Die Arbeiterklasse ist Geschichte – und besser wird’s nicht

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Die Arbeiterklasse ist Geschichte – und besser wird’s nicht
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Die Arbeiterklasse ist Geschichte – und besser wird’s nicht

Wer nur von seinem Einkommen lebt, ist kein Teil einer «Klasse» mehr

– oder eben doch, sagt die Autorin Julia Friedrichs.

von Daniela Gschweng, Basel für die Online-Zeitung INFOsperber

Die deutsche Reporterin und Autorin Julia Friedrichs [1] ist mit dem Buch «Working Class» derzeit in vielen Medien und Panels und gibt zahlreiche Interviews. Was an guten Netzwerken liegen könnte. Oder damit, dass sie mit ihrem Thema einen Nerv getroffen hat.

«Working Class» beschäftigt sich wie schon Friedrichs bisherige Bücher mit der Verteilungsgerechtigkeit in Deutschland. Was dafür spricht, dass Friedrichs einen Punkt hat. Wenn man das gesellschaftliche Klima derzeit wie Wetter beschreiben müsste, klänge es nach «ungemütlich mit kaltem Regen». Und wie immer gibt es diejenigen, die dabei im Trockenen sitzen, und die, bei denen es durch die Decke tropft.

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► Personen, die oberflächlich nichts gemein haben

Da ist beispielsweise Sait, der die Berliner U-Bahnhöfe reinigt. Seine Arbeit ist oft nicht angenehm, er muss Erbrochenes aufwischen, Urinlachen wegputzen, Zigarettenkippen aufsammeln und Schlafende aufwecken, damit er reinigen kann. Das ist ihm oft unangenehm, aber es geht nicht anders. Für die Arbeit, die er seit Jahrzehnten macht, bekommt er 10,65 Euro pro Stunde. Zusammen mit dem Verdienst seiner Frau kommt die Familie gerade so durch.

Oder Alexandra und Richard: Die beiden Musiker haben ihr Studium sehr gut abgeschlossen, Alexandra hat promoviert. Das Haus, in dem das Paar mit zwei Kindern lebt, gehört ihnen, dafür wohnen sie sehr abgeschieden. Das heisst, derzeit gehört es noch der Bank und sie müssen die Raten aufbringen. Mit Sait haben sie auf dem ersten Blick nichts gemein.

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«Unser Leben bestimmt ein grosses Gefühl der Unsicherheit»

Alexandra und Richard sind Honorarkräfte. Mehr als 14,67 Stunden in der Woche dürfen sie nicht für eine Musikschule arbeiten, da sie sonst ihre Stelle einklagen könnten. Ihr Pensum verteilt sich auf sechs verschiedene Musikschulen, 110 Schüler und sechs Tage. Für eine Dreiviertelstunde Klavier- oder Klarinettenunterricht bekommen sie zwischen 21 und 27 Euro. Während der Ferien oder wenn sie krank sind, verdienen sie nichts. Rücklagen haben sie keine. «Unser Leben bestimmt ein grosses Gefühl der Unsicherheit» sagt Alexandra.

Friedrichs hat mit ihnen und einigen anderen über Jahre hinweg gesprochen. «Working Class» beschäftigt sich, wie der Titel vermuten lässt, mit der Arbeiterklasse. Oder eben nicht. Der Begriff ist nicht nur abgenutzt. Den klassischen männlichen Malocher, der abends schmutzig und zufrieden aus der Fabrik kommt und am Monatsende einen Lohn nach Hause bringt, gibt es kaum mehr.

armut_pockets_out_pleite_schulden_schuldenfalle_verschuldung_kritisches_netzwerk_insolvenz_privatinsolvenz_erwerbsarmut_arbeitsarmut_working_poor_zahlungsunfaehigke05x.pngDafür Menschen wie Sait, auf den die Arbeiter-Beschreibung noch halbwegs passt, Alexandra und Richard. Sie gehören zur neuen «Working Class», schlägt Friedrichs als Bezeichnung vor. Was etwas unglücklich gewählt ist, weil es auf Deutsch eben «Arbeiterklasse» heisst. Im angelsächsischen Gebrauch macht der Begriff eher Sinn. Gemeint ist die Hälfte aller Deutschen, die ohne nennenswerte Rücklagen von dem lebt, was reinkommt, auch wenn ihr Leben sehr unterschiedlich ist.

► Panische Angst vor Krankheit

Eine Viertelstunde, nachdem Sait um 6:30 Uhr mit der Reinigung des ersten Bahnhofs begonnen hat, steht Alexandras und Richards Tochter auf, kurz darauf musss die Zweitklässlerin zur Schule. Said ist da schon wieder unterwegs. Er hat 40 Minuten Zeit pro Bahnhof. Die Penner lässt er, wenn möglich, in Ruhe, damit sie ihn in Ruhe lassen. [Kann man diese Menschen nicht auch anders bezeichnen? H.S.] Manchmal hat er Angst. Zwei Personen pro Schicht wären sicherer, sind aber zu teuer.

Richard und Alexandra verlassen erst mittags das Haus, um ihre verschiedenen Arbeitsorte abzufahren. Die Tochter ist dann schon wieder zuhause, der Sohn kommt eine Stunde später. Ihre Arbeit dauert teilweise bis acht, neun Uhr abends. Der Alltag ist streng durchgetaktet, auch der der beiden Kinder.

Alexandra hatte schon vor Corona panische Angst vor Krankheit. «Es darf keinem was passieren», sagt sie. Dann bräche das System, das die Familie mit vielen Listen und grosser Disziplin aufrechterhält, zusammen. Sie erzählt von einer Mutter, die eine vor Fieber glühende Schülerin bei ihr ablieferte, «weil der Unterricht schon bezahlt ist».

► Wie eine lange Reportage

«Working Class» liest sich in Teilen wie eine lange Reportage. Friedrichs ergänzt die Erzählung immer wieder mit Zahlen, fragt Experten, sucht in der Vergangenheit nach Erinnerungen, wie es vorher, das heisst, in den 1980er-Jahren, war. Sie versucht herauszufinden, ob der Flötenlehrer ihrer Kindheit auch eine Honorarkraft war. «Nein», erfährt sie – von einem Ruheständler, der gerade von einer Kreuzfahrt zurückgekehrt ist. Alexandra und Richard hoffen, dass sie irgendwann das Haus abbezahlt haben werden. Arbeiten werden sie voraussichtlich, so lange sie können.

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Nur jedem Zweiten, der 1980 geboren wurde, gelinge es noch, mehr zu verdienen als die Eltern, führt Friedrichs auf. Die Chancengleichheit lahmt. Die Erzählung der 1970er-Jahre, dass jeder durch Arbeit zu bescheidenem Wohlstand gelangen und diesen geniessen kann, stimmt nicht mehr. Die Vermögensverteilung in Deutschland entspräche inzwischen der der USA, erfährt sie vom Vermögensforscher Dr. Markus M. Grabka.

Die deutsche Gesellschaft habe Risse, diagnostiziert Friedrich, wenn nicht den einen, generellen, breiten Riss. Ursache seien kleine Änderungen über lange Zeit, «kleine Risse im Gewebe», schreibt Friedrichs. Diese könnten zu einer grösseren Verletzung führen, wie bei ihrem Lieblingsfussballer, dessen Achillessehne irgendwann riss.

► Zwischen «lovely jobs» und «lousy jobs» gibt es bald nichts mehr

leiharbeit-niedriglohn-tarifvertrag-leiharbeiter-niedriglohnsektor-arbeitsarmut-erwerbsarmut-kritisches-netzwerk-neoliberalismus-ausbeutung-prekarisierung-prekaritaet-working-poor Weder Alexandra noch Richard sind Mitglied in einer Gewerkschaft. Sie dachten daran, einzutreten, als Kollegen streikten, können sich aber doch nicht identifizieren. Als Solo-Selbständige fühlen sie sich nicht vertreten. Sait wurde 2010 Mitglied, weil er Urlaub ansparen wollte, um jedes zweite Jahr länger frei zu haben. «Die Gewerkschaften sind so klein», sagt er, und zeigt einen Abstand von wenigen Zentimetern zwischen Daumen und Zeigefinger, «weil die Menschen Angst haben».

Friedrichs belegt die Geste mit Statistiken. Seit den 1980er-Jahren hat sich die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland halbiert, weniger als die Hälfte der Arbeitgeber haben noch Tarifbindung. Seit den 1990er-Jahren sinken die Löhne, dafür stiegen die Mieten und es gibt mehr prekäre Arbeitsverhältnisse. Es gibt «lovely jobs» und «lousy jobs», dazwischen immer weniger.

► Was als Einstiegsjob galt, ist heute ein Prekärarbeitsplatz

spd_arbeitsmarktliberalisierung_niedriglohn_sozialabbau_vertrauensverlust_neoliberalismus_waehlerwille_kritisches_netzwerk_glaubwuerdigkeit_kredibilitaet_andrea_nahles_olaf_scholz.jpg Menschen wie Sait und Alexandra, die praktisch nichts gemeinsam haben ausser in der Statistik, sind schwer zusammenzubringen. Das allein ist es aber nicht. Was beispielsweise früher als «Einstiegsjob» galt, ist heute meist ein unsicherer Arbeitsplatz bei einem Verleiher oder Subunternehmen.

Fremdkräfte, die in den gut bezahlten Berufen «Berater», im Management «Flex Force», woanders «Externe», «Freie» oder schlicht «Leiharbeiter» heissen, sind ein Geschäftsmodell geworden. Für Angestellte gibt es keine gemeinsamen Bedingungen und keine gemeinsame Erzählung mehr, in Folge auch keine Gemeinschaft und auch keinen Aufstieg im Unternehmen.

Seit Sait nicht mehr bei der Berliner Verkehrsgesellschaft BVG angestellt ist, sondern bei einem externen Unternehmen, bezahlt er die Fahrkarte, mit der er zur Arbeit fährt, selbst. Als er hört, dass die Deutschen pro Monat im Schnitt 600 Euro für ein Kind ausgeben, fällt er aus allen Wolken. «Wer verdient so viel? Drogenverkäufer?», fragt er. Sein Wunsch sind 12 bis 13 Euro Stundenlohn.

Alexandra und Richard zögern, ihrem Sohn eine Musikerlaufbahn zu empfehlen. Der 14-jährige Jonas ist begabt und hat schon mehrere Musikpreise gewonnen. Alexandra schreibt an Stiftungen, damit sie sich ein zweites Instrument für ihn leisten können. Sie überlegt, vormittags zusätzlich putzen zu gehen.

► Den Reichen geht es bestens

Friedrichs besucht auch das andere Ende der Skala, beispielsweise einen Fondsmanager, der in einem «Family Office» arbeitet. «Familiy Offices» sind die exklusive Elite der Finanzberater. Sie verwalten das Vermögen ein oder mehrerer vermögender Familien und haben keine Rechenschaftspflichten wie Banken. Dabei erwirtschaften sie hohe Renditen, die ein Durchschnitts-Sparer nicht bekommt.

Viele Arbeitende mit mittlerem und niedrigem Einkommen erwartet dagegen die Altersarmut. Das Verhältnis von Finanz- zu Realwirtschaft lag in den 1970er-Jahren noch gleichauf, zitiert Friedrichs. 2000 lag es bei 3:1, heute ist es bei 4:1 angekommen, nach anderen Schätzungen gar bei 10:1 oder 50:1. Den Reichen, wird deutlich, geht es bestens. Denen, die die jetzt im Ruhestand sind, geht es gut. Friedrichs spricht mit einer Journalistin, die 1980 in den Beruf eingestiegen ist und im Alter mehr bekommt als ihre arbeitenden Kollegen.

Spätestens an dieser Stelle wird sie in Gesprächen meist nach ihrer Meinung zum Grundeinkommen gefragt. Sie sei Reporterin, keine Politikerin, antwortet sie meistens. Weder Sait noch Alexandra und Richard würden das wollen, schätzt sie. Alle drei sehen sich nicht als Hilfsbedürftige und haben überschaubare, machbare Wünsche.

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► Überschaubare Wünsche und mehr Respekt

Sait etwa wünscht sich einen Materialschrank, in dem er seine Putzutensilien verstauen kann. Mit dem oft übelriechenden Putzkübel von einem Bahnhof zum anderen zu fahren, ist ihm unangenehm. Er will arbeiten, nicht vom Staat bezahlt werden und ein Vorbild für seine Kinder sein. Nur etwas mehr Anerkennung wünscht er sich für seine Arbeit und einen tragfähigen Lohn.

Alexandra möchte die Möglichkeit haben, als Musiklehrerin fest angestellt zu werden, damit eine Krankheit nicht zur Katastrophe wird und das Einkommen sicher für die Raten reicht. Vor nicht allzu vielen Jahren war das normal. Auch bei ihr gibt es Dinge, die wehtun. Wenn sie gefragt wird, was sie eigentlich beruflich macht, ist das so, wie wenn jemand in der U-Bahn mutwillig eine Flasche auf den Boden fallen lässt, den Sait gerade erst gewischt hat.

trickle-down-economics-effect-effekt-theorie-theory-pferdeaepfel-marktwirtschaft-kritisches-netzwerk-nationaloekonomie-neoliberalismus-profitmaximierung-wohlstand-david-stockman-neoliberalism Friedrichs spricht mit Soziologen, Ökonominnen und Politikern. «Das Problem existiert», bestätigen sinngemäss alle. Einige auch, dass es absehbar war. Die Wohlstandsschere geht auseinander und es herrscht eine grosse Generationenungerechtigkeit. Der Markt, soviel ist sichtbar, hat es nicht gerichtet. Selbst US-Präsident Joe Biden gab kürzlich zu, dass «der Trickle-Down-Effekt noch nie funktioniert» habe. Wolfgang Schmidt, die rechte Hand von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) spricht von historischem Pech, Globalisierung, einer Politik der kleinen Schritte und «erst mal abwarten».

► Gesellschaft mit Vorerkrankungen

Friedrichs Blick gilt vor allem langfristigen Entwicklungen, also vor allem der Zeit «vor Corona». Durch die Viruspandemie hat sich bestätigt, was sie beschreibt. Die unteren Schichten, das ist mittlerweile klar, haben für diese Pandemie am meisten bezahlt. Nicht nur finanziell, auch mit Angst, Krankheit, Lebensqualität.

«Covid ist für Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährlich», war im vergangenen Jahr dutzendfach zu hören und zu lesen. Für Gesellschaften mit Vorerkrankungen trifft das auch zu. Vermögende haben meist überschaubare Verluste oder Gewinne gemacht. Alexandra, Richard, Jonas und Sait geht es schlechter.

Das Thema Verteilungsgerechtigkeit ist in den Fokus gerückt. Ob es auch dort bleibt, ob ausser Klatschen und Studien Zitieren auch ein Echo in der Politik erfolgt, ist unklar. «Nein, das wird es nicht», sagte Sait im Frühjahr 2020. «Eine der traurigsten Erkenntnisse meiner Recherche war für mich, dass er recht behalten hat», sagte Friedrichs gegenüber dem «Deutschlandfunk».

Daniela Gschweng, Basel

[1] Julia Friedrichs ist freiberufliche und Reporterin und Autorin. Sie hat neben «Working Class» bereits mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderen «Gestatten: Elite – auf den Spuren der Mächtigen von morgen» und «Wir Erben: Was Geld mit Menschen macht». Für ihre Beiträge zum Thema soziale Gerechtigkeit wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet.

[Anm. H.S.: Die Brandmarkung des Neoliberalismus als eigentliche Ursache für menschenfeindliche und -verachtende Ausbeutung, rigide Sparpolitik, Sozialabbau, Sozialchauvinismus, Hartz IV, Leistungsdiktatur, Leistungsdenken, Leistungslogik, Leistungspflicht, Privatisierung, Deregulierung und Marktradikalismus sucht man in diesem Artikel vergeblich. Neoliberale sind dogmatisch Indoktrinierte, welche aufgrund ihrer Ideologie und der damit einhergehenden Verblendung die tatsächlichen Wirkungprinzipien des kapitalistischen Wachstumsprozesses fundamental nicht verstanden haben. Siehe dazu bspw. die Ideen des britischen Ökonomen John Maynard Keynes, ebenso HIER und HIER. Die Neoliberalen, die in CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und AfD politisch verortet sind, sind Neokanibale. Profit over People. Wenn sie das Gegenteil behaupten, lügen sie! Sie bieten nicht die Lösung, sondern sind das Problem! Und die tumbe Masse der Schafe wählen auch noch ihre Metzger.]

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► Quelle: Der Artikel von Daniela Gschweng wurde am 14. Mai 2021 erstveröffentlicht auf INFOsperber >> Artikel.

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neoliberalism-fuck-off-neoliberalismus-BlackRock-Templeton-kapitalismus-capitalism-vermoegensverwalter-ausbeutung-austeritaetspolitik-kritisches-netzwerk-marktradikalismus1. Arbeitslose und ausgebeutete Niedriglöhner (Prekariat) sind meist billig gekleidet, konsumieren schlechte Nahrungsmittel, können am kulturellen Leben kaum partizipieren. Sie werden isoliert, isolieren sich auch selbst und gelten als ausgesondert, als Humanschrott. Das erschüttert vor allem auch das Selbstbewusstsein.

Die verzichten müssen, Geringverdiener, Arbeitslose und - oft als Folge davon die Obdachlosen -, gehören zu den Stigmatisierten der Gesellschaft, zu den Outcasts, den absoluten Verlierern. Die tiefe Inhumanität einer Gesellschaft dokumentiert sich an ihnen. Leiharbeit, Niedriglohn, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit ist also nicht selbstgerecht zu verwalten, sondern schlicht abzuschaffen. Foto: Jackie_Chance. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

2. Beispielfoto eines Strassen- und U-Bahnhof-Reinigers. Foto: TRAPHITHO / Cesar Augusto Ramirez Vallejo, ARMENIA QUINDIO/COLOMBIA. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

3. ARM TROTZ ARBEIT - WORKING POOR (Arbeitsarmut, Einkommensarmut, Erwerbsarmut) dank zunehmend liberalisierter Lohn- und Arbeitsmarktpolitik (Niedriglohn, Leiharbeit, Zeitarbeit, Arbeit auf Abruf, lächerlich geringer Mindestlohn und anderen politischen Fehlentscheidungen). Grafik: schuldnerhilfe - Horst Tinnes, Linz/Österreich. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Bild (ohne Textinlet). Das Textinlet wurde von Wilfried Kahrs (WiKa) eingearbeitet.

4. Butterwegge-Zitat:

»Die neoliberale Deregulierung des Arbeitsmarktes, die Flexibilisierung und Prekarisierung eines Großteils der Beschäftigungsverhältnisse münden meistens Jahrzehnte später in Altersarmut von Millionen Menschen. Ein Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Alterssicherungssystem, welches nicht verhindert, dass Menschen nach langjähriger Vollerwerbstätigkeit einen Ruhestand in Armut erleben, verliert nicht bloß an Zustimmung in der Bevölkerung, sondern auch seine Daseinsberechtigung.« (Prof. Dr. Christoph Butterwegge)

Foto ohne Textinlet: © Butterwegge. Bild-Text-Grafik erstellt durch Wilfried Kahrs (WiKa) nach einer Idee von KN-ADMIN Helmut Schnug.

5. LEIHARBEIT: NIEDRIGLOHN PER TARIFVERTAG? SCHLUSS DAMIT! Quelle: Stuttgarter Bündnis "Wir zahlen nicht für eure Krise" - Informationen zur politischen Bewertung der Leiharbeit in Deutschland sowie zur juristischen Einschätzung der aktuellen Situation >> http://schluss-mit-leiharbeit.blogspot.de/  >> Logo als pdf zum Download.

6. "SPD - WIR haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt" - Gerhard Schröder, ex Bundeskanzler. Grafik: Elias Schwerdtfeger. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0).

7. Tschüss SPD: Die Grundrente verfehlt ihre Ziele deutlich. Die meisten RentnerInnen mit geringen Arbeitseinkommen erhalten Renten unterhalb der Grundsicherung. Sehr viele von Ihnen müssen deswegen den Gang zum Sozialamt antreten. Die finanzielle Ausstattung der Grundrente ist viel zu gering. Die Begeisterung der SPD und die wohlwollende Zustimmung der Gewerkschaften ist bei nüchterner Analyse nicht zu teilen. Foto OHNE SPD-Inlet: tom9802. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto. Bildbearbeitung von Wilfried Kahrs (WiKa) nach einer Idee von Helmut Schnug.

8. Der Begriff Trickle-down-Theorie oder -Effekt (englisch trickle ‚sickern‘; auch Horse and Sparrow Economics ‚Pferd-und-Spatz-Ökonomie‘, im deutschen Sprachraum Pferdeäpfel-Theorie) bezeichnet die These, dass Wirtschaftswachstum und allgemeiner Wohlstand der Reichen nach und nach durch deren Konsum und Investitionen in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickern würden (Trickle-down-Effekt). Sie wurde von David Stockman als synonyme Bezeichnung für angebotsorientierte Wirtschaftspolitik eingeführt. Grafik: im Web sehr verbreitet, Urheber nicht eind. ermittelbar.

9. Butterwegge-Zitat:

»Lebensstandardsicherung und Armutsbekämpfung sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille. Nur wenn der Lebensstandard aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Ruhestand halbwegs gewahrt bleibt, kann Altersarmut für Niedrigeinkommensbezieher verhindert werden. Dies kann am ehesten eine Weiterentwicklung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zu einer solidarischen Bürgerversicherung, in die eine bedarfsgerechte, armutsfeste und repressionsfreie Grundsicherung integriert ist, sicherstellen. Alle früheren Erwerbstätigen im Alter auf eine steuerfinanzierte Grundrente zu verweisen, hieße dagegen, den sozialen Abstieg vieler Millionen Menschen vorzuprogrammieren.« (Prof. Dr. Christoph Butterwegge).

Foto ohne Textinlet: © Christoph Butterwegge. Quelle: www.christophbutterwegge.de/. >> Originalfoto. Bildbearbeitung: Wilfried Kahrs nach einer Idee von KN-ADMIN Helmut Schnug.

10. NEOLIBERALISM FUCK OFF. Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa).

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