Externe Ticker

Nordeuropa bereitet sich auf Unbekanntes vor: Bestattungsunternehmen kaufen Land, Behörden lagern Getreide, Zivilschutzübungen nehmen zu

Transition News - 12. September 2026 - 0:05

Schweden, Finnland und Norwegen bereiten sich schon seit geraumer Zeit sehr ernsthaft auf den Fall vor, dass plötzlich ein unvorhergesehenes Ereignis von großem Ausmaß eintritt. Wie das spanische Portal El Economista berichtet, haben die nordischen Länder einen Gedanken wieder aufgegriffen, den weite Teile Europas nach dem Ende des Kalten Krieges verworfen hatten: Eine hochentwickelte Gesellschaft muss darauf vorbereitet sein, auch dann zu funktionieren, wenn die Strukturen, die den Alltag tragen, vorübergehend ausfallen.

Es gehe dabei nicht zwangsläufig um Kriegsvorbereitungen oder Panikmache, sondern schlicht um Vorsorge, betont El Economista. Als mögliche Ereignisse führt das Portal großflächige Stromausfälle, Extremstürme, Cyberangriffe, Unterbrechungen der Wasserversorgung oder Logistikkrisen an.

Deshalb würden Finnland, Schweden und Norwegen ihre Widerstandsfähigkeit durch eine Strategie der «totalen Verteidigung» stärken, die Staat, Unternehmen und die Bürger selbst einbeziehe. Dazu gehören zum Beispiel Maßnahmen wie das Anlegen von Getreide- und Lebensmittelvorräten. So hat Norwegen kürzlich die öffentliche Getreidelagerung wieder eingeführt, die 2003 aufgegeben worden war. Und Schweden hat im Haushalt für 2026 Mittel in Höhe von 575 Millionen Kronen (etwa 51 Millionen Euro) für den Aufbau von Notreserven im Norden des Landes vorgesehen.

Der schwedische Minister für Zivilschutz, Carl-Oskar Bohlin, fasste das Vorhaben unter einem zentralen Aspekt zusammen: Jeder Haushalt sollte in der Lage sein, «auch in Krisenzeiten Essen auf den Tisch zu bringen». Durch die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen könnten nach Angaben der schwedischen Landwirtschaftsbehörde zwischen 90 und 95 % der Bevölkerung drei Monate lang – im Wesentlichen auf der Basis von Getreide – überleben, ohne Mangelerscheinungen zu erleiden.

Die größte Zivilschutzübung

Die zweite Säule der Krisenvorsorge besteht laut El Economista darin, zu lernen, wie man sich im Notfall verhält. Finnland hat deshalb in Kuopio eine Übung durchgeführt, die Euronews als «die größte Zivilschutzübung in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs» bezeichnete. Mehr als 2.000 Personen – darunter Freiwillige, Studierende und Militärangehörige – nahmen an einem äußerst komplexen Szenario teil. Dabei wurde eine Lage simuliert, in der Cyberangriffe kritische Infrastrukturen wie die Strom- und Wasserversorgung lahmgelegt hatten, während gleichzeitig die Bedrohung durch Raketenangriffe bestand.

Schweden bezieht in diese Planung noch ein anderes Szenarium ein: den Umgang mit einer Situation, in der Tausende von Menschen ums Leben kommen. Im Mai wurde deshalb das Manöver «Aurora 26» organisiert, bei dem Verfahren für den Umgang mit Todesopfern in einem groß angelegten Konflikt erprobt wurden. El Economista zufolge arbeiteten Mitarbeiter der lutherischen Kirche dabei mit Hunderten von Leichensäcken, sie registrierten Identitäten und übten die Abstimmung mit dem Standesamt, ausländischen Botschaften sowie – gegebenenfalls – dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz.

Obendrein wird in Schweden die Sicherung von Flächen speziell für Verstorbene vorangetrieben. Verbände der Bestattungsbranche setzen gemeinsam mit den schwedischen Behörden Empfehlungen um, die eine ausreichende Friedhofsfläche für eine außergewöhnliche Sterberate von 5 % der jeweiligen Gemeindebevölkerung vorsehen. In Göteborg wurden laut El Economista zusätzliche 40.000 Quadratmeter Land erworben, die Platz für rund 30.000 Bestattungen bieten sollen. Diese Fläche kommt zu den etwa 60.000 Quadratmetern hinzu, die für den normalen Bedarf benötigt werden. Gerechtfertigt wird diese Maßnahme mit dem Umstand, dass die Anlage neuer Friedhöfe aufgrund städtebaulicher und administrativer Erfordernisse viele Jahre in Anspruch nehmen kann.

Kategorien: Externe Ticker

Filmfestival Venedig: 25 Minuten stehende Ovationen für Doku über Gaza

Transition News - 12. September 2026 - 0:04

In dem Dokumentarfilm «Naza» sprechen 24 Offiziere und Soldaten des israelischen Geheimdienstes über ihre Erfahrungen während des Gaza-Kriegs. Wie L'Espresso berichtet, haben die israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor drei Jahre gebraucht, um sie zum Reden zu bewegen. Der Film wurde zusammen mit den investigativen Journalisten des Guardian sowie den Recherchepartnern +972 Magazine und Local Call produziert.

Laut der Zeitschrift schaffte er es praktisch im letzten Moment in den Wettbewerb der Filmfestspiele in Venedig. Die offizielle Projektion sei mit 25 Minuten ununterbrochenem Applaus geehrt worden. Dabei handle es sich um die längste stehende Ovation, die jemals bei den Filmfestspielen verzeichnet worden sei – noch länger als die für «The Voice of Hind Rajab» im vergangenen Jahr.

Wie L'Espresso informiert, ist «Naza» das Kürzel, mit dem das israelische Militär die voraussichtlichen zivilen Opfer bezeichnet, noch bevor ein Angriff gestartet wird. Die interviewten Männer erzählen, wie diese keineswegs improvisierte Berechnung funktioniert: Von der ständigen Überwachung der palästinensischen Telefonanschlüsse über die Kartierung der Wohnhäuser, die schon lange vor dem 7. Oktober 2023 fertig war, bis hin zum Warten darauf, dass ein Ziel nach Hause zurückkehrt, weil es effizienter ist, das Gebäude mit seiner darin befindlichen Familie zu treffen, als ihn woanders zu verfolgen.

Sie berichten demnach von Bombardierungen, die beim kleinsten Lebenszeichen unter den Trümmern ausgelöst wurden, von unbestatteten Leichen und von Schüssen auf Menschen, die aus der Essensschlange traten. Sie täten dies in Tönen, die zwischen technisch und verstörend schwanken: Da sei jemand, der sich als bloßer Befehlsempfänger bezeichnet; jemand anderes, der zugibt, dass es ihm Spaß gemacht habe; und noch jemand, der sich die Frage aller Fragen gestellt habe: «Wenn die Nazis das absolute Böse repräsentieren, was sind dann wir?». Einer habe ohne Zögern mit Ja geantwortet, als der Regisseur ihn gefragt habe, ob das, was er gesehen hat, ein Völkermord sei.

Abraham erklärte am Lido von Venedig die Entscheidung, genau die Verantwortlichen dieses Systems sprechen zu lassen, so:

«Die Beweise sind bereits reichlich vorhanden, aber die Zeugenaussagen derer zu hören, die diese Systeme betrieben und entworfen haben, macht es schwerer, die Fakten zu leugnen. Wir als Israeliten befinden uns in einer privilegierten Position, die es uns ermöglicht, uns auf dieses System zu beziehen, dem wir uns widersetzen, weil wir es für ungerecht halten.»

Rachel Szor fügte hinzu, dass das Schweigen, das gebrochen werden müsse, nicht nur die israelische Gesellschaft betreffe, sondern auch Europa und die Vereinigten Staaten.

Auf die Frage nach einer möglichen historischen Parallele zitierte Abraham laut L'Espresso Primo Levi und das Konzept der Dehumanisierung, wiewohl er die Distanz zwischen den beiden Ereignissen präzisierte:

«Es gibt viele Unterschiede zwischen dem Holocaust und dem, was in Gaza passiert, aber die Muster der Dehumanisierung sind ähnlich.»

Die Zeitschrift weist darauf hin, dass der Film auch von Jonathan Glazer produziert wurde, dem Oscar-prämierten Regisseur von «The Zone of Interest» über die Schrecken von Auschwitz. Dank dieses Details hätten die Regisseure auch jeglichem Vorwurf des Antisemitismus zuvorkommen ihn zurückweisen können.

Auch der israelische Sänger Ghali sei im Publikum der Sala Grande gewesen. Er stelle sich seit Jahren offen auf die Seite der palästinensischen Sache. Er habe entschieden, keinen roten Teppichen oder anderen Events der Festspiele beizuwohnen, und mitgeteilt:

«Ich bin auf persönlicher Basis gekommen, um ‹Naza› zu sehen. Meiner Meinung nach sollten ihn alle sehen.»

Einige Stunden später habe er diese Botschaft über die sozialen Medien an seine Fans geschickt:

«Die Kunst ist immer noch in der Lage, jedes Schweigen und jede Zensur zu überwinden. Es ist wichtig, dass alle diesen Dokumentarfilm sehen, und ich halte es für notwendig, dass Lehrer und Professoren den Raum finden, das, was in Palästina geschieht, zu vertiefen. Zögert nicht, eure Lehrer Dinge zu fragen, besonders eure Geschichtslehrer.»

Kategorien: Externe Ticker

Seuchenbehörde CDC lehnt neuen mRNA-Grippeimpfstoff von Moderna ab

Transition News - 12. September 2026 - 0:03

Herber Rückschlag für Moderna: Die US-amerikanische Seuchenbehörde CDC hat den mRNA-Grippeimpfstoff des Unternehmens nicht in die Liste der Optionen für die bevorstehende Grippesaison aufgenommen. Diese Nichtberücksichtigung erfolgt kaum einen Monat, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA mFLUSIVA für Erwachsene ab 50 Jahren zuließ, und Wochen nachdem die australische Investigativjournalistin Maryanne Demasi – ebenso wie diverse Wissenschaftler – erstmals auf ein statistisch signifikantes Sicherheitssignal in der entscheidenden Zulassungsstudie hingewiesen hatten.

Wie Demasi mitteilt, die sich wegen der Zulassung des neuen Moderna-mrNA-«Impfung» mehrfach an die Seuchenbehörde gewandt, aber keine Antwort erhalten hatte, greift die CDC nun auf die Richtlinien des Vorjahres zurück, anstatt neue Empfehlungen für Grippeimpfstoffe für die Saison 2026/27 herauszugeben. Mit dem Verweis darauf, dass es «rechtliche Unwägbarkeiten und Rückfragen» gegeben habe.

Demasi kritisiert allerdings, dass die CDC sich nicht grundsätzlich von der Grippeimpfung abgewandt habe. Sie empfehle auch weiterhin eine jährliche Grippeimpfung für alle Personen ab einem Alter von sechs Monaten, von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Für Personen unter 65 Jahren gibt es laut Behörde keine Präferenz zwischen den drei Impfstofftypen: inaktivierte, rekombinante oder Lebendimpfstoffe (attenuierte Viren). Für Personen ab 65 Jahren wird bevorzugt Fluzone High-Dose, Flublok Recombinant oder Fluad Adjuvanted empfohlen. Sollte keines dieser Präparate verfügbar sein, sollte ein anderer altersgerechter Grippeimpfstoff verabreicht werden.

Modernas «Impfstoff» mFLUSIVA fehlt jedoch. Allerdings zählt das Produkt gut Demasi auch weiterhin auf den Haftungsschutz gemäß dem «Vaccine Act» (Gesetz zur Entschädigung bei Impfschäden). Auf der im letzten Monat aktualisierten Regierungswebsite heiße es jedenfalls, dass das Entschädigungsprogramm für Impfschäden (Vaccine Injury Compensation Program) «alle saisonalen Grippeimpfstoffe» abdecke.

Trotzdem stuft Demasi diesen Rückschlag für Moderna als bedeutsam ein. Denn mFLUSIVA stelle die wichtigste Erweiterung der Technologieplattform des Unternehmens auf den Bereich der saisonalen Grippe dar. Nun komme der mRNA-«Impfstoff« ohne eine produktspezifische CDC-Empfehlung auf den Markt – und das inmitten einer zunehmenden politischen und behördlichen Überprüfung der mRNA-Technologie.

Kategorien: Externe Ticker

Immer mehr Bürger misstrauen der EU

Transition News - 12. September 2026 - 0:03

Die Kritik an der EU hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Korruptionsskandale und Kriegstreiberei haben das Vertrauen in dieses politische System erschüttert. Hinzu kommt, dass Ursula von der Leyens EU-Kommission den Eindruck erweckt, eher im Sinne globalistischer Interessen zu regieren als für das Wohl des Volks.

Auch dem «European Council on Foreign Relations» (ECFR) scheint aufgefallen zu sein, dass der Ruf der EU angeschlagen ist. Wie das Portal Lost in Europe berichtet, wurden deshalb 6.000 Interviews in sechs EU-Ländern durchgeführt, und aufgrund der ernüchternden Ergebnisse spricht der Thinktank ECFR von einer «Nostalgie der Zukunft».

Die befragten EU-Bürger machen sich Sorgen um ihr Land und haben Mühe, sich eine (gute) Zukunft für die EU vorzustellen. Die von einer KI moderierten Interviews ergaben, dass fast drei Viertel der Menschen glauben, Europa gehe nicht gut mit der «Polykrise» um. 56 Prozent sind der Meinung, Europas Zukunft sei «in Gefahr». Eine Aufbruchstimmung spüren nur zwölf Prozent. Der ECFR schreibt:

«Das wichtigste Ergebnis der Untersuchung ist, dass viele Europäer eine ‹Vorstellungslücke› haben. Ein Großteil der Befragten – insbesondere innerhalb einer bedeutenden Gruppe, die wir als ‹Unentschlossene› bezeichnen – wünscht sich ein stärkeres, integrierteres und unabhängigeres Europa. Oft fällt es ihnen jedoch schwer, sich einen glaubwürdigen Weg von den heutigen Umbrüchen hin zu diesem Ziel vorzustellen. Die ergänzende Untersuchung zeigt, dass diese Lücke zu einer Zeit besteht, in der Europa und die EU in der öffentlichen Debatte an Bedeutung gewinnen und zunehmend politisiert werden.»

«Europa» tauche im politischen Diskurs immer öfter als Reizwort auf, genau wie «Brüssel», stellte der ECFR fest. Lost in Europe konstatiert diesbezüglich:

«Das ist nicht erstaunlich – denn die EU-Granden wissen selbst nicht, wie es weiter geht. Die ‹Finalität› – also das Ziel der europäischen Integration – ist offener denn je, nachdem die EU zur Militärunion umgebaut wurde. Früher ging es um Wohlstand und Frieden, heute um Wirtschaftskrise(n) und Krieg. Der Laden in Brüssel wird nur noch durch das Feindbild Russland zusammengehalten; sogar die geplante Erweiterung spaltet die ‹Union›. Wen wundert's angesichts der desolaten Lage? Eine Studie hätte es dafür nicht gebraucht.»

Kategorien: Externe Ticker

Niederlande: Größte CO2-Abscheidungsanlage Europas eröffnet

Transition News - 12. September 2026 - 0:01

In den Niederlanden wurde die größte CO2-Abscheidungsanlage eröffnet. Entwickelt wurde diese vom norwegischen Düngemittelkonzern Yara International. Die Anlage zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in Sluiskil in der südlichen niederländischen Provinz Zeeland soll die Emissionen an einem der größten Düngemittelstandorte Europas senken und das abgeschiedene CO2 nach Norwegen transportieren.

Ab 2026 will Yara Sluiskil bis zu 800.000 Tonnen CO2 pro Jahr abscheiden und verflüssigen. Das CO2 wird vom Transport- und Speicherbetreiber Northern Lights transportiert und 2,6 km (1,6 Meilen) unter dem Meeresboden auf dem norwegischen Kontinentalschelf gespeichert.

Über 15 Jahre erwartet Yara, an dem Standort rund zwölf Millionen Tonnen CO2 zu entfernen. Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Stoere erklärte, das Projekt in Sluiskil biete eine Lösung, die sowohl wissenschaftlich fortschrittlich als auch wirtschaftlich tragfähig sei:

«Unsere Klimaherausforderung liegt in der Industrie, weil dort die Kombination aus Arbeit, Kapital und Technologie zu finden ist. Und natürlich spielt Energie dabei eine zentrale Rolle. Als moderne Energienationen – die Niederlande stehen dabei an erster Stelle – ist das der richtige Weg.»

Die EU will CO2-Abscheidungstechnologie einsetzen, um ihr Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen, insbesondere bei Industrieprozessen wie der Chemieproduktion, für die kohlenstoffarme Alternativen bislang nicht verfügbar sind.

Die Technologie tue sich in Europa jedoch seit Jahrzehnten schwer – wegen Zweifeln an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und wegen Widerstands von Umweltaktivisten sowie einiger Regierungen, teilt das Portal Europe Says mit. Kritiker würden argumentieren, CCS könne es Unternehmen ermöglichen, weiterhin Öl und Gas zu fördern, während sie versprechen, Emissionen künftig abzufangen.

Kategorien: Externe Ticker

Justizversagen mit Ansage: Wo ist der gesunde Menschenverstand geblieben?

Transition News - 12. September 2026 - 0:00

Eine 14-Jährige erfindet Missbrauchsvorwürfe. Sie beschuldigt ihre Mutter und ihren Stiefvater, sie sexuell missbraucht und geschlagen zu haben. Jahre später gesteht sie aus eigenem Antrieb: Alles war gelogen. Die beiden Erwachsenen saßen da längst im Gefängnis. Ein Totalversagen der Zürcher Justiz. Das Zürcher Obergericht hob die Schuldsprüche inzwischen auf. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Denn die Hinweise auf die Unzuverlässigkeit der Jugendlichen lagen offenbar offen auf dem Tisch. Lehrer beschrieben sie als häufige Lügnerin. Bereits im Alter von 13 Jahren hatte sie ähnliche Vorwürfe erhoben, war in einem Mädchenhaus untergebracht worden und hatte danach eingeräumt, gelogen zu haben. Sie berichtete von Stimmen in ihrem Kopf und bedrohlichen Gestalten. Bei Selbstverletzungen hatte sie das Ausmaß ihrer Verletzungen offenbar ebenfalls übertrieben dargestellt. Das waren keine belanglosen Nebensächlichkeiten. Das waren Warnsignale.

Doch ein 220-seitiges Gutachten, erstellt von einem vierköpfigen Team und mit 39.000 Franken bezahlt, stufte ihre Aussagen als glaubhaft ein. Die Widersprüche wurden nicht zum Anlass genommen, die Lügenhypothese ernsthaft zu prüfen. Stattdessen wurden sie offenbar passend gemacht: Die Geistergestalten seien kulturell erklärbar, die Lügen in der Schule zu unspezifisch, die Übertreibungen bei den Verletzungen Ausdruck innerer Not. Nur bei den Vorwürfen gegen Mutter und Stiefvater sollte plötzlich alles stimmen. Wo ist hier der gesunde Menschenverstand geblieben? Und das alte Bonmot: «Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht»?

Ein Gutachten ist kein Orakel. Es kann keine Wahrheit aussprechen, sondern lediglich Wahrscheinlichkeiten bewerten. Genau darauf weist auch der im Bericht von 20 Minuten zitierte Rechtspsychologe Kenan Alkan-Mewes hin: Gutachter formulieren Wahrscheinlichkeiten – keine Tatsachen –, wenn man sein Fachchinesisch richtig versteht. Gerade deshalb müssen alternative Erklärungen sorgfältig geprüft werden. Dazu gehört zwingend auch die Möglichkeit, dass eine Aussage erfunden wurde.

Doch was geschah im konkreten Fall? Die Warnzeichen wurden nicht konsequent untersucht, sondern relativiert. Die Gerichte übernahmen die Einschätzung der Gutachter. Das Bezirksgericht verurteilte den Stiefvater zu 36 Monaten und die Mutter zu 22 Monaten Gefängnis. Das Obergericht verschärfte die Strafen sogar noch: 50 Monate für den Stiefvater, 47 Monate für die Mutter.

Die Richter erklärten die beteiligten Gutachter zu «ausgewiesenen Experten». Aber Expertise schützt nicht vor Irrtum. Und ein Gericht darf sich nicht hinter Experten verstecken, wenn die Faktenlage Zweifel aufdrängt. Es hätte die Aufgabe der Justiz sein müssen, die Aussagen kritisch zu prüfen. Nicht, sie um jeden Preis zu bestätigen.

Besonders erschütternd ist, dass die Jugendliche schon früher eingeräumt hatte, gelogen zu haben. Sie erklärte später, sie habe ursprünglich nur mehr Freiheiten gewollt und sich dann aus Angst vor den Konsequenzen immer tiefer in ihre Geschichte verstrickt. Währenddessen wurden ihre Mutter und ihr Stiefvater in Untersuchungshaft genommen. Die jüngeren Kinder der Mutter kamen in Fremdplatzierung. Eine einzige erfundene Geschichte setzte eine ganze Maschinerie in Gang. Und diese Maschinerie ließ sich offenbar nicht mehr stoppen.

Das ist der Kern dieses Justizskandals: Nicht nur ein Mädchen hat gelogen. Auch ein System hat versagt – ein System, das seine eigenen Zweifel offenbar nicht ernst genug nahm. Vielleicht aus falsch verstandener politischer Korrektheit des türkischen Migrationshintergrundes wegen?

Die Justiz muss Opfer schützen. Aber sie muss ebenso verhindern, dass Unschuldige durch falsche Anschuldigungen vernichtet werden. Wer nur die Möglichkeit eines Missbrauchs sieht, aber die Möglichkeit einer Falschbeschuldigung ausblendet, handelt nicht neutral. Er handelt einseitig.

Der Fall zeigt, wie gefährlich es wird, wenn Gutachter nach Bestätigungen suchen, statt Hypothesen ergebnisoffen zu prüfen. Und er zeigt, wie fatal es ist, wenn Richter eine Expertise als Ersatz für eigenes Denken verwenden.

Für die verlorenen Jahre ist eine Genugtuung von rund 240.000 Franken im Gespräch. Doch kein Geld kann die Haft, die zerstörte Familie und das verlorene Vertrauen in den Rechtsstaat ungeschehen machen.

Die Jugendliche selbst blieb wegen der Verjährung ohne strafrechtliche Folgen. Auch das wirft Fragen auf. Während zwei Menschen für erfundene Vorwürfe jahrelang ihre Freiheit verloren, endet das Verfahren gegen die Urheberin der infamen Lüge ohne Konsequenzen.

Am Ende bleibt deshalb mehr als ein tragischer Einzelfall. Es bleibt die Frage nach der Verantwortung von Gutachtern, Staatsanwälten und Richtern. Warum wurden die Warnsignale ignoriert? Warum wurde der Lügenhypothese nicht das gleiche Gewicht gegeben wie der Missbrauchsbehauptung? Und warum musste erst ein Geständnis nach Jahren kommen, damit die Justiz das Offensichtliche erkannte? Wo ist der gesunde Menschenverstand geblieben?

Kategorien: Externe Ticker

Gedenken an Gefallene des kurdischen Freiheitskampfes in Istanbul

In Istanbul ist in mehreren Stadtteilen der Gefallenen des kurdischen Befreiungskampfes gedacht worden. Die von MEBYA-DER organisierten Veranstaltungen fanden in Zeytinburnu, Kağıthane, Sancaktepe und Esenler statt. Neben Angehörigen beteiligten sich Vertreter:innen politischer Parteien und demokratischer Organisationen sowie zahlreiche weitere Menschen.

Bei den Veranstaltungen wurde mit Fotos und Filmbeiträgen an das Leben der Gefallenen erinnert. Angehörige und Teilnehmende bekräftigten, ihre Erinnerung und die Ziele ihres Widerstands weiterzutragen.

 

Sancaktepe

Kurt: „Wir stehen in ihrer Schuld“

Bei der Gedenkveranstaltung in Zeytinburnu stellte der Ko-Vorsitzende von MEBYA-DER, Ilhami Kurt, eine Verbindung zur gegenwärtigen politischen Entwicklung her. „Der Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft hat auch durch diese Gefallenen die heutige Phase erreicht. Wir stehen in ihrer Schuld“, sagte Kurt.

Mehmet Şefik Demirbağ, Angehöriger von Gefallenen, erinnerte an den Kampf seiner Kinder für Demokratie und rief dazu auf, ihr Andenken zu bewahren. Die TJA-Aktivistin Sabahat Tuncel betonte die Ziele, für die die Gefallenen eintraten: ein Leben in Würde und eine Gesellschaft, in der Frauen und Kinder nicht getötet werden. „Wir verteidigen das sinnvolle Leben, für das unsere gefallenen Genoss eingetreten sind, und werden daran festhalten.“

Auch in Kağıthane kamen Angehörige und zahlreiche weitere Menschen in den Räumen der DEM-Partei zusammen. Die TJA-Aktivistin Ayşe Aksoy erklärte, die Möglichkeit, heute gemeinsam zusammenzukommen und den politischen Kampf fortzuführen, sei auch dem Einsatz und Widerstand der Gefallenen zu verdanken.

 

Esenler

Aufruf zum zentralen Gedenken in Okmeydanı

In Sancaktepe sprach unter anderem der frühere politische Gefangene Musa Şanak, der 30 Jahre inhaftiert war. „Wir müssen erhobenen Hauptes stehen. Wir sind ihnen dankbar, sie haben ihr Leben gegeben“, sagte Şanak. Man werde für die Hoffnungen und Ziele der Gefallenen weiterkämpfen.

Bei der Veranstaltung in Esenler erinnerte der nach 31 Jahren Haft freigekommene Murat Arslan an das hinterlassene politische Erbe. „Wir müssen den Kampf dort fortsetzen, wo die Gefallenen ihn hinterlassen haben“, erklärte er. Zum Abschluss wurde zur Teilnahme an einer zentralen Gedenkveranstaltung am Samstag in Okmeydanı aufgerufen.

https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/amed-wir-wollen-keine-rache-unsere-einzige-forderung-ist-frieden-52692 https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/gedenken-an-gefallene-des-freiheitskampfes-in-mexmur-52688 https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/dreitagiges-gedenken-an-gefallene-in-Sirnex-52686

 

Kategorien: Externe Ticker

DEM-Partei besucht Öcalan am 14. September auf Imrali

Die Imrali-Delegation der DEM-Partei wird am Montag, 14. September, den kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali besuchen. Das kündigte der stellvertretende Ko-Vorsitzende der Partei, Tayip Temel, am Freitag in einer Sendung von Stêrk TV an.

Der Delegation gehören die beiden DEM-Abgeordneten Pervin Buldan und Mithat Sancar sowie der Rechtsanwalt Faik Özgür Erol von der Istanbuler Kanzlei Asrin an. Zuletzt waren die drei am 2. August auf Imrali mit Öcalan zusammengetroffen.

Rahmengesetz stand beim letzten Treffen im Mittelpunkt

Beim rund dreistündigen Gespräch hatte Öcalan insbesondere die Bedeutung des damals geplanten Rahmengesetzes für den Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft hervorgehoben. Mit dem Gesetz beginne ein Demokratisierungsprozess von historischer Bedeutung, erklärte er. Zugleich betonte Öcalan, dass noch nicht alle Fragen gelöst seien und alle Beteiligten Verantwortung für den Erfolg des Prozesses übernehmen müssten. Das inzwischen verabschiedete Gesetz bezeichnete er als „Schlüssel“, der den Weg zu einer demokratischen Republik öffnen werde.

https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-52347 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-52660 https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/-52675

 

Kategorien: Externe Ticker

Nach Mord an Sîpan Hiznî: Proteste in Rojava weiten sich aus

Nach der Entführung und Ermordung des Angehörigen der Hesekê-Brigade Sîpan Hiznî (Samî Şêxmûs Hiso) haben sich die Proteste in Nordostsyrien ausgeweitet. In Qamişlo, Çilaxa, Girkê Legê, Hesekê, Tirbespiyê, Dêrik und Dirbêsiyê gingen zahlreiche Menschen auf die Straße. Allein in Qamişlo beteiligten sich Tausende an einer Demonstration. Die Beteiligten forderten die vollständige Aufklärung des Mordes und eine strafrechtliche Verfolgung aller Beteiligten.

Zugleich richteten sich zahlreiche Appelle gegen Versuche, die Tat für innergesellschaftliche Spannungen und Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen der Region zu instrumentalisieren. Hiznî war nach seiner Entführung im Raum Hesekê ermordet worden, mutmaßlich von Angehörigen des arabischen Al-Baggara-Stammes. Die Täter filmten die Tötung und verbreiteten Aufnahmen davon. Mehrere Tatverdächtige wurden inzwischen festgenommen.

 

Dirbêsiyê

Tausende demonstrieren in Qamişlo

In Qamişlo zogen Tausende Menschen vom Sonî-Kreisverkehr zum Şehîdan-Kreisverkehr. Dort wurde nach einer Schweigeminute eine Erklärung der Volksinitiative von Qamişlo verlesen. Die Initiative bezeichnete den Mord an Hiznî als den dritten derartigen Fall innerhalb kurzer Zeit. Hinter solchen Taten stünden Kräfte, die ein Scheitern des gegenwärtigen Integrationsprozesses erreichen und verhindern wollten, dass die Kurd:innen ihre Rechte innerhalb des syrischen Staates sichern.

 


„Das Ziel der Täter ist es, Stabilität zu untergraben, Angst und Misstrauen unter der Bevölkerung zu verbreiten und die Region in eine Krise zu treiben“, hieß es. Die islamistische Übergangsregierung in Damaskus wurde aufgefordert, den Mord vollständig aufzuklären, transparente Ermittlungen einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Gleichzeitig appellierte die Initiative an die Bevölkerung, wachsam zu bleiben, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren und sich nicht für politische Interessen gegeneinander ausspielen zu lassen.

Forderung nach Verantwortung der Übergangsregierung

Auch bei einer Kundgebung in Çilaxa standen Aufklärung und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Mittelpunkt. Bewohner:innen, Angehörige von Gefallenen, Vertreter:innen politischer Parteien, kurdische Stammesälteste und Mitglieder von Frauenbewegungen beteiligten sich an der Aktion. In einer Erklärung wurde die Übergangsregierung aufgefordert, ihrer Verantwortung für die Sicherheit aller Bevölkerungsgruppen nachzukommen. Zugleich müsse die Verbreitung von Waffen außerhalb staatlicher Strukturen eingedämmt werden. Aufrufe zu Hass, Provokationen und Versuche gesellschaftlicher Spaltung wurden zurückgewiesen.

 

Çilaxa

Ähnliche Forderungen wurden in Girkê Legê erhoben. Mihemed Cemîl vom Rat der Gefallenenfamilien der Cizîrê-Region erinnerte daran, dass Hiznî für die Verteidigung aller Menschen in Syrien gekämpft habe. Die Verantwortlichen für seine Ermordung müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

 

Girkê Legê

Hunderte auf den Straßen von Hesekê

In der Stadt Hesekê beteiligten sich Hunderte Menschen an einem Protestmarsch vom Kevok-Kreisverkehr im Stadtteil Til Hecer bis in den Stadtteil Muftî. Auf Transparenten wurden Gerechtigkeit und die Bestrafung der Täter gefordert.

Ebdulxenî Oso vom Generalrat der PYD forderte die Übergangsregierung auf, gegenüber dem Mord eine klare Haltung einzunehmen und die Verantwortlichen offenzulegen. Die Bevölkerung der Region habe sich über Jahre gegen Versuche gesellschaftlicher Spaltung gestellt und für ein friedliches Zusammenleben eingesetzt.

 

Hesekê

Şêx Abdullah Ilêwî vom Demokratischen Islamkongress verwies auf die Folgen der langen Kriegs- und Vertreibungsjahre in Syrien. Das Land brauche heute Frieden und müsse Versuchen entgegenwirken, neue Konflikte zwischen seinen Bevölkerungsgruppen zu schüren. Er rief die Menschen der Region dazu auf, sich nicht provozieren oder gegeneinander ausspielen zu lassen.

 

Tirbespiyê

Auch in Tirbespiyê, Dêrik und Dirbêsiyê fanden Demonstrationen statt. Die Teilnehmer:innen forderten die Aufklärung des Mordes und die Bestrafung sämtlicher Verantwortlicher.

https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/kampfer-der-heseke-brigade-nach-entfuhrung-ermordet-52683 https://deutsch.anf-news.com/rojava-syrien/-52419

 

Kategorien: Externe Ticker

The 9/11 False Narrative Has Disintegrated

The 9/11 False Narrative Has Disintegrated All you need to know — The True Story of 9/11 Explained in One […]
Kategorien: Externe Ticker

Tacheles #220 ist online

ANTI-SPIEGEL - Fundierte Medienkritik - 11. September 2026 - 21:44
Obwohl ich diese Woche wieder in Moskau zu tun hatte, haben wir es trotzdem geschafft, am Donnerstag eine neue Folge von Tacheles mti Röper und Stein aufzuzeichnen, die nun online ist. Sollte YouTube die Sendung löschen, finden Sie sie auch hier bei NuoViso.
Kategorien: Externe Ticker

25 Jahre nach 9/11 ist der Islam auf der Siegesstraße – und Muslime gelten als die wahren “Opfer“ des eigenen Terrors

Der 11. September war, so schien es damals, das Fanal einer Zeitenwende, in seiner Tragweite in der jüngeren Geschichte nur vergleichbar mit dem Angriff auf Pearl Harbor 60 Jahre zuvor. Hier zerschlug ein zu allem bereiter exterminatorischer Islamterror die Illusion einer friedlichen Koexistenz und Aussöhnung und vollzog eine denkbare extreme Kampfansage gegen die freie Welt […]

<p>The post 25 Jahre nach 9/11 ist der Islam auf der Siegesstraße – und Muslime gelten als die wahren “Opfer“ des eigenen Terrors first appeared on ANSAGE.</p>

Kategorien: Externe Ticker

Senate Investigation Into OpenAI Is an Important First Step, But CEOs Must Testify Under Oath

Sen. Josh Hawley (R-Mo.), chairman of the Senate Homeland Security Subcommittee on Disaster Management, has launched an investigation into OpenAI following revelations that the company’s AI agents breached Hugging Face during cybersecurity evaluations this summer. Hawley is seeking documents and information from OpenAI about the incident, including evidence that the company knew its agents were engaging in unauthorized behavior before the breach and allowed testing to continue.

Public Citizen previously called on Congress to investigate this deeply disturbing incident and hold the corporations responsible accountable for their failures.

J.B. Branch, director of federal AI governance and technology policy at Public Citizen, issued the following statement in response:

“Senator Hawley’s investigation is an important first step toward getting the answers the American people deserve. Public Citizen, alongside dozens of civil society organizations and leading experts, called on Congress in July to investigate the OpenAI-Hugging Face incident and examine the serious gaps in federal oversight that allowed it to happen.

“But an investigation is only a start. Sam Altman, Dario Amodei, and other leaders of frontier AI companies must be brought before Congress to testify under oath about these incidents. These companies are developing technologies with profound consequences to our digital infrastructure and public safety. Congress must follow the facts wherever they lead and use its oversight authority to determine what went wrong and what binding safeguards are necessary to prevent the next incident from causing far greater harm.”

Kategorien: Externe Ticker

45 Organizations Urge House Democratic Leadership to Call a Vote on Cuba War Powers Resolution

A coalition of 45 faith, peace, labor, health, and political organizations is calling on House Minority Leader Hakeem Jeffries, and committee Ranking Members Gregory Meeks and Jim McGovern to immediately announce plans to call a vote on Rep. Nydia Velázquez’s Cuba War Powers Resolution (H.Con.Res. 106). In a letter sent this week, the groups call on the House to vote to end the de facto US oil blockade on Cuba, which they argue amounts to hostilities that Congress has not authorized.

"Cuba is suffering through a man-made economic and humanitarian catastrophe, caused in significant part by deliberate policy choices of the United States," the organizations wrote.

The privileged resolution — which can be called for a vote without Speaker Johnson’s approval — directs the president to remove US Armed Forces from hostilities within or against Cuba absent congressional authorization. The signatories, who include the American Friends Service Committee, the Center for Economic and Policy Research, Church World Service, Demand Progress, Just Foreign Policy, Indivisible, the Latin America Working Group, Pax Christi USA, Peace Action, RootsAction, United Church of Christ, Win Without War, and dozens of others, argue that the de facto oil blockade in place since January 2026 meets the definition of hostilities under the War Powers Resolution of 1973.

The letter describes a humanitarian emergency on the island that grows worse by the day. Already, six nationwide power grid collapses have occurred in the past year, leaving more than nine million people without power for periods lasting more than 20 hours, and with transportation stranded, inadequate water and food, and the health system forced to ration care. Cuba’s infant mortality rate has increased by 148 percent under sanctions imposed by Trump, meaning 1,800 babies have died since 2018 who otherwise would have lived.

On August 6, a panel of UN experts warned that the humanitarian fallout of the sanctions escalation is becoming a full-blown crisis, threatening Cubans’ rights to health, food, development, and to life itself.

The letter follows a Senate vote on April 28 to end US hostilities against Cuba — sponsored by Senators Tim Kaine (D-VA), Ruben Gallego (D-AZ), and Adam Schiff (D-CA) — which was defeated on a procedural motion in a 51-to-47 vote, despite the support of Senators Susan Collins (R-ME) and Rand Paul (R-KY). The letter notes that those 47 senators voted to affirm that this blockade, imposed without a single shot fired, nevertheless constitutes an act of hostility under the War Powers Act. The letter deems this vote to be “one of the most important stands Congress has taken against U.S. economic sanctions toward Cuba in over six decades,” and calls on the House to “take a similarly forceful action at this crucial moment.”

The letter notes that under the War Powers Resolution of 1973, “the President may not introduce U.S. forces into hostilities, or situations where hostilities are imminent, without congressional authorization,” stating that “a de facto fuel blockade enforced by military assets meets the definition of hostilities.” It cites the UN Charter, which treats a blockade as a use of armed force, and the UN General Assembly’s official “Definition of Aggression,” which also identifies a blockade as an act of aggression. The signatories observe finally that the “deliberate deprivation of fuel to a civilian population also violates the 4th Geneva Convention’s prohibition on collective punishment of civilians, and is therefore a war crime under this treaty, which the United States, along with all other UN member countries, has ratified.”

The signatories call for urgent action, concluding that this “moment calls for decisive leadership that enables our communities to engage in the political process and try to shape the outcomes of policies being waged in our name.”

Kategorien: Externe Ticker

Answer to a media question

PRESIDENT OF RUSSIA - 11. September 2026 - 20:55
Kategorien: Externe Ticker

Rentner aufgepasst: Das ändert sich bei Haftpflicht, Teil- und Vollkasko ab 2027

Für Millionen Autobesitzer ändern sich die Voraussetzungen für ihre Kfz-Versicherung: Die Versicherungswirtschaft hat neue Regionalklassen für 2027 veröffentlicht. Auch Rentner können dadurch höher oder niedriger eingestuft werden, obwohl sie selbst keinen Unfall verursacht haben.

Ob die nächste Rechnung tatsächlich steigt oder sinkt, lässt sich daraus allein allerdings noch nicht ablesen.

Gerade bei einer begrenzten Rente lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Vertragsunterlagen. Neben der regionalen Einstufung können altersabhängige Zuschläge und eine inzwischen geringere Fahrleistung den Beitrag beeinflussen. Die neuen Klassen sind ein Anlass, den bestehenden Schutz und seine Kosten zu überprüfen.

Neue Einstufungen für rund zehn Millionen Haftpflichtversicherte

Nach der am 9. September 2026 veröffentlichten Regionalstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft erhalten 5,2 Millionen Autofahrende in 63 Zulassungsbezirken eine bessere Haftpflichteinstufung. Für 4,8 Millionen in 46 Bezirken verschlechtert sie sich. In 304 Bezirken mit mehr als 32 Millionen Autofahrenden bleibt die Klasse unverändert.

Bei Voll- und Teilkasko zusammen stehen jeweils rund 2,4 Millionen Versicherten höhere beziehungsweise niedrigere Einstufungen bevor. Rund 33 Millionen behalten ihre bisherige Kaskoeinstufung. Diese Zahlen beschreiben Veränderungen der Klassen, keine bereits feststehenden Beitragserhöhungen oder Ersparnisse.

Was hinter den Regionalklassen steckt

Die Einstufung bildet die Schadenbilanz des Zulassungsbezirks ab, in dem der Fahrzeughalter wohnt. Entscheidend ist dabei die Zuordnung des versicherten Fahrzeugs, nicht der Ort eines einzelnen Unfalls. Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko werden getrennt bewertet.

Die Statistik ist für Versicherer unverbindlich. Sie kann für neue Verträge sofort und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr verwendet werden. Neben der Regionalklasse beeinflussen unter anderem Fahrzeugtyp, Jahresfahrleistung und Reparaturkosten den Preis.

Schleswig-Holstein zeigt, wie unterschiedlich die Änderungen ausfallen

Die NDR-Meldung vom 9. September 2026 beschreibt die Veränderungen für Schleswig-Holstein. Bei der Haftpflicht steigen die Regionalklassen in Segeberg und Neumünster, während Ostholstein günstiger eingestuft wird. In den übrigen Bezirken des Landes bleibt die Haftpflichteinstufung unverändert.

Versicherungsart Änderung in Schleswig-Holstein Mögliche Folge Kfz-Haftpflicht Höhere Klasse in Segeberg und Neumünster; niedrigere Klasse in Ostholstein Je nach Tarif zusätzlicher Preisdruck oder Entlastung Teilkasko Höhere Klasse in Kiel, Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg Eine Verteuerung wird wahrscheinlicher Vollkasko Alle Regionalklassen im Land unverändert Aus dieser Einstufung ergibt sich keine Veränderung

Die unveränderten Vollkaskoklassen gelten hier ausdrücklich für Schleswig-Holstein. Daraus lässt sich weder bundesweite Beitragsstabilität noch eine Preisgarantie für einzelne Verträge ableiten. Auch im selben Wohnort können sich Haftpflicht und Kasko unterschiedlich entwickeln.

Warum Rentner auch nach unfallfreien Jahren mehr zahlen können

Eine lange unfallfreie Fahrzeit schützt nicht vor jeder Verteuerung. Versicherer berücksichtigen neben der Schadenfreiheitsklasse auch das Alter der eingetragenen Fahrer. Deshalb kann ein günstiger Schadenfreiheitsrabatt bestehen bleiben, während andere Preisbestandteile steigen.

Der GDV begründet altersabhängige Zuschläge mit statistischen Unterschieden bei den Schäden. Seine Kalkulationsgrundlagen sind jedoch keine verbindliche Preisliste für sämtliche Anbieter. Eine einheitliche Beitragserhöhung allein wegen des Rentenbeginns lässt sich daraus nicht ableiten.

Für den Tarifvergleich bedeutet das: Alter, Fahrer, Fahrzeug und Leistungen müssen bei allen Angeboten übereinstimmen. Nur dann wird sichtbar, welcher Versicherer für die eigene Situation günstiger kalkuliert. Weitere Hintergründe erläutert gegen-hartz.de im Beitrag über Alterszuschläge bei der Autoversicherung von Rentnern.

Weniger Kilometer im Ruhestand können den Beitrag senken

Mit dem Ende des Berufslebens fällt häufig der tägliche Arbeitsweg weg. Wer trotzdem weiterhin eine hohe jährliche Fahrleistung versichert, sollte seinen Vertrag überprüfen lassen. Eine niedrigere Kilometerstufe kann günstiger sein, wobei die Ersparnis vom jeweiligen Tarif abhängt.

Die neue Angabe muss zur tatsächlichen Nutzung passen. Auch Urlaubsfahrten, regelmäßige Familienbesuche und längere Arztfahrten gehören in die Schätzung. Wer später wieder deutlich mehr fährt, sollte die Vertragsangaben entsprechend aktualisieren.

Eine Anfrage beim bisherigen Versicherer kann deshalb bereits vor einem Anbieterwechsel sinnvoll sein. Lassen Sie sich ausrechnen, wie sich die realistische Jahresfahrleistung auf den Beitrag auswirkt. Weitere Ansätze beschreibt gegen-hartz.de im Beitrag über Sparmöglichkeiten bei der Kfz-Versicherung im Ruhestand.

Haftpflicht und Kasko erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Die Kfz-Haftpflicht deckt berechtigte Schadenersatzansprüche anderer ab und ist für ein regulär zugelassenes Auto vorgeschrieben. Schäden am eigenen Wagen sind dadurch grundsätzlich nicht versichert. Dafür kommen Teil- oder Vollkasko infrage.

Die Teilkasko schützt je nach Bedingungen beispielsweise bei Diebstahl, Glasbruch und bestimmten Naturereignissen. Die Vollkasko umfasst zusätzlich insbesondere selbst verursachte Unfallschäden am eigenen Fahrzeug und Vandalismus. Ein Wechsel von Voll- zu Teilkasko verkleinert deshalb den Versicherungsschutz.

Für Rentner stellt sich dabei eine praktische Frage: Könnten sie einen größeren Schaden oder den Verlust des Fahrzeugs aus eigenen Rücklagen bezahlen? Ein niedrigerer Beitrag hilft wenig, wenn anschließend das Geld für notwendige Mobilität fehlt. Das Fahrzeugalter allein beantwortet diese Frage nicht.

Selbstbeteiligung und Zahlungsweise bewusst wählen

Eine höhere Selbstbeteiligung kann die Kaskoprämie reduzieren, erhöht aber den eigenen finanziellen Anteil am Schaden. Auch eine Werkstattbindung kann günstiger sein, verpflichtet bei erfassten Reparaturen jedoch zur Nutzung der vorgesehenen Partnerbetriebe.

Vergleichen lässt sich außerdem, ob eine jährliche Zahlung weniger kostet als mehrere Teilzahlungen. Bei kleiner Rente sollte die größere Einmalzahlung allerdings eingeplant werden. Entscheidend ist eine Gestaltung, deren laufende Kosten und mögliche Eigenanteile dauerhaft bezahlbar bleiben.

Wann der 30. November 2026 für die Kündigung zählt

Bei vielen Kfz-Verträgen endet das Versicherungsjahr am 31. Dezember und die ordentliche Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Dann muss die Kündigung spätestens am 30. November 2026 beim Versicherer eingegangen sein. Das bloße Absenden am letzten Tag genügt nicht.

Manche Verträge haben einen anderen Ablauf, etwa entsprechend ihrem ursprünglichen Abschlussdatum. Deshalb sollten Versicherte zuerst Versicherungsschein und Bedingungen lesen. Der 30. November ist ein häufiger Termin, aber kein allgemeiner Stichtag für jeden Vertrag.

Bei Beitragserhöhungen kann ein Sonderkündigungsrecht bestehen

Erhöht der Versicherer aufgrund einer Anpassungsklausel den Beitrag, ohne den Schutz entsprechend auszuweiten, sieht § 40 Versicherungsvertragsgesetz ein Kündigungsrecht vor. Die Frist beträgt einen Monat ab Zugang der Mitteilung. Die Kündigung wirkt frühestens zu dem Zeitpunkt, an dem die Erhöhung wirksam wird.

Der Versicherer muss auf dieses Recht hinweisen. Geht eine entsprechende Mitteilung erst im Dezember ein, kann deshalb auch nach dem üblichen Novembertermin noch ein Wechsel möglich sein. Allein die Veröffentlichung neuer Regionalklassen löst dieses Recht jedoch nicht aus.

Vor der Kündigung sollte der gewünschte Anschlussvertrag gesichert sein, insbesondere wenn auch Kaskoschutz benötigt wird. Verglichen werden sollten gleiche Leistungen und Selbstbeteiligungen. Ein günstigerer Preis bei deutlich geringerem Schutz ist keine gleichwertige Ersparnis.

Praxisbeispiel: Eine Rentnerin prüft ihre Rechnung

Eine 72-jährige Rentnerin aus Neumünster soll 2027 statt 720 Euro insgesamt 810 Euro für Haftpflicht und Kasko zahlen. Die Erhöhung beträgt 90 Euro im Jahr beziehungsweise rechnerisch 7,50 Euro im Monat. Sämtliche Beträge in diesem Beispiel sind frei gewählt und keine Prognose für Neumünster.

Bei der Vertragsprüfung fällt ihr auf, dass noch 15.000 Jahreskilometer eingetragen sind, obwohl sie inzwischen nur etwa 7.000 Kilometer fährt. Sie lässt den Beitrag mit dieser Fahrleistung neu berechnen und holt vergleichbare Angebote ein. Zugleich prüft sie die Erhöhungsmitteilung auf ein Sonderkündigungsrecht und wartet vor einer Kündigung die Zusage für den neuen Schutz ab.

Der Beitrag Rentner aufgepasst: Das ändert sich bei Haftpflicht, Teil- und Vollkasko ab 2027 erschien zuerst auf Gegen-Hartz.de – Sozialrecht, Rente, Pflege und Grundsicherung.

Kategorien: Externe Ticker

August CPI Report Shows Price Hikes Accelerating as Trump Brushes Off Working Families’ Affordability Worries

Today’s Consumer Price Index (CPI) report shows prices rose 0.4% in August and are up 3.4% over the past year. Core prices, which exclude food and energy, rose 0.3% in August alone. Gas prices reached their highest ever recorded for August, and the pressure has not let up, climbing $4.29 per gallon, up 14 cents since hitting a Labor Day record. Diesel surged past $6 per gallon for the first time ever, up more than 70 cents from a month ago, which will show up on grocery store shelves for months to come as it costs more and more to transport essentials.

Rather than address the pain families are feeling at the grocery store and the gas pump, Trump this week floated an absurd rebate program, promising checks sent directly to Americans if his party is successful in the midterm elections – after promising 15 similar payments that never materialized during his second term. Under Trump’s watch, wage growth has slowed to its lowest point since 2021, while inflation has shot up and shows no signs of easing. Every day in Trump’s economy is more expensive than the last for working families.

Today’s report is the final inflation print before the Federal Reserve meets next week to decide where interest rates go next, and it’s already out of date. Most of the August data was collected before Trump’s 50% tariffs on Canadian imports took effect on August 22, hitting products including wine, furniture, and dairy products, and before Trump further escalated his war in Iran and sent oil prices past $100 per barrel.

Groundwork’s Senior Vice President of Policy, Advocacy, and Research Alex Jacquez, released the following statement:

“Trump’s economy is setting all the wrong kinds of records. Working families are being forced to use credit cards to cover the basics as gas prices hit historic highs. Meanwhile, the president has imposed further tariffs on one of our closest trading partners and continues escalation in Iran. Trump promised to lower costs and improve daily life for Americans. He’s not only failed to deliver on that promise, he’s driven our economy over a cliff.”

Kategorien: Externe Ticker

Grönländische Eiskappe hat dieses Jahr zugenommen

Paul Homewood, THE DAILY SCEPTIC

Die grönländische Eiskappe schmilzt aufgrund der globalen Erwärmung dahin – zumindest wird uns das so gesagt. Laut dem EU-Bericht „European State of the Climate 2025“ hat die Eiskappe im vergangenen Jahr 139 Gt an Masse verloren. Dies entspricht etwa dem 1,5-Fachen der in allen Gletschern der europäischen Alpen gespeicherten Eismasse und hat den globalen mittleren Meeresspiegel um 0,4 mm steigen lassen. (Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen.) Seit 1972 belaufen sich die Verluste auf 5.747 Gt. Die Geschwindigkeit des Eisverlusts hat sich seit den 1980er Jahren etwa verfünffacht und wird voraussichtlich bis über das Ende des Jahrhunderts hinaus weiter zunehmen.

Diese Zahlen klingen erschreckend, was natürlich auch beabsichtigt ist – zumindest solange, bis man sich vor Augen führt, dass Grönland bei der derzeitigen Geschwindigkeit 27.000 Jahre brauchen würde, um vollständig abzuschmelzen.

Ich bin immer misstrauisch, wenn „Wissenschaftler“ Trends seit den 1970er Jahren darstellen – einer Zeit, in der die Erde drei Jahrzehnte der Abkühlung durchlaufen hatte und sowohl unter Wissenschaftlern als auch unter den Staats- und Regierungschefs der Welt echte Befürchtungen hinsichtlich der Rückkehr der Kleinen Eiszeit herrschten. Ich bin sogar noch misstrauischer, wenn ich feststelle, dass offizielle Daten über den grönländischen Eisschild bis ins Jahr 1840 öffentlich zugänglich sind.

Im Jahr 2021 wurden in einer begutachteten Studie die jährlichen Veränderungen der Massenbilanz des Eisschildes seit 1840 berechnet. (Die dicke schwarze Linie stellt die Nettoveränderungen dar, die für diese Diskussion von Bedeutung sind):

Grönland Eismassen-Bilanz 1840 bis 2020

Die Grafik bestätigt, dass die Eiskappe seit den 1980er Jahren an Masse verliert. Entscheidend ist jedoch, dass wir erkennen können, dass das Abschmelzen bereits um 1900 begann. Im Zeitraum von 1920 bis 1970 lag der Eisverlust auf einem ähnlichen Niveau wie in den letzten drei Jahrzehnten – was kaum überrascht, zeigen doch Temperaturaufzeichnungen aus ganz Grönland, dass es damals genauso „warm“ war wie heute. Dazwischen gab es in den 1970er- und 1980er-Jahren einen starken Temperaturrückgang.

Mit anderen Worten: Dies ist kein neues Phänomen, wie man uns glauben machen will. Es ist Teil eines viel längeren Prozesses, der lange vor Beginn der sogenannten vom Menschen verursachten globalen Erwärmung einsetzte.

Wissenschaftler haben mithilfe von Eisbohrkernen und anderen Belegen längst festgestellt, dass das 19. Jahrhundert wahrscheinlich die kälteste Epoche in Grönland seit der Eiszeit war. In warmen Epochen wie dem Mittelalter, der Römerzeit und früheren Jahrtausenden war die Eiskappe kleiner als heute. Jeder Rückgang der Eiskappe im letzten Jahrhundert muss als Teil dieser längerfristigen Zyklen betrachtet werden.

Daten zur Eismasse werden weiterhin regelmäßig veröffentlicht, und es liegen nun vorläufige Daten für das im August 2026 endende Jahr vor – die Daten zur grönländischen Eismasse werden in der Regel nach „Wasserwirtschaftsjahr“ (September bis August) dargestellt:

Seit der Studie aus dem Jahr 2021 hat sich der Eisverlust weiter verlangsamt und ist wieder auf das Niveau der 1920er Jahre zurückgegangen. In der Saison 2025/26 war sogar ein leichter Anstieg der Eismasse um 6 Gt zu verzeichnen [siehe die kleine positive Spitze ganz rechts. A. d. Übers.]. Grönland hatte in diesem Jahr eigentlich keinen richtigen Sommer. Während die sommerliche Schmelze normalerweise Anfang Juni einsetzt, hielt das kalte, schneereiche Wetter bis weit in den Juli hinein an. Infolgedessen fiel die sommerliche Schmelze um rund 200 Gt geringer aus als normal.

Es ist erwähnenswert, dass der schwache Sommer in Grönland Teil einer umfassenderen Jetstream-Konstellation war, die uns unseren heißen Sommer bescherte. Während bei uns ein von Hochdruckgebieten dominierter Sommer herrschte, blieb das regnerische Wetter im Atlantik und beeinflusste Grönland.

6 Gt sind natürlich eine winzige Menge, wenn man bedenkt, wie groß die Unsicherheit bei der Berechnung dieser Werte ist. Es gibt keine Möglichkeit, Veränderungen der Eiskappe direkt zu messen; stattdessen werden die Zahlen anhand von Computermodellen berechnet, die mit Daten wie Niederschlag und Temperatur gefüttert werden. Die Experten räumen ein, dass ihre Berechnungen oft um bis zu 100 Gt daneben liegen können.

Dennoch ist völlig klar, dass es der grönländischen Eiskappe gut geht. Sie ist immer noch viel größer, als sie es während des größten Teils der letzten 10.000 Jahre war, und falls sie überhaupt schrumpft, dann nicht schneller als vor einem Jahrhundert.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/09/07/greenlands-icecap-grew-this-year/

———————————–

Die jüngste Meldung von Cap Allon dazu wird hier noch angefügt. Sie wird im nächsten Kältereport auch noch einmal erscheinen.

Grönland: Start mit 17,1 GT

Cap Allon

Die Saison 2026–27 zur Erfassung der Oberflächen-Massenbilanz in Grönland hat mit einem starken Anstieg der Akkumulation begonnen: In den ersten sechs Tagen kamen 17,1 Milliarden Tonnen Eis und Schnee hinzu – der Großteil davon in den letzten beiden Tagen.

Daten des DMI zeigen, dass die Eiskappe am 5. September um 5,628 Gigatonnen (Gt) zugenommen hat, gefolgt von einem noch größeren Zuwachs von 7,482 Gt am 6. September. Insgesamt verzeichnete Grönland in nur 48 Stunden einen Zuwachs von 13,11 Gt, womit sich die Gesamtmenge seit Saisonbeginn auf 17,1 Gt beläuft.

Im operativen bis ins Jahr 2017 zurückreichden Archiv des DMI liegt das Jahr 2026 für die ersten sechs Tage im September derzeit an zweiter Stelle hinter 2023. Es gibt zwar längere Datensätze, darunter auch solche, die von GEUS gepflegt werden, doch lassen sie sich nicht eins zu eins mit dem heutigen operativen HARMONIE-Produkt vergleichen. Eine Erweiterung der Rangliste erfordert daher eine vergleichbare Datenextraktion – womit ich mich gerade beschäftige. (Ein Datensatz liefert tägliche modellierte SMB-Schätzungen bis zurück ins Jahr 1986, während ein anderer jährliche Schätzungen bis ins Jahr 1840 rekonstruiert.)

Vorerst ist die Schlussfolgerung klar: Nach den 525,2 Gt, die während der SMB-Saison 2025–26 akkumuliert wurden – was den sechsthöchsten Wert in der Reihe seit 1981 darstellt –, hat Grönland die neue Akkumulationssaison außergewöhnlich stark begonnen: 17,1 Gt in sechs Tagen, wobei mehr als 13 Gt in den letzten 48 Stunden hinzukamen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/antarctica-still-below-100f-high?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Anmerkung des Übersetzers zu dieser Meldung: Auch hier geht es wieder um die Oberflächen-Masssenbilanz. Auf den Unterschied zur Gesamt-Massenbilanz einzugehen ist müßig: Wer lesen kann, kennt die vielen Beiträge auf diesem Blog dazu. Und wer nicht lesen kann oder will, für den ist das ständige Wiederholen dieses Unterschieds sowieso sinnlos.

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Grönländische Eiskappe hat dieses Jahr zugenommen erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

Kategorien: Externe Ticker