Vom Land der Ingenieure zum Land der Loser
Ideologie statt Realität, Verzicht statt Fortschritt, 'Moral' statt Markt
Deutschland schafft sich selbst ab.
► von Michael Münch | ANSAGE.org
Deutschland, einst Land der Tüftler, Denker und Weltmarktführer, steht heute da wie ein leergeräumtes Museum, so ähnlich wie gerade der Louvre in Paris nach dem Juwelenraub: Die Vitrinen sind noch da, die Alarmanlage hat versagt, doch das Wertvollste ist verschwunden. In unserem Fall sind das Geist, Können und Stolz. Das Wirtschaftswunder ist Vergangenheit, die Substanz verzehrt, der Geist verflogen. Wer jetzt noch glaubt, es handle sich nur um eine Delle, verwechselt eine Implosion mit einem Schlagloch.
Wir haben uns sattgespart, sattgeschlafen, sattgeredet. Jahrzehntelang lebten wir von der Substanz, vom Ruf, vom Vertrauen anderer in unsere Solidität. Heute sind wir ein Land ohne Energie, ohne Know-how, ohne Richtung. Ein Standort, der früher Motor Europas war, ist nun nur noch Beifahrer auf der Rückbank. Wir sitzen quasi in dem Auto, das wir einst selbst gebaut haben, aber der Tank ist leer, der Fahrer ausgestiegen, und das Navi zeigt nur noch Sackgassen, in die wir uns ausweglos manövriert haben.

► Verstaubtes Archiv
China hat uns längst durchschaut: Sie reden nicht mehr mit uns, sie kalkulieren nur noch. Amerika weiß, dass wir nicht mehr liefern können. Kapital fließt dorthin, wo Rendite und Zukunft locken – und es wird aus Deutschland abziehen, so sicher wie das Wasser nur bergab läuft. Wer noch bleibt, tut es aus Trägheit oder weil er nicht wegkommt. Deutschland ist nicht mehr „up to date“, sondern ein verstaubtes Archiv vergangener Erfolge.
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