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Trugbild: Flucht aus der Entfremdung

netzpolitik.org - 1. März 2026 - 7:43

Ein einsamer Pinguin bewegt das Netz. Politiker aus aller Welt, die Europäische Union und deutsche Supermarktketten wollen an seinem Ruhm teilhaben. Dabei steht der vermeintlich nihilistische Vogel für eine zunehmend entfremdete Welt.

Aber warum? – Public Domain Vincent Först mit ChatGPT

Ein Pinguin verlässt seine Kolonie am Südpol. Zielstrebig läuft er in Richtung der Berge. Es ist ein einsamer Gang in den sicheren Tod. „Aber warum?“, fragt Werner Herzog gewohnt dramatisch, während er den über das Eis wandernden Pinguin mit der Kamera festhält. Die Szene stammt aus seinem Dokumentarfilm „Begegnungen am Ende der Welt“ aus dem Jahr 2007.

Knapp zwanzig Jahre nach seinem ersten Auftritt geht der Pinguin viral. In den sozialen Medien setzt sich der Spitzname „Nihilist Penguin“ durch. Die Kommentarspalten lassen darauf schließen, dass sich Tausende Menschen in dem selbstmörderischen Vogel wiedererkennen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein derartiges Verhalten im Netz als Spektakel romantisiert wird.

Fragwürdige Idole

Kurz vor der berühmt gewordenen Szene fragt Werner Herzog in der Doku einen Tierforscher, ob Pinguine wahnsinnig werden können, wenn sie genug von ihrer Kolonie haben. „Sie verlieren die Orientierung und landen dort, wo sie eigentlich nicht sein sollten“, antwortet der Forscher lakonisch.

Auf YouTube, TikTok und Instagram interpretieren viele Nutzer den Pinguin dagegen als einen mutigen Ausreißer, der sich aus den Fesseln der Gesellschaft befreit. „Dieser Pinguin ging nicht in die Berge, um zu sterben. Er machte diese Reise, um zu leben“, vermutet etwa ein Zuschauer. „Die Menschen verstehen die Abgründe der Kolonie nicht. Gesichtslos, starr, monoton“, ergänzt ein anderer. Wenige Tage nach dem viralen Erfolg des Pinguins gab es bereits T-Shirts zu kaufen mit der Aufschrift „Colony Dropout“.

Die mit unzähligen Daumen nach oben versehenen Beiträge heben den Pinguin damit auf eine Ebene mit fragwürdigen Internet-Idolen wie Marvin Heemeyer oder Richard Russell.

Heemeyer ist zu zweifelhaftem Ruhm gelangt, weil er mit einer modifizierten Planierraupe mehrere Gebäude, darunter das Haus des ehemaligen Bürgermeisters und die Polizeistation, im US-amerikanischen Ort Granby zerstörte. Anschließend erschoss sich der Täter. Seine Fans übernahmen den von den Medien etablierten Spitznamen „Killdozer“ für ihn. „Ist es nicht irre, wie viel besser du diesen Mann verstehst, je älter du wirst?“, sagt ein Bewunderer über den Killdozer und sammelt dafür über zwanzigtausend Likes auf YouTube.

Richard „Sky King“ Russell gehörte dem Bodenpersonal auf einem internationalen Flughafen in Seattle an. Der 28-Jährige entwendete dort ein unbesetztes Flugzeug und steuerte die Maschine nach einem 70-minütigen „Ausflug“ auf eine dünn besiedelte Insel. Den Absturz überlebte er nicht. Im Gespräch mit dem Kontrollturm sagte Russell zuvor: „Ich habe nicht geplant, wieder zu landen.“

In den sozialen Medien wurde er dafür ähnlich gefeiert wie Heemeyer und der Pinguin. Unter pathetischen Gedenkvideos und Lobreden am Jahrestag von Russells Flug, unter anderem von einem Kongressmitglied, finden sich Sprüche wie: „Am Boden war er tot, als er abhob, war er lebendig.“

Aus der Entfremdung ausbrechen wollen

Unter den Videos taucht immer wieder ein Zitat der Anime-Serie Cowboy Bebop auf: „Ich gehe da nicht hin, um zu sterben. Ich will herausfinden, ob ich wirklich lebe.“ Das Gefühl der Entfremdung ist offenbar ein essenzieller Teil der Online-Kultur. Und tatsächlich gibt es Tage, an denen sich die Netzwelt wie ein morbides Projekt zur Desensibilisierung der Menschheit anfühlt.

Die Startseiten von YouTube, TikTok, Instagram und Pornhub sind laut, überreizt und voller Gewalt. Nach der Entdeckung eines sehenswerten Videos lauert bereits ein brutaler Konterclip auf den Zuschauer. Darauf folgt penetrante Werbung – und der Kreislauf beginnt von neuem.

Ein Teil der Online-Gemeinschaft macht bizarre Figuren wie den Nihilist Penguin, den Sky King oder den Killdozer zu ihren Stellvertretern, die für sie aus einer feindlichen Umwelt und dem als fade wahrgenommenen Leben ausbrechen. Der Himmel oder die Berge dienen dabei als Symbole für eine verloren geglaubte Freiheit.

Im Streben nach „echten“ Erfahrungen außerhalb des digitalen Raums liegt wohl auch ein produktiver Aspekt des Herzogschen Pinguins. Das Buch „Reinhold Messners Philosophie – Sinn machen in einer Welt ohne Sinn“ beschreibt Messners Verlangen nach Grenzgängen in den Bergen als einen lebensnotwendigen Impuls. Dieser ereilt ihn ausgerechnet dann, wenn er sich am sichersten fühlt: zu Hause, bei der Familie. Woher dieser Trieb kommt, weiß Messner selbst nicht.

Es sind wohl diese weißen Flecken auf der Landkarte der menschlichen Bedürfnisse, die als Inspiration für einen nachhaltigen Ausbruch aus der Entfremdung dienen können. Herzogs Frage nach dem großen „Warum?“ sollte deshalb vielleicht gar nicht erst beantwortet werden.

Alarmierende Signale

Wo ein kleines Tier so große Aufmerksamkeit erregt, kreisen selbstverständlich schon die Marketing-Geier. Von Politikern und Präsidenten bis hin zu deutschen Discountern oder einer Schuhhandelskette möchten alle den Penguin für die eigenen Zwecke instrumentalisieren – etwa händchenhaltend mit Trump oder auf der Suche nach europäischen Werten am Südpol.

Diese vom „Nihilist Penguin“ inspirierten Marketing-Clips treffen den Nerv der Zeit. Auf die Schulter klopfen sollten sich die Werbeleute allerdings nicht. Denn dass eine beachtliche Zahl von Menschen online Selbstmorde romantisiert und so gleichzeitig ihr eigenes Leben abwertet, ist ein alarmierendes gesellschaftliches Signal. Dabei führt ein System, das menschliche Bedürfnisse mit leicht konsumierbaren Bildchen zu kompensieren versucht, zwangsläufig zur Entfremdung.

Und dem Wunsch, aus diesem System auszubrechen, kann eine erfahrungsarme Welt nichts weiter entgegensetzen als einen Pinguin, der auf eine KI-generierte Lidl-Filiale in den Bergen zuwatschelt.

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Das andere «Wort zum Sonntag» oder: Heilige Krieger?

Transition News - 1. März 2026 - 3:42

Man kann das schon ausrufen: «Gott mit uns!» Man kann es sogar gläubigen Herzens ausrufen, wenn man sich sicher ist, dass die eigene Sache zugleich Gottes Weg und Willen ist. Dann möge Er sie segnen, wenn ich und meine Gemeinschaft sie dann auch vollziehen. Aber dieses Denken setzt eben etwas anderes voraus, nämlich das aufrichtige «Wir mit Gott».

Oder als Frage formuliert: Wer zieht und wer wird gezogen? Vorn dran die eigenen Vorsätze und Entschlüsse und unter dem Planwagen dann der Herrgott, der ihnen Schub verleihen möge? Oder zieht da vorne der Geber von Leib und Leben und Segen, und wir lassen uns gerne mitnehmen in das Neue Land, das wir selber erst erahnen?

Sage niemand, das seien nur fromme Gedankenspiele. Das ist Weltpolitik, besonders deutlich in diesen Tagen.

Gehen wir nur eine Woche zurück. Am Sonntag, dem 22. Februar, waren Gouverneure, Richter sowie Mitglieder von Armee und Regierung zu einem Bankett im Weißen Haus zusammengekommen. Das Eingangsgebet sprach kein Geringerer als Verteidigungsminster Pete Hegseth; neben ihm Präsident Donald Trump. Er forderte die Anwesenden auf, sich zum Gebet zu sammeln.

Ich bitte dich, dass du ihnen [den hier Anwesenden] die Weisheit schenkst, um das Richtige zu erkennen, und den Mut, es auch zu tun: Weisheit als die Furcht des Herrn, die Furcht des Herrn als der Quelle allen Wissens und aller Weisheit. Mögen deine ewigen Wahrheiten regieren.
.
Ich wäre nachlässig, wenn ich heute Abend nicht auch für unsere großartigen Truppen beten würde, unsere Männer und Frauen auf der ganzen Welt, die unsere großartige Nation verteidigen wie schon vor 250 Jahren. Herr unser Gott, schütze und behüte sie.
.
In deinem heiligen Namen, Herr Jesus Christus, dem König aller Könige und Herrn aller Herren, beten wir; und segne auch dieses Essen.

Jetzt sind sie also wieder aktiv geworden, die großartigen Truppen, die nun wie vor 250 Jahren ihre großartige Nation verteidigen. Hegseth und Trump schicken sie in den Krieg, und «der Herr unser Gott, er möge sie schützen und bewahren».

Das klingt nach einem göttlichen Weg. Gott geht voran in seinem jahrhundertealten Segen, und gleichwie zur mythischen Urzeit, so folgen auch sie nun diesem gelobten Treck, nur einige Planwagen weiter hinten. Haben ihre Vorfahren im eigenen Land gegen ihre Feinde gekämpft, so tun sie es jetzt «all over the globe». Der eigentliche Feldherr ist ja derselbe geblieben: der «König aller Könige und Herr aller Herren».

Ich zögere sehr, aus dieser impliziten Anfrage eine explizite Beurteilung dieses Gebets zu machen. Das steht mir nicht zu. Jeder verantwortet seine eigenen Worte und seine eigenen Taten. Ich weise nur darauf hin, dass der Grat sehr schmal sein kann zwischen demütigem Anvertrauen und hochmütigem Vereinnahmen. «Wir sind mit Gott auf einem gemeinsamen guten Weg» oder «Gott ist mit uns und unseren vorgefassten Plänen». Der Gott der Bibel, der sich in der Geschichte erweist, steht gegen den Ungeist aller Zeiten, der sich selbst überhöht.

Diese allesentscheidende Trennlinie beider Welten haben nicht nur die Herren Hegseth und Trump zu beachten. Sie in den Blick zu nehmen, stünde auch seinen Mitspielern im heutigen Israel gut zu Gesichte und Geiste.

Es ist nicht statthaft, sich an alten Abrahamsverheißungen zu berauschen, die damals jenem Erzvater ein Land «von dem Strom Ägyptens bis an den großen Strom, den Euphrat» (1. Mose 15,18), zugesagt hatten, nur weil sie gar so schön mit dem eigenen Machtstreben harmonieren wollen, − und darüber ausgerechnet das Erste Gebot zu vergessen, nach dem

«… der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht» (2. Mose 20,7);

egal, wie dessen Titel lauten, welcher Great Nation er vorsteht und wie erwählt er sich selber wähnt.

******************

Das andere «Wort zum Sonntag» vom 22. Februar 2026: Epstein, Epstein, alles muss versteckt sein!

Lothar Mack war als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tätig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die Selbständigkeit geführt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte über Artikel und Begegnungen und ruft in Gottesdiensten und an Kundgebungen zu eigenständigem gläubigem Denken auf. Sein Telegram-Kanal lautet StimmeundWort.

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Ist Deutschland wirklich kriegstüchtig?

Transition News - 1. März 2026 - 0:08

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Apolut. Transition News durfte ihn mit freundlicher Genehmigung des Autors übernehmen.

***

Geboostert und geplustert strotzt unsere Bundesregierung vor Kriegslust. Auch wenn die Regierung der USA gerade ein bisschen die Kriegslust, zumindest was Russland angeht, verdirbt, soll der Germanenzug gen Osten wieder seinen Schwung aufnehmen, den er jetzt über achtzig Jahre so schmerzlich vermissen ließ. Unser geliebter «Verteidigungs»minister Boris Pistorius, der einzige Minister, der den Wechsel von Scholz dem Kahlen zu Merz dem Langen politisch überlebt hat, sagte schon im Jahre 2024 männlich-entschlossen der staunenden Öffentlichkeit des Bundestags: «Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein!» (1) Dreimal Hurra!

An das Serum «kriegstüchtig» haben wir uns nach zwei Jahren nun schon ganz gut gewöhnt. Aber keiner fragt, wie der Pistorius Boris eigentlich auf die Zielmarke des Jahres 2029 gekommen ist? War das locker über den Daumen gepeilt? Oder haben die Berater des wackeren Niedersachsen zur Ermittlung des genauen Knalljahres eine uns geheime Formel verwendet?

Wie auch immer. Wir sollen also ab 2029 in den Krieg gegen die bösen Russen ziehen. Die bösen Russen sind bis jetzt, so zeigt der Ukraine-Krieg uns nur allzu deutlich, erstaunlich leidensbereit und resilient. Der böse Putin musste bislang noch kaum junge Männer zum Kriegsdienst in der Ukraine zwingen. Die jungen Männer melden sich sogar freiwillig für den Dienst an der Waffe in der Ukraine.

Werden unsere jungen deutschen Männer auch freiwillig und jauchzend zu den Waffen eilen, wenn der Boris sie im Jahre 2029 herbeiruft? Das darf bezweifelt werden. Während bei einer Umfrage unter Menschen zwischen 18 und 80 Jahren im Jahre 2025 sage und schreibe 58 Prozent die Wiedereinführung der Wehrpflicht begrüßten, sah das nach dem Grad der persönlichen Betroffenheit doch recht unterschiedlich aus (2).

Während die Alten begeistert der Wehrpflicht zustimmen («Also, mir hat das ja auch nicht geschadet!»), haben die jungen Leute keinen Bock auf Mord und Totschlag. Nur 14 Prozent der Youngster können sich vorstellen, Soldat zu werden. Kaum ein Lebensanfänger möchte im Frost und im Schlamm der Ukraine irgendwelche Projektile um die Ohren gepfiffen bekommen.

Das ersehnte Ziel der Kriegstauglichkeit in schon drei Jahren wirkt auf wache Beobachter wie eine Episode aus Don Quixote und Sancho Pansa. Hat Pistorius womöglich wichtige Komponenten einer professionellen Kriegsvorbereitung vernachlässigt?

Ich erinnere mich, dass Kriegsvorbereitungen für den Ersten und den Zweiten Weltkrieg nach gewissen Grundsätzen abliefen. Erstmal muss die Verkehrsinfrastruktur top in Schuss sein. Und zwar in alle Himmelsrichtungen. Man weiß ja nie, wie sich die Feindlage ändert. Zweitens muss das Humankapital, wie es manche zynische Kreise zu nennen pflegen, also die real existierenden Menschen, mit der Regierung einverstanden sein. Zumindest jedoch mit der Regierung kooperieren können.

Die Menschen müssen zudem gesund und gut motiviert sein. Sie müssen gebildet und kooperativ sein. Sie müssen wissen, wie man am besten in der Gruppe zusammenwirkt. Oftmals lässt sich dieser Konsens über verfeindete Gruppen hinweg nur durch die Erfindung eines gemeinsamen Feindes herstellen. Die Untertanen werden derweil durch gute Laune von Heinz Rühmann und Hans Albers bespaßt.

Neben der gesellschaftlichen Harmonie, der intakten Infrastruktur und dem nötigen Wir-Gefühl ist es aber auch wichtig, dass die Finanzen einigermaßen im Lot sind. Geld muss einen Wert repräsentieren. Geld war damals zwischen den beiden Kriegen noch vornehmlich für Produktion und Handel da. Nicht so sehr, um damit wie heute, Roulette zu spielen. In diesen Fahrwassern der Geldbeschaffung wären die Nazis mit ihrer Hyper-Aufrüstung alleine sicher gescheitert. Wenn ihnen nicht der transatlantisch vernetzte Hjalmar Schacht mit den so genannten Mefo-Wechseln eine gleichermaßen geheime wie parallele Währung hingestellt hätte. Mit seinen Mefo-Wechseln heizte Schacht die Konjunktur an, ohne jemals eine Inflation lostreten zu müssen.

Und was ist anders für Boris P.?

Ich sehe diese gerade aufgezählten Erfolgsmomente vergangener Kriegsvorbereitungen in der Jetztzeit nirgendwo in Anwendung befindlich. Wie ist es mit der Manpower? Also, ich fragte mal einen russischen Freund, ob die Russen nicht Angst hätten vor den Deutschen. Mein Freund lachte und erwiderte:

«Die Deutschen sind doch mRNA-geimpft. Die sind doch geschwächt. Wie sollen die denn noch eine Waffe tragen können?»

Nun, erstens haben die Russen aus bitterer Erfahrung wohl durchaus Angst vor waffentragenden Deutschen. Zweitens dürften nicht nur mRNA-Spritzen Wehrkraft zersetzend wirken. Von dem, was bei den Nazis Pflege der «Volksgesundheit» genannt wurde, ist im Merzenland der Gegenwart nicht viel zu erkennen. Die großen Nahrungskonzerne dürfen ungestraft jede Menge Kristallzucker in die Venen der Deutschen pumpen.

Rauchen schadet zwar der Gesundheit, wird aber trotzdem mit Hochdruck beworben und vermarktet. Der Staat ist ja als Steuereinnehmer der größte Hehler in diesem Spiel. Mit dem Handy organisch verschmelzen, und das schon vor der Geschlechtsreife, ist allgemein akzeptiert. Dass dabei massive kognitive Schädigungen eingepreist sind, stört nicht weiter. Bezahlt ja die Solidargemeinschaft.

Und? Wo sollen die Panzer unserer ruhmreichen Recken ostwärts rattern? Sage und schreibe 130.000 Brücken sind in Deutschland schrottreif (3). So mancher Abrams-Schlitten könnte vor seinem Einsatz bereits von einer kollabierenden Brücke kullern. Ja, und 84 Prozent aller deutschen Unternehmer beklagen sich über besagte verrottete Infrastruktur, die sie massiv einengt und manchmal sogar existentiell bedroht (4).

Den Deutsche-Bahn-Blues wollen wir heute mal nicht anstimmen. Sie kennen die Melodie schon aus eigenem Passions-Erleben. Forschung und Bildung: Exzellenz-Unis saugen alles ab. Die zweite Liga der Unis, mit Abstiegsängsten: tropfende Hörsaaldecken und Drittmittel – im Kniegang nach Karossa, zum spendablen Autokonzern.

Und erst die armen Kinder. Was tun wir ihnen an? Von Geburt an erfahren sie die Welt als diabolische Bedrohung. Die Medien erschlagen die Lebensanfänger mit ausschließlich negativen Botschaften. Ist es da ein Wunder, dass unser Nachwuchs autodestruktiv auf diese Attacke reagiert? Jedes sechste Kind ist übergewichtig oder adipös. Im Laufe des Lebens wird zumindest auf diesem Gebiet immer weiter aufgerüstet, so dass dann zwei Drittel der Erwachsenen übergewichtig oder adipös sind (5).

Rund zehn Millionen Deutsche sind in stärkerem Umfang depressiv (6). Ihre Anzahl hat sich im Laufe der Jahre deutlich vermehrt. Und die Kinder zahlen einen besonders hohen Tribut an den vorherrschenden Negativitäts-Mainstream, wie eine wissenschaftliche Untersuchung zu berichten weiß:

«Die Anzahl stationärer Behandlungen bei Kindern/Jugendlichen unter 15 Jahren hat sich von 2000 bis 2017 verzehnfacht (2000: 410, 2017: 5.790). Im Jahr 2022 waren über 22.600 Jugendliche (10-17 Jahre) stationär.» (7)

Das tut weh. Besonders die Corona-Kampagne hat den Leuten, ob sie es nun zugeben oder nicht, massive Angst eingebläut. Eine Studie unter britischen Zahnärzten zeigt, wie die Menschen ihre massive Angst in die Zähne pressen: «Beispielsweise stieg die Häufigkeit von Zähneknirschen und Kieferpressen von 35% vor der Pandemie auf 47%. Zähneknirschen tagsüber nahm von etwa 17% auf 32% zu. Auch nächtliches Zähneknirschen stieg von 10% auf 36%.» (8)

Und die marktkonforme Zerschredderung des öffentlichen Bildungssektors hat nun schon stolze sechs Millionen funktionale Analphabeten produziert (9). Und wenn Schmalhans Küchenmeister ist, sprich: wenn das Streichorchester des Finanzministers oder Stadtkämmerers wieder die Säge schwingt, verrotten Schwimmbäder und Sportplätze. Kein Geld für Sport, Spiel, Spannung. In über sechzig Prozent aller deutschen Gemeinden ist kein Geld mehr da auch nur für die Erhaltung und Sanierung von Sporthallen und Schwimmbädern (10).

Den noch verbliebenen Sportunterricht verrichten immer mehr nicht dafür ausgebildete Personen. Kein Wunder, dass schon im Jahre 2010 die Hälfte aller damals noch gemusterten Jungmänner als wehruntauglich wieder nach Hause geschickt wurde.

Um schließlich noch einmal zum Faktor des Gemeinschaftsgefühls als Voraussetzung einer erfolgreichen Kriegsvorbereitung zurückzukommen: Es wurde noch nie so viel gespalten und gegeneinander aufgehetzt wie in den letzten fünfzehn Jahren. Junge gegen Alte. Reiche gegen Arme. Corona-Gläubige gegen Corona-Skeptiker. Impffreunde und Impfgegner. Arbeitende gegen Bürgergeldempfänger. Ein visuelles Boulevardblatt erfindet jeden Tag neue Hassobjekte.

Also, kurz und wenig appetitlich: Deutschland erfüllt keine Voraussetzungen, um im Jahre 2029 «kriegstüchtig» zu sein. Es ist weiter entfernt von kollektiven Großanstrengungen als jemals zuvor in seiner Geschichte.

Bis hier hatten wir eine unausgesprochene Grundannahme: dass der nächste Krieg von Menschen erdacht und von Menschen ausgefochten wird. Können wir uns dieser Annahme jetzt noch so ganz sicher fühlen?

Der Kniegang zum Kriegsminister

Die USA sind da schon weiter. Nicht nur, dass der bisherige Verteidigungsminister jetzt ehrlicherweise wieder wie früher «Kriegsminister» heißt. Das ist offenherzig, klopft aber fest, dass der einzige Zweck der Streitkräfte ihr Einsatz im Krieg sein soll.

Der Kriegsminister Pete Hegseth ist ein zackiger Kerl. Auf seiner bisweilen nackten Brust hat sich Hegseth biblische Motive eintätowieren lassen. Unter anderem das «Gott will es!», was auf den von Papst Urban dem Zweiten geprägten Werbeslogan für den Kreuzzug gen Osten verweist. Man sieht dem Hegseth an, dass er es gerne mal ballern hören möchte. Während wehruntaugliche Gestalten wie Senator Lindsay Graham den Pete Hegseth sabbernd anfeuern zu immer neuen kriegerischen Taten, sind die Militärs da deutlich vorsichtiger. Schließlich ist es das Risiko der Militärs, wenn ein Militäreinsatz schiefgehen sollte.

Jener besagte schneidige Kriegsminister Hegseth hat nun den ehrgeizigen Plan, die nächsten 93 Angriffskriege gegen unschuldige Opferstaaten zunehmend von Künstlicher Intelligenz machen zu lassen. Die USA haben es schon seit dem schmählichen Ende des Vietnamkriegs unterlassen, allzu große letale Verluste an Soldaten im eigenen Feldlager zu riskieren. Kriege wurden von nun an nur noch gegen hoffnungslos unterlegene Gegner geführt.

Um dabei immer häufiger mit dem Feuereisen von ihnen angestiftete Brände anzufassen. So wurden die Militär-Abenteuer der Amerikaner seitdem immer ziemlich verlustfrei für die eigene Seite entschieden. Wenn man aber gleichwertige Gegner besiegen will, muss man die eigene Manpower durch autonom arbeitende Kombattanten ersetzen. Soll heißen: intelligente Marschflugkörper, die selbständig ihr Ziel auswählen. Aber langfristig eben auch immer mehr Soldaten durch Roboter ersetzen. Diese Roboter kann man dann auch gegen die eigene revoltierende Bevölkerung einsetzen.

Und so hat Hegseth bereits seit längerer Zeit mit den führenden KI-Anbietern wie zum Beispiel OpenAi oder Gemini oder Grok von Elon Musk kooperiert. Favorit war allerdings die von OpenAI-Dissidenten gegründete Firma Anthropic. Das System von Anthropic mit dem Namen Claude machte das Rennen um die Gunst des eifernden Kriegsministers Hegseth. Das System hat entscheidend dabei geholfen, den venezolanischen Präsidenten Nicolàs Maduro in Caracas zu entführen.

Diese Aktion, bei der Anthropic mit dem Globalschnüffler Palantir kooperiert hat, war für Anthropic-Chef Dario Amodei eigentlich schon grenzwertig. Anthropic entwickelte eine Rote Linie, was gar nicht gehen darf in der KI-Anwendung. Demzufolge darf die Anthropic-KI nicht für die Überwachung der Bevölkerung eingesetzt werden. Weiterhin darf sie nicht eingesetzt werden für autonom agierende Waffensysteme und Roboter. Der Mensch muss nach dieser Richtlinie immer noch die letzte Entscheidungsgewalt haben.

Das passt dem Hegseth nun gar nicht. In beiden Sektoren, Massenüberwachung und Roboter-Kämpfer, will der Kriegsminister tatsächlich auch alles machen, was technisch möglich ist. Ethisch und moralisch motivierte Selbstbeschränkung ist die Sache von Hegseth nicht. Hegseth und seine Leute wollen den modernen KI-Krieg am liebsten mit Anthropic-KI möglich machen. Ein Mitarbeiter im Kriegsministerium bekannte dem Medium Axios bezüglich Anthropic:

«Der einzige Grund, warum wir noch mit diesen Leuten sprechen, ist, dass wir sie brauchen, und zwar sofort. Das Problem für diese Jungs ist, dass sie einfach so gut sind.» (11)

Eine delikate Hassliebe. Man könnte auch sagen: «Willst Du nicht mein Bruder sein, dann hau' ich Dir den Schädel ein.» Wenn Anthropic sich dem Liebeswerben von Hegseth verweigert, hat der geprellte Liebhaber schon gedroht, Anthropic mit allerlei Hemmnissen das Leben schwer zu machen. Andere KI-Unternehmen stehen bereits Schlange, um Anthropic bei den Kriegsspielen des Pete Hegseth zu ersetzen.

Eine schaurige Vorstellung, als fleischlicher Homo Sapiens einem vollkommen seelentoten Kampf-Roboter ausgeliefert zu sein. Doch das Wettrüsten in der Künstlichen Intelligenz wird solche Tendenzen geradezu erzwingen. Wer als Mittelmacht auf den forschen Fortschritt in der kriegerischen Anwendung der Künstlichen Intelligenz nobel verzichtet, landet, wie es kürzlich der kanadische Regierungschef Carney so trefflich in Worte zu fassen wusste, «auf der Speisekarte der Großmächte».

Kommen wir also zu unserer Eingangsfrage zurück: Warum glaubt unser noch-Verteidigungs- und noch-nicht Kriegsminister Boris Pistorius, dass dieses missbrauchte Stück Deutschland mit seinen gleichermaßen kriegsuntauglichen wie kriegsunlustigen Deutschen schon in drei Jahren in irgendeiner Weise «kriegstüchtig» sein könnte? Glaubt er daran, wenn schon das «Humankapital» kriegsuntüchtig bleibt, dann doch den ersehnten Krieg gegen Russland mit Robotersoldaten bestreiten zu können?

Wir haben gesehen: Gehen tut beides nicht. Weder ist Deutschland ohne gravierende Kurskorrekturen für einen Krieg zu gebrauchen, noch stehen uns in drei Jahren irgendwelche KI-Roboter zur Verfügung. Wir haben es also hier lediglich mit einer gigantischen Fehlkalkulation der Bundesregierung zu tun. Deutschland rast munter gegen die Mauer. Und ebenso munter geht es auf die dritte Niederlage in einem Krieg zu. Oder wenn es uns doch mal gelingen sollte, den Zug in das Nirgendwo irgendwo aufzuhalten, wird der volkswirtschaftliche Schaden durch den Kriegsirrsinn dennoch gewaltig bleiben.

***

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw23-de-regierungsbefragung-1002264
(2) https://www.dezim-institut.de/presse/junge-generation-lehnt-wehrdienst-klar-ab-aber-breite-unterstuetzung-fuer-ein-pflicht-gesellschaftsjahr/
(3) https://www.deutschlandfunk.de/infrastruktur-sanierungsstau-bruecke-strasse-strom-schiene-100.html
(4) https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/thomas-puls-edgar-schmitz-marode-infrastruktur-bremst-wirtschaft-staerker-denn-je.html
(5) https://adipositas-gesellschaft.de/bekaempfung-der-adipositas-muss-zentrales-gesundheitspolitisches-anliegen-werden/
(6) (7) https://www.wido.de/news-presse/pressemitteilungen/2024/gesundheitsatlas-depressionen/
(8) https://dentistry.co.uk/2020/11/26/covid-pandemic-increased-bruxism/
(9) www.swr.de/swrkultur/wissen/millionen-analphabeten-wie-erwachsene-richtig-lesen-und-schreiben-lernen-das-wissen-2025-09-06-100.html
(10) https://www.deutschlandfunk.de/studie-belegt-schlechten-zustand-vieler-sportstaetten-in-deutschland-investitionsoffensive-gefordert-100.html?utm_source=chatgpt.com
(11) https://www.axios.com/2026/02/24/anthropic-pentagon-claude-hegseth-dario

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Hermann Ploppa ist Politologe und Publizist. Kürzlich erschien von Ploppa das Buch «Der Neue Feudalismus – Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus». Da Amazon das Buch noch nicht führt, kann es am besten beim Autor bestellt werden unter: liepsenverlag@gmail.com

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Russischer Militärexperte: Frieden in der Ukraine würde Niederlage und politischen Selbstmord für die EU und Selenskyj bedeuten

Transition News - 1. März 2026 - 0:05

Die zahlreichen, oft widersprüchlichen Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einer friedlichen Lösung des Ukraine-Krieges sind laut Boris Roschin, Militärexperte am Center for Military-Political Journalism, ein bewusster Schachzug, um den Konflikt in die Länge zu ziehen und so sein politisches und physisches Überleben zu sichern. Wie Sputnik berichtet, erklärte Roschin:

«Eine Friedenslösung unter den derzeitigen Bedingungen würde im Wesentlichen eine Niederlage für die Ukraine und die EU in diesem Stellvertreterkrieg [gegen Russland] bedeuten. Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben enorme politische und wirtschaftliche Ressourcen investiert, aber ihre Ziele nicht erreicht. Stattdessen hat sich ihre Abhängigkeit von den USA nur noch verstärkt, und die Ablehnung billiger russischer Energie hat die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft untergraben.»

Im Falle einer friedlichen Lösung der Ukraine-Krise würde daher laut dem Militärexperten die politische Stabilität der Regierungen der Länder, die Selenskyj am stärksten unterstützt haben – Großbritannien, Frankreich und Deutschland –, in Frage gestellt werden.

Ein schneller Frieden sei das Letzte, was die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen, so Roschin. Für sie sei die Schürung der «russischen Bedrohung» eine praktische politische Rettungsleine – eine Möglichkeit, von Fabrikschließungen, Bauernprotesten und den Folgen ihrer eigenen gescheiterten Politik abzulenken. Dies sei ein bekanntes Drehbuch, das erstmals 2014 in der Ukraine angewendet und nun nach Europa importiert worden sei.

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15 US-Bundesstaaten verklagen Gesundheitsministerium wegen Reduzierung der Impfempfehlungen

Transition News - 1. März 2026 - 0:02

Fünfzehn von Demokraten regierte US-Bundesstaaten haben angekündigt, das Gesundheitsministerium (HHS) wegen der jüngsten Änderungen der bundesweiten Impfempfehlungen zu verklagen. Zu diesen Staaten gehören Arizona, Kalifornien, Colorado, Connecticut, Delaware, Maine, Maryland, Michigan, Minnesota, New Jersey, New Mexico, Oregon, Rhode Island, Wisconsin und Pennsylvania.

Die Klage fordert das US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens auf, die Entscheidung des Gesundheitsministeriums vom Januar 2026 aufzuheben. Diese sieht vor, die Anzahl der von der Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) empfohlenen Impfungen für Kinder von 17 auf 11 Krankheiten zu reduzieren.

Die Bundesstaaten fordern das Gericht außerdem auf, die vom Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. im vergangenen Juni ernannten Mitglieder des CDC-Impfgremiums abzuberufen. HHS-Pressesprecherin Emily G. Hilliard verteidigte das Vorgehen Kennedys gegenüber dem Portal The Defender und bezeichnete den Fall als «PR-Gag im Gewand einer Klage». Sie erklärte:

«Laut Gesetz hat der Gesundheitsminister die eindeutige Befugnis, Entscheidungen über den CDC-Impfplan und die Zusammensetzung des Beratungsausschusses für Impfpraktiken zu treffen. Die Reformen des CDC-Impfplans spiegeln eine vernünftige Gesundheitspolitik wider, die auch in anderen entwickelten Ländern Anwendung findet.»

Mary Holland, Geschäftsführerin von Children's Health Defense (CHD), erklärte, die Klagepunkte seien «im Wesentlichen identisch» mit denen, die von der American Academy of Pediatrics (AAP) in ihrer Klage gegen das Gesundheitsministerium angeführt werden.

Die AAP und andere medizinische Organisationen hatten Kennedy und sein Ministerium vor einem Bundesgericht in Massachusetts verklagt, um die Änderungen des Impfplans zu verhindern. Auch wurde gefordert, den von Kennedy eingesetzten Beratenden Ausschuss für Impfpraktiken (ACIP) aufzulösen.

Die neue Klage richtet sich gegen das HHS, Kennedy, die CDC und deren amtierenden Direktor, Dr. med. Jay Bhattacharya. Children's Health Defense strebt eine Intervention im AAP-Verfahren an.

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Roter Halbmond: Mehr als 200 Tote nach Angriffen in Iran

Bei dem US-amerikanisch-israelischen Angriffskrieg gegen Iran sind nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds mindestens 201 Menschen getötet worden. Rund 750 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Rote Halbmond nach einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Isna am Samstagabend mit. Von den 31 Provinzen des Landes waren demnach 24 von den Angriffen betroffen. Der Rote Halbmond sei in allen betroffenen Gebieten im Einsatz.

Bei mindestens 85 der Opfer handelte es sich um Schülerinnen. Sie wurden bei einem Raketenangriff auf eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan im Süden Irans getötet, berichtete Irna. Mehr als weitere 90 Schülerinnen seien verletzt worden. 

 


Norwegen verurteilt Angriffe als völkerrechtswidrig

Israel und die USA hatten am Samstagmorgen gemeinsam Luftangriffe gegen Iran gestartet, Teheran antwortete mit Gegenangriffen auf US-Einrichtungen in verschiedenen Ländern der Region. Norwegen hat die Aggression als völkerrechtswidrig verurteilt. Israel habe die Angriffe als Präventivschlag bezeichnet, was „jedoch nicht dem Völkerrecht entspricht“, erklärte der norwegische Außenminister Espen Barth Eide der Nachrichtenagentur AFP. „Ein Präventivschlag würde das Vorliegen einer unmittelbaren Bedrohung voraussetzen“, so Eide. „Wir rufen alle Parteien dazu auf, Zurückhaltung zu üben und die Möglichkeiten einer diplomatischen Lösung des Konflikts nicht aufzugeben“, fügte er hinzu.

https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/iran-greift-us-stellungen-in-hewler-an-explosionen-nahe-konsulat-50497

 

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Kurdische Frauenkulturtage: Kunst als Raum für Widerstand und Erinnerung

Mit einem kreativen Workshop ist der zweite Tag der Kurdischen Frauenkulturtage in der Alten Münze in Berlin fortgesetzt worden. Unter der Leitung der Künstlerin Mahin Khodayari setzten sich die Teilnehmenden mit der Technik des Monoprintings auseinander und gestalteten konzeptuelle Porträts, inspiriert von Frauen, ihren Kämpfen, ihrer Stärke und ihren oft unerzählten Geschichten.

Für die Drucke wurden recycelte Tetra-Pak-Kartons als Druckplatten verwendet. Das Monoprinting-Verfahren, bei dem Farbe von einer glatten Oberfläche direkt auf Papier übertragen wird, erzeugt stets ein Unikat. Die künstlerische Arbeit wurde dabei bewusst mit Fragen von Identität, Erinnerung und Solidarität verknüpft. Der Workshop bot Raum für Austausch und persönliche Reflexion in einem kollektiven Rahmen.

 


Parallel dazu war die Ausstellung mit Werken kurdischer Künstlerinnen weiterhin für das Publikum geöffnet. Die Kombination aus Ausstellung und Workshop unterstrich den Anspruch der Kulturtage, künstlerische Praxis mit gesellschaftlicher Positionierung zu verbinden.

Kunst zwischen Herkunft und Gegenwart

Mahin Khodayari ist Grafik- und Medienkünstlerin und stammt aus Kirmaşan in Rojhilat. Ihre Arbeit verbindet visuelle Kommunikation, zeitgenössische Medienkunst und traditionelle Musik. Als Tanbur-Spielerin schöpft sie aus dem musikalischen Erbe ihrer Heimatregion. In Berlin lebt und arbeitet sie als Kunst- und Musikpädagogin und verbindet in ihren Projekten kulturelle Wurzeln mit experimentellen Ausdrucksformen.

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Breites Programm bis zum 7. März

Die Kurdischen Frauenkulturtage werden von mehreren Organisationen getragen, darunter Dest Dan Frauenrat e.V., Hunera Mizgîn, Jinên Koma Feraşîn û Delîl Çiyager, Jinên Ciwan Berlin, KJAR sowie das Kurdische Frauenbüro für Frieden – Cênî e.V. Ziel der Kulturtage ist es, kurdische Frauenkunst sichtbar zu machen und Räume für Austausch, Vernetzung und politische Selbstverortung zu eröffnen.

Am Sonntag endet die Ausstellung in der Alten Münze; parallel findet ein weiterer Workshop von Jinên Ciwan Berlin statt. Am 4. März folgt ein Abend unter dem Titel „Govenda Kurdî“ mit kurdischen Folkloretänzen. Der 6. März ist Dengbêj û Siyaçemane Hewreman gewidmet. Dabei werden verschiedene traditionelle kurdische Gesangsstile präsentiert.

Den Abschluss bildet am 7. März ein Filmabend mit Werken von Hêvî Nîmat Gatar und Bêrîvan Saruhan. Mit diesem Programm endet die Veranstaltungsreihe, bevor sich die Organisatorinnen dem Internationalen Frauenkampftag am 8. März widmen.

https://deutsch.anf-news.com/frauen/kurdische-frauenkulturtage-in-berlin-mit-kunstausstellung-eroffnet-50492

 

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Solidarität mit Frauen in Rojava: Benefizkonzert in Köln

Im Kulturbunker Köln-Mülheim hat die kurdische Fraueninitiative Zenda ein Benefizkonzert zugunsten der Stiftung der freien Frau in Syrien (WJAS) veranstaltet. Mehr als 200 Besucher:innen folgten der Einladung am Freitagabend, um Solidarität mit den Frauen in Nordostsyrien zu zeigen und Spenden für humanitäre, Bildungs- und Schutzprojekte zu sammeln.

Die Veranstaltung verband musikalische Beiträge mit politischen Wortmeldungen zur aktuellen Situation in der Region. Auf der Bühne standen die Musikerinnen Dîlan Top, Donya Solaimani sowie die Dengbêj-Sängerin Filiz Yildiz, die mit traditionellen und zeitgenössischen Liedern den Abend prägten.

Ergänzt wurde das Programm durch Redebeiträge der stellvertretenden Kölner Bürgermeisterin Derya Karadag sowie der Künstlerin Havin Al Sindy. In ihren Beiträgen gingen sie auf die angespannte Lage in Rojava ein und betonten die Bedeutung internationaler Solidarität mit Frauen, die sich unter schwierigen Bedingungen für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe einsetzen.

 


Initiative im Aufbau

Die Initiative Zenda versteht sich als Zusammenschluss von Frauen im Aufbau. Sie orientiert sich an den Prinzipien „Jin, Jiyan, Azadî“ („Frauen, Leben, Freiheit“) und engagiert sich für Frauenrechte sowie gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Austausch, Vernetzung und Unterstützung von Frauen mit Migrations- und Fluchtgeschichte.

Das Benefizkonzert sollte nicht nur finanzielle Mittel für konkrete Projekte der WJAS sammeln, sondern auch einen Raum für Begegnung und politische Aufklärung schaffen. Nach Angaben der Organisatorinnen sei es gelungen, Kultur, Information und praktische Solidarität miteinander zu verbinden.

Mit der Veranstaltung setzten die Initiatorinnen ein Zeichen dafür, dass die Situation von Frauen in Nordostsyrien auch in der Diaspora Aufmerksamkeit findet – und dass zivilgesellschaftliche Unterstützung über Ländergrenzen hinweg organisiert werden kann.

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https://deutsch.anf-news.com/frauen/voices-of-rojava-benefizkonzert-in-koln-sammelt-spenden-fur-frauenprojekte-50385

 

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Posing mit Kopfern von NS-Opfern: Erinnerungsspezialistinnen auf Reisen…

Deutschland nimmt seine Erinnerungskultur bekanntlich sehr ernst, wobei das Motto “Wir haben aus unserer Vergangenheit gelernt!” flexibel ausgelegt werden darf. Vor allem links der Mitte hütet man eifersüchtig das Monopol über die erlaubten Anwendungsgebiete der moralischen Empörung; es wäre schließlich noch schöner, wenn sich jedermann nach Belieben durch aktuelle politische Ereignisse an den Nationalsozialismus erinnert […]

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