das The Defender berichtet, wird argumentiert, dass zentrale Fragen zur Impfstoffsicherheit bislang nicht ausreichend beantwortet wurden. Gegenüber dem medizinischen Kommentator Dr. John Campbell erklärte Malhotra (sie auch Video oben):
«Den Ärzten und der Öffentlichkeit ist nicht bewusst, dass die Informationen, die sie erhalten – nicht nur zum COVID-Impfstoff, sondern mittlerweile zu so gut wie allen Medikamenten –, niemals unabhängig überprüft werden. Medizinisches Wissen steht unter kommerzieller Kontrolle.»
Malhotra machte darauf aufmerksam, dass die britische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte (MHRA) 86 Prozent ihrer finanziellen Mittel von der Pharmaindustrie bezieht. Er stellte klar:
«Jeder muss das wissen. Wenn der Mensch auf der Straße, der Taxifahrer, der Barista im Café weiß (…), dass die Regulierungsbehörde die Daten nicht unabhängig prüft und dass die Patientensicherheit bedroht ist, erst dann werden wir Fortschritte machen.»
Wie The Defender mitteilt, folgt der Brief an Burnham auf einen früheren Appell, der von 160 Ärzten, Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten unterzeichnet wurde. In diesem Schreiben vom 27. August wird eine erneute Überprüfung der COVID-19-Maßnahmen der Regierung gefordert – einschließlich Lockdowns, Schul- und Betriebsschließungen, deren psychologischen Folgen sowie der Sicherheit von mRNA-Injektionen.
Die Briefe richten sich unter anderem deshalb an Burnham, weil er während der «Pandemie» kein Parlamentsmitglied war und somit eher in der Lage sein sollte, die Entscheidungen früherer Regierungen «unvoreingenommen neu zu bewerten«.
Laut Malhotra berührt der Brief den Kern der ungelösten Fragen rund um die COVID-19-«Impfstoffe», darunter Herz-Kreislauf-Probleme, ein Anstieg von Krebserkrankungen, die Ursachen der erhöhten Sterblichkeit und die Zunahme von Langzeiterkrankungen seit Beginn der «Pandemie». Er sagte:
«Die Hauptsorge ist eigentlich die Tatsache, dass (…) es nicht wirklich ein Moratorium für den COVID-Impfstoff gegeben hat.»
Das Schreiben richtet sich auch an Menschen, die glauben, durch die Impfstoffe geschädigt worden zu sein, aber bisher weder Antworten noch Behandlung oder Entschädigung erhalten haben.
«Es gab keine Aufarbeitung der Frage, wie wir das so gründlich falsch machen konnten», so Malhotra.
Er verwies auf eine unabhängige Neuanalyse der eigenen klinischen Studiendaten von Pfizer und Moderna, die in der Fachzeitschrift Vaccine veröffentlicht wurde (wir berichteten). Die Analyse ergab, dass das Risiko, eine schwere Nebenwirkung durch den Impfstoff zu erleiden, zwei- bis viermal höher war, als wegen «COVID-19» ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Der Kardiologe ist überzeugt:
«Meiner Ansicht nach bedeutet das, dass diese spezielle Technologie (…) nicht einem einzigen Menschen hätte gespritzt werden dürfen.»
Die Beteiligung prominenter Persönlichkeiten hat den Briefen zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft. Allerdings erklärte Malhotra gegenüber Campbell, dass einige seiner bekannten Patienten besorgt über die COVID-Präparate seien, sich jedoch scheuen würden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Selbst wohlhabende Prominente würden berufliche Konsequenzen befürchten, wenn sie die Injektionen öffentlich infrage stellen würden. Malhotra:
«Sie haben zu große Angst davor, gecancelt zu werden (…), wenn sie irgendein Thema im Zusammenhang mit dem COVID-Impfstoff ansprechen.»
Laut dem Kardiologen spiegelt diese Zurückhaltung, sich öffentlich zu äußern, den weit verbreiteten Versuch wider, Menschen zu diskreditieren, die Fragen zu den COVID-«Impfstoffen» aufwerfen. Ein Teil der PR-Maschinerie von Big Pharma bestehe darin, «diejenigen Verleumdungen auszusetzen, die ihren Blödsinn anprangern», und es «als Verschwörungstheorie abzutun».
Malhotra zufolge spielen Pharmaunternehmen eine zu große Rolle in der Forschung und bei der Gestaltung von Expertenmeinungen und Leitlinien, auf die sich Ärzte verlassen. Was als «Expertenmeinung» verkauft werde, sei in Wahrheit von der Pharmaindustrie zusammengestellt worden. Es gebe ein geschlossenes System, in dem Pharmaunternehmen Forschung finanzieren, die wiederum die Expertenmeinungen und Leitlinien präge, auf die sich Ärzte bei der Behandlung von Patienten stützen. Er machte unmissverständlich klar:
«Wir befinden uns unter einer Konzern-Tyrannei. Das ist die Wurzel des Problems.»
Laut dem Kardiologen sind für einen grundlegenden Wandel öffentlicher Druck und politisches Handeln nötig. Er ergänzte:
«Es braucht auch eine Bewegung an der Basis. Jeder Einzelne von uns trägt Verantwortung in diesem System, jeder von uns hat eine Rolle zu spielen, und wir dürfen nicht gleichgültig sein und es einfach anderen überlassen.»
Als Reaktion auf den offenen Brief erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums gegenüber GB News, die Covid-Untersuchung habe Impfstoffe evaluiert und festgestellt, dass diese vor ihrer Einführung strengen Sicherheitsprüfungen unterzogen worden seien. Malhotra wies diese Behauptung entschieden als völlig falsch zurück. Weltweit seien Millionen Menschen schwer geschädigt oder getötet worden und für einige «Geimpfte» bestünden weiterhin unerkannte Gesundheitsrisiken. Man müsse ermitteln, wer die Risikogruppen sind und was man dagegen tun könne. Das gelinge nur, «wenn sich die besten medizinischen Wissenschaftler diesem Thema widmen».
Gemäß Malhotra versteht Burnham einige Bedenken, benötigt aber zum Handeln die Unterstützung und den Druck der Öffentlichkeit. Er rief somit die Bevölkerung dazu auf, sich zu Wort zu melden und Gespräche zu führen, anstatt sich allein auf Politiker zu verlassen.
Den Widerstand gegen das Hinterfragen etablierter medizinischer Narrative führte er nicht auf mangelnde Intelligenz zurück, sondern auf psychologische Barrieren wie fehlenden Mut, Egozentrik oder die Angst vor Nonkonformität. Schließlich warnte Malhotra davor, so weiterzumachen wie bisher. Das füge der öffentlichen Gesundheit und der Gesellschaft massiven Schaden zu.
EU plant massive Aufrüstung bis 2030
Am 24. August 2026 hat die EU-Kommission weitere 6,1 Milliarden an Rüstungshilfen an die Ukraine bewilligt (wir berichteten). Wie der Journalist Bastian Barucker informiert, veröffentlichte die EU-Kommission im August dieses Jahres auch ein «Informationsblatt zur Friedenssicherung», in dem der Fahrplan für die «Verteidigungsbereitschaft» bis 2030 skizziert wird. Darin wird ein umfassender Aufrüstungsplan auf EU-Ebene beschrieben, der im vergangenen Jahr mit erstaunlich wenig medialer Aufmerksamkeit beschlossen wurde.
Der zum Plan gehörige EU-Bericht zeigt den bereits erfolgten enormen Anstieg an Rüstungsausgaben. Dort heißt es:
«Die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten sind seit 2021 um mehr als 31 % gestiegen und erreichten im Jahr 2024 1,9 % des gesamten BIP (Bruttoinlandproduktes) der EU bzw. 326 Mrd. Euro. Konkret beliefen sich die Verteidigungsinvestitionen im Jahr 2024 auf beispiellose 102 Mrd. Euro, was fast einer Verdopplung der Ausgaben aus dem Jahr 2021 entspricht.»
Im Vergleich zu China, Russland und den USA sind diese Ausgaben nach Einschätzung der EU jedoch weiterhin zu gering. Dem Strategiepapier zufolge werden für den «Wiederaufbau der europäischen Verteidigung» massive Investitionen über einen längeren Zeitraum hinweg erforderlich sein, sowohl aus öffentlichen als auch aus privaten Quellen.
Ein Blick auf die Verteidigungsausgaben Russlands bestätige die Argumentation der EU, so Barucker. Die Ausgaben für das Militär seien dort seit 2022 extrem angestiegen. Im Jahr 2025 hätten sie sich bereits auf 7,5 % des BIP belaufen. Das entspreche 162 Milliarden Euro. Im Jahr 2025 hätten die 32 Staaten der NATO jedoch 1,352 Billionen Euro für Rüstung ausgegeben. Es finde also ein allseitiges, sich hochschaukelndes Hochrüsten statt.
Bemerkenswert ist dies für Barucker auch deshalb, weil der russische Präsident Wladimir Putin wiederholt die Schaffung einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur in Europa ins Gespräch gebracht hat, durch die gegenseitige Abschreckung und die damit verbundene Rüstung obsolet würden. In seiner berühmten Rede im Deutschen Bundestag im September 2001 sagte er beispielsweise: «Ohne eine moderne, dauerhafte und standfeste internationale Sicherheitsarchitektur schaffen wir auf diesem Kontinent nie ein Vertrauensklima, und ohne dieses Vertrauensklima ist kein einheitliches Großeuropa möglich.» Von einem Vertrauensklima in Europa könne aktuell jedoch keine Rede sein, konstatiert der Journalist.
Am 4. März 2025 habe die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Aufrüstungsinitiative vorgestellt. Bereits 2024 hätte sich die Kommission dazu entschlossen, «Verteidigung» als eine Priorität bis zum Jahr 2029 zu behandeln. Von der Leyen habe damals von historisch gefährlichen Zeiten und ernsthaften Bedrohungen für die EU gesprochen, die eine «Ära der Wiederaufrüstung» bedinge. Immer wieder stünden dabei Russland und der Ukrainekrieg im Zentrum der Argumentation hinsichtlich einer angenommenen Bedrohung für Europa.
Dass die NATO im März 2022 in Person von Boris Johnson eine diplomatische Lösung des Kriegs verhinderte und damit den Krieg verlängerte, passt für Barucker dabei nicht so recht ins Bild der einseitigen, nur durch Russland geschaffenen Bedrohungslage. Auch die Behauptung eines unprovozierten Angriffskriegs entspreche nicht den historischen Tatsachen, betont er. Interessanterweise sei es die US-amerikanische Rüstungsindustrie, die jetzt von der Aufrüstung massiv profitiere, die die NATO-Osterweiterung initiiert und dabei russische Sicherheitsinteressen missachtet habe.
Angesichts der absichtlichen Verlängerung des Ukraine-Krieges drängen sich für Barucker folgende Fragen auf: «Brauchen NATO und EU womöglich genau diesen langen Krieg, um die enorme Aufrüstung bis 2030 zu rechtfertigen? Gilt das Gleiche auch für Russland, das der Ukraine militärisch deutlich überlegen ist?»
Die Antworten auf diese Fragen liefert Barucker in seinem gut recherchierten Artikel. Auch beleuchtet der Journalist die Rolle Deutschlands bei diesem gefährlichen Aufrüstungsspiel.
Jedenfalls schlussfolgert der Journalist unter anderem, dass Friedenstüchtigkeit, Diplomatie und eine Sicherheitsarchitektur Europas unter Einbeziehung russischer Interessen keine angestrebten Ziele zu sein scheinen. Diese würden die beidseitige Aufrüstung nämlich obsolet machen. Er hält es somit für mehr als fraglich, ob diese im Namen und Interesse der Menschen in Europa geschieht.
US-Senator Ron Johnson über die «Pandemie»: «Mir sind die Augen aufgegangen»
US-Senator Ron Johnson hat viele Jahre in Washington verbracht, doch selbst er war schockiert über das, was er während der COVID-«Pandemie» sah. Im Gespräch mit Breitbart News, bei dem Johnson zu den Bemühungen befragt wurde, Beamte für ihr Handeln während der Corona-Zeit zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte er, die «Pandemie» habe ihm die Augen dafür geöffnet, wie kaputt das System wirklich sei. Und das Problem gehe weit über Anthony Fauci, den ehemaligen Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) und COVID-Berater des Weißen Hauses, hinaus.
Laut Johnson ist es allgegenwärtig. Jede US-Bundesbehörde werde mittlerweile von denselben Großkonzernen kontrolliert, die sie eigentlich überwachen sollten. Der Staat reguliere die Großkonzerne nicht. Er arbeite mit ihnen zusammen. Riesige Unternehmen hätten herausgefunden, wie sie staatliche Vorschriften nutzen könnten, um kleinere Konkurrenten vom Markt zu verdrängen, und die Leidtragenden seien die Bürger.
Und dann sei da noch das Geld. Vor der «Pandemie» habe die Regierung jährlich rund 4,4 Billionen Dollar ausgegeben. Mittlerweile seien es fast 7,5 Billionen Dollar, und die USA würden jährlich Kredite in Höhe von über zwei Billionen Dollar aufnehmen, nur um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Johnson sei nach Washington gekommen, um den Staatsapparat zu verkleinern, schreibt Exposing The Darkness. Was er vorfand, habe ihn überzeugt, dass das Problem viel größer sei, als irgendjemand zugebe. Johnsons Fazit spreche für sich. So sagte der Senator: «Mit dem Wachstum des Staates schwinden zwangsläufig unsere Freiheiten» und «Wenn Sie verstehen wollen, worin das Problem besteht, dann ist es ganz einfach die Regierung.»
Kopftuch an Schulen: Zürich hat es vorgemacht – nun kommt Bern
Die politische Debatte über das Kopftuch an Schulen nimmt Fahrt auf: Zürich hat es vorgemacht, nun kommt Bern. Nach dem knappen Entscheid des Zürcher Kantonsrats fordert die SVP auch im Kanton Bern ein Verbot für Schülerinnen. Der reflexhafte Aufschrei der Gegner ließ gestern nicht lange auf sich warten: Kulturkampf, Ausgrenzung, Angriff auf die Religionsfreiheit. Auffällig ist dabei weniger, dass diese Argumente vorgebracht werden, als vielmehr, wie selbstverständlich sie in Teilen der Medienberichterstattung zur Ausgangslage gemacht werden.
Denn warum wird eigentlich so selten die andere Frage gestellt: Was ist mit der Freiheit eines zehnjährigen Mädchens, das nicht selbst entscheiden kann, welche Erwartungen seine Familie oder sein religiöses Umfeld an es stellt? Wer das Kopftuch bei Kindern ausschließlich als Ausdruck individueller Selbstbestimmung darstellt, macht es sich zu einfach. Ein zehnjähriges Mädchen ist keine erwachsene Frau, die ihre Lebensweise nach jahrelanger persönlicher Auseinandersetzung frei gewählt hat. Kinder können unter erheblichen familiären, sozialen und religiösen Erwartungen stehen.
Das Kopftuch ist zudem kein beliebiges Kleidungsstück. Es ist ein religiös oder kulturell aufgeladenes Symbol, das – unabhängig von der individuellen Motivation – fast ausschließlich Mädchen und Frauen betrifft. Genau deshalb darf eine liberale Gesellschaft darüber diskutieren, ob eine öffentliche Schule einen Raum schaffen soll, in dem solche geschlechtsspezifischen Erwartungen möglichst wenig Gewicht haben.
Das ist nicht zwingend religionsfeindlich. Im Gegenteil: Eine säkulare Schule kann gerade Kindern einen Freiraum bieten. Einen Ort, an dem nicht entscheidend ist, welcher Religion sie angehören, wie sie sich religiös kleiden oder welche Geschlechterrollen ihr Umfeld von ihnen erwartet. Integration bedeutet eben nicht, jede gesellschaftliche oder religiöse Norm unangetastet zu lassen – vor allem, wenn es sich um eine Norm einer Einwanderergruppe handelt, die potenziell mit Normen der Alteingesessenen kollidieren. Integration bedeutet auch, gemeinsame Regeln zu akzeptieren.
Umso bemerkenswerter ist die mediale Gewichtung. In der Berichterstattung werden die möglichen rechtlichen Schwierigkeiten und die Einwände des Lehrerverbandes ausführlich präsentiert; das Argument, ein Verbot könne gerade dem Schutz der kindlichen Freiheit dienen, erhält kaum Gewicht. Aus dem Kopftuchverbot wird schnell ein «Kulturkampf» gegen Muslime – als wäre bereits mit der Forderung nach einer säkularen Schule eine Diskriminierungsabsicht bewiesen.
Dabei ist eine sachliche Unterscheidung notwendig: Es geht nicht darum, erwachsenen Musliminnen vorzuschreiben, wie sie sich zu kleiden haben. Es geht um Minderjährige in einer staatlichen Schule. Das ist eine andere Ausgangslage und verdient eine andere Betrachtung.
Auch der Hinweis auf die Religionsfreiheit beendet die Debatte nicht. Grundrechte stehen miteinander in Spannung und müssen gegeneinander abgewogen werden. Ihr Kerngehalt darf nicht angetastet werden, auch wenn man das in der Coronazeit nicht so eng gesehen hat. Wenn der Staat Kindern einen möglichst freien Bildungsraum garantieren will, darf er durchaus prüfen, ob bestimmte religiöse Kleidervorschriften mit diesem Ziel vereinbar sind.
Natürlich muss eine solche Regelung rechtlich sauber ausgestaltet werden. Das Bundesgericht hat ein generelles Kopftuchverbot für Schülerinnen 2015 als unverhältnismäßig beurteilt. Gerade deshalb braucht es eine ernsthafte politische und juristische Diskussion darüber, was sich seither gesellschaftlich verändert hat und welche Regelung dem Kindeswohl, der Gleichbehandlung und der Glaubensfreiheit tatsächlich am besten gerecht wird.
Wer jede Diskussion darüber bereits als Islamfeindlichkeit etikettiert, verhindert diese Auseinandersetzung. Und wer jedes Kopftuch bei einem Kind automatisch als Ausdruck vollkommen freier Selbstbestimmung betrachtet, verwechselt möglicherweise Toleranz mit Gleichgültigkeit gegenüber sozialem Druck.
Zürich hat es vorgemacht – nun kommt Bern
Die politische Debatte über das Kopftuch an Schulen nimmt Fahrt auf: Zürich hat es vorgemacht, nun kommt Bern. Nach dem knappen Entscheid des Zürcher Kantonsrats fordert die SVP auch im Kanton Bern ein Verbot für Schülerinnen. Der reflexhafte Aufschrei der Gegner ließ gestern nicht lange auf sich warten: Kulturkampf, Ausgrenzung, Angriff auf die Religionsfreiheit. Auffällig ist dabei weniger, dass diese Argumente vorgebracht werden, als vielmehr, wie selbstverständlich sie in Teilen der Medienberichterstattung zur Ausgangslage gemacht werden.
Denn warum wird eigentlich so selten die andere Frage gestellt: Was ist mit der Freiheit eines zehnjährigen Mädchens, das nicht selbst entscheiden kann, welche Erwartungen seine Familie oder sein religiöses Umfeld an es stellt? Wer das Kopftuch bei Kindern ausschließlich als Ausdruck individueller Selbstbestimmung darstellt, macht es sich zu einfach. Ein zehnjähriges Mädchen ist keine erwachsene Frau, die ihre Lebensweise nach jahrelanger persönlicher Auseinandersetzung frei gewählt hat. Kinder können unter erheblichen familiären, sozialen und religiösen Erwartungen stehen.
Das Kopftuch ist zudem kein beliebiges Kleidungsstück. Es ist ein religiös oder kulturell aufgeladenes Symbol, das – unabhängig von der individuellen Motivation – fast ausschließlich Mädchen und Frauen betrifft. Genau deshalb darf eine liberale Gesellschaft darüber diskutieren, ob eine öffentliche Schule einen Raum schaffen soll, in dem solche geschlechtsspezifischen Erwartungen möglichst wenig Gewicht haben.
Das ist nicht zwingend religionsfeindlich. Im Gegenteil: Eine säkulare Schule kann gerade Kindern einen Freiraum bieten. Einen Ort, an dem nicht entscheidend ist, welcher Religion sie angehören, wie sie sich religiös kleiden oder welche Geschlechterrollen ihr Umfeld von ihnen erwartet. Integration bedeutet eben nicht, jede gesellschaftliche oder religiöse Norm unangetastet zu lassen – vor allem, wenn es sich um eine Norm einer Einwanderergruppe handelt, die potenziell mit Normen der Alteingesessenen kollidieren. Integration bedeutet auch, gemeinsame Regeln zu akzeptieren.
Umso bemerkenswerter ist die mediale Gewichtung. In der Berichterstattung werden die möglichen rechtlichen Schwierigkeiten und die Einwände des Lehrerverbandes ausführlich präsentiert; das Argument, ein Verbot könne gerade dem Schutz der kindlichen Freiheit dienen, erhält kaum Gewicht. Aus dem Kopftuchverbot wird schnell ein «Kulturkampf» gegen Muslime – als wäre bereits mit der Forderung nach einer säkularen Schule eine Diskriminierungsabsicht bewiesen.
Dabei ist eine sachliche Unterscheidung notwendig: Es geht nicht darum, erwachsenen Musliminnen vorzuschreiben, wie sie sich zu kleiden haben. Es geht um Minderjährige in einer staatlichen Schule. Das ist eine andere Ausgangslage und verdient eine andere Betrachtung.
Auch der Hinweis auf die Religionsfreiheit beendet die Debatte nicht. Grundrechte stehen miteinander in Spannung und müssen gegeneinander abgewogen werden. Ihr Kerngehalt darf nicht angetastet werden, auch wenn man das in der Coronazeit nicht so eng gesehen hat. Wenn der Staat Kindern einen möglichst freien Bildungsraum garantieren will, darf er durchaus prüfen, ob bestimmte religiöse Kleidervorschriften mit diesem Ziel vereinbar sind.
Natürlich muss eine solche Regelung rechtlich sauber ausgestaltet werden. Das Bundesgericht hat ein generelles Kopftuchverbot für Schülerinnen 2015 als unverhältnismäßig beurteilt. Gerade deshalb braucht es eine ernsthafte politische und juristische Diskussion darüber, was sich seither gesellschaftlich verändert hat und welche Regelung dem Kindeswohl, der Gleichbehandlung und der Glaubensfreiheit tatsächlich am besten gerecht wird.
Wer jede Diskussion darüber bereits als Islamfeindlichkeit etikettiert, verhindert diese Auseinandersetzung. Und wer jedes Kopftuch bei einem Kind automatisch als Ausdruck vollkommen freier Selbstbestimmung betrachtet, verwechselt möglicherweise Toleranz mit Gleichgültigkeit gegenüber sozialem Druck.
Buch «Transhumanismus – Krieg gegen die Menschheit» soll «de facto» verboten werden
Die Zensur schreitet in Europa voran. Bücher, die der Politik nicht passen, werden aus dem Verkehr gezogen. So hat der Chefredakteur des österreichischen TV-Senders AUF1 ein Buch geschrieben, das in Deutschland jetzt auf den Index für jugendgefährdende Schriften gesetzt werden soll. Damit wird Magnets Werk «Transhumanismus – Krieg gegen die Menschheit» de facto verboten.
Über dieses Vorgehen erfuhr Magnet durch ein mehr als 20-seitiges Schreiben der Prüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn, die Teil der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendschutz ist. Magnet spricht in diesem Zusammenhang von einem bislang einmaligen Vorgang – und der Rückkehr der Bücherverbrennung. Denn eine solche Maßnahme sei eigentlich nur für Gewaltphantasien oder Kinderpornographie vorgesehen, aber nicht für ein Sachbuch wie das seine.
Zwar darf Magnets Buch noch verkauft werden, aber nur an Personen über 18 Jahre. «De facto handelt es sich allerdings um ein Verkaufsverbot», betont Magnet. Denn in der Praxis bedeute der Einzug auf dem Index, dass sein Buch nicht mehr in den sozialen Medien oder TV- und Radiosendungen besprochen und beworben werden darf – und aus den Regalen der Buchhandlungen verschwinden muss. Zwar könnten Kunden das Buch in Buchhandlungen noch bestellen, aber Magnet geht davon aus, dass der Verkauf einbrechen wird.
In seinem Buch «Transhumanismus – Krieg gegen die Menschheit» zeigt Magnet Punkt für Punkt auf, was die Transhumanisten anstreben, wann und wie sie die Menschheit abschaffen wollen und was an unsere Stelle treten soll – und wie wenig Zeit zur Gegenwehr bleibt. Die Corona-Panik war für den Auf1-Chefredakteur der Startschuss zur rasanten Transformation, die Covid-19-Spritze der Einstieg in den Transhumanismus.
Was laut Magnet geplant und vielfach bereits in Umsetzung ist: Nanoroboter im Blut, Mikrochips unter der Haut, Gedanken mittels Elektroden lenken, Mensch und Maschine verschmelzen, Cyborgs züchten und Gehirne mit der Cloud koppeln. Doch die bedrohlichste Aussicht: Die Menschheit wird unfruchtbar, stattdessen entstehen Babys künstlich im Labor.
Magnet ist überzeugt, dass Menschen für Transhumanisten keine Seele und keinen freien Willen haben. Dafür wollen sich die wenigen milliardenschweren Auserwählten selbst zu Göttern erheben. Sie reißen das Monopol der Schöpfung an sich. Was laut Magnet folgt, ist die totale Kontrolle. Doch der Auf1-Chefredakteur gibt auch einen positiven Ausblick und macht dem Leser Hoffnung. Denn er ist der festen Überzeugung:
«Dieser Frontalangriff mobilisiert die Kraftreserven der Völker! Er lässt die trägen Geister aus ihrem Dämmerschlaf aufschrecken und das Erwachen wird mächtig sein. Der Plan der totalen Knechtschaft geht nicht auf. Stattdessen schreitet der Mensch zur nächsten Bewusstseinsstufe und übernimmt endlich selbstbestimmt Verantwortung.»
Über die Zensur-Geschehnisse hat Magnet mit AUF1-Nachrichtenleiter Martin Müller-Mertens gesprochen.
Frankreich: 1.700 Briefe gegen Abschiebung von Gülhatun Kara
Die Solidaritätskampagne für die von Abschiebung bedrohte kurdische Frauenrechtlerin Gülhatun Kara geht weiter. Im Rahmen einer von der Kurdischen Frauenbewegung in Frankreich (TJK-F) initiierten Briefaktion sind inzwischen 1.700 Schreiben an das französische Innenministerium geschickt worden. Darin wird die Rücknahme der gegen Kara verhängten Ausweisungsverfügung gefordert. Gülhatun Kara lebt seit 1991 als Geflüchtete in Frankreich. Seit Jahrzehnten engagiert sie sich in der kurdischen Frauenbewegung und verschiedenen feministischen Netzwerken. Nach Angaben der TJK-F unterstützte sie insbesondere Frauen, die aufgrund von Krieg und Repression in Kurdistan ins Exil gezwungen wurden.
Flüchtlingsstatus auf Grundlage einer „note blanche“ entzogen
Die französischen Behörden entzogen Kara ihren Flüchtlingsstatus auf Grundlage einer sogenannten note blanche, eines nicht öffentlichen Geheimdienstberichts. Nach Angaben der Solidaritätskampagne haben die in dem Geheimdienstbericht erhobenen Vorwürfe zu keiner strafrechtlichen Verurteilung geführt. Zugleich habe Kara keine Möglichkeit erhalten, die ihr zur Last gelegten Angaben vollständig einzusehen und sich dagegen zur Wehr zu setzen. Das Verfahren steht auch im Zusammenhang mit Ermittlungen der deutschen Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts einer Mitgliedschaft in der inzwischen aufgelösten Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Aufgrund eines deutschen Auslieferungsersuchens wurde Kara im Juni 2024 in Frankreich festgenommen. Ein Gericht hob den Haftbefehl wenig später wieder auf.
Dennoch droht Kara weiterhin die Abschiebung in die Türkei. Die zuständige Ausweisungskommission hat sich gegen eine Abschiebung ausgesprochen. Auch die Nationale Asylgerichtsbarkeit (CNDA) erkannte die Gefahren an, denen die kurdische Aktivistin bei einer Rückkehr in die Türkei ausgesetzt wäre. Die Ausweisungsverfügung des französischen Innenministeriums besteht jedoch fort. Nach Angaben der TJK-F steht Kara derzeit unter Hausarrest und muss sich zweimal wöchentlich bei der Gendarmerie melden. Die Frauenbewegung verweist zudem auf eine deutliche Verschlechterung ihres Gesundheitszustands und auf die physischen und psychischen Folgen der anhaltenden Situation.
Fünf Forderungen an das Innenministerium
Mit den 1.700 Briefen fordert die TJK-F das französische Innenministerium auf, die Ausweisungsverfügung unverzüglich zurückzunehmen und Kara eine verbindliche Garantie zu geben, dass sie nicht in die Türkei abgeschoben wird. Zugleich fordert die Frauenbewegung, behördliche Maßnahmen auf Grundlage geheimdienstlicher notes blanches einzustellen und Karas aufenthaltsrechtliche Situation unter Wahrung ihrer Grundrechte neu zu bewerten. Angesichts ihres Gesundheitszustands müsse ihr zudem eine angemessene und menschenwürdige medizinische Versorgung ermöglicht werden.
„Frauenrechtsarbeit kann kein Abschiebegrund sein“
Die TJK-F weist insbesondere eine Kriminalisierung von Karas jahrzehntelangem politischen und gesellschaftlichen Engagement zurück. Die Arbeit in Vereinen und der Einsatz für Frauenrechte seien keine Straftaten. Ebenso dürfe das Eintreten für die Rechte kurdischer Frauen nicht zur Grundlage einer Abschiebung gemacht werden. Bereits zuvor war eine Petition für Kara gestartet worden, die von Politiker:innen, Wissenschaftler:innen, Menschenrechtsverteidiger:innen und Feminist:innen aus Frankreich und weiteren Ländern unterstützt wird. Mit der Briefkampagne soll der Druck auf das Innenministerium nun weiter erhöht werden. Die TJK-F ruft Frauen und solidarische Organisationen dazu auf, sich der Aktion anzuschließen. Das französische Innenministerium müsse die Ausweisungsverfügung zurücknehmen und sicherstellen, dass Gülhatun Kara nicht in die Türkei abgeschoben wird.
https://deutsch.anf-news.com/frauen/-52294 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-42607 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-41789
Festnahmen wegen Gedenkveranstaltungen für Gefallene
Bei Razzien in der nordkurdischen Provinz Amed (tr. Diyarbakır) sowie Manisa und Izmir im Westen der Türkei sind am Donnerstag insgesamt 15 Menschen festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft von Diyarbakır wirft ihnen „Propaganda für eine Terrororganisation“ vor. Anlass der Ermittlungen sind die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen für Gefallene der kurdischen Freiheitsbewegung sowie dort verwendete Transparente und Fahnen.
Elf Menschen wurden in Amed, jeweils zwei weitere in Manisa und Izmir festgenommen und anschließend zur Polizeidirektion in Amed gebracht. Ihre Aussagen sollen am Freitag aufgenommen werden. Unter den Betroffenen befinden sich Sibel Kaya, Arzu Karaman, Rozerin Kurt, Hasan Karsu, Yunus Emre Ergin, Baran Çınar, Murat Sönmez, Mervan Konur, Azad Kılınç und Süleyman Yıldız.
Die Plattform der demokratischen Institutionen in Amed reagierte mit scharfer Kritik auf die Festnahmen. Gewaltfreie Formen von Trauer, Beileidsbekundungen und Gedenken dürften nicht zum Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen gemacht werden. Gerade während des laufenden Prozesses für Frieden und eine demokratische Gesellschaft untergrabe ein solches Vorgehen das notwendige gesellschaftliche Vertrauen.
Trauer ist eine gesellschaftliche Verantwortung
Das Bündnis verweist auf die tief verankerte Bedeutung von Trauerfeiern und Beileidsbesuchen. „Angesichts des Todes ist das erste Wort eines Menschen der Schmerz. Diesen Schmerz zu teilen, ein Trauerhaus zu betreten, neben einer trauernden Mutter, einem Vater oder Geschwistern zu sitzen, ihre Hand zu halten und sein Beileid auszusprechen, gehört zu den ältesten menschlichen Handlungen.“ Trauer sei zugleich eine gesellschaftliche Verantwortung und Bestandteil kultureller und religiöser Traditionen.
„Aufgabe des Staates muss es deshalb sein, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen ihre Trauer frei leben können, und zu verhindern, dass sich vor den Türen der Trauerhäuser Angst ausbreitet.“ Das Strafrecht greife dagegen in einen höchst persönlichen Bereich ein, wenn das Aufstellen eines Fotos, gemeinsames Weinen, Klagen oder die nach eigenen kulturellen und religiösen Vorstellungen vollzogene Erinnerung Gegenstand von Ermittlungen werde.
Wie Menschen trauern, kann nicht durch Ermittlungen bestimmt werden
Besonders problematisch sei die strafrechtliche Verfolgung von Äußerungen, Symbolen, Parolen und Formen des Gedenkens, solange diese keinen offenen Aufruf zu Gewalt enthielten. „Mit Ermittlungen bestimmen zu wollen, wie Trauer gelebt wird, wie Menschen ihrer Toten gedenken und mit welchen Worten sie ihren Schmerz ausdrücken, macht das Recht zu einem Instrument zur Unterdrückung des gesellschaftlichen Gedächtnisses“, erklärte die Plattform. Menschen müssten ihre Gefühle und Erinnerungen an die Verluste der Vergangenheit ausdrücken können. Dies gehöre zu einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft.
Das Bündnis stellt die Festnahmen ausdrücklich in den Zusammenhang mit dem laufenden politischen Prozess. Die Türkei befinde sich in einer historisch bedeutsamen Phase, in der es um die Beendigung des bewaffneten Konflikts und eine demokratische Lösung der kurdischen Frage gehe. „In einer solchen Phase an den sicherheitspolitischen Methoden der Vergangenheit festzuhalten und die Trauer, die Erinnerung und die Werte der kurdischen Gesellschaft zu kriminalisieren, beschädigt das Vertrauen, das gesellschaftlicher Frieden benötigt.“
„Frieden kann nicht durch Auslöschung der Erinnerung entstehen“
„Frieden kann nicht entstehen, indem die Erinnerung ausgelöscht wird“, heißt es weiter. Von Menschen könne nicht verlangt werden, heute diejenigen zu vergessen, die sie gestern verloren haben, ihre Fotos wegzuräumen, ihren Gräbern fernzubleiben oder ihre Trauer aufzugeben. Dabei richtet die Plattform den Blick ausdrücklich auf die unterschiedlichen Verlusterfahrungen des jahrzehntelangen Krieges: „Wir müssen gemeinsam ein gesellschaftliches Gewissen entwickeln, das die Trauer aller Mütter respektiert, ohne den Schmerz einer Soldatenmutter gegen den einer Guerillamutter aufzurechnen. Die gesellschaftliche Verankerung des Friedens beginnt dort, wo wir den Schmerz des jeweils anderen anerkennen können.“
Auch die Razzien in den frühen Morgenstunden kritisierte das Bündnis. Wenn weder Fluchtgefahr noch die Gefahr einer Beweismittelvernichtung bestehe, müssten Menschen zur Aussage vorgeladen werden, anstatt ihre Wohnungen zu durchsuchen und sie festzunehmen. Andernfalls werde die Festnahme selbst zu einer Form faktischer Bestrafung. „Hausdurchsuchungen im Morgengrauen erzeugen Angst und Misstrauen in den Familien und in der Gesellschaft. In einer Zeit, in der über Frieden gesprochen wird, tragen wir alle Verantwortung dafür, gesellschaftliches Vertrauen zu stärken.“
Die Plattform fordert die sofortige Freilassung der 15 Festgenommenen und ein Ende strafrechtlicher Ermittlungen wegen gewaltfreier Trauer- und Gedenkveranstaltungen. Justizielle und administrative Praktiken, durch die Trauer und Erinnerung kriminalisiert würden, müssten aufgegeben werden. „Wir wollen einen Frieden schaffen, in dem die Völker dieses Landes die Trauer des jeweils anderen nicht als Bedrohung betrachten, unterschiedliche Erinnerungen frei weiterleben können, der Schmerz von Müttern nicht gegeneinander aufgerechnet wird und keine Mutter mehr befürchten muss, dass wegen ihrer Trauer um ihr Kind im Morgengrauen an ihre Tür geklopft wird.“
https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/-52545 https://deutsch.anf-news.com/hintergrund/-52543 https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/-52539
Bahattin Bingöl: Ich bin stolz auf Leyla und Welat
Die vergangenen zwei Wochen waren für viele kurdische Familien eine schwere Zeit. Während über das Rahmengesetz und die nächsten Schritte im Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft diskutiert wird, erhielten Familien die Nachricht vom Tod ihrer Kinder, auf deren Rückkehr sie teilweise jahrelang gehofft hatten. Bei den von MEBYA-DER in Istanbul organisierten Trauerfeiern und Gedenkveranstaltungen für gefallene Kämpfer:innen der Volksverteidigungskräfte (HPG) und Verbände freier Frauen (YJA Star) kamen diese Erfahrungen zusammen. Hinter den stillen Tränen der Familien, die ihre Kinder unter „Şehîd namirin“-Rufen verabschiedeten, stehen Jahre des Wartens, des Verlusts und der Hoffnung, sie im Zuge eines gerechten Friedens eines Tages wiederzusehen. Einer derjenigen, die den Familien in diesen Tagen zur Seite stehen, ist Bahattin Bingöl, Ko-Vorsitzender der dritten Region des Vereins MEBYA-DER. Er selbst hat zwei seiner acht Kinder im kurdischen Freiheitskampf verloren: seinen Sohn Welat und seine Tochter Leyla.
Vom niedergebrannten Dorf bis zur Vertreibung nach Istanbul
Die Geschichte der Familie Bingöl beginnt in Şilana, einem Dorf im Kreis Kop (tr. Bulanık) in Mûş. Bahattin Bingöl war dort Ortsvorsteher. 1994 wurde das Dorf niedergebrannt, nachdem sich die Bewohner:innen geweigert hatten, das staatliche Dorfschützersystem zu akzeptieren. „Mein Sohn Welat war gerade ein paar Tage alt. Weil wir die Forderung des Staates ablehnten, Dorfschützer zu werden, wurde unser Dorf niedergebrannt. Ich werde den 12. April 1994 nie vergessen. Früh am Morgen stürmten Soldaten unser Dorf. Damals lebten dort 294 Menschen, und alle wurden wie wir zur Flucht gezwungen. Sie mussten ebenfalls nach Kop ziehen.“
Doch auch dort habe der Druck nicht aufgehört. „Die Atmosphäre war derart repressiv, dass Familien Wohnungen für ein Jahr mieteten und schon nach 15 Tagen wieder gewaltsam hinausgeworfen wurden.“ 1999 wurde Bingöl Mitglied des Provinzrats von Mûş. In dieser Zeit sei er hunderte Male festgenommen worden. „In den Kellern und Waschräumen der Polizeiwachen wurde ich tagelang mit allen erdenklichen Methoden gefoltert, vom Palästinenser-Haken bis zu Schlägen auf die Fußsohlen. Die staatlichen Sicherheitskräfte drohten mir ständig: ‚Entweder du liebst uns oder du gehst in die Berge.‘“ Als sich Repression und Folter Anfang der 2000er Jahre weiter verschärften, verließ Bingöl mit seiner Familie schließlich auch Kop. Ihr nächstes Ziel war Istanbul.
„Das hat ihren politischen Weg bestimmt“
Welat und Leyla wuchsen wie ihre Geschwister unter diesen Bedingungen auf. Sie erlebten die Festnahmen ihres Vaters und die Verleugnung ihrer kurdischen Identität. Auch in der Schule gehörte das Verbot ihrer Muttersprache zu ihrem Alltag. „Wie alle Kinder, die in Kurdistan zur Schule gingen, waren auch meine Kinder großem Druck ausgesetzt – sowohl durch die Bedingungen im Bildungssystem als auch weil sie ihre Muttersprache Kurdisch sprachen. Sie sahen, wie die kurdische Identität verleugnet und ich immer wieder festgenommen und gefoltert wurde. Das hat sie sehr geprägt und ihren politischen Weg bestimmt. Zuerst ging Welat in die Berge, danach Leyla.“ Leyla fiel am 7. Oktober 2014 während der Kämpfe gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) in Kobanê. Welat kam 2018 in Dersim (Tunceli) ums Leben.
„Leyla und Welat haben wir nebeneinander beigesetzt“
Mit Leyla konnte ihr Vater zuletzt telefonieren, als sie sich bereits in Rojava befand. Zu Welat hatte die Familie dagegen keinen Kontakt mehr. „Während der schweren Kämpfe in Kobanê waren auch die Kinder meines Bruders und meiner Schwester dort. Deshalb hielten wir an der Grenze Wache, um Nachrichten von ihnen zu bekommen. Dort erfuhr ich, dass Leyla gefallen war.“ Es dauerte sechs Monate, bis die Familie ihren Leichnam erhielt. Vom Tod seines Sohnes Welat erfuhr Bingöl dagegen erst zwei Monate später. „Nachdem wir DNA-Proben abgegeben hatten, konnten wir einen Monat später Welats Leichnam vom Friedhof für anonyme Tote in Meletî abholen. Leyla und Welat haben wir in Kop nebeneinander beigesetzt.“
„Andere Mütter und Väter sollen nicht mehr weinen“
Trotz des Verlusts seiner beiden Kinder unterstützt Bingöl den Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft. Für ihn steht dabei die Hoffnung im Mittelpunkt, dass andere Familien nicht dasselbe erleben müssen. „Als Vater zweier Gefallener unterstütze ich einen ehrenhaften Frieden von ganzem Herzen. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass meine Kinder diese Tage noch erleben. Aber sie haben für sich selbst nichts verlangt. Sie haben für die Freiheit ihres Volkes gekämpft und sind dafür gefallen. Ich bin stolz auf meine Kinder. Wenn heute über die Freiheit des kurdischen Volkes und einen ehrenhaften Frieden gesprochen werden kann, dann ist das ihrem Kampf zu verdanken.“ Der jahrzehntelange Krieg in Kurdistan habe der Familie viel genommen. Gerade deshalb sei Frieden heute sein größter Wunsch. „Ja, wir haben sehr viel durchgemacht und sehr viel geweint. Aber wir wollen nicht, dass von nun an andere Mütter und Väter weinen müssen. Das ist unser einziger Wunsch. Das Beste ist Frieden. Frieden ist notwendig.“
Hoffnung auf die Rückkehr der Kinder aus dem Exil
Zwei weitere Kinder von Bahattin und Bezar Bingöl leben aus politischen Gründen im europäischen Exil. Auch ihre mögliche Rückkehr verbindet die Familie mit dem laufenden Prozess und dem verabschiedeten Rahmengesetz. „Ich hoffe, dass wir wieder mit ihnen zusammenkommen können. In diesem Sinne ist das Rahmengesetz wichtig“, sagte Bingöl. Er verstehe es als einen ersten Schritt, der weiterentwickelt werden müsse. „Wie Abdullah Öcalan gesagt hat: ‚Ein Weg von tausend Kilometern beginnt mit einem Schritt.‘ Das ist ein Anfang. Die bestehenden Mängel werden ebenfalls behoben werden müssen. Denn ohne erste Schritte kann kein umfassender Rahmen geschaffen werden.“ Entscheidend sei, dass der weitere Weg nicht auf Reue oder Bestrafung aufgebaut werde. Bingöl verwies auf Öcalans Haltung zum Prozess: „Er sagt ganz klar: ‚Wir täuschen niemanden und lassen uns nicht täuschen.‘ Deshalb vertrauen wir unserer Führung, unserer eigenen Kraft und unserem Volk.“
Bezar Bingöl: „Wir wollen, dass Schmerz und Repression enden“
Bezar Bingöl, die Mutter von Leyla und Welat, verbindet wie ihr Mann die Hoffnung auf einen würdevollen Frieden mit der Rückkehr ihrer beiden im europäischen Exil lebenden Kinder. Nach dem Verlust von Leyla und Welat wünsche sie sich vor allem, dass keine weiteren Familien dasselbe Leid erfahren müssen. „Für einen ehrenhaften Frieden müssen die Tore der Gefängnisse geöffnet werden. Jeder muss sich frei ausdrücken können, und unsere Kinder im Exil müssen ohne irgendwelche Auflagen zurückkehren können“, sagte Bingöl. Der Schmerz über Leyla und Welat begleite sie jeden Tag: „Ich habe zwei meiner Kinder verloren und lebe jeden Tag mit diesem Schmerz. Jetzt wollen wir einen ehrenhaften Frieden. Wir wollen, dass all dieses Leid und die Repression enden.“
https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-52551 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-52566 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-52502
38 Euro im Monat Zuschuss zur Rente – die meisten Rentner kennen ihn nicht
Viele Rentnerinnen und Rentner in Deutschland leben in bitterer Armut. Oft liegt die Rente sogar unter dem im Grundgesetz garantierten Existenzminimum. Der Verein “Ein Herz für Rentner e.V.” setzt sich dafür ein, die Lebenssituation bedürftiger Senioren zu verbessern und hilft mit finanziellen Zuschüssen.
Dr. Utz Anhalt zum Rentenzuschuss Altersarmut in DeutschlandDie aktuelle Situation zeigt, dass viele Rentner in Deutschland mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Die Ursachen reichen von unzureichenden Renten bis hin zu ungedeckten Kosten für den Lebensunterhalt. Insbesondere Rentnerinnen, von denen 70 Prozent betroffen sind, sehen sich mit einer Rente von unter 900 Euro konfrontiert.
Hilfe in der NotDer Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Rentnerinnen und Rentner ab 66 Jahren in finanziellen Notlagen zu unterstützen. Der Verein unterstützt nicht nur finanziell, sondern bietet auch soziale Veranstaltungen an, um die Betroffenen aus der Einsamkeit zu holen.
Welche Hilfen können beantragt werden?Diese finanziellen Zuschüsse kann der Verein für Rentnerinnen und Rentner anbieten:
- Zuzahlungen zu Medikamenten, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden,
- Brillen,
- Fahrkarten,
- Nebenkosten- und Stromnachzahlungen,
- Waschmaschinen,
- Kühlschränke,
- Betten,
- Matratzen,
- Möbel,
- Schuhe,
- Kleidung,
- Fernseher,
- Essen auf Rädern
- Hausnotrufe
- Kleidung
- eine monatliche Unterstützung in Höhe von 38 Euro
- eine Obst- und Gemüsebox alle zwei Wochen, direkt an die Haustür geliefert
- weitere Soforthilfen nach Bedarf
- Veranstaltungsangebote gegen zermürbende Einsamkeit
Ein besonderes Angebot von “Ein Herz für Rentner e.V.” ist die regelmäßige Lieferung von frischem Obst und Gemüse direkt nach Hause. Dieser Service zielt darauf ab, den Senioren den Gang zur Tafel zu ersparen und ihnen eine respektvolle Versorgung zu ermöglichen.
Patenschaften für soziale TeilhabeDurch Patenschaften in Höhe von 38 Euro pro Monat ermöglicht die Organisation den Senioren die Teilnahme am sozialen Leben. Dies kann den Besuch im Zoo, im Café oder den Kauf einer Tageszeitung beinhalten – Aktivitäten, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität steigern.
Wer kann einen Antrag stellen?Die finanzielle Unterstützung von richtet sich an Senioren ab 66 Jahren mit Renten zwischen 500 und ca. 1300 Euro. Auch Frauen ab 70 Jahren, die mindestens zwei Kinder großgezogen haben, werden unterstützt, selbst wenn ihre Rente unterhalb des Mindestbetrags liegt.
Wichtig: Die einzige Voraussetzung ist, dass staatliche Sozialleistungen wie Grundsicherung im Alter oder Wohngeld beantragt wurden.
Kontakt und UnterstützungRentnerinnen und Rentner, die eine Unterstützung von “Ein Herz für Rentner e.V.” beantragen möchten, sollten Kontakt aufnehmen. Der Verein benötigt Unterlagen wie den aktuellen Rentenbescheid, Grundsicherungs- oder Wohngeldbescheid, die mit einem ausgefüllten Antragsformular eingereicht werden können, damit auch nur diejenigen einen Rentenzuschuss erhalten, die ihn benötigen.
Wo und wie kann ein Antrag gestellt werden?Einen Antrag können bedürftige Rentnerinnen und Rentner direkt online stellen. Das Antragsformular befindet sich hier. Das Formular kann am Computer ausgefüllt, ausgedruckt und dann per Post an die im Formular angegebene Adresse geschickt werden.
Der Beitrag 38 Euro im Monat Zuschuss zur Rente – die meisten Rentner kennen ihn nicht erschien zuerst auf Gegen-Hartz.de – Sozialrecht, Rente, Pflege und Grundsicherung.
„Jetzt ist der türkische Staat am Zug“: Internationale Stimmen zum Friedensprozess
Fast anderthalb Jahre nach Abdullah Öcalans Aufruf für Frieden und eine demokratische Gesellschaft richten internationale Unterstützer:innen den Blick zunehmend auf die nächsten Schritte des türkischen Staates. Nobelpreisträger:innen, Politiker:innen, Philosoph:innen und Menschenrechtsaktivist:innen sehen insbesondere die fortdauernde Inhaftierung des kurdischen Repräsentanten als Widerspruch zu der Rolle, die er bei einer politischen Lösung der Kurdistan-Frage in der Türkei übernehmen soll.
Gegenüber der Tageszeitung „Yeni Yaşam“ äußerten sich 14 Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern zu Öcalans Initiative, seiner politischen Rolle und seinen Ideen. Zu ihnen gehören die Friedensnobelpreisträgerinnen Shirin Ebadi und Jody Williams, der britische Politiker Jeremy Corbyn, der Soziologe John Holloway, die Sinn-Féin-Politiker:innen Martina Anderson und Declan Kearney, Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow und der Türkei-Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Nacho Sánchez Amor.
„Jetzt ist der türkische Staat an der Reihe“
Shirin Ebadi, die 2003 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, sieht mit Öcalans Aufruf einen ersten entscheidenden Schritt als vollzogen an. Nun müsse die staatliche Seite entsprechend handeln. „Öcalan hat den notwendigen Schritt getan, jetzt ist der türkische Staat an der Reihe“, erklärte Ebadi. Öcalan habe mit seiner Forderung nach einem Ende des bewaffneten Kampfes deutlich gemacht, dass die Suche nach Demokratie auf friedlichem Weg geführt werden solle. Seine Botschaft müsse von der Gegenseite ernst genommen werden. Zugleich müsse Öcalan aus den Bedingungen der Isolation herauskommen. „Öcalan muss seine Unterstützer treffen und Interviews geben können. Öcalan muss frei sein“, sagte Ebadi. Frieden und Demokratie in der Türkei könnten nur entstehen, wenn auch der Staat die dafür notwendigen Schritte unternehme.
Eine ähnliche Erwartung formuliert Declan Kearney, Vorsitzender der irischen Sinn Féin. Die türkische Regierung müsse auf die Initiativen der PKK und die von Öcalan übernommenen Aufgaben mit vertrauensbildenden Schritten antworten. Dies sei notwendig, um einen Weg nach vorne zu eröffnen und neue politische Beziehungen aufzubauen, die sowohl die Rechte der kurdischen Bevölkerung als auch den Frieden absicherten.
Auch der frühere britische Labour-Vorsitzende und heutige unabhängige Abgeordnete Jeremy Corbyn sieht ein deutliches Missverhältnis zwischen den erfolgten Schritten und der bisherigen Reaktion darauf. Öcalan habe einen bedeutenden Aufruf für eine politische Lösung vorgelegt, dennoch sei er weiterhin inhaftiert. „Über diese Erklärung Öcalans und die politischen Forderungen der kurdischen Gemeinschaft hinaus ist offenbar sehr wenig geschehen“, sagte Corbyn. Er habe erwartet, dass auf die Einstellung der bewaffneten Aktivitäten auch politische Schritte und die Freilassung politischer Gefangener folgen würden. An Öcalan gerichtet bezeichnete Corbyn dessen Erklärung als einen Schritt von „historischer Bedeutung“. Wer sich seit Jahren für Gespräche mit Öcalan und seine Freilassung eingesetzt habe, werde diese Forderungen weiter vertreten: „Diese Erklärung verlangt nach einer Antwort, denn Sie haben einen großen Schritt getan.“
„Wie soll er aus dem Gefängnis zum Prozess beitragen?“
Die Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams stellt vor allem die Bedingungen in den Mittelpunkt, unter denen Öcalan seine Rolle im Prozess wahrnehmen soll. Seine Freiheit sei dafür keine nachgeordnete Frage, sondern eine Voraussetzung. „Wenn er weiterhin im Gefängnis sitzt und weiterhin isoliert wird, wie soll er dann sinnvoll an diesem Prozess teilnehmen und zu Veränderungen beitragen?“, fragte Williams. Gerade weil große Teile der kurdischen Bevölkerung Öcalan als entscheidenden Akteur im Demokratisierungsprozess betrachteten, müsse er frei sein. Die politische Lösung müsse zugleich breiter angelegt werden und weitere politische Kräfte sowie die Zivilgesellschaft einbeziehen. „Der einzige Weg, Systeme des Friedens und des Wohlstands aufzubauen, ist der Dialog. Der Weg dorthin ist nicht der Krieg“, erklärte Williams.
Aus der Erfahrung des Konflikts in Irland argumentiert Martina Anderson, internationale Vertreterin von Sinn Féin und ehemalige politische Gefangene. Sie bezeichnet Öcalan als Repräsentanten des Widerstands gegen die Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung und zieht Parallelen zum irischen Kampf gegen den britischen Kolonialismus. Für einen gerechten Frieden in der Türkei komme Öcalans Freiheit eine Schlüsselrolle zu. „Der Weg zu einer friedlichen Lösung der kurdischen Frage führt über Öcalans Freiheit“, erklärte Anderson.
Auch die italienische Menschenrechtsanwältin Michela Arricale betrachtet Öcalans Freiheit nicht allein als kurdische Frage. Der kurdische Kampf betreffe grundlegende Fragen von „Freiheit, Demokratie und Würde“ und damit die gesamte Gesellschaft. Öcalans Freiheit sei ein entscheidender Schritt für Frieden „im Mittleren Osten und darüber hinaus“. Gerade in einer Zeit, in der Konflikte zunehmend militärisch ausgetragen würden, habe Öcalan mit dem Übergang „von den Waffen zur Politik“ einen entgegengesetzten Weg eingeschlagen.
Ramelow: Rechte und kulturelle Identitäten absichern
Der deutsche Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow verbindet die Frage nach Öcalans Rolle mit der verfassungsrechtlichen Absicherung kultureller und gesellschaftlicher Vielfalt in der Türkei. Entscheidend sei, dass kulturelle Vielfalt als Bestandteil der eigenen Identität innerhalb der staatlichen Ordnung gelebt werden könne und „Minderheiten, Rechte und kulturelle Identitäten innerhalb des Staates abgesichert werden“.
Ramelow sprach sich dafür aus, Öcalan aus der Haft zu entlassen und ihm eine aktive Beteiligung am Friedensprozess zu ermöglichen. Dieser müsse zugleich vom türkischen Parlament und der Regierung unterstützt werden. „Die Freilassung Abdullah Öcalans und seine Einbeziehung in den Friedensprozess in der Türkei sind wichtig“, erklärte Ramelow. Die kurdische Identität könne letztlich zu einem Maßstab dafür werden, wie vielfältig eine demokratische Türkei sein könne. An die staatliche Seite appellierte er, die von Öcalan ausgestreckte Hand anzunehmen und gemeinsam für Frieden zu arbeiten.
Sánchez Amor warnt davor, „historische Gelegenheit“ zu verspielen
Der Türkei-Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Nacho Sánchez Amor, bezeichnet Öcalans Initiative als „Fenster der Gelegenheit“. Dass die PKK und die kurdische Bewegung dem Aufruf ihres historischen Repräsentanten gefolgt seien, habe neue Hoffnung geschaffen. „Diese Hoffnung darf nicht verschwendet werden. Das ist ein Fenster der Gelegenheit. Es ist eine weitere historische Chance“, sagte Sánchez Amor. Im Zentrum müsse die historische Frage nach der gesellschaftlichen Teilhabe, der Existenz und den Rechten der Kurd:innen in der Türkei stehen. Der Prozess dürfe nicht für andere, nachgeordnete politische Ziele instrumentalisiert werden. Sánchez Amor signalisierte zugleich die Bereitschaft der Europäischen Union, einen politischen Lösungsprozess zu unterstützen, sofern dies gewünscht werde. Auch eine Einbindung des Europäischen Parlaments könne dazu beitragen, dem Prozess öffentliche Legitimität zu verleihen.
Holloway: Öcalans Ideen werden international diskutiert
Die Stellungnahmen beschränken sich jedoch nicht auf Öcalans Haftbedingungen und den aktuellen politischen Prozess. Mehrere der Befragten beschäftigen sich mit der internationalen Bedeutung seiner politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen. Der Soziologe und Philosoph John Holloway beobachtet eine zunehmende Rezeption von Öcalans Schriften auch außerhalb Kurdistans und des Mittleren Ostens. In Mexiko etwa würden seine Werke inzwischen verstärkt gelesen und diskutiert. Öcalans Überlegungen könnten eine Grundlage für eine Gesellschaft bilden, die auf gegenseitiger Anerkennung und einer kommunalen oder kollektiv organisierten Demokratie beruhe. „Öcalan eröffnet eine völlig andere Art darüber nachzudenken, wie wir zusammenleben sollten und wie wir zusammenleben können“, sagte Holloway.
Sein jüngstes Manifest versteht Holloway als Entwurf einer tiefgreifenden Demokratie, in der Menschen nicht ausgeschlossen, sondern einbezogen und gehört werden. Die Ideen seien unmittelbar mit den Entwicklungen in der Türkei und im Mittleren Osten verbunden, gingen in ihrer Bedeutung aber darüber hinaus. Dabei verwies Holloway insbesondere auf die Erfahrungen der vergangenen 14 Jahre in Rojava. „Seine Ideen und die Praxis, die in Rojava umgesetzt wurde, sind für die gesamte Welt von außerordentlicher Bedeutung“, sagte Holloway. Er hoffe deshalb auf eine positive Antwort des türkischen Staates auf Öcalans Friedensbotschaft.
Ähnlich argumentiert Gianni Tognoni, Generalsekretär des Ständigen Völkertribunals in Rom. Er hebt insbesondere Öcalans Vorstellungen einer Demokratie hervor, die von den konkreten gesellschaftlichen Kämpfen der Menschen und dem Streben nach Freiheit und Gleichheit ausgeht. Öcalans Ideen seien für ihn ein Modell, um über gesellschaftliche Alternativen für die Gegenwart nachzudenken. Zugleich kritisiert Tognoni dessen fortdauernde Inhaftierung als Verletzung grundlegender menschenrechtlicher Normen. Auch David Adler, Ko-Generalkoordinator der Progressive International, verweist auf die internationale Wirkung von Öcalans Denken. Seine Ideen und seine politische Praxis seien für progressive Bewegungen zu einer wichtigen Inspirationsquelle geworden. Adler fordert insbesondere Europa auf, seine bisherige Haltung zu ändern und sich für Öcalans Freiheit einzusetzen.
Debbie Bookchin, Autorin und Tochter des libertären Sozialtheoretikers Murray Bookchin, sieht in Öcalans Paradigma eine Antwort auf Probleme, die weit über die kurdische Frage hinausreichen. Angesichts von Rassismus, ökologischer Krise, kapitalistischer Hierarchie und einer fragmentierten Linken brauche es eine neue Verbindung demokratischer, ökologischer und feministischer Kämpfe. Den demokratischen Konföderalismus bezeichnete sie als einen Weg zu einem „gleichen, demokratischen, ökologischen, feministischen, gerechten und freien Leben“. Das in Rojava entwickelte Modell zeige praktisch, dass Frauenbefreiung, Gleichberechtigung unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften und gesellschaftliche Selbstverwaltung miteinander verbunden werden könnten.
„Frieden macht man mit seinen Gegenübern“
Auch der britische Abgeordnete Bambos Charalambous verbindet die nächsten Schritte unmittelbar mit Öcalans politischer Rolle. Ohne dessen Unterstützung wäre der Übergang vom bewaffneten Kampf zur Suche nach einer friedlichen Lösung nicht möglich gewesen. Nun müssten die Rechte der Kurd:innen Bestandteil der Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden werden. „Wenn man Frieden schließen will, muss man mit den führenden Repräsentanten verhandeln. Frieden macht man nicht mit seinen Freunden, sondern mit seinen Gegenübern“, sagte Charalambous. Deshalb müsse die Türkei tatsächlich mit Abdullah Öcalan in Kontakt treten, mit ihm sprechen und schließlich auch den Schritt zu seiner Freiheit vollziehen.
Jónasson: Internationale Akteure müssen Lösung unterstützen
Der frühere isländische Innen-, Justiz- und Gesundheitsminister Ögmundur Jónasson stellt schließlich die internationale Verantwortung für den Prozess heraus. Öcalans Vorstellungen einer auf Gleichheit, Gerechtigkeit und friedlichem Zusammenleben beruhenden Gesellschaft hätten weit über Kurdistan hinaus Bedeutung. Ein Erfolg des Prozesses liege nicht allein in der Verantwortung der kurdischen Seite und der türkischen Regierung. Auch internationale Akteure müssten dazu beitragen, die Chance auf eine politische Lösung zu unterstützen.
Damit laufen die unterschiedlichen Stellungnahmen in einem zentralen Punkt zusammen: Öcalans Aufruf und die daraufhin eingeleiteten Schritte der kurdischen Bewegung werden als historische Möglichkeit für eine politische Lösung betrachtet. Ob daraus ein dauerhafter Prozess entsteht, hängt aus Sicht der Befragten nun wesentlich davon ab, ob die türkische Seite mit politischen und rechtlichen Schritten antwortet und Öcalan die Möglichkeit erhält, seine Rolle in diesem Prozess tatsächlich wahrzunehmen.
https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-52575 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-52347 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-52251
Lehrerin Ingrid sagt: „Ich kann kaum alles ausgeben, was ich an Rente und Pension gezahlt bekomme“
Als Ingrid M. morgens ihren Kontoauszug prüft, wirkt sie fast verlegen. Die frühere Lehrerin aus Niedersachsen ist seit einigen Jahren im Ruhestand und sagt einen Satz, den viele Rentnerinnen und Rentner kaum nachvollziehen können: „Ich kann gar nicht alles ausgeben, was ich an Rente und Pension bekomme.“
Die 69-Jährige war mehr als drei Jahrzehnte im Schuldienst tätig. Zunächst arbeitete sie einige Jahre als angestellte Lehrkraft, später wurde sie verbeamtet. Heute erhält sie deshalb eine Beamtenpension und zusätzlich eine kleinere gesetzliche Rente aus den frühen Berufsjahren.
Eine Rente ohne SorgenIngrid M. lebt allein in einer abbezahlten Eigentumswohnung. Die monatlichen Fixkosten sind überschaubar, größere Kredite gibt es nicht mehr. Für Lebensmittel, Versicherungen, Freizeit, Reisen und Geschenke für die Enkel bleibt ihr nach eigenen Angaben mehr Geld, als sie regelmäßig benötigt.
„Ich habe nie verschwenderisch gelebt“, sagt sie. „Auch im Ruhestand kaufe ich nicht plötzlich Dinge, nur weil ich sie mir leisten könnte.“ Ein Teil des Geldes wandert deshalb jeden Monat auf ein Tagesgeldkonto. Einen weiteren Teil legt sie für ihre Kinder und Enkel zurück.
Ihre Situation ist komfortabel, aber nicht zufällig entstanden. Sie ist das Ergebnis einer langen Erwerbsbiografie, eines sicheren Beamtenverhältnisses und vergleichsweise niedriger Wohnkosten im Alter. Genau diese Mischung unterscheidet sie von vielen anderen Ruheständlerinnen und Ruheständlern.
Warum ihre Pension so hoch ausfälltAls verbeamtete Lehrerin erhält Ingrid M. keine gesetzliche Rente für ihre Beamtenjahre, sondern eine Pension. Diese wird aus den ruhegehaltfähigen Dienstbezügen und der Dienstzeit berechnet. Wer lange im Dienst war, kann ein Ruhegehalt von bis zu 71,75 Prozent der letzten ruhegehaltfähigen Bezüge erreichen.
Bei Ingrid M. kamen viele Dienstjahre zusammen. Sie arbeitete lange in Vollzeit, war an einem Gymnasium beschäftigt und ging regulär in den Ruhestand. Dadurch fällt ihre Pension deutlich höher aus als viele gesetzliche Renten.
Anders als bei der gesetzlichen Rente hängt die Beamtenpension nicht direkt von eingezahlten Arbeitnehmerbeiträgen ab. Sie ist Teil der besonderen Absicherung im öffentlichen Dienst. Finanziert wird sie aus öffentlichen Haushalten.
Zur Pension kommt noch eine gesetzliche RenteVor ihrer Verbeamtung war Ingrid M. mehrere Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Aus dieser Zeit entstanden Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung. Deshalb erhält sie heute zusätzlich zur Pension eine eigene gesetzliche Rente.
Diese zusätzliche Zahlung macht ihre Lage noch angenehmer. Allerdings werden Pension und Rente nicht immer einfach unbegrenzt zusammengerechnet. Wenn bestimmte Höchstgrenzen überschritten werden, kann die Pension gekürzt werden.
Im Fall von Ingrid M. bleibt trotz Anrechnung ein Einkommen, das sie als „mehr als ausreichend“ beschreibt. Sie kann Rücklagen bilden, Reisen bezahlen und zugleich ihren Alltag ohne größere Einschränkungen gestalten. Viele Rentnerinnen und Rentner erleben das anders.
Der Abstand zur gesetzlichen RenteDie Geschichte der früheren Lehrerin zeigt, wie groß die Unterschiede im deutschen Alterssystem sein können. Während verbeamtete Lehrkräfte im Ruhestand häufig gut abgesichert sind, hängt die gesetzliche Rente stark von Einkommen, Beitragsjahren und Erwerbsverlauf ab.
Teilzeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Niedriglohnphasen wirken sich oft spürbar aus.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag das durchschnittliche Ruhegehalt von Pensionärinnen und Pensionären des öffentlichen Dienstes Anfang 2025 bei 3.416 Euro brutto im Monat.
Die gesetzliche Rente vieler Menschen liegt deutlich darunter. Ein direkter Vergleich bleibt jedoch schwierig, weil Steuern, Krankenversicherung und individuelle Lebensumstände berücksichtigt werden müssen.
Bereich Einordnung Beruflicher Hintergrund Langjährige verbeamtete Lehrerin mit zusätzlichen früheren Beitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Beamtenpension Berechnung nach ruhegehaltfähigen Dienstbezügen und Dienstzeit; höchstens 71,75 Prozent. Zusätzliche Rente Kann aus früheren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen entstehen. Mögliche Begrenzung Beim Zusammentreffen von Pension und Rente können Ruhens- und Anrechnungsregeln greifen. Finanzielle Wirkung Bei langer Dienstzeit und niedrigen Wohnkosten kann ein sehr komfortables Alterseinkommen entstehen. Warum Ingrid M. trotzdem zurückhaltend bleibtIngrid M. weiß, dass ihre Aussage anecken kann. „Ich erzähle das nicht, um zu prahlen“, sagt sie. „Ich sehe ja bei Bekannten, wie knapp es manchmal ist.“ In ihrem Freundeskreis gibt es frühere Verkäuferinnen, Pflegekräfte und Büroangestellte, die im Ruhestand deutlich genauer rechnen müssen.
Gerade deshalb spricht sie vorsichtig über ihre Lage. Sie empfindet Dankbarkeit, aber auch Unbehagen. Ihr sei bewusst, dass sie von einem System profitiere, das nicht allen Beschäftigten offenstand.
Die frühere Lehrerin betont zugleich, dass sie jahrzehntelang viel gearbeitet habe. Korrekturen am Abend, Elternabende, Klassenfahrten und psychische Belastungen hätten den Beruf geprägt. Dennoch sieht sie den Unterschied zur Lage vieler gesetzlich Versicherter.
Verschiedene RentensystemeDie Geschichte von Ingrid M. steht für eine größere Debatte. In Deutschland existieren verschiedene Alterssicherungssysteme nebeneinander. Die meisten Beschäftigten zahlen in die gesetzliche Rentenversicherung ein, während Beamtinnen und Beamte später eine Versorgung aus dem Staatshaushalt erhalten.
Diese Trennung wird seit Jahren diskutiert. Kritiker verweisen auf die teils großen Unterschiede zwischen Renten und Pensionen. Befürworter betonen die besonderen Pflichten des Beamtenstatus und die lebenslange Bindung an den Dienstherrn.
Für Ingrid M. ist die Debatte nicht abstrakt. Sie sieht an sich selbst, wie gut eine lange Beamtenlaufbahn im Alter absichern kann. Gleichzeitig kennt sie Menschen, die nach ebenfalls langen Arbeitsleben mit deutlich weniger auskommen müssen.
Nicht jede Lehrkraft ist so abgesichertDer Fall der früheren Gymnasiallehrerin darf nicht mit der Lage aller Lehrkräfte verwechselt werden. Viele Lehrerinnen und Lehrer waren oder sind angestellt. Sie erhalten später keine Beamtenpension, sondern gesetzliche Rente und gegebenenfalls Leistungen aus der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes.
Auch bei Pensionärinnen und Pensionären gibt es große Unterschiede. Wer lange in Teilzeit gearbeitet hat, krankheitsbedingt früher ausscheidet oder hohe private Krankenversicherungsbeiträge zahlen muss, hat im Ruhestand weniger Spielraum. Ein hoher Bruttobetrag bedeutet nicht automatisch ein sorgenfreies Leben.
Bei Ingrid M. kamen mehrere günstige Faktoren zusammen. Sie war lange verbeamtet, hatte solide Bezüge, ging regulär in Pension und wohnt mietfrei. Dadurch bleibt am Monatsende regelmäßig Geld übrig.
Was aus ihrem Geld wirdIngrid M. hat ihren Lebensstil nicht stark verändert. Sie reist gelegentlich, besucht Konzerte und lädt ihre Familie oft zum Essen ein. Große Luxusausgaben interessieren sie kaum.
Stattdessen unterstützt sie ihre Enkel bei Ausbildung und Studium. Manchmal übernimmt sie größere Anschaffungen oder legt Geld für später zurück. „Ich habe mehr Sicherheit, als ich brauche“, sagt sie. „Dann soll wenigstens meine Familie etwas davon haben.“
Ihr Beispiel zeigt, dass Alterseinkommen nicht nur von der monatlichen Zahlung abhängen. Entscheidend sind auch Wohnkosten, Gesundheit, Familienstand, Rücklagen und persönliche Ausgaben. Wer mietfrei lebt, hat mit demselben Einkommen deutlich mehr Freiheit als jemand mit hoher Miete.
QuellenStatistisches Bundesamt: Zahlen zu Pensionärinnen und Pensionären des öffentlichen Dienstes sowie durchschnittlichem Ruhegehalt 2025.
Deutsche Rentenversicherung.
Der Beitrag Lehrerin Ingrid sagt: „Ich kann kaum alles ausgeben, was ich an Rente und Pension gezahlt bekomme“ erschien zuerst auf Gegen-Hartz.de – Sozialrecht, Rente, Pflege und Grundsicherung.
Ehepartner von Pflegebedürftigen dürfen nicht auf ein Bürgergeld-Niveau gedrückt werden
Rechtsanwalt Markus Karpinski klärt über die Rechtslage bei Pflegebedürftigkeit und Sozialhilfe auf. Demzufolge dürfe ein Ehegatte nicht auf Bürgergeld Niveau gesetzt werden. Denn dieses würde einen Anreiz zur Trennung schaffen und damit gegen den grundgesetzlichen Schutz von Ehe und Familie nach Art. 6 Grundgesetz verstoßen.
Sozialämter handeln oft falschLaut Karpinski würden Sozialämter häufig falsch handeln und Einkommen wie Vermögen des Ehegatten heranziehen. Dies täten sie, weil sie den Paragrafen 19 Abs. 2 des SGB XII falsch interpretierten.
In diesem würde vermutet, dass sich Ehegatten gegenseitig unterstützten, nicht aber vorausgesetzt, und diese Vermutung könne wiederlegt werden, wie Bundessozialgericht und der Bundesgerichtshof bestätigt hätten.
So hätte die Rechtsprechung bestätigt, dass vom Ehegatten nicht mehr Unterstsützung gefordert werden dürfte, als die zu der er unterhaltsrechtlich verpflichtet sei, führt Karpinski aus.
Das Sozialamt müsse dem Ehegatten mehr belassen als den Sozialhilfesatz, wenn ein Pflegebedürftiger Sozialhilfe erhalte. Der Ehepartner müsse regelmäßig die Hälfte des gemeinsamen Nettoeinkommens behalten dürfen.
In der Praxis, so Karpinski, würden sich Sozialämter jedoch daran nicht halten und dem Ehepartner kaum mehr lassen als einem Leistungsberechtigten beim SGB II.
Verstoß gegen den besonderen Schutz der Ehe und FamilieDies dürfe, so Karpinski, jedoch nicht geschehen, Es würde nämlich einen Anreiz zur Trennung schaffen und somit gegen den besonderen Schutz von Ehe und Familie in Art. 6 des Grundgesetzes verstoßen.
Warum handeln die Sozialämter falsch?Laut Karpinski handeln die Sozialämter nach der Devise des Paragrafen 19, Abs. 2 Sozialgesetzbuch XII und sehen sich berechtigt, vom Einkommen des Ehepartners so viel zu berechnen, dass diesem nur das Exsistenzminimum übrig bleibe.
Das Bundessozialgericht hätte jedoch klargestellt, dass besagter Absatz lediglich die Vermutung äußere, dass Ehegatten bereit seien, Einkommen und Vermögen bis an die Grenze der eigenen Sozialhilfebedürftigkeit füreinander einzusetzen. Eine gesetzliche Vermutung könne jedoch widerlegt werden.
Was können Betroffene tun?Um zu verhindern, selbst in die Sozilahilfebedürftigkeit gepresst zu werden, reiche es für Ehepartner aus, so Karpinski, bereits beim Antrag klarzustellen, dass er nur soviel von seinem Einkommen zahlt, wie er auch bei einer Trennung zahlen müsste.
Damit sei die gesetzliche Vermutung, auf die die Sozialämter sich beziehen, widerlegt.
Wie ist die Rechtsgrundlage?Karpinski zitiert Urteile, auf die er seine Rechtsansicht stützt. So entschied das Bundessozialgericht 2012 (Az. B 8 SO 13/11 R). Das Bundessozialgericht hätte darin formuliert, der Gesetzgeber gehe “typisierend davon aus”, dass Ehegatten sich bis zur Grenze der eigenen Sozialhilfebedürftigkeit unterstützten. Dies entspräche, so Karpinski, einer Vermutung.
2010 hätte das BSG unterstrichen, dass es (lediglich) eine Vermutung geäußert würde (Az. B 14 AS 51/09 R). Es handle sich, so das das BSG damals ausdrücklich, nicht um eine Rechtspflicht.
Der Bundesgerichtshof hätte 2016 entschieden, dass der Ehepartner nur Unterhalt in Höhe des Trennungsunterhaltes zu zahlen habe. (Az. XII ZB 485/14) Dies sei, laut BGH, auch sozial- wie verfassungsrechtlich begründet.
Wäre es nämlich umgehehrt, dann würde dies ein Privileg für die Ehepartner darstellen, die sich bei Heimaufnahme des Pflegebedürftigen vom Partner trennten. Ein solches Privileg würde aber dem besonderen Schutz von Ehe und Familie nach Art. 6 Grundgesetz widersprechen.
Der Beitrag Ehepartner von Pflegebedürftigen dürfen nicht auf ein Bürgergeld-Niveau gedrückt werden erschien zuerst auf Gegen-Hartz.de – Sozialrecht, Rente, Pflege und Grundsicherung.