Externe Ticker

Abschiedsfeier für Studierende der Kobanê-Universität

Im Şehîd-Bawer-Agir-Stadion in Kobanê haben 316 Studierende am Sonnabend ihre Abschlüsse von der Universität Kobanê entgegengenommen. Die feierliche Zeremonie stand unter dem Motto: „Wissen ist Identität, Identität ist Existenz“.

Die Universität, gegründet im Schatten des Krieges gegen die Terrormiliz IS, ist eines der zentralen Bildungsprojekte der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES). In einer Region, die nach wie vor Militärgewalt, Embargos und ideologischer Delegitimierung ausgesetzt ist, markiert jeder Studienabschluss mehr als einen akademischen Erfolg: Er ist ein symbolischer Akt des Widerstands und Ausdruck einer gelebten Alternative zu autoritären und patriarchalen Herrschaftsformen.

Gedenken am Gefallenenfriedhof

Vor Beginn der Zeremonie besuchten die Absolvent:innen den Şehîd-Dicle-Friedhof. Dort gedachten sie der Gefallenen des Widerstands mit einer Schweigeminute – jede:r von ihnen stand an einem Grab. Dieses Bild verdeutlichte, wie eng Bildung und Befreiung in Rojava miteinander verbunden sind. Anschließend zogen sie gemeinsam zum Stadion, begleitet von Angehörigen, Dozent:innen, Vertreter:innen der Autonomieverwaltung und der breiten Öffentlichkeit.

Die Ko-Vorsitzenden der Universität, Şervan Mislim und Xezne Îbrahîm, bezeichneten die Abschlussfeier als „Erfüllung eines jahrzehntelangen Traums“ – nämlich in der eigenen Sprache zu lernen und zu lehren. Die Veranstaltung sei zugleich eine Widmung an den kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan, an alle Gefallenen der Frauen- und Freiheitsbewegung und an all jene, „die eine befreite Gesellschaft denken und aufbauen“.

Bildung als Antwort auf Krieg

Auch Vertreter:innen des Hochschulrats Nord- und Ostsyrien und der Exekutivräte des Firat-Kantons würdigten die Absolvent:innen als Träger:innen einer neuen Gesellschaft. Hesen Koçer, stellvertretender Ko-Vorsitzender der Autonomieverwaltung, erklärte: „Kobanê hat sich nicht nur gegen den IS behauptet, sondern auch durch Wissen, Sprache und kollektive Organisierung.“ Der Bildungsweg sei Teil der Revolution – eine Antwort auf Krieg, Vertreibung und kulturelle Vernichtung.

Die Geschichte der Universität Kobanê ist untrennbar mit der Frauenrevolution in Rojava verbunden. Zahlreiche der Studierenden sind Frauen, viele von ihnen mit biografischem Hintergrund in Flucht, Widerstand oder politischer Arbeit. Die Tatsache, dass Frauen heute als Lehrende, Studierende und Organisatorinnen an dieser Universität wirken, ist Ergebnis eines langen und teuren Kampfes – gegen patriarchale Strukturen ebenso wie gegen den IS-Terror.

Von der Uni in die Selbstverwaltung

Die meisten Absolvent:innen streben nach ihrem Studium eine Tätigkeit innerhalb der Institutionen der Demokratischen Autonomieverwaltung an – ob in Bildung, Verwaltung, Medizin oder Medienarbeit. Die Universität gilt als Talentschmiede des zivilgesellschaftlichen Aufbaus in einer Region, die jenseits nationalstaatlicher Strukturen ein alternatives Gesellschaftsmodell entwickelt.

Zwischen Bedrohung und Hoffnung

Während der Feierlichkeiten blieb die politische Lage im Hintergrund präsent. Der türkische Staat hat bis vor einigen Monaten noch gezielt zivile Infrastruktur in Nord- und Ostsyrien attackiert, darunter Krankenhäuser, Schulen und Elektrizitätswerke. Auch Bildungseinrichtungen stehen unter Druck. Umso bedeutender war das öffentliche Zeichen dieser Abschlussfeier: Inmitten multipler Fronten halten Menschen an Bildung, Selbstverwaltung und demokratischer Zukunft fest.

Zum Ende der Veranstaltung erhielten die Studierenden ihre Abschlussurkunden – unter Applaus und den Rufen: „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit). Musik und Tanz begleiteten die Abschlussklasse hinaus – nicht in ein sicheres System, sondern in den offenen, gefährdeten, aber selbst gewählten Aufbau einer anderen Welt.

https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/universitat-kobane-kundigt-umfassende-akademische-erweiterung-an-46144 https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/nachholchance-universitat-kobane-offnet-sich-fur-ehemalige-studierende-45859 https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/nord-und-ostsyrien-grundet-dachverband-der-hochschulrate-44209

 

Kategorien: Externe Ticker

Israel Constantly Stretches the Ceasefire Rules Because That's What Israelis Do, by Caitlin Johnstone

It’s interesting how much the IDF’s constant ceasefire violations in Gaza and Lebanon line up with the way people familiar with Israeli culture say Israelis like to test everyone’s boundaries to find out exactly how much they can get away with. There are two terms, “shitat matzliach” and “freier”, which come up over and over...
Kategorien: Externe Ticker

Madman’s Madman Act Is Unconvincing, by Kevin Barrett

Rumble link Bitchute link False Flag Weekly News link If anyone should be able to convince people he’s crazy, it’s Donald “Very Stable Genius” Trump. The president’s long trail of bankruptcies, criminal and civil cases, and unhinged blurt-outs testify to his instability. So do his bipolar swings between peacenik platitudes and warmongering warnings, terrifying tariffs...
Kategorien: Externe Ticker

The Digital Revolution Was A Great Mistake, by Paul Craig Roberts

Even the big banks that welcomed the revolution are finding that the cost of managing security could rise out of control and exceed the labor cost of the analogue system. Wells Fargo warns: “In today’s digital world scammers are using advanced tools like AI to make impersonation scams harder to detect. Caller ID can be...
Kategorien: Externe Ticker

Astronomer and Historian of Science Examines the Holocaust Industry, by Jonas E. Alexis

Astronomer and Historian of Science Examines the Holocaust Industry Nicholas Kollerstrom holds a B.A. in the natural sciences from Cambridge University, with a focus on the history and philosophy of science. He later earned a Ph.D. in the history of astronomy from University College London. He has also worked as an astronomer and was formerly...
Kategorien: Externe Ticker

The Myth of Post-World War 2 Allied Success, by Steve Penfield

So much ‘bad fruit’ after 1945 suggests the war was a boondoggle to begin with. And almost everyone then knew the pre-war buildup was a sham too. One of the more enduring myths accepted by broad majorities in the West is that Allied nations, particularly American and British, “won” the prolonged conflict known as World...
Kategorien: Externe Ticker

From IDF Fitness Trainer to America's Most Wanted Dating App Bandit, by Jose Alberto Nino

A former Israeli Defense Forces fitness trainer turned Penthouse Pet stands accused of orchestrating an audacious crime wave across Southern California’s most exclusive neighborhoods. Mia Ventura, whose real name is Adva Lavie, is a 27-year-old Israeli model, OnlyFans content creator, and former Penthouse Pet who has become the primary subject of a criminal investigation by...
Kategorien: Externe Ticker

The Rise of the Extreme Female Brain, by Edward Dutton

Research indicates that we can reasonably distinguish between the “Extreme Male Brain” and the “Extreme Female Brain.” The former is interested in logic and systematizing to the neglect of emotion and how people feel. The latter is focused on the emotions of others, on empathy, and on ensuring everyone is included but it is “system...
Kategorien: Externe Ticker

Bolivien: Oberstes Gericht hebt Urteil gegen Putsch-Präsidentin Jeanine Áñez auf

Urteil von 2022 im Fall "Staatsstreich II" nichtig. Unverzügliche Freilassung von Áñez angeordnet. Weiteres Verfahren liegt beim Parlament La Paz. Das Oberste Gericht Boliviens hat die zehnjährige Haftstrafe der ehemaligen De-facto-Präsidentin Jeanine Áñez aufgehoben und ihre sofortige Freilassung angeordnet. Die Richter haben damit das Urteil aus dem Jahr 2022 im Fall "Staatsstreich II" kassiert und für ungültig... weiter 09.11.2025 Artikel von zu Bolivien, Menschenrechte, Politik, Soziale Bewegungen
Kategorien: Externe Ticker

Das andere «Wort zum Sonntag» oder: Vom bunten Absegnen

Transition News - 9. November 2025 - 3:35

«Darf's ein bisschen mehr sein?», fragt die Dame hinter der Theke. Der Kunde nickt; es ist ihm recht oder einfach nur egal. − «Darf's ein Ring mehr sein?», fragt die Kundschaft eine andere Dame. Auch hier folgt ein Nicken, ein freudiges sogar.

Was beide Frauen eint, ist ihr gemeinsamer Beruf: Sie sind Verkäuferinnen; die eine von Wurst, die andere von Glauben. Als moderne Vertreterin ihrer Zunft verkauft sie den Glauben und scheut nicht davor zurück, vier offenbar homosexuelle Männer unter den, wie sie sich brüstet, «bunten Segen» Gottes zu stellen.

Lena Müller ist Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Es sei ihr «eine Ehre» gewesen, «dass diese vier so vertrauensvoll um Segen baten». Sie sei «so dankbar für diesen Beruf», bekundete sie inzwischen ihren 8000 Zu- und Hinschauern auf Instagram, wo diese Inszenierung vom vergangenen Sommer dann ihre zweite mediale Auflage erlebt hat. Ohnehin sei das Schrille ihr Metier. «Ich liebe es bunt und exzentrisch», beschreibt sie ihren Modestil. Insofern ist sie sozusagen ganzheitlich unterwegs.

Auf Freitagabend, den 25. Juli 2025, hatte die Berliner Kirchengemeinde «vor dem Halleschen Tor» zu «Popup-Segenshochzeiten» eingeladen, offenbar als Beitrag zum «Pop-up-Hochzeitsfestival» der Landeskirche, Variante «Pride Edition». Dort konnten, wie Müller erläuterte, «Menschen ohne Anmeldung zu einer Trauung erscheinen».

Bedingungen dafür gab und gibt es nicht; der wohlmeinende Blick der Frau Pfarrer hatte in jenem Fall ausgereicht. Sie konnte bei dem Männerquartett «sofort sehen, dass da ganz viel Liebe zwischen ihnen war». Was also «sollte Gott dagegen haben, dass es nun eben vier sind und nicht zwei?» Im «Traugespräch» hätten sie doch soviel «Warmherzigkeit, Großzügigkeit und Offenheit» ausgestrahlt.

Fast ein halbes Jahre lang scheint daraufhin Funkstille gewesen zu sein. Normalerweise wird damit entweder ein peinlicher Betriebsunfall zugedeckt oder eine schweigende Zustimmung signalisiert. Hier war wohl Letzteres der Fall. Müller selbst erklärte, sie habe danach intern keinen Ärger bekommen. Zudem entsprach diese Szenerie ziemlich genau den Vorstellungen des Berliner «Segensbüros», das seinerseits über den Fonds «Dritte Orte» durch der EKBO gefördert wird: «Unsere Segenshochzeiten sind ein Angebot für alle, die keine Lust auf lange Formalitäten haben».

Außerdem hat die nachträgliche Kritik ihrer Kirchenleitung hat etwas Halbherziges. Bemängelt wird laut Presseerklärung vor allem, dass diese Segenshandlung als eine «Trauung dargestellt» wird. Dennoch sei diese «Konstellation eines Segens würdig gewesen», beschwichtigt die Kirchenobere (Pröpstin) Christina-Maria Brömmel. Personelle Konsequenzen hat das alles jedenfalls nicht für die buntgeistige Pfarrerin.

Warum sollte es auch? Sie ist ja grundsätzlich auf Linie, die junge Frau, und weiterhin überzeugt, dass diese vier Männer «vor Gott wirklich geheiratet haben». Empfehlungen, ihre Bibel zu lesen und vielleicht auch ernst zu nehmen, dürften an ihr abprallen. Die Vielehe eines König David steht ihr näher als die Grundlagen aus dem Schöpfungsbericht (1. Mose 2,24) und dessen Bestätigung durch Jesus (Matthäus 19,4-6), und dass sich König David selber über ein biblisches Gebot hingesetzt hatte (5. Mose 17,17), dürfte sie kaum interessieren, gelte es doch, außerhalb «patriarchaler Strukturen» zu denken.

Fürs Gemüt aber hatte es dann doch ein wenig biblisch werden dürfen. Die Mannschaft habe für ihren Segen dem bekannten Wort zugestimmt: «Die Liebe hört nie auf».

Ich kann dazu nur sagen: Auch die Liebedienerei hört offenbar nie auf. Sie erreicht in unseren Tagen vielmehr neue Höhen bzw. Tiefen. Wohligkeit siegt über Bibelwort, Klamauk über Ehrfurcht, Pride über Dienst. Biblische Zeiten also,

  • in denen die Menschen «nach ihrem eigenen Begehren (…) sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken (2.Timotheus 4,3);
  • in denen die Geistlichkeit selber «das Himmelreich zuschließt vor den Menschen» (Matthäus 23,13) und sie gerne «von den Leuten gesehen werden» will (Matthäus 23,5);
  • in denen «ihr vor den Menschen gerecht [erscheint], aber innen seid ihr voller Heuchelei und missachtet das Gesetz» (Matthäus 23,28).

Ob solche Hinweise bei den Betreffenden nun verfangen oder nicht − sie sind und bleiben der Maßstab eines verantwortungsvollen Dienstes nach Jakobus 3. Ganz konkret gesprochen:

«Die Hände lege niemandem zu bald auf; habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber rein!» (1.Timotheus 5,22)

*************

Wort zum Sonntag vom 2. November 2025: Der freimütige Angeklagte

Lothar Mack war als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tätig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die Selbständigkeit geführt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte über Artikel und Begegnungen und ruft in Gottesdiensten und an Kundgebungen zu eigenständigem gläubigem Denken auf. Sein Telegram-Kanal lautet StimmeundWort.

Kategorien: Externe Ticker

The US Empire Keeps Getting Creepier

Caitlin Johnstone - 9. November 2025 - 2:37

Listen to a reading of this article (reading by Tim Foley):

Secretary of War Pete Hegseth said during a speech on Friday that the US is at “a 1939 moment” of “mounting urgency” in which “enemies gather, threats grow,” adding, “We are not building for peacetime. We are pivoting the Pentagon and our industrial base to a wartime footing.”

Everything’s getting darker and creepier in the shadow of the empire.

Nate Bear has a report out on his newsletter titled “The AI Drones Used In Gaza Now Surveilling American Cities” about a new company called Skydio which “in the last few years has gone from relative obscurity to quietly become a multi-billion dollar company and the largest drone manufacturer in the US.” Bear reports that Skydio now has contracts with police departments in almost every large US city to use these Gaza-tested drones for surveillance of American civilians.

Hegseth: "We are not building for peacetime. We are pivoting the Pentagon and our industrial base to a wartime footing. Building for victory should our adversaries FAFO." pic.twitter.com/eoxhgZh7sZ

— Aaron Rupar (@atrupar) November 7, 2025

Haaretz reports that Israel’s efforts to manipulate American minds back into supporting the Zionist entity include pouring millions into influence operations targeting Christian churchgoers and efforts to change responses to Palestine-related queries on popular AI services like ChatGPT. It’s crazy how you can literally just be minding your own business in your own church on a Sunday morning and then suddenly find yourself getting throat fucked by propaganda paid for by the state of Israel.

The Intercept reports that YouTube, which is owned by Google, quietly deleted more than 700 videos documenting Israel’s atrocities in Gaza in a purge of pro-Palestine human rights groups from the platform. Mass Silicon Valley deletions like this combined with the sudden influx of fake AI-generated video content polluting the information ecosystem could serve to erase and obfuscate the evidence of the Gaza holocaust for future generations.

A new report from Reuters says that last year the US had intelligence showing Israel’s own lawyers warning that the IDF’s mass atrocities in the Gaza Strip could result in war crimes charges. This is yet more evidence that the Biden administration knew it was backing a genocide the entire time, including during election season when left-leaning Americans were being told they needed to vote for then-Vice President Kamala Harris if they wanted to save Gaza.

AI drones used in Gaza are now surveilling American cities

Drone usage by Israel-based, Gaza-field tested Skydio across the US has grown extraordinarily https://t.co/OUhy37L9DI

— The Grayzone (@TheGrayzoneNews) November 2, 2025

In Italy a journalist was fired from the news agency Nova for asking an EU official if she thought Israel should be responsible for the reconstruction of Gaza in the same way she’s said Russia should have to fund the reconstruction of Ukraine. A Nova spokesperson confirmed to The Intercept that the journalist was indeed fired for asking the inconvenient question on the basis that “Russia had invaded a sovereign country unprovoked, whereas Israel was responding to an attack.”

Reuters reports that the US is preparing to establish a military base in Damascus. For years the empire waged a complex regime change operation in Syria to oust Assad, first by backing proxy forces to destroy the country and then via sanctions and US military occupation to prevent reconstruction. And it worked. The empire’s dirty war in Syria will be cited by warmongering swamp monsters for years to come as evidence that regime change interventionism can succeed if you just stick at it and do whatever evil things need to be done.

These are just a few of the disturbing stories from the last few days that I hadn’t had a chance to write about yet. This is the kind of world we are being offered by the US empire. There is nothing on the menu for us but more war, more genocide, more surveillance, more censorship, more tyranny, and more abuse. 

Things are going to keep getting more and more dystopian for everyone who lives under the thumb of the imperial power structure until enough of us decide that the empire needs to end.

_____________

My work is entirely reader-supported, so if you enjoyed this piece here are some options where you can toss some money into my tip jar if you want to. The best way to make sure you see everything I write is to get on my free mailing list. Click here for links for my social media, books, merch, and audio/video versions of each article. All my work is free to bootleg and use in any way, shape or form; republish it, translate it, use it on merchandise; whatever you want. All works co-authored with my husband Tim Foley.

Bitcoin donations: 1Ac7PCQXoQoLA9Sh8fhAgiU3PHA2EX5Zm2

Feature image is a screen grab from the US Department of War (Public Domain).

Kategorien: Externe Ticker

Wien: Freiheit für Abdullah Öcalan – Status für Kurdistan

In der österreichischen Hauptstadt Wien haben am Samstag zahlreiche Menschen für die Freilassung von Abdullah Öcalan und einen politischen Status für Kurdistan demonstriert. Die Kundgebung fand unter dem Motto „Freiheit für Öcalan – Status für Kurdistan“ statt und war Teil einer Reihe von europaweiten Aktionen. Organisiert wurde sie vom Demokratischen Kurdischen Gesellschaftszentrum (DemKurd).

Die Demonstration begann am Platz der Menschenrechte unweit des Museumsquartiers. Zu Beginn wurde mit einer Schweigeminute den Gefallenen der kurdischen Bewegung gedacht. Anschließend richteten mehrere Vertreter:innen kurdischer Organisationen politische Appelle an die Öffentlichkeit.

Cevdet Halim, Mitglied des DemKurd-Vorstands, verwies in seiner Rede auf die zeitgleich stattfindende Großdemonstration in Köln. „Seit 27 Jahren leben die Kurd:innen mit der Sehnsucht nach der Freiheit Abdullah Öcalans“, sagte Halim. „Seine Freiheit steht symbolisch für die Freiheit aller Völker.“

 


Dilek Karahan, Ko-Vorsitzende von Civaka Azad, betonte, dass ohne eine politische Lösung der kurdischen Frage keine demokratische Öffnung in der Türkei möglich sei. Sie erinnerte an den von Öcalan im Februar veröffentlichten Aufruf für Frieden und demokratische Gesellschaft und sprach von einer blockierten Friedensperspektive: „Solange Öcalan nicht frei ist, wird es keine Demokratisierung geben – weder für die Kurdinnen und Kurden noch für die Türkei.“

Eine auf Deutsch gehaltene Rede des Frauenrats Avesta thematisierte die langjährige Inhaftierung Öcalans unter Isolationsbedingungen. „Die gegen ihn verhängte verschärfte lebenslange Haft ohne Aussicht auf Entlassung stellt eine Verletzung des Rechts auf Hoffnung dar“, sagte Sprecherin Nurcan Güleryüz. Öcalan bleibe trotz über zwei Jahrzehnten Haft ein zentraler politischer Repräsentant und Vermittler für eine friedliche Lösung in der Region, so Güleryüz.

Die Demonstrierenden zogen mit Bannern und Fahnen, auf denen Öcalans Porträt zu sehen war, vom Platz der Menschenrechte in Richtung Westbahnhof. Das zentrale Transparent trug die Aufschrift „Freiheit für Abdullah Öcalan – Status für Kurdistan“. Die Demonstration endete mit traditionellen kurdischen Tänzen und Sprechchören wie „Bijî Serok Apo“ und „Be Serok Jiyan Nabe“.

[album=21620]

https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/tausende-bekraftigen-forderung-nach-frieden-und-freiheit-48746 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/Ocalan-kurd-innen-sollen-ohne-abstriche-zu-vorreiter-innen-eines-freien-lebens-werden-48745

 

Kategorien: Externe Ticker

Göttingen: Diskussion über feministische Gerechtigkeitsarbeiten in Nord- und Ostsyrien

Das Göttinger Netzwerk gegen Femizide lud am Freitagabend Nele Möhlmann zu einem Reisebericht und einer Diskussion über feministische Gerechtigkeitsarbeiten in der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) ein. Denn die Frage nach Gerechtigkeit im Kampf gegen patriarchale Gewalt begleitet die feministische Praxis ständig: Von der täglichen Arbeit mit Gewaltbetroffenen in den Frauenhäusern und Beratungsstellen bis hin zu den Initiativen in den Nachbarschaften und den Kämpfen um gesellschaftliche Aufmerksamkeit durch feministische Gruppen. Alle suchen nach Wegen, mit patriarchaler Gewalt umzugehen und sie zu überwinden.

Patriarchaler Gewalt in der Gesellschaft begegnen

Die Zuspitzung patriarchaler Gewalt hat viele Gesichter: Seit Jahren steigen die Zahlen von häuslicher Gewalt und Femiziden. Trotzdem werden dringend nötige Mittel in allen sozialen Bereichen und damit auch in den Gewaltschutzeinrichtungen für Frauen gekürzt. Zugleich steigen beispielsweise die Ausgaben für Militär und Aufrüstung massiv. Wir sehen die Plakate mit Bundeswehrwerbung überall, die uns Krieg und Gewalt als notwendig und als Lösungsstrategie präsentieren wollen. Diese Normalisierung und Legitimierung von Gewalt wirken sich besonders negativ auf Frauen, Kinder und unterdrückte Gesellschaftsgruppen aus.

Das Netzwerk gegen Feminizide Göttingen fordert daher schlagkräftige Netzwerke in und aus der Gesellschaft heraus, die sich mit vereinter Stimme gegen patriarchale Gewalt stellen. Statt militärischer Aufrüstung bräuchte es einen Aufbau von sozialen Räumen und Zusammenhalt, starke Strukturen in den Dörfern und Nachbarschaften und das Bewusstsein, dass Geschlechtergerechtigkeit nur abseits von patriarchaler Gewalt zu finden ist.

Das Netzwerk verfolgt das Ziel, eine starke feministische Struktur in Göttingen aufzubauen und das Bewusstsein für die alltägliche und strukturelle Gewalt zu stärken. Dafür braucht es unter anderem ein Zusammenkommen von den gesellschaftlichen Kräften aus Nachbarschaften, Gewaltschutz- und Beratungsinstitutionen, feministischen Gruppen und Einzelpersonen.

Frauengerechtigkeitsarbeiten in DAANES

Mit der Frage „Wie können wir langfristig feministische Gerechtigkeit aufbauen?“ sind daher etwa 30 Menschen zusammengekommen, um die Frauengerechtigkeitsstrukturen in der DAANES kennen zu lernen und aus den Erfolgen dort zu lernen. In der Region wird bereits seit über zehn Jahren eine autonome selbstverwaltete Gesellschaft aufgebaut, die Strukturen und Gesellschaft neu denkt und dabei die Frage der Geschlechtergerechtigkeit ins Zentrum stellt. Die politische und ökonomische Perspektive in Nord- und Ostsyrien ist sehr prekär. Handelsbarrieren und Angriffe durch Milizen erschweren den gesellschaftlichen Aufbau. Trotzdem, so erzählt die freie Journalistin Nele Möhlmann, gibt es viele Strukturen, die sich den Frauengerechtigkeitsarbeiten widmen. Als freie Journalistin war sie ein Jahr in der DAANES vor Ort und hat dort in den Frauenstrukturen gelebt und gearbeitet. Die Stärke und Konsequenz, mit der die Frauenstrukturen gegen patriarchale Gewalt vorgehen, erklärte sie anhand einiger Beispiele.

Ähnlich wie Frauenhäuser in Deutschland gibt es in der DAANES die Mala Jin. Das sind von Frauen aufgebaute und betreute Häuser, die als Ort der Zuflucht und Begegnung allen Frauen offenstehen. Versöhnungskomitees (Komîteya Lihevhatinê) setzen sich aus Frauen der Kommune zusammen, die ansprechbar sind, um Konflikte im sozialen Umfeld zu lösen. Wenn in diesen Strukturen keine Lösungen gefunden werden können, ist die Frauenberatungsstelle SARA bei schweren Fällen von Gewalt gegen Frauen ansprechbar. Sie begleiten die Frauen, falls sie Gerichtsverfahren wollen. Wenn Fälle vor Gerichten landen, ist es Vorschrift, dass eine Frau als Richterin den Vorsitz führt. In diesen Verfahren werden sowohl SARA als auch die Kommune und das Mala Jin für Einschätzungen zu Rate gezogen.

Dieses Gerechtigkeitssystem basiert nicht nur auf juristischen, sondern primär auf gesellschaftlichen und moralischen Werten. Indem Frauengesetze aufgenommen und konsequent verfolgt wurden, wurde auch das Problem patriarchaler Gewalt in den Vordergrund gerückt. „Die Überzeugung und Kraft, mit der die Frauen die Verantwortung, Gerechtigkeit zu schaffen, selbst in die Hand nehmen und umsetzen ist zutiefst beeindruckend“, sagt Nele Möhlmann. „Es kann eine große Herausforderung sein, sowohl den moralischen Prinzipien als auch der Situation gerecht zu werden.“ Für diese Gerechtigkeitsarbeiten, erzählt sie, braucht es eine kollektive Verantwortungsübernahme die vor Ort durch die Gemeinschaft der Frauen getragen wird.

Die Gesellschaft gegen patriarchale Gewalt zusammenbringen

Auch hier in Göttingen gibt es diese Vision, die auch die Frauen in der DAANES antreibt. Nämlich eine Zukunft ohne patriarchale Gewalt aufzubauen. Die Strukturen und die Umsetzung in Nord- und Ostsyrien zeigen, wie auch hier Kräfte gebündelt, zusammengebracht und strukturiert werden können um Gerechtigkeitsarbeiten unabhängig, präventiv und breit in der Gesellschaft zu verankern. „Ich bin inspiriert von der Ernsthaftigkeit der Arbeiten, der Hoffnung und dem Glauben der Frauen an die eigene Kraft Dinge zu verändern. Diese tiefe Überzeugung müssen wir uns zum Vorbild nehmen“, sagt Friederike Spies aus dem Netzwerk gegen Femizide.

Das Netzwerk in Göttingen möchte anhand des Vorbilds aus der DAANES die bestehenden Strukturen in Göttingen verknüpfen, um den Kampf um feministische Gerechtigkeit gemeinsam zu führen und das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Veränderung aus der Gesellschaft heraus möglich ist. Am Ende der Veranstaltung wurde außerdem eine solidarische Videobotschaft an die aktuelle Kampagne für Demokratie, Selbstverwaltung und Gleichberechtigung in Nord- und Ostsyrien aufgenommen und an die Frauen vor Ort geschickt.

https://deutsch.anf-news.com/frauen/frauendorf-jinwar-entschlossen-zu-bleiben-44744 https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/mala-jin-qamislo-ein-ort-fur-frauen-39664 https://deutsch.anf-news.com/frauen/gedenken-nach-femizid-an-frau-in-gottingen-42128 https://deutsch.anf-news.com/frauen/die-frauengesetze-der-autonomieverwaltung-von-nord-und-ostsyrien-27365

 

Kategorien: Externe Ticker

Köln: Kurd:innen bekräftigen Forderung nach Frieden und Freiheit

In Köln haben am Samstag tausende Menschen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland für die Freilassung von Abdullah Öcalan und eine politische Lösung der kurdischen Frage demonstriert. Die Veranstaltung, zu der 15.000 Teilnehmende angemeldet waren, wurde vom kurdischen Dachverband KCDK-E und der Kurdischen Frauenbewegung in Europa (TJK-E) organisiert.

Bereits am frühen Morgen hatten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Deutzer Werft versammelt. Die Demonstrierenden trugen Plakate und Banner mit Aufschriften wie „Freiheit für Abdullah Öcalan“, „Schluss mit Isolation und Folter“ sowie Flaggen kurdischer Organisationen. Frauen- und Jugendgruppen führten den Demonstrationszug an, der sich anschließend in mehreren Blöcken entlang des Rheinufers in Bewegung setzte.

Begleitet von Parolen wie „Biji Serok Apo“, „Be Serok Jiyan Nabe“ und „Jin, Jiyan, Azadî“ zogen die Demonstrierenden durch die Kölner Innenstadt zurück zum Ausgangspunkt, wo eine große Abschlusskundgebung stattfand. Die Veranstalter:innen sprachen von einer „breiten gesellschaftlichen Beteiligung“ und verwiesen auf die symbolische Bedeutung des Protests.

Der Veranstaltungsort war mit großformatigen Bildern Öcalans geschmückt. Die Abschlusskundgebung begann mit einer Schweigeminute für die Gefallenen der kurdischen Bewegung sowie der kurdischen Hymne „Ey Reqîb“. Es folgten zahlreiche Redebeiträge von Politiker:innen, Aktivist:innen und Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Gruppen. Höhepunkt war die Verlesung einer Botschaft Öcalans, die der kurdische Repräsentant auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali verfasst hatte.

 


Appelle an Europa

Der Ko-Vorsitzende des KCDK-E, Engin Sever, bezeichnete die Demonstration als Antwort auf den Aufruf Öcalans vom 27. Februar, mit dem dieser erneut zu einem demokratischen Friedensprozess aufgerufen hatte. „Europa muss seine Verantwortung übernehmen. Der Prozess für Frieden und Freiheit, den Abdullah Öcalan angestoßen hat, ist auch eine Chance für Demokratie und Stabilität im Nahen Osten“, sagte Sever.

Die TJK-E-Vertreterin Ayten Kaplan richtete ihre Rede in deutscher Sprache an die europäische Öffentlichkeit und rief zur Unterstützung der Forderungen nach Frieden und Freiheit für das kurdische Volk sowie eine politische Lösung der Kurdistan-Frage auf.

Hatip Dicle, ehemaliger Abgeordneter und Vertreter des Globalen Friedensforums, betonte in seiner Rede, dass die von Öcalan initiierte Kampagne weit über die kurdische Frage hinausgehe. In Zeiten globaler Krisen könne Öcalans politischer Ansatz eine Perspektive für ein friedliches Miteinander bieten. „Seine Freiheit ist nicht nur für Kurdinnen und Kurden von zentraler Bedeutung, sondern auch für die gesamte Region“, so Dicle.

Auch Zeyneb Murad, Ko-Vorsitzende des Nationalkongress Kurdistans (KNK), rief zur Fortsetzung des politischen Kampfes auf. „Der kurdische Widerstand hat eine neue Phase erreicht. Die Forderung nach der Freiheit Abdullah Öcalans ist heute mehr als ein politisches Ziel – sie ist ein Symbol des kollektiven Freiheitswillens.“

[album=21615]

„Freiheit für Öcalan ist Voraussetzung für Frieden“

Der Ko-Vorsitzende der Partei der Demokratischen Regionen (DBP), Keskin Bayındır, betonte, dass das kurdische Volk in allen Teilen Kurdistans sowie in der europäischen Diaspora seit Jahren unermüdlich für Öcalans Freilassung kämpfe. „Die Befreiung von Abdullah Öcalan ist gleichbedeutend mit der Befreiung des kurdischen Volkes. Seine Ideen für ein demokratisches Zusammenleben werden mittlerweile weltweit beachtet“, sagte Bayındır.

Auch deutsche Politikerinnen wie Cansu Özdemir (Die Linke) und die Kölner Abgeordnete Lea Reisner äußerten sich solidarisch mit den Anliegen der Demonstration. Vertreterinnen und Vertreter des Europäischen Friedens- und Freiheitsforums, darunter Ercan Aktaş, betonten in ihren Beiträgen die Notwendigkeit eines gemeinsamen Engagements für Demokratie, Menschenrechte und Klimagerechtigkeit.

Zum Abschluss der Veranstaltung traten Musiker:innen der kurdischen Kulturinitiativen TEV-ÇAND und Hunera Mizgîn auf und präsentierten Lieder für Frieden und Freiheit. Die Kundgebung endete mit Sprechchören der Teilnehmenden, die erneut die Freilassung Abdullah Öcalans forderten.

https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/Ocalan-kurd-innen-sollen-ohne-abstriche-zu-vorreiter-innen-eines-freien-lebens-werden-48745 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/tausende-demonstrieren-in-koln-fur-freilassung-von-abdullah-Ocalan-48743 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/demo-am-8-november-in-koln-freiheit-fur-Ocalan-als-schlussel-fur-frieden-48474

 

Kategorien: Externe Ticker

Öcalan: Kurd:innen sollen ohne Abstriche zu Vorreiter:innen eines freien Lebens werden

In einer Botschaft an den Demonstrationszug in Köln erklärte Abdullah Öcalan:

„Freiheit bedeutet Freiheit für Demokratie und gleichberechtigte Staatsbürgerlichkeit“

Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen, alle Menschen, die an Frieden und Freiheit glauben, der Große Köln-Marsch, den ihr aus allen Teilen Europas initiiert habt, ist ein bedeutender Schritt – nicht nur für meine persönliche Freiheit, sondern für den Kampf des kurdischen Volkes um eine demokratische Lösung und einen würdevollen Frieden.
Mit eurer Teilnahme gebt ihr dem neu auflebenden Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft Hoffnung, Mut und Entschlossenheit.

Meine Freiheit ist untrennbar verbunden mit der Demokratie und der gemeinsamen Freiheit des kurdischen Volkes und aller Völker der Türkei. Freiheit bedeutet zugleich Freiheit für Frieden, für Demokratie und für gleichberechtigte Staatsbürgerlichkeit.

Mit diesem Marsch bringt ihr auf eindrucksvolle Weise unseren gemeinsamen Willen zum Ausdruck und tragt unsere Forderung nach Freiheit, Demokratie und Lösung hinaus in die Welt.

„Eine lange unterbrochene Hoffnung beginnt heute neu zu keimen“

Seit 1993 haben wir trotz zahlreicher Unterbrechungen den Weg des Dialogs und der Friedensbemühungen fortzuführen versucht. Diese Anstrengungen haben gezeigt, dass ein geschwisterliches Zusammenleben auf diesem Boden möglich ist.

Obwohl unsere Bemühungen oft abgebrochen wurden, lebt die Hoffnung heute neu auf – durch unseren Schritt in Richtung Frieden und demokratischer Gesellschaft. Sie beginnt, Wirklichkeit zu werden.

Dieser Prozess markiert den Übergang von einer Phase negativer Revolution zu einer positiven revolutionären Phase. Diese Qualität des Prozesses muss als historische und universelle Realität verstanden werden.

Wir nehmen den Übergang von rechtloser Unterdrückung hin zu einer rechtlich fundierten Auseinandersetzung mit der kurdischen Frage und ihrem Kampf zum Ausgangspunkt.
Eure wertvolle Demonstration wird den Kampf für Frieden und Lösung weiter voranbringen und neue Kräfte freisetzen.

„Die verfassungsmäßige Anerkennung des kurdischen Volkes ist mit der demokratischen Zukunft der Türkei untrennbar verbunden“

Liebe Genoss:innen,

Die verfassungsmäßige Anerkennung des kurdischen Volkes innerhalb der Republik und die Existenz der Kurd:innen als gleichberechtigte Staatsbürger:innen auf demokratischer Grundlage sind unmittelbar mit der demokratischen Zukunft der Türkei verknüpft.

Ebenso gilt: In Syrien wie in der gesamten Region des Nahen Ostens müssen die Kurd:innen, ohne Zugeständnisse an ihre Freiheit und Existenz zu machen, zu Wegbereiter:innen eines gleichberechtigten, freien und friedlichen Lebens mit allen Völkern und Glaubensgemeinschaften werden.

Ich höre eure Stimme von Imrali aus – die Stimme, die heute aus Europa erklingt –, und ich weiß, dass sie all ihre Adressaten erreicht.

Denn ihr, die ihr gezwungen wart, fern eures Landes zu leben, weil ihr unter antidemokratischen Zuständen gelitten habt, seid heute das moralische Gewissen für Frieden und Lösung.

Jede eurer Bemühungen ist ein Schritt hin zu Geschwisterlichkeit und Freiheit.

Ich bin überzeugt: Mit eurem Willen wird das kurdische Volk gemeinsam mit allen Unterdrückten eine freie und demokratische Zukunft erreichen.

Mit unermüdlicher Zuneigung und tiefem Respekt grüße ich euch alle.

Abdullah Öcalan
Gefängnisinsel Imrali, November 2025

https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/tausende-demonstrieren-in-koln-fur-freilassung-von-abdullah-Ocalan-48743

 

Kategorien: Externe Ticker

Tom Lausen: Corona-Politik muss so gründlich untersucht werden wie ein Flugzeugabsturz

Transition News - 9. November 2025 - 0:07

Im Rahmen des «Außerparlamentarischen Corona-Untersuchungsausschusses» (APCU) hatte die im oberösterreichischen Landtag vertretene Partei MFG zu einer Pressekonferenz mit dem Datenanalysten Tom Lausen eingeladen. Info-DIREKT nutzte diese Gelegenheit, um mit dem Mitglied der deutschen Corona-Enquete-Kommission ein Video-Interview zu führen.

Im Gespräch mit Michael Scharfmüller berichtete Tom Lausen unter anderem über die bisherigen Versäumnisse bei der Corona-Aufarbeitung und politische Maßnahmen wie die Lockdowns, die zu zahlreichen Todesfällen geführt haben könnten.

Politiker und Mitglieder des Ethikrats, die sich jetzt aus der Verantwortung stehlen wollen und dadurch den gesellschaftlichen Zusammenhalt erneut gefährden, wurden ebenfalls in den Fokus gerückt. Themen waren auch die Rolle etablierter Medien bei der Meinungsbildung oder die Errichtung eines digitalen Überwachungssystems.

Kategorien: Externe Ticker

RFK Jr.: «Milliardärskartell» WEF manipuliert das globale System

Transition News - 9. November 2025 - 0:04

In einem Interview hat US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. einige aufschlussreiche Aussagen zum Weltwirtschaftsforum gemacht. Kennedy bezeichnete das WEF als «ein Milliardärskartell», das sich als Retter inszeniere, während es das globale System manipuliere, um Reichtum anzuhäufen und Freiheiten auszulöschen.

Die sogenannten «Eliten» würden mit ihren Privatjets in Davos einfliegen, um den Regierungs- und Staatschefs zu sagen, wie sie uns regieren sollten. Dabei würden sie unsere Bürger- und Verfassungsrechte auslöschen, totalitäre Kontrollsysteme einführen und Massen an Geldern von unten nach oben verschieben.

Der Milliardärs-Club würde mit großen Tech-Unternehmen unter einer Decke stecken und hätte während der Corona-«Pandemie» abweichende Meinungen unterdrückt und zensiert, um seine Macht zu festigen.


Screenshot. RFK Jr. im Interview; zum Abspielen des Videos auf das Bild klicken

Kategorien: Externe Ticker

«Der NATO droht eine strategische Niederlage»

Transition News - 9. November 2025 - 0:04

Dieses Interview wurde mit freundlicher Genehmigung von l'AntiDiplomatico übersetzt und übernommen.

********
l'AntiDiplomatico: General Bertolini, die NATO, die als Verteidigungsbündnis gegründet wurde, scheint durch den Krieg in der Ukraine radikal verändert worden zu sein. Kann man Ihrer Meinung nach sagen, dass die NATO ein neues Leben sucht und dabei auf einen permanenten Krieg setzt?

General a.D. Marco Bertolini: Die Veränderung ist älter als dieser letzte Krieg. Bereits mit dem Ende des Kalten Krieges hatte ein Verteidigungsbündnis gegen einen Feind, der sich faktisch ergeben hatte, keinen Sinn mehr. Zu diesem Zeitpunkt wurde Deutschland von einem Großteil der internationalen Besatzungstruppen verlassen, nicht nur im kommunistischen Ostteil, sondern auch im Westen. Es blieb nur eine starke Präsenz der USA, die das Interesse Washingtons an der Aufrechterhaltung seines Einflusses auf dem Alten Kontinent bekräftigte.

Die Atlantische Allianz schien sich ihrerseits eine andere Funktion zu geben und ging von der gemeinsamen Verteidigung zum Export des westlichen und amerikanischen Modells über, mit den sogenannten Friedensoperationen, allen voran die auf dem Balkan, wo in Bosnien eine neue «Berliner Mauer» zwischen der von der NATO unterstützten kroatisch-muslimischen Föderation und der von Belgrad unterstützten Republika Srpska entstand. Später wurde eine weitere Mauer errichtet, um den Kosovo und Serbien zu trennen, wobei man die Unfähigkeit Russlands ausnutzte, die Interessen seines wichtigsten Verbündeten auf dem Balkan zu schützen.

Aber gerade jetzt, mit dem Krieg in der Ukraine, zeigt die NATO am deutlichsten ihre Funktion als Druckmittel gegenüber dem eurasischen Kontinent, den [der britische Geograph Halford] Mackinder als «Heartland» bezeichnete, als den Teil der Welt, den es einzudämmen und zu kontrollieren gilt, um die globale Vorherrschaft zu erlangen. Sicherlich können wir beobachten, dass in diesem speziellen Fall das Ende des Krieges eine Niederlage für die NATO und den gesamten Westen bedeuten würde, da so viel in einen Krieg investiert wurde, der eine «strategische Niederlage» für Moskau herbeiführen sollte.

Eine strategische Niederlage, die nun stattdessen vor Ort auf die NATO selbst zuzukommen scheint, auch wenn es andere Gebiete gibt, die «prädestiniert» sind, denselben Konflikt mit Moskau erneut auszutragen, angefangen von der Ostsee über den Kaukasus bis hin zum Balkan selbst, wo die Spannungen mit Moskau durch vermittelnde Staaten jederzeit ausbrechen können.

Kurz gesagt, wir wissen nicht, wie und wann der Krieg in der Ukraine enden wird, auch wenn das Kräfteungleichgewicht vor Ort London, Washington und Brüssel wenig Illusionen lässt. Sicher ist jedoch, dass damit die Auseinandersetzung, die wir derzeit erleben, nicht beendet sein wird.

Vor Donald Trump hatte kein US-Präsident jemals öffentlich die Existenz der NATO in Frage gestellt. Gibt es Ihrer Meinung nach einen Zusammenhang zwischen bestimmten Äußerungen und Donald Trumps Konflikten mit dem Deep State oder einem Teil der Finanzelite?

Es ist sehr schwierig, Trumps Gedanken zu interpretieren und sie von all den Widersprüchen, Beschleunigungen und späteren Kehrtwenden zu befreien, die er uns zeigt. Ich glaube, dass er im Grunde genommen die unüberwindliche Feindseligkeit des US-amerikanischen Deep State spürt, der sich jedem seiner Versuche widersetzt, der US-Politik eine andere Richtung zu geben, insbesondere in Bezug auf die Funktion als Weltpolizist, die sie in der Vergangenheit übernommen hatte und die er verachtet.

Was sicherlich durchscheint, ist ein Desinteresse, ja fast schon eine Verachtung gegenüber der NATO und der Europäischen Union, was sich insbesondere in seiner jüngsten offensichtlichen Änderung seiner Haltung zu den Sieges-Chancen der Ukraine zeigt.

Er neigt vielmehr dazu, diese beiden Realitäten eher als «Kunden» zu betrachten, denen er seine teuren Produkte, angefangen bei LNG bis hin zu Waffen, aufschwatzen kann, da sie so sehr daran interessiert sind, einen Krieg in der Ukraine am Leben zu erhalten, der nicht zu seinen vorrangigen Interessen gehört. Das bedeutet nicht, dass er nicht auch an einem geschwächten Russland interessiert ist, mit dem er jedoch aus einer Position der Stärke heraus Beziehungen unterhalten möchte, in einer Welt, die seiner Meinung nach dazu bestimmt ist, multipolar zu werden.

In diesem Zusammenhang ist sein jüngster Beitrag bemerkenswert, in dem er feststellte, dass «nachdem ich die militärische und wirtschaftliche Lage der Ukraine/Russlands kennengelernt und vollständig verstanden habe (...) Die Ukraine ist mit der Unterstützung der EU in der Lage, zu kämpfen und zu gewinnen (...)». Er schloss jedoch mit den Worten: «Ich wünsche beiden Ländern alles Gute. Wir werden weiterhin Waffen an die NATO liefern, damit die NATO damit tun kann, was sie will. Viel Glück an alle!» Eine Aussage, die eher wie eine sarkastische Distanzierung vom Bündnis wirkt (die Verwendung des Begriffs «sie» ist bezeichnend) und wie ein Versuch, sich von der Verantwortung für das, was die Europäische Union tun will, reinzuwaschen.

Die NATO ähnelt immer mehr dem Verkaufsbüro der US-Rüstungsindustrie: In diesem Zusammenhang hatte die Europäische Union ihre Bereitschaft angeboten, Luftabwehrsysteme und Tomahawk-Raketen für die Ukraine zu kaufen. Aber Donald Trump hat diese Möglichkeit verworfen. Warum?

Trump mag verrückt erscheinen, aber das ist er nicht, und er weiß sehr wohl, dass der Verkauf der Tomahawks an die Ukraine die USA viel direkter in den Konflikt – den er als «Bidens Krieg» bezeichnet – verwickeln würde, als sie es bereits jetzt sind. Diese Verstrickung wäre eine Folge der Notwendigkeit für die Ukrainer, den Einsatz dieser Raketen an US-amerikanisches Militärpersonal zu delegieren, da es sich um Waffensysteme handelt, für die die Hand und das Auge der USA unverzichtbar sind. Putin weiß das und hat es schon vor langer Zeit gesagt.

Darüber hinaus ist die Tomahawk auch für den Transport von Atomsprengköpfen geeignet, und jeder Abschuss könnte als strategische Bedrohung interpretiert werden und eine verheerende Reaktion auslösen, selbst wenn es sich in Wirklichkeit um einen konventionellen Sprengkopf handelt.

Derzeit scheint Trump daher zögerlich, diesen weiteren Schritt in Richtung einer Eskalationsspirale zu gehen, die schwer zu stoppen wäre. Er stößt damit auf den Widerstand der Europäischen Kommission und einiger EU-Länder, die befürchten, im Falle eines Endes der Feindseligkeiten, das sie in die Rolle der Besiegten zurückwirft, mit leeren Händen dazustehen.

Daher ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und eine weitere Kehrtwende kann nicht ausgeschlossen werden, mit einer Entscheidung Trumps zugunsten einer Veräußerung dieser Systeme, die noch dramatischere Perspektiven eröffnen könnte. Kurz gesagt: Hoffen wir, dass die Titanic nicht den Eisberg rammt, der nur wenige Meilen vor dem Bug in der Nacht immer weniger schwach zu sehen ist.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat den Bundestag um Maßnahmen zur Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland gebeten. Wie beurteilen Sie diese Äußerungen? Welche Folgen könnte eine solche Entscheidung für Europa haben?

Die Wehrpflicht, die sogenannte «leva», wurde zu Beginn des Jahrtausends auch in Italien ausgesetzt (nicht abgeschafft). Die Maßnahme basierte auf der falschen Überzeugung, dass der wissenschaftliche und technische Fortschritt sowie die Ausbreitung der Demokratie die Streitkräfte hauptsächlich auf Friedensoperationen und ohnehin nur auf Operationen geringer Intensität beschränken würden.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hielt man eine Berufsarmee, die in der Lage ist, effektiv mit den aktuellen Technologien umzugehen, für ausreichend, so dass ein Rückgriff auf die klassischen Prinzipien der Kriegskunst der Vergangenheit, die glücklicherweise noch immer an allen Akademien gelehrt werden, nicht mehr notwendig sei.

Unter diesen Prinzipien hat das Prinzip der Masse neben denen des Feuers, des Manövers, der Reserve und des Schutzes weiterhin volle Gültigkeit. Insbesondere hat der Krieg in der Ukraine mit seiner Heftigkeit und seinem ständigen Bedarf an «Kanonenfutter», das mobilisiert werden muss, um die immer größeren Verluste an der Front auszugleichen, die Naivität der progressiven Ideologie aufgezeigt, nach der, um es mit Francis Fukuyama zu sagen, die Geschichte dank der globalen Ausbreitung der westlichen Demokratien zusammen mit dem alten grausamen Fest des Krieges zu Ende gegangen ist.

Natürlich setzen sich die einzelnen Länder mit dieser alten-neuen Realität auseinander und versuchen, zu einer schrittweisen Entmilitarisierung zurückzukehren, die ihnen jedoch die wichtigsten Instrumente zur Durchsetzung ihrer Souveränität nehmen würde: nämlich glaubwürdige Streitkräfte.

Aus diesem Grund ist vor allem von Seiten der Linken eine überraschende Aufmerksamkeit für militärische Themen zu beobachten, selbst auf Kosten eines lächerlichen und irritierenden Militarismus, der jahrzehntelanger pazifistischer Rhetorik widerspricht, in dem verzweifelten Bemühen, auf europäischer Ebene eine militärische Aufrüstung zu verhindern, die konstruktionsbedingt ausschließlich in den einzelnen Heimatländern ihren Bezugspunkt hätte.

Daher die ständigen Appelle für eine «gemeinsame Verteidigung», eine «europäische Armee», die eine Stärkung der nationalen Souveränität verhindert, die sowohl von der Linken als auch von der Mitte und sogar von weiten Teilen der Rechten als ein zu vermeidendes Übel empfunden wird.

Die Militarisierung der Wirtschaft scheint nur mit erheblichen Kürzungen der Sozialausgaben möglich zu sein. Glauben Sie, dass die Italiener bereit sind, gewisse Opfer zu bringen, um die Militärausgaben zu erhöhen und die ukrainische Armee zu bewaffnen?

Ich glaube, dass es Ereignisse wie Kriege, aber auch Erdbeben und Überschwemmungen gibt, die unabhängig von der Bereitschaft der Bevölkerung sind, sie zu akzeptieren. Ein Beispiel dafür ist das, was derzeit in Europa geschieht, obwohl die öffentliche Meinung fast einstimmig gegen die Fortsetzung des Krieges ist. Das gilt auch für Kürzungen der Sozialausgaben, die das Kriegsunternehmen oder auch nur – hoffentlich – dessen Androhung mit sich bringen kann.

Auf die Frage «Wollt ihr Butter oder Kanonen?» fällt die Wahl auf der Straße oft auf Letzteres, während man sich zu Hause immer für Ersteres entscheidet, insbesondere wenn es sich um Kriege handelt, die nicht der Durchsetzung lebenswichtiger und direkter nationaler Interessen dienen, wie im vorliegenden Fall. Ganz zu schweigen davon, wenn es sich um Ausgaben für eine ausländische Armee handelt, wie im Fall der ukrainischen.

Aber unser Land leidet, wie die meisten anderen auch, unter einem wirklich lähmenden Souveränitätsdefizit, das mit der Einführung einer Währung begann, die wir nicht nach unseren Bedürfnissen «verwalten» können, was die Kette, an die wir gebunden sind, besonders kurz macht. Die seltsame Einstimmigkeit, mit der sich alle europäischen Staats- und Regierungschefs von Anfang an gegen eine Verhandlung zur Beendigung des Krieges ausgesprochen haben, dessen Fortsetzung offensichtlich unseren eigenen Interessen zuwiderläuft, ist in dieser Hinsicht bezeichnend.

Die Trump-Regierung hatte sich bereiterklärt, trotz der mittlerweile häufigen Warnungen von Macron, Starmer und Merz vor einer russischen Invasion ein Gipfeltreffen mit dem Kreml in Budapest abzuhalten. Warum glauben die Vereinigten Staaten Ihrer Meinung nach nicht an diese Gefahr?

Dass Russland weder ein Interesse noch die Möglichkeit hat, Europa zu bedrohen, hat demografische, wirtschaftliche und politische Gründe. Aus demografischer Sicht hat ein Land mit 146 Millionen Einwohnern und einem riesigen Territorium, das sich von Europa bis zum Pazifik erstreckt, bestimmt nicht die Möglichkeit, sich außerhalb seines Gebiets Ärger einzuhandeln. Es kann uns sicherlich mit seinen Atomwaffen zerstören, aber es hätte nicht genug Personal, um unser Territorium zu kontrollieren oder sich gegen eine viel zahlreichere Bevölkerung durchzusetzen.

Darüber hinaus ist Russland auch ein europäisches Land und würde die Folgen des Ruins unseres Kontinents, dessen Reichtum hingegen eine Ressource darstellt, in die es investieren kann, direkt auf seinem eigenen Territorium zu spüren bekommen. Was den wirtschaftlichen Aspekt betrifft, so gilt dies auch für einen Verbündeten Russlands, China, das gerade in ein florierendes Europa mit seiner Seidenstraße investiert hat, um Gewinne zu erzielen. Aus einem ruinierten und zerstörten Europa könnte es nichts gewinnen.

Schließlich braucht Russland aus politischer Sicht eine Beziehung zum westeuropäischen Raum, um nicht schnell vom chinesisch geprägten Osten verschlungen zu werden, der den europäischen Charakter seiner Führungsklasse zunichte machen würde.

Kategorien: Externe Ticker

Ein Grundrecht für das digitale Zeitalter: Warum Zürich Ja sagen sollte zur «Digitalen Integrität»

Transition News - 9. November 2025 - 0:03

Die Digitalisierung verändert unser Leben in rasantem Tempo: von der Arbeit bis zum Alltag, von der Schule bis zur Verwaltung. Doch während neue Technologien enorme Chancen eröffnen, wachsen auch die Risiken: Überwachung, Datenmissbrauch, algorithmische Entscheidungen und sozialer Zwang zur ständigen Online-Präsenz.

Genau hier setzt die Initiative «Digitale Integrität» an, über die die Bevölkerung des Kantons Zürich am 30. November 2025 abstimmt. Sie will in der Zürcher Kantonsverfassung ein neues Grundrecht verankern: den Schutz der digitalen Würde jedes Menschen. Falls die Bevölkerung zustimmt, erlangt der Initiativtext Rechtskraft.

Die Initiative versteht sich nicht als technikfeindlich, sondern als zukunftsfreundlich – sie will sicherstellen, dass die Digitalisierung den Menschen dient und nicht umgekehrt. Mit der Annahme des neuen Grundrechts würde Zürich eine Pionierrolle einnehmen – ähnlich wie Genf (2023) und Neuenburg (2024), wo das Anliegen mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde. Die «Digitale Integrität» schützt die Bürgerinnen und Bürger gleich mehrfach:

  • Selbstbestimmung: Niemand soll gezwungen werden, digitale Dienste zu nutzen. Ob beim Billettkauf, am Schalter oder beim Museumseintritt – wer bar oder analog unterwegs ist, soll nicht benachteiligt werden.
  • Sicherheit: Institutionen müssen die ausdrückliche Zustimmung zur Datennutzung einholen und deren Schutz garantieren.
  • Kontrolle: Jede Person behält die Hoheit über ihre Daten und kann verlangen, dass wichtige Entscheidungen nicht von Maschinen, sondern von Menschen getroffen werden.
  • Privatsphäre: Das Grundrecht stärkt die Freiheit, unbeobachtet zu leben – online wie offline.
  • In einer Welt, in der Daten zur Währung geworden sind, setzt Zürich mit diesem Schritt ein Zeichen für echte digitale Souveränität.

Der Zürcher Kantonsrat hat einen Gegenvorschlag ausgearbeitet, der zwar gute Ansätze enthält, aber entscheidende Punkte abschwächt. Während die Initiative klare Rechte formuliert – etwa das Recht auf ein Offline-Leben oder das Recht, nicht von einer Maschine beurteilt zu werden –, bleibt der Gegenvorschlag vage und freiwillig.

Die Initiative schafft ein echtes Grundrecht, das als Leitlinie für alle künftigen Gesetze dient. Es schützt die Bevölkerung nicht nur vor staatlicher Überwachung, sondern auch vor übermächtiger Datensammelwirtschaft. Der Gegenvorschlag dagegen bleibt unverbindlich und rechtlich zahnlos. Die Initiative definiert sechs konkrete Rechte, die das Rückgrat einer freiheitlichen digitalen Gesellschaft bilden:

  • 1. Recht auf Vergessenwerden: Daten löschen lassen, statt lebenslang digital verfolgt zu werden.
  • 2. Recht auf ein Offline-Leben: Kein Zwang zu Handy, Apps oder Kartenpflicht – analog bleibt erlaubt.
  • 3. Recht auf Informationssicherheit: Institutionen müssen Daten sorgfältig schützen, Lecks dürfen nicht folgenlos bleiben.
  • 4. Recht darauf, nicht von einer Maschine beurteilt zu werden: Menschen statt Algorithmen sollen über Schicksale entscheiden.
  • 5. Recht darauf, nicht überwacht, vermessen und analysiert zu werden: Keine totale Kontrolle – weder online noch im öffentlichen Raum.
  • 6. Recht auf Schutz vor Datennutzung ohne Zustimmung: Kein automatisches Sammeln und Weitergeben personenbezogener Informationen.

Diese Rechte schaffen ein modernes Schutzschild, das die Menschenwürde ins digitale Zeitalter überträgt.

Kategorien: Externe Ticker

Theater Sonni Maier – Stücke über gesellschaftliche Problemthemen für Jugendliche

Transition News - 9. November 2025 - 0:03

In der seit 2020 entstandenen alternativen Kulturszene ist die Darstellende Kunst eher unterrepräsentiert. Gleichwohl lässt sich auch in diesem Bereich ein leidenschaftliches Engagement beobachten. Zuletzt setzten sich beispielsweise die szenische Lesung «Here comes the Master, of Sensation» oder das Musical «Die Neue Normalität» mit den sozialen Verwerfungen und Veränderungen auseinander.

Seit geraumer Zeit tourt zudem das Potsdamer Frauenkollektiv Triple A durch Deutschland, um in seinen Stücken historische Zusammenhänge und Verbindungslinien aufzuzeigen. Was lässt sich aus der Geschichte lernen? Welche Handlungsalternativen ergeben sich? Das sind die Fragen, die in den jeweiligen Darbietungen aufgeworfen werden.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Theaterpädagogin und Regisseurin Sonni Maier aus Witten. Seit 2008 bringt sie Stücke auf die Bühne, die sich mit gesellschaftlichen Problemthemen für Jugendliche beschäftigen. Sie richten sich vornehmlich an ein junges Publikum zwischen 13 und 16 Jahren.

In diesem Alter befinden sich oftmals auch die Figuren, die Probleme wie Mobbing, Smartphone-Sucht oder Ausgrenzung bewältigen müssen. Die Stücke haben somit einen pädagogischen Anspruch, verarbeiten aber zugleich das Zeitgeschehen mit all seinen politischen Implikationen.


Theater Sonni Maier; © Sonni Maier

Gutes Verhältnis zu Jugendlichen

Warum sie Theater für und mit Jugendlichen macht, erklärt Maier mit der Faszination für diese Lebensphase. «Ich mag diese schwierige Zeit des Erwachsenwerdens», sagt sie in Erinnerung an die eigene Adoleszenz, die ebenfalls von Rebellion geprägt war. Deswegen habe sie noch immer einen «guten Draht» zu Jugendlichen. Diese Sympathie drückt sich unter anderem in der Wahl ihrer Hochschulausbildung aus.

Nach mehreren Jahren im Journalismus entschloss sich Maier, ihr Faible für das Schauspiel in einem Studium auszuleben. Als Fächer suchte sie sich Theaterwissenschaften und Pädagogik aus. Diese Kombination bestimmt ihre Arbeit bis heute. «Ich will nicht nur unterhalten, sondern auch Botschaften senden und das Publikum zum Nachdenken bringen», erklärt Maier.

Corona-Krise als Zäsur

Mit diesem Vorsatz gründete sie 2008 ein Tourneetheater. Seitdem schreibt sie die Stücke, inszeniert sie und übernimmt meist die Hauptrolle. Aufgeführt werden diese deutschland- und europaweit, allerdings an Orten, wo man normalerweise kein Theater erwartet: an Schulen, in Jugendzentren, Kirchen oder Turnhallen. Jede Einrichtung für Jugendliche kann das Theater für eine Aufführung einladen.

Das allererste Stück «Gretchen Reloaded» beschäftigte sich noch mit dem Thema Schwangerschaft in der Jugend. In den späteren Inszenierungen ging es auch um Fremdenfeindlichkeit, digitale Überwachung oder Ungerechtigkeit. Maier tourte damals mit einem zehnköpfigen Ensemble und probte in den Räumen des eigenen Theaters.

Doch dann kam die Corona-Krise, die sie als Zäsur bezeichnet. Maßnahmenbedingt musste sie ihre Spielstätte schließen und durfte nur dann wieder den Betrieb aufnehmen, wenn sie den damaligen Impfvorschriften folgte. Für Maier keine Option: «Nachdem ich jahrelang Stücke gegen Ausgrenzung inszeniert hatte, wollte ich natürlich nicht selbst ausgrenzen», erklärt sie.

Also schloss die Intendantin ihr Theater und verließ das Land. Sie reiste nach Bolivien, Sansibar und in den Sinai, an exotische Orte, wo sie den Zivilisationsbruch während der Corona-Zeit in dem Stück «Welcome to Hysteria» verarbeitete. Im Mai 2024 erschien es als Buch. Die Handlung spielt in einer Schulklasse, deren Mitglieder sich teilweise sehr stark unterscheiden und auch deshalb in Konflikt geraten, als in den Medien eine angeblich noch nie dagewesene Kältewelle die Nachrichten bestimmt.

In der Folge kommen die gleichen Mechanismen zum Vorschein wie während der Corona-Zeit: Angst, Gruppenzwang, Lagerbildung und Ausgrenzung einer rebellischen Minderheit. Im Mikrokosmos des Klassenzimmers spielt sich das ab, was die ganze Gesellschaft in den Jahren 2020 bis 2023 erlebte.

Wiedereröffnung

Im selben Sommer eröffnete Maier in Witten ihr Theater wieder, allerdings nicht mehr in denselben Räumlichkeiten. Das Haus ist kleiner geworden, so klein, dass sie für Proben nun eine Kirche in der Nähe nutzt. Als «Welcome to Hysteria» erschien, wurde das Stück bei der Veröffentlichungsfeier als szenische Lesung aufgeführt. Das einzige Mal bislang. Nun können Schulen, Jugendzentren und Theatergruppen das Stück mit ihren eigenen Jugendlichen einstudieren und auf die Bühne bringen.

Mit «Welcome to Hysteria» hat Meiers Arbeit nicht aufgehört. In der Zwischenzeit schmücken zwei weitere Stücke das Programm. Das jüngste trägt den Titel «Fairsein – wie geht das?» und beschäftigt sich mit Themen wie Ausbeutung, Kinderarbeit und Konsumismus. In einem Collagen-Mix aus Theaterszenen, Sound-Einspielern und Infovorträgen werden Jugendliche mit der Frage konfrontiert, was sie in den Industrieländern verändern können, damit auch die Menschen in anderen Weltteilen besser leben.

«Fairsein – wie geht das?» ist das erste Stück, in dem Maier nicht selbst mitspielt. Dafür ist die vorherige Inszenierung eine Solo-Nummer mit ihr in der Hauptrolle. Darin widmet sie sich einem Thema, das bei ihr derzeit ganz oben steht: Frieden. «Angesichts dessen, dass die Welt brennt, wäre alles andere Zeitverschwendung», begründet sie ihren Fokus.

Der Titel unterstreicht dies erneut mit der Frageform: «Frieden – wie geht das?» Aber nicht nur dem Namen nach ähnelt es dem jüngsten Stück, auch in der Machart gibt es Überschneidungen. Mithilfe einer Showcollage aus Songs, Theaterszenen und interaktiven Einlagen wird die Wichtigkeit von Versöhnung hochgehalten, sowohl mit sich selbst als auch mit anderen.


Plakat Theater Sonni Maier, «Frieden – wie geht das?»; © Sonni Maier

Es geht um innere und soziale Konflikte, aber auch um solche zwischen Staaten. Dafür werden zwei Handlungsstränge gesponnen. In dem einen steht die Medienpropaganda im Vordergrund, wobei sich Maier unter anderem aus dem Fundus von Tagesschau und Spiegel bedient. In den anderen stehen in einer Schulklasse zwei unterschiedliche Mädchen im Konflikt, nähern sich aber schrittweise an. Darin liegt die Botschaft des Stücks, in der Frage, wie die Eskalationsspirale gestoppt und wie Versöhnung möglich werden kann.

Kommende Auftritte in Deutschland

Beide Stücke werden in den kommenden Monaten vorwiegend in Nordrhein-Westfalen aufgeführt, vereinzelt aber auch in Sachsen, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland. Unterstützung bekommt sie von einer Stiftung, die durch einen Zuschuss ermöglicht, dass die Gäste die Eintrittskarten ermäßigt erwerben können. Parallel beginnt Maier, wieder ein kleines Ensemble aufzubauen. Zudem sollen die Stücke verschriftlicht werden, die sie vor der Corona-Krise inszeniert hatte.

Die Intendantin hat noch viel vor und ist voller Tatendrang. Der Blick auf den Tourneeplan lässt erahnen, dass sie während der kurzen Pause reichlich Energie tankte, die nun kreativ verarbeitet werden will. Maier tut das mit einer ungebrochenen Leidenschaft für das Theater.

Kategorien: Externe Ticker