Rentenrekorderhöhung bedeutet Einkommensverlust

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Rentenrekorderhöhung bedeutet Einkommensverlust
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Rentenrekorderhöhung bedeutet Einkommensverlust

Etikettenschwindel: kein Segen für die Rentner und Rentnerinnen

Immer mehr Rentner*innen arbeiten (siehe dazu Kommentar unter dem Artikel)

von Tobias Weißert | isw München e.V.

Die geplante Erhöhung des Wehretats von 7,2 Prozent im laufenden Jahr werde [..] fast vollständig von der Inflation konterkariert“ klagt das Münchener Ifo-Wirtschaftsinstitut. (FAZ, 20. April 2022).

Und die Rentenanpassung? Von einer Rekordrentenerhöhung wird gesprochen. „Die 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner können sich auf die kräftigste Erhöhung des Bezugs seit Jahrzehnten einstellen“. (Freie Presse, 22. März 2022)

Zum 1. Juli 2022 steigen die Renten nominal um 5,35 Prozent in den alten Bundesländern (aBL) und um 6,12 Prozent in den neuen Bundesländern (nBL). Bringt das wirklich den Segen für die Rentner und Rentnerinnen?

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Die Durchschnittsnettorente 2020 betrug in den aBL 965 Euro, in den nBL 1.089 Euro. Die Erhöhungen bringen nominal in den aBL 51,53 Euro, in den nBL 66,65 Euro. Auf die nominale Erhöhung sind wieder Beiträge zu Krankenversicherung und Pflegeversicherung und Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung zu leisten. Der Zuwachs mindert sich dadurch um mindestens 11,35 Prozent. Die Nettoerhöhung auf die Durchschnittsrente gerechnet, ergibt demnach für die alten BL 45,77 Euro und für die nBL 59,09 Euro.

Die Inflation ist im Monat April d. J.  bei 7,3 Prozent. Die Durchschnittsrente in den aBL ist ab 01.07.2022 1000,77 Euro. Dieser Betrag verliert durch die Inflation 73,06 Euro an Kaufkraft. Der Durchschnittsrentner verfügt ab 01. Juli  2022 um 27,29 Euro real weniger als zuvor. In den nBL beträgt der Verlust 24,72 Euro.

Fazit: Die Rekorderhöhung beschert einen Einkommensverlust.

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Dieser Einkommensverlust kommt auch dadurch zustande, dass die alten Hartz-IV-Parteien (SPD/Grüne) zusammen mit der FDP ihren Nachholfaktor [1] wieder aktiviert haben. Dadurch wurde die Rentenanpassung um 1,17 Prozent gedrückt, obwohl die Löhne im maßgeblichen Berechnungszeitraum nur um 0,26 Prozent gefallen sind. Das hat der DGB zurecht kritisiert.

Es ist also wirklich kein Jahrhundertgeschenk, dass den Rentnerinnen und Rentnern gemacht wird, sondern rechnerisches Ergebnis klarer gesetzlicher Bestimmungen, die in der Richtung auf weitere Rentenkürzungen gehen. Dabei drohen den Rentnern wie der arbeitenden Bevölkerung noch weitere Einbußen. Nach allgemeiner Einschätzung wird die Inflation weiter steigen. Dazu schreibt die FAZ lapidar:

So sind die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte seit Anfang 2020 um 28 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise aber bis Februar nur um 7 Prozent. Um ihre Existenz nicht zu gefährden, werden Hersteller mittelfristig die gesamte Preissteigerung weitergeben müssen“. (FAZ 11. April 2022)

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Dabei ist auch klar, dass die Inflationsrate kleiner Einkommensbezieher in der Regel deutlich höher ist als die allgemeine Inflationsrate, weil sie einen weit höheren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel und Energie als besser Verdienende aufwenden müssen. Darüber hinaus frisst die Inflation kleine Einkommensrücklagen.

Angenommen ein RenterInnen-Haushalt habe 6.000 Euro für Notfälle zurückgelegt, so verliert er bei der gegenwärtigen Zinspolitik und einer Inflationsrate von 7,3 immerhin 438 Euro jährlich und damit deutlich mehr als er im 2. Halbjahr 2022 nominal als Zuwachs erhält.

Holger-Balodis-Dagmar-Huehne-Rente-rauf-Altersarmut-Armutsrente-Etikettenschwindel-Rentenluege-Rentenfinanzierung-Rentenniveau-Riesterrente-Kritisches-NetzwerkAuch die bürgerliche Presse weiß genau, dass die Rentenanpassung 2022 die Inflationsrate nicht ausgleicht. Wenn sie in der Öffentlichkeit den Eindruck erzeugt, den RenterInnen werde ein großes Geschenk gemacht, für das diese sich bedanken müssten, liegt dem vor allen die Absicht zu Grunde, die Bevölkerung zu spalten. Viele Menschen werden gegenwärtig starke Einkommenseinbußen zugemutet. Die RennerInnen aber „kriegen es in den A… geblasen“. Das erzeugt Unmut und erschwert den notwendigen Kampf für eine soziale Rentenreform.
_________

[1] Nachholfaktor: Wenn aufgrund des Nachhaltigkeitsfaktors, des Riesterfaktors und einer negativen Lohnentwicklung die Renten hätten gekürzt werden müssen, aber nicht gekürzt werden dürfen, solange ein gesetzliches Kürzungsverbot besteht, kann die ausgebliebene Kürzung in den nächsten Jahren durch Abschläge bei der Anpassung nachgeholt werden.

Der Nachholfaktor wurde von der vorigen Regierung von 2018 bis 2025 ausgesetzt und 2022 von der neuen Regierung wieder aktiviert.

Tobias Weißert
__________________

Tobias Weißert, ehemaliger Lehrer in der Erwachsenenbildung, langjähriger Gewerkschafter, Betriebsrat und Mitglied von Klartext e.V. Arbeitet im Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne und befasst sich seit Jahren intensiv mit der Rentenfrage.

"Rente rauf! – So kann es klappen", DVS (Verlag und Druckerei), leicht überarbeitete 2. Auflage, © 2020 Holger Balodis und Dagmar Hühne; kartoniert, Kt., 210 Seiten, ISBN 978-3-932246-98-2, Preis: 18,00 € inkl. Versandkosten über DVS oder portofrei direkt über die Autoren (info@vorsorgeluege.de).


► Inhalt:

Über das Buch

Es muss etwas geschehen!

A: "Rente rauf!"

        Der Kampf um höhere Renten ist nicht verloren
        Wie die Rente demontiert wurde
        Zaghafte Reparaturversuche – die Zerstörung geht weiter
        Wer es besser macht als wir: Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Niederlande, Dänemark
        Der Widerstand wächst: Wer für die Rentenwende kämpft
        Das Modell "Rente rauf!" – Wie viel Rente brauchen wir? Wie kann "Rente rauf!" funktionieren?
        Wie lässt sich "Rente rauf!" finanzieren?

B: Rente kompakt

        Wie funktioniert die gesetzliche Rente?
        Rätselhaftes Rentenniveau
        Ramsch-Riester-Rente
        Etikettenschwindel Entgeltumwandlung
        Überlegenes Umlageverfahren statt riskanter Kapitaldeckung
        Achtung, Altersarmut
        Dämon Demografie

C: Positionen von Unterstützern

        DGB
        IG Metall
        ver.di Baden Württemberg
        Der Paritätische
        SoVD Sozialverband Deutschland
        Seniorenaufstand
        Rente zum Leben
        Bündnis für Rentenbeitragzahler und Rentner
        ADG Aktion Demokratische Gemeinschaft

Anmerkungen

Literatur

Anhang


Über die Buchautoren:

Holger Balodis und Dagmar Hühne leben in Köln. Sie forschen und berichten seit über 30 Jahren zu den Themen Rente und Altersvorsorge. Sie waren Fachautoren für TV-Magazine wie Monitor und plusminus im „Ersten“, haben zahlreiche Ratgeber für die Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen geschrieben sowie mehrere Bücher veröffentlicht, darunter den Spiegel-Bestseller „Die Vorsorgelüge. Wie Politik und private Rentenversicherungen uns in die Altersarmut treiben“. Daneben bieten sie Schulungen zum Thema Renten, sind als Vortragsreisende unterwegs und erstellen Studien zu Fragen der Rente und Altersvorsorge.

Die beiden engagierten Autoren Holger Balodis und Dagmar Hühne sind zu erreichen über

balodis [@] vorsorgeluege.de / huehne [@] vorsorgeluege.de

www.vorsorgeluege.de

Das Portal „vorsorgeluege.de“ informiert die kritische Öffentlichkeit mit einem aktuellen Newsletter aus dem Bereich der Altersversorgung, ganz egal ob gesetzlich oder privat. Immer provokant, immer unabhängig. Zeitungen, online- Dienste oder TV-Sender sind gerne eingeladen, mit Holger Balodis und Dagmar Hühne weiter über die angerissenen Themen zu diskutieren. Gerne kommen die beiden auch als Referenten im Rahmen von Vortragsveranstaltungen, Lesungen und Diskussionen zu den Themen Rente, Private Altersvorsorge und Altersarmut zu Ihnen.

Pflegebeduerftige_Pflegebeduerftigkeit_Pflegeeinrichtungen_Pflegegrad_Pflegeheime_Pflegenotstand_Altenpflege_Pflegepflichtversicherung_Pflegestufen_Kritisches_Netzwerk_Pflegestuetzpunkte


► Quelle: Erstveröffentlicht am 26. April 2022 bei isw-München >> Artikel. Das isw versteht sich als Wirtschaftsforschungs-Institut, das alternativ zum neoliberalen Mainstream Analysen, Argumente und Fakten für die wissenschaftliche und soziale Auseinandersetzung anbietet. Unsere Themen und Forschungen beziehen sich deshalb in besonderem Maß auf die „Bedürfnisse“ von Gewerkschaften und von sozialen, ökologischen und Friedensbewegungen. Unser Anspruch ist, Wissenschaft in verständlicher Form darzustellen und anschaulich aufzubereiten. Deshalb sind isw-Ausarbeitungen auch besonders geeignet für Unterricht und Schulungsarbeit und als Grundlage für Referate und Diskussionen.

ACHTUNG: Die Bilder, Grafiken und Illustrationen sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. folgende Kriterien oder Lizenzen, s.u.. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung ergänzt, ebenso die Komposition der Haupt- und Unterüberschriften verändert.

Mehr Informationen und Fragen zur isw:

isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V.

Johann-von-Werth-Straße 3, 80639 München

Fon 089 – 13 00 41, Fax 089 – 16 89 415

isw_muenchen@t-online.de

www.isw-muenchen.de


Lesetipps: bitte auch die weiteren Artikel zum Thema Altersarmut, Rente, Grundrente etc. lesen

Rentenrekorderhöhung bedeutet Einkommensverlust. Etikettenschwindel: kein Segen für die Rentner und Rentnerinnen. Die geplante Erhöhung des Wehretats von 7,2 Prozent im laufenden Jahr werde fast vollständig von der Inflation konterkariert, so das Münchener Ifo-Wirtschaftsinstitut. Und die Rentenanpassung? Von einer Rekordrentenerhöhung wird gesprochen. Von Tobias Weißert | isw München e.V., im KN am 27. April 2022 >> weiter.

Altersarmutsproduktion läuft wieder auf Hochtouren. Ampelparteien kürzen Oma Ernas Rentenerhöhung.

Nachholfaktor eine rückwirkende und eine zukünftige Rentenkürzung in einem. Die Regierungskoalition in spe will den angekündigten Aufschlag bei der gesetzlichen Rente um mindestens 0,8 Prozentpunkte kappen und reaktiviert dafür den sogenannten Nachholfaktor. Den hatte die Große Koalition eigentlich bis 2026 ausgesetzt, um die Erosion des Systems ein bisschen abzubremsen. Ab sofort läuft die Altersarmutsproduktion wieder auf Hochtouren – mit Klecker- und Nullrunden bis 2025 und faktischen Minusrunden danach. Dann nämlich gibt es wegen wegfallender „Haltelinien“ nach unten gar kein Halten mehr. Gewerkschaften und Sozialverbände sind alarmiert, Wirtschaftsvertreter voll des Lobes – Auftrag erfüllt." Von Ralf Wurzbacher / NDS, im KN am 4. Dezember 2021 >> weiter.

Renten-Fake News demaskiert. Rentengehirnwäsche muß ein Ende haben! Von Holger Balodis und Dagmar Hühne, 15. November 2020 >> weiter.

Die Rentenerhöhung, nur ein Schlückchen aus der Pulle! Von Holger Balodis und Dagmar Hühne, 2. Juli 2020 >> weiter.

Plan zur Rettung der Rente. Rente rauf! – So kann es klappen. Von Tobias Weißert / isw MÜNCHEN e.V., 3. April 2020, im KN am 14. April 2020 >> weiter.

Rentnerverarschung: Grundrente – kaum Wirkung gegen Altersarmut. Schon der Name Grundrente ist eine Fälschung. Von Tobias Weißert / isw München, 26. Feb. 2020 >> weiter.

Verdeckte Altersarmut: zustehende Grundsicherung oft nicht beansprucht. Rund 60 % der Personen in Privathaushalten, denen Grundsicherung zustünde, nehmen diese nicht in Anspruch. Von Laurenz Nurk, 27. Jan. 2020 >> weiter.

Die Sackgasse private Altersvorsorge wird immer deutlicher. Von Berger, NachDenkSeiten, 20. Jan. 2020, im KN am 23. Jan. 2020 >> weiter.

Die Ruhigstellung der Massen. Das Existenzminimum als Musterbeispiel politischer Bigotterie. Von Egon W. Kreutzer, im KN am 22. Dez. 2019 >> weiter.

SPD: Aufbruch in die neue Zeit. Beschluss Nr. 1 vom Bundesparteitag Dezember 2019 - 17 Seiten >> weiter. [ein Etikettenschwindel par excellence! H.S.]

Mehr GROKO, weniger GROKO, Hauptsache GROKO. Das Abbruchunternehmen SPD. AUFBRUCH IN DIE NEUE ZEIT. Von Ulrich Gellermann, 9. Dez. 2019 (im KN am 13. Dez.) >> weiter.

Rentnerverarschung: Grundrente für langjährig Versicherte. Fauler Kompromiss mit beschämendem Ergebnis. Von Tobias Weißert / isw München e.V., 12. Dezember 2019 >> weiter.

Der SPD-Parteitag in Berlin: ein Parteitag der Verzweiflung. Aufbruch in die Vergangenheit und Verschärfung des Klassenkampfs. Von Ulrich Rippert, wsws, 10. Dezember 2019 >> weiter.

Parteispitze der SPD: Neue Gesichter - gleiche rechte Politik. Von Peter Schwarz, wsws, 2. Dezember 2019 >> weiter.

Weitere Demontage und letztlich die Zerstörung der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Rentenpläne der Bundesbank. Bis zum Umfallen arbeiten und dann kaum noch Rente? Von Tobias Weißert / isw München e.V., 23. November 2019 >> weiter.

Skandalöse Ungleichheit. Der Bluff mit der Grundrente. Von Marianne Arens, 14. November 2019 >> weiter.

Armutspolitischer Etikettenschwindel: Sollbruchstelle Grundrente. Von Egon W. Kreutzer (EWK), 4. November 2019 >> weiter.

Einkommensungleichheit auf neuem Höchststand. Arme Haushalte zunehmend tiefer unter der Armutsgrenze. Neuer WSI-Verteilungsbericht. Von Hans-Böckler-Stiftung, 18. Oktober 2019 >> weiter.

Heils-Versprechen und die Teufelsaustreibe. Von Tobias Weissert / isw München e.V., 21. Juni 2019 >> weiter.

Die SPD modernisiert Hartz IV. Neue Runde sozialer Angriffe ist eingeläutet. Von Peter Schwarz, 12. Februar 2019 >> weiter.


    ► Bild- und Grafikquellen:

    1. Zunehmende Altersarmut: Von einer Rekordrentenerhöhung wird gesprochen, doch in der Realität beschert sie einen Einkommensverlust. Auch die angedachte Grundrente ist asozial weil deutlich zu niedrig. Die Bezeichnung "Respektrente" für erbrachte "Lebensleistung" ist menschenverachtend! Millionen Menschen werden als Überflüssige in Altersamut (ver-)enden. Foto/Grafik: Alexas_Fotos. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Bild.

    2. Seniorin am Fenster. Foto: pasja1000 / Julita, Bodensee/Schweiz. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

    3. Hände einer Rentnerin. Foto: user_id:11082974 (Inactive account). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

    4. Buchcover: "Rente rauf! – So kann es klappen", DVS (Verlag und Druckerei), leicht überarbeitete 2. Auflage, © 2020 Holger Balodis und Dagmar Hühne; kartoniert, Kt., 210 Seiten, ISBN 978-3-932246-98-2, Preis: 18,00 € inkl. Versandkosten über DVS oder portofrei direkt über die Autoren (info@vorsorgeluege.de).

    5. Pflege im Alter: Im Dezember 1999 gab es 2,02 Millionen Pflege­bedürftige, im Dezember 2009 war ihre Zahl auf 2,34 Millionen gestiegen, 2015 waren es 2,86 Millionen und im Dezember 2019 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 4,13 Millionen Menschen pflege­bedürftig im Sinne des Pflege­versicherungs­gesetzes (SGB XI).

    Der Pflegenotstand in Deutschland könnte in den nächsten Jahren noch weit heftiger werden als befürchtet. Bereits für 2025 wird mit insgesamt 5,65 bis 5,72 Millionen Pflegebedürftigen gerechnet, für das Jahr 2030 dann mit 5,86 bis 6,04 Millionen. Auch nach einer aktualisierten Experten-Hochrechnung für den Barmer-Pflegereport erhöht sich die Zahl der Pflegebedürftigen hierzulande bis 2030 auf rund sechs Millionen Menschen. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 30 Prozent. Und es liegt deutlich über bisherigen Schätzungen, die lediglich von fünf Millionen Pflegebedürftigen ausgingen.

    Foto: rawpixel. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >>  Foto.

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    Immer mehr Rentner*innen arbeiten


    Immer mehr Rentner*innen arbeiten

    von Holger Balodis und Dagmar Hühne

    Über eine Million Menschen im Alter von 67 oder älter hatten im vergangenen Jahr einen Job. Das sind doppelt so viele wie vor 15 Jahren. Und sie tun das überwiegend nicht aus Langeweile, sondern aus blanker Not. Denn rund 5 Millionen Rentner*innen liegen mit all ihren Einnahmen unter der Armutsgefährdungsschwelle des Statistischen Bundesamts. Die liegt für Alleinstehende bei rund 1.200 Euro und für Paare bei rund 1.700 Euro.

    Diese beunruhigenden Fakten werden noch verstärkt durch zwei Tendenzen. Erstens: Das ist erst der Anfang. Die Zahl der armen Alten dürfte von Jahr zu Jahr steigen. Die Heil’sche Grundrente ist nahezu wirkungslos. Zweitens: Das interessiert praktisch niemanden. Die einzige Partei, die wirklich substantielle Verbesserungen für alle Rentner*innen fordert, erhielt bei der jüngsten Landtagswahl gerade mal 2,1 Prozent der Wählerstimmen.

    Dabei könnten es alle wissen: Die OECD veröffentlicht regelmäßig Lohnersatzquoten in den entwickelten Staaten dieser Erde, dokumentiert also wie viel die Rentner*innen gemessen am früheren Einkommen bekommen. Und hier landet Deutschland genauso regelmäßig wie beim European-Song-Contest ESC auf einem hinteren Platz. Unter dem Titel „Pensions at a glance“ zeigt die OECD, dass die Alten in Nachbarländern wie Österreich, Dänemark, Luxemburg, Niederlande, Italien und Frankreich mit deutlich besseren Altersrenten rechnen dürfen. Warum nimmt das hierzulande kaum jemand zur Kenntnis?

    Vielleicht weil es mit zwei offenbar in Deutschland unbequemen Wahrheiten verbunden ist. Erstens: Gute, armutsfeste Renten kosten Geld. All die vorgenannten Länder verwenden höhere Anteile ihres Wohlstandes für die Alterssicherung. Und zweitens: Es braucht mehr Umverteilung, wenn gute Renten auch für den ärmeren Teil der Bevölkerung gezahlt werden sollen.

    Das wirklich gute an dem internationalen Vergleich: Er zeigt, dass bessere Renten wirklich funktionieren und jedes Land es in der eigenen Hand hat. Man muß es nur politisch wollen.

    Vorsorgelüge-Newsletter Nr. 6/2022 vom 18.5.2022

    Holger Balodis und Dagmar Hühne >> balodis@vorsorgeluege.de >> Tel.: 0221 - 461 527 und 466 590

    www.vorsorgeluege.de

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