Kinderarmut in Deutschland verharrt auf hohem Niveau

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Kinderarmut in Deutschland verharrt auf hohem Niveau
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Kinderarmut in Deutschland verharrt auf hohem Niveau

von Dietmar Gaisenkersting

In Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, leben mehr als 1,5 Millionen Kinder in Familien, die Hartz IV beziehen. Obwohl immer mehr Menschen arbeiten, hilft dies nicht den Familien. Die Zahl der betroffenen Kinder sank innerhalb von drei Jahren nur leicht von 1,56 Millionen im Jahr 2016 auf 1,51 Millionen im letzten Jahr. Diese Zahlen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in der letzten Woche aus Daten der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht.

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In einer so genannten Bedarfsgemeinschaft zu leben, also Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung (Hartz IV) zu beziehen, bedeutet weitreichende Einschränkungen. Eltern im Hartz-IV-Bezug erhalten für ihre unter sechs Jahre alten Kinder ab diesem Jahr monatlich 250 Euro, für 6- bis 13-Jährige 308 Euro. Davon müssen mit Ausnahme der Miete die gesamten monatlichen Kosten gedeckt werden. So sieht der Hartz-IV-Satz etwa für ein 10-jähriges Kind 4,09 Euro pro Tag für Essen und Trinken vor, monatlich 2,68 Euro für Bücher und 14,60 Euro für Schuhe. Für „Freizeit, Unterhaltung, Kultur“ sind 37,08 Euro im Monat vorgesehen. Ein Besuch beispielsweise im Schwimmbad, Kino und Fußballstadion ist in einem Monat so nicht möglich.

Auch die Eisdiele muss besonderen Tagen vorbehalten bleiben. Die Kugel Eis aus der Eisdiele ist für die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ein Luxusartikel, der Kindern in Bedarfsgemeinschaften nicht zusteht. Bei der Ableitung der Regelsätze ist dieser Posten aus den Konsumausgaben einkommensschwacher Haushalte gestrichen worden. Das Gleiche gilt z. B. für den Weihnachtsbaum inkl. Adventsschmuck und Malstifte.

Dazu passend diskutierte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am letzten Freitag in Bochum eine von ihr beauftragte Langzeitsstudie, die einen vertiefenden Blick auf Kinderarmut und ihre Folgen wirft. Mindestens 2,5 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Ihre Familien müssen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen, gelten demnach als „armutsgefährdet“. „Es ist traurige Realität, dass jeder Fünfte von den Kleinen und Schwächsten unserer Gesellschaft in Armut lebt“, beklagte Michael Scheffler, Vorsitzender der AWO in Nordrhein-Westfalen, bei der Fachtagung vor 300 Personen.

Gerhard Bäcker, Professor an der Uni Duisburg-Essen, beschrieb in seinem Vortrag, wie sehr sich die Kinderarmut in bestimmten Regionen konzentriert. Die Armutsquote sei in NRW von 14,4 % bei Einführung der Hartz-IV-Gesetze im Jahr 2005 auf zuletzt 18,1 % gestiegen. Gerade das Ruhrgebiet, so Bäcker, sei längst „der Osten im Westen“. Jeder vierte bis fünfte Einwohner des Ruhrgebiets lebe in Armut. Städte wie Duisburg (27,4 %), Dortmund (23,9 %) und Essen (21,6 %) seien stark betroffen, aber auch Köln (20,4 %) und die Landeshauptstadt Düsseldorf (19,3 %) hätten hohe Armutsquoten.

Die Hauptbetroffenen sind wie so häufig die Kinder. Es sei ein Armutszeugnis, dass die Zahl der Kinder, die Grundsicherung (Hartz IV) empfangen, in NRW kontinuierlich steige, so Bäcker. In NRW lebt jedes vierte Kind in Armut. In Gelsenkirchen liegt die Hartz-IV-Quote bei den Unter-15-Jährigen bei 40,7 %. In den nördlichen Stadtteilen des Ruhrgebiets liegen diese Quoten noch höher.

Die Langzeitstudie „Wenn Kinderarmut erwachsen wird – wie gelingt der Ausstieg aus der Armut?“ ist Ende letzten Jahres erschienen, am Freitag wurde sie von einer der Autorinnen, Dr. Irina Volf vom Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS Frankfurt a.M.), vorgestellt. Die AWO hatte die Studie 1997 beim ISS in Auftrag gegeben. Das Forschungsprojekt hat 20 Jahre lang, 1999 bis 2018, Kinder begleitet, die AWO-Kitas in strukturschwachen Vierteln oder Städten in ganz Deutschland besuchten.

Die Ergebnisse, die in einer Kurzfassung der Studie auch online abrufbar sind, zeigen einen Zusammenhang zwischen Armut im Kindes- und Erwachsenenalter. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2018 waren die Studienteilnehmenden 25 Jahre alt. 23 % von ihnen lebten da in Armut.

Armut in diesem Alter von 25 Jahren gehe „vor allem mit massiven Einschränkungen in der materiellen Grundversorgung und Teilhabe sowie schlechter psychischer Gesundheit einher“, heißt es in der Studie. Die armen jungen Erwachsenen hätten deutlich häufiger keine Ersparnisse und Rücklagen, verzichteten häufiger auf Urlaub und berichteten häufiger über Einschränkungen ihrer Mobilität sowie von zu kleinen bzw. nicht ausreichenden Wohnungen.

Die kulturelle Lage ist bei 40 % der armen 25-Jährigen beeinträchtigt, sie haben schlechtere soziale Netzwerke und häufiger keine feste Partnerschaft. Die Studie zeige, „dass Kinderarmut nicht zwangsläufig zu langfristigen Folgen führen muss, aber das Risiko deutlich erhöht ist“. Vor allem dauerhafte Armut im Kindes-und Jugendalter „birgt ein deutlich erhöhtes Risiko für multiple Deprivation“ (mehrfache Benachteiligung) im jungen Erwachsenenalter. Im Alter von 25 Jahren lebten noch 36 % der ehemals armen sechsjährigen Studienteilnehmenden in Armut, bei den nicht armen Sechsjährigen waren es 20 %, die 2018 in Armut lebten.

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Die Ergebnisse auf Grundlage der Lebenslagen zeigten, so die Autorinnen: „Junge Menschen mit Armutserfahrung im Kindes- und/oder Jugendalter verfügen am Beginn des Erwachsenenlebens über weniger Ressourcen, sowohl materieller, sozialer als auch kultureller Art.“ 25 % der jungen Menschen mit Armutserfahrung, aber nur 3 % ohne Armutserfahrung erreichten ein niedriges Schulbildungsniveau (maximal Hauptschulabschluss).

Trotz gleicher Bildung sind junge Frauen doppelt so häufig arm wie ihre männlichen Altersgenossen. So lebten 23 % der Studienteilnehmenden im Jahr 2018 in Armut, davon waren 73 % Frauen. Vor allem junge alleinerziehende Frauen sind häufiger arm. Die Statistik bestätigt diesen Befund der Studie: Die Armutsgefährdungsquote von Alleinerziehenden in NRW lag 2018 bei 45,2 Prozent. „Ein Fünftel aller Familien in NRW hat einen alleinerziehenden Elternteil. 40 Prozent dieser Familien leben von Hartz IV“, sagte der nordrhein-westfälische AWO-Vorsitzende Scheffler.

SPD-Tschuess-Glaubwuerdigkeitsverlust-Waehlerverachtung-Vertrauensverlust-Waehlergunst-Waehlerverarschung-Kritisches-Netzwerk-Waehlerwille-Russophobie-Sozialverrat-Wahlschlappe Junge Erwachsene mit Armutserfahrungen sind deutlich seltener erwerbstätig und arbeiten deutlich seltener in Vollzeit als Altersgenossen ohne Armutserfahrung. Die Aussagen der jungen Menschen mit Armutserfahrung verdeutlichten, dass sie gerade in der Phase der Berufswahl orientierungslos seien. Diese 25-Jährigen hätten oft keine Vorbilder, die Eltern könnten „ihnen aus Mangel an eigener Erfahrung vielfach keine Unterstützung bieten“.

Angebote der Schulen, der Arbeitsagentur und erst recht der Jobcenter, bei denen Hartz-IV-Gelder beantragt werden, seien kein Ersatz. „Besonders die jungen Menschen, die aufgrund ihrer Familiensituation Kontakt zum Jobcenter haben, erleben dieses nicht als unterstützend, sondern fühlen sich in Wege gedrängt, die sie nicht gehen wollen.

Am Freitag waren sich in Bochum alle einig, dass Kinderarmut Einkommensarmut der Eltern bedeute. Um die Kinderarmut zu bekämpfen, sei daher ein wichtiger Aspekt eine „gute und existenzsichernde Arbeit der Eltern“, wie Alexander Nöhring, Geschäftsführer des Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF) dies ausdrückte.

Viel zu viele Menschen in Deutschland arbeiten für viel zu wenig Geld. Daran hat auch der wirtschaftliche Aufschwung und die Steigerung der Beschäftigtenzahlen in den letzten Jahren nichts geändert. Der Aufschwung landet in den Taschen der Reichen, nicht in denen der Arbeitenden.

So meldete der DGB letzte Woche, dass die Zahl aller Personen im Hartz-IV-Bezug um 10 % auf 5,6 Millionen Menschen zurückgegangen sei, bei erwerbsfähigen Personen zwischen 15 Jahren und dem Renteneintrittsalter betrage der Rückgang sogar 13 %. Bei Kindern bis 14 Jahre sei die Zahl der Hartz-IV-Bezieher dagegen seit 2016 nur um 3,1 % gesunken. Die Mehrheit der armen Kinder, über 840.000, lebt in einem Haushalt, in dem zumindest ein Elternteil erwerbstätig ist, aber so wenig verdient, dass der Lohn nicht zum Leben reicht.

spd_arbeitsmarktliberalisierung_niedriglohn_sozialabbau_vertrauensverlust_neoliberalismus_waehlerwille_kritisches_netzwerk_glaubwuerdigkeit_kredibilitaet_andrea_nahles_olaf_scholz.jpgWenn sich nun das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hinstellt und behauptet: „Kinderarmut in einem reichen Land wie Deutschland ist und bleibt ein nicht hinnehmbarer Skandal“, dann ist das mehr als frech.

Die Hartz-Gesetze, insbesondere das vierte, haben einen riesigen Niedriglohnsektor geschaffen. Das war vor 15 Jahren genau so beabsichtigt. Die damalige rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder (SPD) und Joschka Fischer (Grüne) hatten Peter Hartz, damals Personalvorstand bei Volkswagen und ehemaliger IG-Metall-Funktionär, mit einer „Reform“ der Arbeitslosen- und Sozialhilfegesetzgebung beauftragt, um die Arbeitslosen schnell in jede noch so schlechtbezahlte Stelle zu zwingen.

Der DGB hatte sich 2004 eindeutig und klar gegen die Hartz-Proteste gestellt. Bis heute sind es die DGB-Gewerkschaften, die für niedrigste Löhne sorgen.

Die jetzige Auswertung der Hartz-IV-Zahlen durch den DGB ist vor allem als Warnung an die herrschende Klasse gedacht, welches soziale Pulverfass hier schwelt. Die AWO-Studie belegt dies. Die Gesellschaft sei durch eine hohe soziale Ungleichheit charakterisiert und stark polarisiert, gaben die Studienteilnehmenden an. Armut und Reichtum seien häufig anzutreffen. Das „Prinzip der Leistungsgerechtigkeit in Verbindung mit Chancengleichheit wird in ihrer Wahrnehmung gesellschaftlich nicht erfüllt“. 25-Jährige, die in ihrer Biografie Armut erlebt haben, „glauben seltener an Beteiligung an Wahlen als demokratisches Instrument der Einflussnahme“.

Dietmar Gaisenkersting


Die nachfolgenden Lese- und Webseitenempfehlungen wurden durch KN-ADMIN Helmut Schnug ergänzt. Die Texte sind den jeweiligen Webseiten entnommen! Die Veröffentlichung der Textauszüge im Kritischen Netzwerk dienen nur der redaktionellen Nutzung im Zusammenhang mit der Vorstellung eben dieser Seiten. Selbstverständlich bleiben die Rechte alleinig bei den Rechteinhabern -  wir machen uns diese NICHT zu eigen! H.S.

AWO-ISS-Langzeitstudie:

Wenn Kinderarmut erwachsen wird. (Langzeit)-Folgen von Armut im Lebensverlauf. Dez. 2019, Kurzfassung, 27 Seiten >> weiter.

Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V.:

Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. wurde im Jahr 1974 vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt e. V. (AWO) gegründet und ist seit 1991 als rechtlich selbständiger gemeinnütziger Verein organisiert. Der Hauptsitz liegt in Frankfurt am Main. In Berlin unterhält das ISS ein Projektbüro. Das ISS beobachtet, analysiert, begleitet und gestaltet Entwicklungsprozesse der Sozialen Arbeit und erbringt wissenschaftliche Dienstleistungen für öffentliche Einrichtungen, Wohlfahrtsverbände und private Träger.

https://www.iss-ffm.de/

Internet-Portal "Sozialpolitik-aktuell":

Das Internet-Portal "Sozialpolitik-aktuell" ist ein kostenloses, nicht kommerzielles Service-Angebot der Universität Duisburg-Essen, initiiert und betreut von Prof. Dr. Gerhard Bäcker (Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen) und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Das Informationsportal www.sozialpolitik-aktuell.de ist als flankierendes Angebot zum Lehrbuch "Sozialpolitik und Soziale Lage in Deutschland" entstanden. Es bietet - wissenschaftlich fundierte - Berichte und Stellungnahmen, Gesetze und rechtliche Neuregelungen sowie eine umfassende Sammlung von Infografiken & Tabellen zu dem Themenspektrum der Sozialpolitik und sozialen Lage in Deutschland.

Dabei übergreift das (laufend aktualisierte) Angebot des Internetportals das gesamte Spektrum der Sozial- und Gesellschaftspolitik – überwindet also die übliche Begrenzung auf das System der Sozialversicherung – und zielt darauf ab, die Nutzer wissenschaftlich exakt über Sachverhalte, Forschungsergebnisse, empirisch fundierte Erkenntnisse, Trends, Positionen und Neuregelungen zu informieren.

Besonderes Augenmerk liegt in diesem Zusammenhang auf der Gegenüberstellung von kontroversen Forschungsergebnissen sowie politischen Stellungnahmen, als einen Beitrag zur kritischen Aufklärung, sowie den über 650 kommentierten Präsentationsgrafiken.

Dieses Angebot ist darauf ausgerichtet, den gängigen Angriffen auf den Sozialstaat Daten und Fakten entgegenzustellen. Es wird auf wissenschaftlicher Basis darüber informiert, dass der Sozialstaat in einer demokratischen Gesellschaft unverzichtbar ist und sich zugleich Reformanstrengungen unterziehen muss. Die Reformen müssen allerdings den Prinzipien der Solidarität und des sozialen Ausgleichs entsprechen.

Ziel dieses Angebots ist ein Wissenstransfer an alle Interessierten (z.B. Studierende, Journalisten, Lehrende, Beschäftigte im Sozialwesen, Betriebsräte etc.), der sich nicht nur auf die Vermittlung der Inhalte der Sozialpolitik und der (sozial-)politischen Lage in Deutschland beschränkt, sondern auch die Sozialpolitik der Europäischen Union und die Positionierung der Bundesrepublik innerhalb dieser umfasst.

www.sozialpolitik-aktuell.de/

Das Zukunftsforum Familie e.V.:

Das Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF) wurde 2002 auf Initiative der Arbeiterwohlfahrt als familienpolitischer Fachverband gegründet. Im Auftrag unserer Mitglieder setzen wir uns seitdem dafür ein, dass sich Familienpolitik an solidarischen und demokratischen Zielen orientiert sowie allen Generationen, Bevölkerungsgruppen u. Lebensformen gerecht wird. In Zusammenarbeit mit Verbänden, Organisationen und Selbsthilfegruppen tritt das Zukunftsforum Familie für eine zukunftsorientierte Familienpolitik ein. Zentraler Ausgangspunkt ist für uns dabei ein weiter Familienbegriff, der an den gesellschaftlichen Wandel der Familien anknüpft und ihn gestaltet.

Familie ist Vielfalt und Familienpolitik soll diese Vielfalt unterstützen und stärken – so lassen sich die Ziele des Zukunftsforum Familie in wenigen Worten zusammenfassen. Familienpolitik ist damit Fach- und Querschnittspolitik zugleich. Sie muss sich an demokratischen und solidarischen Zielen orientieren und allen Bevölkerungsgruppen und familialen Lebensformen gerecht werden.

Unser Familienverständnis: Das bürgerliche Familienideal mit dem männlichen Alleinverdiener und der Hausfrau, die die Kinder versorgt, entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Heute gibt es eine breite Debatte darüber, ob dieses Modell noch das Leitbild für individuelle Lebensentwürfe, rechtliche Regelungen und gesellschaftlichen Status sein kann. Gleichzeitig sahen und sehen die gesellschaftlichen Realitäten anders aus. Vielfältige Formen des familialen Zusammenhaltes gab es schon immer. Heute unterscheiden sie sich zum Beispiel durch

- sexuelle Identitäten (Hetero-, Homo-, Bi- und Transsexualität)
- unterschiedliche Paarbeziehungen (Alleinerziehende ggf. mit neuem Partner/neuer Partnerin, Ehen, nichteheliche Lebensgemeinschaften)
- ökonomische Lage (einkommensarme Haushalte, Mittelschicht, Familien im Wohlstand)  
- ethnische Herkunft (Familien mit Migrationshintergrund, bi-nationale Familien, Familien ohne Migrationsgeschichte)
- Größe der Familie (Mehrkindfamilien, Familien mit Einzelkind, Gemeinschaften ohne Kinder)

Alle diese Familien haben eines gemeinsam: Menschen übernehmen dauerhaft füreinander Verantwortung, tragen Sorge und schenken Zuwendung. Unser Ziel ist es, den Begriff von Familie so zu bestimmen und damit Familienpolitik heute so zu gestalten, dass keine Familienform diskriminiert wird.

https://www.zukunftsforum-familie.de/


pin_green.gif  Lesetipps: (zu Kinder, Kinderarmut, Schule, Bildung, Bildungssysteme, (Früh-)Konditionierung etc.)

"Das Halbtagsschulsystem in Österreich konserviert eine Bildungsungleichheit. Halber Tag, doppelter Nachteil?" von Elke Larcher und Oliver Gruber / A&W blog, 21. September 2020, im KN am 25. Sept. 2020. >> weiter.

"OECD: Bildung auf einen Blick 2020 - OECD-INDIKATOREN". ("Education at a Glance 2020 - OECD Indicators") >> weiter. (PDF).

"Kinderarmut: Medien berichten zu oberflächlich und mit zu wenig Nachdruck" von Marcus Klöckner / NDS, 08. August 2020, am 10.08. im KN >> weiter.

"Maskenzwang im Unterricht: Ein bizarrer Plan. Für Schüler soll nun teils sogar im Unterricht eine Maskenpflicht gelten. Diese Pläne sind unverantwortlich und unwissenschaftlich." von Tobias Riegel, NDS, 05. August 2020. >> weiter.

"Factsheet Kinderarmut in Deutschland" von Antje Funcke und Sarah Menne, Bertelsmann Stiftung - Juli 2020  >> weiter.

"Materielle Unterversorgung von Kindern" von Dr. Torsten Lietzmann und Dr. Claudia Wenzig, IAB und Bertelsmann Stiftung - Juli 2020  >> weiter.

"Die Ernüchterungsanstalt: Die Schule erstickt das Interesse für Poesie im Keim, indem sie Schüler zwingt, diese rational zu zergliedern." von Nicolas Riedl / RUBIKON, 26. April 2020, im KN 28. Juli 2020 >> weiter.

"Deutschland verlernt seine Kulturtechniken: Die Missachtung des Musikunterrichts ist ein Skandal" von Tobias Riegel / NDS, 18. März 2020 >> weiter.

"Was kosten Kinder?" - Studie "Kosten von Kindern. Erhebungsmethoden und Bandbreiten" von Stefan Humer, Severin Rapp, Judith Lengyel-Wiesinger / A & W blog >> weiter.

"Kosten von Kindern - Erhebungsmethoden und Bandbreiten" von INEQ Wien, Stefan Humer und Severin Rapp, 24. Januar 2020 >> weiter.

"Kinderarmut: Sie mussten früh erwachsen werden." von Marcus Klöckner (NDS) im Interview mit Dr. Irina Volf, 19. März 2020 >> weiter.

"Kinderarmut in Deutschland verharrt auf hohem Niveau" von Dietmar Gaisenkersting, 10. Februar 2020 >> weiter.

"Lehrermangel und Unterrichtsausfall. Soziale Ungleichheit verschärft sich!" von Harold Hambacher, 23. Januar 2020 >> weiter.

"Unser staatlich geprägtes Bildungssystem ist veraltet. Perspektiven der individuellen und sozialen Selbstverwirklichung.", von Lars Grünewald, 13. April 2019, im KN 28.12.2019 >> weiter.

"Digitale Bildung. Frühe Medienkompetenz oder digitale Verdummung?. Wie die Entwicklung der Kinder durch digitale Bildung schwer geschädigt wird." von Herbert Ludwig, 9.12.2019 >> weiter.

"Lobbyismus: 20 von 30 DAX-Unternehmen bieten Unterrichtsmaterial an" von Felix Kamella / LobbyControl, 30. Oktober 2019 >> weiter.

"Stifter und Schenker. Wie der Kommerz das Klassenzimmer kapert." von Redaktion NachDenkSeiten, 17. Oktober 2019 >> weiter.

"Der kleine Erwachsene – oder die Verdummung des Kindes" von Herbert Ludwig, 26. September 2019 >> weiter.

"Wählen mit 16 – oder die Infantilisierung der Politik" von Herbert Ludwig, 4. Juli 2019 >> weiter.

"Digitale Verdummung – wie sie in der Schule veranlagt wird und in der Politik schon angekommen ist!" von Herbert Ludwig, 12. Juni 2019 >> weiter.

"Abgeordnete: Denn sie wissen nicht, was sie beschließen" von Herbert Ludwig, 26. Februar 2019 >> weiter.

"Wie hat sich die Einkommenssituation von Familien entwickelt. Ein neues Messkonzept", Bertelsmann Stiftung Studie 2018, Februar 2018 >> weiter.

"Digitale Bildung – was macht die Politik? Positionen der Parteien im Bundestag." von Lena Herzog / die Debatte, 02. Februar 2018 >> weiter.

"Digitalisierung von Bildung als neoliberales Projekt. Internet als Brandbeschleuniger der Globalisierung und Infrastruktur des neoliberalen Regimes." von Matthias Burchardt, 30. Juli 2017 >> weiter.

"Allmächtiger Staat – Die Fesselung des Bildungslebens" von Herbert Ludwig, 16. Juni 2017 >> weiter.


► Quelle: WSWS.org > WSWS.org/de >> Erstveröffentlicht am 10. Februar 2020 >> Artikel. Dank an Redakteur Ludwig Niethammer für die Freigabe zur Veröffentlichung. ACHTUNG: Die Bilder und Grafiken sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten folgende Kriterien oder Lizenzen, siehe weiter unten. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt.

► Bild- und Grafikquellen:

1. Junge auf Sofa: Kinderarmut in Deutschland verharrt auf hohem Niveau. Die Folgender Armutserfahrung: schlechtere Bildungs- und Berufschancen, gesundheitliche und psychische Schäden, Leidensdruck, Mobbing, Selbsttötungen, soziale Ausgrenzung, Verelendung, etc. Foto: ambermb. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

2. "Kindchen, lass uns fröhlich sein. Deine Zukunft haben wir längst versemmelt!" Grafikbearbeitung: Wilfried Kahrs (WiKa).

3. SPD: WIR HABEN EIN HARTZ FÜR KINDER. über 150 Jahre SPD – von einer revolutionären Arbeiterpartei zur willfährigen Geschäftsführung der Monopole. Die SPD als revolutionäre Arbeiterpartei, wandelte sich zu einer bürgerlichen Arbeiterpartei und endete als staatstragende Monopolpartei. Grafikbearbeitung: Wilfried Kahrs (WiKa).

4. Kleinkind beim Spaziergang mit seinen Eltern. Entgegen den Werten des Grundgesetzes werden Minderjährige in Deutschland nach wie vor wie Minderwertige behandelt. Angriffe auf die Würde ist gängiger Alltag. Foto: Pexels. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Bild.

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5. Das neue LOGO der SPD: TSCHÜSS SPD! SPD im freien Fall dank massivem Glaubwürdigskeitsverlust in der Sozial- und Außenpolitik. Und sie behauptet weiterhin, mit ihren derzeit 14-15% eine "große Volkspartei" der "bürgerlichen Mitte" zu sein. Grafik: Elias Schwerdtfeger. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Öffentliche Domäne - Public Domain Dedication - CC0 1.0 Universell (CC0 1.0). Kein Urheberrechtsschutz!

6. "SPD - WIR haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt" - Gerhard Schröder, ex Bundeskanzler. Grafik: Elias Schwerdtfeger. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0).

Harald_Thome_Leitfaden_Alg_II_30_Sozialhilfe_Kritisches_Netzwerk_Existenzminimum_Tacheles_Arbeitslosengeld_Sozialhilfe_Grundsicherung_Erwerbsminderung_Sozialabbau_Lohndumping7. Buchcover: "Leitfaden Alg II / Sozialhilfe von A-Z". 30. Auflage, Februar 2019, Herausgeber: Harald Thomé u.a.; Verlag: Digitaler Vervielfältigungs- und VerlagsService, Frankfurt/M. (DVS); Kt., 798 Seiten, ISBN 978-3-932246-67-8; Preis: 16,50 € inkl. Versandkosten. Achtung: Lieferung Februar .. März 2019. >> http://www.dvs-buch.de/ .

Inhalt:

Die 30. Auflage des bekannten "Standardwerks für Arbeitslosengeld II-Empfänger" (Spiegel 43/2005) ist im Februar 2019 erschienen. Der Leitfaden wird vom Autorenteam rund um Harald Thomé vom Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Tacheles e.V. in Wuppertal herausgegeben. Der Verein Tacheles hat das Ratgeberprojekt für Leistungsbeziehende, Berater/-innen und Mitarbeiter/-innen in sozialen Berufen aufgrund der Pensionierung von Prof. Rainer Roth von der AG TuWas übernommen.

Der Ratgeber beruht auf vielen Jahren Beratungs- und Schulungspraxis und einem bewährten Konzept, das im Laufe von 35 Jahren "Leitfadenarbeit" entwickelt wurde. Er stellt zugleich mit den Regelungen des Arbeitslosengelds II auch die Regelungen der Sozialhilfe und der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung dar. Als einziger umfassender Ratgeber für das SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) und das SGB XII (Sozialhilfe) ist er deswegen für Beratungszwecke und als Nachschlagewerk sowohl für Rechtsanwender als auch für Laien besonders geeignet.

Im ersten Teil werden in 91 Stichworten alle Leistungen ausführlich in übersichtlicher und bewährt verständlicher Form erläutert. Der zweite Teil behandelt in 34 Stichworten, wie Betroffene ihre Ansprüche durchsetzen und sich erfolgreich gegen die Behörde wehren können.

Die Rechtsprechung und Gesetzgebung sind mit Stand vom Februar 2019 eingearbeitet und kritisch kommentiert. Auch der Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit, ihre sozialen und wirtschaftlichen Ursachen und die Zielsetzung aktueller Sozialgesetzgebung fehlt nicht.

Die Autoren wollen mit diesem Leitfaden BezieherInnen von Sozialleistungen dazu ermutigen, ihre Rechte offensiv durchzusetzen und sich gegen die fortschreitende Entrechtung und die Zumutungen der Alg II-Behörden zu wehren. Sie wollen dazu beitragen, dass sie bei SozialberaterInnen, MitarbeiterInnen der Sozial- und Wohlfahrtsverbände sowie Anwältinnen und Anwälten fachliche und parteiische Unterstützung für die rechtliche Gegenwehr erhalten, die dringend benötigt wird. Jäger und Thomé empfehlen Erwerbslosen, sich lokal zu organisieren und gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Um dem zunehmenden Abbau der sozialen Sicherung und der damit einhergehenden Ausweitung von Niedriglohn und schlechten Arbeitsbedingungen zu begegnen, treten sie dafür ein, dass solidarische Bündnisse zwischen Erwerbslosen, Beschäftigten und anderen vom Sozialabbau betroffenen Gruppen geschmiedet werden, die dem Sozialabbau und Lohndumping den Kampf ansagen.

Die Autoren üben detaillierte Kritik an der Höhe des Existenzminimums oder der rechtswidrigen Ausdehnung von Unterhaltsverpflichtungen. Sie decken die leeren Versprechungen der Politik auf, die vorgeben, die Verschärfung des Sozialrechts würde Langzeitarbeitslosen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt verschaffen.

Gerade weil sich die Behörden immer rigider über geltendes Recht hinwegsetzen, ist dieser Leitfaden nötiger denn je. (Quelle: Verlagstext! >> http://www.dvs-buch.de/.)