Sammlung von Newsfeeds

Turkey issues arrest warrants for Netanyahu, Israeli officials on charges of genocide

SANA - Syrian Arab News Agency - 8. November 2025 - 8:36

Turkey on Friday issued arrest warrants for Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu and many other Israeli officials on Gaza genocide.

The warrants were issued upon a request by Istanbul chief public prosecutor’s office, which said in a statement that in view of the systematic genocide and crimes against humanity committed by Israel in Gaza, thousands of people, including women and children, have lost their lives, thousands more have been injured, and residential areas have been rendered unusable.

Hamas welcomed the Turkish court decision and said in statement that the step reflects genuine positions of the Turkish people and leadership in standing firmly by justice, humanity and the bonds of brotherhood that unite them “with our oppressed Palestinian people, who have faced one of the most brutal genocidal wars in modern history at the hands of the fascist occupation leaders.”

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Westliche Medien bestätigen die verzweifelte Lage der ukrainischen Streitkräfte

ANTI-SPIEGEL - Fundierte Medienkritik - 8. November 2025 - 8:00
Die russische Nachrichtenagentur TASS hat in einem Artikel über westliche Medienberichte über die Lage der ukrainischen Streitkräfte in den eingekesselten Ortschaften im Donbass berichtet und ich habe den TASS-Artikel übersetzt. Beginn der Übersetzung: „Erwarteter Verlust“ und „Schwerer Schlag“: Wie westliche Medien die Lage der ukrainischen Streitkräfte einschätzen Die Lage im Kampfgebiet ist für die ukrainischen […]
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Türkischer Parlamentspräsident stellt Imrali-Besuch in Aussicht

Der Vorsitzende der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM), Numan Kurtulmuş, hat einen möglichen Besuch der Gefängnisinsel Imrali durch die „Kommission für nationale Solidarität, Geschwisterlichkeit und Demokratie“ in Aussicht gestellt. Voraussetzung sei ein entsprechender Beschluss des Gremiums, erklärte Kurtulmuş am Freitag bei einem Treffen mit Chefredakteur:innen führender Medien in Istanbul.

„Wenn die Kommission eine solche Entscheidung trifft, kann dieser Schritt unternommen werden“, sagte Kurtulmuş auf Nachfrage zu einem möglichen Besuch der Gefängnisinsel, auf der der kurdische Repräsentant Abdullah Öcalan inhaftiert ist. Persönlich wolle er sich dazu nicht äußern, betonte der Parlamentspräsident, verwies jedoch darauf, dass verschiedene politische Parteien bereits öffentlich Zustimmung zu einem solchen Schritt signalisiert hätten.

Die seit mehreren Monaten tagende Kommission habe bislang 16 Sitzungen abgehalten und damit eine „wichtige historische Funktion“ erfüllt, sagte Kurtulmuş. Ziel sei es, Wege für eine nachhaltige Lösung der kurdischen Frage zu sondieren. Dabei hätten alle Teilnehmenden der bisherigen Gespräche ihre Bereitschaft signalisiert, den Prozess konstruktiv zu begleiten: „Niemand hat erklärt, dass er diesen Prozess nicht wolle. Im Gegenteil, es wurden viele wertvolle Vorschläge gemacht.“

Treffen mit Sicherheitsbehörden in Vorbereitung

Für die kommende Woche kündigte Kurtulmuş Anhörungen mit führenden Sicherheitsvertretern an, die zuletzt verschoben worden waren. So sollen der Innenminister, der Verteidigungsminister sowie der Chef des türkischen Geheimdienstes MIT von der Kommission angehört werden. Dabei handle es sich voraussichtlich um die abschließenden Gespräche, so der Parlamentspräsident.

Kurtulmuş betonte, es handle sich bei dem laufenden Prozess nicht um einen klassischen Friedensprozess zwischen Türk:innen und Kurd:innen, sondern vielmehr um einen parlamentarisch begleiteten Übergang im Kontext der Entwaffnung einer bewaffneten Organisation. „Dies ist der Versuch, einen Prozess zu begleiten, der mit dem erklärten Rückzug der Organisation vom bewaffneten Kampf begonnen hat“, sagte er mit Blick auf die inzwischen aufgelöste PKK. Im Vordergrund stehe dabei der gesellschaftliche Zusammenhalt. „Alle heben die Geschwisterlichkeit zwischen Türken und Kurden sowie die Einheit des Landes hervor. Das ist von außerordentlicher Bedeutung.“

Gesetzesreformen erst nach Bestätigung der Entwaffnung

Kurtulmuş machte deutlich, dass rechtliche Anpassungen – etwa im Bereich der politischen Teilhabe oder kulturellen Rechte – erst dann in Betracht gezogen werden könnten, wenn eine glaubwürdige und überprüfbare Entwaffnung der PKK festgestellt worden sei. Weder eine Föderalisierung, noch eine weitere Amtssprache neben dem Türkischen stünden derzeit auf der Agenda.

„Der nächste kritische Schritt ist die Bestätigung, dass sich die Organisation selbst aufgelöst hat und eine ernsthafte Entwaffnung stattgefunden hat“, so Kurtulmuş. Diese Feststellung müsse durch die zuständigen Sicherheitsbehörden – insbesondere den Geheimdienst MIT und das Verteidigungsministerium – sowie letztlich durch den Nationalen Sicherheitsrat erfolgen. Erst danach könne das Parlament mögliche gesetzgeberische Maßnahmen einleiten.

Abgrenzung zum früheren Friedensprozess

Im Vergleich zum gescheiterten Friedensprozess der Jahre 2013-2015 sieht Kurtulmuş deutliche Unterschiede. Damals sei der gesamte Verhandlungsprozess weitgehend unter dem Einfluss der Gülen-Bewegung (FETÖ) gestanden, die heute vom Staat als terroristische Organisation eingestuft wird. „Die Institutionen, die damals im Namen des Staates handelten, waren fast vollständig von FETÖ-Funktionären durchsetzt“, sagte Kurtulmuş rückblickend.

https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/Ocalan-ruft-zu-positiver-phase-im-dialogprozess-auf-48672 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/dogan-jetzt-ist-die-zeit-abdullah-Ocalan-zuzuhoren-48726 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/bahceli-parlamentskommission-soll-Ocalan-auf-imrali-treffen-48681

 

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President al-Sharaa meets Syrian community delegation in Brazil

SANA - Syrian Arab News Agency - 8. November 2025 - 6:54

President Ahmad al-Sharaa met a delegation of the Syrian community in Brazil late Friday, on the sidelines of the official visit to Brazil to participate in the Climate Summit (COP30).
Minister of Foreign Affairs and Expatriates Asaad Hassan al-Shaibani also attended the meeting.

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The US Empire Keeps Getting Creepier, by Caitlin Johnstone

Secretary of War™ Pete Hegseth said during a speech on Friday that the US is at “a 1939 moment” of “mounting urgency” in which “enemies gather, threats grow,” adding, “We are not building for peacetime. We are pivoting the Pentagon and our industrial base to a wartime footing.” Everything’s getting darker and creepier in the...
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What If Robert Stark Ran for California Governor In 2026?, by Robert Stark

Hypothetical 2026 Gubernatorial Platform CA State Basic Income -Eligibility: all adult US Citizens who have been California residents for at least 3 years -Funded by a tech dividend tax on big tech, automation of inefficient state bureaucracy, cap on state employee pensions, an oil extraction tax, and consolidation of non-healthcare CA state benefits, including those...
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Artificial Intelligence Is Making Everything Dumber, by Caitlin Johnstone

So it turns out Israel’s mistake was starting its genocide right after Palestinians gained the ability to quickly share video footage of what’s happening in Gaza, but right before the moment when any video footage shared online could easily be dismissed as AI. Just today I saw two viral tweets that had received Community Notes...
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Gedanken nach den Zwischenwahlen in Argentinien

Wie sich der überwältigende Sieg von Milei erklärt Trotz des brutalen Kaufkraftverlusts und einer Reihe von Korruptionsskandalen führten die Zwischenwahlen in Argentinien zu einem überwältigenden Sieg für La Libertad Avanza (Die Freiheit schreitet voran, LLA), die Partei von Javier Milei. Und jetzt? Die Ergebnisse der Zwischenwahlen in... weiter 08.11.2025 Artikel von zu Argentinien, Politik
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Absagen belasten Gipfel von EU und Lateinamerika in Kolumbien

Treffen in Santa Marta am 9. und 10. November. Lula sagt zu, mehrere Staats- und Regierungschefs fehlen. Absagen aus EU wohl, um Trump nicht zu "verärgern" Santa Marta. Die kolumbianische Stadt Santa Marta wird am 9. und 10. November Schauplatz des IV. Gipfels zwischen der Europäischen Union (EU) und der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) sein. Das Treffen, das unter dem Pro-Tempore-Vorsitz... weiter 08.11.2025 Artikel von zu Kolumbien, Politik
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Things Are Shitty Because We Are Ruled By People Who Want Things To Be Shitty

Caitlin Johnstone - 8. November 2025 - 1:54

Listen to a reading of this article (reading by Tim Foley):

Which sounds more likely: (A) that things are bad because the population keeps organically voting for policies which just so happen to hurt ordinary people while benefitting the rich and powerful, or (B) that things are bad because the rich and powerful want things this way?

Does it seem more likely to you that (A) the democratic process consistently leaves people unable to advance basic human interests because the population always organically splits itself into an exact 50–50 deadlock that leaves everyone unable to get anything done long term, and that this deadlock always just so happens to land on a status quo that serves the interests of the rich and powerful, or (B) that the rich and the powerful artificially created this status quo via manipulation?

You don’t need to know anything at all about politics or parapolitics to see that (B) is the most likely explanation for why things keep getting worse for everyone besides the rich and powerful. Your own basic reasoning and understanding of human behavior will tell you that there’s no way democracy is working as advertised if things keep getting worse and worse for ordinary voters while billionaires and empire managers keep getting everything they want.

Things are shitty because we are ruled by people who want things to be shitty. Once you awaken to this undeniable reality, you will inevitably find yourself growing more and more radicalized.

Our rulers want nonstop war and genocide. Our rulers want obscene levels of inequality. Our rulers want the public to be poor and struggling. Our rulers want people to be getting dumber, sicker, and more miserable. Our rulers want the unrestricted industry that’s killing earth’s biosphere. Our rulers want us to have vapid, unedifying mainstream culture. This dystopia looks more or less exactly how they want it to look.

Our rulers want war, militarism and genocide to be the norm because military force is one of the critical ways by which they dominate the planet, control resources and trade routes, and prevent foreign states from trying different systems and establishing a different world order. Waging and preparing to wage war has the added bonus of also being extremely profitable.

The plutocrats want inequality to continue because it’s what allows them to live as modern-day monarchs. When money is power and power is relative, you’re going to see the people with the money making sure they have as much as possible while everyone else has as little as possible, because if everyone is king then nobody is. They want the public to have just enough spending money to keep the wheels of capitalism turning, without having enough money to do things like fund political campaigns or buy up media influence. The poorer everyone else is, the more powerful they are.

Our rulers want us to be stupid, misinformed, distracted, sick, struggling and suffering, because if we all had enough time, information and mental acuity to form an understanding of what’s going on in our world, things would get mighty guillotiney real quick. They have a vested existential interest in keeping us all in a mental fog of propaganda, diversion, ignorance, illiteracy, and psychological dysfunction.

Our rulers want companies to be free to destroy our planet’s ecosystem, because offloading the costs of industry onto the environment is the only way to steadily increase profits. So long as they’re free to fill the air with pollutants, fill the oceans with plastic, clear the rainforests, incinerate biodiversity and poison people’s drinking water at the expense of other people and other organisms, corporations can continue to grow and to maximize value for shareholders.

An alliance of corporate and state power has emerged to advance these agendas in service of the few people who benefit from them, while the rest of humanity flounders in suffering and toil. They use mass media propaganda, campaign donations, lobbying and other influence operations to ensure that this remains the case. The more you learn to spot the signs of these dynamics and the more clearly you perceive them, the more urgently you see the need to end this way of being.

Truth and clarity paves the way to real revolutionary change. That’s why our rulers spend so much energy trying to obfuscate truth and clarity via propaganda, censorship, Silicon Valley algorithm manipulation, mainstream culture, AI, garbage education systems, and other forms of perception management. They’re doing everything they can to stop us from following the strings of our society’s ailments to the hands up above that are pulling them.

They want us to be stupid, so we need to get smarter.

They want us to be ignorant, so we need to inform ourselves.

They want us to be uncaring, so we need to become more compassionate.

They want us to be compliant, so we need to become disobedient.

The world is a mess because our rulers want it to be a mess. So we need everything in us to be pushing in the exact opposite direction.

________________

My work is entirely reader-supported, so if you enjoyed this piece here are some options where you can toss some money into my tip jar if you want to. The best way to make sure you see everything I write is to get on my free mailing list. Click here for links for my social media, books, merch, and audio/video versions of each article. All my work is free to bootleg and use in any way, shape or form; republish it, translate it, use it on merchandise; whatever you want. All works co-authored with my husband Tim Foley.

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Die Woche, in welcher der Klima-Katastrophismus seine Klauen verlor

Anthony Watts, The Heartland Institute

Die vergangene Woche könnte als der Moment in die Geschichte eingehen, in dem die Klimadiskussion endgültig ins Wanken geraten ist. In der Klimapolitik ist ein „Wendepunkt“ eingetreten.

Innerhalb weniger Tage erreichten zwei Ereignisse Millionen von Menschen außerhalb der üblichen wissenschaftlichen und medialen Gatekeeper-Strukturen, und beide erzählten dieselbe ketzerische Geschichte: dass die Wissenschaft der Klimakatastrophe bei weitem nicht so gesichert und düster ist, wie uns bisher erzählt weisgemacht worden ist.

Zunächst lud der weltweit meistgesehene Podcaster Joe Rogan zwei der angesehensten lebenden Klimawissenschaftler, die eine abweichende Meinung vertreten, Dr. Richard Lindzen vom MIT und Dr. William Happer von Princeton, zu einem langen Gespräch über die tatsächlichen Beweise für die Behauptungen zur globalen Erwärmung ein. Das zweite Ereignis kam aus den Reihen der Klimawissenschaft selbst: Ted Nordhaus, Gründer des Breakthrough Institute und einst selbsternannter Klimaaktivist, veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel „Why I Stopped Being a Climate Catastrophist” (Warum ich aufgehört habe, ein Klima-Katastrophist zu sein). Diesen Beitrag gibt es in deutscher Übersetzung bei CLINTEL hier).

Jeder von ihnen hat auf seine Weise die Kluft zwischen wissenschaftlichen Nuancen und politischen Narrativen aufgezeigt – und zusammen könnten sie einen Wendepunkt im öffentlichen Verständnis markieren.

Jahrelang sorgten die Mainstream-Presse und die Wachhunde der Fachwelt dafür, dass jeder, der die Klimadogmatik in Frage stellte, als „Leugner” abgetan wurde. Diese Taktik funktioniert nicht mehr, wenn Joe Rogan, dessen Publikum das von CNN in den Schatten stellt, zwei emeritierten Professoren gegenüber sitzt, die ruhig erklären, warum CO₂ nicht der planetarische Thermostat ist, als der es dargestellt wird.

Lindzen und Happer verfügen über einwandfreie Referenzen. Sie sind keine Blogger, keine „Influencer”, sondern Physiker, die Jahrzehnte in den weltweit führenden Forschungseinrichtungen verbracht haben. Ihre Botschaft war einfach: Das Klimasystem ist komplex, und die Behauptung, wir könnten die globale Temperatur mit Kohlenstoffsteuern und Windkraftanlagen feinabstimmen, ist reine Phantasie.

Happer erzählte, dass selbst in den 1990er Jahren Klimawissenschaftler die einzigen waren, die sich weigerten, ihre Arbeit persönlich zu verteidigen, vielleicht weil sie ahnten, dass ihre Modelle „hohl und nutzlos“ waren. Lindzen erinnerte die Zuhörer daran, dass die Erwärmung bisher moderat ist, dass extreme Wettertrends keinen alarmierenden Anstieg zeigen und dass die Vorteile der CO₂-Düngung für die globale Landwirtschaft real sind.

Die Reaktion im Internet war unmittelbar und aufschlussreich. Innerhalb von 24 Stunden hatte die Folge fast eine Million Aufrufe auf YouTube und Tausende von Kommentaren, in denen die Gäste dafür bejubelt wurden, dass sie „endlich die Wahrheit“ über die Klimawissenschaft gesagt hatten. Menschen, die noch nie von Strahlungsantrieb oder Wasserdampf-Rückkopplung gehört hatten, erkannten plötzlich, dass Skepsis keine Ignoranz ist – sondern die ursprüngliche wissenschaftliche Methode in Aktion.

Dann, gerade als Rogans Folge im Trend lag, ließ Ted Nordhaus seine eigene intellektuelle Bombe platzen. Sein 7.000 Wörter langer Artikel auf der Website des Breakthrough Journal liest sich wie ein Geständnis – und vielleicht das wichtigste, das die Klimabewegung je gesehen hat.

„Ich glaube nicht mehr an diese Übertreibungen“, schreibt Nordhaus und verweist dabei auf seine früheren Vorhersagen, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe Kriege auslösen und den Amazonas-Regenwald zerstören würde. Er räumt nun ein, dass die „Business-as-usual“-Szenarien mit einer Erwärmung um fünf Grad bis 2100 nie plausibel waren – sie gingen von einem absurd hohen Bevölkerungswachstum, unrealistischen wirtschaftlichen Bedingungen und einem langsamen technologischen Fortschritt aus. Die besten aktuellen Schätzungen liegen seiner Meinung nach näher bei drei Grad oder weniger.

Nordhaus geht noch weiter. Er weist darauf hin, dass trotz einer Erwärmung um 1,5 °C seit der vorindustriellen Zeit die weltweite Sterblichkeit aufgrund von Klima- und Wetterextremen pro Kopf um den Faktor 25 gesunken ist – wahrscheinlich der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Anstieg der Katastrophenschäden, so beobachtet er, ist hauptsächlich auf die größere Anzahl von Menschen und Gebäuden in gefährdeten Gebieten zurückzuführen, nicht auf stärkere Stürme.

Am vernichtendsten ist vielleicht sein Eingeständnis, dass ein Großteil der Klimagemeinschaft „einfach den Ort der Katastrophe verlagert hat“. Als die Modelle immer weniger Wärme zeigten, heizte sich die Rhetorik auf. Die Wissenschaft war nicht sicherer geworden, sondern das Marketing war verzweifelter geworden.

Dass ein Gründer eines Thinktanks der Umweltbewegung dies öffentlich sagt, ist eine Sensation. Es ist das Eingeständnis eines Insiders, dass die Grenze zwischen Klimawissenschaft und Klimapolitik längst verschwommen ist.

Die Wachhunde verlieren die Kontrolle; was diese Woche anders macht, ist das Ausmaß. Wissenschaftliche Zeitschriften und große Zeitungen können immer noch filtern, welche Studien oder Kommentare gedruckt werden. Aber sie können Rogans Publikum von 10 Millionen Zuhörern nicht filtern. Sie können einen viralen Beitrag nicht unterdrücken, der von Lesern, die eher nach Ehrlichkeit als nach Apokalypse hungern, über verschiedene Plattformen geteilt wird.

Jahrelang stützte sich die wissenschaftliche Establishment auf soziale Einschüchterung – die Überzeugung, dass nur ein Spinner „die Wissenschaft” in Frage stellen würde. Doch nun haben wir einen der prominentesten Umweltschützer Amerikas, der zugibt, dass Katastrophismus unbegründet ist, und zwei Weltklasse-Wissenschaftler, die ruhig erklären, warum die CO₂-Empfindlichkeit überbewertet wird. Der Vorhang ist gefallen.

Die Ironie dabei ist natürlich, dass beide Veranstaltungen nicht auf Ideologie, sondern auf Daten zurückgriffen. Happer und Lindzen betonten das Fehlen empirischer Belege für einen direkten Zusammenhang zwischen steigendem CO₂-Ausstoß und sich verschlechternden Wetterbedingungen. Nordhaus hob die historischen Belege für die Anpassungsfähigkeit des Menschen hervor – die Tatsache, dass moderne Infrastruktur, Technologie und Wohlstand uns weniger anfällig für Klimaextreme gemacht haben, nicht mehr.

Und beide kritisierten das Gleiche: wie Angst die Wissenschaft ersetzt hat. „Hochgebildete Menschen neigen oft eher dazu, hartnäckig an falschen Überzeugungen festzuhalten, weil sie besser darin sind, ihre ideologischen Überzeugungen zu verteidigen“, schreibt Nordhaus und fasst damit das Gruppendenken zusammen, das akademische und politische Institutionen dominiert.

Die öffentliche Meinung ändert sich nicht über Nacht, aber sie kann sich schlagartig wenden, wenn die Menschen das Gefühl haben, manipuliert worden zu sein. Die Klimapolitik ist zu einer Billionen-Dollar-Industrie geworden, die auf übertriebenen Prognosen und moralischer Panik basiert. Wenn angesehene Wissenschaftler und ehemalige Aktivisten gleichermaßen sagen, dass der Kaiser keine Kleider trägt, beginnt der Zauber zu bröckeln.

Diese Woche hörten Millionen Menschen Argumente, von denen ihnen gesagt wurde, dass es sie nicht gäbe – und entdeckten, dass begründete Skepsis keine Leugnung ist, sondern Vernunft. Sie hörten, dass Unsicherheit keine Ketzerei ist, dass Daten wichtiger sind als Konsens und dass Energiepolitik der Menschheit dienen sollte, nicht der Ideologie.

Wenn es einen echten „Wendepunkt“ in der Klimadiskussion gibt, dann vielleicht nicht in der Atmosphäre, sondern im öffentlichen Bewusstsein – eine Verlagerung weg von Angst hin zu Beweisen, weg von Zensur hin zu einer offenen Debatte.

Seit Jahrzehnten beharrt das Establishment darauf, dass es gefährlich ist, diese Erzählung in Frage zu stellen. Die wahre Gefahr, wie Lindzen, Happer und jetzt Nordhaus uns erinnern, besteht darin, was passiert, wenn wir überhaupt aufhören, Fragen zu stellen.

Anthony Watts is a senior fellow at The Heartland Institute.

Link: https://redstate.com/heartlandinstitute/2025/10/28/the-week-climate-catastrophism-lost-its-grip-n2195521?

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers hierzu: Leider kann ich den Optimismus des Autors Anthony Watts nicht ganz teilen. Hierzulande wird sich leider vermutlich erst einmal nichts am Katastrophismus ändern – solange die MSM dieses Lied weiter singen. Drücken wir uns allen die Daumen, dass sich auch bei uns irgendwann vernünftige Stimmen Gehör verschaffen – aber der bisher angerichtete Schaden ist wohl bereits irreversibel.

Der Beitrag Die Woche, in welcher der Klima-Katastrophismus seine Klauen verlor erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Automatisierte Datenanalyse: Der grüne Palantir-Spagat

netzpolitik.org - 7. November 2025 - 15:27

Baden-Württemberg hat bereits Millionen ausgegeben, um Software des US-Konzerns Palantir in die Polizeiarbeit zu integrieren. Im Petitionsausschuss wurde nun das Anliegen angehört, nicht mit Palantir zusammenzuarbeiten. Die Grünen sind dabei zerrissen: Die Bundespartei positioniert sich gegen Palantir, doch die Regierungspartei in Stuttgart trägt den Deal mit.

Der Petent Sebastian Müller (rechts) vor dem Landtag in Stuttgart.

Das Land Baden-Württemberg hat mehr als 25 Millionen Euro ausgegeben, um eine Lizenz für Software des US-Konzerns Palantir zu kaufen, die in der Polizeiarbeit zum Einsatz kommen soll. Doch die Polizei hat rechtlich noch gar keine Befugnis, sie auch zu nutzen. Denn ein neues Polizeigesetz ist gerade erst auf dem Weg durch den Landtag in Stuttgart, um eine solche Befugnis zu schaffen.

Doch es regt sich erheblicher Widerstand, auch in Form einer öffentlichen Landtagspetition. Die Petition fordert unter anderem, den Palantir-Vertrag offenzulegen und ihn „rückabzuwickeln“.

In Baden-Württemberg sind solche Online-Petitionen eine ganz neue Beteiligungsform, die es erst seit dem Sommer gibt. 13.473 Menschen haben ihren Namen unter die Petition gegen den Einsatz der Palantir-Software gesetzt. Das Quorum von 10.000 Stimmen war damit erreicht, so dass gestern die erste öffentliche Online-Anhörung des Petitionsausschusses folgte.

Grüne auf den Barrikaden

Der Petent Sebastian Müller, der die Sache ins Rollen brachte, setzte sich in seiner Rede vor dem Ausschuss dafür ein, dass die Polizei in Baden-Württemberg nicht mit der Palantir-Software ausgestattet wird. Sich von diesem abgründigen US-Konzern abhängig zu machen, sei eine falsche Weichenstellung. Die Vereinigten Staaten seien insgesamt kein verlässlicher Partner mehr.

In der Rede vor dem Petitionsausschuss regt er an, von Experten rechtlich prüfen zu lassen, „welche Optionen es zum Kündigen der Verträge [mit Palantir] gibt“. Das Gesetzesvorhaben, das die polizeiliche automatisierte Datenanalyse erlauben würde, sieht Müller ebenfalls kritisch.

Das Problem heißt nicht nur Palantir

Der Petent ist langjähriger Umweltaktivist und aktives Grünen-Mitglied. Er trägt sein Anliegen auch innerhalb der grünen Landespartei vor und unterstützt eine Urabstimmung dazu. Nun werden Unterschriften gesammelt, um den Palantir-Einsatz zu verhindern. Wenn fünf Prozent der Grünen-Mitglieder zustimmen, wird ein Mitgliederentscheid fällig.

Weil die Grünen in Baden-Württemberg bekanntlich regieren und den Ministerpräsidenten stellen, könnte der Palantir-Protest im anstehenden Wahlkampf eine Rolle spielen. Denn im März 2026 will Cem Özdemir gern das Amt von Winfried Kretschmann übernehmen.

Zwar ist der zuständige Innenminister Thomas Strobl von der CDU, aber die für den Palantir-Einsatz notwendige Polizeigesetzänderung ist eine gemeinsame Sache der grün-schwarzen Koalition, die Kretschmann in seiner dritten Amtszeit als Ministerpräsident anführt. Auf der anstehenden Landesdelegiertenkonferenz ab 12. Dezember 2025, auf der das Landtagswahlprogramm festgezurrt werden soll, könnte Palantir zum Thema werden.

Beamte in Strobls Ministerium hatten im Sommer den Vertrag mit Palantir geschlossen, ohne den grünen Koalitionspartner vorab zu konsultieren. Die Grünen reagierten irritiert. Und es erzürnte auch die grüne Basis, die jetzt gern noch ein Wörtchen mitreden würde. Mehrere grüne Kreisverbände haben sich bereits gegen den Einsatz von Palantir positioniert. Dazu gehören Ulm, Tübingen, Mannheim und Karlsruhe.

Die grüne Landtagsfraktion hingegen trägt nach einem Kompromiss mit der CDU den Palantir-Einsatz mit, wenn auch mit Unmut. Der Süddeutschen Zeitung sagte Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz, man habe Bedenken und Sorgen aufgegriffen. Doch das Innenministerium habe den Palantir-Vertrag geschlossen, das könne man nicht mehr ändern.

Die Anhörung im Petitionsausschuss könnte nun mehr Grüne auf die Barrikaden bringen. Petent Müller sagte der Schwäbischen Zeitung, er wolle, „dass die Entscheidung noch gedreht wird“. Gegenüber netzpolitik.org zeigte sich Müller nach der Anhörung überrascht davon, dass viele Abgeordnete konkrete Regelungen im Polizeigesetz „gar nicht zu kennen schienen“.

Wie autoritäre Tech-Netzwerke die europäische Souveränität gefährden

Ein grüner Spagat

Rückenwind könnte nun von den Grünen im Bund kommen. Denn die veröffentlichten heute einen Sechs-Punkte-Plan mit dem Titel: Das Internet befreien! Freiheit im Internet garantieren! Darin wenden sie sich ausdrücklich auch gegen Palantir: „Wir lehnen jede Form digitaler Massenüberwachung ab, von der Chatkontrolle über die anlasslose Vorratsdatenspeicherung und öffentliche Gesichtserkennung bis hin zum Einsatz von Palantir-Software.“ Solche Vorhaben „schwächen unsere Freiheit und unsere Souveränität“, heißt es in dem Papier.

Digitale Unabhängigkeit Wir berichten seit Jahren unter dem Stichwort Digitale Souveränität über Abhängigkeiten von Technologien, vor allem aus dem Nicht-EU-Ausland. Unterstütze unsere Arbeit! Jetzt spenden

Iniitiert wurde der Beitrag von der Bundesvorsitzenden Franziska Brantner und grünen Innenexperten wie dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Konstantin von Notz. Auch die Europaabgeordneten Alexandra Geese und Sergey Lagodinsky unterstützen ihn. Wie auch der Petent fordern die Spitzengrünen mehr „Unterstützung für freie und offene Software als Alternative zu den proprietären Anbietern“, zu denen auch Palantir mit seiner geschlossenen Software gehört. Die hohen Kosten für die Lizenzen könne man sich sparen.

Die Grünen auf Bundesebene positionieren sich damit klar gegen die automatisierte Rasterfahndung in den Polizeidatenbanken mit Palantir. Doch im Bund ist die Partei in der Opposition. Wie der Spagat funktionieren soll, dass die Regierungspartei in Baden-Württemberg zur selben Zeit die gesetzliche Grundlage für die automatisierte Datenanalyse schafft und Palantir auch ganz praktisch einzusetzen plant, müssen die Grünen erklären.

Landesdatenschutzbeauftragter bleibt kritisch

Der in den Ausschuss eingeladene Landesdatenschutzbeauftragte, Tobias Keber, ist schon Monate in die Beratungen zu Palantir und zum Polizeigesetz einbezogen. Er kritisierte, dass ihm die flankierende Verwaltungsvorschrift noch immer nicht vorgelegt worden sei. Diese sei jedoch „entscheidend“, um etwa Zugriffsrechte und weitere Details der praktischen Umsetzung bewerten zu können.

Der Landesdatenschutzbeauftragte Tobias Keber (Mitte) in der Petitionsausschuss-Anhörung.

Generell sieht Keber die neue Vorschrift zum Data Mining im Polizeigesetz nicht vollständig im Einklang mit den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts, das sich 2023 im Palantir-Urteil mit den Polizeigesetzen Hessens und Hamburgs auseinandergesetzt hatte. Die Paragraphen zur automatisierten Datenanalyse des hessischen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes und des hamburgischen Gesetzes über die Datenverarbeitung der Polizei waren nicht verfassungsgemäß und teilweise nichtig.

Das Gericht stellte die enorm hohe Streubreite und Intensität der Grundrechtseingriffe fest. Im Urteil wurden detailreiche Anforderungen formuliert, wie eine automatisierte Datenanalyse überhaupt rechtmäßig sein kann.

Keber hatte seine Kritikpunkte am neuen Polizeigesetz bereits in einer schriftlichen Stellungnahme ausgeführt und im Innenausschuss dargelegt. Er fasste sie im Petitionsausschuss nochmal zusammen. Er forderte Änderungen und vor allem Präzisierungen. Denn die Regelungen seien in mehrfacher Hinsicht zu unbestimmt: Der Polizei selbst und nicht dem Gesetzgeber sei es teilweise überlassen, darüber zu bestimmen, welche Daten in die Analyse einflössen.

Die Eingriffe in die informationelle Selbstbestimmung durch die Datenanalyse seien tief. Beschuldigte und Verdächtige dürften nicht ohne rechtliche Schutzmaßnahmen mit unbeteiligten Dritten, Opfern oder Zeugen in einen Topf geworfen werden. Mehrere Regelungen seien mit den verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht vereinbar.

Landespolizeipräsidentin sieht in Palantir den „technologischen Marktführer“ Stefanie Hinz (Mitte), Landespolizeipräsidentin von Baden-Württemberg, im Petitionsausschuss.

Die Landespolizeipräsidentin von Baden-Württemberg, Stefanie Hinz, verteidigte im Ausschuss die Entscheidung für den US-Konzern. Sie nannte Palantir den „technologischen Marktführer“ bei der Datenanalyse im Sicherheitsbereich. Es gebe „nach unserem Wissen keine vergleichbaren Produkte, die zeitnah funktionsbereit wären und alle fachlichen Anforderungen erfüllen“. Dem widersprechen Palantir-Konkurrenten vehement.

Man wolle die Software dennoch nur für fünf Jahre nutzen und strebe dann eine deutsche oder europäische Lösung an, so Hinz. Das betonte auch Innenminister Strobl bereits mehrfach.

Die Polizei in Baden-Württemberg nutzt nach Angaben der Polizeivertreter im Ausschuss hessische Infrastruktur, um Palantir anzuwenden. Die hessischen Landesrechenzentren der Polizei seien Partner. Der Rahmenvertrag, den das Bundesland Bayern mit einer deutschen Tochter von Palantir schloss, ermöglichte Baden-Württemberg, auf eine eigene Ausschreibung zu verzichten und den Vertragsschluss damit erheblich zu beschleunigen.

Petitionsausschuss entscheidet geheim

Die ursprünglich vorgesehene Stunde zur öffentlichen Besprechung des Anliegens des Petenten wurde durch die zahlreichen Fragen der Abgeordneten deutlich überschritten. Was aber der Petitionsausschuss entscheiden wird, bleibt der Öffentlichkeit vorenthalten. Denn das wird in nicht-öffentlicher Sitzung beraten.

Der Ausschuss könnte zwar Vorschläge machen, etwa zur Rückabwicklung des Palantir-Vertrages im Sinne des Petenten, die das Parlament dann berücksichtigen kann. Landespolizeipräsidentin Hinz gab aber bereits einen Hinweis, wie es ausgehen könnte. Zwar als Vertreterin der Exekutive geladen, nahm sie sich dennoch die Freiheit, das Anliegen der Petition insgesamt zu beurteilen. Die Juristin beendete schon ihr Eingangsstatement mit der Bemerkung, dass „der Petition nicht abgeholfen werden“ könne.

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Kipppunkte: Tropische Korallenriffe kaum mehr zu retten? Klimaschau 235

Pünktlich zur 30. UN-Weltklimakonferenz in Belém, Brasilien, haben rund 100 Wissenschaftler, unter anderem von der Universität Exeter und dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, den zweiten Report zu globalen Kippunkten („Global Tipping Points Report 2025“) vorgelegt. Unter Kippunkten verstehen Klimaforscher Stadien einer negativen Entwicklung, ab der die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist, weil der Prozeß sich im Sinne eines Selbstläufers laufend verstärkt.

Die Forscher gehen davon aus, daß im nächsten Jahrzehnt die 1,5°- Erwärmungsgrenze überschritten werde. Sprecher Nico Wunderling sagte (Zitat): „Damit tritt die Welt in eine Hoch-Risiko-Phase ein.“ (Z Ende)
Also wie üblich. Ein Lieblings-Untergangsobjekt der Klimaforscher sind die tropischen Korallen, vor allem das riesige Great Barrier Reef vor Nordostaustralien, das seit den 1980ern laufend wegen CO2, Wärme, Medikamentenrückständen, Kohlestaub, Landwirtschafts-Sedimenten und vielem anderen stirbt. Tatsächlich gefährlich für die gar nicht so zarten Nesseltiere sind aber nur tropische Zyklone, die ab und zu Teile des Great Barrier Reefs verwüsten – wir berichteten bereits im Dezember 2024, Klimaschau 206.

LINKS:

Homepage


https://www.tagesschau.de/wissen/klima/kipppunkte-risikozone-100.html

Korallen und „Tipping Points“ 


https://www.academia.edu/12367978/Climate_Change_Tipping_Points_Origins_Precursors_and_Debates
https://www.aims.gov.au/monitoring-great-barrier-reef/gbr-condition-summary-2024-25

Der Beitrag Kipppunkte: Tropische Korallenriffe kaum mehr zu retten? Klimaschau 235 erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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„Digitaler Omnibus“: EU-Kommission will Datenschutzgrundverordnung und KI-Regulierung aufbohren

netzpolitik.org - 7. November 2025 - 14:32

In weniger als zwei Wochen will die EU-Kommission einen umfassenden Gesetzesvorschlag präsentieren. Der „digitale Omnibus“ würde bestehende Datenschutz- und Verbraucherrechte massiv aufweichen. Wir veröffentlichen die Entwürfe der Kommission.

Will die Latte etwas niedriger legen: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. – Alle Rechte vorbehalten IMAGO / ZUMA Press Wire IMAGO / ZUMA Press Wire

Es geht um nicht weniger als eine Generalüberholung der europäischen Digitalregulierung: Am 19. November will die EU-Kommission einen umfassenden Gesetzesvorschlag vorstellen. Der „digitale Omnibus“, wie das Paket genannt wird, soll laut Kommission Regeln vereinfachen, überlappende Gesetze in Einklang bringen und Bürokratie abbauen.

Vier Regulierungsbereiche stehen im Fokus des umfangreichen Reformvorhabens: der Datenschutz, Regeln für die Datennutzung, der Umgang mit Cybersicherheitsvorfällen und die KI-Verordnung. Daher auch der Begriff Omnibus („für alle“) – er wird in der Gesetzgebung verwendet, wenn mehrere Rechtsakte zugleich geändert werden. Die Kommission hat ihre zahlreichen Pläne auf zwei getrennte Gesetzesvorschläge aufgeteilt.

Wir veröffentlichen einen Zwischenstand des Gesetzespakets.

Aus vier mach eins: der überarbeitete Data Act

Mit dem ersten „Digital-Omnibus“ plant die EU-Kommission eine umfassende Konsolidierung verschiedener Datengesetze.

Im Zentrum steht hier der vor rund zwei Jahren verabschiedete Data Act, der nach einer Übergangsfrist erst seit September EU-weit anwendbar ist und nun überarbeitet werden soll. Im neuen Data Act sollen gleich drei weitere Gesetze aufgehen: die Open-Data-Richtlinie, die Verordnung über den freien Fluss nicht-personenbezogener Daten und der Data Governance Act.

Die Kommission präsentiert das erste Omnibus-Gesetz als „eine ehrgeizige Liste technischer Änderungen an einem umfangreichen Korpus digitaler Rechtsvorschriften, die den breitesten Bereich digitaler Unternehmen abdecken.“ Ziel sei es, „Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und Bürgern gleichermaßen sofortige Erleichterungen zu verschaffen“.

Kommission will die Datenschutzgrundverordnung aufbohren

Dabei will die Kommission auch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) aufbohren. Im Fokus stehen hier unter anderem Cookies und pseudonymisierte Daten.

Um der Cookie-Banner-Flut und der „Zustimmungsmüdigkeit“ bei den Nutzenden zu begegnen, will die Kommission „den Weg für automatisierte und maschinenlesbare Angaben zu individuellen Präferenzen und deren Berücksichtigung durch Website-Anbieter ebnen, sobald entsprechende Standards verfügbar sind“.

Konkret bedeutet das: Etwa Browser oder Betriebssysteme sollen Signale an Websites senden, die individuelle Entscheidungen der Nutzenden übermitteln, ob diese Cookies annehmen oder ablehnen wollen. Ausgenommen von dieser Regel sollen Medienanbieter (media service providers) sein – „angesichts der Bedeutung des unabhängigen Journalismus in einer demokratischen Gesellschaft und um dessen wirtschaftliche Grundlage nicht zu untergraben“.

Darüber hinaus will die Kommission Artikel 9 der DSGVO zu besonderen Kategorien von Daten aufbohren. Durch diesen Artikel sind Daten besonders geschützt, aus denen die „ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen“. Außerdem gehört dazu „die Verarbeitung von genetischen Daten, biometrischen Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung einer natürlichen Person“.

Die Kommission will erreichen, dass sensible Daten enger definiert werden. Besonders geschützt wären dann nur noch jene Daten, die oben genannte Informationen explizit offenbaren. Das bedeutet: Gibt etwa eine Person in einem Auswahlfeld an, welche sexuelle Orientierung sie hat, wäre das weiterhin besonders geschützt. Schließt ein Datenverarbeiter aufgrund vermeintlicher Interessen oder Merkmale auf die mutmaßliche sexuelle Orientierung eines Menschen, würden bisherige Einschränkungen wegfallen.

Zugleich betont die Kommission, dass „der verstärkte Schutz genetischer Daten und biometrischer Daten aufgrund ihrer einzigartigen und spezifischen Merkmale unverändert bleiben sollte“. Auch die Verwendung personenbezogener Daten für das Training von KI-Modellen auf Grundlage des berechtigten Interesses soll nach den Plänen der EU-Kommission künftig grundsätzlich erlaubt sein.

KI-Verordnung soll aufgeweicht werden

Weitergehende Regelungen zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz finden sich im zweiten Gesetzespaket zur KI-Verordnung.

Die hier geplanten Änderungen begründet die Kommission damit, dass es bei der KI-Verordnung noch „Herausforderungen bei der Umsetzung“ gebe, „die das wirksame Inkrafttreten wichtiger Bestimmungen gefährden könnten“. Die Kommission schlägt daher „gezielte Vereinfachungsmaßnahmen vor, die eine zeitnahe, reibungslose und verhältnismäßige Umsetzung gewährleisten sollen“.

Konkret sieht der zweite Omnibus unter anderem vor, die KI-Aufsicht teilweise bei dem sogenannten AI Office zu bündeln, das direkt bei der Kommission angesiedelt ist. Davon wären vor allem sehr große Online-Plattformen (VLOPS) und Anbieter großer Suchmaschinen betroffen.

VLOPs sind laut dem Digital Services Act (DSA) solche Angebote, die monatlich mehr als 45 Millionen Nutzer:innen in der EU erreichen. Dazu zählen große soziale Netzwerke und Marktplätze wie Facebook, Instagram oder Amazon.

Außerdem will die Kommission es Anbietern und Betreibern von KI-Systemen „erleichtern“, Dateschutzgesetze einzuhalten, wenn sie personenbezogene Daten verarbeiten. Zudem will sie Sonderregeln für kleine und mittlere Unternehmen schaffen, um sie von bestimmten Verpflichtungen etwa bei Dokumentation und Monitoring auszunehmen.

Unklar ist derzeit offenbar noch, ob die weitere Umsetzung der KI-Verordnung in Teilen aufgeschoben wird. Eine solche Verschiebung wäre im Sinne der Bundesregierung. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) wirbt seit Monaten dafür. Als Grund führt der Minister an, dass die technischen Standards noch nicht vorlägen.

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Kategorien: Externe Ticker

European SFS Award: VLC-Mitentwickler erhält Preis für Freie Software

netzpolitik.org - 7. November 2025 - 12:38

Jean-Baptiste Kempf, Mitentwickler des VLC Media Players, erhält eine Auszeichnung für seinen besonderen Beitrag zur Einführung Freier Software in Europa. Die Veranstalter einer Konferenz zu Open Source sehen ihn als „Ritter der Freien Software“.

Der diesjährige European SFS Award ging an Jean-Baptiste Kempf. – CC-BY 4.0 NOI Tech Park – Marco Parisi

Jean-Baptiste Kempf erhält den Europäischen South Tyrol Free Software Award (European SFS Award) 2025. Der Preis für besondere Beiträge zur „Kultur der Freien Software“ wird seit 2023 jährlich auf der South Tyrol Free Software Conference (SFSCon) im NOI Techpark in Bozen, Südtirol, vergeben.

Kempf wird ausgezeichnet für seine Mitentwicklung des VLC Media Players und die Gründung des zugehörigen Vereins und Unternehmens VideoLAN und Videolabs. Der VLC Player ist eine quelloffene Anwendung, die viele Multimedia-Formate abspielen kann.

Die Entwicklung begann als Studenten-Projekt an der École Centrale Paris. Jean-Baptiste Kempf erhielt die Software nach dem Abschluss der Hauptgründer am Leben überführte die Entwicklung später in die beiden oben genannten Organisationen. „Für viele Menschen, die herstellergebundene Betriebssysteme verwendeten, war es die allererste Freie Software, die sie jemals installiert haben“, sagt einer der Laudatoren über das Programm.

Verteidiger der Freien Software

Der Europäische SFS Award ist ein Ableger des SFS Awards, der seit 2004 von der Linux User Group Bozen-Bolzano-Bulsan vergeben wird. Der SFS Award hebt besondere Beiträge zur Einführung Freier Software in der Bozen-Region hervor und ging dieses Jahr an Adrian Kuntner. Der Europäische SFS Award erweitert diesen Wirkraum auf ganz Europa und wird von der Linux User Group Bozen-Bolzano-Bulsan in Zusammenarbeit mit der Free Software Foundation Europe (FSFE) seit 2023 vergeben.

Beide Preise werden auf der SFSCon vergeben, einer internationale Open-Source-Konferenz, die dieses Jahr zum 25. Mal Entwickler*innen, Forschende und Interessierte zusammenbringt. Die SFSCon 2025 dreht sich um Gesundheit, digitale Souveränität, IT-Sicherheit und mehr, immer mit Bezug zu Freier Software. Insgesamt 150 Expert*innen versammeln sich zu Vorträgen und Workshops.

Dieses Jahr sprechen dort unter anderem Karen Sandler, Direktorin der Software Freedom Conservancy, Martin Häuer, der Wissenschaftliche Direktor der deutschen Martin-Luther-Universität und Preisträger Jean-Baptiste Kempf selbst. Zu den Workshops zählen ein Hackathon und die Weiterbelebung von ausrangierten Rechnern, die nicht für ein Windows-11-Update geeignet sind, durch die Installation von Linux-Betriebssystemen.

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Kategorien: Externe Ticker

Nach Databroker Files: Rundmail warnt EU-Angestellte vor Gefahr durch Tracking

netzpolitik.org - 7. November 2025 - 11:52

Tracking zum Schutz für alle verbieten? Das will die EU nicht. Aber das eigene Personal soll sich schützen. Wir veröffentlichen die interne Rundmail, die nach unseren Veröffentlichungen zur Spionage-Gefahr durch Handy-Standortdaten verschickt wurde.

Ratschlag: Personalisierte Werbung abschalten. – Gebäude: IMAGO/Zoonar; Handy-Symbol und Nebel: Vecteezy; Montage: netzpolitik.org

Dieser Text ist Teil der Recherche-Reihe zu den Databroker Files.

Handy-Standortdaten bedrohen nicht nur die Privatsphäre, sondern auch die Sicherheit der Europäischen Union. Angeblich ausschließlich für Werbezwecke erhoben, fließen sie über Smartphone-Apps in die Hände von Databrokern und von dort an alle, die sich dafür interessieren. Anhand von zwei kostenlosen Vorschau-Datensätzen mit 278 Millionen Handy-Ortungen konnte ein Recherche-Team um netzpolitik.org demonstrieren, wie leicht sich solche Daten für Spionage nutzen lassen.

Gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk, Le Monde aus Frankreich, L’Echo aus Belgien und BNR aus den Niederlanden fanden wir Bewegungsprofile von teils hochrangigem EU-Personal in den Daten. So konnte das Team etwa die Bewegungen einer Person verfolgen, die in einem Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) unterstellten Bereich tätig ist – vom Arbeitsplatz bis zur Privatadresse.

Die EU-Kommission teilte mit: „Wir sind besorgt.“ Abgeordnete des EU-Parlaments forderten mit Nachdruck Konsequenzen, gerade mit Blick auf eine militärische Bedrohung durch Russland. In Reaktion auf unsere Presseanfragen zur Recherche habe die Kommission ihren Mitarbeitenden am 23. Oktober neue Richtlinien für Werbe-Tracking auf Dienst- und Privatgeräten vorgelegt. Außerdem habe sie weitere Einrichtungen der EU informiert.

Eine zentrale Anlaufstelle für Fragen der IT-Sicherheit in der EU ist der Cybersicherheitsdienst CERT-EU. Er soll dazu beitragen, die IT „aller Organe, Einrichtungen und sonstigen Stellen der EU“ sicherer zu machen. Am 4. November, einige Stunden nach Veröffentlichung der Recherchen, erhielten mindestens Angestellte des EU-Parlaments eine Rundmail mit Empfehlungen des CERT-EU auf Englisch und Französisch. Thema: „Bewährte Verfahren für die Sicherheit mobiler Geräte“.

Die Empfehlungen handeln davon, wie sich Werbe-Tracking und Standortzugriffe am Handy einschränken lassen. Ausdrücklich werden auch private Geräte erwähnt. Hier veröffentlichten wir die E-Mail im Volltext.

Alle sollen personalisierte Werbung abschalten

Die Empfehlungen des Cybersicherheitsdiensts enthalten keine Hinweise auf die jüngsten Recherchen von netzpolitik.org und Partnermedien. Sie gehen nicht darauf ein, welche konkreten Gefahren hinter Standort-Tracking stecken – etwa, dass sich mit Handy-Standortdaten metergenaue Bewegungsprofile erstellen lassen. Aus solchen Profilen lassen sich oftmals mühelos Arbeitsplatz und Privatadressen ablesen, ebenso private Ausflüge sowie Besuche in Arztpraxen, Kitas, Restaurants oder gar Bordellen. Entsprechend hoch sind die Gefahren für Spionage sowie die Privatsphäre.

Stattdessen weist die E-Mail unscheinbar darauf hin, die Empfehlungen wurden „zur Unterstützung der IT-Sicherheit“ herausgegeben. Unsere Fragen zum Zusammenhang der E-Mail des CERT-EU mit den Databroker Files ließ die EU-Kommission unbeantwortet. Sie wollte auch nicht offenlegen, welche Rundmail zuvor Angestellte der EU-Kommission erhalten haben.

Sieben Wege, um deinen Standort vor Databrokern zu schützen

Im Wesentlichen decken sich die Empfehlungen des CERT-EU mit denen, die etwa netzpolitik.org im Zuge der Recherchen zu den Databroker Files veröffentlicht hat. Es geht darum, so wenigen Apps wie möglich Zugriff auf Standortdaten zu gewähren, und das nur, wenn es nötig ist. Mit wenigen Klicks sollen EU-Mitarbeitende zudem personalisierte Werbung abschalten, indem sie ihre Werbe-ID tilgen.

Diese sogenannte Mobile Advertising ID (MAID) ist wie ein Nummernschild fürs Handy. Von Databrokern verbreitete Handy-Standortdaten sind oftmals mit einer solchen Werbe-ID versehen, wodurch sich Geräte – und ihre Besitzer*innen – einfach ausspionieren lassen. Von der ursprünglich für Werbetreibende gedachten Kennung profitieren also auch Überwachungsfirmen. Google und Apple sind dafür verantwortlich, dass die verräterischen Werbe-IDs ab Werk aktiv sind.

Berechtigungen nach jedem Update prüfen

Geht es nach dem Cybersicherheitsdienst der EU, sollten sich EU-Mitarbeitende zudem kontinuierlich und regelmäßig der IT-Sicherheit ihrer Handys widmen. Insgesamt sieben Empfehlungen handeln davon, etwas zu blockieren oder abzulehnen („disable“, „block“, „deny“, „turn off“). Nutzende sollten „monatlich und möglichst nach jedem Update“ die Zugriffsberechtigungen von Apps prüfen.

Nach eigenen Angaben arbeiten für die EU rund 60.000 Beamt*innen und sonstige Angestellte. Wie realistisch ist es, dass die meisten diesen Empfehlungen folgen?

Doch nicht nur EU-Personal ist von der Massenüberwachung durch Handy-Standortdaten betroffen, sondern potenziell alle, die ein Smartphone nutzen. Insgesamt leben in der Europäischen Union rund 450 Millionen Menschen. Sollten nicht auch sie „monatlich und möglichst nach jedem Update“ die Zugriffsberechtigungen ihrer Apps prüfen?

Fachleute aus Politik und Zivilgesellschaft fordern seit Jahren ein Verbot von Tracking und Profilbildung für Werbezwecke. Auf diese Weise würde Databrokern der Nachschub an Daten ausgehen und Nutzer*innen müssten nicht zu Expert*innen für digitale Selbstverteidigung werden, um ihr Grundrecht auf Privatsphäre zu schützen.

In Deutschland setzt sich etwa der Verbraucherzentrale Bundesverband für ein solches Verbot ein und verlangt entsprechende Regeln im kommenden Digital Fairness Act. In der Vergangenheit hatten sich Bestrebungen zur wirksameren Eindämmung von Tracking in der EU-Gesetzgebung nicht durchsetzen können. Nach wie vor sprechen sich EU-Abgeordnete vehement für ein Tracking-Verbot aus, zuletzt Alexandra Geese (Greens/EFA) gegenüber netzpolitik.org.

EU-Kommission will Datenschutz eher schwächen als stärken

Die EU-Kommission sieht mit Blick auf unsere Recherchen jedoch keinen Bedarf für strengere Gesetze. Vielmehr droht, dass die Kommission im Rahmen der Vereinfachung von Digitalgesetzen den europäischen Datenschutz weiter schwächt. Wenn es um den illegalen Handel mit Standortdaten geht, sollen Mitgliedstaaten die Datenschutzgrundverordnung über ihre Aufsichtsbehörden durchsetzen, wie die Kommission mitteilt.

Das Wichtigste zur Spionage-Gefahr durch Handy-Standortdaten in der EU

Unsere Recherchen zeigen jedoch, wie Datenschutzbehörden mit ihren bisherigen Bemühungen zum Datenhandel allenfalls an der Oberfläche kratzen. Im Ökosystem der Werbeindustrie können Daten auf so vielen Wegen abfließen, dass Behörden und Nutzer*innen wie vor einem dichten Dschungel stehen. Selbst auf Privatsphäre bedachte Nutzer*innen können sich nur bedingt schützen, wenn sie nicht auf einen Großteil populärer Dienste verzichten wollen.

Ein Verbot von Tracking und Profilbildung für Werbezwecke würde auch EU-Mitarbeitende vor Spionage schützen. Stattdessen haben sie eine Rundmail bekommen. Sie und andere Nutzer*innen müssen sich demnach selbst helfen – „monatlich und möglichst nach jedem Update“.

Rundmail: „Mobile device security good practice“

Dear colleague,

Mobile devices are now the main way in which we communicate, shop, bank, or check out social media. Increasingly, EU entities rely on services that staff can access from their personal devices. This complicates the enforcement of cybersecurity best practices and allows for the possibility of staff exposing personal data or accidentally leaking corporate data.

To help with IT security, the Cybersecurity Service for the Union institutions, bodies, offices and agencies (CERT-EU) has issued advice to staff for protecting their data and privacy. Therefore, we would like to bring to your attention the following recommendations addressing tracking prevention on mobile devices.

Location permissions and metadata

  • Disable location services when not needed and limit location tracking, including options like Significant Locations and Precise Location on iOS or Location accuracy on Android
  • Review app permissions regularly and cancel unnecessary permissions. Only allow location access for apps that need it to function, like maps or traffic apps, and only while using the app
  • Use Allow Once function: audit monthly and, if possible, after every update
  • Block all location requests to browsers
  • Block unnecessary notification requests from websites
  • Disable location history and geotagging. Clear your existing location history
  • Disable geotagging on your photos and videos to prevent apps from storing or sharing your location data. If geotagging is needed for personal use, then read the vendor’s documentation on how to clean GPS metadata from photos before sharing

Ad-tracking limiters

  • Turn off personalised ads. For iOS: Settings > Privacy & Security > Tracking. For Android: Setting > Security and privacy > More privacy settings > Ads (some versions or models may differ)

Fitness/social apps

  • Deny location to running, cycling or social apps if possible. Set exercise routes to private
  • Be cautious about social-media posts: avoid real-time location or check-ins and check the picture for any unintended background detail before you share

Bonnes pratiques en matière de sécurité des appareils mobiles

Cher collègue,

Les appareils mobiles sont désormais le principal moyen que nous utilisons pour communiquer, faire des achats, effectuer des opérations bancaires ou consulter les réseaux sociaux. Les entités de l’UE s’appuient de plus en plus sur des services auxquels le personnel peut accéder à partir de ses appareils personnels. Cela complique l’application des bonnes pratiques en matière de cybersécurité et augmente le risque que le personnel expose des données à caractère personnel ou divulgue accidentellement des données d’entreprise.

Afin de contribuer à la sécurité informatique, le service de cybersécurité des institutions, organes et organismes de l’Union (CERT-EU) a émis des conseils à l’intention du personnel pour protéger leurs données et leur vie privée. Nous souhaitons donc attirer votre attention sur les recommandations suivantes concernant la prévention du suivi sur les appareils mobiles.

Autorisations de localisation et métadonnées

  • Désactivez les services de localisation lorsque vous n’en avez pas besoin et limitez le suivi de localisation, notamment les options telles que «Lieux importants» et «Localisation précise» sur iOS ou «Précision de la localisation» sur Android.
  • Vérifiez régulièrement les autorisations des applications et supprimez celles qui ne sont pas nécessaires. N’autorisez l’accès à la localisation qu’aux applications qui en ont besoin pour fonctionner, comme les applications de cartographie ou de trafic, et uniquement pendant l’utilisation de l’application.
  • Utilisez la fonction «Autoriser une fois»: vérifiez-la tous les mois et, si possible, après chaque mise à jour
  • Bloquez toutes les demandes de localisation adressées aux navigateurs.
  • Bloquez les demandes de notification inutiles provenant de sites web.
  • Désactivez l’historique de localisation et la géolocalisation. Effacez votre historique de localisation existant.
  • Désactivez la géolocalisation sur vos photos et vidéos afin d’empêcher les applications de stocker ou de partager vos données de localisation. Si la géolocalisation est nécessaire pour un usage personnel, lisez la documentation du vendeur sur la manière de nettoyer les métadonnées GPS des photos avant de les partager.

Limiteurs de suivi publicitaire

  • Désactivez les annonces personnalisées. Pour iOS: Paramètres > Confidentialité et sécurité > Suivi. Pour Android: Paramètres > Sécurité et confidentialité > Plus de paramètres de confidentialité > Publicités (certaines versions ou certains modèles peuvent différer)

Applications de fitness/réseaux sociaux

  • Si possible, refusez de partager votre position avec les applications de course à pied, de cyclisme ou les réseaux sociaux. Définissez vos itinéraires d’entraînement comme privés.
  • Soyez prudent lorsque vous publiez sur les réseaux sociaux: évitez de partager votre position en temps réel ou de vous enregistrer à un endroit, et vérifiez qu’il n’y a pas de détail d’arrière-plan involontaire sur les photos avant de les partager.

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Videoüberwachung: Stadt Mannheim bedroht die Versammlungsfreiheit

netzpolitik.org - 7. November 2025 - 11:03

Die teils KI-gestützte Videoüberwachung Mannheims wird bei Versammlungen angeblich ausgeschaltet. Doch laut Rechtsprechung reicht das nicht. Denn auch eine ausgeschaltete Kamera kann Menschen davon abbringen, Demonstrationen zu besuchen.

Filmen sie gerade? Videokameras am Alten Messplatz in Mannheim. – Public Domain netzpolitik.org

Viele Demonstrationen in Mannheim starten oder enden auf dem Alten Messplatz. Am Rand des Platzes, an der Alten Feuerwache, hängen acht Überwachungskameras, weitere sind über den Platz verteilt. Insgesamt filmen 70 Kameras die Innenstadt, 46 davon sind an eine KI-Verhaltenserkennung gekoppelt.

Das ist spätestens dann ein Problem, wenn Menschen hier demonstrieren wollen. David Werdermann, Jurist bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte, sagt: „Die Versammlungsfreiheit lebt davon, dass Menschen ohne Angst und Einschüchterung ihre Meinung auf der Straße kundtun können.“ Videoüberwachung und KI-gestützte Auswertung könne Menschen von der Versammlungsteilnahme abhalten, „zumal sie sich wegen des Vermummungsverbots nicht gegen eine mögliche Erfassung wehren können“, sagt Werdermann.

Beständige Unsicherheit

Um eine Einschränkung des Versammlungsrechts zu vermeiden, schaltet die Polizei einzelne Kameras angeblich aus, wenn im Überwachungsbereich angemeldete Versammlungen stattfinden – und keine erheblichen Gefahren für die innere Sicherheit und Ordnung bestehen. Protokolle dazu, wann welche Kamera ab- und wieder angeschaltet wurde, will die Mannheimer Polizei allerdings nicht herausgeben. Für Versammlungsteilnehmer*innen bleibt somit die beständige Unsicherheit, ob sie nicht gerade doch gefilmt werden.

„Schon der bloße Eindruck, während einer Demonstration gefilmt zu werden, entfaltet eine erhebliche abschreckende Wirkung – auch wenn die Kameras tatsächlich ausgeschaltet sind“, sagt David Werdermann. Die deutsche Rechtsprechung unterstützt seine Argumentation.

Teilnehmer*innen können nicht hinreichend verlässlich erkennen, ob Kameras in Betrieb sind oder nicht, entschied das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen 2020. Damit bestätigte es die vorgelagerte Entscheidung, dass öffentliche Videokameras während Versammlungen verhüllt werden müssen. Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen entschied schon 2015, dass auch eine halbausgefahrene Mastkamera eines Polizeifahrzeugs während einer Demonstration nicht rechtens ist, egal ob sie läuft. Allein die Präsenz der Kamera ist zu viel.

Es gibt technische Lösungen

Eigentlich müssten Mitarbeiter*innen der Stadt Mannheim vor jeder Demonstration entlang der Route Kameras vorübergehend außer Betrieb setzen. Dazu könnten sie mit Leitern zu allen Kameras hinaufsteigen und Blenden vor die Linsen schrauben oder einfach Säcke über die Geräte stülpen.

Es gibt allerdings smartere Lösungen: Ein deutscher Hersteller produziert für seine Videoüberwachungssysteme beispielsweise neongelbe Jalousien, die per Mausklick vor die Linsen fahren.

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Cookie-Manager: Ohne Pflicht zum Scheitern verurteilt

netzpolitik.org - 7. November 2025 - 10:07

Einwilligungsdienste sollen es Menschen erlauben, selbst darüber zu bestimmen, wer im Internet ihre Daten nutzt. Doch die Bundesregierung stellt es Websites und Tracking-Firmen frei, ob sie die Dienste anerkennen. Macht sie keine Verpflichtung daraus, bleibt es Pseudo-Selbstbestimmung. Ein Kommentar.

Einwilligungsmanager sollen Datenschutz einfacher machen – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com elnaz asadi

In einer an Datenschutznachrichten nicht gerade armen Woche wäre die Meldung fast untergegangen: Deutschland hat seinen ersten offiziellen Einwilligungs-Manager! Das teilte die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider am Dienstag mit. Ihre Behörde hat den Dienst zertifiziert.

Mit Consenter sollen Menschen einfach und übersichtlich darüber entscheiden können, wem sie im Internet eine Erlaubnis zur Nutzung ihrer Daten erteilen und wem nicht. Das gilt insbesondere für Cookies, die auf Computern und Telefonen gespeichert werden und dafür verwendet werden können, das Online-Verhalten von Menschen zu verfolgen.

Menschen wollen selber bestimmen

Cookies bleiben ein leidiges, aber wichtiges Thema. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Bundesdatenschutzbeauftragten zeigt: 83 Prozent der Menschen in Deutschland wollen selbst festlegen können, ob und wofür ihre Daten im Internet verwendet werden. Doch nur 43 Prozent der Internetnutzer:innen wissen überhaupt, was genau Cookies sind und wofür sie eingesetzt werden.

Dabei kann es weitreichende Folgen haben, ob wir zustimmen oder nicht. Firmen sehen die Einwilligung oft als Freifahrtschein für sie und ihre 845 Partner, die behaupten, den Datenschutz sehr ernst zu nehmen, aber uns komplett durchleuchten wollen. Wir können aufgrund unseres Online-Verhaltens in eine von hunderttausenden Kategorien gesteckt werden, zum Beispiel in „Moms who shop like crazy“, „Spielsüchtig“ oder „LGBTQ“. Unsere Standortdaten können bei Datenhändlern landen und Fremden unsere Bewegungsmuster offenbaren. Der Umgang mit unseren Daten ist vollkommen außer Kontrolle geraten.

Gegen Kontrollverlust und Einwilligungsmüdigkeit

Einwilligungsmanager sollen nicht nur diesem Kontrollverlust ein Ende bereiten, sondern auch der sogenannten Einwilligungsmüdigkeit. Die hat sich im Laufe all der Jahre bei vielen einstellt, die tagein tagaus scheinbar sinnlose Cookie-Banner wegklicken mussten, die einerseits das Wegklicken mit manipulativen Design erschweren und andererseits nicht gut informieren, was mit den Daten passiert. Es nervt einfach: Ich möchte nicht jeden Tag auf jeder Webseite immer wieder aufs Neue klicken müssen, wenn doch klar ist, dass ich immer die für mich datenschutzfreundlichste Variante haben will. Wieviele Stunden meines Lebens habe ich mit sinnlosem Klicken verbracht?

Hier könnten Einwilligungsmanager eigentlich helfen. Deutschland ist auf dem Feld Pionier, denn es ist das erste Land in der EU, das dem schon lange bestehenden Konzept einen rechtlichen Rahmen gegeben hat. Es gibt gesetzliche Anforderungen an die Consent-Manager und eine Prüfung durch die BfDI, an deren Ende eine offizielle Zertifizierung stehen kann. Geregelt wird das vom Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) und von der Einwilligungsverwaltungsverordnung. Innovation made in Germany halt.

Spaß beiseite: Es ist natürlich richtig, dass die Dienste klaren Regeln folgen, schließlich sollen die Menschen ihnen vertrauen. So schreibt das TDDDG zum Beispiel vor, dass Einwilligungsmanager „kein wirtschaftliches Eigeninteresse an der Erteilung der Einwilligung und an den verwalteten Daten haben und unabhängig von Unternehmen sind, die ein solches Interesse haben können“.

Ausgerechnet vom guten Willen der Tracking-Industrie abhängig

Die Sache hat nur einen Haken, und zwar einen ziemlich großen, der das ganze Konzept zum Scheitern verurteilt: Die Einwilligungsverwaltungsverordnung regelt auch, dass die „Einbindung von anerkannten Diensten zur Einwilligungsverwaltung durch Anbieter von digitalen Diensten“ freiwillig erfolgen soll.

Mit anderen Worten: Nutzer:innen können so viel managen wie sie wollen – keine Website und keine Tracking-Firma muss die Einwilligungsdienste anerkennen.

Webseiten und Medien leben aber vom Cookie-Werbezirkus, sie setzen auf dieses invasive Erlösmodell auf Kosten unserer Privatsphäre. Hunderte Datenunternehmen profitieren von der Ausleuchtung der Internetnutzer:innen per Cookie und Tracking, sie existieren nur, weil es dieses Modell gibt. Und sie handeln völlig schamlos mit den Daten, wie unsere Recherchen immer wieder zeigen.

Ausgerechnet diesen Firmen wollen wir mit Freiwilligkeit beikommen? Das ist lächerlich: Es gibt keinen Grund dafür, warum sie sich freiwillig dem Regime eines Einwilligungsmanagers unterwerfen sollten, der letztlich ihr Geschäftsmodell angreifen würde. Ohne Verpflichtung bleibt das Modell ein Papiertiger.

Bundesregierung könnte es einfach ändern

Man kann darüber streiten, ob Einwilligungsmanager wirklich ein gutes Werkzeug sind. Ich habe das mit einem der Köpfe hinter Consenter, Maximilian von Grafenstein, neulich in unserem Podcast Off/On getan. Was man nicht tun kann: Einwilligungsmanager als Lösung für ein Problem darstellen und dann darauf hoffen, dass die Tracking-Industrie schon freiwillig den Willen der Nutzer:innen akzeptieren wird.

Wenn die Bundesregierung wollen würde, dass Einwilligungsmanager überhaupt eine Chance haben und nicht zu noch mehr Pseudo-Selbstbestimmung führen, dann müsste sie ihre Anerkennung schnellstmöglich verpflichtend machen. Sie kann das jederzeit und einfach zu tun, wenn sie wollte – denn die Verordnung muss nicht einmal vom Bundestag beschlossen werden.

Tut sie es nicht, verurteilt sie die Dienste zum Scheitern, bevor diese überhaupt ihre Arbeit aufnehmen können.

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